Die 3 Senioren – 3. Der Plan des Phantoms



Julian Parks will den Auftritt der Operndiva Eleanor de Nicolo genießen. Als jedoch auch Camryn und Doreen in Begleitung ihrer Enkelin Lissy auftauchen und ihre Karten jeweils geschenkt bekommen haben, schwant ihm, dass der Abend alles andere als ruhig werden wird. Seine Befürchtung bestätigt sich, als auf die Sängerin auf offener Bühne mit einer Armbrust geschossen wird. Die drei Detektive wittern einen neuen Fall – und das, obwohl die alten Konflikte nach wie vor schwelen…

Nachdem die ersten beiden Episoden von „Die drei Senioren“ thematisch noch eng zusammenhingen und mit dem Falschgeld-Thema ein erster Fall gelöst wurde, dufte man gespannt sein, welche Richtung die Geschichten um die betagten Detektive und ihren geheimnisvollen Auftraggeber einschlagen würde. Im Zentrum von „Der Plan des Phantoms“ steht der Anschlag auf die überhebliche Operndiva Eleanor de Nicolo, der jedoch völlig unblutig bleibt und deswegen auch in der Schärfe und der Dramatik besser zu den drei Senioren passt – bei ihnen geht es wegen des gehobenen Alters nun einmal etwas gemächlicher zu, auch ihre körperlichen Einschränkungen werden häufiger thematisiert und gelungen eingebunden. So gibt es zwar mit Camryns Enkelin Lissy einen energiegeladenen Jungspund, der etwas mehr Tempo einbringt, wenn es nötig ist. Die Befragungen und Ermittlungen entwickeln sich allerdings wieder recht langsam weiter, machen aber wegen der sehr charismatischen Figuren und den spitzzüngigen Dialogen dennoch jede Menge Spaß. Sehr lustig beispielsweise die Idee mit Funkgeräten zur Kommunikation oder die Anspielungen auf das Alter der Protagonisten. Durch das gelungene Ambiente des weitläufigen Opernhauses, den markanten und geheimnisvollen Gegenspieler sowie eine stimmige Auflösung konnte mich dieser dritte Teil aber wieder vollkommen überzeugen.

Neben den drei wunderbaren Hauptsprechern Lutz Mackensy, Heidi Schaffrath und Elga Schütz sind auch die restlichen Sprecher gut und zu den Rollen passend ausgewählt. Rieke Werner ist in der Rolle der aufgeweckten Lissy zu hören und bringt viel Energie und eine rotzige Art in die Handlung mit ein, was noch einmal eine andere Energie erzeugt. Tommi Piper ist mit seiner markanten Stimme als Conrad Flemming ebenfalls gut platziert und unterstützt die Wirkung der Geschichte mit seinem lebendigen Klang. Daniela Bette-Koch gibt als Eleanor die Nicolo ganz die dramatische Operndiva, was sehr ausdrucksstark geraten ist und für eine sehr humorvolle Note sorgt.

Die Hintergrundgestaltung während der Dialoge wirkt auch hier stimmig und vielseitig. So sind beispielsweise die Szenen in der Oper mit Stimmgemurmel, dem Einstimmen der Instrumente oder eben klassischer Musik unterlegt, doch auch für die übrigen Szenen wurden passende Kulissen erschaffen – meist etwas zurückhaltender, besonders bei den längeren Dialogszenen zwischen den Detektiven. Die eingesetzte Musik erinnert wieder gelungen an 80er Jahre-Hörspiele und verstärken so den Nostalgiefaktor.

Die Opernbühne, vor der die Geschichte der Episode startet, ist auf dem Titelbild auf recht schlichte Weise dargestellt, aufgehalten von einer grünlichen Hand. Davor, im Scheinwerferlicht, liegt noch eine Armbrust, was durch den schlichten schwarzen Rahmen mit den rot-blau-grünen Elementen ergänzt wird. Schön, dass auch für diese Serie trotz der digitalen Veröffentlichung eigenständige Titelbilder erschaffen wurden.

Fazit: Schön, dass sich der positive Eindruck der vorigen Episoden auch hier bestätigt und erneut ein in sich stimmiger Fall mit charismatischer Besetzung und spritzigen Dialogen geschaffen wurde. Ambiente, das langsame Erzähltempo und die vielen witzigen Anspielungen ergänzen sich sehr gelungen, sodass „Der Plan des Phantoms“ eine hörenswerte Episode der Serie geworden ist.

VÖ: 12. März 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620870

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