Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 26. Die Küste der Skelette



Aouda Fogg und ihre Begleiterin Daphne Pratchett konnten zwar ihren Häschern entkommen und auf einem kleinen Floss flüchten, werden allerdings von einem Hai angegriffen und können sich nur mit Mühe und Not an den Strand retten. Doch dort lauern noch größere Gefahren auf die beiden. Währenddessen ist das Bündnis zwischen Robur, Dracula und Frankenstein mehr als angespannt, sodass es bald zu offenen Konflikten kommt…

Auch wenn es auf den ersten Blick wie eine klassische Abenteuergeschichte wirken mag, steckt doch wesentlich mehr in der Hörspielserie „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ nach Motiven von Jule Verne (und einigen anderen Autoren). Denn durch die markanten Gegenspieler, brüchige Bündnisse und vielen Intrigen und Marionettenspielen im Hintergrund ist auch die 26. Episode „Die Küste der Skelette“ vielschichtiger geraten und bringt auf der Beziehungsebene einige spannende Entwicklungen mit sich. Der Kampf zwischen Robur und seinen Verbündeten wird in einigen Szenen spannend fortgeführt, der Fokus liegt aber natürlich weiterhin auf Phileas und Aouda Fogg. Letztgenannte erreicht durchaus gefährliches Terrain, die Umgebung wird prägnant umgesetzt und eindrucksvoll beschrieben. Auch die Charaktere – neue wie alte – drücken der Handlung ihren eigenen Stempel auf, trotz dem Trubel und den Actionszenen wurde es nicht verpasst, ihnen einen individuellen Ausdruck zu verleihen. Dialogbuchautor Marc Freund hat es sich nicht nehmen lassen, seine Figuren mit Charme und markantem Auftreten auszustatten, was der Handlung mehr Tiefe verleiht. Zudem verleiht er dieser Episode mit den individuellen Ereignissen eine eigene Note, entwickelt aber auch die Handlung dieser Staffel weiter und verleiht den gesetzten Eckpunkten aus der ersten Folge mehr Tiefe. Sehr hörenswert also!

Wolf Frass und seine tiefe, ausdrucksstarke Stimme passen sehr gut in die abenteuerliche Szenerie, er verleiht seinem Charakter ein markantes Auftreten und einige interessante Facetten. Björn Schalla ist in der Rolle des Graham Pratchett zu hören, seine anpassungsfähige Stimme setzt jede Szene überzeugend um und schafft es, in all dem Trubel auch die Gefühlslage des Mannes treffend darzubieten. Christian Brückner macht seine Sache als Erzähler auch wieder sehr gut, durch ihn bekommen die Passagen von Jule Verne einen charismatischen Ausdruck und verleiht ihnen eine aufregende und dennoch ruhige Grundstimmung. Weitere Sprecher sind Milton Welsh, Alexander Turrek und Oliver Stritzel.

Immer wieder ist in der Handlung eine actionreiche Szene eingebaut, und gerade diese sind sehr markant umgesetzt. Die Musik wird dann deutlich dramatischer, die Geräusche prägnanter, ohne jedoch den Fokus zu sehr von den Stimmen abzulenken. Doch auch die ruhigeren Momente sind sehr passend und stimmig umgesetzt und schaffen ganz unterschiedliche Stimmungen, sodass die Dynamik der Handlung überzeugend unterstrichen wird.

Eine der riesigen, mechanischen Metallspinnen aus der Handlung ist eindrucksvoll auf dem Cover abgebildet und erinnert ein wenig an „Krieg der Welten“ mit dem rot leuchtenden Auge und den hellen Scheinwerfer. Der düstere Hintergrund passt wunderbar dazu und verstärkt den düsteren Ausdruck des Titelbildes, das natürlich wie immer durch den ansehnlichen Schriftzug der Serie am oberen Rand ergänzt wird.

Fazit: Auch wenn sich diese Episode natürlich darauf konzentriert, die Handlung der neuen Staffel weiterzuentwickeln und die verschiedenen Stränge zu vertiefen, gibt es dennoch eine Vielzahl an eigenständigen und spannenden Szenen, die mal actiongeladen sind und mal eine bedrohliche Stimmung bieten. Schön, dass die Charaktere dabei nie aus den Augen verloren werden und jeder einen individuellen Ausdruck erhält.

VÖ: 20. November 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662662

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