John Sinclair – 143. Der unheimliche Shaolin



John Sinclair will seinen Freund und Kollegen Suko eigentlich noch etwas schonen, doch Sir James Powell hat gleich einen neuen Auftrag für den Geisterjäger. Er schickt die beiden zu einer Auktion, in der wertvolle tibetanische Rollbilder versteigert werden. Diese sollen angeblich eine Schatzkarte enthalten, die eine Spur zu Yakup Yalcinkaya enthalten sollen. Doch auch ein gewisser Taro Oziko hat sich zu der Auktion angemeldet…

Dadurch, dass die Rahmenhandlung von „John Sinclair“ durch die Sonnengöttin Amaterasu und den finsteren Gegenspieler Shimada deutliche Züge aus der japanischen Mythologie enthält, wird auch Suko immer mal wieder in den Mittelpunkt gerückt. Seine leicht labile Verfassung nach dem Tod von Shao wird auch in der 143. Episode „Der unheimliche Shaolin“ thematisiert, doch allzu tiefgreifend wird es dabei natürlich nicht – eine dynamische Handlung mit actionreichen und mystischen Elementen steht natürlich auch hier im Vordergrund. Dabei gibt es hier zwei sehr unterschiedliche Handlungsstränge: Einerseits erlebt man natürlich John Sinclair und Suko bei ihrer Suche nach ihrem verschwundenen Verbündeten „Yakup Yalcinkaya“, was sich zunächst etwas langsamer gestaltet, später dann aber mehr Fahrt aufnimmt – wobei einige spannende Momente auch schon früh für Schockeffekte und Aufregung sorgen. Doch es gibt auch eine zweite Handlungsebene, in der eine Geschichte aus früherer Zeit erzählt wird, die den mystischen Hintergrund der Episode vertieft und in mehreren Etappen gekonnt weiterentwickelt. Das bringt eine sehr düstere und unheimliche Stimmung mit sich und ergänzt die Haupthandlung gekonnt. Beides zusammen ergibt zwar eine unterhaltsame Handlung, in die einige sehr gelungene Überraschungen eingebaut sind, die Geschichte entwickelt sich allerdings etwas zu langsam weiter, um eine durchgängig spannende Handlung aufzubauen. Zudem war ich etwas überrascht, dass am Ende der Handlung auf die direkte Fortsetzung in der kommenden Episode hingewiesen wird – Zweiteiler sind nichts Ungewöhnliches bei dieser Serie, normalerweise wird darauf aber direkt auf der Hülle hingewiesen.

Fang Yu ist in dieser Episode als Lin Cho zu hören und bringt das richtige Flair mit, um das japanische Umfeld der Episode zu betonen, schafft aber auch so eine vielseitige und überzeugende Figur, die in den verschiedenen Situationen gekonnt agiert. Die Stimme von Wolfgang Häntsch wurde zwar mit einem imposanten Verzerreffekt unterlegt, mal hört jedoch auch so, dass seine Stimme sehr markant und kraftvoll ist, was dem geheimnisvollen Drachengott eine ausdrucksstarke Aura verleiht. Auch Jesse Grimm ist als Yakup Yalcinkaya wieder sehr überzeugend und bringt seine ganz eigene Note mit ein. Weitere Sprecher sind Herbert Tennigkeit, Gen Seto und Oliver Stritzel.

Akustisch ist die Serie immer noch auf dem aktuellen technischen Stand und ist mit seinen vielen Geräuschen und Melodien sehr eingängig geraten. Beides scheint gleichwertig nebeneinander zu stehen und sorgt für zahlreiche markante Szenen, betont dabei immer die vorherrschende Stimmung. Die Actionszenen sind erfreulicherweise aber auch nicht mit Sounds überstrapaziert, bringen dennoch eine dynamische Atmosphäre mit sich.

Für das Titelmotiv wurde natürlich wieder ein Originalbild der Heftromanserie genommen und an das andere Format angepasst. Mit den dunklen Rottönen und dem finsteren Gesichte des japanischen Mannes mit dem weißen Bart und den mystischen Drachensymbolen ist dies sehr ausdrucksstark geraten und weckt sofort das Interesse an der Episode. Die restliche Gestaltung ist wie immer sehr funktional gehalten und beinhaltet kein weiteres Bonusmaterial.

Fazit: Die Rahmenhandlung der Serie um Amaterasu und Shimada wird hier gekonnt erweitert, einerseits mit aktuellen Ereignissen, aber auch mit einer Erzählung, die die mystischen Hintergrund um einige interessante Elemente erweitert. Die Entwicklung der Handlung ist allerdings etwas zu langsam, ansonsten ist diese erste Folge eines Zweiteilers unterhaltsam und spannend geraten.

VÖ: 29. Januar 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785781432

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