Sherlock Holmes – 65. Als der Meister sich verlor

Sherlock Holmes – 64. Nebel des Schreckens

Sherlock Holmes – 63. Die drei Mörder des Sir William

Sherlock Holmes – 62. Der verschwundene Sherlock Holmes

Sherlock Holmes – 61. Wie Watson den Trick lernte

Sherlock Holmes – 55. Der Mann mit dem geduckten Gang

Sherlock Holmes – 54. Die drei Studenten

Sherlock Holmes – 53. Der Detektiv auf dem Sterbebett

Sherlock Holmes – 52. Wisteria Lodge

Sherlock Holmes – 51. Der Farbenhändler im Ruhestand

Sherlock Holmes – 50. Shoscombe Old Place

Sherlock Holmes - 49. Der erbleichte Soldat

Sherlock Holmes - 48. Der illustre Klient

Sherlock Holmes - 47. Der Mazarin-Stein

Sherlock Holmes - 46. Die Löwenmähne

Sherlock Holmes - 45. Das Verschwinden der Lady Carfax

Sherlock Holmes - 44. Die Bruce-Partington-Pläne

Sherlock Holmes - 43. Die Pappschachtel

Sherlock Holmes - 42. Das Rätsel von Boscombe Valley

Sherlock Holmes - 41. Abbey Grange

Sherlock Holmes - 40. Der goldene Kneifer

Sherlock Holmes - 39. Die Thor-Brücke

Sherlock Holmes - 38 - Das gesprenkelte Band

Sherlock Holmes - 37. Die einsame Radfahrerin

Sherlock Holmes - 36. Der Teufelsfuß

Sherlock Holmes - 35. Die verschleierte Mieterin

Sherlock Holmes - 34. Charles Augustus Milverton

Sherlock Holmes - 33. Der schwarze Peter

Sherlock Holmes - 32. Der rote Kreis

Sherlock Holmes - 31. Die drei Giebel

Sherlock Holmes - 30. Eine Frage der Identität

Sherlock Holmes - 29. Die Liga der Rothaarigen

Sherlock Holmes - 28. Der Mann mit der entstellten Lippe

Sherlock Holmes - 27. Der vermisste Rugbyspieler

Sherlock Holmes - 26. Das Diadem

Sherlock Holmes - 24. Im Zeichen der Vier 

Sherlock Holmes - 23. Der Flottenvertrag

Sherlock Holmes - 22. Das Geheimnis der Gloria Scott

Sherlock Holmes - 18.Der Hund der Baskervilles

Sherlock Holmes - 16.Der zweite Fleck


Sherlock Holmes – 65. Als der Meister sich verlor



Erster Eindruck: Watson auf eigenen Wegen...

Sherlock Holmes erwacht in dem Zimmer, das er sich mit Watson teilt – verwirrt, abwesend, ohne Gedächtnis. Nun ist es an Dr. Watson, seinem Freund zu helfen und den Vorfall aufzuklären. Doch zunächst findet er keine verwertbare Spur, bis er auf den dreckigen Saum von Holmes' Hose achtet. Mit etwas Spürsinn führt ihn dieser zu einem Antiquitätengeschäft – doch dort wird er alles andere als freundlich begrüßt...

Nach dem Abschluss der Sherlock Holmes-Geschichten hat sich auch Maritim an die Vertonung selbst geschriebener Fälle für die bekannte Figur gemacht, wobei gleich mehrere andere Labels ein ähnliches Konzept verfolgen. Nach einiger Zeit ist nun auch die insgesamt 65. Folge der Serie erschienen, die den verheißungsvollen Titel „Als der Meister sich verlor“ trägt. Der Gedächtnisverlust des Meisterdetektivs ist hier prägendes Element und Kernelement der Geschichte – was aber auch zur Folge hat, dass Die Hauptfigur über weite Teile außer Gefecht gesetzt wurde und seinen sprichwörtlichen Spürsinn nicht zum Ausdruck bringt. So rückt Watson noch mehr in den Mittelpunkt und übernimmt nicht nur die Rolle des Erzählers, sondern eben auch als Ermittler. Zwar kann dieser durchaus seinen Charme spielen lassen und mit seiner manchmal liebevoll unbeholfenen Art überzeugen, bringt aber nicht den gleichen Reiz mit wie Holmes. Die Geschichte ist gar nicht mal schlecht erdacht, wenn auch manchmal etwas überspitzt dargestellt. Leider schleicht sich dann aber doch die ein oder andere etwas langatmige Passage ein, die die Handlung nicht wirklich nach vorn bringt und die so den Wind aus den Segeln nehmen.

Melanie Fouché spricht in dieser Folge die Rolle der Sheila Master, die sehr sanfte und warme Sprechweise passt gut zu der freundlichen jungen Frau, die Watson bei seinen Ermittlungen ein großes Stück nach vorn bringt. Ihr Vater Bob wird von Klaus Dieter Klebsch mit seiner unverwechselbaren Stimme sehr gekonnt in Szene gesetzt und bekommt gerade während seiner wütenden Momente eine ganz eigene Note. Michael Tietz' Interpretation des Frank Burns ist ebenso gelungen und ausdrucksstark. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Frank Otto Schenk und natürlich Christian Rhode sowie Peter Groeger.

Seit der ersten Folge hat Maritim für seine Holmes-Umsetzungen eine eher schlichte akustische Begleitung eingesetzt und behält diese seitdem bei. Das bedeutet auch für diese Folge, dass eher weniger Musik eingesetzt wurde und die Geräusche auch eher punktuell vorkommen, sodass die Dialoge meist für sich allein stehen. Das passt gut zu der Stimmung der Hörspiele und kommt auch hier wieder gut herüber.

Ein schlichter, grüner Rahmen, dazu ein ebenso schlichter Schriftzug mit dem Konterfei des bekannten Detektivs mit der typischen Pfeife in der Hand in der Mitte – auch das Coverdesign hat sich nicht mehr geändert. Das Cover zeigt ein schlichtes Bild, bei dem der Eingang zu einem Pub zu sehen ist, von Innen ist eine Hand an die Glasscheibe der Tür gedrückt. Einfach, aber durchaus passend.

Fazit: Die Grundidee mag durchaus gut gelungen sein, doch die Ausführung hätte an manchen konsequenter sein müssen. So sind einige Szenen doch etwas zu lang geraten, zudem fehlt der Folge über weite Teile der Scharfsinn, den Holmes immer mit sich brachte. Watson ermittelt jedoch sehr charmant und gegen Ende kommt dann auch Spannung auf.

VÖ: 28.Oktober 2014
Label: Maritim
Bestellnummer: X00097WCVH


Sherlock Holmes – 64. Nebel des Schreckens



Erster Eindruck: Wieder keine Erholung für Sherlock Holmes

Eigentlich sollte sich Sherlock Holmes von seinen Ermittlungen erholen und einige Tage in einem einsamen Moorgebiet erholen. Doch als Watson bei einem abendlichen Spaziergang Hilfeschreie hört und auf eine aufgelöste junge Frau trifft, kommt ein neuer Fall für das Detektivgespann ins Rollen. Auf der Suche nach dem Hund ihrer Herrin wurde sie angegriffen. Doch schon bald entdeckt der Meisterdetektiv erste Unstimmigkeiten…

„Frei nach Motiven von Sir Arthur Conan Doyle“ prangt als Untertitel auf den neuen Folgen der Sherlock Holmes-Serie von Maritim. Denn nachdem die Vorlagen des englischen Autoren allesamt vertont wurden, sind kurzerhand neue Geschichten mit den bekannten Figuren erdacht worden. Und tatsächlich finden sich einige Ideen aus dem Fundus von Doyle wieder, in der 64. Folge beispielsweise die Idee, dem Detektiv ein paar erholsame Tage zu gönnen, in denen er (natürlich) über einen neuen Fall stolpert. Zu loben sind die Dialoge, die sehr kurzweilig und flott gelungen sind, insbesondere das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren ist lobenswert. Weite Teile der Produktion werden nur von den beiden bestritten, ohne dass es langweilig wirkt, dabei wichtige Durchbrüche in der Handlung gemacht. Und auch die düstere Stimmung dieser Folge im Moor ist gelungen und ein positiver Aspekt. Gut auch, dass ein neuer Gegenspieler die Bühne betritt, der uns anscheinend noch einige Folgen lang begleitet wird. Dieser wirkt recht durchtrieben und bösartig und scheint dem Meisterdetektiv wenn nicht überlegen dann doch mindestens ebenbürtig zu sein. Doch nicht alles an dieser Folge läuft rund, einige Kritikpunkte gibt es dann doch: So ist die Folge insgesamt recht durchschaubar, die Grundzüge hat ein halbwegs aufmerksamer Hörspielhörer schnell beisammen, sodass nur einige Details Würze in die Handlung bringen können. Hier hätte man mit einer etwas geschickteren Storyführung mehr herausholen können, so bleibt diese Folge nur Mittelmaß.

Wie immer bei Maritim ist als Sherlock Holmes der grandiose Christian Rode zu hören. Seine markante, fast schon schneidende Stimme bringt den Scharfsinn, aber auch den trockenen Humor des Meisterdetektivs bestens herüber. Ihn auf unnachahmliche Weise ergänzend kann sich auch Peter Groeger wieder profilieren, sein stets leicht schusseliges und zerstreutes Wesen als Dr. Watson bringt oft eine locker-humorige Seite mit ein. Cornelia Meinhardt ist zweifelsohne eine sehr talentierte und engagierte Sprecherin, was sie hier als Leonie auch wieder beweisen kann. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Manfred Erdmann und Michael Tietz.

Die Serie war schon immer recht spartanisch in Sachen Akustik ausgestattet, um die nüchterne Seite der Geschichten zu betonen. Hier hätte ich mir allerdings manchmal doch etwas mehr in Sachen Atmosphäre gewünscht, insbesondere die Szenen im Moor wären so noch intensiver umgesetzt werden können. Auch der diabolische Abgang des Täters am Ende hätte noch etwas mehr Dramatik vertragen.

Der Titel der Folge, der auch jeder Geisterjäger-Produktion alle Ehre gemacht hätte, ist vielleicht etwas reißerisch geworden, aber natürlich auch auf dem Cover umgesetzt. Aus dem dichten Weiß des Nebels schälen sich nur langsam Umrisse heraus, zu sehen ist der Körper einer toten Frau, die passender- und dramatischerweise in ein ebenso weißes Kleid gehüllt ist, auf dem ein dezenter Blutfleck zu sehen ist.

Fazit: Atmosphäre und die Schärfe der Dialoge können überzeugen, die Handlung kann aber leider den hohen Standard der Serie nicht halten. Diese ist insgesamt zu durchschaubar und kann nur durch wenige Details überraschen, während der Grundgedanke ebenfalls kein neuer ist. Eine Folge, die trotz des wunderbaren Bösewichts hinter dem Potenzial zurückbleibt.

VÖ: Januar 2014
Label: Maritim
Bestellnummer: X0006UTP5X


Sherlock Holmes – 63. Die drei Mörder des Sir William



Erster Eindruck: Drei Verdächtige und ein Todesfall

Inspektor Lestrade sucht einmal mehr die Hilfe von Sherlock Holmes. Doch dieses mal muss er den Mörder nicht einmal suchen – im Gegenteil. Gleich drei potenzielle Mörder präsentieren sich ihm nacheinander, und jeder scheint ein Motiv für den Mord an Sir William zu haben. Dabei wurde bei dem Wissenschaftler ein natürlicher Tod festgestellt. Und so beginnt der Meisterdetektiv mit seinen Ermittlungen…

Nach 60 Folgen von Sir Arthur Conan Doyle und damit dem Ende der Originalvorlagen hat Maritim eigene Fälle für Sherlock Holmes erdacht und folgt damit einem momentan aufkommenden Trend. Peter Krüger ist dabei für die Handlung verantwortlich, mit „Die drei Mörder des Sir William“ hat er dabei einen typischen Fall für den Meisterdetektiv erdacht – und das gilt nicht nur für den Folgentitel. Der Start mit dem Zusammentreffen mit Lestrade ist kurz und knackig gehalten, schnell startet er mit dem Bericht über die drei angeblichen Mörder, der in kurzweiliger Dialogform mit den Verdächtigen sehr gut präsentiert wird. Schon kurz darauf werden erste Schlussfolgerungen gezogen, der flüssige Handlungsverlauf ist sehr unterhaltsam geraten. Die drei geständigen, potenziellen Mörder sind dabei Dreh- und Angelpunkt, auch der Hörer rätselt schnell mit, wer die Tat begangen haben könnte. Zwar sind die Charaktere dabei etwas stereotyp gehalten, aber das stört den Handlungsverlauf nur unmerklich. Die gottesgläubige, fast schon fanatische Tochter, die exzentrische Diva sowie – Achtung, kleines Klischee – der Butler sind stark und eigenständig dargestellt. Immer weitere Indizien kommen auf, und wie schon in den Originalgeschichten ist Holmes dem Hörer und seinen Mitmenschen immer einen Schritt voraus. Höhepunkt des Ganzen ist die Zeugenbefragung: Hier sind einzelne Gesprächsfetzen zusammengefügt, trotzdem wirkt hier nichts hektisch und alle Charaktere kommen gut zur Geltung. Die Auflösung des Ganzen mag zwar etwas knapp gefasst sein, birgt aber neben einigem Offensichtlichen auch Überraschungen und schließt diese wirklcih sehr gute Folge gekonnt ab.

Melanie Fouché spricht Sophie Tolhurst, Tochter des Verstorbenen und erste Geständige. Mit ihrer sanften, hohen Stimme kann sie das sanftmütige Mädchen gekonnt darstellen und findet für ihre verschiedenen Gemütsregungen immer den richtigen Ton. Cornelia Meinhardt spricht Verdächtige Nummer zwei, das extrovertierte Medium Madame Zarok. Mit ihrer divahaften Art bringt sie jede Menge Energie mit und verleiht der Folge eine interessante Einfärbung. Schließlich spricht auch Lutz Riedel einen potenziellen Mörder, den Butler Benjamin Lappner, mit seiner ruhigen zurückhaltenden Art und der markanten Stimme zeigt er auch hier eine sehr gute Leistung. Weitere Sprecher sind Volker Brandt, Michael Tietz und Frank Otto Schenk.

Insgesamt wird auch hier wieder auf die bewährte akustische Gestaltung gesetzt, doch neben dem fast schon nüchternen Stil kommt auch hier etwas Farbe in Form von kleinen Melodien mit herein. Diese werden von unterschiedlichen Instrumenten eingespielt und bringen Abwechslung in die Dialoge, sie gestalten die Szenenübergänge sehr weich. Die Geräusche sind hier dafür recht zurückgenommen und zieren nur ab und an die Dialoge.

Ein dunkler, gedeckter Grünton zieht sich auch hier durch die gesamte Gestaltung. Diese ist insgesamt sehr schlicht gehalten, im Inneren sind lediglich die notwendigsten Informationen enthalten, der Innenraum des kleinen Booklets ist sogar komplett leer. Das Titelbild wird von einem computeranimierten Foto geziert, das mehrere um ein Feuer tanzende Menschen zeigt. Hübsch, aber der Bezug zur Handlung ist nur marginal.

Fazit: Eine sehr interessante Grundsituation für Sherlock Holmes, ein gutes Ermittlergespann, typische Elemente für den Meisterdetektiv- wie die Überlegenheit der Hauptfigur. Hinzu kommen noch drei sehr starke Charaktere, spannende Szenen und ein sehr kurzweiliger Verlauf. Eine wirklich gelungene Fortführung der Originalgeschichten und für Krimifans ein empfehlenswertes Hörspiel.

VÖ: 3.September 2013
Label: Maritim
Bestellnummer: X0005JLFXFF


Sherlock Holmes – 62. Der verschwundene Sherlock Holmes



Erster Eindruck: Dr. Watson im Mittelpunkt

Sherlock Holmes wacht in einem unterirdischen Keller auf, eine einfache Pritsche steht in dem Raum, der mehrere Zentimeter mit Wasser bedeckt ist. Doch viel schlimmer: Der Meisterdetektiv hat sein komplettes Gedächtnis verloren und kann sich selbst an seinen Namen nicht erinnern. Schnell ist sein treuer Freund Dr. Watson auf der Suche, doch er ist auf die Hilfe eines sperrigen Constable angewiesen…

Mit der 62. Folge der „grünen“ Sherlock-Holmes Folge geht es mit den neu verfassten Fällen der bekannten Figur weiter, nachdem sämtliche Vorlagen von Sir Arthur Conan Doyle vertont wurden. Aus der Feder von Peter Krüger stammt „Der verschwundene Sherlock Holmes“, in der Dr. Watson mal die Ermittlungsarbeit übernimmt. Zu Anfang ist jedoch Sherlock Holmes in seiner dunklen Zelle zu hören, der in einem Monolog über seine Situation berichtet. Auch während der Handlung wird immer wieder zum Meisterdetektiv geschaltet, der über den langsamen Fortgang berichtet, in dem er neue Erinnerungsfetzen einordnen kann und seine Umgebung weiter erkundet. Diese Monologe wirken – trotz des hervorragenden Sprechers – etwas gekünstelt und statisch, lediglich der kühle und rationale Verstand von Holmes kommt hier sehr gut zur Geltung. Den Hauptteil nimmt jedoch die Suche Watsons ein, der sich mit einem nicht sehr kooperativen Constable herumschlagen muss. Zwar werden hier einige interessante Situationen präsentiert, dennoch ist der Verlauf recht zäh und langwierig, wirkliche Spannung mag hier nicht aufkommen – zumal keine akute Bedrohung für Holmes zu bestehen scheint.

Ole Pfennig ist als mürrischer und sperriger Constable zu hören, er lebt sich in dieser Rolle richtig aus und kann auch die Wandlung im Laufe der Zeit glaubhaft darstellen. Der ebenfalls hörspielerprobte Gerhard Acktun spricht einen Wirt und kann dabei mit seiner markanten und einprägsamen Stimme einen positiven Eindruck hinterlassen. Zwischen all den männlichen Stimmen sticht Roswita Benda als einzige Frau heraus, die harsche Mrs. Proppett bekommt durch sie den richtigen Biss. Weitere Sprecher sind Walter von Hauff, Michael Scherthaner und Philipp Brammer.

In Sachen Akustik wird meist auf die zurückhaltende Art der ersten Folgen gesetzt, nur wenige Melodien wie am Anfang unterbrechen die Dialoge. Dafür sind einige Geräusche eingefügt. Während hierbei der große Teil gut eingefügt isst und die Atmosphäre unterstützt, wirken einige auch fehl am Platz. So ist ein Uhrenticken zu laut und prägnant, bietet aber keinen wirklichen Mehrwert.

Mit der Rückkehr zu den fortlaufenden Geschichten nach dem Ausflug zu einer Art Sonderfolge in der vorigen Episode, wird auch das Coverkonzept wieder aufgegriffen. Auf grünem Hintergrund ist ein Motiv zu sehen, das von einer Art altertümlichen Fotorahmen umrandet wird. Dabei wird hier der Kellerraum von Holmes angedeutet, eine rohe Steinmauer mit einem eingelassenen, vergitterten Fenster, durch das etwas Licht eindringt.

Fazit: Die Idee des verschwundenen Meisterdetektivs ist zwar interessant, jedoch wurde dies nicht ganz optimal umgesetzt. Die Monologe von Holmes wirken gestellt, die Szenen von Watson sind zu langgezogen und lassen keine wirkliche Spannung aufkommen. Leider konnte mich diese Folge in dieser Form nicht so recht überzeugen – und das trotz wirklich guter Sprecher.

VÖ: 3.September 2013
Label: Maritim
Bestellnummer: X0005JLRAV


Sherlock Holmes – 61. Wie Watson den Trick lernte



Erster Eindruck: Die Rückkehr des Meisterdetektivs

Sherlock Holmes, der wohl bekannteste und scharfsinnigste Detektiv der Welt, bekommt Konkurrenz von seinem treuen Freund Dr. Watson. Denn der nimmt einige Ereignisse zum Anlass, selbst Schlüsse über das Leben von Holmes zu ziehen – mit mäßigem Erfolg. Doch später wird einem Hut, den ein neuer Klient in ihrem Heim vergessen hat, zum Schlüssel für eine unglaubliche Theorie des Meisterdetektivs…

60 Folgen Sherlock Holmes von Maritim liegen hinter dem geneigten Hörspielhörer, und damit sind sämtliche Vorlagen von Arthur Conan Doyle vom Maritim Verlag vertont worden. Doch die bekannte Figur erfreut sich immer noch großer Beliebtheit, und so hat man sich entschlossen, die Serie weiterzuführen und fortan eigens geschriebene Geschichten zu vertonen. Den Start macht Folge 61, doch diese ist eher als Sonderfolge zu sehen. Den Start dieser Folge macht ein kleiner Text von Arthur Conan Doyle, in dem Watson im Mittelpunkt steht und einige sehr interessante Schlussfolgerungen zieht. Das ist durchaus humorvoll aufgearbeitet, aber schon nach wenigen Minuten wieder vorbei. Anschließend wird referatartig das Leben von Sir Arthur Conan Doyle zusammengefasst, von seiner Kindheit und Jugend über sein Leben mit Sherlock Holmes bis zu seinem Tod. Durchaus interessant zu hören, wie sehr seine Figur sein Leben beeinflusst hat, aber für eine Krimiserie dann doch nicht sehr passend. Danach wird auch – von den beiden Hauptdarstellern – über das Leben von Holmes und Watson berichtet, ein Überblick über deren Lebensweg gegeben, sofern dieser rekonstruierbar ist. Die meisten dieser Details sind jedoch schon aus der eigentlichen Serie bekannt und bieten kaum neue Erkenntnisse. Zuletzt ist noch ein wirklich humorvoller Dialog zwischen den beiden zu hören, in denen ein Hut Holmes unglaubliche Erkenntnisse offenbart. Dies ist wirklich sehr gut gelungen und macht jede Menge Spaß.

Gerade einmal vier Sprecher sind hier zu hören. Da wäre zunächst einmal natürlich der grandiose Christian Rode als Sherlock Holmes, der einmal mehr den Scharfsinn, die leichte Überheblichkeit wie auch den trockenen Humor des Detektivs treffend und prägnant vertonen kann. Zu seiner Seite steht ihm wie immer der nicht minder grandiose Peter Groeger als Dr. Watson, leicht schusselig, oftmals verdattert und stets mit einer gutmütigen Stimme. Als Erzähler wurde Bernd Vollbrecht gewählt, der die Zusammenfassung von Sir Arthur Conan Doyles Wirken durchaus lebendig und spannend vertonen kann. Am Ende ist noch ein Schlusswort von Daniela Wakonigg zu hören.

An der akustischen Umsetzung der Serie hat sich hier nichts Wesentliches verändert, sodass man wieder auf eine minimalistische Umsetzung stößt. Das passt auch durchaus gut, um den oft nüchternen Schreibstil des Autors treffend umzusetzen, zumal Rode und Groeger mit ihrem lebendigen und einprägsamen Sprechstil für genügend Atmosphäre sorgen. Die eingesetzten Stilmittel sind jedoch gut gelungen.

Das Coverdesign hat sich bei dieser besonderen Folge etwas verändert, das „Foto im Rahmen“ ist hier nicht verwendet worden, dafür ist der prägnante Schriftzug mit dem Konterfei des Detektivs erhalten geblieben, ebenso wie das dunkle Grün als Grundfarbe. So ist auch das Motiv eingefärbt, das eine Schreibfeder, ein kleines Buch und mehrere Briefmarken zeigt.

Fazit: Mit dem Start in den zweiten Abschnitt der Sherlock Holmes-Reihe hat Maritim hier leider nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Die erste sehr kurze Episode wie der letzte Abschnitt sind zwar ganz erheiternd, der weitaus größte Mittelteil mit den Leben von Autor und Romanfiguren ist jedoch überflüssig und nicht sonderlich unterhaltsam gelungen. Diese Idee hinter dieser Folge wäre als Bonus-CD zu einer der neuen Geschichten ein Schmankerl gewesen, mutet als eigenständige Folge jedoch etwas seltsam an.

VÖ: 3.September 2013
Label: Maritim
Bestellnummer: X0005JLMW9


Sherlock Holmes – 55. Der Mann mit dem geduckten Gang



Erster Eindruck: Eine merkwürdige Wandlung

Mr. Bennet wendet sich in seiner Not an Sherlock Holmes, den berühmten Meisterdetektiv, und seinen Freund und Mitarbeiter Dr. Watson. Sein Arbeitgeber, Professor Presbury, der bisher immer ein umgänglicher Mann war, ist in letzter Zeit äußerst streitsüchtig – und in einigen Nächten geht eine unheimliche Wandlung mit ihm vor...

Mir „Der Mann mit dem geduckten Gang“ ist eine ungewöhnlich stimmungsvolle Geschichte von Sherlock Holmes entstanden, die als 55. Folge der gleichnamigen Serie umgesetzt wurde. Hier kommt an einigen Stellen tatsächlich etwas Grusel-Stimmung auf, wenn aus Professor Presbury ein animalisch anmutendes Wesen wird. Sogar kleine Schock-Momente sind in die Handlung eingebaut und stehen im reizvollen Kontrast zur logischen Vorgehensweise des Detektivs. Das geschieht vorrangig in den Erzählungen von Mr. Bennet und seiner Verlobten, diese Rückblenden bestreiten einen großen Teil der Handlung. Auch hier tappt man als Hörer vorerst völlig im Dunkeln, während Holmes immer einen Schritt weiter zu sein scheint. Ein steter Fluss an neuen Informationen verlangt ein wenig Aufmerksamkeit, damit keine wichtige Informationen abhanden kommt. Hier wird sehr flüssig erzählt, das Hören macht Spaß und bietet immer wieder kleinere Überraschungen. Zwar hat man einen Großteil der Auflösung schon kurz vor deren Verkündung selbst entschlüsselt, trotzdem bleibt das Hörspiel bis zum Ende spannend. Eine vollkommen solide Folge der Serie, die mit ihren atmosphärischen Elementen eine große Stärke hat.

Johannes Berenz ist als Mr. Bennet zu hören, er vollbringt eine gute Leistung und kann auch als Erzähler in den kurzen Rückblenden mit glaubhaften Sprachfluss punkten. Anita Hopt kann die Angst seiner Verlobte und Tochter der Professors sehr gut widerspiegeln und sorgt für einige gruselige Momente. Am besten hat mit allerdings Thomas Kästner als Professor Presbury gefallen, der dem undurchsichtigen Mann etwas Mysteriöses verleiht und der viele verschiedene Facetten zeigen kann. Udo Schenk, Christian Rode und Peter Groeger sind ebenfalls zu hören.

Die gruseligen Momente wurden hier durchaus gekonnt in Szene gesetzt und mit den passenden Geräuschen unterlegt, ohne jedoch zu dick aufzutragen. Im Mittelpunkt stehen immer noch die Sprecher mit ihren Dialogen, die Geräusche und ein wenig passende Musik dienen hier lediglich zur Auflockerung der Geschichte.

Passend zum Folgentitel ist der Mann mit dem geduckten Gang auch auf dem Cover zu sehen, seine zusammen gekrümmte Gestalt auf der Treppe kommt gut herüber, besonders da sein Gesicht komplett im Verborgenen bleibt. Wie immer eingerahmt und an ein altes Foto erinnert gibt dieses Motiv ein stimmiges Titelbild für die Folge ab.

Fazit: Die kleinen Gruselelemente passen sehr gut zu der Geschichte und ringen der Serie neue Nuancen ab, eine gelungene Folge.

VÖ: Mai 2011
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-3445-5


Sherlock Holmes – 54. Die drei Studenten



Erster Eindruck: Die Zeit verrinnt...

Am St. Lukes College steht ein wichtiges Examen kurz bevor, dass über ein hochdotiertes Stipendium entscheiden wird. Doch Mr. Bannister, der Hausdiener, hat aus Unachtsamkeit den Schlüssel in der Tür stecken lassen, in der die geheimen Unterlagen aufbewahrt werden – und schon wurden die Prüfungen abgeschrieben. Doch nur drei der Studenten kommen für diese Tat in Frage...

Nach der sehr ungewöhnlichen Vorgängerfolge verläuft die Nummer 54 der Sherlock Holmes-Serie von Maritim wieder in üblicheren Bahnen – was keineswegs auf Kosten der Spannung geht. Die Grundlage für die Ermittlungen wird schnell geschaffen und schnell erklärt, sodass recht zu Beginn mit den ersten Ermittlungen gestartet wird. Interessanterweise werden hier recht viele Spuren offenbart, die für den Hörer jedoch kaum einen Sinn ergeben. Auch die weiteren Recherchen des berühmten Privatdetektivs scheinen wenig ergiebig (zumindest wenn man seinen genialen Verstand nicht kennt), deuten höchstens mal in die ein- oder andere Richtung. Auch die Begrenzung auf nur drei mögliche Täter ist gelungen, so tappt man nicht ganz im Dunkeln und kann munter miträtseln – ob man auf das richtige Ergebnis kommt bleibt zu bezweifeln, die Erkenntnisse sind geschickt gelegt, sodass viele am Ende überrascht sein dürften. Wohltuend ist, dass nach vielen Morden und anderen schrecklichen Taten mal ein nicht ganz so tragischer Fall geboten wird, der aus höchst nachvollziehbaren Gründen geschehen ist. Insgesamt eine solider und sehr gut erzählte Geschichte.

Mr. Hilton Soames, der Dozent an der Universität, dessen Unterlagen kopiert wurden, wird von Bern Vollbrecht gesprochen, der auch diese Rolle mit Leben füllen kann und die Dringlichkeit seines Anliegens mit Inbrunst vorträgt. Mr. Bannister, sein Hausdiener, bekommt seine Stimme von Lutz Riedel, er schafft es wieder, in den verschiedenen Situationen völlig glaubwürdig zu wirken. Tammo Kaulbarsch ist als einer der verdächtigen Studenten dabei und liefert eine gute Leistung ab. Weitere Sprecher sind Daniel Faust, Kai-Henrik Möller und Hanna Schwab.

Diese Folge ist eher spärlich inszeniert, sodass die streng logische Vorgehensweise von Sherlock Holmes bei seinen Ermittlungen besonders gut zur Geltung kommt. Die Dialoge mit der guten Sprachwahl sorgen dabei für das nötige Ambiente, ein wenig Musik lockert das Ganze auf und vermittelt zusätzliche Stimmung, einige Geräusche verleihen den Szenen mehr Tiefe.

Die Aufmachung der Serie hat sich seit Beginn nicht verändert, ein dunkles Grün ist die dominierende Farbe und bildet auch den Rahmen auf dem Cover, gepaart mit dem Schriftzug inklusive Konterfei des berühmten Detektivs vermittelt den typischen Look. Als Motiv wurde dieses mal ein offen stehendes Studierzimmer gewählt, was aber eher schlicht in Szene gesetzt wird.

Fazit: Eine solide Folge mit einigen gekonnten Kniffen, die das Hören mal wieder zu einer interessanten Angelegenheit machen.

VÖ: Mai 2011
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-344-8


Sherlock Holmes – 53. Der Detektiv auf dem Sterbebett



Erster Eindruck: Wichtige Aufgabe für Watson

Eine seltsame Krankheit hat Sherlock Holmes befallen, seit Tagen liegt er im Delirium und scheint wie von Sinnen. Dr. Watson macht sich größte Sorgen um seinen Freund, vertraut aber weiter auf Holmes' genialen Verstand und befolgt seine Anweisungen, ihn nicht zu untersuchen. Nur ein einziger Name ist ein Anhaltspunkt für ihn – Mr. Culverton Smith, ein bekannter Arzt...

Es lässt sich kaum vermeiden, in Serien bestimmte Handlungsabläufe zu wiederholen und ein Schema zu erfinden, in welchem man die einzelnen Geschichten erzählen kann – das war auch schon bei Sir Arthur Conan Doyle und seiner berühmtesten Figur Sherlock Holmes so. In der 53. Folge der Maritim-Serie wird dieses Schema jedoch völlig aufgebrochen, sodass „Der Detektiv auf dem Sterbebett“ eine völlig andere Wirkung entfaltet als seine Vorgänger. Auch hier wird aus der Sicht von Dr. Watson erzählt, jedoch ist die Ausgangslage eine komplett andere: Holmes liegt im Fieberwahn im Bett und scheint dem Tode nah. Die sehr intensiven Szenen, die einen verwirrten Detektiv zeigen, der nur ab und an seine Brillianz durchblitzen lassen kann, sind ein famoses Intro und lassen auch den Hörer um die Hauptfigur der Serie bangen. Wie Watson auch bleibt einem nur, auf den letzten Rest Verstand zu hoffen – eine reizvolle Szenerie, die durch die unlogisch scheinenden Anweisungen von Holmes noch verstärkt dargestellt wird. Das Eintreffen von Dr. Culverton Smith läutet das Ende dieser Folge ein, doch hier wird nicht so schnell klar, was hinter der rätselhaften Krankheit steckt, in jedem Fall ist die Auflösung mit einer trickreichen Wendung versehen, die alles in einem anderen Licht da stehen lässt. Die intensiven Anfangsszenen und die überraschende Auflösung machen diese Folge zu einer der besten der kompletten Serie.

An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich die hervorragende Leistung von Christian Rode erwähnt, die er über die ganze Serie bringen konnte – hier jedoch wird sie noch einmal übertroffen. Den beginnenden Irrsinn kann er derart kräftig und intensiv darstellen, dass es den Hörer völlig in seinen Bann zieht. Auch Peter Groeger kann in der Sorge von Dr. Watson noch einmal zulegen und sorgt für einige wunderbare Szenen. Erich Räuker kann als Dr. Culverton Smith mit sehr variabler Stimme überzeugen. In kleineren Nebenrollen sind Stefan Staudinger, Christian Tobernetz und Michael Iwannek zu hören.

Bei dieser fantastischen Sprecherleistung braucht es nur wenige stilistische Mittel, um die Dialoge abzurunden und die richtige Atmosphäre entstehen zu lassen. In diesem Fall sind es wie immer einige kleine Melodien, die insbesondere auflockernd wirken, sowie glaubhafte und gut eingebaute Geräusche, die einige Vorgänge klarer werden lassen.

Auf dem Cover kann man eigentlich nur eine verschwommene Silhouette im Gegenlicht einer Lampe erkennen, ein zweiter Mensch sitzt im Hintergrund in einem spärlich eingerichteten Zimmer – leider ein völlig nichtssagendes und beliebiges Motiv für diese außergewöhnliche Folge. Die restliche Aufmachung ist wie immer schlicht und in sich stimmig.

Fazit: Eine ungewöhnliche Geschichte des berühmten Privatdetektivs, hinzu kommt noch die hervorragende Sprechweise, und schon ist eine der besten Sherlock Holmes-Folgen entstanden.

VÖ: Dezember 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-320-2


Sherlock Holmes – 52. Wisteria Lodge



Erster Eindruck: Hilfe für einen Mörder?

Viele merkwürdige Ereignisse, die in seinem Haus vorgehen, verunsichern Scott Eccles zutiefst. So wendet er sich an den berühmten Privatdetektiv Sherlock Holmes, der sich jedoch mit einem weiteren Problem befassen muss: Scott Eccles wird verdächtigt, einen Mann ermordet zu haben. Bei seinen Untersuchungen stößt Holmes auf verwirrende Details, die vorerst nicht für Eccles sprechen...

Es sind die unheimlichen oder gefährlichen Geschehen, die Sherlock Holmes zu einem neuen Fall locken. Es sind Rätsel, die ihn reizen, einen Mörder zu enttarnen oder einen Erpresser hochgehen zu lassen – je schwerer das Rätsel umso besser. So geschieht es auch bei „Wisteria Lodge“, der 52. Folge der Serie: Ein völlig verwüsteter Raum bietet dem genialen Privatdetektiven etliche Anhaltspunkte und Hinweise auf den Täter. Der Hörer kann mit den vielen Informationen aber nur wenig anfangen und tappt lange Zeit im Dunkeln, das Resultat daraus nennt sich Spannung. Das Gefühl, dass Sherlock immer einen Schritt voraus zu sein scheint, ist in dieser Folge sehr stark ausgeprägt. Und gerade deshalb sympathisiert man auch so viel mit dem leicht schusseligen Dr. Watson, der wie der Hörer im Dunkeln tappt. Eine Folge, die mit ihren vielen Rätseln und kleinen Abstechern das hohe Niveau der Serie locker halten kann.

Als Scott Eccles ist Jürgen Kluckert zu hören, der in dieser wichtigen Rolle aufgeht und eine glaubwürdige und zugleich sehr intensive Betonung hat. Die wunderbare Anke Reitzenstein ist hier als Miss Burnet zu hören, ihre helle Stimme passt auch hier ganz hervorragend und fügt sich gut in das Gesamtkonzept der Folge ein. Stefan Kaminski kann als Contable Walters mit einer glaubwürdigen Performance glänzen. Weitere Sprecher sind Ole Pfennig, Walter von Hauff und Frank-Otto Schenk.

In Sachen Akustik kann auch diese Folge durch ihre Einfachheit überzeugen. Hier werden keine groß angelegten musikalischen Spannungsbögen konzipiert, sondern an den richtigen Stellen kleine Stücke eingespielt, die die Dialogfolge auflockert. Geräusche sind ebenfalls nur wenige, aber umso besser platzierte vorhanden.

Das Cover zeigt den blutigen Eimer, der in der Folge ein entscheidender Hinweis ist. Eine besonders gute Wahl, da diese Illustration in ihrer Deutlichkeit für Interesse beim eventuellen Käufer sorgt. Die restliche Aufmachung ist wie immer bei Maritim sehr schlicht und beschränkt sich auf die wesentlichen Informationen.

Fazit: Sehr undurchsichtig und spannend, begleitet von den wunderbaren Hauptfiguren, die auch diesen Kriminalfall zu etwas Besonderem machen.

VÖ: November 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-319-6


Sherlock Holmes – 51. Der Farbenhändler im Ruhestand



Erster Eindruck: Chaotischer Unsympath

Josiah Amberley, ein in die Jahre gekommener wohlhabender Rentner, wird plötzlich von seiner Frau verlassen und seines Vermögens beraubt. Scotland Yard hat keine Spur, sodass sich der Mann an Sherlock Holmes wendet, der sogleich mit den Ermittlungen beginnt. Doch auch er findet vorerst keinen Anhaltspunkt...

Sherlock Holmes ist der wohl berühmteste Privatdetektiv der Welt, und auch heute noch können die Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle überzeugen, insbesondere in der sehr gut gelungenen Hörspielumsetzung des Dortmunder Labels Maritim. Die 51. Folge der Serie vereint dabei einige ihrer typischen Elemente, ohne jedoch eintönig zu wirken. Denn bei der Geschichte um den Farbenhändler im Ruhestand hat auch der Hörer nicht schon von Anfang an eine Idee, wie die Auflösung der Folge sein könnte, sondern kann anfangs noch tüchtig mit rätseln. Hinzu kommt die sehr interessante Figur des Josiah Amberley, um den sich der Handlungsverlauf spinnt – einen derart unsympathischen Auftraggeber hat es lange nicht gegeben. Und wie immer macht es richtig viel Spaß, den abwechslungsreichen Ermittlungen und scharfsinnigen Schlussfolgerungen des Detektivduos aus Sherlock Holmes und seinem Freund Dr. Watson zu lauschen, gepaart mit den viktorianischen Eindrücken. Zwar kann man im Laufe der Folge das Rätsel selbst entschlüsseln, unterhaltsam bleibt diese Folge trotzdem.

Stephan Schwartz spricht den Josiah Amberley und kann die Waage zwischen abweisendem und unsympathischen Mann sowie hilfesuchendem Klient sehr gut halten, besonders gegen Ende wirkt er sehr glaubwürdig. Bartholomew Barker, ebenfalls Privatdetektiv und somit Konkurrent von Holmes, wird von Peter Buchholz gesprochen, der die Sticheleien wunderbar herüber bringt. Volker Bogdans einprägsame Stimme ist auch in der kleinen Rolle eines Sergeant passend. Lukas Sperber, Reent Reins und Christian Rode sind ebenfalls zu hören.

Auch wenn die Geschichte wie üblich bei dieser Serie recht sparsam inszeniert ist, entsteht jede Menge Flair. Durch den Einsatz von einigen Musikstücken während der Szenenwechsel wird der kompakte Eindruck der Dialoge aufgelockert, etliche Geräusche machen die Situationen plastischer. Die meiste Atmosphäre wird jedoch von dem geschickten Einsatz der altmodischen Sprache erzeugt.

Das Foto einer hübschen jungen Frau, zerrissen und dann wieder zusammengefügt – ein sehr passendes und ansprechendes Titelbild ist für diese Folge, dessen Sinn sich beim Hören schnell erschließt. Besonders gut zur Geltung kommt es durch die Aufmachung, die die Serie von Beginn an hat, da hier schon ein Fotorahmen suggeriert wird.

Fazit: Eine Folge, die man nach einigem Rätseln zwar selbst entschlüsseln kann, durch den spannenden Verlauf und einem interessanten Charakter aber sehr unterhaltsam bleibt.

VÖ: September 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-318-9


Sherlock Holmes – 50. Shoscombe Old Place



Erster Eindruck: Holmes mal 50

Sherlock Holmes und sein treuer Gefährte Dr. Watson bekommen erneut einen Auftrag, der sie zu einem kniffeligen Fall führt. Auf Shoscombe Old Place, dem Anwesen von Robert Noberton, gehen einige merkwürdige Dinge vor. Vermutet wird ein Sabotageakt des bevorstehenden Pferderennens, sodass das Ermittlerduo tief in diese Welt abtauchen muss...

50 mal Sherlock Holmes von Maritim – ein Jubiläum, welches man feiern sollte, denn nicht mehr allzu viele Hörspielserien erreichen diese hohe Anzahl an Folgen. Der Dortmunder Verlag nimmt dies eher gelassen zur Kenntnis und veröffentlicht als Nummer 50 einen gewöhnlichen Fall des scharfsinnigen Detektivs, wenn mit „Shoscombe Old Place“ auch einen guten. Die Handlung startet wie immer eher ruhig, bevor das vermeintliche Verbrechen geschildert und Holmes und Watson hinzugezogen werden. Hiernach folgt in typischer Manier der berühmten Figur von Sir Arthur Conan Doyle das Kernstück der Folge, die genaue Ermittlungsarbeit und viele Gespräche, die Holmes gleichsam wie den Hörer langsam auf die richtige Spur bringen – ein klassischer Aufbau also. Aber auch die Thematik ist nicht sonderlich außergewöhnlich, kein expliziter Aufhänger, der die Folge zu etwas Besonderem machen würde. Dafür ist hier, wie in anderen Fällen, der Täter nicht sofort ersichtlich, einige überraschende Wendungen sorgen zusätzlich für einen interessanten Verlauf. Also durchaus eine ansprechende Folge, die des Jubiläums würdig ist.

Seit 50 Folgen begeistern auch die beiden Hauptsprecher der Serie mit ihrem wunderbaren Zusammenspiel. Christian Rode scheint die Rolle des scharfsinnigen wie scharfzüngigen Meisterdetektivs auf den Leib geschrieben zu sein, er geht darin völlig auf. Die ideale Ergänzung hierzu ist Peter Groeger als manchmal etwas schusseliger Dr. Watson, doch besonders zusammen entfalten die beiden in ihren sehr spontan wirkenden Dialogen ihre volle Stärke. In dieser Folge ist Reent Reins als Robert Nobertson dabei und kann mit glaubwürdigem Auftreten überzeugen. Weitere Gastsprecher sind Wolf Frass, Michael Harck und Claudia Gahrke.

Die akustische Umsetzung ist schlicht wie immer, fast schon als nüchtern zu bezeichnen. Keine hochtrabenden Melodien, die von der Handlung ablenken könnten, sondern nur sorgsam gestaltete Szenenübergänge, die Zeit zum Nachdenken verschaffen. Die Geräuschkulisse ist ebenso gut in die Handlung eingefügt und kann einige Vorgänge glaubwürdiger machen.

In Sachen Aufmachung wird auch zur Jubiläumsfolge nicht vom üblichen Schema abgewichen. Der grüne Rahmen mit dem Schriftzug und dem Konterfei des wohl bekanntesten Detektivs ist schlicht, aber sehr ansprechend, die kleine Illustration darin gibt nur einen kleinen Hinweis auf die Handlung. Eine Änderung gibt es hier dann doch: Die CD ist in einer Vinyl-Optik gehalten und schick anzusehen.

Fazit: Zum 50 mal geht Sherlock Holmes auf Verbrecherjagd, und das in einer nicht gerade ungewöhnlichen, aber spannenden und unterhaltsamen Folge.

VÖ: September 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-317-2


Sherlock Holmes - 49. Der erbleichte Soldat



Erster Eindruck: Erzähler mal anders...

Der Soldat Godfrey Emsworth ist nach seiner Rückkehr nach London aus dem Krieg in Südafrika verschollen und wird von seinem Kameraden James Dodd gesucht. Dieser wendet sich an Sherlock Holmes und Dr. Watson, die bei der Suche auf ein tödliches Geheimnis stoßen...

Dr. Watson ist nicht nur der langjährige treue Freund von Meisterdetektiv Sherlock Holmes, sondern fungiert in der gleichnamigen Maritim-Serie auch als Erzähler, der die Fälle einleitet und oftmals süffisant kommentiert. Doch im Intro zu der 49. Folge "Der erbleichte Soldat" dreht Watson dieses Schema um und fordert Holmes dazu auf, einen Fall zu erzählen, auch im weiteren Verlauf der Handlung wird auf diese Ebene zurückgekehrt - eine sehr spaßige Alternative, die die Folge eindeutig aufwertet. Doch auch ansonsten in der Fall ordentlich gelungen, die typische Erzähllinie vieler anderer Folgen wird verlassen und um neue Elemente erweitert. So löst dieses mal Wason den Fall vollständig auf, und auch die Hintergründe wirken stimmig. Ein spannender Verlauf, mit etwas Witz gespickt, interessante Charaktere und zwei wunderbare Hauptfiguren. "Der erbleichte Soldat" ist eine sehr gute Folge von Sherlock Holmes und wird jeden Krimi-Fan erfreuen.

James M. Dodd wird von Andreas Borcheding gesprochen, der auch diese Rolle ansprechend und glaubwürdig gestaltet. Godfrey Emsworth bekommt seine Stimme von Philipp Brammer geliehen, auch er schafft eine überzeugende Darstellung und bleibt stets in seiner Rolle verankert. Sein Vater wird von Manfred Erdmann gesprochen, der den Cast sinnvoll ergänzt. Weitere Sprecher sind unter anderem Norbert Gastell, Torsten Münchow und Michael Habeck.

Die akkustische Gestaltung hat sich nicht geändert, sodass man wieder auf eine recht schlichte, aber durchaus wirkungsvolle Atmosphäre stößt. Wenige, aber stimmige Melodien lockern die Handlung an den richtigen Stellen auf, während glaubwürdige Geräusche einige der Handlungen deutlicher machen.

Das Problem, dass die Menschen auf den Covers der Serie oftmals zu computeranimiert wirken, ist auch hier vorhanden. Allerdings ist die Wirkung des bleichen Godfrey Emsworth beim Blick durch das Fenster recht eindrucksvoll, sodass hier alles recht stimmig wirkt. Die restliche Gestaltung ist wieder sehr schlicht ausgefallen.

Fazit: Der interessante Erzählerwechsel und eine gute, spannende Handlung machen aus "Der erbleichte Soldat" eine sehr gute Folge um den britischen Meisterdetektiv.

VÖ: Juni 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-284-7


Sherlock Holmes - 48. Der illustre Klient



Erster Eindruck: Ohne Furcht und (T)Adel

Sir James Damery sucht im Auftrag eines geheimnisvollen Geldgebers die Hilfe von Sherlock Holmes auf. Die junge Lady Violet de Merville hat sich in den Lebemann Baron Adelbert Gruner verliebt, doch die Hochzeit wäre eine schlechte Wahl. Nun soll Sherlock alles daran setzen, die Trennung der beiden herbeizuführen...

Nach einigen leicht durchschaubaren Folgen der wunderbaren Krimi-Reihe rund um den berühmtesten Detektiv der Welt, Sherlock Holmes, bricht Nummer 48 mit dem Titel "Der illustre Klient" aus dieser Reihe aus und stellt eigentlich gar kein Verbrechen in den Vordergrund. Auch muss kein Rätsel im engeren Sinne gelöst werden, sodass diese Folge ein wenig ein neues Hörgefühl bietet. Holmes' Bemühungen, die nicht ganz so adeligen Details aus dem Leben von Baron Gruner zu erfahren, bauen dann aber doch auf der typischen Ermittlungsarbeit auf, die aus er Serie bekannt ist. Sehr abwechslungsreich und mit recht trockenem Humor ausgestattet wird es im Laufe der Serie auch immer wieder ziemlich brenzlig für Holmes und Watson. Alles wirkt kurzweilig, der neue Anstrich hinterlässt ein frisches Gefühl beim Hören. Und am Ende darf dann doch noch eine kleine Auflösung her, der Klient von Holmes bleibt nämlich lange Zeit der einzige unbekannte Faktor in der Handlung. Ein ungewöhnlicher Fall und gerade deshalb so hörenswert, spannend, kurzweilig und sehr unterhaltsam.

Ole Pfennig darf als Baron Adelbert Gruner mal so richtig unsympathisch und ungehobelt wirken - eine Rolle, an der er hörbar Spaß hat. Lady Violet de Merville, die der Auslöser dieses Falles ist, wird von Susanne Meikl sehr glaubwürdig und dynamisch gesprochen. Gerhard Acktun ist als Sir James Damery zu hören und kann auch hier mit einer glaubwürdigen Darstellung überzeugen. Weitere Sprecher sind Philipp Brammer, Fritz von Hardenberg und Michael Schenthaner.

Viele der Melodien aus dem Hörspiel sind schon aus anderen Produktionen de gleichen Serie bekannt und bieten nicht viel neues, aber immerhin einen gelungenen Wiedererkennungswert, sodass man sich schnell in die richtige Stimmung versetzen kann. Auch die eingefügten Geräusche sind tadellos und stimmig.

Eine alte Zeitung, in der die Bilder sogar noch gezeichnet wurden, die Titelschlagzeile dreht sich um Sherlock Holmes höchstpersönlich - eine witzige Idee, die das Cover zu dieser Folge bietet! Hier passt alles wunderbar zusammen, besonders auch die Pfeife, die schließlich das Markenzeichen des Titelhelden ist.

Fazit: Kein typischer Fall, dazu sehr kurzweilig und unterhaltsam. Eine sehr gute Folge der Serie!

VÖ: Juni 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-283-0


Sherlock Holmes - 47. Der Mazarin-Stein



Erster Eindruck: Da ist wohl jemand not amused...

Scotland Yard bittet Sherlock Holmes ein weiteres mal um seine Mithilfe in einem heiklen Fall. Der Mazarin-Stein, ein äußerst wertvoller Diamant, wurde aus der Krone der englischen Königin gestohlen und ist spurlos verschollen. Im Gegensatz zum Innenminister traut sich der Meisterdetektiv die Lösung des Falles durchaus zu...

Dass Sherlock Holmes in einer Sache von hochpolitischer Angelegenheit ermittelt, ist in der Maritim-Serie keine Neuerung mehr und wurde in verschiedenen Variationen aufgeführt. Kein Wunder, denn in der 47. Folge einer Serie darf sich auch einmal etwas wiederholen. Umso erfreulicher ist es, dass sich "Der Mazarin-Stein" noch in eine leicht andere Richtung entwickelt als die meisten seiner Vorgänger. Denn der Täter ist dank weniger Zeugenbefragungen und Holmes' Spürsinn schnell ausgemacht, nur der Aufbewahrungsort des kostbaren Steines ist unklar. Und genau dies herauszufinden ist Hauptbestandteil der Folge. Einige pfiffige Tricks des Meisterdetektivs, darunter seine hervorragenden Verkleidungskünste, sowie etliche bedrohliche Situationen später kommt man zu einem gewitzen Finale, dass vielleicht nicht die ganz großen Überraschungen bietet, das sich aber durchaus lohnt anzuhören. Besonders wenn der Weg dahin so kurzweilig und unterhaltsam anfühlt wie diese Folge.

Als leicht verbohrter Innenminister ist Helmut Krauss zu hören, der hier mal leicht arrogant, mal herablassend und mal völlig verblüfft klingt und so eine groß Bandbreite seines Könnens zeigen darf. Der Prmierminister wird von Frank-Otto Schenk gesprochen, der einen guten Gegenpart zum ungläubigen Krauss bildet und insbesondere in der Schlussszene einen guten Eindruck hinterlassen kann. Lutz Riedel leiht seine markante und einprägsame Stimme dem Grafen Negretto Sylvis. Weitere Sprecher sind unter anderem Udo Schenk, Volker Brandt und Sascha Draeger.

Die Instrumentalisierung der Geschichte ist auf dem gleichen hohen Niveau wie in den vorigen Folgen und besticht eher durch Zurückhaltung denn durch laute Klänge, kann an einigen Stellen aber gekonnt Akzente setzen. Die Geräusche sind ebenfalls eher sparsam eingesetzt, genügen aber für eine gute Interpretation.

Ein Diamant, der eine ihn greifende Hand spiegelt ist das Titelmotiv dieser Folge, die Idee ist ebenso schlicht wie passend, die Umsetzung wirkt jedoch etwas klobig, zu computergeneriert. Der darum gezogene grüne Rahmen ist mittlerweile zum Erkennungszeichen der Serie geworden und ist ebenso schlicht wie elegant.

Fazit: Die Frage lautet Wo und nicht Wer, was der Geschichte einen interessanten Anstrich verleiht. Besonders das witzige Finale kann überzeugen.

VÖ: April 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-262-5


Sherlock Holmes - 46. Die Löwenmähne



Erster Eindruck: Ein toter Mann und sein Hund...

Sherlock Holmes und Dr. Watson besuchen einen alten Studienkollegen, der an der Küste von Sussex ein Internat leitet. Doch obwohl sie eigentlich zur Enspannung angereist sind, werden sie schon bald in einen neuen kriminalistischen Fall gezogen: Der Biologielehrer wird tot am Strand aufgefunden, sein Rücken ist von Peitschenstriemen entstellt. Was hat "Löwenmähne" zu bedeuten, sein letztes gesprochenes Wort?

Sir Arthur Conan Doyle, Autor und somit geistiger Vater des Detektivs Sherlock Holmes, hat in seinen Geschichten immer wieder überraschende Wendungen eingebaut, obwohl bei völlig logischem Betrachten die Sache schnell hätte klar sein können. So auch in "Die Löwenmähne", die als Nummer 46 der Reihe erschienen ist. Hier ermittelt der Meisterdetektiv zusammen mit seinem Freund Dr. Watson zuerst im Umfeld des freundlichen Biologielehrers und findet erste Verdächtige, ein weiterer Todesfall deutet eindeutig auf einen Racheakt hin. Doch die Auflösung geht in eine komplett andere Richtung, und einige dürften von dem Schluss durchaus überrascht sein, während geübte Kimihörer den Fall schon recht schnell am Anfang durchschauen können. Trotzdem hat mich "Die Löwenmähne" insgesamt gut unterhalten und passt mit der guten Charakterdarstellung wunderbar in die Serie.

Harold Stuckhurst, der ehemalige Studienkollege von Watson, wird von Nobert Gastell gesprochen, dessen ehrliche und sympathische Art gut transportiert wird. Stephan Schwarz ist als Fitzroy McPherson zu hören, der ermordete Lehrer. Auch er stellt den Mann mit gekonnter Akzentuierung dar. Sehr gut gefallen hat mir Kai-Hendrik Möller als Ian Murdoch, bei dem er seine fiese Seite gut herauslassen kann. Weitere Sprecher sind Melanie Fouche, Karin Eckhold und Eckart Dux.

Einige der verwendeten Musikstücke sind schon aus den vorigen Sherlock Holmes-Folgen bekannt, andere wollen die Szenenübergänge nicht ganz so gut gestalten, indem sie überdramatisch oder unpassend wirken. Trotzdem kann die eher sachliche Atmosphäre des Hörspiels überzeugen.

Der tote Mr. McPherson ist auf dem Cover zu sehen, das insgesamt zu beliebig ist und auch zu vielen anderen Folgen gepasst hätte. Denn die Tatsache, dass er am Strand liegt und dass sein Rücken von Striemen überzogen ist, kann leicht übersehen werden. Die restliche Gestaltung ist wie üblich recht schlicht.

Fazit: Für geübte Hörer zwar leicht zu durchschauen, aber trotzdem gut gemachte und spannende Krimiunterhalung.

VÖ: Februar 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-261-8


Sherlock Holmes - 45. Das Verschwinden der Lady Carfax



Erster Eindruck: Watson im Alleingang

Lady Frances Carfax, eine junge durch Europa reisende Adelige, wird seit Tagen vermisst, ihre Gouvernante macht sich große Sorgen. Sherlock Holmes würde sich der Sache zwar annehmen, ist aber gerade in London unabdingbar und schickt seinen Freund und Partner Dr. Watson nach Baden Baden, wo ihre letzte Spur verläuft. Doch der geht nicht gerade geschickt ans Werk...

Besonders in letzter Zeit sehr gepflegt erscheint nun die mittlerweile 45. Folge der Sherlock Holmes-Serie aus dem Hause Maritim, das uns einen recht konventionellen Anfang bietet, denn eine verschwundene Frau ist nicht gerade der aufregendste Aufhänger einer Folge rund um den englischen Meisterdetektiv. Daraus entwickelt sich jedoch eine durchaus spannende und ansprechende Folge, in der besonders der Teil mit Watsons Solo-Ermittlungen zu erheitern weiß. Sein Ausflug an den Genfer See bringt erste Erkenntnisse und ein unterhaltsames Wiedersehen mit Sherlock Holmes mit sich. Danach wird in bester Krimi-Manier der Fall nach und nach aufgedeckt, wobei einige gelungene Winkelzüge für einen überraschenden Verlauf sorgen. Eine solide Folge, die bestens in die Reihe passt.

Peter Weis ist als Mr. Schlesinger zu hören und erfüllt zwar einige Klischees eines typischen Bösewichts, kann aber insgesamt sehr mit dynamischen Passagen und glaubhafter Betonung überzeugen. Ingeborg Christiansen ist an seiner Seite als Mrs. Fraser zu hören und liefert eine sehr gelungene Vorstellung ab. Gisela Fritsch spricht Holmes' und Watsons Haushälterin Miss Hudson und kann ihre warme Stimme auch hier gut zur Geltung bringen. Weitere Sprecher sind Klaus Dittmann, Anita Hopt und Jan Panczak.

Zwar hält sich die Musik insgesamt auch hier eher zurück, dennoch sind fühlbar mehr Stücke in dem Hörspiel vorhanden als zu Anfangszeiten der Serie. Diese sind nicht immer ganz ideal ausgewählt, können die Situationen aber doch recht stimmig wiedergeben. Die wenigen Geräusche ergänzen den Klang gut und setzen leichte Akzente.

Ein blumengeschmückter Sarg, dazu die passende Schleife mit dem Aufdruck "Rest in peace" - ein ungewöhnliches Titelbild für die Reihe, das wie seine Vorgänger zu künstlich wirkt. Der grüne Rahmen mit Holmes' Gesicht im Schriftzug kommt aber wieder gut zur Geltung.

Fazit: Konventioneller Anfang, spannender Verlauf, Ende mit kleinen Überraschungen - eine solide Folge für den Londoner Meisterdetektiv und seinen Helfer.

VÖ: Februar 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-260-1


Sherlock Holmes - 44. Die Bruce-Partington-Pläne



Erster Eindruck: Familienbande

Ein Fall von großer politischer Tragweite beschäftigt den cleveren Privatdetektiv und seinen Gefährten Dr. Watson. Streng geheime Pläne über ein neues Unterseeboot sind aus der Admiralität verschwunden und werden bei einem Leichnahm in einem U-Bahn-Schacht aufgefunden. Doch drei Blätter fehlen, was niemand anderes als Mycroft, Sherlocks Bruder, entdeckt...

Ein neuer Fall für Sherlock Holmes, und dieses mal einer von fast historischer Tragweite. Dass er bei den verschwundenen Plänen ermittelt und damit in politische Geschehen eingreift, gibt der Folge eine extra Portion Würze. Trotz der lediglich 42 Minuten Laufzeit haben sich aber leider einige Längen eingeschlichen, die auf etwas zu langen Dialogen basieren. Außerdem entsteht stellenweise der Eindruck, dass der Fall kaum vorankommt und auf der Stelle tritt. Doch sind diese Passagen überwunden, darf man sich wieder auf intelligente und überraschende Kriminalunterhaltung freuen, denn mit der Auflösung des Falles hätte in dieser Form wohl kaum jemand gerechnet. Statt innenpolitischer Verwicklungen steht ein ganz anderes, simpleres Motiv hinter der Tat. Diese interessante Wendung und die wunderbar scharf gezeichneten Charaktere machen aus den "Bruce-Pertington-Plänen", immerhin schon Folge 44 der Reihe, ein unterhaltsames Hörspiel.

Mycroft Holmes, der Bruder des bekannten Detektivs, wird von Niels Clausnitzer gesprochen, der glücklicherweise völlig andere Wege einschlägt als Christian Rhode und seinem Charakter so etwas Individuelles verleiht. Volker Brandt kann mit seiner freundlichen und interessanten Stimme wieder als Inspector Lestrade überzeugen. Und wunderbar wie immer ist das Ermittlerduo Christian Rhode und Peter Groeger, die besonders im Zusammenspiel glänzen und sich gegenseitig ergänzen können. Weitere Sprecher sind Manfred Erdmann, Sabine Bohlmann und Gisela Fritsch.

Am Sounddesign der Serie hat sich nicht viel verändert, sodass einem die Szenerie doch schnell ziemlich bekannt vorkommt. Der verminderte Einsatz von Musik fördert die Konzentration auf die sinnigen Dialoge, doch in den Szenenübergängen wird sie gern als Abrundung verwendet. Geräusche sind ebenfalls wenige, aber sinnvolle eingefügt.

Die schlichte Gestaltung mit dem grünen Rahmen, dem Schriftzug mit einem Potrait des Meisterdetektivs sowie das an ein Foto erinnernde Bild fügen sich auch hier wieder gut zusammen. Das Titelmotiv zeigt uns einen Aktenkoffer neben Schienen, sodass der Bezug zum Hörspiel von Anfang an klar ist.

Fazit: Die Brisanz des Falles und die eigentlich simple Auflösung machen diese Folge interessant, auch wenn es schon bessere Geschichten der Serie gegeben hat.

VÖ: April 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-259-5


Sherlock Holmes - 43. Die Pappschachtel



Erster Eindruck: Ungewöhnlicher Inhalt mit Folgen

Erneut wendet sich Inspektor Lestrade mit einem kniffligen Fall, in dem er nicht weiterkommt, an Sherlock Holmes, den Meisterdetektiv. Susan Cushing hat ein Paket bekommen, das zwei menschliche Ohren enthält. Der grausame Fund ist für die Dame kaum zu erklären. Doch schnell findet Sherlock Holmes mit Hilfe von Dr. Watson eine heiße Spur...

Auch in der 43. Sherlock Holmes-Folge "Die Pappschachtel" benötigt Inspektor Lestrade die Hilfe des Meisterdetektivs, der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich also recht gewöhnlich. Doch danach bahnt sich wieder ein Fall an, der es für den Hörer in sich hat. Die zwei abgeschnittenen Ohren in der Titelgebenden Pappschachtel sind vorerst der einzige Hinweis, denn die Befragung von Susan Cushing kann keine großen Erkenntnisse bieten. Trotzdem gelingt es Holmes mit Leichtigkeit, den Fall zu lösen - und erklärt ihn zum Amusement des Publikums für zu leicht. Der Fall ist gradlinig erzählt, kann aber trotzdem einige Winkelzüge vorweisen, die das Geschehen interessant und spannend halten. Dabei kann das Zusammenspiel von Holmes und Watson einmal mehr Überzeugen. Eine sehr gute Folge der Serie, die ich Krimifans dringend ans Herz legen möchte.

Volker Brandt ist als Lestrade eine wundervolle Ergänzung zu den beiden Hauptsprechern, denn der leicht leicht schusselige Inspektor ist nicht nur eine humorvolle Figur, sondern wird auch gekonnt umgesetzt. Anke Reitzenstein spricht die Susan Cushing mit ihrer warmen, weichen Stimme und passt sehr gut in die Folge. Als ihre Schwester Sarah ist Tina Eschmann zu hören, die ihre Stimme sehr dynamisch wirken lässt. Weiterhin zu hören sind Ghadah Al-Akel, Andreas Borcherding und Michael Scherthaner.

Gewohnt schlicht ist die akkustische Gestaltung der Folge, bis auf die grandiose Titelmelodie ist die Musik nur sehr hintergründig angesiedelt. Der Fokus steht eindeutig auf den gelungenen Dialogen und erlauben dem Hörer eine eher sachliche Herangehensweise an den Fall - und das wäre wohl ganz im Sinne des Meisterdetektivs.

Der schon recht unappetitliche Inhalt der Pappschachtel wird auf dem Cover auch optisch dargestellt. Warum das zweite Ohr nicht zu sehen ist, wundert mich dann aber schon. Gewohnt schlicht und passend ist die Gestaltung von Rückseite und Booklet, wobei alle nötigen Informationen enthalten sind.

Fazit: Ein interessanter und gut erzählter Fall für Sherlock Holmes und Watson, der die hohe Qualität der Reihe unterstreicht.

VÖ: Januar 2010
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-258-8


Sherlock Holmes - 42. Das Rätsel von Boscombe Valley



Erster Eindruck: Der Blick in die Vergangenheit...

Charles McCarthys Leiche wird in einem abgelegenen Wald gefunden. Inspector Lestrade glaubt, sein Sohn habe ihn ermordet, viele Indizien deuten tatsächlich darauf hin. Doch Sherlock Holmes ist von dessen Unschuld überzeugt und beginnt zusammen mit Dr. Watson zu ermitteln. Aber ist das letzte Streitgespräch zwischen Vater und Sohn nicht doch zu eindeutig?

Wiederholungen in Hörspielserien sind nichts Besonderes, oft nicht zu vermeiden und auch nicht weiter schlimm. So sind einige Parallelen zwischen der 42. Folge "Das Rätsel von Boscombe Valley" und "Abbey Grange" nicht weiter verwunderlich. Umso mehr jedoch, dass diese beiden Teile direkt aufeinander folgen. Ein größerer Abstand wäre wünschenswert gewesen, ansonsten haben wir es bei Nummer 42 der Reihe wieder mit einem tadellosen Fall des Meisterdetektivs zu tun. Die Ermittlungen sind spannend und logisch aufgebaut. Besonders gelungen ist wieder die Konzentration auf Details, die Sherlock Holmes schließlich zum richtigen Ergebnis führen. Auch, dass der Fall nicht gleich zu Anfang zu durchschauen ist, ist ein großer Vorteil und hält das Interesse beim Hörer groß. Ein weiterer spannender Fall, der die Qualität der Serie weiter betont.

An dieser Stelle sei den beiden Hauptdarstellern ausdrückliches Lob zu gesprochen. Christian Rode wirkt als Sherlock Holmes sehr scharfsinnig, während Peter Groeger als Dr. Watson großer Sympathieträger ist. Im gemeinsamen Zusammenspiel entwickeln sie jedoch eine ganz eigene Dynamik, die absolut authentisch und spontan wirkt. Ein perfektes Team für die Serie! Christian Toberentz spricht in dieser Folge James McCarthy und überzeugt mit treffsicherer Stimme. Weiterhin zu hören sind Jo Kern, Susanne Meikl und Klaus Dittmann.

Im typischen Sounddesign der Serie ist auch diese Folge gehalten. Das bedeutet einen wirklich großartigen Titelsong, der die idealee Einstimmung bietet, passende Geräusche und nur wenige, aber harmonische Musikstücke. Ein eher schlichter Klang, der jedoch gut zu der Geschichte passt.

Zwei Schuhe und ein flacher Stein, mit dem Charles McCarthy ofentsichtlich getötet wurde, auch für diese Folge wurde wieder ein einfaches, aber aussagekräftiges Motiv für die Covergestaltung gefunden. Die übersichtliche Aufmachung wird durch einige Sprecherangaben auf der Rückseite ergänzt, sodass man gleich weiß, auf wen man sich einstellen kann.

Fazit: Die Nähe zu der vorigen Flge täuscht nicht darüber hinweg, dass auch diese Folge Krimiunterhaltung auf sehr hohem Niveau ist.

VÖ: 17.November 2009
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-247-2


Sherlock Holmes - 41. Abbey Grange



Erster Eindruck: Ein Knoten und eine Flasche Wein...

Inspector Lestrade von Scotlabd Yard sucht einmal mehr die Hilfe des berühmten Meisterdetektivs Sherlock Holmes: Ein hoch angesehener Mann wurde in seinem Anwesen brutal erschlagen, seine Frau musste gefesselt und geknebelt zusehen. Doch steckt wirklich die gesuchte Einbrecherbande hinter diesem grausamen Mord?

Nach vierzig Folgen Sherlock Holmes aus der Maritim-Reihe ist es sehr löblich, dass die Folgen immer noch überraschen können. So auch "Abbey Grange", der Nummer 41, das die Hintergründe eines eigentlich offensichtlichen Falles aufdeckt. Die von Lestrade angestellten Ermittlungsergebnisse werden von Holmes nicht nur abgezweifelt, sondern durch Details wiederlegt. Diese scharfe Analyse der Gegebenheiten macht die Serie so besonders und wird auch hier sehr gut ausgearbeitet. Dass bei den nachfolgenden Ermittlungen der Zufall eine große Rolle spielt, sei verziehen, denn spannend und rätselhaft sind sie dennoch. Besonders das Ende, das Sherlock Holmes auf äußerst unkonventionelle Weise löst, hat mich überzeugt. Erwähnenswert ist hier das tolle Zusammenspiel von Holmes mit Watson, durch die enge Bindung zueinander wachsen die beiden Charaktere auch dem Hörer ans Herz, dass aus der Sicht von Watson erzählt wird rückt die Geschichte zudem noch näher und lässt sie glaubwürdiger wirken. Wieder ein rundum gelungenes Hörspiel der Serie, dass ich jedem Krimifan nur ans Herz legen kann.

Volker Brandt ist einmal mehr als Lestrade zu hören. Er stellt den Inspector mit seiner unnachahmlich lockeren Art dar und verleiht ihm so etwas sehr Sympathisches. Ghada Al-Akel ist als Lady Brackenstall, die Witwe, zu hören und schafft es, ihre Rolle mit dem nötigen Ernst zu begegnen. Susanne Meikl spricht ihre Dienstbotin Theresa Wright und ist ebenfalls sehr glaubhaft. Neben Christian Rode und Peter Groeger sind noch Walter von Hauff und Ole Pfennig zu hören.

Die akkustische Gestaltung gibt zusammen mit den Sprechern und der Geschichte ein einheitliches Bild ab. Alles wirkt gut aufeinander abgestimmt und passend. Musik ist dabei eher selten zu hören, die Konzetration liegt völlig auf den Sprechern, die von einigen gezielt eingebauten Geräuschen sinnvoll ubterstützt werden.

Der Stuhl, auf den Lady Brackenstall gefesselt war, ist ein wunderbares Motiv für die Coverillustration. Simon Römer hat ein Bild geschaffen, das zu der Geschichte passt und Neugierde weckt, ohne zu viel zu verraten. Der Rahmen in der Optik eines alten Fotos und der grüne Hintergrund passen wieder gut dazu.

Fazit: Eine einfallsreiche und unterhaltsame Geschichte, die von den Sprechern sehr gut in Szene gesetzt wurde. Besonders das überraschende Ende ist lobenswert.

VÖ: 17.November 2009
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-86714-246-5


Sherlock Holmes - 40. Der goldene Kneifer



Erster Eindruck: Eine Brille und ihre Folgen

Ein weiterer kniffliger Fall wartet auf Sherlock Holmes und Dr. Watson, denn Inspector Lestrade findet keinen Hinweis auf ein Motiv oder einen Täter. Der Sekretär des behinderten Professor Coram war überall beliebt, wurde dennoch im Arabeitszimmer erschossen. Holmes findet erste Anhaltspunkte, als er die restlichen Bediensteten befragt...

Wie die vorige Folge bietet auch Nummer 40 aus der "Maritim"en Sherlock Holmes-Serie einen sehr kniffligen Fall, der über lange Zeit sehr undurchsichtig ist und erst gegen Ende seine sinnvolle Aufklärung erhält. Bemerkenswert ist die Steigerung des Tempos: Obwohl das Hörspiel recht gemächlich beginnt und nur wenig über den Fall bekannt wird, wirkt die Szenerie keineswegs langsam oder spannungsarm, es ist sehr gute Unterhaltung. Mit fortschreitender Zeit wird immer mehr Geschwindigkeit zugelegt, immer neue Aspekte werden eingebracht und führen schließlich zur Überführung des Täters. Jede Menge Spannung also, die mit den Rafinessen des Sherlock Holmes ausgeschmückt wird. Es erstaunt nicht nur Watson und Lestrade, wie er aus einfachen Beobachtungen und kleinen Tricks große Schlüsse ziehen kann. Das ungewöhnliche Ende sorgt für den letzten Anstoß zur uneingeschränkten Empfehlung meinerseits.

Volker Brandt spricht wieder den Inspector Lestrade und verleiht ihm mit seiner unkonventionellen Art zu sprechen etwas sehr Charmantes. Als Professor Coram ist Eckart Dux zu hören, der seine Passagen mit seiner harten Aussprache einprägsam gestaltet. Christine Pappert hat gegen Ende einen phantastischen Auftritt, den sie trotz längerer Erzählpassagen dynamisch zu gestalten weiß und besonders gegen Ende alles aus sich heraus holt. Reent Reins, Klaus Dittmann und Peter Weis sind ebenfalls zu hören.

Ein unauffälliger, aber gelungener akkustischer Rahmen begleitet den Fall und setzt wenige, gekonnte Akzente. So ist die Musik immer eher im Hintergrund, sorgt aber an den richtigen Stellen für eine angenehme Atmosphäre, um das Gehörte verarbeiten zu können. Auch die Geräusche wirken glaubhaft, lenken aber nicht von den Sprechern ab.

Der goldene Kneifer ist der verkrümmten Hand des Ermordeten bildet dieses mal die Illustration des Covers. Der Hinweis, der hauptsächlich zu den Schlussfolgerungen von Holmes führt, steht somit auch hier im Vordergrund, während der bekannte grüne Rahmen den schlichten Gegenpart stellt, um die Zeichnung wirken zu lassen.

Fazit: Ein gut durchdachter und spannener Fall für Sherlock Holmes, der bei Krimifans wahrscheinlich gut aufgenommen wird.


Sherlock Holmes - 39. Die Thor-Brücke



Erster Eindruck: Eifersucht und ihre Folgen...

Der aufgebrachte Mr. Gibson sucht die Hilfe von Sherlock Holmes in einer äußerst pikanten Angelegenheit: Seine Gouvernante und Geliebte Grace Dunbar soll seine Frau erschossen haben, die Beweislast scheint eindeutig. Doch der Meisterdetektiv will nicht an ihre Schuld glauben und taucht ein in diesen vielschichtigen Fall...

"Die Thor-Brücke", die 39. Folge der Sherlock Holmes-Reihe von Maritim, ist wieder eine Folge für alle, die das Detail lieben. So wird dieser sehr geheimnisvolle und vielseitige Fall von Sherlock Holmes durch äußerst winzige Kleinigkeiten gelöst, die erst zusammen ein stimmiges Bild ergeben. Dieses ist für den Hörer sehr abwechslungsreich und spannend gestaltet worden, denn auch ihm offenbart sich das gesamte Ausmaß des Falles nur nach und nach, bis das überraschende Ende folgt. Bis kurz vor Schluss tappt der Hörer im Dunkeln und kann sich kaum einen Reim auf die Ereignisse machen. Doch ebenfalls sorgt ein weiteres, wesentliches Detail für das Gelingen der Folge: Der charmante Humor, der sich besonders in der Beziehung von Holmes und seinem Freund Watson offenbart. Immer wieder huscht ein breites Schmunzeln über das Gesicht, wenn die beiden ihre Späße austauschen oder in leicht skurille Situationen gelangen. Eine wunderbare Folge, die mit einer pfiffigen Auflösung und einer tollen Atmosphäre glänzt.

Michael Schernthaner ist als Neil Gibson eine tolle Besetzung. Denn vom Aufbrausenden über das Hasserfüllte bis zum Gefühlvollen bringt er alle Facetten des Goldbarons gut herüber. Sabine Bohlmann spricht die sanftmütige Drace Dunbar mit Hingabe und verleiht ihr mit ihrer unverkennbaren Stimme etwas Einzigartiges. Einmal mehr tut sich aber besonders Sandra Schwittau hervor, die die heißblütige Maria Gibson sehr leidenschaftlich wirken lässt. Weitere Sprecher sind Michael Habeck und natürlich Christian Rode und Peter Groeger.

Gut gelungen ist dieses mal wieder die musikalische Gestaltung des Hörspiels. Verschiedene Themen sind schon aus anderen Folgen der Reihe bekannt, doch auch frisch wirkende Musikstücke kommen vor und runden alles ab. Positiv anzumerken ist, dass auch während mancher Dialoge leise Musik im Hintergrund zu hören ist, die alles viel stimmiger wirken lassen.

Die Brücke, an der sich der Mord an Maria Gibson ereignet hat, ist blutbespritzt auf dem Titelbild zu sehen. Eine weise Wahl, denn sie ist nicht nur der schön anzusehende optische Mittelpunkt der Illustration, sondern spielt auch in der Folge eine entscheidende Rolle. Das empfohlene Alter auf der CD ist eine sinnvolle Entscheidung.

Fazit: Spannend, bis ins Ende gut durchdacht und perfide. Hier überzeugt Sherlock Holmes wieder einmal vollkommen.


Sherlock Holmes - 38 - Das gesprenkelte Band



Erster Eindruck: Listenreiche Todesfälle

Helen Stoner lebt zusammen mit ihrem Stiefvater auf einem heruntergewirtschafteten Landsitz, doch sie fürchtet den menschenverachtenden Mann. Vor Jahren, als ihre Zwillingsschwester heiraten wollte, starb diese unter mysteriösen Umständen, konnte gerade noch auf das "gesprenkelte Band" hinweisen. Nun hat auch Helen einen Antrag bekommen. In ihrer Angst wendet sie sich an Sherlock Holmes...

In seinem 38. Fall bekommen Sherlock Holmes und sein Assistent Dr. Watson wieder Besuch von einer verzweifelten jungen Frau. Schon der Bericht von Helen Stoner ist interessant und stellt ihre aussichtslose Lage unterhaltsam dar, die der Ausgangspunkt für diese Geschichte ist. Viele kleine Details geben nicht nur dem Ermittlerduo Rätsel auf, sondern insbesondere auch dem Zuhörer. Die eigentlichen Ermittlungen sind wieder gewohnt kurzweilig, wobei die scharfe Kombinationsgabe von Sherlock Holmes wieder begeistert. Die Figur des Dr. Grimesby Roylott ist sehr reizvoll und steckt voller Gemeinheiten. Die Auflösung des Falles bietet kleine Überraschungen, die man so nicht erwartet hätte, und mündet in einem außergewöhnlichen Schluss. Auch "Das gesprenkelte Band" ist wieder hervorragend gelungen und sollte in keiner guten Hörspiel-Krimi-Sammlung fehlen.

Als Helen Stoner ist Arianne Borbach zu hören, die die junge Frau treffend verzweifelt wirken lässt und in jeder Szene die richtige Stimmung zu erzeugen weiß. Ihre Schwester Julia Stoner wird von Dagmar Dempe gesprochen, wobei die beiden sich wirklich sehr ähnlich klingen und auf einem gleich hohem sprecherischen Niveau sind. Besonders gut hat mir Eberhard Prüter gefallen, der den Dr. Grimesby Roylott extrem fies wirken lässt. Weitere Sprecher sind Sascha Draeger, Andreas von der Meden und Gerhard Acktun.

Dass die musikalische Gestaltung dieser Reihe eher zurückgehalten ist, ist schon lange bekannt. Doch auch hier zeigt sich, dass eine überladene Produktion fehl am Platze wäre, da es nicht zu der logischen Grundstimmung der Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle passen würde. Die eingesetzten Geräusche und die wenigen Musikstücke sind die ideale Untermalung hierfür.

Ein gerade entzündetes und hell loderndes Streichholz - viel mehr ist auf der Covergestaltung nicht zu sehen. Und das reicht auch, um die geheimnisvolle Atmosphäre des Falles auszudrücken. Schön, dass hier nichts von der Auflösung verraten wurde! Der Rest der Aufmachung ist wieder recht schlicht, aber ausreichend.

Fazit: Wieder einmal überzeugt die neue Folge von Sherlock Holmes in vollem Maße. Eine weitere grandiose Folge!


Sherlock Holmes - 37. Die einsame Radfahrerin



Erster Eindruck: ... und ihr unheimlicher Verfolger

In ihrer Verzweiflung wendet sich die attraktive Miss Violet Smith an den Londoner Privatdetektiv Sherlock Holmes. Seit Wochen wird sie an einer gewissen Stelle ihres Arbeitsweges, den sie mit ihrem Fahrrad bestreitet, von einem Mann verfolgt. Dieser gibt sich aber nie zu erkennen. Hat dies mit ihrer neuen Arbeitsstelle als Musiklehrerin zu tun?

Den 37. Fall der Maritim-Serie für Sherlock Holmes nimmt dieser vorerst nicht ganz so wichtig, weswegen nun sein Assistent Dr. Watson die ersten Recherchen anstellen muss. Eine interessante Aternative und recht unterhaltsam, da beim anschließenden Gespräch mit Sherlock Holmes der Scharfsinn und die Wandlungsfähigkeit des Detektivs einmal mehr gezeigt wird. Der Rest des Falles ist solide Kost und fällt nicht sonderlich aus dem Rahmen: Die Ermittlungen sind kurzweilig, der Fall logisch aufgebaut und nachvollziehbar, das Ende bietet eine kleine Überraschung. Wirkliche Spannung will aber nicht ganz aufkommen, dazu ist die Geschichte doch etwas zu simpel gestrickt. Positiv zu erwähnen ist noch die Zusammenfassung von Dr. Watson, welche Strafen die Täter zu erwarten haben. Mit "Die einsame Radfahrerin" ist vielleicht kein Meisterwerk gelungen, aber immer noch eine sehr soldie Folge der Serie.

Nicht viele Sprecher sind nötig, um die Geschichte zu erzählen, diese sind aber wie immer sehr gut ausgewählt. Sabine Bohlmann ist als Violet Smith zu hören. Ihre fast ein wenig kindliche Stimme passt hervorragend zu der jungen und leicht naiven Frau. Andreas von der Meden ist dieses mal als unsympathischer Fiesling Mr. Woodley zu hören und meistert auch diese Rolle mit der ihm eigenen Stimmfarbe. Auch Michael Habeck ist als Williamson eine gute Wahl, der sich gut auf seine Rolle einlässt. Weitere Sprecher sind Manfred Erdmann und natürlich Christian Rode und Peter Groeger.

Weil die akkustische Gestaltung wieder recht sachlich ausgefallen ist und ihren Schwerpunkt eher auf den Einsatz von Geräuschen hat, kommen die wenigen, aber sehr passenden und gut gewählten Musikstücke wesentlich besser zur Geltung und entfalten eine große Wirkung. So kann die Spannung zusätzlich etwas angeheizt werden.

Die Coverillustration zeigt uns die einsame Radfahrerin aus einer sehr interessanten Perspektive, denn nur das Rad und ein Teil vom wehenden Rock sind zu erkennen. Auf mich hat das Bild eine recht romantische Wirkung und erinnert an die vergangenen Zeiten, zu denen die Geschichten über Sherlock Holmes verfasst wurden.

Fazit: Ein typischer Fall für Sherlock Holmes, der mit einem kleinen Kniff am Ende ein wenig Pfeffer bekommt.

 


Sherlock Holmes - 36. Der Teufelsfuß



Erster Eindruck: Der Wahnsinn kommt über Nacht

Selbst in seinem wohlverdienten (und nicht ganz freiwilligen) Urlaub will sich Sherlock Holmes lieber einem verzwickten Kriminalfall als langen Spaziergängen widmen. Da kommt ihm der Besuch des örtlichen Vikars nur recht, der ihn auf eine merkwürdige Gegebenheit hinweist: Zwei Männer haben über Nacht völlig den Verstand verloren, die Schwester sitzt daneben - tot. Und das, obwohl ihr Bruder den Raum genauso vorfindet, wie er ihn verlassen hat...

Nach einer halbstündigen Vorgängerfolge bietet uns die 36. Sherlock Holmes-Folge wieder eine etwas längere Laufzeit von 71 Minuten. Und auch diese sind wieder bis an den Rand mit einer sehr guten Geschichte des Privatdetektivs angefüllt. Schon der Anfang ist herrlich, in dem Sherlock Holmes und sein Assistent Dr. Watson ein lustiges Streitgespräch führen, der teils bissige Humor zieht sich auch durch den Rest des Hörspiels und ist immer wieder für ein Schmunzeln gut. Sehr gut gelöst ist einmal mehr, dass Dr. Watson nicht nur als Figur im Hörspiel vorkommt, sondern wie in den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle auch Erzählparts hat. So rücken die Texte näher an die Hauptpersonen heran, als wenn sie von einem Dritten übernommen worden wären. Der Fall an sich ist einer der besseren: Das Ausgangsszenario ist ziemlich rätselhaft und undurchsichtig, die Ermittlungen bauen logisch darauf auf. Bis zum Ende kann der Hörer miträtseln, was hinter der Fall steckt. Ein besonderes Highlight ist die Szene, in der Sherlock Holmes fast selbst dem Wahnsinn verfällt, eine gelungene und beängstigende Szene. Ein weiterer, dieses mal recht ausführlicher Fall, der mich vollends überzeugt hat.

Gelobt sei noch einmal die hervorragende Leistung von Christian Rode als Sherlock Holmes. Mit bissigem Humor und leicht überheblicher Stimmfarbe zeichnet er ein sehr genaues Bild seines Charakters, während er in der oben erwähnten Szene seine Wandelbarkeit beängstigend echt unter Beweis stellt. Die ideale Ergänzung für ihn ist wieder einmal Peter Groeger, der den Dr. Watson sehr gutmütig erscheinen lässt und mit Rode auf dem gleichen hohen Niveau steht. Kai-Hendrik Möller ist als unsympathischer Dr. Leon Sterndale zu hören und liefert eine sehr solide Leistung ab. Weitere Sprecher sind Karin Eckhold, Andreas von der Meden und Voker Bogdan.

Gewohnt zurückhaltend ist die akkustische Gestaltung dieser Hörspielserie. Ein paar Geräusche verleihen der Handlung zwar Atmosphäre, wobei sie sehr realistisch wirken und an den richtigen Stellen verwendet werden. Musik ist aber fast keine zu hören - so liegt der Fokus eindeutig auf den Sprechern und der gelungenen Story.

Einmal mehr überzeugt die Aufmachung des Covers: Ein schlichter Schriftzug, in dem ein kleines Portrait von Sherlock Holmes integriert ist, eine grüne Umrahmung, dazu ein weißer Rahmen, der an ein altes Foto erinnert. Die eigentliche Illustration wirkt mir persönlich zu computergeneriert, fasst aber die Ausgangsszene gut zusammen.

Fazit: Spannend und unterhaltsam wie eh und je ist diese Sherlock Holmes-Folge eine der besten der Reihe. Äußerst gelungen und ein Muss für jeden Krimifan.

 


Sherlock Holmes - 35. Die verschleierte Mieterin



Erster Eindruck: Eine neue Herausforderung für Sherlock Holmes

Mrs. Merrilow, eine Londoner Pensionswirtin, wundert sich schon seit längerem über ihre Mieterin Mrs. Ronder, die stets verschleiert auftritt und keinem ihr Gesicht zeigt. Als Mrs. Merrilow doch einen Blick auf die Frau werfen kann, ist sie entsetzt ob der vielen Narben. Sie wendet sich an den Privatdetektiven Sherlock Holmes und erzählt ihm eine Geschichte aus ihrer eigenen Vergangenheit...

Nur eine gute halbe Stunde Laufzeit - reicht das für ein gutes Kriminalhörspiel? Die 35. Folge der "maritimen" Sherlock Holmes-Serie gibt ein klares "ja" zur Antwort. "Die verschleierte Mieterin" ist dabei ein recht ungewöhnliches Hörspiel, denn statt selbst zu ermitteln bekommt der berühmte Londoner Detektiv eine Geschichte erzählt, die ihre Spuren bis in die Gegenwart zieht. Diese interessante Erzählweise ist eine willkommene Abwechslung und stellt etwas Besonderes dar - auch wenn der Fall an sich nicht der innovativste ist. Trotzdem hat man das Gefühl, etwas Neues zu hören, dass lobenswerterweise wieder von den Gefühlen der Menschen ausgeht und ihre Motive und Gründe beleuchtet. Die kurze Spieldauer sorgt für ein hohes Erzähltempo, und so ist dieses Hörspiel ideal für kleinere Zwischenpausen, für Krimifans ist die Serie sowieso ein Muss!

Wieder wurde für das Gelingen der Folge nur eine recht kleine Anzahl an Sprechern gebraucht. Pia Werfel spricht die Mrs. Merrilow sehr vielschichtig und weiß den Hörer geschickt zu überraschen und den Fall zu lenken. Als Mrs. Ronder hören wir Karin Eckhold, die mal wieder eine klare Charakterisierung ihrer Rolle schafft und somit sehr glaubhaft wirkt. Auch Peter Weis ist als Mr. Ronder eine sehr gute Wahl gewesen. Außerdem zu hören sind Reent Reins, Eckart Dux und Klaus Dittmann.

Wieder wurde ein gelungenes Intro geschaffen, das mit eingängiger Musik und der eindringlichen Stimme von Peter Groeger als Dr. Watson Spannung auf den Fall zu erwecken weiß. Die darauf folgende Titelmelodie läutet dann den Fall an sich ein. Auch die restliche akkustische Gestaltung weiß mit wenigen gut platzierten Arrangements und Geräuschen zu überzeugen.

Die Augen einer jungen Frau auf dem Titelbild zu präsentieren finde ich sehr gelungen, der grüne Rahmen um die Illustration mit dem chicen Schriftzug bewährt sich einmal mehr, die restliche Aufmachung ist gewohnt schlicht und nüchtern, aber ausreichend.

Fazit: Eine außergewöhnliche und spannende Folge von Sherlock Holmes, die ich jedem nur ans Herz legen kann.


Sherlock Holmes - 34. Charles Augustus Milverton



Erster Eindruck: Sherlock Holmes wechselt die Seiten

Wieder einmal werden die Künste des Meisterdetektivs Sherlock Holmes benötigt: Charles Augustus Milverton, ein Immobilienmaklers der von Sherlock Holmes aufgrund seiner erpresserischen Tätigkeiten verabscheut wird, hat in Lady Eva Brackwell ein neues Opfer gefunden. Ein kompromittierender Brief bringt die junge Dame in Bedrängnis, und Sherlock Holmes soll nicht etwa den Fall aufklären, sondern möglichst gute Bedingungen aushandeln. Doch auch hier greift er zu unkonventionellen Methoden...

"Eine absolut einzigartige Erfahrung" - so beschreibt Dr. Watson den 34. Fall aus der Maritim-Serie "Charles Augustus Milverton". So innovativ ist die Folge dann für den Hörer aber doch nicht, streckenweise erinnert sie nämlich an den vorletzten Fall "Der schwarze Peter". Selbstverständlich sind die Handlungen durch die Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle vorgegeben, aber ein wenig mehr Abstand zwischen diesen beiden Folgen wäre wünschenswert gewesen. Ansonsten wird wieder tadellose Unterhaltung geboten: Der Fall ist spannend, undurchsichtig und bringt unseren beliebten Schnüffler in einige ungewöhnliche Situationen. Die Charaktere werden allesamt gut beschrieben, besonders die Titel gebende Figur ist so ganz anders als erwartet und ein gleichwertiger Gegenspieler für das Ermittlerduo. Auch der typische britisch-schwarze Humor, der oft sehr hintergründig ist, kommt nicht zu kurz. Nicht die Überflieger-Folge aber immer noch eine sehr gute Folge der Krimiserie.

Charles Augustus Milverton wird mit einer überraschenden Mischung aus Höflichkeit und Eiseskälte von Christian Mey gesprochen, der sehr punktiert und präzise spricht. Mal wieder mit dabei ist Volker Brandt als Inspektor Lestrade, der seine Figur vollkommen verinnerlicht hat und sie sehr gekonnt spricht. In einer etwas kleineren Rolle als Agatha hören wir die vielseitige Jo Kern, die auch hier wieder einen guten Eindruck hinterlässt. Weitere Sprecher sind Susanne Meikl, Philipp Brammer und Ole Pfennig.

Abwechslung gibt es dieses mal am Anfang der Folge, bei dem Dr. Watson die Einleitung spricht. Sie ist mit sehr angenehmer Musik unterlegt, die bekannte und spannungsgeladene Titelmelodie ist erst etwas später zu hören. Die restliche Gestaltung ist wie immer nur mit einigen Geräuschen unterlegt, was sehr gut zu den Geschichten passt..

Wieder ein sehr gelungenes Titelbild: Eine Pistole, die auf einen Mann im Anzug gerichtet ist, finde ich wesentlich besser als die oft merkwürdig anmutende Darstellung eines Menschen, zumal die Tapte im Hintergrund wahnsinnig gut zum verwendeten Grünton des Rahmens passt.

Fazit: Eine sehr dynamische und vielschichtige Folge der genialen Sherlock Holmes-Reihe, die bestimmt ab und an im meinem CD-Player landen wird.


Sherlock Holmes - 33. Der schwarze Peter



Erster Eindruck: Ein Mord für Sherlock Holmes

Dr. Watson wundert sich ein wenig, als Sherlock Holmes ihm berichtet, warum er mit einer Harpune bewaffnet nach Hause kommt. Doch das gehört zu dem neuen Fall des Meisterdetektivs, der von Scotland Yard gebeten wurde, den brutalen Tod eines Captains aufzuklären. Und auch hier sind wieder die Spürnase und die unkonventionellen Methoden eines Sherlock Holmes gefragt...

Für ausschweifende Ermittlungsverfahren sind wohl andere zuständig - Sherlock Holmes, der geniale Detektiv, ist auch in der dazugehörigen Serie des Dortmunder Labels Maritim sehr gradlinig und eher kurz und knackig statt langgezogen. Deswegen läuft die 33. Folge "Der schwarze Peter" auch nur eine halbe Stunde, was dem geneigten Krimifan gute Unterhalttung für zwischendurch bietet. Trotzdem steckt in dieser Folge alles, was die Serie so charmant und lohnenswert macht: Dr. Watson, der nicht nur als Figur agiert, sondern auch als Erzähler dient, ein rätselhafter Fall und natürlich Sherlock Holmes, der alles hinterfragt und nicht auf den Schein hereinfällt. Seine Vorgehensweisen sind unterhaltsam, der Fall spannend und durchdacht, also insgesamt eine gute Folge der Serie.

Größtes Lob für Christan Rode, der mit seiner Rolle als Londoner Privatdetektiv fest verwachsen zu sein scheint und sie in- und auswendig zu kennen scheint. Ebenso grandios ist Peter Groeger als Dr. Watson, der mit seinem trockenen Humor Schwung in die Geschichte bringt. Walter von Hauff spricht den jungen John Hopley Neligan, der Mordverdächtig ist, sehr professionell und gekonnt. Weitere Sprecher sind unter anderem Gisela Fritsch, Bernd Vollbrecht und Gernot Endemann.

Zur Musik bleibt nicht mehr viel zu sagen: Auch hier ist sie äußerst spärlich eingesetzt, was aber wunderbar zu der Geschichte passt und die Sprecher eindeutig in den Vordergrund stellt. Auch in dieser 33. Folge kann das überzeugen.

Die Coverillustration ist mit dem durchbohrten Körper des Captains ungewöhnlich anschaulich geworden und mit den Blutflecken nicht sonderlich appetitlich. Und bei einem professionellen Label wie Maritim ist es sicherlich nicht nötig, die angegebene Laufzeit um drei Minuten nach oben zu korrigieren.

Fazit: Gegenüber dem genialen Vorgänger fällt diese Folge leicht ab, kann aber durch ihre Reduktion auf das Nötige in einer halben Stunde gut unterhalten.


Sherlock Holmes 32. Der rote Kreis



Erster Eindruck: Mieter und andere Schwierigkeiten…

Als die Vermieterin Mrs. Warren Sherlock Holmes um Hilfe bittet, ist dieser nicht sonderlich interessiert. Denn nur weil ihr Mieter nur über handschriftliche Zettel mit ihr kommuniziert und sich nie blicken lässt, wittert der Privatdetektiv noch kein Verbrachen. Doch spätestens als merkwürdige Blinkzeichen die Nacht erhellen und ein Anschlag auf Mr. Warren verübt wird, steht für Holmes fest: Der neue Mieter schwebt in höchster Gefahr…

Mit der 32. Folge der Sherlock Holmes-Reihe ist Maritim eine recht außergewöhnliche gelungen. Denn erst hat der Privatdetektiv kaum Interesse an dem Fall, erst im Laufe der Zeit
Beginnt er mit seinen Ermittlungen. Seine scharfsinnige Auffassungsgabe und sein striktes Vorgehen helfen ihm wieder, aus Blinkzeichen, Zeitungsanzeigen und den Berichten von Mrs. Warren ein zusammenhängendes Ganzes zu sehen. Doch immer noch nicht hat er alles durchschaut, weswegen die Aufklärung des Falles dieses mal bei einer anderen Person liegt. Der Bericht dieser Frau ist für die Serie ungewöhnlich emotional, aber recht abwechslungsreich. Dass er am Ende circa ein Drittel der Laufzeit einnimmt, stört da kaum. Ich jedenfalls finde die Folge, die wieder mit dem trockenen Humor der beiden Ermittler versehen ist, gut gelungen und habe mich bestens unterhalten gefühlt.

Mrs. Warren wird auf leicht hysterische Art wunderbar von Katrin Decker gesprochen, die ihren kurzen Auftritt sehr glaubhaft gestaltet. Auch Dagmar Dempe ist als Emilia Lucca grandios und voller Leidenschaft und Emotion. Dass auch unser Ermittlerduo aus Christian Rode und Peter Groeger da mithalten kann, muss wohl kaum noch erwähnt werden. Die weiteren Rollen sprechen Philipp Brammer, Walter von Hauff und Martin Kessler.

Die Musik hält sich bis auf den tollen Titelsong sehr zurück und taucht kaum auf. Vielmehr sind es die Sprecher, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das wirkt manchmal vielleicht etwas trocken, aber durchaus angemessen für den Stil der Serie.

Das Titelbild kann mich dieses mal nicht wirklich überzeugen. Das wutverzerrte Gesicht wirkt zu computergeneriert, es hat zu wenig mit der Folge zu tun und ist somit nicht so unverwechselbar, als hätte man eine Requisiten aus dem Geschehen verwendet. Die restliche Aufmachung ist wie immer schlicht, aber ausreichend.

Fazit: Eine gute Folge der Serie, die zu den besten gehört. Sherlock Holmes ist und bleibt beste Krimiunterhaltung.


Sherlock Holmes - 31. Die drei Giebel



Erster Eindruck: Ein Hauskauf samt Inventar?

Ein neuer Fall für Sherlock Holmes und seinen Freund Dr. Watson: In das Haus von Mrs. Maberly wurde eingebrochen, und nur ein Manuskript ihres verstorbenen Sohnes wurde gestohlen. Was hat das mysteriöse Angebot, ihr Haus zu kaufen, damit zu tun? Die beiden beginnen mit ihren Ermittlungen...

"Sherlock Holmes" - das Synonym für logisch durchdachte Kriminalunterhaltung. Auch die Umsetzung von Maritim begeistert seit Jahren und geht nun mit Nummer 31 an den Start. Der Fall ist recht typisch für den Privatdetektiven aufgebaut: Vor eine undurchsichtige Situation gestellt, die auf den ersten Blick unlogisch erscheint, stellt er Nachforschungen an und stößt bald auf eine heiße Spur, verfolgt diese stringent und wendet dabei nicht immer ganz konventionelle Methoden an. Keine großen Veränderungen also (was augrund der vorgegebenen Geschichten auch gar nicht möglich wäre) - aber das will man auch gar nicht. Die Serie ist perfekt so, wie sie ist, und mit dem Ende, das Sherlock Holmes auf seine ganz eigene Weise löst, ist der unterhaltsamen Geschichte ein würdiges Ende gesetzt. Eine gute Folge der Serie!

Mrs. Maberly, die bestohlene Hausbesitzerin wird von Roswita Benda gesprochen, die der aufgelösten Frau ihren ganz eigenen Stempel aufdrückt und so sehr glaubhaft wirkt. Katrin Decker hat einen ebenso überzeugenden Auftritt als Isadora Klein, der eine entscheidende Rolle in dem Fall spielt und von ihr gut gesprochen wird. Auch Fritz von Hardenberg setzt diese grundsolide Leistung bei seinem kleinen Part als Makler um. Weitere Sprecher sind Jo Kern, Jürgen Neumann und Ole Pfennig.

Die Musik ist sehr sparsam eingesetzt. Auch wenn an der einen oder anderen Stelle ein wenig mehr Klang als Stilmittel hätte eingesetzt werden können, kann auch diese nüchterne Gestaltung vollkommen überzeugen. Gleiches gilt für die Geräusche.

Die Schreibmaschine und ein Manuskript stehen im Vordergrund der Covergestaltung, die als Foto dargestellt und mit dem typischen grünen Rahmen versehen wurde. Ebenso schlicht und übersichtlich ist die restliche Aufmachung, die sich seit 30 Folgen etabliert hat und auch hier passend ist.

Fazit: Leine absolute Top-Folge der Serie, aber immer noch gute Krimiunterhaltung. Definitiv die beste Umsetzung der Geschichen von Arthut Conan Doyle.


Sherlock Holmes - 30. Eine Frage der Identität



Erster Eindruck: Vertauschte Rollen...

Eine verzweifelte Frau erhofft sich die Hilfe von Sherlock Holmes und Dr. Watson: Am Tag ihrer Hochzeit verschwindet ihr Verlobter während einer Kutschenfahrt spurlos. Das Watson der Meinung ist, dass dieser Fall doch sehr einfach gestrickt ist, übernimmt ausnahmsweise er die Ermittlungen. Dabei muss er sich mit einem tyrannischen Stiefvater, einem großen Erbe und anrührenden Liebesbriefen auseinandersetzen. Doch am Ende stellt doch wieder Holmes die "Frage der Identität"...

Es ist kein einfacher Fall, den sich Watson da in der 30. Folge der Sherlock Holmes-Reihe zugemutet hat. Denn einfach gestalten sich seine Ermittlungen nicht, und an vielen Stellen gerät er an eine Sackgasse, die ihn nicht weiterführt. Wie die meisten der Zuhörer ist auch er überrascht von den Schlussfolgerungen, die der meisterliche Privatdetektiv aus wenigen Indizien ziehen kann, die sich auch noch ausnahmslos als wahr herausstellen. Das alles führt wieder zu einer guten, spannenden Folge, doch das Highlight kommt ganz am Schluss, als Holmes dem Übeltäter der Folge auf ganz spezielle Art und Weise Gerechtigkeit zufügt und damit für große Erheiterung sorgt. Keine Frage, mit Sherlock Holmes hat Maritim die momentan beste Krimiunterhaltung auf dem deutschen Hörspielmarkt.

Christian Rode und Peter Groeger beweisen einmal mehr, dass sie ein perfekt eingespieltes Team sind und ihre Rollen meisterlich und perfekt beherrschen. Unterstützt werden sie von der zauberhaften Veronika Neugebauer, der man ihre Rolle als verzweifelte Braut vollkommen abnimmt, da sie sehr professionell agiert. Auch Michael Schertaner legt als ihr strenger Stiefvater James Windibank eine hervorragende Leistung ab. Weitere Sprecher sind Cornelia Meinhardt, Donald Arthur und Norman Matt.

Auf eine bombastisch angelegte musikalische Gestaltung wird hier wieder verzichtet, was der logisch aufgebauten Handlung gut steht und ihr die Gradlinigkeit nicht nimmt. Ebenso überzeugend und schlicht sind die Geräusche gehalten.

Eine Titelillustration, die wieder mehr andeutet als ins kleinste Detail zu gehen, dazu die nüchterne Aufmachung mit dem schönen Schriftzug, und schon entsteht ein gelungenes Gesamtkonzept, das alle wichtigen Informationen zu der Folge enthält.

Fazit: Sherlock Holmes und Dr. Watson in einem Fall, in dem nicht alles so ist, wie es scheint. Beste Unterhaltung mit Sprechern auf höchstem Niveau.


Sherlock Holmes - 29. Die Liga der Rothaarigen



Erster Eindruck: Ein Pfandleiher in Nöten...

Jabez Wilson, ein Pfandleiher in finanziellen Nöten, erfährt von seinem Assistenten von einer vielversprechenden Stelle: Die "Liga der Rothaarigen", die Personen mit der außergewöhnlichen Haarfarbe zu guten Arbeitsstellen verhilft, bezahlt gutes Geld für eine leichte Aufgabe. Doch nach einigen Wochen ist der Leiter der Liga spurlos verschwunden, und Mr. Wilson sucht die Hilfe von Sherlock Holmes auf. Ob er den merkwürdigen Fall aufklären kann?

Sherlock Holmes dürfte der wohl berühmteste Privatdetektiv der Welt sein, weswegen Maritim völlig zu recht die Geschichten von Arthur Conan Doyle umsetzt. Diese Folge beginnt mit einigen vergnüglichen Kabbeleien zwischen Holmes und seinem Assistenten Dr. Watson, die in den weiteren Ermittlungen immer wieder aufgegriffen werden. Der Fall an sich gibt dem Hörer wieder einige Rätsel auf, die sich um die ungewöhnliche "Liga der Rothaarigen" drehen und erst gegen Ende vom Meisterdetektiv aufgedeckt werden. Für den Hörer wieder recht unbemerkt wurden immer wieder kleine Hinweise eingestreut, die vielleicht nicht dazu geführt hätten, dass man dem Fall selbst auf die Spur kommen konnte, man jedoch nicht völlig im Dunkeln hätte tappen müssen. Der außergewöhnliche Fall und die mal spannende, mal heitere Umsetzung zeugen wieder einmal von der hohen Qualität der Serie.

Jabez Wilson, der hilfesuchende Pfandleiher, wird von Michael Habeck gesprochen. Er stellt den etwas naiven, aber gutmütigen Charakter ganz wunderbar dar. Ebenso gelungen ist der Auftritt von Ole Pfennig als dessen Assistent Vincent Spaulding, der gegen Ende nochmal einen grandiosen Auftritt hat. Ebenfalls am Ende zu hören ist Hartmut Neugebauer als leicht konfuser Mr. Merryweather, der die Geschichte um einem heiteren Aspekt bereichert. Wie immer zu hören sind die fabulösen Christian Rode als Sherlock Holmes und Peter Groeger als Sherlock Holmes, ebenso wie Volker Brandt als Inspector Lestrade.

Das Sounddesign ist dem Maritim-Team wieder sehr gut gelungen. Die Musik gestaltet die Szenenübergänge äußerst harmonisch, ist aber sonst kaum eingesetzt, um den Fokus vollkommen auf den tollen Sprechern und der guten Geschichte zu lassen. Die Geräusche sind wieder realistisch und erleichtern das Verfolgen der Geschehen.

Als gelungen kann wieder das Cover betrachtet werden. Die Szene, in der Wilson von der Auflösung der Liga erfährt, ist hier sehr elegant dargestellt. Ans Hörspiel angehangen finden sich wieder einige lustige Outtakes, die aufgrund eines leicht verdatterten Peter Groeger entstanden sind.

Fazit: Der berühmte Privatdetektiv in einem interessanten, spannenden und ungewöhnlichen Fall, der das Herz jedes Krimifans höher schlagen lässt. Größtes Lob!


Sherlock Holmes - 28. Der Mann mit der entstellten Lippe



Erster Eindruck: Ein Mann auf Abwegen...

Dr. Watson ist gelangweilt, weil sein Partner Sherlock Holmes wieder allein in einem Fall ermittelt. Da kommt der Auftrag einer alten Freundin, die ihren Mann vermisst, gerade recht, und Watson findet den Mann tatsächlich in einer Londoner Opiumhöhle. Doch auch Sherlock Holmes ist zufälligerweise eben dort und bindet Dr. Watson in seine Ermittlungen ein. Auch er sucht im Auftrag einer verzweifelten Frau nach ihrem Ehemann. Mrs. St. Clair sah ihren Gatten noch einige Tage zuvor in einem heruntergekommenen Haus, doch später fand sich dort nur ein entstellter Bettler. Hat er ihren Mann entführt?

Die 28. Folge der "Sherlock Holmes"-Serie von Maritim entführt und nicht in Diplomatenkreise oder höhere Gesellschaftsschichten, sondern ins Londoner Drogenmilieu. Eine Situation, in der sich Dr. Watson sichtlich unwohl fühlt, und so kommen wieder einige herrlich komische Stellen auf, die in der Beziehung von Holmes und Watson ihren Ursprung haben. Doch im Vordergrund steht natürlich wieder der geheimnisvolle Fall, der dieses mal selbst für geübte Krimihörer nur schwer aufzulösen sein dürfte, da er mit einem wirklich überraschenden Ende aufwartet. Die Ermittlungen sind im gewohnt nüchternen Stil ohne große Action gehalten und auf das Wesentliche reduziert, was einen reizvollen Kontrast zur sonstigen Krimilandschaft bildet. Also wieder eine rundum gelungene Folge des Londoner Privatdetektivs.

Gegen Ende der Geschichte bekommen wir mal wieder Volker Brandt als Inspektor Lestrade zu Ohr, der den Polizisten wie immer mit einem gewissen Witz in der Stimme sehr symphatisch wirken lässt. Als Charlotte St. Clair ist Veronika Neugebauer zu hören, die die besorgte Ehefrau glaubhaft und leicht dramatisch herüberbringt. Toll ist Michael Habeck als Jaja, dem Besitzer einer Opiumhöhle. Mit seiner einprägsamen Stimme liefert er eine schräge und für die Serie ungewöhnliche Vertonung ab. Christian Rhode und Peter Groeger sind wie immer als Holmes und Watson zu hören, weiterhin auch Marianne Groß, Michael Schertaner und Michael Pan.

Wie in den vorigen 27 Folgen ist die Musik sehr spartanisch eingesetzt. Während der Handlung hören wir kaum welche, die Titelmusik ist dafür eine der besten ihrer Art. Auch Geräusche sind weniger vorhanden, was die Serie nüchtern wirken lässt und so wunderbar zu der Geschichte passt.

Ein dunkelgrüner Rahmen mit einem eleganten Schriftzug und einer Abbildung Sherlock Holmes', darin eine verschwommene Darstellung des Titel gebenden Mannes mit der entstellten Lippe, mehr braucht es nicht für das gelungene Cover. Auch die restliche Aufmachung beschränkt sich auf das Wesentliche und passt sich so dem Grundton der Geschichte an.

Fazit: Eine sehr gute Folge der sowieso schon hervorragenden Serie mit einem überraschenden Ende. Toll!


Sherlock Holmes 27. Der vermisste Rugbyspieler



Erster Eindruck: Wieder eine Glanzleistung

Der Rugby-Spieler Godfrey Stunton wird kurz vor einem wichtigen Spiel vermisst. In seiner Verzweiflung sucht sein Trainer Mr. Overton den Meisterdetektiv Sherlock Holmes und seinen Assistenten Dr. Watson auf. Bei ihren Ermittlungen haben sie nur weniger Anhaltspunkte, kommen aber durch Fragmente eines Telegramms auf die Spur von Lord M.J., einen nicht mehr praktizierenden Arzt. Hat er etwas mit dem Verschwinden zu tun? Oder warum sträubt er sich so gegen Zusammenarbeit mit dem kriminalistischen Duo und behindert sie, wo er nur kann?

Längst Kult sind seit langem die Geschichten um Sherlock Holmes und Dr. Watson von Sir Arthur Conan Doyle. Besonders an ihnen ist, dass anders als sonst in Krimigeschichten die harten Fakten und die logischen Schlussfolgerungen im Vordergrund stehen und haarsträubende Auflösungen oder viel Action nie zu finden sind. Diese Folge mit dem Titel Der vermisste Rugbyspieler lässt zwar eine Sportfolge vermuten, dem ist aber mitnichten so. Vielmehr ist die Figur des Lord M.J. verantwortlich für das tolle Gelingen der Folge, da er Holmes ebenbürtig zu sein scheint. So baut sich über die gesamte Spielzeit von 78 Minuten ein spannendes Katz- und Mausspiel auf, das in einem ungewöhnlich emotionalen Ende gipfelt. Eine der besten Folgen der Serie!

Zu Christian Rode und Peter Groeger gibt es nicht mehr viel zu sagen: Sie fügen sich derart eng in ihre Figuren ein, dass sie wahrlich zum Leben erwachen. Besonders hervorzuheben ist Eberhardt Prüter als Lord M.J., der sprechertechnisch alles richtig macht und so die interessanteste Figur des Hörspiels erlebbar macht. Als Hilfe suchender Overton ist Wolfgang Condrus zu hören, der eine ebenso überzeugende Vorstellung abgibt. Weitere Rollen sprechen Thomas Karallus, Michael Pan und Klaus Dieter Klebsch.

So nüchtern die Vorlagen von Sir Arthur Conan Doyle meist sind, so nüchtern ist auch die Umsetzung der Geschichten. Eine gelungene Titelmusik, der schlicht und ergreifend ist, ab und an ein paar Klänge oder Geräusche, das war es schon. Und genau das unterstützt die Storys auf wunderbare Weise und unterstreicht ihren Charakter.

Die Titelillustration wie immer eingerahmt durch die schlichte, wunderbar passende Aufmachung zeigt die ebenso wichtige wie rätselhafte Spritze, die eine tragende Rolle in den Ermittlungen von Holmes hat.

Fazit: Wieder eine richtige Knaller-Folge, die auf feinsinnige Recherchen, listige Finten und einen interessanten Fall baut. Großartig, so ist die Serie wie ich sie liebe!


Sherlock Holmes - 26. Das Diadem



Erster Eindruck: Der Schein trügt...

Als dem Banker Alexander Holder ein wertvolles Diadem zum Pfand anvertraut wird steht für ihn fest, dass es bei sich zu Hause sicherer ist als in jedem Banksafe, denn schließlich hat er zu seinen Angestellten sowie seinem Sohn und seiner Nichte, die ebenfalls bei ihm wohnen, großes Vertrauen. Doch in der Nacht hört er seltsame Geräusche und findet in seinem Arbeitszimmer seinen Sohn - mit dem Diadem, an dem drei Steine fehlen. Doch dieser streitet ab, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben. Holder wendet sich an Sherlock Holmes und Dr. Watson...

Die Fälle von Sherlock Holmes erfreuen sich seit Jahrzehnten größter Beliebtheit, so auch die Hörspielreihe des Dortmunder Labels Maritim, die bisher durchweg gelungene Umsetzungen umfasst. Auch die mittlerweile 26. Folge "Das Diadem" weiß in ganzer Linie zu überzeugen. Schon die Eröffnungszene, in der sich Watson über den merkwürdig laufenden Holder amüsiert - ohne zu wissen, wer dies ist und dass er zu Holmes will - ist sehr unterhaltsam und kurzweilig. Der Rest des Falls ist zwar selbst für ungeübte Krimi-Hörer recht leicht zu entschlüsseln, doch sind die akribischen Ermittlungen und die genialen Schlussfolgerungen des Londoner Privatdetektivs immer noch derart unterhaltsam, dass man mit Freude die 70-minütige Produktion verfolgt. Und immerhin gibt es bei den feineren Details noch die eine oder andere Überraschung.

Jedem, der schon ein Hörspiel dieser Reihe gehört hat, dürfte aufgefallen sein, wie gut Christian Rode als Sherlock Holmes und Peter Groeger als Dr. Watson miteinander harmonieren und sich perfekt ergänzen. Als Banker Alexander Holder hören wir Eberhard Prüter, der besonders in der Szene, in der er seinen Sohn Arthur erwischt, glänzt und seine Stimme in verschiedenen Weisen färben kann. Arthur hingegen wird von Jens Wawrczek gespielt, dessen unverwechselbare Stimme jede Rolle einzigartig macht. Weitere Rollen bekleiden Daniela Hoffmann, Klaus Dieter Klebsch und Lutz Riedel.

An der akustischen Gestaltung wurde nicht viel geändert, und das ist auch gut so! Die eingesetzten Musikstücke sind passend zu den Geschichten und besonders zu der Zeit gewählt und untermalen so die Handlung glaubwürdig und harmonisch. Auch die Geräusche sind gelungen, aber nicht übermäßig eingesetzt.

Ebenso unverändert ist die gelungene Aufmachung in kräftigem Grün mit der schlichten, aber eindrucksvollen Darstellung vom Meisterdetektiv Sherlock Holmes im Schriftzug und der schönen Zeichnung, die zwar ein wichtiges Element der Handlung zeigt (nämlich das Diadem selbst), aber nicht zu viel vom Inhalt verrät.

Fazit: Eine Folge der Serie, die zwar kein Highlight darstellt und deren Auflösung recht offensichtlich ist, sich aber trotzdem sehr unterhaltsam gestaltet.


Sherlock Holmes - 24. Im Zeichen der Vier



Erster Eindruck: Perlen von einem Fremden

Mit Miss Mary Morstan bittet dieses Mal eine äußerst attraktive junge Frau den Privatdetektiv Sherlock Holmes und seinen Freund und Kollegen Dr. Watson um Hilfe. Beide sind davon sehr begeistert: Holmes weil er endlich einen neuen Fall zu lösen haben will und Watson, weil er die Frau sehr sympathisch findet. Miss Morstan berichtet, dass vier Jahre nach dem Verschwinden ihres Vaters eine Kontaktanzeige, direkt an sie gerichtet, in einer Zeitung aufgegeben wurde - völlig ohne eine Angabe, wie der Aufgebende zu erreichen sei. Eine Anzeige mit ihrer eigenen Adresse folgte ein Brief - mit einer wertvollen Perle darin. Seit Jahren bekommt sie nun auf diese Weise an einem bestimmten Tag eine gleichartige Perle, doch nun will sich jemand mit ihr Treffen. Holmes und Watson begleiten sie...

Gleich zwei CDs mit einer Laufzeit von fast 2 Stunden enthält die neue Sherlock Holmes-Folge von Maritim. Und diese sind äußerst hörenswert! Besonders schön ist, dass der Witz in dieser Folge betont wird: Nicht nur die Verliebtheit von Dr. Watson in die schöne Miss Morstan sorgt für Geschmunzel, sondern auch der Umgang zwischen ihm und Sherlock Holmes hat (besonders in der letzten Szene) einen stark humoristischen Ton. Doch im Vordergrund steht wie immer ein mysteriöser Fall, der dieses mal für die Hörer nicht gleich durchschaubar ist und während der gesamten Laufzeit spannend bleibt. Dabei geht es streckenweise sogar recht actionreich zu, was für die Serie eigentlich eher ungewöhnlich ist, sich hier aber sehr gut in die Geschichte einfügt und zum Glück nicht übertrieben wirkt. Insgesamt eine abwechslungsreiche, spannende Folge, die trotz der langen Laufzeit nie zäh oder langatmig wirkt.

Ein wahres Großaufgebot an guten Sprechern wurde hier aufgefahren. Dass dabei allesamt gut ausgewählt wurden und mit viel Engagement dabei sind, versteht sich wohl von alleine. Neben den Hauptfiguren Christian Rhode und Peter Groeger und Volker Brandt als Inspector Lestrade hat Marianne Groß als Miss Mary Morstan einen großen Auftritt. Ihre angenehm warme Stimme passt perfekt zu der begehrenswerten jungen Frau. Klaus Dieter Klebsch setzt seine Stimme als Jonathan Smal perfekt ein und weiß mit ihr zu spielen. In weiteren Rollen hören wir die ebenso wunderbaren Gisela Fritsch, Michael Pan, Daniela Hoffmann und viele weitere.

Von Anfang an fand ich die Musik sehr stimmig und passend für die Serie, was sich auch nach 23 Folgen nicht geändert hat. Die Titelmelodie lässt sofort Krimigefühle aufkommen, während der Handlung passt sie sich elegant an die jeweilige Stimmung an, hält sich eher im Hintergrund und beeinflusst der Hörer so unterschwellig, aber wirkungsvoll.

Die Aufmachung ist wie immer gelungen und funktioniert, wie wir hier sehen, auch bei einer Doppel-CD wunderbar. Hinter der zweiten CD wurde der Kopf von Sherlock Holmes, der auch schon den Schriftzug ziert, verwendet. Schlicht, aber wirkungsvoll. Diese Devise gilt im Übrigen auch für die restliche Aufmachung und das Titelbild.

Fazit: Fast 2 Stunden lang spannende, durchdachte Krimiunterhaltung. Ich habe jede Minute genossen und bin froh, dass von dieser Serie so regelmäßig neue Folgen erscheinen.


Sherlock Holmes - 23. Der Flottenvertrag



Erster Eindruck: Sherlock Holmes in politischen Verwicklungen

Der britische Außenminister Lord Holdhurst benötigt dringend eine Abschrift eines brisanten Flottenvertrages zwischen Engand und Italien. Damit beauftragt er seinen zuverlässigen Neffen Percy, der sie abends, wenn das Haus fast leer ist, anfertigen soll. Doch es kommt, wie es kommen muss: Während sich Percy beim Pförtner einen Kaffee holt, ertönt aus seinem Zimmer der Dienstbotengong. Direkt eilt er zurück, doch der Vertrag wurde bereits gestohlen. Die nationale Sicherheit steht auf dem Spiel! Inspektor Lestrade von Scotland Yard, der mit dem Fall beauftragt ist, sucht Hilfe beim Detektiv Sherlock Holmes, der sofort Feuer und Flmme ist. Wird er auch diesen verzwickten Fall lösen können?

Es ist einfach eine wunderbare Serie, die das Dortmunder Label Maritim da mit "Sherlock Holmes" vorgelegt hat. Eine ruhige Produktionsweise, nur wenige Geräusche und Musik, die Sprecher und die großartigen Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle stehen vollkommen im Vordergrund. So muss sich gut gemachte Krimiunterhaltung anhören! Auch die 23. Folge der Serie ist in diesem tollen Stil gehalten. Etwas ungewöhnlich ist der Start der Folge, bei dem wir die Ereignisse aus dem Außenministerium miterleben können, anstatt direkt im Arbeitszimmer des Detektivs zu starten. Doch das Kernstück sind wieder die Ermittlungen, bei denen man den Scharfsinn von Sherlock Holmes immer wieder bewundern kann und so langsam an die Lösung des Falls herangeführt wird. Großartig!

Das erste mal seit ein paar Folgen ist Lestrade wieder mit dabei. Volker Brandt spricht den Inspektor, der nicht den Scharfsinn von Holmes hat und ihn deswegen immer wieder um seine Hilfe bittet, sehr überzeugend. Helmut Kraus ist mit seiner markanten und einprägsamen Stimme die perfekte Besetzung für Lord Holdhurst, eine echte Bereicherung für das Hörspiel. Auch die restliche Besetzung ist gut gewählt und glänzt mit Professionalität, unter anderem Sibylle Kuhn, Raimund Krone und Kaus Dittmann.

WIe oben schon erwähnt sind Musik und Geräusche eher im Hintergrund gehalten, um die Aufmerksamkeit voll und ganz den Sprechern zukommen zu lassen. Die eingesetzten Elemente sind jedoch passend, besonders dem markigen Titelsong gebührt Lob.

Auch das Cover besticht durch seine Schlichtheit, das in grün eingerahmte Bild von Simon Römer ist ansprechend und hat Charme. Auch die Gestaltung im Inneren ist eher funktional und erfüllt seinen Zweck blendend.

Fazit: Wieder eine tolle, spannende Folge aus der fantastischen Reihe. Für Krimifans ein absolutes Muss!


Sherlock Holmes - 22. Das Geheimnis der Gloria Scott



Erster Eindruck: Sherlock Holmes' erster Fall

Ein alter Freund von Sherlock Holmes, Victor Trevor, lädt diesen zu sich nach Hause ein. Auch sein Vater Henry bekommt Besuch, Hudsons Vergangenheit ist anscheinend eng mit seiner eigenen verbunden. Doch dann geschieht das Unerwartete: Henry stirbt und kann seinem Sohn gerade noch von einer geheimnisvollen Schatulle berichten. Victor und Sherlock wollen unbedingt die vergangenen Ereignisse um Hudson, der ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft ist, aufklären. Wird ihnen der Brief in der alten Schatulle weiterhelfen?

In der 22. Folge der phänomenalen "Sherlock Holmes"-Reihe von Maritim können wir den allerrsten Fall des berühmten Detektivs mitverfolgen. Denn dieses mal ist Sherlock Holmes nicht aktuell mit seinen Recherchen beschäftigt, sondern berichtet seinem treuen Freund und Helfer Dr. Watson von den vergangenen Ereignissen. Diese Erzählweise ist auch für die Hörspielreihe neu, durch die zwei Zeitebenen aber gut gelöst und trotz fehlendem Erzähler gut nachvollziehbar. Es ist nicht die spannenste Folge, was wohl an der Vorlage liegt, bietet aber trotzdem während der kompletten Laufzeit von fast einer Stunde gut gemachte, interessante Unterhaltung.

Christian Rode verkörpert den smarten Ermittler unglaublich gut, man könnte fast meinen, die Rolle sei ihm auf den Leib geschrieben. Ebenso glaubhaft und intensiv ist Peter Groeger als Dr. Watson, der auch als Sprecher die perfekte Ergänzung für Sherlock Holmes ist. Als Victor und Henry Trevor sind Reent Reins und Gerd Baltus zu hören, die überzeugend und glaubhaft ihre Rollen spielen. In weiteren Rollen sind Klaus Dittmann, Pia Werfel und Sascha Schiffbauer zu hören.

In den vorigen 21 Folgen hat sich die Musik prima bewährt, und auch in dieser Folge rundet sie das Geschehen gut ab und überzeugt an den richtigen Stellen und in der richtigen Lautstärke. Die Geräusche unterstützen die Glaubwürdigkeit der Geschehnisse und sind ebenso passgenau eingesetzt.

Die Aufmachung ist schlicht und ergreifend, fügt sich gut ins Konzept der Serie und hat die passende Titelillustration. Die abgedruckte Karte ist ein wichtiger Bestandteil der Folge, der Schriftzug ist sowieso toll.

Fazit: Eine solide Folge der tollen Serie, die trotz einiger Schwächen vollkommen zu überzeugen weiß.


Sherlock Holmes - 18.Der Hund der Baskervilles

Erster Eindruck: Ein toller Klassiker furios in Szene gesetzt!

Henry Baskerville und James Mortimer suchen in London Sherlock Holmes und Dr. Watson auf und betrauen sie mit der Legende der Baskervilles – der anscheinend der Onkel Charles Baskerville zum Opfer gefallen ist. Da Holmes selbst grade in London an einen Fall gebunden ist, schickt er seinen Freund Watson nach Baskerville Hall. Er soll im Dartmoor die ersten Ermittlungen aufnehmen, um der Legende des Hundes von Baskerville auf den Grund zu gehen.

Maritim legt mit Folge 18 aus ihrer erfolgreichen Sherlock-Holmes-Reihe nun den wohl bekanntesten Fall des legendären Detektivs aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle vor: Der Hund der Baskervilles. Spannend und streckenweise gruselig hat das Maritim-Team den oft vertonten und verfilmten Stoff aufbereitet. Ich selber kenne einige der Hörspieladaptionen dieser Geschichte von anderen Labels, habe mich aber trotz meiner Befürchtungen gut unterhalten gefühlt. Mit 135 Minuten auf 2 CDs liefert Maritim die umfangreichste Umsetzung und schafft es so, mehr interessante Details unterzubringen.

In der Sprecherliste kommen die üblichen Maritim-Verdächtigen vor: In den Hauptrollen nach wie vor Christian Rhode und Peter Groeger. Diese beiden passen als Ermittler-Team wirklich gut zusammen. Als Beryl Stempleton erleben wir die grandiose Melanie Marnstein, sie sollte unbedingt mal eine größere Rolle bekommen. Alle beteiligten Protagonisten sind mit Feuereifer dabei.

Die Geräusche – wie immer betont sparsam gehalten – rücken die Story an sich mehr in den Vordergrund und verleihen dem Hörspiel einen nostalgischen Touch. Die Musik ist immer dezent im Hintergrund gehalten und stört so niemanden beim Genuss der tollen Sprecher.

Im gewohnten Stil der Holmes-Produktionen ist auch dieses Cover recht schlicht gehalten. Die Zeichnung ist dieses Mal recht düster und mysteriös. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass Augen und Zähne des Hundes wie im Hörspiel leuchten.

Fazit: Obwohl die Story schon oft vertont wurde, wirkt sie keineswegs ausgelutscht, sondern bietet über 2 Stunden gute und kurzweilige Unterhaltung. Auch ein guter Einstieg in die Serie für alle, die sie noch nicht kennen!


Sherlock Holmes - 16.Der zweite Fleck

Etwas durchsichtig aber nicht weniger gut

Sherlock Holmes und Dr. Watson sind diesmal im Aufrag der englischen Regierung unterwegs! Der Premierminister ist ein heikles Schriftstück abhanden gekommen und beauftragt Holmes es wieder zu beschaffen!

Die Story ist diesmal nicht so ausgeklügelt wie in den 15 anderen Folgen, sondern eher etwas durchsichtig aber das tut der Serie keinen Abbruch! Die Produktion ist wieder Maritim like, hier ist man mehr auf die Sprecher fixiert als auf knallige Effekte! Also eher Hörspiele Back to the Roots als Action ohne Ende.

Die Musik und Geräusche sind eher spartanisch eingesetzt, ich möchte sogar sagen dass das der Serie richtig gut tut!

Das Cover zeigt wie meistens eine Szene aus dem Hörspiel! Die Aufmachung an sich ist wirklich gelungen, sehr unauffällig aber nicht schlecht.

Fazit: Mit Sicherheit in dem Genre die beste Serie die es grade auf dem Markt gibt! Mehr bitte!