Professor van Dusen – 12. Stimmen aus dem Jenseits

Professor van Dusen – 10. Lebende Bilder – toter Mann

Professor van Dusen - 9. Ein Mörder bei Madame Tussaud

Professor van Dusen – 8. Wettbewerb der Detektive

Professor van Dusen – 7. Whiskey in den Wolken

Professor van Dusen – 6. Die Perlen der Kali

Professor van Dusen – 5. Stirb schön mit Shakespeare

Professor van Dusen - 4. Der Mann, der seinen Kopf verlor

Professor van Dusen - 3. Mord bei Gaslicht

Professor van Dusen - 2. Das sicherste Gefängnis der Welt

Professor van Dusen - 1. Eine Unze Radium


Professor van Dusen – 12. Stimmen aus dem Jenseits



Erster Eindruck: Geistererscheinung oder Humbug?

Auf ihrer Reise um die Welt machen Professor van Dusen und sein Begleiter Hutchinson Hatch Halt in einem deutschen Fürstentum. Doch nach dem Tod des Fürsten von Schleuß-Reitz-WIttgenstein bleibt der Thron verwaist, der Fürstensohn ist verschollen. Gemeinsam mit einigen Gefährten macht sich van Dusen auf die Suche und nimmt dabei sogar die Arbeit des bekannten Mediums Madame Cassandra in Anspruch...

Der Titel „Stimmen aus dem Jenseits“, der zwölften von Highscore Music wiederveröffentlichten Folge der Krimi-Serie Professor van Dusen, bezieht sich auf eine zentrale Szene, in der ein mysteriöses Medium Kontakt mit dem verstorbenen Fürst aufnimmt. Eine starke Szene, ohne Zweifel, und sicherlich ein Highlight dieser Folge. Doch die Handlung wird hierdurch nur leicht beeinflusst, im Mittelpunkt stehen wie immer recht lange Dialoge und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen der Denkmaschine – und einige wie immer leicht verschrobene Charaktere. Besonders witzig wird es mit Hofpoet Gabriel Schönthau (mit t-h), der immer in Reimen spricht und dabei jede noch so absurde Möglichkeit für ein kleines Gedicht nutzt, aber auch der etwas boniert wirkende Kriminaloberrat von Bliemchen und eben der pathetischen Madame Cassandra bringen Schwung in die Handlung. Der Verlauf der Folge ist solide erzählt, kann aber nicht ganz die Komplexität der anderen Folgen aufweisen und bleibt bei der Auflösung etwas blass. Dennoch wegen des kurzweiligen Verlaufes eine gelungene Folge, die eine sehr dichte Stimmung aufweisen kann.

Der wunderbare Jürgen Thormann hatte auch in etwas jüngeren Jahren schon eine sehr intensive Stimme und setzt diese als Gabriel Schonthau sehr engagiert ein, betont seine Passagen hübsch dramatisch und kann den skurrilen Charakter so sehr gelungen wirken lassen. Otto Czarski ist als Kriminaloberrat von Bliemchen zu hören, er plustert sich an einigen Stellen etwas auf und hält Ernsthaftigkeit und Humor gekonnt in der Waage. Maria Axt spricht Baronin von Ziegenhain und wirkt dabei immer sehr präsent und betont ihre Sätze kraftvoll. Weitere Sprecher sind Hans Werner Bussinger, Georg Müller-Karbach und Paul Paulschmidt.

Ganz im Stil der Radiohörspiel Anfang der 80er Jahre wird zwar durchaus Musik eingesetzt, diese ist allerdings eher im Hintergrund eingesetzt und lässt den Dialogen und den Sprechern immer den Vortritt. Auch Geräusche sind nur sehr mäßig eingefügt, die Seance ist aber sehr stimmungsvoll und prägnant umgesetzt. Insgesamt wirkt hier alles sehr passend und gut aufeinander abgestimmt.

Wie immer bei der Neuveröffentlichung dieser Serie ist ein Wendecover vorhanden. Das eigentliche Motiv ist zurückhaltend in Beigetönen gehalten und zeigt als Motiv ein altes Grammophon, während im Hintergrund schemenhafte Geistergestalten zu sehen sind. Die moderne, comichafte Alternative zeigt die Seance und Madame Cassandra sehr extravagant. Als Bonus ist wieder ein Gespräch zwischen Michael Koser und Rainer Clute zu dieser Folge zu hören.

Fazit: Der Fall an sich ist zwar gut erzählt, gehört aber nicht zu den stärksten Episoden der Serie. Dennoch kann der wunderbare Humor der Serie überzeugen und stellt einige sehr gelungene Charaktere vor. Dabei wird wieder klassische Krimiunterhaltung mit Betonung der Ermittlungen geboten.

VÖ: 6.März 2015
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-71-2


Professor van Dusen – 10. Lebende Bilder – toter Mann



Erster Eindruck: Ein Toter im Koffer

Auf einer Zugreise begegnet Professor van Dusen seiner ehemaligen Studentin Mary Chitterley, sie ist auf dem Weg zu ihrer neuen Arbeitsstätte als Gouvernante. Doch als diese beim Zoll kontrolliert wird, wird ein toter Mann in ihrem Koffer gefunden. Van Dusen ist von ihrer Unschuld überzeugt, zu ungewöhnlich sind die Hinweise. Der Professor kennt den Toten persönlich, einen Meister der neu aufkommenden Filmkunst…

„Professor van Dusen“, die momentan von Highscore Music wiederveröffentlichten Radiohörspiele um die „Denkmaschine“, spielen Anfang des 20. Jahrhunderts und haben eine dementsprechend andere Ausstrahlung. Besonders deutlich tritt dies in der zehnten Folge zutage, denn die Handlung dreht sich um eine damals neue und unverbrauchte Technologie: Die Cinematographie, mit der erstmals bewegte Bilder von einem Projektor einer großen Masse zugänglich gemacht wurden. Immer wieder wird hierauf angespielt, sogar eine damals noch mit Klavier und Erzähler begleitete Aufführung ist in die Handlung integriert. Das versprüht viel Charme und vermittelt einen sehr intensiven Eindruck der damaligen Zeit, und doch ist dies nur die Kulisse für einen Kriminalfall, der sehr unvermittelt mit der oben beschriebenen Szene beginnt. Daraus entwickelt sich eine Handlung, die zwar etwas vorhersehbar ist und auch am Ende nicht mehr wirklich überraschen kann, dafür aber sehr kurzweilig, launig und spannend erzählt wurde. Die Charaktere kommen gut zur Geltung, van Dusen läuft zu Hochform auf und deckt nach und nach die Hintergründe auf, geht den einzelnen Indizien nach und setzt sich mit dem hiesigen Inspektor auseinander. Diese Kombination aus einem gut erzählten Fall und einer sehr dichten und stimmigen Atmosphäre – gerade am Ende, als van Dusen in einer typischen Auflösung mit langen Erklärungen aus der Gruppe der Anwesenden den Täter enttarnt – ist sehr gelungen und wird so zu einer der stärksten der bisher veröffentlichten Folgen.

Gesche Schultes-Schmoll ist in dieser Folge als van Dusens ehemalige Studentin Mary Chitterley zu hören. Im Laufe der Handlung setzt ihre kraftvolle, manchmal etwas überspitzte Stimme Akzente und sorgt für die nötige Aufmerksamkeit, eine sehr gute Leistung, die bestens in die Handlung passt. Klaus Miedel, der auch später noch in verschiedenen Hörspielen zu hören ist, hat hier einen Auftritt als leicht gereizter Inspektor Poubelle, der in gekonnten Wortgefechten mit van Dusen interagiert. Klaus Jespen spricht Charles Leblanc und kann mit einer gekonnten Akzentuierung einen interessanten Charakter schaffen. Weitere Sprecher sind Helga Madincea-Lehner, Wolfgang Condrus und Andreas Thieck.

Die Hörspiele wurden im Jahr 1979 aufgenommen, sodass das Sounddesign deutlich anders klingt als in modernen Produktionen. Auf den Einsatz von Musik wurde größtenteils verzichtet, nur einige wenige Geräusche sorgen für die passende Stimmung. Wenn beides aber zusammenkommt, entstehen sehr atmosphärische Szenen, beispielsweise bei der Filmvorführung. Doch auch die reduzierten Szenen nur mit den Dialogen können gut wirken.

Die Cover zu der Serie sind immer sehr farbreduziert und in dezenten Beige- und Brauntönen gehalten. Zu sehen ist hier der große Schrankkoffer von Mary Chitterley, halb geöffnet und mit dem Toten darin, der leblos auf dem Boden liegt. Das Innere beherbergt noch ein alternatives Cover, das mit seinem kräftigen roten Hintergrund eine ganz andere Ausstrahlung hat. Als Bonustrack ist noch ein Interview mit vielen Hintergrundinformationen zu hören.

Fazit: Eine atmosphärisch sehr dichte Folge mit zahlreichen spannenden Szenen, intensiven Eindrücken und einem flüssigen, kurzweiligen Verlauf. Besonders das Einbinden der damaligen Filmtechnologie kann die Stimmung der beginnenden 20. Jahrhunderts einfangen. Zwar ist die Auflösung des Falles dem Hörer schon deutlich vor der Auflösung klar, trotzdem ist diese sehr gut erzählt und der Höhepunkt der Folge. Sehr gelungen!

VÖ: 15.November 2013
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-34-7


Professor van Dusen - 9. Ein Mörder bei Madame Tussaud



Erster Eindruck: Van Dusen auf Spionagejagd

Direktor Bunny, der ein Nobelhotel in London führt, wird von einem seiner Zimmerkellner über einen Mord in einer Suite aufgeklärt. Um dem Verbrechen auf die Spur zu kommen, engagiert er die Denkmaschine Professor van Dusen. Und der erkennt in den Aussagen der Mitarbeiter bald starke Gegensätze, doch um den Täter zu entlarven, muss er bis ins Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds gehen…

Wenn es ein Hörspiel gibt, das auch nach 30 Jahren genauso modern und unterhaltsam wirkt wie bei seiner Veröffentlichung, dann ist es wohl die Serie „Professor van Dusen“. Zum Teil mag es daran liegen, dass Detektivgeschichten wohl niemals aus der Mode geraten, zum anderen auch an der guten Produktion und den interessanten Charakteren. Und auch die neunte Folge, die nun bei Highscore Music veröffentlicht wurde, kann diesen Anspruch erfüllen. Die Geschichte fängt gleich mit dem Mord an, schon wenige Minuten nach dem Start beginnen die Ermittlungen, viel Zeit wird hier also nicht vertan. Der erste Teil des Hörspiels spielt komplett im Hotel, hier stehen Zeugenaussagen und die Kombinationsgabe des Professors im Mittelpunkt. Im späteren Verlauf bei Madame Tussauds kommt dann viel Spannung ins Spiel, es wird ein bisschen unheimlich aufgrund der Stimmung im Wachsfigurenkabinett. Was mir jedoch besonders gut gefällt ist, dass nicht alles bis ins letzte aufgeklärt wird. Natürlich, der Mord an sich, sein Täter und seine Motivation, das alles kann van Dusen bis ins letzte Detail erschließen. Doch hier geht es um brisante Dokumente, und deren Inhalt ist dem Hörer nicht bekannt, sodass ein Rest Geheimnis bleibt. Auch dieser Spionagefall steht dem scharfzüngigen Ermittler ziemlich gut, der Ausdruck ist hier eher locker, die Folge kann mit einem flüssigen Erzähllauf und einigen spannenden Szenen überzeugen.

Hoteldirektor Bunny wird von Moritz Milar gesprochen, er kann den etwas unwirsch wirkenden Mann bestens darstellen, seine verschiedenen Verhaltensweise, beispielsweise seinen Mitarbeitern gegenüber, werden von ihm recht launig dargestellt. Andreas Thiek ist als Zimmerkellner zu hören, seine aufgeregte Art und seine ausdrucksstarke Stimme passen gut zusammen. Liane Rudolph-Amacha bringt als Prunella Winters mit ihrer freundlichen, netten Art eine gute Abwechslung zu den vielen männlichen Sprechern in die Handlung. Weitere Sprecher sind Ortwin Speer, Eric Vaessen und Rudolph Wilhelm Marnitz.

In Sachen Musik und Geräusche haben sich die Produzenten des Hörspiel stark zurückgehalten, nur sehr wenige, kurze Melodien sind hier zu hören, diese fallen auch nicht weiter ins Gewicht und bleiben unauffällig im Hintergrund. Da auch recht wenige Geräusche zu hören sind, ist der Gesamteindruck der akustischen Gestaltung ein eher nüchterner, was aber gut zu der Handlung passt.

Auf dem Cover wird das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds angedeutet, verschiedene Persönlichkeiten stehen dort in typischer Pose, das alles in der metallisch wirkenden Farbgebung der Covergalerie. Natürlich gibt es auch hier wieder ein Wendecover, sodass man auch den comicartigen Stil wieder betrachten kann, bei dem van Dusen im Vordergrund in einem dunklen Raum steht, während ein Eindringling schattenhaft im Hintergrund bleibt.

Fazit: Eine recht kurzweilige Folge der Serie, die eher locker erzählt wird, aber mit einigen sehr gelungenen Ideen punktet. Besonders die Szenen im Wachsfigurenkabinett sind sehr gelungen.

VÖ: 17.Mai 2013
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-21-7

 

Professor van Dusen – 8. Wettbewerb der Detektive



Erster Eindruck: Demontage eines Vorbildes

König Edward VII höchstpersönlich bittet den Hobbykriminologen Professor van Dusen um seine Hilfe in einem prekären Fall: Sein Innenminister ist unter mysteriösen Umständen verschwunden. Doch auch Shemlock Homes, ein professioneller Detektiv, wird mit seinem Assistenten Dr. Watts zur Aufklärung gebeten – der Wettbewerb der Detektive kann beginnen...

Als achte Folge der Wiederveröffentlichung von Professor van Dusen hat sich Folgenreich eine ganz besondere Geschichte ausgesucht: Wettbewerb der Detektive. Kernelement ist dabei das Auftauchen eines anderen Ermittlers, den wohl jeder trotz des leicht veränderten Namen erkennen wird. Die Konkurrenzsituation wird dabei ordentlich ausgekostet, beide stehen im direkten Vergleich – wobei „Shemlock“ hier deutlich schlechter wegkommt als in seinen höchst eigenen Fällen. Der bissige Witz, der dabei verwendet wird, funktioniert am besten, wenn man auch ein paar Eigenheiten des Vorbildes kennt. Auch die Anspielung auf einen weiteren bekannten Detektiv ist – obwohl sehr kurz – sehr gut platziert und ein weiterer gelungener Seitenhieb. Doch neben diesem ganzen witzig-bissigen Element ist auch ein sehr interessanter Fall eingebaut, der es in sich hat. Zahlreiche verschlungene und mehrdeutige Hinweise erschweren den beiden Superhirnen die Arbeit und lassen auch den Hörer oft ratlos zurück, man rätselt gerne mit und versucht, ein stimmiges Bild zusammenzusetzen. Die Auflösung ist dann eine ganz andere und sorgt für einen großen Überraschungsmoment – richtig gut gelöst! Für mich die bisher schmissigste und unterhaltsamste Folge der Serie.

Die Sprecherliste muss hier komplett ohne weiblichen Namen auskommen – nur Männer sind hier zu hören. Als Shemlock Homes ist Lothar Blumhagen zu hören, er trifft die arroganten Züge des Meisterdetektivs sehr genau und agiert stets ein bisschen drüber, was ihn in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Rudi Schmitt spricht seinen Assistenten Dr. Watts und hält sich ein wenig mehr im Hintergrund, die Parodie auf den bekannten Charakter ist aber ebenfalls sehr treffend. Krikor Melikyan ist nicht unbedingt als großer Hörspielsprecher bekannt, kann aber den König Edward VII launig darstellen. Weitere Sprecher sind Rolf Marnitz, Heinz Spitzner und Alexander Herzog.

Passend zu dem eher nüchternen Stil der Serie und der Hauptcharaktere ist auch die akustische Gestaltung nicht allzu spektakulär, sondern eher still und hintergründig. Einige Musikstücke und Geräusche sorgen dann doch für eine Untermalung der Dialoge, ein wenig mehr an Stilmittel würde man sich an der einen oder anderen Stelle dann aber doch wünschen.

Passend zu dem Ruf als Meisterdetektive von van Dusen und Homes und bezogen auf den Titel sind auf dem Cover zwei abstrahierte Gehirne zu sehen, die kurz vor einer Zielfahne stehen. Die grau-bräunliche Farbgestaltung wirkt wieder sehr nüchtern, während das alternative Cover mit seinem kräftigen Farben und dem Comic-Stil dazu in deutlichem Gegensatz steht.

Fazit: Viel schwarzer Humor, die etwas andere Sichtweise auf die bekannte Romanfigur und die interessante Geschichte machen aus „Wettbewerb der Detektive“ eine stimmige und sehr unterhaltsame Folge.

VÖ: 13.Juli 2012
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527699141


Professor van Dusen – 7. Whiskey in den Wolken



Erster Eindruck: Unfall oder Mordanschlag?

Professor van Dusen und sein treuer Freund und Chronist Hutchinson Hatch sind in nächste Nähe, als der Heißluftballon ihres Freundes Sir Hector McMurdock explodiert. Hat sein Wahn, unbedingt als erster den Atlantik überqueren zu wollen, ein Unglück verursacht? Die Anzeichen für ein Verbrechen mehren sich immer mehr...

Die Neuveröffentlichung der kultigen Professor van Dusen-Hörspiele schreitet sicheren Schrittes voran, aufgrund des regelmäßigen Veröffentlichungsrhythmus ist nun schon die siebte Folge „Whiskey in den Wolken“ erschienen. Eine sehr gelungene Introszene setzt gleich zu Beginn einen Akzentpunkt, das Interesse an der Geschichte wird so gleich geweckt. Das Explodieren des Ballons ist schon nach wenigen Sekunden zu hören, schon ist man mitten in den Ermittlungen von van Dusen und Hatch. Diese gestalten sich im Allgemeinen sehr ruhig und basieren nur auf Gesprächen zwischen van Dusen und einigen Verdächtigen. Die dadurch entstehende ruhige Atmosphäre ist typisch für die Serie und erlaubt eine intensive Beschäftigung mit der Geschichte, kaum Ablenkung vom Wesentlichen. Der Fall ist anfangs undurchsichtig, die neu auftauchenden Hinweise scheinen den Hörer immer näher an das Geheimnis zu führen, ein paar Finten werden aber auch hier gelegt. Das Ganze ist dynamisch und macht Spaß, der flüssige Verlauf erlaubt ein angenehmes Hörerlebnis.

Alexander Kerst ist sowohl als Sir Hector MacMurdock als auch als sein Bruder James zu hören. Er hat eine glaubwürdige Sprechweise und gestaltet seine Rollen sehr lebhaft, ohne aus der eher nüchternen Atmosphäre zu sehr auszubrechen. Hermann Ebeling spricht Marmaduke Porter und hat damit eine interessante Rolle inne, die er ein wenig trocken spricht und sich damit der Hauptfigur ein wenig annähert. Susan Porter wird von Angelika Thomas gesprochen, deren dunkle Stimme gut in die Grundstimmung der Folge passt. Weitere Sprecher sind Rolf Marnitz, Susanne Lüpertz und Herbert Weißbach.

Musik ist hier kaum zu hören, und auch Geräusche sind nicht wirklich ausgiebig eingebaut. Nur an und an unterbricht ein leiser Ton die Gespräche. So wird die Nüchternheit der Hauptperson aufgegriffen und die logische Herangehensweise an den Fall betont. Trotzdem hätte ich mir ab und an ein wenig mehr Auflockerung oder eine kleine Pause zum Reflektieren gewünscht.

Das Cover zeigt ein der gewohnt farblosen Gestaltung einen alten Ballon, die Darstellung ist sehr schlicht und nur in gedeckten Braun- und Grautönen gehalten, sogar der Schriftzug ist kein Farbklecks. Das alternative Cover hingegen ist da schon farbiger, thematisiert aber eher die schottische Umgebung, in der in dieser Folge ermittelt wird.

Fazit: Strikt logisch aufgebaut und mit einem interessanten Verlauf, dabei mit der typisch schlichten akustischen Ausstattung.

VÖ: 13.April 2012
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527699127


Professor van Dusen – 6. Die Perlen der Kali



Erster Eindruck: Die Denkmaschine auf hoher See

Professor van Dusen und sein treuer Gefährte Hutchinson Hatch befinden sich auf der SS Columbia auf der Überfahrt nach Europa. Während eines Kostümballs bekommen die Gäste eine Geschichte zu hören, die sich um die wertvolle Halskette einer wohlhabenden Dame drehen, die Perlen der Kali. Plötzlich geht das Licht aus, und kurze Zeit später ist das wertvolle Schmuckstück verschwunden...

„Die Perlen der Kali“ ist eine wichtige Folge für die Reihe rund um Professor van Dusen, denn hier verlässt er erstmals sein heimatliches Territorium New York und geht von nun an auf große Reise. Doch dies ist nur der Rahmen für einen spannenden Fall, den die „Denkmaschine“ wieder auf seine gewohnt nüchterne Art löst. Bis die Geschichte hier richtig ans Laufen kommt dauert es ein Weilchen, der Anfang zieht sich ein wenig in die Länge. Doch spätestens mit der geheimnisvollen Geschichte um die Perlen der Kali, die stimmungsvoll erzählt wird, ist man als Hörer gefangen. Anschließend steigert sich die Handlung immer weiter und bekommt neue Hinweise, neue Ereignisse, die die Handlung spannend und kurzweilig halten. Der Verlauf ist stimmig, und nebenbei werden noch einige witzige Details eingefügt, beispielsweise wenn van Dusen wie nebenbei die Stoppuhr erfindet. Nur das Ende wirkt ein wenig holprig, wenn van Dusen den Täter nur dadurch entlarvt, dass er eine bestimmte körperliche Reaktion zeigt, der Hörer aber ansonsten keine Hinweise existieren, die den Hörer wirklich weiterbringen können. Insgesamt aber durchaus ein kurzweiliges Hörvergnügen, das mit flüssigem Verlauf überzeugt.

Heinz Giese spricht den Schiffskapitän Harris, seine markante Stimme passt sehr gut zu der ernsthaften Rolle und kann immer präsent wirken. Für die stimmungsvolle Geschichte um die Perlen der Kali ist Klaus Miedel als Maharadscha von Krischnapur zuständig, die er sehr intensiv herüber bringt. Doch auch in den übrigen Dialogen überzeugt er mit glaubhaftem Agieren. Ilse Holtmann macht als Lady Wildermere eine gute Figur und behauptet sich wacker in diesem von Männern dominierten Hörspiel. Weitere Sprecher sind Gerd Duwner, Manfred Schuster und Klaus Jepsen.

Passend zu dem nüchternen Hauptcharakter und seinem strikt logischen Denken ist auch die Atmosphäre entsprechend gering gehalten. Musik sucht man hier fast vergebens, und auch Geräusche sind nur sehr wenige eingesetzt. So liegt der Fokus sehr stark auf den Dialogen, und das ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache, passt aber sehr gut zu der Stimmung der Serie.

Wieder wird ein Wendecover angeboten, sodass man sich zwischen zwei Varianten entscheiden kann. Das eigentliche Cover ist wieder in Grautönen gehalten und zeigt das Bild der Göttin Kali in sehr schlichter Darstellungsweise. Dreht man das kleine Booklet um, das auch einen kleinen einleitenden Text enthält, ist das andere Cover in kräftigen Farben und Comicstil gehalten.

Fazit: Ein starker Mittelteil mit einem atmosphärischen Einstieg, wobei Anfang und Ende ein wenig zu schwächeln scheinen.

VÖ: 13.Januar 2012
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527699097


Professor van Dusen – 5. Stirb schön mit Shakespeare



Erster Eindruck: Tod kurz vor der großen Bühne

Mitten während einer Vorstellung von Shakespeares „Was ihr wollt“ verschwindet eine Darstellerin spurlos. Auch der Reporter Hutchinson Hatch wird hiervon Zeuge und bringt den genialen Professor van Dusen auf diesen Fall. Dieser tappt wie die Polizei vorerst im Dunkeln, findet dann aber einige Hinweise, mit denen er das Verbrechen aufdecken kann...

Die Wiederveröffentlichung der Kult-Krimi-Hörspiele um Professor van Dusen, der in klassischer Detektivmanier knifflige Fäle löst, geht mit „Stirb schön mit Shakespeare“ in die mittlerweile fünfte Runde und präsentiert einen sehr runden und kurzweiligen Fall. Das plötzliche und unerwartete Verschwinden der Schauspielerin weckt schon gleich zu Beginn genügend Interesse für den Fall und schafft es, diese über die gesamte Laufzeit zu halten. Das liegt auch an der geschickten Erzählweise der Geschichte, bei der immer wieder neue Fakten hinzugefügt werden, die langsam ein immer umfassenderes Bild der Tat erlauben. Wie Professor van Dusen aus den kleinen Rückblenden und dem Auftauchen neuer Beweisstücke Rückschlüsse auf das Verbrechen zieht, ist sehr unterhaltsam und spannend – nicht hochdramatisch, aber immer ist der Hörer auf die neuen Entwicklungen gespannt und rätselt gerne mit. Gewürzt wird die Geschichte wieder mit dem interessanten Charakter von Professor van Dusen, der recht spröde ist und sich nicht so recht dem Klischee eines echten Helden anpassen will. Auch die Konstellation zu den anderen Mitwirkenden ist gelungen. Mit einem reizvollen Ausgangspunkt und der darauf aufbauenden, sehr runden Geschichte kann diese fünfte Folge der Serie voll überzeugen.

Hier wurden keine Sprecher eingesetzt, die aus dem typischen kommerziellen Hörspiel wohl bekannt sind, sondern renommierte Schauspieler, sodass die Figuren nicht durch die Sympathie zum einen oder anderen Sprecher verwässert werden. Als Professor van Dusen ist Friedrich W. Bauschulte zu hören, dessen prägnante Stimme den sperrigen Charakter gut darstellen kann. Reinhardt Kolldehoff ist als Detective-Sergeant Caruso mit dabei, auch er kann seiner Rolle mit glaubwürdiger Aussprache Farbe und Ausdruck verleihen. Peter Schiff spricht hier Paul Elton und fügt sich gut in die Handlung ein. Auch Klaus Herm, Arnold Marquis und Sabine Baruth sind zu hören.

Die Produktion aus dem Jahr 1979 kann trotz ihres Alters durchaus noch mit aktuellen Produktionen messen, was die musikalische Gestaltung angeht. Diese ist immer der jeweiligen Situation angepasst, aber eher mäßig eingesetzt. Vielmehr tragen zahlreiche Geräusche zur Bildung der Atmosphäre bei, die die Szenen greifbarer werden lassen.

Für das Cover gibt es zwei verschiedene Varianten, beide sind als Wendecover abgedruckt. Variante 1 zeigt in eher abstrakten Stil eine Pralinenschachtel, die auch in der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Hier nimmt der Schriftzug viel Platz ein. Die comichafte zweite Variante auf der Rückseite fokussiert sich hingegen voll auf das düstere Gesicht von Professor van Dusen.

Fazit: Schon zu Beginn wird schon reges Interesse geweckt, das die ganze Laufzeit über gehalten wird. Eine sehr flüssige Erzählweise!

VÖ: 7.Oktober 2011
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527699066


Professor van Dusen - 4. Der Mann, der seinen Kopf verlor

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Erster Eindruck: Denkmaschine vor großer Herausforderung

Er nennt ihn Mr. Henry. Etwas anderes als diesen Namen kann Professor van Dusen nicht verwenden, denn der Klient in seinem neuesten Fall kann sich an nichts aus seiner Vergangenheit erinnern. Nur das Bündel Geldscheine in seiner Jackentasche ist ein Anhaltspunkt für den begabten Hobbydetektiv, und so startet van Dusen mit seinen Ermittlungen...

Jacques Futrelles Geschichten über Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen haben nicht nur als Comicumsetzung viele Anhänger gefunden, sondern sind auch als Radiohörspiele umgesetzt worden. Endlich sind diese nun auf CD erhältlich, gleich vier Folgen wurden gleichzeitig veröffentlicht. Den Abschluss bildet hier "Der Mann, der den Kopf verlor", einer Geschichte, die schon in ihrem Ansatzpunkt interessant klingt und Aufregung verspricht - die Amnesie seines Klienten. Daraus wurde eine Geschichte gestrickt, die in eine gänzlich andere Richtung führt und den Hörer immer wieder zu überraschen weiß. Letztendlich hat van Dusen es nicht nur mit dem Gedächtnisverlust zu tun, sondern deckt eine weitreichende Intrige auf. Der wunderbare Aufbau der Geschichte ermöglicht es, diese Schritte sinnvoll einzubinden, Zufälle führen den kriminalistischen Professor nicht zur Lösung, sondern harte, akribische Arbeit. Gepaart mit den lebendigen und glaubhaften Charakteren ergibt sich eine unterhaltsame und spannende Folge, die jetzt schon Vorfreude auf die restlichen Titel der Reihe macht

Gerade einmal acht Sprecher benötigt es für diese vielschichtige Geschichte, und allesamt leisten Hervorragendes. Jonathan Henry, der Mann ohne Gedächtnis, wird von Lothar Blumhagen gesprochen. Er schafft es, den interessanten Charakter vielseitig und sehr überzeugend darzustellen, wobei seine Stimme angenehm zu hören ist. Seine Frau wird von Monika Hansen gesprochen, die treffsicher und mit Gefühl eine ebenso überzeugende Leistung vollbringt. Gerd Duwner spricht William Manning und fällt mit seiner genauen und betonten Stimme positiv auf. Weitere Sprecher sind Joachim Pukaß, Otto Czarski un Reinhard Kolldehoff.

Wie in den anderen Fällen ist auch hier keine akustische Begleitung der Sprecher zu finden. Dies braucht auch hier wieder etwas an Eingewöhnungszeit, das heutige Produktionen anders angelegt sind, im Endeffekt wird hier aber so viel Wert auf die Handlung gelegt, dass man dies gar nicht mehr bemerkt.

Ein kopfloser Mann steht vor einem Labyrinth, sein Kopf ist auf der anderen Seite am Ausgang zu sehen. Ein außergewöhnliches Cover, das mit seiner Farbwahl sicherlich hervorsticht. Viele Extras sind hier zu finden, beispielsweise Infotexte im beiliegenden Booklet und Bonus-Tracks, die sich mit der Serie an sich befassen.

Fazit: Ein interessanter Anfang, doch die vielseitige Geschichte führt letztlich doch in eine andere Richtung - und das ist spannend und kurzweilig gelungen.

VÖ: 22. Oktober 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2401-0


Professor van Dusen - 3. Mord bei Gaslicht

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Erster Eindruck: Mordanschläge und Playboys

Ein neuer Fall für Professor van Dusen: Weldon Henley, ein junger Playboy, wurde schon drei mal fast umgebracht, indem die Gasbeleuchtung in seinem Zimmer manipuliert wurde. Wie der Täter in den Raum gelangen konnte, ist fraglich. Van Dusen nimmt sich des Falles an, und ein Mord führt ihn schließlich auf die richtige Spur...

Lange Zeit konnte die fast schon legendäre "Professor van Dusen"-Reihe nicht wieder veröffentlicht werden, da die Rechte teilweise ungeklärt waren. Mit viel Engagement ist es aber nun gelungen, eine Neuauflage bei Folgenreich zu starten. Bei er dritten Folge "Mord im Gaslicht" handelt es sich um einen recht typischen Fall für den energischen Ermittler und steht in der Tradition klassischer Kriminalromane. Vom Hilferuf des jungen Mannes geht es über akribischer Ermittlerarbeit und einigen unerwarteten Ereignissen zu einer spektakulären und überraschenden Auflösung. Das Besondere macht jedoch die Figur des Professor van Dusen aus, der jede Kleinigkeit als wichtiges Beweisstück gebrauchen kann und durch überlegtes Handeln und cleveres Kombinieren die einzelnen Teile in Verbindung bringen kann - und das macht einfach Spaß zuzuhören, zumal der Fall in sich recht komplex ist und viele spannende Komponenten enthält. Eine wirklich gute Folge der Serie, die ihre Qualität noch einmal dick unterstreicht.

Bei der Stammbesetzung hat sich glücklicherweise nichts getan, sodass man auch hier wieder Klaus Herm lauschen darf. In den erzählten Passagen macht er einen guten Eindruck, in den Dialogen kann er aber richtig überzeugen und arbeitet seinen Charakter sehr genau heraus. Jürgen Thormann spricht hier Peter Crippen und hat seine markante Stimme auch schon vor über 30 Jahren schon überzeugend eingesetzt. Auch Wolfgang Condrus kann mit einer guten Umsetzung des Weldon Hanley überzeugen, die Nervosität des Mannes kommt deutlich zum Tragen. Weiterhin zu hören sind Reinhard Kolldehoff, Hans-Peter Hallwachs und Heinz Spitzner.

Ein lautes, eindrucksvolles Intro, kräftig wird der Anfang so intoniert - um dann der Stille zu weichen, zumindestens was Musik und Geräusche angeht. Denn die Sprecher tragen das Hörspiel ganz allein und sorgen mit ihren Stimmen für die nötige Atmosphäre, Auflockerung ist durch die elegante erzählweise ebenfalls nicht nötig.

Eine einzelne Gaslaterne - passend zum Titel - ist auf dem Titelbild zu sehen, der Rahmen ist mit Puzzleteilen verziert, während der Schriftzug groß über allem prangt und die meiste Aufmerksamkeit auf sich zeigt. Wie alle anderen Folgen ist auch diese hier mit einem Wendecover ausgestattet, sodass man alternativ eine Szene aus den Comics verwenden kann.

Fazit: Ein kniffliger Fall mit vielen Einzelteilen, der durch seine großartige Hauptfigur und tolle Erzählweise besticht.

VÖ: 22. Oktober 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2400-3


Professor van Dusen - 2. Das sicherste Gefängnis der Welt

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Erster Eindruck: Freiwillig hinter Gittern

Was tut man nicht alles für eine exzellente Kiste Champagner? Professor von Dusen lässt sich beispielsweise in ein Gefängnis einsperren, in einer Wette behauptet er, allein durch seinen Intellekt ausbrechen zu können. So sitzt er in der Todeszelle und wird scharf bewacht, nur eine Woche hat er Zeit, zu entkommen...

Professor van Dusen erfreut sich auch über 30 Jahre nach der Erstsendung im Deutschlandradio größter Beliebtheit, nun endlich sind die Folgen auch auf CD erhältlich. Und gleich die zweite Folge stellt eine Besonderheit dar: Die Denkmaschine - so der Spitzname - muss keinen Kriminalfall lösen, sondern selbst aus dem Gefängnis ausbrechen. Das ist frisch und unverbraucht, eine wunderbare Abwechslung und zeigt, was in der Konstellation der Figuren alles stecken kann. Im Vordergrund der überlegene Professor van Dusen, ein wenig angeberisch und arrogant, sein Freund und Gehilfe Hutchinson Hatch bildet einen wärmeren Gegenpol. Van Dusens Fähigkeiten werden hier auf die Spitze getrieben, mit allerlei Tricks schafft er es am Ende natürlich, dem Gefängnis zu entfliehen - auch die Einleitung der Folge lässt keinen Zweifel daran. Trotzdem entwickelt sich Spannung, da man van Dusens Plan kaum durchschauen kann. Es ist interessant und unterhaltsam, aber auch humorvoll zu hören, wie er es anstellt. Das macht die Folge sehr rund, hier ist alles stimmig, und so hat sie mich durch ihre Andersartigkeit völlig überzeugt.

Natürlich ist wieder Friedrich W. Bauschulte als Professor van Dusen zu hören, seine Interpretation trägt einen großen Teil zum Gelingen des Hörspiel bei. Wunderbar arbeitet er den Intellekt und den Scharfsinn des Ermittlers heraus. Sein Begleiter Hutchinson Hatch wird von Klaus Herm gesprochen, der auch einige Erzählparts übernimmt. Diese Doppelrolle meistert er jedoch sehr gut und stellt eine gute Ergänzung zu Bauschulte dar. In dieser Folge hat mir Eva Manhardt als Vivian Ransome, die Frau des Gefängnisdirektors, sehr gut gefallen, ihre einprägsame Stimme setzt Akzente. Weitere Sprecher sind Georg Corten, Dieter Ranspach und Otwin Speer.

Auch hier wurde auf jegliche musikalische Begleitung der Handlung komplett verzichtet, die Sprecher stehen allein im Vordergrund, Szenenübergänge werden häufig von Klaus Herm in Erzählparts eingeleitet. Das ist außergewöhnlich und erfordert etwas Zeit zum Hereinfinden, passt aber letztlich gut zu den Geschichten, zumal die Sprecher sehr gutes leisten.

Auch hier ist das eigentliche Titelbild sehr schlicht gehalten, die Mauer mit dem vergitterten Fenster und der Pflanzenranke ist in den gleichen Grau- und Beigetönen gehalten wie der Rahmen. Im Booklet sind wieder einige Infos zu finden, und auch auf der CD sind sie als Bonustrack angehangen.

Fazit: Kein Kriminalfall, sondern eine abgeschlossene Wette halten die grauen Zellen von van Dusen dieses mal auf Trab, und das ist ebenso außergewöhnlich wie unterhaltsam. Wunderbar!

VÖ: 22. Oktober 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2399-0


Professor van Dusen - 1. Eine Unze Radium

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Erster Eindruck: Kultserie als Neuauflage

Während eines kurzen Besuchs verschwindet aus dem Labor von Professor Dexter eine Unze Radium, die er nicht nur für seine Forschungen benötigt, sondern die auch extrem wertvoll ist. Sein Kollege van Dusen, Kriminologe aus Leidenschaft, will unbedingt den Fall klären - und muss sich mit vielen Ereignissen herumschlagen...

Im Jahre 1978 begann das Deutschlandradio, die Buchvorlagen des Autors Jacques Futrelle umzusetzen, die um den intelligenten Ermittler Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen - auch genannt "Die Denkmanschine" - gestrickt wurden. Lange Zeit waren diese Hörspiele begehrte Sammlerobjekte und genossen höchsten Kultstatus - Grund genug für Folgenreich, die erfolgreiche Serie aus den Archiven zu holen und auf CD zu pressen. Den Anfang macht, wie in der Original-Serie auch, der Fall "Eine Unze Radium", und schnell wird hier klar, warum die Fälle des Amateur-Detektivs so beliebt sind. Die Geschichte versprüht unüberhörbar Charme und hat einen einzigartigen Stil, der unverbraucht und frisch wirkt. Der Aufbau der Geschichte ist an sich zwar klassisch, enthält aber auch andere Elemente, wie den tollen, hintergründigen Humor und natürlich die äußerst interessante Figur des Professor van Dusen. Erzählt wird die Handlung von dem Gehilfen des Professors, Hutchinson Hatch, was an eine andere sehr berühmte Krimiserie dient, hier aber sehr gut passt. Dieser Fall spielt mit der Forschung am Radium und damit auch mit der real existierenden Marie Curie, eine tolle Einbindung, die dem Hörspiel einen realen Hauch verleiht. Ich habe diese erste Folge sehr gern gehört und freue mich sehr, dass diese Serie endlich wieder erhältlich ist.

Die Sprecher sind sehr gut und treffen ihre Figuren im Kern, im Gegensatz zu heutigen Produktionen findet man nur wenig Humor in ihren Stimmen. Friedrich W. Bauschulte ist dabei als van Dusen zu hören und macht seine Sache hervorragend - der akribische, fast schon pedantische Charakter kommt wunderbar zur Geltung, zumal man seiner Stimme gern lauscht. Professor Dexter wird von Otto Sander gesprochen, der besonders den Respekt und die Überraschung vor van Dusen Erkenntnissen wunderbar interpretiert. Sehr gefallen hat mir Lieselotte Rau als Madame du Chateau-Neuf, mit ihrem geheimnisvollen Klang bringt sie eine tolle Komponente mit ein. Weitere Sprecher dieser Folge sind Klaus Miedel, Rolf Marnitz und Franz Georg Stegers.

Ganz im Stil der späten 70er Jahre wird hier auf akustische Untermalung fast komplett verzichtet. Anfangs schallt es recht laut zur Titelmelodie aus den Boxen, das Hörspiel wird so imposant eröffnet. Danach ist aber allein die Aufmerksamkeit auf den Sprecher, sodass die Umsetzung hier etwas spröde wirkt, aber wunderbar zum leicht verschrobenen Stil der Geschichten passt.

Das Cover ist im Comic-Stil gehalten und nicht gerade typisch für die Hörspiellandschaft. Eine einzige Metallkiste, in dem die Unze Radium lagert, ist auf dem eigentlichen Bild zu sehen, da wirkt der Rahmen mit seinen Ornamenten und Motiven fast schon aufwendiger. Neben diversen Infos im Booklet kann man sich auch auf der CD zusätzliche Tracks mit Kommentaren anhören.

Fazit: Die etwas andere Krimiserie, mit einem wunderbaren Ermittler und einer spannenden Geschichte. Toll, dass man wieder in den Genuss von Professor van Dusen kommen kann.

VÖ: 22. Oktober 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2398-3