
Paul Temple und der Fall Lawrence
Paul Temple und der Fall Gilbert
Paul Temple und der Fall Curzon
Paul Temple und der Fall Alex

Erster Eindruck: Jagd nach einem Serienmörder
Eine junge Schauspielerin wird vergiftet aufgefunden, ein einziges
Wort wurde auf das Fenster geschrieben: ALEX. Bei seinen Recherchen
über den Fall stößt Paul Temple auf immer mehr Morde, bei denen das
selbe Wort zu finden war. Doch wer oder was ist dieser Alex? Bei
der Suche nach der Antwort bringt Paul Temple sich und seine Frau
Steve in Lebensgefahr...
Über 40 Jahre haben die Hörspiele über Paul Temple schon hinter
sich, im Jahr 1968 wurde "Paul Temple und der Fall Alex" vom WDR
produziert. Da sie auch heute noch Kultstatus genießen, hat der
Hörverlag nun erneut Neuauflagen der Klassiker veröffentlicht. Und
wie man hört hat man auch damals schon viel von der Hörspielkunst
verstanden. Über die Laufzeit von über drei Stunden breitet sich
ein spannender und vielseitiger Fall aus, der keinen Krimifan kalt
lassen dürfte. Recht klassisch aufgebaut tauchen immer neue
Hinweise auf, geht Temple falschen Fährten nach. Auch der Zufall
spielt schon einmal eine Rolle, aber letztendlich ist es die
Kombinationsgabe der Hauptrolle, die den Fall sinnig und spannend
auflöst. Zugegeben - wäre der Fall heutzutage umgesetzt werden,
würde er ganz anders klingen. Das teilweise etwas Weitschweifige
würde gekürzt werden, mehr Action würde integriert. Mir persönlich
gefällt dieser eher langsame Erzählverkauf aber sehr gut, er lässt
Zeit, die Ereignisse Revue passieren zu lassen und wirkt nicht so
gehetzt wie einige andere Krimiproduktionen. Wer sich die Zeit
nimmt, das Hörspiel zu hören, wird mit einem spannenden
Kriminalfall belohnt, der mit einer interessanten Geschichte zu
überzeugen weiß.
Paul Klinger spricht den Paul Temple und kann eine sehr intensive
Darstellung seines Charakters vollbringen: Galant, scharfsinnig und
gerechtigkeitsliebend. Margot Leonard ist als seine Frau Steve zu
hören, ihre interessante und betonungsreiche Stimme zieht viel
Aufmerksamkeit auf sich. In einer Nebenrolle ist Marianne Kehlau
als Mrs. Trevelyan zu hören, auch sie überzeugt mit ihrer
angenehmen Stimme und klangvoller Betonung. Weitere Sprecher sind
Gerd Baltus, Ernst H. Hilbich und Kurt Lieck.
Die Musik ist eigens für diese Produktion entstanden und stammt aus
der Feder von Hans Jönsson. Er schafft es, die sich steigernde
Dramatik in seine Melodien einfließen zu lassen und somit eine
Zunahme der Spannung zu erreichen. Die Geräusche klingen manchmal
etwas dumpf, erfüllen aber durchaus ihren Zweck.
Die Aufmachung der dicken 3 CD-Box ist recht schlicht. Das
schwarz-weiße Titelfoto zeigt einen fahrenden Zug samt
Dampflokomotive, somit wirkt der gelbe Schriftzug und die
geschwungene pinke Linie recht auffällig und lockern das Cover
somit auf. Das kleine Booklet enthält neben den üblichen Angaben
noch einen Infotext über Autor Francis Durbridge.
Fazit: Gediegene und
spannende Kriminalunterhaltung mit angenehm niedrigem Tempo und
gutem Aufbau.
VÖ: 18.Juni 2010
Label: Der Hörverlag
Bestellnummer: 978-3-86717-617-0
Paul Temple und der Fall Genf

Erster Eindruck: Hinter den Kulissen...
Der detektivisch veranlagte Schriftsteller Paul Temple schlittert
unversehens mitten in einen neuen Fall, als Margaret Milbourne
nicht glauben will, dass ihr Mann bei einem Unfall verstorben ist,
sie vermutet ein Verbrechen. Temple findet sich mitten in der
Filmindustrie wieder...
Kult-Ermittler Paul Temple hat neben vielen bodenständigen Fällen
beim Fall "Genf" im High-Society -Filmgeschäft der 60er Jahre zu
ermitteln - eine erfrischende Abwechslung. Verschiedene, exklusive
Schauplätze, divenhafte Schauspielerinnen und natürlich viele
diffus Gestalten geben dem Fall eine interessante Note, wobei die
Grundstimmung natürlich ganz in der Tradition von Paul Temple
bleibt. Und das bedeutet nichts anderen als intelligente und
stilvolle Ermittlerarbeit mit langen Dialogen und britischem Flair.
Trotzdem sind gerade die gesetzten Akzente das, was diesen Fall
besonders gut und spannend macht. Vielleicht liegt es auch daran,
dass es sich mit "nur" 209 Minuten Laufzeit ein im Verhältnis zu
den anderen Fällen gesehen kurzen Fall handelt. Scheinbar hat man
sich hier auf das Wesentliche konzentriert und ablenkende Elemente
größtenteils weggelassen. So entsteht eine ideale Mischung aus dem
spannenden Kriminalfall mit einigen Winkelzügen und ein wenig aus
Paul Temples Privatleben in toller Atmosphäre.
René Deltgens dunkle, tiefe Stimme wirkt auch hier wieder
wunderbar, wenn er die Hauptrolle mit viel Nachdruck vertont. Seine
Passagen sind eigentlich immer genau auf den Punkt gebracht.
Hörspiel-Urgestein Franz-Josef Steffens ist als Ben Robert zu
hören, seine unverkennbare Stimme passt auch zu dieser Rolle sehr
gut. Als Dolly Brazer ist die wunderbare Elke Twiesselmann zu
hören, die aus der Masse der Sprecher hervorzustechen weiß. Auch
Lola Müthel, Günther Ungeheuer und Annelie Jansen sind zu
hören.
An der musikalischen Umsetzung hat sich bei diesem recht späten
Werk der Paul Temple-Reihe nicht viel verändert. Und das ist auch
gut so, denn es bedeutet stilsichere, beinahe schon elegante
Begleitung der Geschichte, sodass die Stimmung gut herausgearbeitet
wird, und das völlig ohne belanglosen Schnickschnack.
Das Titelfoto zu dieser Folge zeigt ein Autorennen, was meiner
Ansicht nach zwar passend, aber wenig auffällig ist. Gut, dass sich
dann die geschwungene Linie sowie der grün eingefärbte Schriftzug
vom Rest deutlich abheben. Die restliche Aufmachung ist ebenfalls
sehr schlicht, der Infotext über den Autor der Serie ist aber auch
hier zu finden.
Fazit: Etwas knackiger als
die anderen Fälle, zudem noch in schönen Ambiente - einer der
besten Folgen der Temple-Reihe.
VÖ: 18.Juni 2010
Label: Der Hörverlag
Bestellnummer: 978-3-86717-619-4
Paul Temple und der Fall Lawrence

Erster Eindruck: Die Zeit rennt...
Autor und Hobbydetektiv Paul Temple muss in kurzer Zeit sein neues
Buch fertig stellen, doch auf der eigentlich ruhigen Bootsreise
gerät er mitten in einen neuen Fall. Bob Gardner wird nicht nur
angeschossen, sondern kurze Zeit später ermordet. Kann Temple den
Fall aufklären, der ihn mitten in ein gefährliches Spiel
treibt?
Francis Durbridge galt in den 50er und 60er Jahren als DER Autor
für Kriminalgeschichten, viele Umsetzungen als Film oder Hörspiel
wurden zu großen Erfolgen. So auch seine bekannteste Reihe um den
Hobbydetektiv Paul Temple, die momentan vom Hörverlag neu
veröffentlicht wird. "Paul Temple und der Fall Lawrence" ist dabei
ein typischer Fall für die Reihe und mit knappen 300 Minuten - also
fast 5 Stunden - auch einer der längsten. Große Action wie in den
meisten neueren Produktionen sucht man hier vergeblich, die
Geschichte ist auf die Essenz reduziert - de spannende Aufklärung
des Mordfalles. Deswegen stehen auch recht lange Dialoge im
Mittelpunkt, die Stück für Stück neue Tatsachen hinzufügen und so
langsam ein ganzes Bild entstehen lassen oder zu mindestens einen
möglichen Täter ausschließen. Immer weiter steigert sich die
Spannung, resultierend aus dem immer umfassenderen Nachforschungen
und der sich steigernden brenzligen Situation für Temple. Dass auch
sein Privatleben in Form seiner Frau Steve Platz in der Geschichte
hat, macht die Sache noch runder und interessanter. Fünf Stunden
gute Kriminalunterhaltung mit Stil und nostalgischem Charme.
Auch hier ist wieder René Deltgen als Paul Temple zu hören, die
meisten Fälle hat er in der Hauptrolle bestritten. Mit seiner
festen, ausdrucksstarken Stimme schafft er nicht nur eine gelungene
Darstellung seines Charakters, sondern fesselt auch den Hörer an
das Geschehen. Kurt Lieck ist als Sir Graham Forbes zu hören und
kann ebenso sehr überzeugen. Ingeborg Schlegel spricht hier die
Mary Gardner und liefert eine bezaubernde Darstellung ab. Weitere
Sprecher sind Heinz Schimmelpfennig, Hans Fuchs und Willi
Zickel.
Sicherlich klingen heutzutage Musikproduktionen für Hörspiele ganz
anders - und gerade deshalb ist die Abwechslung, die Paul Temple
bietet, so willkommen. Melodische Arrangements unterstützen den
Spannungsaufbau und geben dem Hörer Raum, selbst Überlegungen über
den Täter anzustellen. Ein Stil, der mir sehr zusagt.
Ein schwarz-weiß Foto, dazu Absetzungen in Rot und Grün - das
Coverkonzept der Neuauflage geht auch hier vollkommen auf und lässt
ein ansprechendes Cover entstehen. Das Foto auf der Rückseite
beweist, das die Sprecher noch zusammen vor dem Mikrofon saßen und
nicht nachträglich zusammengeschnitten wurden.
Fazit: Die sich immer
weiter steigende Spannung macht "Paul Temple und der Fall Lawrence"
zu einer echten Perle für Krimifreunde.
VÖ: 18.Juni 2010
Label: Der Hörverlag
Bestellnummer: 978-3-86717-621-7
Paul Temple und der Fall Gilbert

Erster Eindruck: Beweis der Unschuld
Paul Temple ist davon überzeugt, dass der zum Tode verurteilte
Howard Gilbert unschuldig ist. Das Kuriose dabei ist, dass selbst
der junge Mann den Mord an seiner Verlobten gesteht. Nur eine Woche
hat Temple Zeit, das Gegenteil zu beweisen. Dabei wollten er und
seine Frau Steve doch eigentlich in den Urlaub fahren...
Ein Hörspiel, das 1956 produziert wurde, heute neu aufgelegt - Das
spricht eindeutig für den Kultstatus, den die Krimireihe "Paul
Temple" auch heute noch genießt. Zu Recht, wie auch "der Fall
Gilbert" beweist, denn es hat nichts von seiner Wirkung und seinen
Überraschungsmomenten eingebüßt. Der Fall weist einige kreative
Einfälle auf, die ungewöhnlich gut miteinander harmonieren und die
Geschichte interessant und kurzweilig halten. Allerdings ist das
Tempo recht gering, die Dialoge sind lang, vieles wird bis ins
kleinste Detail besprochen. Auch wirken manche Geprächsverläufe
etwas hölzern und nicht wirklich flüssig, was aber auch an der
Veränderung der Sprache innerhalb der letzten fünfzig Jahre liegen
mag. Trotz dieser Auffälligkeiten ist dieses Hörspiel für Fans von
Kriminalromanen empfehlenswert, denn der Storyaufbau über mehr als
4 1/2 Stunden ist mehr als geglückt. Immer wieder neue Wendungen,
interessante Charaktere und die genaue Ermittlerarbeit sind
spannend zu hören und unterhalten über die gesamte Laufzeit. Sogar
einige wenige Actionsezenen haben ihren Platz gefunden, diese
sorgen für zusätzliche Spannung. Ein gelungenes Hörspiel.
René Deltgen spricht wie in den meisten Umsetzungen den Paul Temple
und kann mit präziser Aussprache, Charme und Sicherheit überzeugen.
Seine Frau Steve, gesprochen von Annemarie Cordes, wirkt sehr
glaubwürdig und wird in jeder Situation nachvollziehbar
dargestellt. Peter René Körner ist als zwielichtiger Peter Galino
zu hören und kann mit seiner einzigartigen Darstellungsweise
begeistern. Weitere Sprecher sind Lilly Towska, Ernst Ginsberg und
Wener Lieven.
Obwohl diese Produktion nun schon älter als 50 Jahre ist, kann die
akkustische Gestaltung der Geschichte immer noch überzeugen.
Vielleicht liegt es an dem Hauch von Nostalgie, den die schönen
Melodien und Arrangements verströmen. Auch die Geräusche sind gut
eingefügt und begleiten die Handlung sinnvoll.
Die Covergestaltung dieser Neuauflage der Fälle von Paul Temple
folgt immer dem gleichen Schema: Ein Foto in Schwarz-Weiß, dazu ein
farbiger Schriftzug als Blickfang. Die Aufmachung ist insgesamt
sehr schlicht, bietet als kleines Extra aber ein Foto von den
beiden Hauptsprechern sowie einen kleinen Infotext zu Autor Francis
Durbridge.
Fazit: Einfallsreich,
detailliert geschildert und mit viel Charme ausgestattet kann auch
der Fall Gilbert überzeugen.
VÖ: 18.Juni 2010
Label: Der Hörverlag
Bestellnummer: 978-3-86717-620-0
Paul Temple und der Fall Curzon

Erster Eindruck: Suche nach der Bedeutung
"Curzon" steht auf dem signierten Cricket-Schläger, den man im
Zimmer zweier vermissten Kinder. Lange Zeit ist dies der einzige
Anhaltspunkt für den Detektiv Paul Temple, der sich des Falles
angenommen hat. Wer oder was ist Curzon, zumal der Name immer
wieder fällt...
Im Jahre 1951 nahm sich der WDR einer in England äußerst beliebten
Kriminalreihe an und vertonte den Fall "Curzon". Keiner konnte
ahnen, welch erfolgreiche Produktion dies werden würde, sodass in
den folgenden Jahre noch viele Hörspiele um "Paul Temple" entstehen
würden. Begründet war dies sicherlich in dem Charme, den die Serie
wie auch dieser Fall versprühen: Nobel britisch, sehr stilvoll,
manchmal mit einem kleinen Augenzwinkern. Schnell fühlt man sich
wohl in der gelungenen Atmosphäre, die den Fall und die Sprecher
deutlich in den Vordergrund rückt. Die Ermittlungen finden primär
über Dialoge statt, die immer mehr von dem Gesamtbild offenbaren,
aber durchaus auch mal etwas weitschweifend sein können. Jedoch
führt gerade diese Ausführlichkeit zu einem umfassenden Bild, das
man sich über den Fall machen kann. Und dieser ist nicht nur sehr
gut durchdacht und bietet einige Überraschungen und Wendungen,
sondern ist auch sehr spannend geworden. Allerdings muss man sich
fast 5 Stunden Zeit nehmen, denn so lange dauert diese Geschichte.
Doch wer dies tut wird mit einem nostalgisch anmutenden
Kriminalfall belohnt, der den Auftakt zu einer gelungenen Reihe
darstellt.
In fast allen Folgen, bis auf der letzten, ist René Deltgen als
Paul Temple zu hören. Mit seiner ruhigen Art und seiner angenehm
tiefen Stimme schafft er nicht nur eine gute Grundstimmung, sondern
kann auch seinen Charakter hervorragend ausarbeiten. Seine Frau
Steve wird hier von Elisabeth Scherer gesprochen, die mit viel
Leidenschaft bei der Sache ist und trotzdem einen sehr coolen
Eindruck hinterlässt. Herbert Hennies spricht den Butler Charlie
und und wirkt dabei wunderbar klischeehaft versteift. Weitere
Sprecher sind unter anderem Hermann Pfeiffer, Curt Faber und Sigrun
Höhler.
Ein ganzes Orchester unter der Leitung von Hans Jönsson hat die
Musik für den Fall Curzon eingespielt, und das äußerst sich in
Volumenösen Klangspielen, die die Dramatik zu steigern und den Fall
einzuwickeln wissen. Die Geräusche klingen noch dazu recht
glaubwürdig, sodass eine gute akkustische Inszenierung gelungen
ist,
Die Neuauflage der Klassiker hält sich an ein einheitlichen
Coverkonzept: Ein schwarz weißes Foto, zur Auftaktfolge sehr
stimmungsvoll gehalten, dazu farbige Absetzungen, beispielsweise
beim Schriftzug, was den nostalgischen Effekt aufzupeppen weiß. Die
restliche Gestaltung ist schlicht, aber ansehnlich.
Fazit: Viel britisches
Flair, ein interessanter Ermittler und ein spannender Fall - kein
Wunder, dass aus Paul Temple Kult wurde.
VÖ: 18.Juni 2010
Label: Der Hörverlag
Bestellnummer: 978-3-86717-618-7