Offenbarung 23 – 90. Liebe



An einem Freitag, dem Tag der Liebe, planen Kate und F erneut ihre Manipulation der Weltwirtschaft und wollen sich dazu wieder die Gefühle der Menschen zunutze machen. Dazu wollen sie T-Rex und seinen Freunden eine neue Chiffre zukommen lassen. Doch was soll der Hacker mit dem Hinweis auf das Gefühl der Liebe anfangen und warum ist es für Kates Pläne essentiell, dass aktuell die Scheidungsrate dermaßen steigt…?

Die Verschwörungstheorien-Hörspielserie „Offenbarung 23“ hat mit vor 90. Episode schon zahlreiche unterschiedliche Themen aufgegriffen und hat die klassischen Theorien bereits längst abgearbeitet, sodass in den letzten Folgen eher die Ausnutzung menschlicher Bedürfnisse durch skrupellose Wirtschaftsbosse im Vordergrund standen. Mit dem ziemlich allgemein gehaltenen Titel „Liebe“ geht die gleichnamige Episode einen ähnlichen Weg und beleuchtet verschiedene Aspekte dieses menschlichen Gefühls – von der Konstruktion von Romanzenfilmen mit ihren Happy Ends, Hochzeits- und Scheidungsraten, aber auch ein Blick zurück in die Geschichte hin zu dem Glauben an Liebesgöttinnen in der Antike. Dabei sind sicherlich einige interessante Fakten eingebaut, die allerdings auch recht zäh und langatmig vorgetragen werden – und eine recht einseitige Betrachtungsweise mit einer verzerrenden Verknappung der bekannten Realität beinhaltet. Da habe ich bereits Folgen der Serie gehört, die besser recherchiert und aufbereitet sind. Die Rahmenhandlung um die Gegenspieler von T-Rex und seinen Freunden klingt dieses mal eher wie eine Wiederholung bereits bekannter unheilvoller Stimmungen, ist aber insgesamt der unterhaltsamere Teil von „Liebe“. Und dann sind da noch die Andeutungen auf die ersten Episoden der Serie, die einen Umbruch in der Serie andeuten. Doch trotz ein paar gelungener Ansätze ist die Folge insgesamt recht langatmig geraten.

Uschi Hugo spricht die Rolle der Kate wieder ausdrucksstark, wobei sich ihre Stimme im Laufe der Zeit gewandelt hat und nun wesentlich härter, kühler und arroganter klingt als noch nach der Einführung der Figur, was hier wieder gut zur Geltung kommt. Als Partnerin steht ihr Liane Rudolph als F ebenfalls sehr gekonnt zur Seite und stellt eine machtvolle, skrupellose Aura in den Mittelpunkt, was ihren Szenen die richtige Würze verleiht. Till Hagens Auftritt als Ian G. ist mit seiner markanten Stimme und der eingängigen Betonung sehr gelungen und setzt einige überzeugende Akzente. Natürlich können die guten Sprecher die zähe Geschichte nicht wesentlich beleben, auch wenn ansonsten noch Namen wie Marie Bierstedt, Peter Flechtner und Alexander Turrek auf der Liste zu lesen sind.

An der akustischen Umsetzung der Episode hat sich natürlich auch hier nicht viel geändert. Besonders viele der eingebauten Melodien sind bereits aus den vorigen Episoden bekannt und unterstreichen die oft eher festgefahrene Struktur der ersten Episoden. Doch es gibt natürlich auch einige passende Hintergrundgeräusche (und sei es auch nur das Rauschen einer vielbefahrenen Straße), die die Dialoge stimmig untermalen.

Als Symbol der Liebe wurde auf dem Titelbild eine rote Rose gewählt, die sich von dem schwarzen Hintergrund mit ihrer kräftigen Farbe gekonnt abgebt. Das ausladende Logo mit den vielen Ornamenten und dem goldenen Glanz nimmt dabei ebenfalls die Hälfte des Platzes ein. Die Sprecher sind natürlich wieder auf der Rückseite zu sehen, die restliche Aufmachung ist sehr schlicht und wirkt mit viel Fließtext und kleinen Grafiken eher unübersichtlich.

Fazit: Die verschiedenen Aspekte der „Liebe“, wie sie die Menschheitsgeschichte beeinflusst hat und noch immer genutzt wird, um die Menschen zu lenken – das erlaubt ein paar unterhaltsame Ansätze, die allerdings recht zäh und ein wenig vorhersehbar aufbereitet wurden. Die langen Monologe und einige einseitig geprägte Ansichten stören allerdings den Eindruck, zumal kein rechter Spannungsbogen entsteht.

VÖ: 21. Dezember 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785781975

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