Sherlock Holmes & Co – 32. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -2-

Sherlock Holmes & Co – 31. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -1-

Sherlock Holmes & Co – 30. Das Rattendorf

Sherlock Holmes & Co – 29. Der Schrecken vom Central Park

Sherlock Holmes & Co – 28. Mörderisches Spektakel

Sherlock Holmes & Co - 27. Der Schrei der Banshee -2-

Sherlock Holmes & Co - 26. Der Schrei der Banshee -1-

Sherlock Holmes & Co – 25. Wolfsspuren

Sherlock Holmes & Co – 24. Der grinsende Gott

Sherlock Holmes & Co – 23. Tödliche Trauben

Sherlock Holmes & Co – 22. Tod am Dock

Sherlock Holmes & Co – 21. Botschaft aus dem Totenreich

Sherlock Holmes & Co – 20. Die Verschwundenen von Zimmer 5

Sherlock Holmes & Co – 19. Eine Stadt in Angst

Sherlock Holmes & Co – 18. Die Geisterfrau

Sherlock Holmes & Co – 17. Das Verlagen zu töten

Sherlock Holmes & Co – 16. Das Erbe der Familie Chambois

Sherlock Holmes & Co – 15. Der Arrest

Sherlock Holmes & Co – 14. Der Mann in Orange

Sherlock Holmes & Co – 13. Das flammende Phantom

Sherlock Holmes & Co – 12. Das Blut junger Frauen

Sherlock Holmes & Co – 11. Ein Fall vom Kontinent

Sherlock Holmes & Co – 10. Der Griff des Todes

Sherlock Holmes & Co – 9. Die Hexe von Whitechapel

Sherlock Holmes & Co – 8. Loge 341

Sherlock Holmes & Co – 7. Die Tragödie von Birlstone


Sherlock Holmes & Co – 32. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -2-



Erster Eindruck: Abschluss mit geschichtlichem Bezug

Zwar konnte Sherlock Holmes schon einige wichtige Indizien sammeln, um seinen Mandanten William Harley zu entlasten, doch die Öffentlichkeit sieht in ihm immer noch einen Mörder. Auch Scotland Yard, namentlich Inspector Cross, trägt nicht sonderlich zur Aufklärung bei. Und so muss der Meisterdetektiv wieder tief in seine Trickkiste greifen, um den wahren Mörder zu überführen...

Mit Mehrteilern ist es ja immer so eine Sache – einerseits ist es natürlich von Vorteil, eine Geschichte über längere Zeit zu erzählen und so auch komplexere Verbrechen darzustellen, birgt aber auch die Gefahr, zu langatmig zu werden und die Ereignisse in die Länge zu ziehen. Auf den zweiten Teil von „ Der Verlust des amerikanischen Gentlemans“ trifft letzteres glücklicherweise nicht zu, alles hat hier seinen festen Platz, und trotz des eher langsamen Erzähltempos kommt hierbei keine Langeweile auf. Kenntnisse aus dem ersten Teil sind obligatorisch, denn eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse wird hier nicht angeboten, sodass einem viele Feinheiten und Details antgehen würden. Die Ermittlungen werden dabei zunächst nahtlos fortgesetzt, schlagen aber noch einmal durch einen gelungenen Kniff eine andere Richtung ein. Das Finale ist dann fast schon klassisch zu nennen, in einer langen, aber sehr gut erzählten Ausführung überführt Holmes den Täter. Sehr gut gefallen hat mir dann auch die letzte Sequenz, in der diese Folge Bezug zu einem real existierenden Unternehmen nimmt und Holmes zudem in fast schon prophetischer Weise den nahenden Krieg ankündigt – ein wenig Gesellschaftskritik ist dabei inklusive. Dieser zweite Teil hat mir noch ein bisschen besser gefallen als sein Vorgänger, da er noch gradliniger und flüssiger erzählt wurde.

Charles Rettinghaus ist natürlich auch hier wieder als Sherlock Holmes zu hören und wählt dabei eine recht ernste Sprechweise, kann aber auch die leicht überheblichen Züge der bekannten Figur abfedern und ihn so dennoch sympathsich wirken lassen. Gerhard Acktun ist in einer wichtigen Rolle für die Handlung zu hören und gestaltet diese sehr intensiv aus, er spricht sehr eingängig und hebt sich mit speziellen Eigenheiten von den anderen Sprechern ab. Ach Frank Felicitti liefert eine glaubhafte Leistung ab und passt sich gut der Stimmung der Folge an. Weitere Sprecher sind Florian Halm, Leonhard Mahlich und Konrad Bösherz.

Akustisch wird wieder eine sehr solide Leistung abgeliefert, die das bisherige Sounddesign der Serie aufgreift und eine ruhige Atmosphäre bietet, in der die Sprecher und ihre Dialoge unangefochten im Mittelpunkt stehen. Zwar sind auch immer wieder Geräusche und ab und an eine kleine Melodie zur Auflockerung im Einsatz, diese lenken aber nie von der Geschichte ab.

Auch auf diesem Cover wurde als Motiv ein Foto in schwarz-weiß gewählt, das dieses mal ein Gasthaus der damaligen Zeit zeigt. Das vermittelt viel Stimmung und passt gut zur Handlung, offenbart aber keine entscheidenden Details. Im Inneren gibt es zwar keine weiteren Extras, allerdings werden die Mitwirkenden an dieser Folge übersichtlich dargestellt.

Fazit: Nach einer starken Auftaktfolge zum Zweiteiler setzt diese Episode sogar noch etwas drauf und wird etwas straffer erzählt. Dabei kommen alle Elemente gut zur Geltung und sorgen für einen flüssigen und spannenden Verlauf. Die Auflösung ist gekonnt inszeniert, auch die kleine Outroszene punktet mit einem geschichtlichen Bezug. Hörenswert!

VÖ: 9. Juni 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-283-6


Sherlock Holmes & Co – 31. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -1-



Erster Eindruck: Auftakt zu einer Doppelfolge

Für die Öffentlichkeit steht bereits fest, dass es sich bei William Harley um einen Mörder handelt. Doch dieser betreuert vehement, die junge Frau nicht getötet zu haben. Niemand will ihm glauben, bis er an Sherlock Holmes gerät. Der Meisterdektetiv sucht schon bald nach Beweisen für die Unschuld des Amerikaners, stößt dabei aber auf viel Widerstand...

„Sherlock Holmes & Co“, die Krimireihe von Romantruhe Audio, widmet sich nicht immer der bekannten titelgebenden Figur, die Doppelfolge mit dem Titel „Der Verlust des amerikanischen Gentlemans“ wird aber wieder von Sherlock Holmes und Dr. Watson aufgeklärt. Die Darstellung der beiden Charaktere ist etwas zurückhaltender als in anderen neuen Geschichten für Holmes, der schrullige Humor von Watson beispielsweise ist bis auf einige Szenen eher angedeutet, sodass sich dieser erste Teil stark auf den eigentlichen Fall konzentriert. Dieser beginnt recht gemächlich mit einer recht lockeren Szene um ein brandneues Fortbewegungsmittel und steigert auch im Laufe der Handlung das Tempo nur langsam, kann sich so aber auch sehr gut auf die einzelnen Szenen konzentrieren. Alle Elemente bekommen die notwendige Aufmerksamkeit und schaffen dabei eine rätselhafte Atmosphäre, die mit einigen falschen Fährten und versteckt platzierten Hinweisen gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Der Bogen wird gekonnt bis zum Ende dieser Folge geschlagen - wobei natürlich noch viele Fragen offen bleiben, die erst in der nächsten Episode beantwortet werden. Bis auf einige zu lang geratene Szenen ist hier eine hörenswerte Krimifolge entstanden.

Leonhard Mahlich ist in der Rolle des William Harley zu hören und kann den amerikanischen Gentleman mit viel Esprit ausstatten, seiner markante Stimme und der flüssigen Sprechweise habe ich hier gern gelauscht. Rainer Fritzsche ist in der Rolle des Inspektor Cross zu hören, der seinem Klang hier eine sehr eigenständige Note verleiht und mit einer geschliffenen Betonung versieht. Florian Halm ist natürlich wieder als Dr. Watson mit dabei, seine etwas ernstere Umsetzung der bekannten Figur hat mir wieder gut gefallen, zumal er immer für eine angenehme Grundstimmung sorgt. Weitere Sprecher sind Garhard Acktun, Frank Felicitti und Alexander Turrek.

Akustisch ist die Geschichte stimmig umgesetzt, ist aber wie immer zurückhaltend inszeniert. So liegt der Fokus voll auf den Sprechern und ihren Dialogen, nur ab und an schleicht sich eine Melodie ein und fängt die Stimmung der jeweiligen Szene ein. Geräusche sind da schon etwas häufiger im Einsatz und schaffen jeweils eine passende Klangkulisse, doch auch dieses geschieht eher im Hintergrund.

Obwohl der orangefarbene Rahmen und auch die schwarz-weiße Farbgebung des eigentlichen Motivs immer identisch, sind immer wieder neue Einfälle zu sehen. Auch hier, denn das Raster mit dem nur leicht durchscheinenden Motiv der beiden Hauptfiguren auf einem motorisierten Zweirad ist wirklich unkonventionell, gefällt mir aber sehr gut.

Fazit: Ein interessanter Ansatz, der durch die hier angestellten Ermittlungen immer mehr an Kontur gewinnt. Das ist durchaus spannend erzählt, auch wenn einige Momente etwas in die Länge gezogen wirken. Die detaillierte Erzählweise und viele gelungene Szenen sorgen für einen unterhaltsamen Verlauf für diesen ersten Teil.

VÖ: 28. April 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-282-9


Sherlock Holmes & Co – 30. Das Rattendorf



Erster Eindruck: Eine Legende erwacht zum Leben...

Durch Zufall beobachten Auguste Dupin und sein Chronist Edgar Allan Poe, wie eine junge Frau in einem kleinen französischen Dorf von einer Horde Ratten angegriffen wird. Gerade noch können sie rettend eingreifen, doch beim ansässigen Arzt kommt ein schrecklicher Verdacht auf: Sollte tatsächlich die Pest wieder um sich greifen und die Bevölkerung bedrohen?

Sherlock Holmes & Co bietet schon wegen der verschiedenen Ermittler viel Abwechslung, doch gerade die Folgen um Auguste Dupin bieten immer noch einen zusätzlichen, interessanten Dreh: In jeder Folge werden Elemente bekannter Geschichten aufgegriffen. Was zunächst auf die Erzählungen von Edgar Allan Poe begrenzt war, führt inzwischen auch in andere Richtungen, was besonders in der 30. Folge der Serie recht schnell deutlich wird. Der Aufbau ist sehr interessant, denn ein Detektivduo mit einer ausbrechenden Seuche zu beschäftigen, klingt im ersten Moment merkwürdig. Doch was die beiden in dem kleinen Dorf herausfinden, ist erstaunlich und deckt nach und nach einige unerwartete Zusammenhänge auf. Zugegeben gibt es einen Punkt, an dem der Hörer die Auflösung des Ganzen schon erahnen kann, dennoch ist dies nicht weniger unterhaltsam als der sehr gelungene Start in die Handlung. Hinzu kommt, dass neben einem sehr witzigen Dialogen zwischen Dupin und Poe ganz zu Beginn auch die restlichen Charaktere sehr gut zur Geltung kommen und so eine starke und unverwechselbare Folge entsteht, die mir wieder äußerst gut gefallen hat.

Manfred Lehmann setzt die Rolle des Auguste Dupin mit seiner markanten und einzigartigen Stimme sehr treffend in Szene und schafft es die Balance zwischen dem scharfsinnigen Ermittler und dem humorvollen und warmherzigen Mann zu halten. Gerhard Acktun ist in dieser Folge als Dr. Lestang zu hören, der trotz seiner besonnenen Art auch die Dramatik der Folge mit einfließen lässt. Dietmar Wunder hat als Dr. Dangremont eine der Schlüsselszenen der Folge inne und setzt diese mit seiner sehr präsenten Sprechweise und sehr gekonntem Ausdruck um. Weitere Sprecher sind Volker Brandt, Anina Braunmiller-Jest und Uta Dänekamp.

Die akustische Umsetzung ist wie immer bei dieser Serie eher ruhig und bedacht, was in vielen Szenen auch gut wirkt. Doch wenn in einem Hörspiel die aufkommende Panik in der Bevölkerung thematisiert wird, hätte man durchaus noch eine Schippe drauflegen können, beispielsweise mit Stimmgewirr im Hintergrund. So wirken diese Momente zu geordnet und gebremst, werden durch passende Geräusche und etwas Musik aber insgesamt noch recht stimmungsvoll.

Wie immer wird das Cover von einem schlichten Foto geziert, das dieses mal unverkennbar dieser Geschichte zugeordnet werden kann, denn die Rattenhorde, die schon ganz am Anfang für Aufruhr sorgt, ist ein starkes und präsentes Motiv. Das Innere ist erneut sehr schlicht gehalten und enthält neben den üblichen Produktionsinformationen keine weiteren Extras.

Fazit: Das Thema der Folge wirkt zunächst ungewöhnlich, doch das macht auch den Reiz dieser Folge aus. Im weiteren Verlauf fügt sich alles zu einem stimmigen Bild zusammen, das mit einigen sehr interessanten Elementen angereichert ist – von der Massenpsychologie bis hin zu einer alten Legende. Sehr hörenswert!

VÖ: 10. Februar 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-265-2


Sherlock Holmes & Co – 29. Der Schrecken vom Central Park



Erster Eindruck: Hutchinson Hatch auf eigenen Wegen...

Als Hutchinson Hatch von einem seltsamen Wesen berichtet, das im Central Park sein Unwesen treibt und schon einige Opfer gefordert hat, winkt Professor van Dusen ab – zu gewöhnlich ist ihm dieser Fall. Und so ermittelt Hatch gemeinsam mit einem Kollegen eigenständig in der Sache, was nicht gerade durch die Wachposten der Polizei an den Eingängen zu Park erleichert wird...

Jedem der klassischen Detektive, die sich in „Sherlock Holmes & Co“ von Romantruhe Audio folgenweise abwechseln, ist sein eigener Chronist zugeordnet, die in den Folgen eine mal mehr, mal weniger wichtige Rolle einnehmen. „Der Schrecken vom Central Park“ ist dabei sogar fast ein Soloabenteuer für Hutchinson Hatch, weite Teil der Handlung ermittelt er allein, weil van Dusen nicht genügend Interesse an dem Fall hat – was dem Hörer durchaus auch so gehen dürfte. Denn tatsächlich ist der Fall recht gewöhnlich und birgt eben keine clevere und verzwickte Auflösung, wie man es sonst von der Serie gewohnt sein darf. Auch dem Hörer ist klar, dass nichts Übernatürliches hinter dem Fall steckt, er wird durch eine ziemlich offensichtliche Fährte bald selbst auf den Täter kommen, und auch die Idee hinter dem Verbrechen hat man so ähnlich schon in zahlreichen Variationen gehört. Fast habe ich schon gedanklich die Folge als zu flach abgehakt, da greift noch eine sehr gelungene Idee, die die Protagonisten noch einmal in eine sehr gefährliche Situation bringt, die fast auswegslos scheint. Wie sie sich befreien können und aus dem Dilemma entkommen, ist dann gut erzählt und schließt die Folge versönlich ab. Etwas mehr davon wäre in den ersten zwei Dritteln der Folge ebenso wünschenswert gewesen. Das Auftreten von Hatch, der arrogante van Dusen, die gut erdachten Nebencharaktere bringen zudem viel Farbe mit in die Handlung – bis auf den vielleicht etwas zu flach geratenen und zu offensichtlich platzierten Bösewicht.

Norbert Langer ist natürlich wieder als Hutchinson Hatch mit dabei, er trifft die Figur des engagierten, aber vielleicht etwas zu naiven Reporters sehr genau und bringt immer einen leicht humorvollen Unterton mit ein. Christian Stark, der ihm als Tom Manning zur Seite steht, platziert sich schnell als weiterer Anker dieser Episode und bietet eine durchweg glaubhafte Leistung. Klaus-Dieter Klebsch und sein markanter Klang treten auch in dieser Folge sehr in den Vordergrund, er klingt rau und abweisend wie eh und je. Weitere Sprecher sind Martin Sabel, Frank Felicitti und natürlich Martin Keßler.

Akustisch bietet das Label wieder eine absolut saubere und stimmige Leistung ab, die die einzelnen Szenen gekonnt umsetzt. Eine ganz eigene Note bietet diese Folge zwar nicht, dafür gibt es jede Menge passende Melodien, die die Stimmung der Geschichte einfängt, und zahlreiche authentische Geräusche, die passgenau eingefügt worden sind.

Ein stolzes Schloss ist auf dem Cover zu sehen, die amerikanische Fahne auf dem einzigen Turm gehisst steht sie mitten in der malerischen Landschaft, die auf dem Hintergrund angedeutet wird. Das ist sehr stimmig umgesetzt und in seiner Schlichheit überzeugend, da nach dem Hören der Folge ein noch stärkerer Bezug vorgenommen werden kann.

Fazit: Dass van Dusen dem Fall anfangs noch ablehnend gegenübersteht, ist auch für den Hörer gut nachvollziehbar, zu eindimensional und vorhersehbar ist dieser anfangs gelungen. Erst im späteren Verlauf, wenn Täter und Motiv schon feststehen, wird es deutlich spannender, und dann findet die Serie auch zu alter Stärke zurück – nur muss man sich dafür eben eine zuvor etwas langatmige Geschichte anhören.

VÖ: 25. November 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-264-5


Sherlock Holmes & Co – 28. Mörderisches Spektakel



Erster Eindruck: Dramatischer Mord...

Bei den Proben ihres neuen Theaterstücks kommt die junge Schauspielerin Rochelle beinahe durch einen missglückten Trick ums Leben – nicht der einzige Rückschlag, denn wegen ihrer blutrünstigen Aufführungen steht das Theater in der Öffentlichkeit in der Kritik. Ob es wirklich der Anschlag eines fanatischen Gegners war, soll Auguste Dupin klären...

Oft steht die Figur des Edgar Allan Poe bei den Auguste Dupin-Folgen von Sherlock Holmes & Co im Mittelpunkt und bringt seine düstere Gedankenwelt mit in die Handlung ein. In der 28. Folge der Serie hält er sich jedoch stark zurück, was wegen der vollgepackten Geschichte jedoch nicht negativ auffällt. Direkt zu Beginn wird die Theatergruppe vorgestellt, in der Szene entkommt Rochelle nur knapp dem Tod, doch man bekommt auch schon mal einen Einblick in die Beziehungen innerhalb der Gruppe. Doch die Situation verschärft sich noch deutlich, als während einer Vorstellung etwas richtig schief geht, hier ist dann der entgültige Startschuss für die Folge gefallen. In klassisch aufgebauten Ermittlungen gehen Dupin und Poe dann der Sache auf den Grund und stoßen auf immer mehr Ungereimtheiten, klären Fakten ab und kommen zu einem überraschenden und interessanten Ende. Die Umgebung des Theaters bringt dabei zusätzliche Würze in den Fall, der so einen sehr individuellen Anstrich erhält. Das ist gut konstruiert und kann die Spannung über die gesamte Laufzeit erhöhen, und ganz am Ende, noch nach der eigentlichen Auflösung, gibt es noch einmal einen Dreh, der den Hörer überrascht und den Bogen zu einer anderen bekannten Gruselgeschichte schlägt.

Marie Bierstedt fühlt sich in der Rolle der jungen Schauspielerin Rochelle hörbar wohl und setzt ihre klare Stimme sehr gekonnt ein, um ihr eine ganz eigene Ausstrahlung zu geben, wie immer eine sehr gute Leistung von ihr. Christian Stark setzt als Charles mit seiner markanten Stimme gekonnte Kontraste und kann jede Szene mit Nachdruck und Energie aufladen. Der wunderbar Jürgen Thormann ist als Gilbert zu hören, sein unverwechselbarer und kratziger Klang ist ein gelungener Akzent in der Szenerie und lenkt die Aufmerksamkeit sofort auf den Charakter. Weitere Sprecher sind Marius Claren, Viktor Neumann und Jaron Löwenberg.

Alexander Schiborr ist für die musikalische Untermalung verantwortlich und schafft eine passende und geheimnisvolle Szenerie für die Dialoge, die eingängig ist, sich aber nur selten im Vordergrund positioniert. An den besonders dramatischen Stellen ist dann auch die Musik nachdrücklicher und ergänzt sich sehr gut mit den Geräuschen, die ebenfalls stimmig eingebaut sind.

Ein Fleischerbeil, an einigen Stellen schon leicht angerostet, aber im schwachen Licht scheinend – das Titelmotiv ist an Schlichtheit kaum zu überbieten und ist wohl gerade deshalb so treffend gelungen. Auch die restliche Gestaltung hält sich eher zurück, hält aber in dem kleinen Booklet alle notwendigen Informationen zu der Produktion bereit.

Fazit: „Ein mörderisches Spektakel“ heißt der Titel der Folge, und dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Tatsächlich wird von der ersten Szene an eine packende Stimmung geschaffen, die mit viel Energie und einem gekonnten Aufbau überzeugen kann. Besonders das Ende, an dem alle Fäden zusammenlaufen und das mit einer zusätzlichen Überraschung punktet, passt wunderbar zu der eingängigen Atmosphäre.

VÖ: 28.Oktober 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-263-8


Sherlock Holmes & Co - 27. Der Schrei der Banshee -2-



Erster Eindruck: Logische Erklärungen für übernatürliche Phänomene

Sherlock Holmes und Dr. Watson sind dem Geheimnis um die Banshee, die mit ihrem Schrei die Bewohner der Küste Cornwalls bedroht, noch nicht entscheidend näher gekommen. Und so greift Oscar Wilde, ihr Auftraggeber in diesem Fall, stärker in das Geschehen ein und bringt die beiden auf eine wichtige Spur...

„Der Schrei der Banshee“ ist der erste Zweiteiler in der „Sherlock Holmes & Co“-Reihe von Romantruhe Audio, doch noch eine weitere Besonderheit zeichnet die Geschichte um die Todesfee aus: Es ist ein Crossover zu einer neuen Serie des Labels, die sich nicht nur um Sherlock Holmes' Bruder Mycroft, sondern auch um den bekannten Schriftsteller Oscar Wilde dreht. Und eben dieser tritt im zweiten Teil noch stärker in den Vordergrund und berichtet dem Ermittlerduo von seinem Leben und seiner Macht. Das ist zwar schon aus der eigentlichen Serie bekannt, fügt dieser Geschichte aber einige interessante Szenen zu und könnte tatsächlich bei einigen die Lust auf die Schwesterserie wecken. Ansonsten werden die Ereignisse aus dem ersten Teil gekonnt weitererzählt, wobei das Tempo etwas weiter angezogen wird. Auf seine gewohnt überhebliche Art steuert der Meisterdetektiv immer weiter der Auflösung entgegen und präsentiert dabei einen gelungenen Hintergrund der Tat, die bis ins letzte Details sinnvoll und spannnend aufgeklärt wird. Hübsch ist, wie dynamisch das alles geschieht, die Erzählweise ist wirklich sehr gelungen. Das Zusammenspiel der Charaktere, das entzauberte Mysterium der Banshee und die prägnante Szenerie der Folge sorgen hier für einen hörenswerten Abschluss der Geschichte.

Sascha Rotermund ist hier, wie auch in „Mycroft Holmes und Oscar Wilde“ in der Rolle des exzentrischen Autors zu hören, den er mit leicht überspitzter Stimme und prägnanter Ausdrucksweise intensiv in Szene setzt. Florian Halm ist wie immer als Dr. Watson zu hören, er spricht diese Rolle etwas ernster als andere Sprecher dieser Rolle und betont damit auch die Stimmung der Serie weiter. Jaron Löwenberg spricht Inspektor Masterson und fügt der Folge dabei eine weitere Facette hinzu. Auch Tim Knauer, Djuwita Müller und Patrick Holtheuer sind zu hören.

Akustisch haben Sebastian Pobot und sein Team wieder eine stimmige Atmosphäre erzeugt, die sich abe nie in den Vordergrund drängt und lediglich als Kulisse für die Sprecher dient. Dabei werden die verschiedenen Szenerien gekonnt unterstrichen, und auch die Natur Cornwalls und die Nähe der Küste fließen immer wieder gekonnt mit ein.

Natürlich wurde wieder das Coverdesign der früheren Episoden übernommen, wobei als Titelmotiv dieses mal der Turm an einer großen Mauer gewählt wurde, was wieder eher dezent und doch passend ist. Dass es sich hier um den zweiten Teil eines Mehrteilers handelt, ist allerdings nur klein auf der Rückseite abgedruckt, sodass der unbedachte Spontankäufer im Plattenladen eine unangenehme Überraschung erleben könnte.

Fazit: Das Tempo wird hier etwas angezogen, sodass die Handlung insgesamt dynamischer wirkt. Das Crossover zu Oscar Wilde nimmt zwar etwas viel Raum ein, bringt aber auch einen neuen Aspekt in die Handlung ein, die gearde gegen Ende sehr gelungen erzählt ist und alle Mysterien der Folge gekonnt und unterhaltsam aufklärt.

VÖ: 2.September 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-262-1


Sherlock Holmes & Co - 26. Der Schrei der Banshee -1-



Erster Eindruck: Eine Sagengestalt und ein geheimnisvoller Auftraggeber

Schrille Schreie durchdringen die Nacht, eine Banshee, eine irische Todesfee, scheint an der Küste von Cornwall ihr Unwesen zu treiben. Das behaupten alle Zeugen gleichermaßen, die im Fall eines ermordeten Wissenschaftlers ausgesagt haben. Sherlock Holmes wird auf den Fall angesetzt und nimmt die Reise in den Südwesten Englands gemeinsam mit seinem Chronisten Dr. Watson auf sich...

Jeweils in sich abgeschlossene, beu erdachte Geschichten um wechselnde klassische Kriminalfiguren – das ist das Konzept von „Sherlock Holmes & Co“ aus dem Hause Romantruhe Audio. Ein Novum gibt es nun in der 26. Folge der Serie, denn hier wird zum ersten mal eine Geschichte erzählt, die sich über zwei Folgen erstreckt und dementsprechend mit der Nummer 27 abgeschlossen wird. Etwa 90 Minuten bringen beide Episoden zusammen, wobei der Start von „Der Schrei der Banshee“ mit einem mysteriösen und bedohlichen Intro wieder sehr gelungen ist und den Hörer gut auf das Kommende einstimmt. Danach braucht es allerdings wieder einige Zeit, bis die Handlung wirklich in Schwung kommt, die ersten Szenen mit dem Meisterdetektiv und seinem treuen Gefährten wirken leider etwas in die Länge gezogen, die Dialoge zerfasern etwas und kommen nicht so recht auf den Punkt. Später wandelt sich dieser Eindruck wieder und die Geschichte findet zu der Stärke der vorigen Folgen zurück. Immer näher kommt das Ermittlerduo dann nämlich den Hintergründen des Falles, sodass sich auch der Hörer einige Dinge zusammenreimen kann, typisch für die Serie aber nie gleich alles durchschauen kann. Das Ende kommt dann recht überraschend, aber da die nächste Folge zeitgleich erschienen ist, kann man gleich weiterhören – und dann auch dem Geheimnis um die interessante Figur weiter auf den Grund gehen, die Holmes hier den Auftrag erteilt.

Charles Rettimghaus spricht – wie immer bei Sherlock Holmes & Co - die titelgebende Hauptfigur sehr präzise und mit einer ganz eigenen Attitüde, die der Figur einige interessante Facetten entlockt. Viktor Neumann ist als Norman Trent zu hören, er wirkt dabei immer sehr präsent und kann den Charakrer glaubhaft und energisch herüberbringen. Michael Pans prägnante Stimme ist als Josef Uhlmann eine ebenso gute Wahl, gekonnt setzt er sich in Szene und gestaltet seine Dialoge sehr dynamisch. Weitere Sprecher sind Klaus Dittmann, Robin Brosch und Gerald Paradies.

Die akustische Umsetzung ist wieder eher dezent geraten, dennoch wird eine sehr passende Atmosphäre für die Geschichte erzeugt. Musikalisch werden immer wieder kleine Melodien platziert, die die jeweilige Stimmung unterstreichen, die Geräusche sind zurückhaltend eingefügt. Besonderes Augenmerk verdient natürlich der Schrei der Banshee, der sehr ausdrucksstark den unheimlichen Aspekt der Sagengestalt zum Ausdruck bringt.

Der Schauplatz vom Anfang des Hörspiels ist auch auf dem Cover abgebildet, zu sehen ist der finstere Eingang zu einer Höhle, der sich dunkel vom hellen Gestein an der Küste Cornwalls abhebt. Das ist wieder treffend und stimmungsvoll geraten und hebt sich in seinen erdigen Tönen von dem orangefarbenen Untergrund der Covergestaltung ab.

Fazit: Vom geheimnisvollen Anfang entwickelt sich eine Geschichte, die zwar etwas zu langsam erzählt wird, aber mit vielen gelungenen Elementen punkten kann. Die Ermittlungen von Holmes und Watson decken immer neue Ungereimtheiten auf, was dann für die Spannung sorgt, die zwar wegen des Tempos nicht allzu prickelnd ist, aber für einige unterhaltsame Momente sorgt.

VÖ: 2.September 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-261-4


Sherlock Holmes & Co – 25. Wolfsspuren



Erster Eindruck: Die Jagd nach dem Untier

Als die junge Marie auf dem Rückweg von ihrer Großmutter verschwindet, flammt in Frankreich direkt wieder die alte Legende auf, die hierzulande unter dem Titel Rotkäppchen bekannt ist. Doch Auguste Dupin bezweifelt, dass ein dämonischer Wolf sein Unwesen treibt, doch um den Fall zu lösen, muss er sich nicht allein mit Edgar Allan Poe verbünden...

Auguste Dupin hat zwar hierzulande nicht den allergrößten Bekanntheitsgrad, dennoch ermittelt er momentan sehr aktiv in „Sherlock Holmes & Co“, auch der 25. Fall der Reihe wird von dem französischen Detektiv geleitet. Dabei ist wieder eine sehr atmosphärische und düstere Geschichte entstanden, die gleich zu Anfang mit dem Mythos von Rotkäppchen verknüpft wird. Der Schwenk auf Dupin und seinen Chronisten Edgar Allan Poe, auf dessen Werk auch hier wieder angespielt wird, geschieht dann recht abrupt, er nähert sich dem Fall auf einen ganz anderen Weg an. Das ist wieder sehr unterhaltsam gehalten, auch dass er nicht allein ermittelt hat einen positiven Effekt auf diese Folge, das bringt noch einmal andere Elemente mit ein. Das ganze ist recht dialoglastig und dennoch mit Schwung erzählt, da immer neue Hinweise aufkommen und so die Hintergründe aufgedeckt werden, wobei durchaus einige kleinere Nebenarme aufgemacht werden. Die Auflösung kann dann überraschen, der Fall wird stimmig aufgeklärt und erhält darin noch einmal eine ganz eigene Note. Eine sehr solide Folge der Reihe, in der alle Elemente wieder stimmig ineinander greifen.

Frank Felicetti ist hier als Henri Ligardes zu hören, er verleiht seiner markanten Stimme mal wieder einen neuen und frischen Klang, sodass er eine sehr eigenständige Figur erschafft und diese mit viel Energie umsetzt. Auch Uschi Hugos unverkennbarer Klang passt sich als Delphine Ligardes dem neuen Umfeld an, auch sie unterstützt die Wirkung der Folge. Julia Fölster beweist einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit, sie passt auch bestens in dieses ernste und düstere Umfeld. Weitere Sprecher sind Luise Lunow, Wolfgang Bahro und Martin Sabel.

Auch akustisch hinterlässt „Wolfsspuren“ einen positiven Eindruck, Sebastian Pobot und sein Team haben wieder eine stimmige und passende Atmosphäre geschaffen, die die Handlung gekonnt an den richtigen Stellen unterstreicht. Federführend hierbei sind die Geräusche, die an die jeweilige Situation angepasst sind und die nötige Dramatik verleihen, doch auch der sanfte Einsatz der Musik ist passend gelungen.

Die Serie beschränkt sich meist darauf, schlichte Motive für die Cover auszuwählen, und auch hier ist lediglich die Statue eines Wolfskopfes abgebildet. Die erdigen Töne stehen dabei in Kontrast zu der orangefarbenen Gestaltung, und auch das Konterfei des namengebenden Detektivs mit der Folgenzahl darf dabei nicht fehlen. Das Innere hält die notwendigen Informationen zur Produktion übersichtlich bereit.

Fazit: Wieder eine Folge, die an eine Erzähung von Edgar Allan Poe angelehnt ist und dessen düstere Stimmung übernimmt, darüber hinaus aber auch mit dem Rotkäppchen-Mythos verknüpft wurde und eine sehr eigenständge und eingängige Erzählweise hat. Auch die Figuren kommen dabei gut zur Geltung, im Mittelpunkt steht aber die langsame Aufdeckung der Hintergründe.

VÖ: 22.Juli 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-252-2


Sherlock Holmes & Co – 24. Der grinsende Gott



Erster Eindruck: Die Spur der Statue

New York wird von einer Reihe von Amokläufen erschüttert, bereits drei Männer haben Menschen in ihrer Umgebung verletzt oder getötet. Während die Polizei von Zufällen ausgeht, sind auch Hutchinson Hatch und Professor van Dusen auf die Fälle aufmerksam geworden und stellen ihre eigenen Ermittlungen an – auf ganz unterschiedliche Weise...

Durch die wechselnden Ermittler, die aber allesamt bekannten Detektiven der Literatur entliehen sind, bekommen die Folgen von „Sherlock Holmes & Co“ immer wieder unterschiedliche Stimmungen geboten, zumal auch die Fälle sehr variantenreich erzählt sind. So ist zwar bei der 24. Folge mal wieder Professor van Dusen als federführender Ermittler ausgewählt worden, doch sein treu ergebener Chronist Hutchinson Hatch ist ebenso stark in die Handlung involviert, sodass eine ganz eigene Dynamik entsteht. Die Folge ist für den Zuhörer zunächst nicht gut zu überblicken, da er nur wenige Hinweise auf das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten hat. Nur wenige Anhaltspunkte werden geboten, die sich erst im Laufe der Folge langsam zusammensetzen, was äußerst gelungen und abwechslungsreich ist. Denn dadurch wird die Spannung immer weiter gesteigert, neue Informationen und Überraschungen halten das Interesse des Zuhörers aufrecht. Am Ende gibt es dann einen fast klassischen großen Showdown, bei dem die bisher gesammelten Beweise zusammengetragen werden und der Übeltäter schließlich überführt wird. Auch die humorvolle Seite der Serie wird hier mal wieder ein einigen Szenen gezeigt, besonders Hutchinsons Besuch in einem Geschäft in China Town ist hierbei zu erwähnen.

Für den Witz dieser Szene ist vorrangig Michael Pan zuständig, der den gewitzten Mr. Wong mit einer schlitzohrigen und frechen Art ausstattet, der fast schon klischeehafte chinesische Dialekt wirkt dabei glaubwürdig. Christian Stark ist as Tom Manning zu hören, der mit der ihm eigen Intensität spricht und so einen sehr runden und lebendigen Charakter erschafft. Viktor Neumann ist als Dr. Fairbank zu hören, auch er macht seine Sache sehr gut und steigert sich voll in die Rolle herein. Weitere Sprecher sind Bodo Wolf, Dietmar Wunder und Rüdiger Schulski.

Auch in Sachen Akustik ist „Der grinsende Gott“ stimmitg umgesetzt, wobei jede Szene einen eigenen Klang, eine passende Kulisse verliehen bekommt. Dafür sorgen einige ausgewählte Musikstücke, die die Stimmung der Folge gut aufgreifen, sowie zahlreiche Geräusche, die den Szenen mehr Leben verleihen und einieg Vorgänge klarer wirken lassen.

Was lieht näher, als bei diesem Titel den grinsenden Gott auch auf dem Cover abzubilden? Die milde lächelnde Buddhastatue aus gläzendem Material ist ein hübsches Motiv, das in der für die Serie typischen, schwarz-weißen Fotografie umgesetzt wurde. Ansonsten findet die auffällige, orangene Farbgebung wieder Anwednung.

Fazit: Eine solide Folge für Professor van Dusen, bei der Hutchinson Hatch mehr Aufmerksamkeit als sonst bekommt und die Ermittlungen mit seinem ganz eigenen Charme unterstützt. Das ist kurzweilig erzählt und lässt den Zuhörer lange im Unklaren über die Hintergründe, sodass die Spannung immer weiter steigt, wobei auch viele humorige Szenen eingebaut sind.

VÖ: 17.Juni 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-251-5


Sherlock Holmes & Co – 23. Tödliche Trauben

Erster Eindruck: Auf einem französischen Weingut...

Die Leiche eines alkoholabhängigen Landstreichers wird wie eine Vogelscheue auf dem Weingut der Familie De Rancelot gefunden. Das Oberhaupt des Clans, der herrische Marquis, ruft den Ermittler Auguste Dupin und seinen Chronisten Edgar Allan Poe zur Hilfe, doch auch diese beiden sollen von einem unappetitlichen Gruß ferngehalten werden...

Das momentan erfreulich aktive Label Romantruhe Audio treibt auch seine Krimi-Reihe „Sherlock Holmes & Co“ mit wechselnden Ermittlern weiter voran, wobei den klassischen Romanfiguren neue Fälle angedichtet werden. In der 23. Folge ist mal wieder Auguste Dupin an der Reihe, bei dem sich inmitten der Weinberge viel französisches Flair einstellt. Die Introszene legt sogleich die Richtung fest und ist atmosphärisch gelungen, danach konzentriert sich die Handlung erst einmal auf das durchaus komplexe Beziehungsgeflecht in der Familie De Rancelot. Diese zu durchschauen ist eine der Hauptaufgaben von Dupin und Poe, doch auch die Bedrohungen durch die konkurrierenden Weingüter fließt gelungen ein und sorgt für einige aufregende Szenen und einen spannenden Verlauf. Die Auflösung ist dann typisch für die Serie und geht in eine ganz andere Richtung als vermutet, dennoch wird alles schlüssig aufgeklärt. Besonders gefallen hat mir aber, wie die Figur des Edgar Allan Poe noch weiter ausgestaltet wird, wobei auch auf seine recht spezielle Beziehung zu Raben und Vögeln im allgemeinen angespielt wird. Das ist alles richtig gut gemacht, bereitet dem Hörer viel Freude, ist rund und spannend erzählt und akustisch stimmig umgesetzt.

Klaus Dieter Klebsch sticht als Marquis De Racelot mit seiner markanten Stimme wieder hervor, er klingt ebenso herrisch wie präsent, sodass er zum Mittelpunkt der Folge wird und sich erneut sehr gekonnt zu präsentieren weiß. Marion von Stengel ist als seine Frau schon etwas gemäßigter, kann sich aber stimmlich mit ihrem Gegenpart messen lassen und spricht ebenso glaubwürdig und ausdrucksstark. Annina Braunmillers sanfter Klang passt als gelungener Kontrast in die eher harsche Atmosphäre der Folge. Weitere Sprecher sind Hartmut Neugebauer, Rainer Fritzsche und Konrad Bösherz.

Trotz der französischen Kulisse der Handlung hat das das Team um Produzent Sebastian Pobot sich nicht dazu hinreißen lassen, dies auch in der musikalischen Gestaltung allzu deutlich in den Vordergrund zu kehren. Sie haben sich für eine eher düstere Untermalung entschieden, in der besonders die Szenen in den alten Gemäuern des Weinguts durch passende Geräusche und Sounds zur Geltung kommen.

Passend zum Titel ist als Motiv für das Cover eine dicke Weintraube. Durch die Fotographie in Schwarz-Weiß wirken die Beeren fast sehr dunkel, während im Hintergrund leise einige Blätter der Reben hindurchschimmern. Das ist ganz im Stil der bisherigen Titelmotive gehalten, und auch die restliche Gestaltung ist in den typischen Orange-Tönen gehalten.

Fazit: Die Geschichte ist bestens auf Auguste Dupin abgestimmt, dennoch steht dieser nicht im Vordergrund. Er überlässt die Bühne einer spannenden und komplexen Familiengeschichte, die einige sehr packende Momente bieten und kurzweilig erzählt wird. Auch Poe hat wieder einige gelungene Auftritte, seine faszinierende Figur wird weiter ausgemalt.

VÖ: 13.Mai 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-250-8


Sherlock Holmes & Co – 22. Tod am Dock



Erster Eindruck: Eine Geduldsprobe für Mrs. Hudson

Es ist seit langem mehr kein Fall in Sicht für Sherlock Holmes, sogar die an ihn herangetragenen Rätsel von Inspector Lestrade kann er ohne Mühe lösen, sodass sogar das gute Teegeschirr von Mrs. Hudson an einem chemischen Versuch beteiligt wird. Doch die Langeweile hat ein Ende, als die junge Witwe Magdalene Walker ihn aufsucht und nicht an den angeblichen Unfalltod ihres Mannes an den Londoner Docks glaubt...

Es hat einige Zeit gedauert, bis sich eine Folge der Romantruhe Audio-Krimireihe „Sherlock Holmes & Co“ mal wieder der titelgebenden Figur gewidmet hat, doch mit „Tod in den Docks“ kehrt der bekannte Ermittler zurück – womit auch wieder der wunderbar trockene Humor Einzug in die Handlung hält. Nicht nur in der äußerst gelungenen Introszene, sondern auch im weiteren Verlauf kommen immer wieder humorige Momente auf. Besonders eine Situation im Leichenschauhaus konnte mich in diesem Punkt voll überzeugen, da Dr. Watson hier ein wahres Sprachgewitter auslöst und den recht verbohrten Mitarbeiter ziemlich bloßstellt. Doch auch die Handlung ist durchaus kurzweilig gelungen, der Fall gestaltet sich anfangs recht kniffelig und wird durch die genauen Beobachtungen von Holmes und die Ermittlungen des Duos aufgedröselt. Dennoch zaubert Holmes am Ende eine Auflösung aus dem Hut, die nicht so recht zu der restlichen Handlung passen will und zudem noch mit einem übertrieben inszenierten Action-Element versehen wurde. Insgesamt ist aber eine unterhaltsame und launige Folge entstanden, die mich überzeugen konnte.

Charles Rettinghaus hat mich mit seiner Interpretation des bekannten Detektivs wieder völlig in seinen Bann gezogen, er spricht sehr betont, sehr eingängig und immer mit einer Spur ironischem Humors. Robin Brosch hat als Dr. Aubrey, einem recht hochnäsigen Gerichtsmediziner, in seiner Szene einen sehr gelungenen Auftritt und setzt diesen mit Nachdruck um. Auch Daniel Faust kann als Hafenarbeiter Eugene Leopold mit einer dynamischen Sprechweise punkten. Weiterhin zu hören sind Dagmar Bittner, Sylvie Nogler und Andreas Conrad.

Die akustische Umsetzung ist wie immer eher zurückhaltend eingesetzt, vor allem einige atmosphärische Hintergrundgeräusche bestimmen das Bild der Produktion. Dies führt dazu, dass einerseits die Sprecher und ihre Dialoge im Vordergrund stehen, andererseits aber auch eine passende Stimmung aufkommt und die Handlung lebendiger wirkt. Musik ist nur recht punktuell, dann aber stimmig im Einsatz.

Das Hafendock, das den Hauptschauplatz dieser Folge darstellt, ist in einem interessanten Bildausschnitt auf dem Cover zu sehen, denn nur einer der Kräne ist aus der Froschperspektive vor nächtlichem Sternenhimmel abgebildet. Der so entstehende industrielle Charme schafft ein reizvolles Titelbild, das durch die ansprechende Rahmengestaltung unterstützt wird.

Fazit: Ein sehr knackig erzählter und launiger Fall, der wie immer viel von dem großen Charme der Figuren herausstellt. Auch wenn mich das Ende nicht vollkommen überzeugen konnte, sind einige sehr ansprechende Kniffe eingebaut, die die Handlung unterhaltsam und kurzweilig halten.

VÖ: 18.März 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-219-5


Sherlock Holmes & Co – 21. Botschaft aus dem Totenreich



Erster Eindruck: Seancen mit technischer Unterstützung

Auf einem wissenschaftlichen Kongress stelle Thomas Edison eine neue Erfindung vor, mit dem man mit verstorbenen Menschen direkt aus dem Totenreich kommunizieren kann. Auch wenn der Vortrag wegen der ungehaltenen Reaktion des Publikums unterbrochen werden muss, hat der Erfinder einige Interessenten an seinem Gerät, beispielsweise der Geschäftsmann William Connor. Und auch Professor van Dusen will wissen, was dahinter steckt – aber eher, weil er eine Scharlatanerie wittert...

Professor van Dusen alias „Die Denkmaschine“ ist ein fester Bestandteil von „Sherlock Holmes & Co“, immer wieder werden hier eigens geschriebene Kriminalfälle erzählt. Auch Folge 21 widmet sich in „Botschaft aus dem Totenreich“ dem amerikanischen Ermittler, der auch den bekannten Erfinder Thomas Edison trifft. Gleich in der ersten Szene wird der Hörer bei dem oben beschriebenen Kongress auf das Thema eingestimmt. Hier wie auch einige male im Verlauf der Handlung ist das Kernelement der Handlung die Versuche, mit den Toten zu kommunizieren. Das ist immer sehr gut umgesetzt, mal etwas chaotisch wie zu Beginn, später ruhiger, düsterer und unheimlicher. Hier wird immer wieder Spannung hereingebracht, während die restlichen Szenen der Ermittlung und Aufklärung dienen. Der Fall an sich ist dabei nicht allzu neuartig und kommt dem geübten Krimihörer nicht unbekannt vor, ist aber gut zusammengestellt und läuft auf ein stimmiges und gut erzähltes Ende hinaus. Die Charaktere sind dabei interessant genug, um die Wirkung der Handlung zu unterstützen.

Horst Stark ist in der Rolle des Thomas Edison zu hören, er kann ein sehr umfassendes Bild des Erfinders zeichnen, das irgendwo zwischen Verunsicherung und innerer Überzeugung angesiedelt ist. Hartmut Neugebauer spricht den undurchsichtigen Unternehmer William Connor, der Edisons Erfindung mit einer Vehemenz verfolgt, die auch seine Stimme sehr gelungen herausstellt. Für einige schaurige Momente sorgt Marion von Stengel als Eusapia Palladino, die mit düster-waberndem Klang ihrer Figur etwas Unnahbares verleiht. Weitere Sprecher sind Rita Engelmann, Wolfgang Bahro und Douglas Welbat.

Wie immer bei dieser Reihe ist die akustische Umsetzung recht schlicht ausgefallen, sie tut sich dennoch durch ein durchdachtes Soundkonzept hervor. Besonders die Seancen mit Eusapia sind dabei dezent, aber düster und wirkungsvoll umgesetzt worden und stechen etwas hervor. Der Einsatz von Geräuschen ist ebenfalls nicht im Übermaß vorhanden, sondern sehr gezielt und punktiert eingesetzt.

Es ist ein uraltes Telefon, das das Cover ziert. Der klobige Bau und die ausladende Gabel lassen dabei gleich die Stimmung der anfänglichen Technisierung aufkommen. Auch der Sepia-Färbung des Motivs passt gut zu diesem Eindruck. Ein gut gewähltes Titelbild, das auch mit der Handlung harmoniert. Im Inneren sind wie immer die üblichen Produktionsangaben aufgeführt.

Fazit: Professor van Dusen ist hier in einem flott erzählten und unterhaltsamen Fall zu hören, deren Grundzüge aber durchaus bereits bekannt sind. Weil diese aber mit einigen sehr gelungenen Elementen und einer dichten Stimmung versehen sind, hat mir das Hörspiel gut gefallen und konnte mich besonders im letzten Drittel gekonnt unterhalten.

VÖ: 15.Januar 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-218-8


Sherlock Holmes & Co – 20. Die Verschwundenen von Zimmer 5



Erster Eindruck: Treffen der Magier

Eugene Blanchard, einer der erfolgreichsten Magier seiner Zeit, sieht das Ende seiner Zeit auf sich zu kommen und sucht einen Erben für sein umfangreiches Equipment. Dafür hat er seine potenziellen Nachfolger in einem heruntergekommenen Gasthaus versammelt, um unter ihnen in einem Wettbewerb den Besten zu küren. Doch schon vor dem Beginn verschwinden zwei der Anwärter aus einem Zimmer. Was nicht nur die Polizei, sondern auch Auguste Dupin auf den Plan ruft...

Auch Auguste Dupin hat seinen festen Platz in der Hörspiel-Reihe „Sherlock Holmes & Co“, in der eigens geschriebene Fälle für bekannte Detektive umgesetzt werden. Der französische Ermittler vermittelt allerdings kein landestypisches Flair, sondern geht wie seine Kollegen mit Scharfsinn und Verstand vor, setzt auf Beobachtungsgabe und hat einen treuen Freund und Chronisten an seiner Seite. Dieser ist hier Edgar Allan Poe, der in den letzten Folgen mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, in dieser Folge jedoch zugunsten der Handlung in den Hintergrund tritt. Denn die Konzentration liegt auf der bunten Schar an Zauberern, die eine interessante Stimmung einbringen und mit ihren unterschiedlichen Ansichten für diverse Konflikte sorgen. So ist es nicht einfach für Dupin und Poe, die Hintergründe des Verschwindens der beiden Zauberer zu ergründen, wobei die Handlung manchmal zu sehr hiervon abweicht und sich mehr auf andere Dinge fokussiert. So entsteht leider auch nicht ganz die Spannung, die man ansonsten von der Serie gewohnt ist, zu sehr verliert sich die Geschichte in Details, die zugegebenermaßen recht interessant aufbereitet ist. Nach der Auflösung der Geschichte geht es noch weiter, sodass noch einige hörenswerte Momente die Folge abschließen.

Jürgen Thormann ist als Eugene Blanchard zu hören, seine markante und vielschichtige Stimme erweckt auch diese Rolle zum Leben und verleiht ihr einige vielseitige Eigenschaften. Houdine, der sich wohltuend von den anderen exaltierten Zauberern unterscheidet, wird von Leonard Mahlich sehr gekonnt in Szene gesetzt, mit seiner lockeren und freundlichen Art schafft er einen sympathischen Charakter. Viktor Neumann verleiht Jacques Marbeuf eine geheimnisvolle und undurchdringliche Aura, die sehr gut in die Atmosphäre der Handlung passt. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Rüdiger Schulski und Lutz Schnell.

Um dem ungewöhnlichen Zusammentreffen der Magiergruppe eine passende akustische Gestaltung zu verleihen, wurde hier auf einige sehr stimmungsvolle und passende Musikstücke gesetzt, doch auch die Geräusche sind hier sehr treffend eingebaut und verleihen gerade einigen unheimlichen Momenten eine sehr prägnante und ausdrucksstarke Ausstrahlung.

Schlichte Motive sind schon fast zum Markenzeichen dieser Serie geworden, zu sehen als Titelbild ist die Fotografie einer Tür, das selbstverständlich die Nummer fünf trägt. Der orangefarbene Rahmen mit dem schlichten Schriftzug und der Detektiv-Silhouette mit der Folgenzahl finden natürlich auch wieder Verwendung. Im Inneren sind die wichtigsten Produktionsinformationen zu finden.

Fazit: Die Zusammenkunft der zahlreichen, recht unterschiecllichen Magier ist zwar unterhaltsam geraten und enthält zahlreiche interessante Details, verliert aber auch die Handlung aus den Augen und konzentriert sich zu wenig auf das Verschwinden der beiden Magier. Dennoch ist insgesamt eine kurzweilige Folge entstanden.

VÖ: 4.Dezember 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-217-1


Sherlock Holmes & Co – 19. Eine Stadt in Angst



Erster Eindruck: Brutale Mordserie in London

Nach einer nächtlichen Kneipentour finden zwei Matrosen die Leiche eines Mannes, den sie noch vor kurzen in einem spannenden Boxkampf gesehen haben. Doch es ist kein gewöhnlicher Mordfall, denn dem Toten wurde der Kopf abgetrennt. Scotland Yard bittet Sherlock Holmes um Mithilfe, denn die Situation in London droht außer Kontrolle zu geraten. Schnell nimmt der Meisterdetektiv die Fährte des Täters aus – und entdeckt unglaubliches...

Wo Sherlock Holmes draufsteht, ist nicht immer Sherlock Holmes drin – zumindest bei der „Sherlock Holmes & Co“-Serie von Romantruhe Audio, die sich auch immer wieder anderen Ermittlern widmet. Die 19. Folge handelt aber wieder vom wohl berühmtesten aller Detektive und musste wegen ihrer Länge von etwa 95 Minuten sogar auf zwei CDs verteilt werden. Dennoch sind im Hörspiel keine Längen vorhanden, nach der stimmungsvollen Introszene wird schnell auf Holmes und Watson umgeschwenkt, die sich nach einem typischen, kurzweiligen Dialog umgehend dem Fall widmen und von Inspector Cross in dessen Umstände eingeweiht werden. Die Ermittlungen gehen einen ungewohnten Gang, denn recht schnell scheint das Motiv festzustehen, während der Täter nur mit knapper Not, aber unerkannt, entwischen kann. Dies ist schon ab etwa der Hälfte bekannt, dennoch kann auch die restliche Folge noch so einige Überraschungen und Wendungen bereit halten. Dabei geht es durchaus heftig zur Sache, für schwache Nerven ist diese Folge nichts – wobei Brutalität nicht geschildert wird, sondern in der Phantasie des Hörers entsteht. Das sehr gut geschriebene Skript lockert dieses mit der typisch sarkastischen Stimmung der Serie auf, besonders diverse abfällige Bemerkungen über die Qualität der polizeilichen Ermittlungen stechen hierbei hervor. „Eine Stadt in Angst“ ist Krimikost vom Feinsten, wobei den vorgegebenen Motiven von Sir Arthur Conan Doyle wieder einige sehr interessante Facetten hinzugefügt werden.

Das Hörspiel kommt trotz der recht komplexen Geschichte mit erstaunlich wenigen Sprechern aus, vorrangig konzentriert sie sich auf das wunderbare Gespann aus Charles Rettinghaus und Florian Halm sowie Rainer Fritzsche. Dieser ist als Inspector Cross hervorragend besetzt, sowohl die leicht schusselige Art als auch die oft ungewollt humorigen Ausstrahlung des Ermittlers kommen durch ihn sehr gut zur Geltung. Wolfgang Riehm passt sich als Oak sehr gut der Stimmung des Hörspiels an und kann sie mit ausdrucksstarken Stimme weiter vorantreiben. Auch Holger Löwenberg macht seine Sache als Fargo ebenfalls gut und kann einen interessanten Charakter erschaffen. Weitere Sprecher sind Robin Brosch, Alexander Turrek und Frank Felicetti.

Fast schon klassischerweise hält sich die akustische Gestaltung – wie bei so vielen Hörspielen über den erfolgreichen Privatdetektiv – zugunsten der Dialoge zurück. Dennoch entsteht durch den Einsatz von klassischer Musik eine dichte Atmosphäre, die sich gut den einzelnen Szenerien anpasst. Auch die Geräusche sind authentisch eingebunden und lassen das Hörspiel lebhafter wirken.

Als Motiv für diese Folge wurde ein Revolver gewählt, der nur in Teilen fotografiert und mit einem nostalgisch wirkenden Sepiaton versehen wurde. Zwar ist dies durchaus passend gewählt könnte aber so auch für einige andere Episoden stehen. Die beiden CDs stecken in einer einfachen Pastikhülle zum Aufklappen, das Booklet gibt neben den üblichen Informationen keine weiteren Extras preis.

Fazit: Eine sehr stimmungsvolle Episode für Sherlock Holmes und Dr. Watson, die interessant erzählt wurde und das Motiv schon recht früh offenbart, den Täter aber lange Zeit im Dunkeln lässt. Das ist mal eine andere Art, sich einer Geschichte zu nähern, und führt zu einer unterhaltsamen Folge, die durch den ironischen Witz der Titelfigur noch unterstrichen wird.

VÖ: 20.November 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-208-9


Sherlock Holmes & Co – 18. Die Geisterfrau



Erster Eindruck: Zwei Fälle für die Denkmaschine

Aus dem Verhalten seiner Frau wird Mr. van Safford nicht so recht schlau. Morgens verlässt sie das Haus und kehrt es spät abends wieder zurück. Doch die Geschichten, die sie ihm erzählt, kann er schnell als Lügen enttarnen. Und so wendet sich van Safford an Professor van Dusen, der nach der Lösung des Rätsels noch in Kontakt mit einer Geisterfrau kommt, die einen Einbrecher fast zu Tode erschreckt hat...

Die Kriminalhörspielreihe „Sherlock Holmes & Co“ widmet sich in unregelmäßigen Abständen verschiedenen, bekannten Detektivfiguren und dichtet ihnen neue Fälle an, in Folge 18 gibt es derer sogar zwei für Professor van Dusen. Im Gegensatz zu den Originalfällen sind diese sehr kurz und damit auch weniger komplex, 63 Minuten wird für die gesamte Folge veranschlagt. Das führt dazu, dass kein Leerlauf entsteht und die Handlungen flüssig erzählt wurden, wobei die Betonung beides male auf den merkwürdigen Vorkommnissen liegt. Diese sind rätselhaft in Szene gesetzt, insbesondere bei der zweiten Geschichte kommt zudem eine düstere und unheimliche Stimmung auf. Die Nachforschungen von van Dusen und Hatch unterstreichen diesen Ansatz, und auch die Auflösungen sind gut erzählt und schließen die Geschichten gut ab. Allerdings sind die Fälle für Professor van Dusen beide etwas zu simpel, die typischen Verflechtungen und Nebenarme fehlen mir leider etwas. Und so geht auch die typische Charakteristik der Serie verloren, prinzipiell hätten diese Fälle auch einem anderen Ermittler zugeordnet werden können. Die ruhige Ausstrahlung und die gut durchdachten Fälle machen dennoch Spaß und können gut unterhalten.

Jannik Endemann spricht den vielbeschäftigten Mr. van Safford, er liefert eine blitzsaubere und glaubhafte Leistung ab, seine zwischen Empörung und Verständnis schwankende Stimmung bei der Auflösung können dabei besonders überzeugen. Ruby Regan, der Einbrecher aus der zweiten Geschichte, wird von Asad Schwarz mit viel Energie und einer lebhaften Ausstrahlung umgesetzt. Ulrike Hübschmann spricht die geheimnisvolle Geisterfrau und kann mit ihrem hier dunklen Klang für eine sehr besondere Atmosphäre sorgen. Weitere Sprecher sind unter anderem Karen Schulz-Vobach, Bodo Wolf und Daniela Hoffmann.

Die hervorragend besetzte Sprecherriege wird von einer gelungenen akustischen Umsetzung unterstützt. Diese ist eher ruhig und wird insbesondere in der ersten Geschichte meist nur hintergründig eingesetzt, während der unheimlichen Stimmung im zweiten Teil des Hörspiels wird viel mit passenden und stimmungsvollen Melodien sowie effektvollen Geräuschen gearbeitet, die diese Momente gelungen unterstreichen.

Bei einem solch prägnanten Titel ist die Geisterfrau natürlich auch auf dem Cover zu sehen, mit einem weißen Schleier vor dem Gesicht scheint sie den Betrachter direkt anzusehen, von ihrem Gesicht sind allerdings nur die groben Konturen und keine Details zu erkennen – was durch die verschwommen wirkende schwarz-weiße Fotografie noch unterstützt wird.

Fazit: Die beiden Fälle für Professor van Dusen sind deutlich simpler gestrickt als seine anderen Fälle, können aber mit ihrer ruhigen Ausstrahlung und den gut durchdachten Geschichten dennoch überzeugen. Besonders die stimmungsvollen Szenen des zweiten Teils können dabei überzeugen, sodass „Die Geisterfrau“ einen einen positiven Eindruck hinterlässt.

VÖ: 18.September 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-205-8


Sherlock Holmes & Co – 17. Das Verlagen zu töten



Erster Eindruck: Bedrohung aus der Vergangenheit

Henry Collins ist in Zeiten des Goldrausches zu großem Reichtum gelangt, ist aber schon vor Jahren mit seiner Frau nach Frankreich gezogen. Als er sich in einem neuen Fall an Auguste Dupin richtet, merkt dieser schnell, dass Collins' Geschäfte nicht immer sauber abgelaufen sind. Tatsächlich hat er sich viele Feinde gemacht, und einer von ihnen bedroht nun ihn – und das Leben seiner Familie...

„Sherock Holmes & Co“ widmet sich in seinen Folgen unterschiedlichen Ermittlern – und ihren Begleitern. Beim französischen Detektiv Auguste Dupin ist dies niemand anderes als der Schriftsteller Edgar Allan Poe, dem in „Das Verlangen zu töten“ eine deutlich größere Rolle zukommt als sonst. In einer atmosphärischen Introszene und auch am Schluss wird eines seiner Werke zitiert, auch in der Handlung spielt seine belastete und bedrückte Psyche immer wieder eine Rolle. Man bekommt mehr Hintergrundinformationen über ihn, sodass er deutlich mehr an Tiefe gewinnt. Der eigentliche Fall ist zudem recht düster gehalten und wirkt schon in der anfänglichen Szene mit Henry Collins recht ungewöhnlich, da Dupin seine Mithilfe zunächst verweigert. Auch die späteren, bedrohlich wirkenden Szenen stechen aus der Handlung positiv heraus und ergänzen die spannend und kurzweilig erzählten Ermittlungen. Mir gefällt, wie sich die Geschichte immer weiter nach oben schraubt und in einem packenden Finale endet, das wie Poes Charakter von Wahn und dunklen Gedanken handelt. Sehr atmosphärisch und eindringlich!

Uve Teschner ist natürlich wieder als Edgar Allan Poe zu hören, seine dunkle Stimme passt bestens zu diesem tiefgründigen Charakter, den er mit all seinen Facetten bestens zur Geltung bringt. Wolfgang Riehm spricht hier Henry Collins, der sich gut an die Stimmung der Folge anpasst und diese mit einer ausdrucksstarken Sprechweise weiter ausgestaltet. Erzähler Douglas Welbat kann mit seiner markanten Stimme seine kurzen, prägnanten Texte wieder sehr stimmungsvoll umsetzen. Weitere Sprecher sind Jannik Endemann, Christine Pappert und Manfred Lehmann.

Passend zu dem düsteren Thema ist auch die Inszenierung von Regisseur Sebastian Pobot bedrückend und atmosphärisch geworden. Dafür sorgen insbesondere die sehr stimmigen Musikstücke, die sehr eindrucksvoll für eine dichte und packende Atmosphäre sorgen. Und auch die verschiedenen Effekte, wie dumpf gestellte Stimmen und passende Geräusche sind perfekt eingebunden.

Ein scharfes, geschliffenes Messer mit einem Holzgriff, wie man es für eine Jagd verwenden würde, ist auf dem Cover auf struppigem Fell zu sehen, wie immer an eine schwarz-weiße Fotografie erinnernd. Das schlichte Motiv passt sehr gut in die Covergalerie, natürlich findet auch der orangefarbene Rahmen wieder Verwendung. Im Inneren sind neben den üblichen Angaben keine weiteren Extras zu finden.

Fazit: „Das Verlangen zu töten“ überzeugt zwar auch mit einer gut erzählten, kurzweiligen Handlung, wird aber durch die düstere und bedrückende Stimmung zu etwas Besonderem. Das Zitat des Werkes von Edgar Allan Poe und das Vertiefen seines Charakters sind sehr gelungene Elemente, was sich zudem sehr gut mit der Atmosphäre der Folge verbindet.

VÖ: 24.Juli 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-204-1


Sherlock Holmes & Co – 16. Das Erbe der Familie Chambois



Erster Eindruck: Geistererscheinung auf französischem Landsitz

Auguste Dupin bekommt einen Brief, in dem er um Hilfe gebeten wird. Obwohl der Inhalt recht wage ist, interessiert sich der Detektiv für den Fall und reist mit seinem Chronisten Edgar Allan Poe zum Sitz der Familie Chambois. Der Hausherr Chavalier de Chambois wird allnächtlich von Stimmen gequält, die scheinbar von den Vorfahren seiner altehrwürdigen Familie stammen. Bald werden Dupin und Poe selbst Zeuge dieser Erscheinungen...

„Sherlock Holmes & Co“, die Krimireihe mit den wechselnden Ermittlern, widmet sich in der 16. Folge mal wieder seiner französischen Seite und Auguste Dupin, der wie immer mit seinem treuen Begleiter Edgar Allan Poe unterwegs ist. Der Aufbau der Handlung ist dabei sehr klassisch: Zu Anfang wird in einer stimmungsvollen und unheimlichen Szene die Bedrohung von Chavalier de Chambois dargestellt, danach folgen die Ermittlungen von Dupin, in der immer mehr Details offenbart werden, bis in der Schlussszene der Täter samt Motiv und Handlungsweise entlarvt wird. Dabei weist auch dieser Fall natürlich einige Besonderheiten auf, die geübten Krimihörern jedoch streckenweise schon bekannt vorkommen dürften. Das Rad wird also nicht neu erfunden, dafür ist alles sehr unterhaltsam und kurzweilig erzählt. Der große Charme der Charaktere, die Stimmung im Chateau und die unheimlichen Elemente sind gut zusammengestellt und sinnvoll zusammengefügt. Eine große Überraschung stellt sich dann auch gegen Ende ein, die man so nicht unbedingt erwarten dürfte, ebenso wie die Verknüpfung zu einer anderen Geschichte aus der Feder von Edgar Allan Poe hergestellt wird. „Das Erbe der Familie Chambois“ hält genau das, was die Serie verspricht: Gut produzierte, klassische Kriminalfälle, in denen eine anfangs undurchsichtige Tat durch Ermittlungen und Befragungen langsam aufgedeckt wird.

Der wunderbare Peter Weiß ist hier als Hugo de Chambois zu hören, seine eingängige Sprechweise mit der glaubhaften Betonung schafft einen prägnanten Charakter, der gerade in der ersten Szene sehr positiv auffällt. Christine Pappert ist als Pauline zu hören, ihre sehr variable Stimme passt sich gut den verschiedenen Situationen an und verleiht ihr Ausdruck und Authentizität. Erzähler ist Douglas Welbat, der wie immer charmant und kurzweilig seine Passagen umsetzt. Weitere Sprecher sind Martin May, Asad Schwarz und Daniela Hoffmann.

Die Serie ist auch akustisch hochwertig umgesetzt, der Klang kommt sehr klar, kaut und gut verständlich aus den Boxen. Die eingebaute Musik hält sich dabei insgesamt eher zurück, unterstreicht aber besonders dramatische Szenen oder sorgt für geschmeidige und stimmungsvolle Szenenübergänge. Auch Geräusche wurden nicht um Übermaß eingesetzt, wirken glaubhaft und sind präzise eingesetzt.

Die Serie fällt auch immer wieder durch ihre Cover auf, die ein schlichtes Motiv im Stil einer alten schwarz-weißen Fotografie hat. Zu sehen sind die verschwommenen, dunklen Konturen einer Gestalt, die in einem hell beleuchteten Flur steht. Beim näherer Betrachtung offenbaren sich noch einige weitere Details, die beim ersten Ansehen nicht gleich auffallen. Der orangefarbene Rahmen steht hierzu wieder im krassen Gegensatz.

Fazit: Ein klassischer Aufbau und bereits bekannte Motive, dennoch kann die Folge streckenweise überraschen und bietet sehr solide und unterhaltsame Krimikost. Die prägnanten Charaktere und besonders die gelungene, nicht unbedingt vorhersehbare Auflösung sorgen für einen kurzweiligen Handlungsverlauf.

VÖ: 19.Juni 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-159-4


Sherlock Holmes & Co – 15. Der Arrest



Erster Eindruck: Solo für Watson

Dieses mal ist es Sherlock Holmes, der des Mordes verdächtigt wird. Er soll den Verbrecher Deschapne umgebracht haben, weil er ihm anders nicht Herr werden konnte. Gleich wird er unter Arrest genommen, sodass nun Watson der Ermittlungen leiten soll. Und schnell begreift er, dass jemand ein übles Spiel mit dem bekannten Detektiv treibt...

„Sherlock Holmes & Co“, die Krimireihe von Romantruhe Audio, widmet sich wechselnden bekannten Figuren, kehrt in Folge 15 aber wieder zu Sherlock Holmes zurück – nur um ihm das Zepter aus der Hand zu nehmen und dieses Mal Watson in den Mittelpunkt der Ermittlungen zu stellen. Das ist dann auch gut gelungen, denn der äußerst sympathische und leicht tüddelig wirkende Arzt gibt auch allein eine gelungene Vorstellung. Der Einstieg in die Handlung gerät schnell und spielt wieder auf einen früheren Fall des Meisterdetektivs an, allerdings sind die ersten Ermittlungen von Watson etwas langsam erzählt. Erst im späteren Verlauf wird hier das Tempo erhöht, sodass zusätzlich eine sehr dichte Atmosphäre entsteht. Die Bedrohung durch die unbekannten Verbrecher ist sehr eindringlich geschildert, zudem mischt eine geheimnisvolle Frau das Geschehen ordentlich auf. Jede Menge Rätsel also, die erst gegen Ende komplett aufgelöst werden und dem Hörer zum Mitdenken anregen. Das sehr rund erzählte Finale bietet dann so einige Überraschungen, klärt aber auch alles sinnvoll auf. Der kleine Perspektivwechsel von Holmes auf Watson bewirkt einiges und setzt ganz neue Akzente in der Handlung.

Florian Halm ist natürlich wieder in der Rolle des Watson zu hören, hier zahlt sich aus, dass er die Rolle komplett neu erarbeitet hat anstatt sie von anderen Vorbildern zu kopieren. So entwickelt er ganz eigene Facetten, die hier bestens zur Geltung kommen und gerade in den dramatischeren Szenen bestens wirken können. Yvonne Greitzke ist als Irene Adler zu hören und kann die interessante Figur mit ihrer voll tönenden und variablen Stimme sehr gelungen umsetzen. Auch Tobias Kluckert hat mit mit seinem authentisch wirkenden Auftreten als Robert Ruthcot wieder sehr gefallen. Weitere Sprecher sidn Jennifer Böttcher, Christian Stark und Jens Wendland.

Das Team um Regisseur Sebastian Pobot hat auch in Sache atmosphärische Gestaltung wieder ganze Arbeit geleistet und präsentiert eine sehr runde und eingängige Stimmung, vor deren Kulisse die Handlung sehr gut wirken kann. Besonders die Szenen am Londoner Bahnhof sind mit der vielfältigen Geräuschkulisse und der leicht dramatischen Musik sehr lebendig inszeniert worden.

Schlichtheit ist auch auf dem Cover zu dieser Folge angesagt, wie immer wird in der bereits bekannten Rahmengestaltung ein einfaches schwarz-weißes Bild gezeigt. Die Silhouette einer Hand legt sich darauf um die Gitterstäbe einer Zelle, auch der Hintergrund ist lediglich verschwommen angedeutet. Mit wenigen Mitteln wurde erneut ein passendes und stimmiges Titelbild geschaffen.

Fazit: Die getauschten Rollen von Holmes und Watson tut der Serie mal sehr gut und bringt viel Schwung in die Handlung, zumal der sympathische Arzt auch in der ersten Reihe eine sehr gute Figur macht. Die Geschichte ist – mit einem kleinen Stocken zu Beginn der Ermittlungen – kurzweilig und spannend erzählt worden und bietet eine sehr runde und packende Auflösung.

VÖ: 8.Mai 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-158-7


Sherlock Holmes & Co – 14. Der Mann in Orange



Erster Eindruck: Variation von Poe-Klassiker

Paris wird durch einen geheimnisvollen Mann in Atem gehalten, der ganz in Orange gekleidet ist und Frauen auflauert. Eher zufällig stoßen auch Auguste Dupin und Edgar Allan Poe auf den Fall und beginnen mit den Ermittlungen. Doch je tiefer sie vordringen, auf umso mehr Ungereimtheiten stoße sie. Und bald werden zwei Bekannte des Detektivs von dem Mann in Orange belästigt...

„Sherlock Holmes & Co“ widmet sich in der 14. Folge der Reihe mal wieder dem von Edgar Allan Poe erdachten Detektiv Auguste Dupin. Doch wieder wurde eine ganz eigene Nuance eingebaut, indem Poe selbst in der Handlung auftaucht und als treuer Begleiter von Dupin fungiert. Und auch die hier erzählte Geschichte orientiert sich an einer Erzählung des bekannten Horror-Autors, wobei zwar einige Elemente gelungen variiert wurden, der Kern der Auflösung ist dem Hörer, der das Original kennt, aber schnell bekannt. Der Aufbau der Handlung ist dabei eher langsam, man lässt sich Zeit bei der Entwicklung des Geschehens. So sind einige interessante Szenen eingebaut – beispielsweise das Kennenlernen zwischen Dupin und Poe -, das geht aber auf Kosten der Dynamik. Der Hörer kann so lange Zeit nicht wirklich greifen, worum es in diesem Fall wirklich geht, erst ab etwa der Hälfte kommt wirklich Schwung auf. Unterhaltsam ist dennoch auch dieser Teil. Anschließend folgt eine gelungene und spannende Ermittlungsarbeit, besonders die sehr genaue Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis von Auguste Dupin sticht hierbei hervor. Das packende Ende kann dann mit einem gelungenen Kniff gegenüber der Vorlage punkten.

Manfred Lehmann scheint die Rolle des Auguste Dupin wie auf dem Leib geschneidert, seine markante Stimme mit dem intensiven Ausdruck setzt er auch hier wieder gekonnt ein und schafft so eine sehr gelungene Titelfigur. Auch Uve Tescher kann als Edgar Allan Poe überzeugen, er kann seiner Figur eine leicht mysteriöse Aura verleihen, klingt aber auch sehr sympathisch und nahbar. Gabi Libbach und Merete Brettschneider sind als Mutter und Tochter L'Espanaye zu hören, beide legen ein präsentes Auftreten und eine eingängige Sprechweise an den Tag, ihre Stimmen passen sehr gut zusammen. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Martin Sabel und Douglas Welbat.

Die akustische Untermalung der Handlung ist gelungen, Musik und Geräusche wurden dabei gut an die Handlung angepasst. Die verwendeten orchestralen Klänge sorgen dabei eher in den Szenenwechseln als in den Dialogen selbst für die richtige Stimmung, auch wenn die eine oder andere Melodie trotz passendem Ausdruck etwas zu lang wirkt. Die Geräusche sorgen für einen lebendigeren Ausdruck der Szenen.

Der Rahmen des Covers ist seit dem Start der Serie gleich geblieben, trotzdem passt die Grundfarbe Orange hier herrlich zum Titel der Serie. Beim Motiv wurde wieder auf Schlichtheit gesetzt, der Schatten einer verkrümmten Hand auf einer Steinmauer ist aber durchaus ansprechend und wirkt unheimlich. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben den Produktionsangaben keine weiteren Informationen.

Fazit: Die bekannte Geschichte von Edgar Allan Poe wurde hier um einige Elemente bereichert und in anderen Punkten passend variiert, die wesentlichen Züge der Erzählung sind jedoch beibehalten. Das ist alles stimmig zusammengestellt und ist mit sehr guten Sprechern besetzt, wobei die Handlung erst in der zweiten Hälfte richtig ins Rollen kommt.

VÖ: 13.März 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-157-0


Sherlock Holmes & Co – 13. Das flammende Phantom



Erster Eindruck: Geistererscheinung im alten Anwesen

Hutchinson Hatch wird von einem befreundeten Journalisten auf das alte Anwesen der Familie Weston aufmerksam gemacht, dass gerade für ein frisch vermähltes Paar umgebaut wird. Immer wieder wird dort eine unheimliche Geistererscheinung gesichtet, die die Bauarbeiter in Angst und Schrecken versetzt. Ein erster Besichtigungstermin bei Tage bleibt ohne Erfolg, doch als Hatch Professor van Dusen einschaltet, bekommen sie zusammen das flammende Phantom zu Gesicht...

„Klassische Detektivgeschichten“ hat sich die Reihe Sherlock Holmes & Co auf die Fahne geschrieben und hält dies auch. Bei den wechselnden Ermittlern ist in Folge 13 wieder man Professor van Dusen zu hören, der wie immer von seinem Freund und Reporter Hutchinson Hatch unterstützt wird. Dieser ist in den ersten Szenen des Hörspiel sehr präsent und steckt die Rahmenbedingungen ab, was recht ruhig und mit der Betonung auf einigen recht langen Dialogen geschieht. Auch der restliche Fall ist auf diese Art geschrieben, was aber dennoch sehr unterhaltsam und kurzweilig gelungen ist. Vielleicht weil statt Action viele Hinweise auf die Hintergrundgeschichte die Handlung vorantreiben und auch immer wieder versteckter, hintergründiger Humor für gute Unterhaltung sorgt. Besonders gelungen ist dies, weil die Ermittlungen von Szenen mit dem flammenden Phantom aufgelockert werden – und diese sind sehr düster und unheimlich gelungen. Die passende Aufklärung des Ganzen mit einer schlüssigen Erklärung schließt die Folge gekonnt ab, die mich sehr gut unterhalten konnte.

Thomas Schmuckerts markante Stimme passt sehr gut zu der Rolle des Floyd Parker, er wird durch ihn sehr gradlinig umgesetzt und kann mit einer sehr beachtenswerten Sprechweise überzeugen. Auch Martin Kautz kann als George Weston punkten, er wirkt sehr glaubwürdig und kann die Gefühle des Mannes sehr gekonnt darstellen. Das Gespann aus Martin Kessler und Norbert Langer als van Dusen und Hatch funktioniert auch hier bestens, die beiden Stimmen harmonieren gut miteinander und setzen passende Kontraste. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Tobias Kluckert und Jens Wendland.

Die akustische Gestaltung bleibt hier zu großen Teilen eher unauffällig, ist aber gut dem Geschehen angepasst und kann mit unterschiedlichen Melodien verschiedene Stimmungen ausdrücken. Besonderes Augenmerk gilt hier aber den Szenen mit dem flammenden Phantom, die sehr eindringlich umgesetzt wurden und einen großen Schuss Gruselatmosphäre mit einbringen. Die entstandene Geräuschkulisse ist dabei sehr ausdrucksstark.

Das alte Anwesen der Familie Weston ist auch auf dem Cover abgebildet, an malerischen Hängen gelegen wirkt es durchaus ansehnlich. Die schwarz-weiße Fotografie passt zu der Folge, ist aber nicht sonderlich prägnant. Die restliche Gestaltung mit der orangenen Farbgebung ist wieder sehr schlicht, aber ansprechend aufbereitet worden.

Fazit: Die sehr dialoglastige Folge wird durch die sehr eindringlichen Szenen mit dem flammenden Phantom deutlich aufgelockert und durch eine geschickte Erzählweise sehr interessant. Die sich stetig anhäufenden Hinweise und der fein verwobene Humor machen aus der Folge eine sehr hörenswerte.

VÖ: 30.Januar 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-126-6


Sherlock Holmes & Co – 12. Das Blut junger Frauen



Erster Eindruck: Mystik und Kriminalistik

Auguste Dupin wird zu einem ebenso erschreckenden wie brutalen Fall hinzugezogen: In Frankreich verschwinden junge Frauen, die einige Zeit später tot aufgefunden werden, ihre Körper mit geheimnisvollen Zeichen übersät. Zusammen mit seinem Assistenten Edgar Allan Poe nimmt er die Ermittlungen auf und ahnt erst nicht, dass diese sie sogar bis nach England führen werden...

Auguste Dupin hatte bereits in der vorletzten Folge von „Sherlock Holmes & Co“ einen ersten Auftritt, Nummer 12 mit dem Titel „Das Blut junger Frauen“ widmet sich ganz dem französischen Detektiv. Besonders interessant dabei ist, dass der bekannte Autor Edgar Allen Poe als sein Assistent dient – zumal der Fall in Sachen Düsternis den Dichtungen des Engländers in kaum etwas nachsteht. Schon gleich zu Beginn werden die Morde an den jungen Frauen thematisiert, immer wieder kommt dadurch während der Handlung durch eingeschobene Szenen eine sehr düstere und unheimliche Stimmung auf, die zusätzliche Brisanz einbringen. Und auch die Ermittlungen von Dupin und Poe sind sehr gut erzählt, trotz der über 70 Minuten Laufzeit wirkt keine Passage überflüssig, alles baut aufeinander auf und führt Ermittler und Hörer näher an die Auflösung heran. Diese ist sehr actionbetont und Schlag auf Schlag erzählt, dabei werden einige ungewöhnliche Wege beschritten. Eine sehr gelungene Folge der Serie, die mit packender Szenerie überzeugen kann.

Manfred Lehmann ist mit seiner sehr markanten und einprägsamen Stimme eine sehr gute Wahl für die Rolle des Auguste Dupin, neben einer gewissen Härte bringt er auch Dynamik und Glaubwürdigkeit mit. Uve Teschner steht ihm als Edgar Allan Poe in nichts nach, bringt seine Szenen gut zur Geltung und kann besonders am Ende die Dramatik noch einmal steigern. Erzähler Douglas Welbat wirkt während seiner Passagen sehr präsent und kann diese eindringlich vertonen. Weitere Sprecher sind unter anderem Helmut Krauss, Christian Rudolf und Eva Michaelis.

Wie oben bereits erwähnt ist die wunderbare Stimmung des Hörspiels sehr düster und kann so den Grundtenor des Hörspiels wiedergeben. Besonders die Szenen um die entführten Damen sind natürlich dementsprechend packend umgesetzt, neben den ausdrucksstarken Stimmen kommt hier dräuende Musik zum Einsatz. Die restlichen Szenen sind etwas zurückhaltender, aber nicht minder gekonnt ausgestaltet worden.

Ein orangefarbener Rahmen, in dem ein Foto eingeklebt zu sein scheint – der Look der Cover wurde natürlich auch hier übernommen. Dabei strotzt das eigentliche Motiv, das in erdigen Beigetönen gehalten ist, nur so vor satanistischen Motiven. Ein gehörnter Totenschädel, ein umgedrehtes Pentagramm sowie mehrere mysteriöse Symbole – gut zusammengestellt und passend zu der Folge.

Fazit: Ein spannender und packend erzählter Krimi mit starken Charakteren wird hier um eine große Portion Mystik angereichert. So entsteht eine sehr eindringliche Stimmung, die durch eingeschobene Szenen der Opfer noch intensiviert wird. Durch viele starke Stimmen und eine passende akustische Umsetzung ist dieses auch noch sehr gut umgesetzt worden.

VÖ: 28.November 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-125-9


Sherlock Holmes & Co – 11. Ein Fall vom Kontinent



Erster Eindruck: Verzwickter als anfangs gedacht

Für Sherlock Holmes ist die Lösung seines neuesten Falles ein Kinderspiel, für den Einbruch bei einem Juwelier reicht eine simple Falle, um die Verbrecher dingfest zu machen. Doch das kommt den Meisterdetektiv zu simpel vor, und tatsächlich sind die Einbrecher bald wieder auf freiem Fuß. Und so geraten Holmes und Watson in einen Fall von deutlich größerer Tragweite als gedacht...

„Sherlock Holmes & Co“ nennt sich Krimihörspielserie aus dem Hause Romantruhe Audio, die sich zwar ausführlich, aber nicht ausschließlich um den wohl bekanntesten Detektiv der Welt drehen. Und auch in der elften Folge mit dem Titel „Ein Fall vom Kontinent“ wird in der gelungenen Introszene wird ein kleiner Schwenk zu einem anderen, ebenfalls bekannten Ermittler geschlagen. Und auch der eigentliche Fall bietet einige sehr interessante Punkte. So wird eine deutliche Verknüpfung zu einer früheren Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle gezogen, die einen passenden Ausgangspunkt bildet. Die sich daraus entwickelnde Handlung ist deutlich komplexer als vorher gedacht, schlägt immer neue Bahnen ein und steigert sich so immer weiter. Je mehr Rätsel gelöst werden, desto mehr neue Fragen tun sich auf – und am Ende der 70 Minuten wundert man sich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Dabei ist alles sehr logisch aufgebaut und wird gelungen aufgeklärt, sodass mich die Geschichte vollkommen überzeugen konnte. Lediglich den Anteil von Dr. Watson als Erzähler ist stellenweise etwas zu groß geraten.

Charles Rettinghaus findet auch hier wieder seinen ganz eigenen Weg, um Sherlock Holmes darzustellen und wählt eine etwas hochnäsige, blasierte Art, bringt aber auch das grüblerische der bekannten Figur sehr gut zur Geltung. Der wunderbare Helmut Krauss setzt seine sonore, einprägsame Stimme gekonnt ein, um Monsier G. eine kräftige Aura zu verleihen. Jürgen Thormann kann als Hans Kupfer mit einer gekonnten Sprechweise und einer gelungenen Charakterdarstellung überzeugen, seine kratzige Stimme rückt er für den grantigen alten Mann ins rechte Licht.. Weitere Sprecher sind Manfred Lehmann, Uve Teschner und Tobias Kluckert.

Während der Dialoge liegt der Fokus ganz auf den Sprechern, sodass die Musik ausgespart wird, dafür gestalten einige passende und glaubwürdige Geräusche das Geschehen lebendiger. Während der Szenenübergänge jedoch sind immer wieder stimmungsvolle Melodien zu hören, die trotz ihres eher seltenen Einsatz die Atmosphäre sehr gut beeinflussen können und für eine rundere Wirkung sorgen.

Das Titelbild zu den früheren Folgen ist immer recht schlicht gehalten, und genau das gilt natürlich auch hier. Auf dem orangefarbenen Rahmen, der an den Ausschnitt einer Akte erinnert, ist eine Fotografie in schwarz-weiß zu sehen, die die engen Gassen einer alten Stadt samt Gaslatenen zeigt. An der restlichen Gestaltung hat sich nichts geändert, im Inneren des kleinen Booklets sind noch Kurzbiographien zu zwei Sprechern zu finden.

Fazit: Ein Fall mit einer sehr gelungenen Erzählweise, die simpel beginnt und sich immer weiter nach oben schraubt, sich stetig weiterentwickelt und dabei so einige Überraschungen präsentiert. Für Kurzweil ist dabei ebenso gesorgt wie für viel Spannung. Schön auch die Bezüge zu einem früheren Fall des Originalautors und die passende Charaktergestaltung der bekannten Hauptfiguren.

VÖ: 26.September 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-112-9


Sherlock Holmes & Co – 10. Der Griff des Todes



Erster Eindruck: Professor van Dusen in Hochform

Die Polizei scheint hilflos überfordert, als in einer dunklen Nacht Fred Boyd in seiner Wohnung ermordet wird. Die Würgemale an seinem Hals schließen einen natürlichen Tod, doch der Reporter Hutchinson Hatch entdeckt zahlreiche Logiklücken in der Erklärung der Polizei. Er hält den Fall interessant genug für die Denkmaschine Professor van Dusen, der gleich einige ungewöhnliche Fragen zu dem Mord hat...

Nachdem Sherlock Holmes und Professor van Dusen in einer der letzten Folgen von „Sherlock Holmes & Co“ zusammengetroffen sind und an einem gemeinsamen Fall ermittelten, ist die zehnte Folge der Romantruhe-Serie wieder ganz der Denkmaschine gewidmet. Doch dieser kommt erst vergleichsweise spät ins Spiel, bei der Einleitung in den Fall begleitet der geneigte Hörer lediglich Hutchinson Hatch. Gleich in der ersten kurzen Szene wird der Mord in einer dunklen Nacht thematisiert, sodass schon nach wenigen Momenten der Reporter auf den Plan tritt und erste Ungereimtheiten entdeckt. Dass er die Polizei mit seiner scharfen Beobachtungsgabe auf die Palme treibt, sorgt für einige erheiternde Momente. Der Verlauf ist sehr flüssig, und auch als van Dusen die Ermittlungen übernimmt wird gute Unterhaltung geboten. Einige seiner Fragen dienen als kleine Hinweise an den Hörer, da diese jedoch nicht zu offensichtlich gelegt werden bleibt die Folge spannend. Die Ermittlungen laufen mal in die eine, mal in die andere Richtung, sodass man langsam einen Blick auf die Umstände des Todes werfen kann. Hervorragend dabei, wie arrogant und selbstherrlich van Dusen die Menschen in seiner Umgebung herumkommandiert und ihnen seine scharfe Kombinationsgabe unter die Nase reibt, ohne selbst allzu viel preiszugeben. Immer geheimnisvoller werden seine Andeutungen und enden in einer gut inszenierten Szene, in der van Dusen allein am Tatort ist. Die Auflösung ist gut erzählt und klärt alle rätselhaften Andeutungen auf.


Professor van Dusen wird hier wieder von Martin Kessler gesprochen, der der Denkmaschine einen ausdrucksstarken Klang verleiht und dabei stets einen leicht arroganten, überheblichen Unterton anschlägt – sehr gelungen. Norbert Langner ist als Hutchinson Hatch zu hören, mit viel Energie und Anleihen an das klassische Theaterspiel liefert er eine ebenso gekonnte wie expressive Darbietung ab. Jürgen Holdorf überzeugt als Inspektor Wilson und schlägt dabei eine etwas gemäßigtere Herangehensweise an, die aber gut zu dem Charakter passt. Weitere Sprecher sind Martin Sabel, Wolf Frass und Jennifer Böttcher.

Das Team um Regisseur Sebastian Pobot wählt eine gelungene Soundmischung, um die Handlung spannend zu gestalten. Dabei stehen zu jedem Zeitpunkt klar die Dialoge und die Sprecher im Vordergrund, Musik und Geräusche dienen dabei zur leisen szenischen Untermalung. Gleichwohl sind diese gut ausgewählt und können die Stimmung gelungen beeinflussen und einen harmonischen Gesamteindruck vermitteln.

Wie die vorigen Folgen auch umgibt das eigentliche Motiv auf dem Cover ein orangefarbene Rahmen, der an eine alte Akte erinnert, in der unteren Ecke ist ein stilisierter Detektiv mit der Folgenzahl zu sehen. Ein einsamer Raum ist auf einem Foto zu sehen, das in erdigen Tönen gehalten ist und ein karg eingerichtet ist. Dies erinnert an das Zimmer, in dem Fred Boyd gestorben ist und streift so die Handlung.

Fazit: Nach dem gelungenen Intro und dem ersten Teil mit Hutchinson Hatch nimmt die Folge noch mehr an Fahrt auf, präsentiert einen gut durchdachten und spannenden Fall, in dem van Dusen seine Stärken voll ausspielen kann. Unterhaltsam und kurzweilig.

VÖ: 1.August 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-111-2


Sherlock Holmes & Co – 9. Die Hexe von Whitechapel



Erster Eindruck: Geheimbund mit finsteren Plänen

Mitten in London werden zwei Morde verübt, zu denen auch Sherlock Holmes zu Rate gezogen wird. Doch während Scotland Yard von Auftragsmorden ausgeht, ermittelt der bekannte Detektiv in eine andere Richtung und ist bald einem Geheimbund auf der Spur, der seit langem im Vorborgenen agiert. Sein Weg führt ihn auch zu einer Frau, die in Whitechapel als Hexe verschrien ist…

Bisher wurden die Geschichte, die in Sherlock Holmes & Co erzählt wurden, mit Original-Fällen von Arthur Conan Doyle auf die eine oder andere Wiese verknüpft. In der neunten Folge „Die Hexe von Whitechapel“ hat sich Autor und Produzent Markus Winter davon aber frei gemacht und spielt nur in kleinen Kommentaren auf frühere Ereignisse an, die von der Geschichte aber völlig unabhängig sind. Und so ist eine außergewöhnliche Folge entstanden, die über ganz unterschiedliche Stationen einen komplexen, aber sehr runden Fall erzählt. Der Anfang ist recht ruhig, die Todesfälle interessant, aber nicht sonderlich außergewöhnlich umgesetzt. Richtig Fahrt nimmt die Folge mit dem Besuch bei der titelgebenden Hexe von Whitechapel auf, die eine mysteriöse Stimmung mit einbringt und auch ansonsten ein interessanter Charakter ist. Die Verknüpfung zum Geheimbund ist elegant eingebaut und lässt Sherlock Holmes in diese Richtung ermitteln, dem Hörer werden die Informationen jedoch nur tröpfchenweise zugespielt, sodass sich das Gesamtbild nur langsam zusammensetzt – und gerade das macht die große Spannung dieses Falles aus. Besonders gelungen ist die überraschende Wendung in der Auflösung, die noch einmal in eine ganz andere Richtung weist und dennoch sehr organisch eingebaut ist, sodass alle losen Erzählfäden zusammengeführt werden. Eine sehr starke Folge der Serie, die einen überraschenden und sehr gut erzählten Kriminalfall mit ganz eigener Wirkung erzählt.

Corinna Dorenkemp spricht Violet Westbury, die Hexe von Whitechapel und kann diese Figur sehr intensiv umsetzen. Durch sie bekommt die Figur eine unheimliche, machtvolle, aber auch sehr abweisende Ausstrahlung, die trotz des vergleichsweise kurzen Auftritts eine nachhaltige Wirkung hat. Andreas Conrad ist als Inspector Lestrade zu hören, der eine gelungene Mischung aus Ernsthaftigkeit und leichten humoristischen Elementen präsentiert. Florian Halm macht seine Sache als Dr. Watson sehr gut, sowohl die Dialoge als auch die Erzähltexte kommen authentisch und einprägsam zur Wirkung. Weitere Sprecher sind Petra Mott, Yvonne Greitzke und Frank Röth.

In Sachen Akustik hat Winterzeit wieder eine runde und gelungene Produktionsweiseumgesetzt. Mit kleinen, eher ruhigen Melodien bekommt die Geschichte zusätzliche Atmosphäre verpasst, die Geräusche sind glaubhaft eingebaut und verleihen mehr Lebendigkeit. Beides bleibt jedoch eher im Hintergrund und lässt den Fokus auf den Dialogen, nur einige Szenen werden durch eine kräftigere Umsetzung stärker betont.

Der bekannte Rahmen der Serie wurde auch hier wieder verwendet, die erdigen Orangetöne und das scheinbar daraufgelegte Foto sind mittlerweile eng mit der Serie verknüpft. Die schwarz-weiße Aufnahme zeigt hier eine der engen Gassen des Londoner Stadtteils Whitechapel, hier wird ein ansehnliches Spiel aus Licht und Schatten gezeigt. Im Inneren sind wieder Fotos und Kurzinformationen zu zwei der Sprecher enthalten.

Fazit: Eine spannend und kurzweilig erzählte Geschichte, die mit der sehr guten Darstellung der Hexe von Whitechapel und dem skrupellosen Geheimbund zwei markante Reizpunkte hat. Die Ermittlungen von Holmes und Watson haben zahlreiche Höhepunkte und offenbaren immer nur kleine Teile der Auflösung, die hinterher in eine gänzlich andere Richtung führt. Sehr gelungen!

VÖ: 25.April 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-054-2


Sherlock Holmes & Co – 8. Loge 341



Erster Eindruck: Der Blick in die Vergangenheit

Vor langer Zeit ist ein Fremder namens McMurdo ins sogenannte „Tal der Angst“ gezogen und ist dort wegen seiner charmanten Art schnell bei den Freimaurern aufgestiegen. Doch als die Köpfe des Geheimbundes alle an einem Ort versammelt sind, wendet sich das Blatt. Dieses Ereignis hallt noch zahlreiche Jahre wieder, als sowohl Sherlock Holmes als auch Professor van Dusen im Fall eines ermordeten Mannes ermitteln…

Viele Premieren bei „Sherlock Holmes & Co“: Das erste Mal treffen zwei voneinander unabhängige Romanfiguren aufeinander, das erste Mal wird hierfür eine Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle adaptiert und zum ersten Mal ist ein Zweiteiler erschienen. „Loge 341“ setzt die Ereignisse aus der siebten Folge „Die Tragödie von Birlstone“ fort – allerdings nicht gerade nahtlos. Denn statt weiter die Ermittlungen der beiden Meisterdetektive zu verfolgen, wird ein großer Sprung in die Vergangenheit gemacht und die oben beschriebenen Ereignisse geschildert. Das ist durchaus spannend und atmosphärisch geschildert und schlägt einen gekonnten Bogen zu dem aktuellen Fall. Danach geht es recht launig weiter, die Ermittlungen werden von Holmes und van Dusen auf ähnlich unterhaltsame Weise wie im Vorgänger weitergeführt. Zwar vereinbaren die beiden Detektive einen Waffenstillstand bis zur Lösung des Falles, den einen oder anderen bissigen Spruch können sie sich dabei aber ebenso wenig verkneifen wie einen erbitterten Konkurrenzkampf um die endgültige Lösung des Falles – was der Unterhaltung des Hörers sehr dienlich ist. Dabei teilen sich Holmes und van Dusen die Aufklärung des Falles, jeder trägt seinen eigenen Teil dazu bei und arbeitet auf seine eigene Weise daran. Das ist alles stimmig komponiert und kann gut unterhalten.

Charles Rettinghaus legt die Rolle des Sherlock Holmes recht extrovertiert an und versieht sie mit bissigem Humor und mehr als nur einer Spur von Arroganz, was insgesamt eine außergewöhnliche und einprägsame Figur schafft. Norbert Langer spricht Hutchinson Hatch, den Chronisten von Professor van Dusen. Er hat eine recht zurückhaltende Art gewählt und spricht die Rolle routiniert und sehr professionell. Frank Roth spricht in der Rückblende den McMurdo und kann den charismatischen jungen Mann dynamisch und lebhaft sprechen. Weitere Sprecher sind unter anderem Yvonne Greitzke, Wolfgang Rüter und Rüdiger Schulski.

Insgesamt sind die einzelnen Szenen recht zurückhaltend gestaltet, sodass die Dialoge und die Sprecher zu jeder Zeit im Vordergrund stehen. Eingebaut sind einige stimmige und passende Melodien, die insbesondere die Szenenübergänge passend gestalten und die Atmosphäre positiv beeinflussen können. Und auch die eingefügten Geräusche passen gut in die Handlung und können die Aktionen lebendiger darstellen.

Auch dieses Cover wird von einem kräftigen orangefarbenen Rahmen umgeben und von einem großen schwarz-weiß Foto dominiert, das ein schlichtes altes Gebäude zeigt. Der schlichte Schriftzug am oberen Rand sowie die stilisierte Detektivfigur passen gut dazu. Im beiliegenden kleinen Booklet sind Informationen und Bilder zu vier der Sprecher zu finden.

Fazit: Der ausführliche Blick in die Vergangenheit bringt Schwung in die Handlung, was diese auch anschließen noch nutzen kann und die Ereignisse der vorigen Folge gekonnt fortsetzen. Die Kabbeleien der beiden Detektive sind sehr unterhaltsam und können Würze in die Geschichte bringen. Insgesamt eine gelungene Folge mit interessanten Ansätzen.

VÖ: 28.Februar 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-053-5


Sherlock Holmes & Co – 7. Die Tragödie von Birlstone



Erster Eindruck: Detektive unter sich

Professor Moriaty bereitet eine List vor, mit dem er gleich zwei seiner Feinde zu eliminieren vorhat. Zu dem einen schickt er eine junge Frau mit einer tragischen Geschichte, Sherlock Holmes hingegen bekommt einen Hinweis, der durch ein Buch verschlüsselt ist. Selbstverständlich löst er das Rätsel schnell und macht sich auf den Weg zu einem alten Herrenhaus um die Polizei zu unterstützen und trifft dort auf das zweite Opfer Moriatys – den bekannten Meisterdetektiv Professor van Dusen…

„Aus den Geheimakten der Meisterdetektive“ ist der Untertitel der „Sherlock Holmes & Co“-Serie von Romantruhe Audio, in dem klassische Detektivfiguren. Die neuen Fälle wurden bisher entweder für Sherlock Holmes oder Professor van Dusen als Denkmaschine erdacht – doch die Doppelfolge, die mit Nummer 7 der Serie beginnt und „Die Tragödie von Birlstone“ heißt, bricht gleich in zweifacher Weise. Erstens wird hier ein bereits bekannter Fall von Holmes nacherzählt und angepasst, der besser unter „Das Tal der Furcht“ bekannt ist. Zweitens sind hier gleich beide Meisterdetektive im Einsatz und ermitteln beide im gleichen Fall. Dabei ist ein Zusammentreffen natürlich unvermeidlich, und das ist die wohl größte Stärke dieser Folge. Beide gehen mit unverhohlener Abneigung, Arroganz und Überheblichkeit aufeinander los und lassen in ihren Wortgefechten kein gutes Wort am anderen. Dieser wirklich reizvolle Teil kommt erst im letzten Drittel dieser Produktion vor, davor werden die Grundlagen für den Fall geklärt. Beide Detektivduos werden dabei gekonnt charakterisiert und gehen auf ihre Weise an die Aufklärung heran, doch so wirklich in Schwung kommt die Folge hier nicht – da hilft auch der anfängliche Appetithäppchen mit Professor Moriaty nichts. Vielleicht liegt es daran, dass der Fall schon hinlänglich bekannt ist, denn zumindest die Anpassung der Gegebenheiten ist gelungen. Auch der Spannungsaufbau bei der Untersuchung der Hinweise mit Holmes‘ scharfen Verstand kann punkten. Die Neugier auf den zweiten Teil wird jedenfalls geweckt..

Florian Halm spricht klassischerweise nicht nur den Dr. Watson, sondern übernimmt in dieser Rolle auch die Erzählparts. Dies kann er recht launig und sehr sympathisch herüberbringen, mit seiner leicht verwirrten Art kann er Holmes‘ Assistenten gut in Szene setzen. Martin Keßler ist als Professor van Dusen zu hören, er wählt eine eher steife Sprechweise, die gut zu dem hochintelligenten Mann passt, kann im Wortgefecht mit Holmes und Watson aber auch Emotionen zeigen. Till Hagen, der stets als Idealbesetzung für den Bösewicht scheint, kann auch hier mit seiner markanten, ausdrucksstarken Stimme punkten. Weitere Sprecher sind unter anderem Yvonne Greitke, Petra Mott und Bert Stevens.

Durchaus ansprechend ist die akustische Gestaltung des Hörspiels geworden, die mit passenden Geräuschen eine stimmige und glaubhafte Atmosphäre erzeugen kann, sich meist aber deutlich auf die Sprecher und die Dialoge konzentriert. Dementsprechend ist auch nicht übermäßig viel Musik im Einsatz, sondern ist eher sparsam und treffsicher eingesetzt worden.

Das Anwesen, das eine zentrale Rolle in der Handlung spielt und Ort des Verbrechens und der späteren Beweisaufnahme ist, wird auch auf dem Cover gezeigt. Eine auf alt getrimmten Fotografie in schwarz-weiß ist als Titelbild gewählt worden und ist auch auf die CD gedruckt. Die orangefarbene Gestaltung ist schlicht und übersichtlich, im kleinen Booklet sind Fotos und Kurzinfos zu vier der Sprecher zu finden.

Fazit: Anfangs will die Folge nicht so recht in Schwung kommen, trotz der gelungenen Szene mit Moriatys finsterem Plan. Erst im späteren Verlauf entwickelt sich eine spannende und kurzweilige Handlung, deren unbestrittener Höhepunkt das unharmonische Zusammentreffen der beiden Detektive sein dürfte.

VÖ: 28.Februar 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-009-2