Offenbarung 23 – 91. dreIundzwANzig



In Deutschland wurde von der Spionageabwehr ein Agentenring aufgedeckt, die sich in die Netzwerke von Militär, Forschung und Wirtschaft eingehackt und die Informationen an den russischen KGB weitergegeben haben soll. Der Schaden kann kaum abgeschätzt werden. Ian G. setzt den Hacker T-Rex und seinen Kommilitonen Kim Schmittke auf den Fall an, die schon bald einer unglaublichen Verschwörung auf der Spur sind…

Die Zahl 23 war besonders in den ersten Episoden von „Offenbarung 23“ sehr präsent, Erfinder der Seire Jan Gasper hat viele Mysterien um diese Zahl gesponnen und sie immer wieder in den Mittelpunkt gerückt. Nach seinem ersten Ausstieg, seiner Rückkehr und einer erneuten Beendigung seiner Mitwirkung an der Serie ist er nun in der 91. Episode als Autor des Dialogbuchs wieder mit an Bord. Eine Neuausrichtung ist also wahrscheinlich, und so geht es in „dreIundzwANzig“ wieder mehr in die Thematik der ersten Folgen: Die Hackertätigkeiten von T-Rex und seinem Team stehen wieder mehr in Vordergrund, es nicht mehr nur reine Recherchen, Informationsbeschaffung und Diskussionen, die die Hauptfiguren zu den gewählten Themen einbringen. Dabei geht es um verschiedene technische Details zu den weltweit genutzten Netzwerken und deren Entwicklung im Laufe der Zeit, was die Handlung zu den zuvor angedeuteten Spionagetätigkeiten führt. Und dabei steht eben auch die Zahl 23 wieder öfter im Mittelpunkt, was erstaunliche Verknüpfungen erlaubt. Dabei sind vor allem bereits bekannte Figuren eingesetzt, die aber teilweise wieder in einen anderen Kontext gesetzt werden. Die Stimmung ist wieder rätselhafter, die Dichte der Handlung lässt aber im Laufe der 65 Minuten immer weiter ab und verliert scheinbar etwas den Fokus. Der Schritt in die neue Richtung tut der Serie aber gut, die neue Szenerie ist durchaus hörenswert und macht Lust auf die kommenden Einfälle von Jan Gaspard.

Alexander Turrek ist natürlich in der Rolle des T-Rex zu hören und gestaltet die Rolle erneut markant und authentisch, wobei er die Ernsthaftigkeit der Figur und der Serie mit leichten ironischen Einschüben verziert und damit auflockert. Jaron Löwenberg ist in der Doppelrolle des Tron und des ähnlich konzipierten Hackers Karl Koch zu hören, auch er liefert erneut eine sehr solide Leistung ab und passt sich gut der Atmosphäre der Serie an. Detlef Bierstedt spricht die Rolle des Kai Sickmann, seine ausdrucksstarke Stimme sorgt für einige gelungene Momente und passt gut zu dem beschriebenen Charakter. Weitere Sprecher sind Marie Bierstedt, Holger Löwenberg und Till Hagen.

An der akustischen Umsetzung der Serie hat sich im Wesentlichen nichts geändert, sodass eigentlich jede Szene neben den Dialogen noch mit anderen Klängen unterlegt sind – mal mit leiser Musik, mal mit dezenten Hintergrundgeräuschen, aber eben sehr zurückhaltend. Es gibt aber auch Momente, die ein wenig stärker in Szene gesetzt wurden, der Fokus liegt aber durchgängig auf den Stimmen, die Melodien sind lediglich eine kleine Verzierung, um die Spannung zu unterstreichen.

Auf dem Titelbild steht natürlich auch die Zahl 23 im Mittelpunkt und hebt sich von einer elektronischen Optik ab, die an Datennetzwerke erinnern. Der kühl gewählte Farbton und der bläuliche-weiße Untergrund haben sich dabei von der ansonsten wie immer schwarzen Optik des Titelbilds ab. Die Rückkehr von Jan Gaspar als Autor wurde hier übrigens nicht groß erwähnt, lediglich ein kleiner Hinweis auf das Dialogbuch im Fließtext des kleinen Booklets weist darauf hin.

Fazit: Unverkennbar kehrt die Serie mit der Rückkehr von Jan Gaspard in der 91. Episode zu ihren Ursprüngen zurück, was aber bei weitem nicht wie ein Rückschritt wirkt, sondern viele interessante neue Aspekte einbaut und in die heutige Zeit transportiert. Viele technische Details sorgen hier für eine wissenschaftliche Untermauerung, und auch wenn der Handlung im Laufe der Zeit etwas die Luft ausgeht, ist „dreIundzwANzig“ hörenswert geraten.

VÖ: 26. Februar 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785782811

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