Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 32. Der Fall John Watson

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 31. Die Todesfalle von Dornwood

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 30. Das Rätsel der Aurora

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 29. Im Labyrinth des Wahnsinns

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 28. Die Rache des Gerechten

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 27. Ein ehrbares Haus

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 26 Der siebte Monat

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 25. Die siebzehn Salutschüsse

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 24. Das Monster von Soho

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 23. Die Prinzen im Tower

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 22. Die schreiende Tänzerin

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 21. Der ehrlose Löwe

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 20. Die Spur ins Nichts

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 19. Die Untoten von Tilbury

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 18. Das Ratten-Problem

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 17. Die drei Diven

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 16. Der leise Takt des Todes

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 15. Das Geheimnis von Baskerville Hall

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 14. Der bibelfeste Mörder

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle - 13. Der geniale Magier

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 12. Der verhängnisvolle Schlüssel

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 11. Im kalten Nebel der Themse

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 10. Der Biss des Zerberus

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 9. Holmes unter Verdacht

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 8. Der grüne Admiral

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 7. Der eisige Tod

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle - 6. Das Haus auf dem Hexenhügel

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 5. Das steinerne Schiff


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 32. Der Fall John Watson



Erster Eindruck: Totgeglaubte leben länger...

Als John Watson nach einer Nacht außer Haus zurückkehrt, trifft er eine völlig aufgelöste Mrs. Hudson an, und auch Sherlock Holmes hat sich völig betrunken in sein Zimmer zurückgezogen, um dieses zu verwüsten. Der Grund überrascht Watson dann doch sehr, denn in einem Zeitungsartikel wurde er für tot erklärt. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten lediglich um einen Namensvetter gleichen Berufes gehandelt hat. Doch was noch alles dahinter steckt, ermittelt das erfolgreiche Gespann erst nach und nach...

Sherlock Holmes stand schon häufiger im Mittelpunkt diverser Geschichten, sowohl in den Originalen von Sir Arthur Conan Doyle als auch in diversen Neuinterpretationen. In der 32. Episode der neuen Fälle von Romantruhe Audio wird der Spieß man umgedreht und rückt nun John Watson in den Mittelpunkt. Die ersten Szenen sind dabei sehr gelungen geraten, sowohl die gutherzige und resolute Mrs. Hudson als auch Holmes, der den angeblichen Tod seines Kumpenen überhaupt nicht verkraftet, werden gekonnt in Szene gesetzt, während Watson mal eine durchsetzungsstärkere Position annimmt. Dieser geschickte Dreh zieht sich durch die gesamte Handlung, denn der ehemalige Militärarzt will natürlich wissen, warum sein Namensvetter ermordet wurde. Er übt ordentlich Druck aus und treibt die Handlung damit voran. Der Fall an sich ist clever und gut durchdacht, lange Zeit hat der Hörer keinen rechten Ansatzpunkt, wie sich die Geschichte wohl auflösen wird. Und so kommt es bis zum Finale zu einigen kleineren Überraschungen, während sich zum Abschluss alles sehr stimmig und gekonnt zusammenfügt. Ein sehr gelungener Fall mit einer ganz eigenen Stimmung und einer cleveren Geschichte, die die Qualität dieser Serie noch einmal unterstreicht.

Peter Groeger gewinnt der bekannten Figur des Dr. Watson neue Facetten ab, ist hier die treibende Kraft und lässt trotzdem nichts von seinem liebevollen Charme vermissen. Sonja Deutsch ist in der Rolle der Mrs. Hudson zu hören, wobei sie eine großherzige Art an den Tag legt und in den ersten Szene die Aufgelöstheit der Dame sehr treffend inszeniert. Tom Deininger ist in der Rolle des Inspector Frobisher zu hören, seine markante Stimme kommt dabei gut zur Geltung und bringt eine Spur Humor mit ein. Weitere Sprecher sind Jürgen Thormann, Manfred Lehmann und Dirk Hardegen.

Akustisch präsentiert sich die Serie wie auch sonst eher unaufgeregt, aber sehr ansprechend. Dafür sorgen viele Geräusche, sie sich gut in die Dialoge einfügen und diese lebendiger wirken lassen. Doch auch die Musik trägt ihren Teil zum Gelingen bei, so ist dieses mal eine Flöte als Instrument eingesetzt, die eine erstaunliche Vielfalt an verschiedenen Stimmungen erzeugen kann.

Ein Man liegt in sich zusammengesackt auf seinem Schreibtisch, während Holmes und Watson den Tatort untersuchen, schaut einer der anderen Ermittler nachdenklich aus dem Fenster – die Szene aus dem Hörspiel wird auf dem Cover hübsch in Szene gesetzt, zumal die vielen eingebauten Rottöne für eine ganz eigene Stimmung sorgen.

Fazit: Mir gefällt sehr, wie sehr sich die Folge um Watson und seine Namensvetter dreht, das verleiht der Geschichte eine intensive Note. Schon die ersten Szenen haben mich völlig überzeugt, wobei die Handlung auch später nicht nachgelassen und einige trickreiche Wendungen genommen hat. Eine starke Folge!

VÖ: 19. Mai 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-142-6


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 31. Die Todesfalle von Dornwood



Erster Eindruck: Die Spur ist noch lauwarm...

Schon seit zwei Tagen haben Sherlock Holmes und Doctor Watson keine Spur von den Bruder ihrer Klientin Nora Henderson gefunden. Und obwohl sie nicht glauben, ihn noch am letzten bekannten Ort seiner Reise vorzufinden, machen sie sich auf zu dem abgelegenen Gasthaus in Nordengland. Die Sache hat nur einen Haken: Nora besteht darauf, das eingespielte Detektivgespann zu begleiten...

Bei den Klienten in den Geschichten um Sherlock Holmes ist es immer so eine Sache, oft kommen diese zu Beginn vor, um ihr Problem zu schildern, treten dann aber erst wieder zum großen Finale in Erscheinung, um die Auflösung vom Meisterdetektiv höchstpersönlich zu erfahren. Dieses Muster wurde nun in der 31. Folge der eigens geschriebenen neuen Fälle von Romantruhe Audio durchbrochen, denn Auftraggeberin Nora Henderson ist ein fester Part dieser Handlung. Und das bringt immer wieder Würze mit hinein, denn die energische Frau hat durchaus ihren eigenen Willen und setzt sich gegenüber Holmes und Watson immer wieder durch. Ein sehr gelungenes Beiwerk für die Handlung, und auch diese kann sich sehr hören lassen. Denn zunächst hat der Hörer gar keinen Anhaltspunkt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Langsam tasten Holmes nd Watson sich an das einsam gelegene Gasthaus und die nahe Privatklinik heran, lernen die dort lebenden Menschen kennen, setzen sich mit einem undurchsichtigen Kutscher auseinander, doch auch die beiden erfassen erst zum großen Finale, welcher Schrecken sich hinter dem Verschwinden des jungen Mannes verbirgt. Auch wenn der Mittelteil in Sachen Spannung etwas nachlässt, wird hier zum Schluss noch einmal ordentlich aufgefahren, zumal Kenner der Serie eine bekannte Stimme zu Ohr bekommen, die mit viel Wucht eingesetzt ist.

Vera Bunk ist in der Rolle der Nora Henderson zu hören und hat mich dabei völlig überzeugt. Sie bringt eine sehr energische Sprechweise mit ein und mischt das eingespielte Sprecherteam dabei ordentlich auf. Auch Hörspielurgestein Eckart Dux ist hier zu hören, wobei er mit seiner markanten Stimme den Dr. Wheldon sehr undurchsichtig und schaurig spricht, er bringt damit eine sehr gekonnte Note mit ein. Auch Hildegard Meier trägt als Emma Hoskin ihren Teil zum Gelingen des Hörspiels bei. Weitere Sprecher sind Uwe Jellenik, Helmut Krauss und Alexis Krüger.

Wie auch in den vorangegangenen dreißig Folgen ist die akustische Umsetzung der Serie auch hier eher zurückhaltend, was sehr gut zum Charakter der Serie passt. Denn die Dialoge kommen auch ohne großartige Effekte gut zur Geltung, werden aber durch einige Geräusche und den sehr behutsamen Einsatz von Musik dennoch in ihrer Stimmung aus dem Hintergrund beeinflusst.

Die Idee, die Cover im Stil eines alten Ölgemäldes umzusetzen, funktioniert auch hier wieder sehr gut. Zu sehen ist die Szene, in denen Holmes, Watson und Henderson an dem einsamen Gasthaus ankommen, sodass die beteiligten Personen gut zu erkennen sind. Die abendliche Stimmung kommt mit den verwendeten Rottönen gut zur Geltung und ergänzt geschickt dieses ansehnliche Cover.

Fazit: Der Charakter der Nora Henderson passt wunderbar in diese Folge und verlieht ihr einen neuen Dreh, doch auch die Ermittlungen, die ohne viele Anhaltspunkte starten, sind sehr gekonnt erzählt. Besonders das Finale ist dabei sehr überraschend und präsentiert einen geradezu teufischen Plan. Eine weitere starke Folge der Serie!

VÖ: 24. März 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-141-9


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 30. Das Rätsel der Aurora



Erster Eindruck: Großer Wirbel um ein kleines Schiff

Das kleine Modellschiff der Aurora ist sicherlich nicht das aufregendste oder teuerste Exponat im Londoner Museum, dennoch wird es als einziges bei einem nächtlichen Einbruch entwendet. Da Scotland Yard kaum Interesse an dem Fall zeigt, widmet sich der ehemalige Besitzer des Holzschiffes an Sherlock Holmes, der den Fall bereits beim Studium der Tageszeitung entdeckt hat...

Es sind nicht nur die Kriminalfälle an sich, die die äußerst gelungene Fortsetzung der Sherlock Holmes-Geschichten von Romantruhe Audio ausmachen. Es ist auch die wunderbar dargestellte Beziehung zwischen dem Meisterdetektiv und seinem treuen Freund Dr. Watson, und genau das macht auch die Introszene wieder so besonders. Es macht richtig Spaß zuzuhören, wie Holmes seinem Freund wieder einige Schritte voraus ist, ihn mit seiner Überlegenheit piesackt und ob seiner rein subjektiven Begriffsstutzigkeit schier verzweifelt. Das stimmt gut auf die Handlung ein, die in diesem Fall recht ruhig erzählt wird, aber dennoch die Aufmerksamkeit des Zuhörers komplett auf sich ziehen kann. Denn die feine Verkettung verschiedener Umstände und Recherchen, ausgehend von dem Diebstahl des eher unscheinbaren Schiffes, führt den Hörer immer wieder an der Nase herum und sorgt mit kleinen „Zwischenauflösungen“ für viel Dynamik. Die Spannung ist hoch, denn lange Zeit ist nicht klar, worum es eigentlich geht, was hinter dem Verschwinden des kleinen Modells steckt. Das wird langsam, aber stetig herausgearbeitet und führt auch Holmes und Watson über einige falsche Fährten zu einem sehr überzeugenden Schlusspunkt. Ungewöhnlich ist dann die letzte Szene, in der Holmes zu einem nicht sehr zurückhaltendem Mittel greift, um seinen Willen durchzusetzen. Wieder eine in sich stimmige und gut erzählte Folge der Serie, die mit einer ganz eigenen Ausstrahlung punkten kann.

Das Duo Infernale, Christian Rode als Sherlock Holmes und Peter Groeger als Doctor Watson, ist auch hier wieder ein unschlagbares Team und gestaltet seine Szenen äußerst authentisch und lebendig, ein großer Teil des Charmes der Folge geht von diesen beiden Sprechern aus. Friedrich Georg Beckhaus ist in der Rolle des Henry Bragg zu hören, er hat einen sehr markanten Klang und gestaltet seine Szenen präzise und ausdrucksstark. Auch Georg Typhon kann als Tom Nettles überzeugen, mit viel Energie setzt er seine Rolle um und trifft die Rolle in ihrem Kern. Weitere Sprecher sind Uwe Jellinek, Gerald Paradies und Nicolai Tegeler.

Auch für diese Folge wurde eigens Musik komponiert, wobei das hervorstechende Instrument für „Das Rätsel der Aurora“ die Flöte ist. Sandro Friedrich entlockt seinem Instrument zahlreiche unterschiedliche Klänge, die sich immer sehr gut an die Stimmung der Handlung anpassen. Auch die Geräusche sind wohldosiert und präzise eingefügt, sodass sie die Dialoge lebendiger wirken lassen.

Natürlich ist das titelgebende Miniaturholzschiff, die Aurora, auch auf dem Cover zu sehen. Schummerig beleuchtet trohnt der Dreimaster auf einem roten Samtbett, während eine Hand gerade seitlich nach ihm greift. Der typische Zeichenstil der Serie kommt auch hier wieder sehr gut zur Geltung und fügt der bisherigen Galeire ein ansehnliches und zurüchaltendes Titelbild hinzu.

Fazit: Nach dem sehr amüsanten Intro mit den beiden Hauptfiguren baut sich langsam, aber stetig eine spannende Handlung auf, die mit einigen falschen Fährten und Trugschlüssen abwechslungsreich und kurzweilig geraten ist. Die ruhige Erzählweise gefällt mir hier sehr gut, denn so kommen die einzelnen Elemente noch besser zur Geltung. Sehr hörenswert.

VÖ: 27. Januar 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-140-2


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 29. Im Labyrinth des Wahnsinns



Erster Eindruck: Der Irrsinn des Wallace Carling

Auf dem stattlichen Anwesen der Carlings, die erst vor kurzem dort eingezogen sind, gehen merkwürdige Dinge vor, und als ihr Gatte spurlos verschwindet, ruft Hausherrin Lydia den bekannten Detektiv Sherlock Holmes zur Hilfe. Dieser nimmt zunächst das riesige Labyrinth aus Hecken in Augenschein, das auf den weiten Ländereien untergebracht ist. Und kurz darauf taucht Wallace Carling tatsächlich wieder auf – allerdings stark verändert...

Andreas Masuth hat sich mit „Im Labyrinth des Wahnsinns“ wieder einmal einen recht exzentrischen Fall für Sherlock Holmes und Dr. Watson ausgedacht, der als 29. Episode der Romantruhe Audio umgesetzt wurde. Dabei behält er die Grundzüge der Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle bei – prägnante und starke Charaktere, keine Actionsequenzen, eine Handlung mit einigen Wendungen und Wirrungen – gestaltet diese aber deutlich komplexer. In diesem Fall ist das besonders gut gelungen, denn lange tappt der Hörer tatsächlich im Dunklen, und hat nur wenige Anhaltspunkte auf die Auflösung. Dennoch verdichtet sich die Handlung immer weiter, die Stimmung intensiviert sich, die Spannung steigt. Das liegt auch an dem sehr präsenten Schauplatz, das riesige Labyrinth übt schnell eine große Faszination aus, auch der Ausflug der beiden Ermittler ist sehr stimmig gelungen. Auch die Figur des Wallace Carling ist sehr gut inszeniert, sein Wahnsinn und seine rätselhaften Äußerungen bringen viel Atmosphäre in die Handung. Die überraschende Auflösung ist perfekt inszeniert, das nachfolgende Herzschlag-Finale packend und fesselnd – eine sehr gelungene Folge der Serie, die eine sehr eigenständige und individuelle Erzählweise hat.

Sandrine Mittelstädt ist in der Rolle der Lydia Carling zu hören, sie spricht die Rolle sehr glaubhaft und kann dabei einen interessanten Charakter erschaffen. Horst Naumann ist als ihr Gatte Wallace zu hören, sein Geschrei, seine verwirrte Art, seine starke Präsenz sind herausragend und lassen durchaus den einen oder anderen Gänsehautschauer entstehen. Das wundervolle Duo aus Christian Rose und Peter Groeger funktioniert auch in diesem ernsthafteren Ambiente als üblich sehr gut, sie werfen sich gegenseitig die Bälle zu und agieren gerade zusammen sehr spontan und authentisch. Weitere Sprecher sind Rolf Marnitz, Eckart Dux und Alexis Krüger.

Die atmosphärische Gestaltung ist schlicht, aber äußerst wirkungsvoll, sodass die Stimmung der Handlung sehr dicht und präsent unterstützt wird. Dabei sind dieses mal auch einige Gesangsmomente eingebaut, was dieser Folge eine eigenständige Note verleiht. Doch auch die Geräusche sorgen mit ihrem natürlichen Klang für eine sehr stimmige Folge.

Auch dieses Cover ist wieder im Stil eines alten Ölgemäldes gehalten, Holmes und Watson stehen darauf vor dem Torbogen, der ins Innere des Labyrinths führt. Die hohen Steinmauern im Hintergrund deuten dieses stimmungsvoll an. Eingefasst in den dunkelgrünen Rahmen mit dem schlichten Schriftzug ist wieder ein gelungenes Cover entstanden, das gut in die bisherige Galerie passt.

Fazit: Von Anfang bis Ende eine atmosphärisch sehr dichte und eingängige Folge mit einem sehr präsenten Schauplatz und einer spannenden, rätselhaften Geschichte. Die Figuren sind sehr eingängig geschildert, und auch das Finale ist an Stimmung nur schwer zu überbieten. Eine sehr runde und gelungene Episode der Serie.

VÖ: 25. November 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-122-8


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 28. Die Rache des Gerechten



Erster Eindruck: Eine Bordsteinschwalbe und zwei Tote

Louise Pike, eine schlagfertige Prostituierte, sucht den Rat von Sherlock Holmes, da sie im Mordfall eines getöteten Geschaftsmannes als Verdächtige gilt. Der Meisterdetektiv nimmt den Fall an, dessen merkwürdige Umstände ihn faszinieren. Als dann auch noch Scotland Yard um Mithilfe bittet, kommt Shelock Holmes auf die Spur einer geheimen Loge und muss Erschreckendes feststellen...

Bereits in der Vorgängerfolge von „Die Rache des Gerechten“ hatten Prostituierte eine wictige Rolle eingenommen, sodass der wirklich überraschende Effekt dieses Thema in der 28. Episode der neuen Fälle von Sherlock Holmes hier schnell verpufft. Und auch die leicht andere Meinung der beiden Protagonisten sorgt wegen der zeitlichen Nähe der beiden Episoden für Irritationen, allerdings nur ganz am Anfang. Denn nach der Eröffnungsszene kommt die spritzige Louise nur noch selten zu Wort, und Sherlock Holmes und Doktor Watson konzentrieren sich auf die Ermittlungen im Umfeld eines Geheimbundes, erfahren dabei immer neue Details zu dem Mord, aber auch zu den Mitgliedern, was einige wirklich überraschende Momente hervorbringt. Klar, dass am Ende alles wie immer clever und gut durchdacht aufgelöst wird, hier passt alles sehr gut zusammen und sorgt für eine stimmungsvolle Geschichte. Dennoch konnte mich die Folge nicht ganz so sehr packen wie einige andere Teile der Serie, dennoch bleibt sie ein sehr hörenswerter und unterhaltsamer Krimi der alten Schule.

Sandrine Mittelstädt übernimmt die Rolle der Louise Pike und sorgt dabei schon in der ersten Szene für Aufmerksamkeit, ist sehr präsent und bringt den Witz der Figur treffend herüber – ein gelungener, wenn auch leider kurzer Auftritt. Reent Reins ist mit seiner tiefen und markanten Stimme auch mal wieder ein Eyecatcher, zumal er hier einen recht geheimnisvollen Auftritt hinlegt. Und auch Jürgen Thormanns unverwechselbarer Klang bereichert das Hörspiel um eine sehr gelungene Facette. Weitere Sprecher sind Lutz Harder, Werner Ziebig und Thomas Petrou.

Ein wichtiges Merkmal der Serie ist auch immer die eingesetzte Musik, die sehr reduziert ist, aber immer bestens auf die Handlung angepasst wurde. Hier ist es eine Querflöte, die immer wieder hervorsticht und mit eingängigen Melodien neue Facetten aus der Handlung kitzelt. Die Geräusche sind ebenso wohl dosiert eingesetzt und sorgen für lebendigere Momente.

Eine verschneite Straße mitten in London, die alten Gaslaternen angezündet, die Häuser im rötlichen Schein. In dieser Kulisse ein erstochener Mann in einer Blutlache, der gerade von Holmes und Watson untersucht wird – das Cover im Stil eines alten Ölgemäldes fängt die Stimmung des Hörspiels gekonnt ein und setzt die bisher immer sehr gelungene Covergalerie treffend vor.

Fazit: Nach dem farbenfrohen Auftakt verliert die Folge zwar ein wenig Schwung, kann mit Geheimnünden, Zeitdruck und einigen überraschenden Enthüllungen aber eine unterhaltsame und vielseitige Folge präsentieren. Besonders das Ende ist dann wieder sehr stark und löst die Folge ebenso elegant wie spannend auf.

VÖ: 28.Oktober 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-121-1


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 27. Ein ehrbares Haus



Erster Eindruck: Ungewohntes Ambiente für Holmes und Watson

Die Zugreise von Sherlock Holmes und Dr. Watson steht unter keinem guten Stern, denn der Zug bleibt auf offener Strecke stehen und kann längere Zeit nicht weiterfahren. Auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht landet das Gespann in Carlington Manor, das von der reizvollen Lady Pamela Carligton geleitet wird. Doch als Dr. Watson merkt, dass es sich bei dem weitläufigen Anwesen um ein Luxusbordell handelt, stockt ihm zunächst der Atem...

Auch Arthur Conan Doyle scheute in seinen Geschichten um Sherlock Holmes nicht davor zurück, nicht allzu populäre Schauplätze zu zeigen, immerhin war der Meisterdetektiv des öfteren in den Opiumhöhlen Londons als Gast anwesend. Andreas Masuth hat diesen Gedanken nun aufgegriffen und die Handlung der 27. Folge der „neuen Fälle“ kurzerhand in ein Bordell verfrachtet – wenn auch zugegeben in ein ziemlich herrschaftliches, in der Prominenz, Adel und Politik gleichsam, nun ja, verkehrt. Die Handlung lässt sich viel Zeit, bis sie an diesem Punkt angekommen ist, und noch mehr, bis die ersten kriminellen Elemente auch nur erwähnt werden. Das ist ungewöhnlich, da diese Serie ansonsten oft recht schnell auf den Punkt kommt, doch dies ist alles andere als langwierig geraten. Die lockere Stimmung, der verklemmte Umgang der Gesellschaft zur damaligen Zeit, Watsons Vorbehalte, die ziemlich resolute Leiterin des Etablissements – das fügt sich wunderbar zusammen und macht richtig Spaß. Und auch der eigentliche Fall punktet mit einigen frischen Ideen, der Hörer kann sich lange Zeit keinen Reim auf die Ereignisse machen. Erst ganz am Ende klärt sich alles auf, was unerwartet, aber sehr sinnig und glaubhaft geschieht und noch einmal dramatische Züge annimmt. Eine sehr starke Folge der Serie!

Sandra Steinbach ist als Lady Pamela Carlington zu hören, deren Stimme einen gleichsam bestimmenden wie verführerischen Klang annimmt. Sie formt dadurch einen facettenreichen Charakter, den man lange Zeit nicht richtig einschätzen kann. Nicole Hannak ist als Rose Thurston zu hören, mit ihrer frischen und unverbrauchten Art kann sie die junge Prostituierte mit viel Charme und Präsenz darstellen. Auch Peter Weis hinterlässt einen positiven Eindruck, als Sir Ronald Downes bringt er viel Leben in die Handlung ein und verschärft mit seiner Art die Dramatik der Szenen. Weitere Sprecher sind Tino Kiessling, Annekathrin Munz und Nicolai Tegeler.

Statt bombastischer Sounds gibt es in dieser Serie wie gewohnt eher zurückhaltende Klänge, dieses mal sind Saxophon und Violine die herausstechenden Instrumente. Sie lockern das Geschehen gekonnt auf und sorgen für Abwechslung, der Fokus liegt aber immer auf den Dialoge. Gleiches gilt für die Geräusche, die passend eingesetzt sind und für eine lebendigere Stimmung sorgen.

Carlington Manor ist als Kulisse für das Titelbild ausgewählt worden, im Vordergrund sind die beiden Protagonisten nebst Lady Pamela Carlington zu sehen. Die rötliche Färbung des Bildes, das wie ein altes Ölgemälde wirkt und sich deswegen angenehm von sonstigen Produktionen abhebt, erklärt sich dann auch im Laufe der Handlung.

Fazit: Das recht lange Intro zu dieser Folge ist sehr unterhaltsam erzählt und bietet den beiden Hauptfiguren wieder die Möglichkeit, sich von ihrer privaten und charismatischen Seite zu zeigen. Auch der daran anschließende Fall ist in gewohnter Qualität der Serie geraten und ist spannend erzählt, der Showdown ist dramatisch und packend gelungen – ein sehr ansprechendes Hörspiel!

VÖ: 23.September 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-120-4

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 26 Der siebte Monat



Erster Eindruck: Rätsel um zwölf Zimmer

Schon seit längerem hat Sherlock Holmes keinen Fall mehr gelöst, und da er deswegen beginnt undleidlich zu werden, bucht Dr. Watson kurzerhand ein Zimmer in dem Hotel für ihn, in dem er wegen eines Kongresses untergebracht ist. Doch es ranken sich unheimliche Geschichten um das Haus, in dem es zu spuken scheint. Sofort ist der Spürsinn des Meisterdetektivs geweckt...

Eric Niemann hat sich für die Reihe von Romantruhe Audio einen der neuen Fälle für Sherlock Holmes ausgedacht und greift gleivh zum Start einge Motive auf, die bereits in den Vorlagen von Arthur Conan Doyle aufgetaucht sind: Der Meisterdetektiv gelangweilt von der Ruhe, von Watson mehr oder weniger unfreiwillig aus London fortgebracht, dort mit einigen geheimnisvollen Vorgängen konfrontiert. Doch mutet dies keinesfalls wie eine bloße Kopie an, da Niemann mit einem Bezug zu Siegmund Freud sowie einem sehr unterhaltsamen Dialog für eine gelungene Stimmung sorgt. Im Hotel angekommen dauert es etwas, bis die Handlung zum Kern der Geschichte vorstößt, denn Holmes und Watson müssen hier mal wieder einen Mord aufklären. Der Weg zur Aufklärung ist ruhig, aber sehr unterhaltsam gelungen, eine kleinteiige Spurensuche beginnt. Interessant ist, dass eine etwas längere Szene weder von Watson noch von Holmes handelt, sondern sich zwei weitere Figuren mit einem merkwürdigen Rätsel widmen. Das hat mich anfangs irritiert, hat doch der Hörer nur selten einen Wissensvorsprung vor dem Detektiv, es passt aber bestens in diese Folge. Am Ende gipfelt alles in einem großen Treffen aller Beteiligten, bei dem von jedem Motiv und möglicher Tathergang eruiert werden. Hierbei kommen nicht nur einige überraschende Wendungen ans Licht, die Szene endet auch in einer sehr interessanten moralischen Fragestellung. „Der siebte Monat“ hat mir mit seiner ruhigen, dialoglastigen Umsetzung sehr gefallen, wieder wird sich nah an die Vorlagen gehalten und dennoch etwas Neues geschaffen.

Neben den beiden Hauptfiguren sind sechs weitere Sprecher im Einsatz, die ihre Sache ganz hervorragend machen. Daniel Montoya ist als Bobby Westlake zu hören, sein freundliches Gemüt, das Aufbegehren gegen seinen Vater, seine spätere Verzweiflung, alles wird sehr eindringlich und glaubwürdig von ihm umgesetzt. Reent Reins' unverkennbarer Klang prägt auch die Figur des Stewart Hopkins, er lässt feine Nuancen anklingen, die eine interessante Figur schaffen. Annekathrin Munz spricht die Helen Pritchard mit einem eingängigen Rhythmus und kann in jeder Situation überzeugen. Auch Lutz Harder, Nicolai Tegeler und Werner Ziebig sind zu hören.

Die Ausstrahlung der Folge ist eher ruhig, und auch die akustische Gestaltung passt sich dem an. So sind einige zarte Melodien eingebunden, die dem Hörspiel einen harmonischen Eindruck vermitteln, aber auch mal die Spannung erhöhen. Und auch die Geräusche sind stimmig eingefügt, sie sorgen für eine glaubhafte Atmosphäre.

Das Cover zeigt eine malerische Landschaftsaufnahme mit dem stürmischen Meer und sanften Hügeln, die Gestalt von Holmes hebt sich mit seinen typischen Attributen hiervon ab. Der Zeichenstil wirkt wie von einem alten Ölgemälde, sodass der positive Eindruck der Covergalerie fortgesetzt wird. Das Innere enthält wieder die wichtigsten Informationen, die übersichtlich angeordnet sind.

Fazit: Eine ruhige Folge, die mit einem sehr interessanten Hintergrund und mehreren Geheimnissen überzeugen kann. Ein geheimnisvolles Rätsel, ausdrucksstarke Protagonisten, lebendige Dialoge und besonders das gut inszenierte Finale sorgen für eine unterhaltsame Folge, die wieder viel von den Ursprungsgeschichten in sich trägt, aber etwas komplexer ist.

VÖ: 29.Juli 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-119-8




Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 25. Die siebzehn Salutschüsse

 



Erster Eindruck: Herausforderung der besonderen Art

Es sind nur ein paar wohlgefählte, aber umso bedrohlichere Worte, die selbst Sherlock Holmes einen eisigen Schauer über den Rücken laufen lassen. Denn ein unbekannter Gegenspieler will beweisen, dass er dem Meisterdetektiv überlegen ist und kündigt mit einigen Hinweisen einen Mord an. Und diese müssen erst einmal entschlüsselt werden, um die unweigerliche Katastrophe zu verhindern...

Es ist wunderbar, wie viel von Arthur Conan Doyles Geist durch die neu erdachten Geschichten für die Romantruhe-Serie über Sherlock Holmes weht, aber auch wie die Charaktere sanft weiterentwickelt werden. So gibt es in der 25. Folge „Die siebzehn Salutschüsse“ einige äußerst anregende Wortgefechte zwischen Holmes und Watson, die viel Spaß machen und die Handlung auflockern. Und auch der Fall selbst kann hier vollends überzeugen. Schon nach wenigen Augenblicken wird in einer sehr stimmungsvollen Szene das Grundgerüst gebaut, die leise geraunte Herausforderung für Holmes ist ein sehr packender Start und holt den Hörer direkt ab. Und auch die sich danach entwickelnde Handlung konnte mich voll mitreißen, die Spannung steigert sich mit dem Fortlauf immer weiter, indem man schrittweise dem geheimnisvollen Fremden näher kommt und konsequent seine rar gesäten Hinweise verfolgt. Das spitzt sich zum Ende hin noch einmal dramatisch zu und gipfelt in einem Herzschlag-Finale, dass einige Überraschungen parat hält und in eine sehr interessante Richtung einschlägt. Die Handlung konzentriert sich dabei stark auf das Gespann Holmes-Watson und ihren Schlussfolgerungen, diese recht langen Dialoge sind sehr kurzweilig gelungen. Doch auch die anderen Szenen, beispielsweise mit Lestrade und auf einem Empfang sind sehr gut erzählt. Eine rundum gelungene und packende Folge, die von der ersten Minute an Fahrt aufnimmt.

Georg Tryphon ist hier als finsterer Gegenspieler von Holmes zu hören, seine Eingangsszene spricht er mit einer sehr eindringlichen Kälte, berechnend und bösartig, sodass diese wenigen Worte lange im Gedächtnis nachhallen – herausragend! Ulrike Möckel ist als Lady Shirley Lexington sehr präsent und kann ihre Szenen mit Nachdruck bestreiten. Gut gefallen hat mir auch Margit Straussburger als Mrs. Lestrade, ihre resolute Art deckt sich vollkommen mit den Befürchtungen ihres Gatten. Weitere Sprecher sind Werner Ziebig, Peter Weis und Harry Kühn.

Akustisch ist wieder eine eher zurückhaltende Gestaltung gewählt worden, besonders auf Musik wird in weiten Teilen verzichtet, sodass sich die Handlung ganz auf die Dialoge selbst konzentriert. Die Geräusche fügen sich dabei stimmig ein und schaffen immer wieder unterschiedliche Stimmungen, wobei diese besonders gegen Ende noch einmal an Bedeutung gewinnen und ihre Wirkung entfalten können.

Schade, dass schon auf der Rückseite der Hülle die Identität des Erpressers genannt wird, dies verrät unnötig in Details, das noch etwas mehr Spannung hätte vermitteln können. Auch der Titel, so geheimnisvoll er auch klingen mag, offenbart für meinen Geschmack etwas zu viel von der Auflösung, zumindest gegen Ende kann man sich da schon seinen Teil denken.

Fazit: Diese Folge reiht sich nahtlos in die Top-Geschichten dieser Serie ein und präsentiert nach dem eindringlichen Start eine sehr spannende und aufregende Geschichte, in der Holmes und Watson immer die Zeit im Nacken hängt. Treffsichere Dialoge und ein packendes Finale machen „Die siebzehn Salutschüsse“ zu einer hervorragenden Folge.

VÖ: 20.Mai 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-118-1


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 24. Das Monster von Soho



Erster Eindruck: Ermittlungen an ungewöhnlichen Orten

Der Londoner Stadtteil Soho wird von einer unheimlichen Mordserie erschüttert. Doch die überlebenden Zeugen berichten Unglaubliches: Der Mörder soll ein wahrer Riese sein und außerdem vier Arme haben. Im Gegensatz zu seinem treuen Freund Dr. Watson bezweifelt Sherlock Holmes, dass wirklich ein Monster sein Unwesen treibt – und versucht, den nächsten Tatort des Mörders herauszufinden...

Etwa 75 Minuten dauert die neue Folge der neuen Fälle von Sherlock Holmes aus dem Hause Romantruhe Audio, was wie auch schon bei den Vorgängern eine recht komplexe Geschichte mit detaillierten Ermittlungen vermuten lässt. Umso überraschender, dass hier kein sanfter Start in die Handlung gegeben ist, sondern der Hörer mitten in eine unheimliche und actionbetonte Szene geworfen wird, in der das Ermittlerduo zum ersten mal ihren Gegenspieler zu sehen bekommen. Das hält die Spannung direkt am Anfang hoch, auch durch den Zeitsprung nach hinten wird diese nicht gebrochen. Es macht wieder richtig Spaß, Holmes und Watson bei ihren Schlussfolgerungen zuzuhören, da wieder eine große Prise ironischer Humor eingebunden ist – besonders das anrüchige Ambiente des Stadtteils mit dem zweifelhaften Ruf wird immer wieder gekonnt genutzt, um einen humorigen Spruch zu platzieren. Zudem baut sich eine dunkle, undurchdringliche Bedrohung durch das vielarmige Monster auf, die eine wunderbar mysteriöse Gestalt abgibt und den Hörer vor Rätsel stellt. Zwar werden dem Hörer einige Hinweise auf den Täter gegeben, doch diese sind gut versteckt eingebaut, sodass lange Zeit nicht klar ist, wer hinter dem Spuk steckt. Eine wirklich spannende Handlung, die wieder für die Qualität dieser Serie spricht.

Uwe Jellenik ist als Reverend Brainbridge zu hören, er setzt diese Rolle sehr intensiv um und spricht mit viel Temperament und Leidenschaft, sodass er nachhaltig im Gedächtnis haften bleibt. Dagmar Bittner ist als Freudenmädchen Alina überzeugend, sie kann die schwankende Gefühlslage der jungen Frau gekonnt herüberbringen. Jürgen Thormann sorgt mit seiner knarzigen Stimme als George wieder für einige sehr eindrucksvolle Momente. Weitere Sprecher sind Wolfram von Stauffenberg, Sven Gerhardt und Peter Weis.

Akustisch wird hier eine gewohnt saubere Leistung abgeliefert, wobei hier die düstere Seite der Handlung gekonnt betont wird. Dabei greifen Stimmen und Geräusche ineinander, um lebendige und greifbare Szenarien zu schaffen. Auf Musik wird nur sehr punktuell gesetzt, verstärkt dann aber die Stimmung durch seine sehr treffend gewählten Klänge, wobei wieder eine Viola im Vordergrund steht.

Auf dem Cover im nostalgischen Stil eines alten Gemäldes ist eine dunkle Londoner Nacht eingefangen worden, bei der Holmes und Watson eine blutüberströmte Frau am Boden entdecken, während die riesige vierarmige Gestalt in eine finsteren Seitengasse flieht. Das ist sehr ansehnlich und stimmungsvoll geraten und passt bestens zu der bisherigen Covergalerie.

Fazit: Ein wenig schaurig wird es hier schon, denn das gefährliche, mordende Monster hinterlässt eine dunkle und düstere Aura, dem sich auch der Hörer kaum entziehen kann. Die dichte Atmosphäre, die vielen humorigen Stellen und die eingebauten Überraschungen und Schlussfolgerungen machen auch „Das Monster von Soho“ zu einem Leckerbissen für Krimifreunde.

VÖ: 18.März 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-104-4


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 23. Die Prinzen im Tower



Erster Eindruck: Zwei Mordfälle, zwei Zeiten

Archibald Caldwell, der als Historiker im Londoner Tower arbeitet, wird seit einigen Tagen vermisst, weswegen sein langjähriger Freund Lester Davenport Hilfe bei Sherlock Holmes sucht. Doch dieser kann nicht mehr viel unternehmen, denn schon kurze Zeit wird Caldwell ermordet aufgefunden. Hatte wirklich jemand Interesse daran, den engagierten Mann umzubringen, weil er ein Geheimnis aus tiefer Vergangenheit lüften konnte...?

„Die neuen Fälle“ die dem wohl bekanntesten Privatdetektiv der Welt für Romantruhe Audio auf den Leib geschneidert werden, entfernen sich nie zu nah vom Original, weisen aber dennoch eine große Kreativität auf. Ein besonders gutes Beispiel hierfür ist die 23. Folge „Die Prinzen im Tower“, die den eigentlichen Kriminalfall mit einem Ausflug in brisante politische Kreise ergänzt. Hier werden dann sogar gleich zwei Fälle gelöst – einer zu der Zeit von Sherlock Holmes, einer im auslaufenden 15. Jahrhundert zu den Rosenkriegen. Der Zweitgenannte läuft eher nebenbei, ist aber fast genauso spannend wie der eigentliche Fall. Denn immer wieder werden kleine Informationen zum Tod der beiden Brüder Eduard und Richard eingestreut und am Ende sogar eine überraschende, wenn auch nicht historisch bestätigte Auflösung geliefert, die menschliche Abgründe offenbart. Im Fall des ermordeten Archibald Caldwell hingegen wird nach alter Manier ermittelt, Holmes und Watson geraten in allerlei gefährliche Situationen, zwischen den beiden gibt es auch wieder einige sehr gelungene Wortgefechte, und die Hauptfigur darf man sogar in einem recht ungewohnten Zustand erleben. Die reizvolle Umgebung und die spannenden Entwicklungen auf vielerlei Ebenen machen „Die Prinzen im Tower“ zu einem wahren Hörgenuss.

Neben der hervorragenden Stammbesetzung aus Christian Rode und Peter Groeger sowie auch Lutz Harder als Inspector Lestrade, die hier wieder zu Hochform auflaufen, sind noch einige weitere, sehr gut ausgewählte Sprecher zu hören. Lester Davenport wird beispielsweise von Uwe Jellinek gesprochen, der mit tiefer und angenehmer Stimme ein sehr genaues Portrait seines Charakters zeichnet und viele feinsinnige Nuancen einbaut. Sven Gerhardt ist ist geheimnisvoller Mister Sinclair zu hören. Auch wenn seine Szenen recht kurz gehalten sind, kann er dennoch wegen seiner intensiven Sprechweise im Gedächtnis bleiben. Auch Lothar Blumhagen kann vollkommen überzeugen, er spricht mit viel Nachdruck und einem guten Rhythmus.

Auch musikalisch hat man wieder Neues ausprobiert und einige ungewöhnliche Instrumente eingebaut, beispielsweise eine Schalmei oder eine Traversflöte. Gerade die Szenen, die sich mit den Vorgängen zu Zeiten des Rosenkrieges beschäftigen, werden darin gut widergespiegelt, es kommt sogar ein wenig mittelalterliche Stimmung auf. Ergänzt wird dies durch zahlreiche passende Geräusche und einen sehr runden Mix.

Dunkelviolette Rauchschwaden ziehen aus einem Turm des Towers, der dunkel und bedrohlich von kahlen Bäumen umgeben ist, als kleines Detail auf dem Cover sieht man noch eine nachdenklich nach vorn gebeugte Gestalt. Das Cover ist wieder im typischen, leicht verwischten Stil der Serie gehalten und wurde von Lidia Beleninova gekonnt in Szene gesetzt.

Fazit: Ein sicher gehütetes Geheimnis aus der Vergangenheit ist Dreh- und Angelpunkt dieser Folge, die sich stetig weiterentwickelt und mit häppchenweise neuen Informationen, einigen gefährlichen Situationen und eine gekonnten, sehr detailverliebten Auflösung den Flair der Figuren aufleben lassen kann. Dass wie nebenbei noch der Brudermord aus dem Rosenkrieg aufgeklärt wird, ist ein sehr leckeres kleines Bonbon am Ende.

VÖ: 29.Januar 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-103-7


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 22. Die schreiende Tänzerin



Erster Eindruck: Ein Phantom in der Oper?

Langsam spricht sich in London auch außerhalb der Kunstszene herum, dass die Ballerina ihre Auftritte seit einiger Zeit im Opernhaus unter lauten Geschrei abbricht – und in Nachhinein nichts mehr davon weiß. Sherlock Holmes wird zu dem Fall hinzugezogen, ist aber von Anfang an nicht sonderlich angetan und hält die Tänzerin lediglich für etwas überspannt...

Sherlock Holmes – immer messerscharf analysierend, die Gefühle bei seinen Ermittlungen außer acht lassend, Vernunftmensch durch und durch. Ebendiese Figur in ein Umfeld zu versetzen, dass das völlige Gegenteil hiervon ist, haben die Macher der Sherlock Holmes-Serie von Romantruhe Audio nun in ihrer 22. Folge gewagt. Seine Ermittlungen im Bereich des Theaters, mit einer dramatischen Tänzerin, wo vieles mehr Schein als Sein ist, sind sehr unterhaltsam geraten und stellen genau diese Kontraste sehr gelungen in den Mittelpunkt. Das ist mit vielen spöttischen Kommentare sehr witzig und kurzweilig gelungen, nimmt die Szenerie aber dennoch ernst und präsentiert eine ungewöhnliche Handlung, denn die Aussetzer der Ballerina bleiben auch für den Hörer lange Zeit ein Rätsel. Nur langsam nähert man sich den Hintergründen, es werden verschiedene Theorien entwickelt und wieder verworfen, wobei sich die Handlung immer weiter verdichtet. Dabei ist der Hörer auch bei einigen Auftritte der schreienden Tänzerin dabei und kann die fast gespenstische Szene miterleben. Charakterstarke Nebenrollen, spritzige Dialoge und ein wenig adelige Einflussnahme ergänzen die Folge, deren Auflösung dann sehr ungewöhnlich für ein Hörspiel und auch sehr berührend ist. Diese etwas künstlerischere, emotionalere Sherlock Holmes-Geschichte gefällt mir äußerst gut, nicht nur weil der Charakter der Hauptfigur dabei noch weiter herausgestellt wird.

Nicole Hannak ist als Tänzerin Daria Markos zu hören, ihre verletzliche und sanfte Seite kommt sehr gut zur Geltung, ihr markerschütternder Schrei setzt immer wieder sehr gekonnt Akzente. Auch Ulrike Möckel hat mir als Lady Agnes Collins sehr gut gefallen, ihre überspitzte und leicht aufdringliche Art bringt zusätzlichen Schwung in die Handlung. Peter Weis überzeugt mit seiner sehr speziellen Stimme in der Rolle des Enrico Morelli, der über lange Strecken des Hörspiels undurchschaubar bleibt. Weitere Sprecher sind Uwe Jellinek, Nicolai Tegeler und Lutz Harder.

Akustisch ist diese Folge während der Dialoge wie immer recht sparsam umgesetzt, wobei als Solo-Instrument dieses mal eine Klarinette im Einsatz ist, deren wehmütiger Klang sehr gut zu der Stimmung der Folge passt. Der Schrei der Tänzerin als zentrales Klangelemente der Folge wird durch ein Ballettstück aus der Feder von Alexander Schiborr untermalt, sodass alles sehr gut zusammenpasst.

Lidia Beleninova hat das Titelbild zu dieser Folge geschaffen, wobei sie Daria Merkos in eleganter Pose auf der Londoner Operbühne in den Mittelpunkt stellt. Zwei auf die Bühne laufende Männer und ein schockiertes Publikum ergänzen das Motiv, das von seiner gelungenen Farbgebung lebt. Das dunkle Grün des Rahmes zieht sich natürlich wieder durch die gesamte, schlichte Aufmachung.

Fazit: Sherlock Holmes ermittelt hier man in einem ihm fremden, fast gegensätzlichen Milieu, was interessante Kontraste und Sichtweisen aufdeckt. Die Geschichte über die schreibende Tänzerin ist sehr rätselhaft, lange Zeit wird nicht klar, was hinter den effektvollen Auftritten steckt, sodass der Hörer während der gesamten Laufzeit von immerhin 80 Minuten sehr gut unterhalten wird.

VÖ: 20.November 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-102-0


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 21. Der ehrlose Löwe



Erster Eindruck: Dr. Watson: Die neuen Fälle

Es ist dieses mal nicht Sherlock Holmes, der um Hilfe gebeten wird, sondern Dr. Watson. Denn Emily Napier ist verzweifelt, weil ihr Bruder, der von einer Droschke überfahren wurde, keine medizinischen Fortschritte mehr macht. Bei seinem Besuch stellt auch Watson einen schlechten Zustand mit und sieht eine Amputation für unumgänglich. Der der Chefarzt der Londoner Klinik, Professor Valentine, hat scheinbar gute Gründe für seine Methoden...

Christian Rode und Peter Groeger haben sich auch bei Romantruhe Audio als Traumgespann für die Rollen von Sherlock Holmes und Dr. Watson erwiesen, die eigens erdachten Fälle stellen die besondere Beziehung zwischen den beiden oft sehr amüsant dar. Dies gilt auch für „Der ehrlose Löwe“, nach der kurzen Introszene mit einem ebenso knapp angebundenen wie ruppigen Holmes wird nonchalant die Tatsache ausgenutzt, dass dieses mal das Fachwissen von Dr. Watson gefragt ist. Während man bei anderen Produktionen schon einmal vergessen kann, dass dieser ursprünglich Arzt ist, setzt Folge 21 voll auf diesen Fakt und stellt ihn vor ein sehr ernstes medizinisches Problem, hinter dem aber deutlich mehr steckt als anfangs vermutet. Das merkwürdige Verhalten des Chefarztes gibt auch dem Hörer Rätsel auf, wobei ihm vorerst nur wenige Anhaltspunkte geboten werden. Über eine detailreiche und recht lange Ermittlungsphase – in der natürlich wieder Holmes federführend ist – verläuft die Handlung über mehrere Etappen, in der auch mal die Grenzen der Legalität ausgereizt werden. Dass die Überführung des Täters dann durch eine sehr unterhaltsame und überraschende Art geschieht, macht richtig Spaß, ebenfalls dass das Motiv so ausgefallen ist. Am Ende kommt man an einem ganz anderen Punkt an als gedacht, und dennoch ist alles authentisch miteinander verknüpft und sehr glaubhaft. Das Lob hierfür gebührt wieder einmal Autor Andreas Masuth, der eine sehr gelungene Vorlage abgeliefert hat.

Michael Pink hat mir als Inspector Dash außerordentlich gut gefallen, mit einer sehr charmanten Art, Sinn für Timing und Humor schafft er einen sehr lebendigen Charakter, den er gerade am Ende sehr gekonnt umsetzt. Bernd Vollbrecht ist als Professor Valentine ebenfalls eine sehr gute Wahl, mit seiner energischen Stimme kann er den sehr von sich überzeugten Arzt mit viel Schwung und Vehemenz versehen. Lena Taege war mit bisher nicht wirklich ein Begriff, ihren Auftritt als Emily Napier behalte ich wegen ihrer natürlichen Art, dem verletzlichen Ausdruck und der glaubhaften Betonung aber in sehr guter Erinnerung. Weitere Sprecher sind Harry Walter, Arne Stephan und Thomas Danneberg.

Die Musik ist – wie immer bei dieser Serie – recht zurückhaltend eingesetzt, verfehlt in den passenden Momente aber ihre Wirkung nicht. Dabei handelt es sich insbesondere um einsame Geigenmelodien, die sehr passend zur aktuellen Szenerie extra komponiert und eingespielt wurden. Auch die Geräusche tragen ihren Teil zum Gelingen bei und bringen mehr Leben in viele Momente, sind aber auch eher hintergründig eingesetzt.

Der künstlerische Ausdruck der Titelbilder wurde auch hier beibehalten, die dargestellte Szene mit dem am Boden liegenden Mann samt Blutlache ist mit den Aquarellfarben und dem unsteten Hintergrund wieder hübsch anzusehen. Auch die leuchtenden Farben kommen hier gut zur Geltung und verfehlen ihre Wirkung nicht. Die restliche Aufmachung ist wie immer schlicht und übersichtlich.

Fazit: Bis man dahinter kommt, worauf der Folgentitel anspielt, vergeht eine Weile – und das ist auch gut so. Denn der Weg dorthin ist nicht nur unterhaltsam und witzig, sondern auch rätselhaft und kurzweilig aufbereitet. Über viele Stationen nähert man sich langsam der Lösung, die sehr interessante Aspekte anbietet. Sehr gelungen!

VÖ: 23.Oktober 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-101-3


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 20. Die Spur ins Nichts



Erster Eindruck: Trubel in einem kleinen Dorf

Tonbridge, ein kleines verschlafenes Nest in der Nähe von London, wird von einem merkwürdigen Todesfall erschüttert. Der Großvater der blinden Julie soll sich mitten auf dem Dorfplatz selbst erstochen haben. Da seine Enkelin nicht an einen Selbstmord glaubt, beauftragt sie Sherlock Holmes, der umgehend in das kleine Dorf reist und nach Spuren sucht, die die Polizei übersehen hat...

Erfreulich regelmäßig veröffentlicht Romantruhe Audio selbst verfasste Geschichten um die bekannte Romanfigur Sherlock Holmes, da alle Fälle von Arthur Conan Doyle mit den beiden Sprechern Christian Rhode und Peter Groeger bereits umgesetzt wurden. Dabei halten sich die beteiligten Autoren an die Vorgaben des bekannten Schriftstellers und verleihen den Hörspielen eine ähnliche Stimmung. „Die Spur ins Nichts“ konzentriert sich dabei mit Ausnahme einiger weniger Szenen auf das kleine Dorf Tonbridge und seine Bewohner. Diese sind sehr prägnant erdacht, erfüllen aber das eine oder andere Klischee zu viel. Die bescheidene junge Frau, die schrullige Alte und der geldgierige Unsympath – die Rollenverteilung ist von Anfang an klar und ändert sich auch nicht mehr wesentlich. Sehr gelungen ist wieder, wie sich der Detektiv langsam an den Fall annähert, auch kleine, unscheinbare Details mit einbezieht und so der Lösung immer näher kommt. Weder Motiv noch Tathergang sind hier offensichtlich und ergeben für den Hörer viele rätselhafte Momente. Der Fortlauf der Handlung ist flüssig erzählt und spannend, wobei mir etwas der bissige Humor gefehlt hat, den der Ermittler sonst verbreitet. Ansonsten ist „Die Spur ins Nichts“ eine interessante und runde Folge, die 80 Minuten lang gut unterhalten kann.

Sandra Steinbach spricht die blinde Julie und legt einen sanften, zurückhaltenden Klang in ihre Stimme, der sehr gut zu der bescheidenen jungen Frau passt. Hörspiel-Urgestein Jürgen Thormann spricht den Vikar des Dorfes, Abel Donague, wie immer sehr präzise und mit einer ausdrucksstarken Betonung, sodass ein lebendiger und glaubhafter Charakter entsteht. Luise Lunow hat einen sehr gelungenen Auftritt als Giselda Peterson, die sich mit ihrer sehr ruppigen Art durch ihre Szenen keift. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Werner Ziebig und Thomas Petrou.

Die akustische Gestaltung ist wie immer sehr zurückhaltend, setzt die Szenen aber treffend ins rechte Licht. Lediglich die anfängliche Szene hätte noch etwas intensiver, geheimnisvoller und beängstigender wirken können. Für die notwendige Atmosphäre sorgen dabei einige passende Melodien und Geräusche, die die Handlungen authentischer und nahbarer wirken lassen.

Im typischen Stil der Serie ist das Cover mit leicht verschwommenen Farben gemalt. Die Szenerie ist aus der Ferne zu sehen, sodass Gesichter und Details nur angedeutet werden, zu sehen ist ein blutüberströmter Mann, der im Schnee in einer dunklen, von den Häusern beleuchteten Nacht am Boden liegt und von den Bewohnern des Dorfes umringt wird. Sehr ansprechend!

Fazit: Ein vertrackter Fall für Sherlock Holmes, der mit prägnanten Charakteren und einer rätselhaften Fragestellung gut zur Geltung kommt. Die Ermittlungen sind kurzweilig erzählt und führen langsam immer näher an die Hintergründe, bis in einer gelungenen und schmissigen Auflösungsszene alles mit einigen Überraschungen aufgedeckt wird.

VÖ: 25.September 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-090-0


Sherlock Holmes – Die neuen Fälle – 19. Die Untoten von Tilbury



Erster Eindruck: Holmes und das Zombieviertel

Der Bericht von Hinkebein-Harry, einem eher erfolglosen Kleinkriminellen, weckt schnell das Interesse von Sherlock Holmes, zu fantastisch dieser auch klingen mag: In der Nähe des Londoner Hafens, wo er schnelles Geld witterte, hat er angeblich lebende Tote gesehen, die dort ihr Unwesen treiben. Gemeinsam mit Dr. Watson macht sich der Meisterdetektiv an die Recherchen...

Ja, Zombies sind momentan wieder ziemlich in. So in, dass auch Andreas Masuth das Thema für eine Sherlock Holmes-Folge nutzen wollte. Wie er die höchst rational angelegte Figur von Sir Arthur Conan Doyle mit dem übersinnlichen Thema kombiniert hat, ist schon höchst erstaunlich und passt überraschenderweise bestens zueinander. In den anfänglichen Szenen, besonders im Bericht von dem gelungen dargestellten Hinkebein-Harry wird dies mit einer düsteren, unheimlichen Ausstrahlung umgesetzt. Die späteren Ermittlungen von Holmes schlagen zwar immer wieder kurz in diese Richtung, hier ist aber insgesamt wieder ein sehr gelungener Mittelteil entstanden, der mit prägnanten Figuren und einem kurzweiligen Verlauf überzeugen kann. Besonders die Rolle des Dr. Watson gefällt mit hier wieder sehr gut, der mit seiner charmant-humorigen Art die ernste Szenerie immer wieder auflockern kann. Das Finale der Geschichte ist wiederum geschickt erzählt und führt alle vorher gestreuten Hinweise zu einem sehr passenden und bestens inszenierten Ende, das sicherlich lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

Gerald Paradies ist in der Rolle des Hinkebain-Harry zu hören und kann den anfänglichen Bericht mit seiner auffallenden sehr atmosphärisch und spannend darbieten. Sandrine Mittelstädt ist als Mary Nevison zu hören, die sie sehr energiegeladen und mit einer eingängigen, glaubhaften Betonung umsetzen kann. Auch Frank Glaubrecht macht als mürrischer Hafenmeister eine sehr gute Figur und kann der Szenerie zusätzliche Stimmung verleihen. Weitere Sprecher sind Arne Eldholtz, Matti Wien und Alexis Krüger.

Für die akustische Umsetzung hat das Produtkionsteam eine recht stimmungsvolle Variante gewählt, die gerade bei dieser übernatürlich angehauchten Vorlage sehr gut zur Geltung kommt. Dies wurde mit einigen sehr passenden Musikstücken erzielt, bei denen ein klassisches Cello immer wieder hervorspringt und die Szenerie dominiert. Und auch die vielen eingebauten Geräusche sorgen für eine dichte, spannungsgeladene Atmosphäre.

Die Titelillustration von Lidia Beleninova gefällt mir wieder außerordentlich gut, die ihre kleinen Kunstwerke immer wie alte Gemälde wirken lässt und den Covern so etwas außergewöhnliches verleiht. Zu sehen sind Holmes und Watson im nächtlichen Tilbury, die auf eine gesichtslose Menschenmenge zugehen. Die interessante Farbgebung mit zahlreichen Kontrasten ist dabei sehr gelungen.

Fazit: Sicherlich die Holmes-Folge mit dem bisher ungewöhnlichsten Thema, doch fügt sich alles sehr stimmig zusammen und wird zudem sehr flüssig und spannend erzählt. Der leise Humor und der gut erzählte Mittelteil werden immer wieder von sehr stimmungsvollen Szenen ergänzt. Sehr hörenswert!

VÖ: 24.Juli 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-089-4


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 18. Das Ratten-Problem



Erster Eindruck: Ermittlungen im Nobelhotel

Erst vor kurzer Zeit hat das Nobelhotel Ambassador in London eröffnet, und schon muss sich Hoteldirektor Philip Sternfield an Sherlock Holmes wenden. Ein Gast ist spurlos aus einem Zimmer im dritten Stock verschwunden, und kurz darauf ist auch ein weiterer Gast, der in eben jenem Zimmer untergebracht war, nicht mehr aufzufinden. Sofort beginnt der Meisterdetektiv mit seinen Ermittlungen...

Andreas Masuth zeichnet sich für die Bücher zu der Sherlock Holmes-Reihe von Romantruhe Audio verantwortlich und orientiert sich dabei stark an den Vorlagen von Sir Arthur Conan Doyle, bringt aber auch eine sehr eigenständige Komponente mit ein, erzählt die Fälle etwas komplexer als die Originale. Das steht auch der 18. Folge „Das Ratten-Problem“ sehr gut, von dem mysteriösen Ausgangspunkt entwickelt sich eine Geschichte, die sich in vielen verschiedenen Szenen langsam der Aufklärung nähert. Anspielungen auf andere Fälle des bekannten Ermittlers und Anleihen an der Erzählweise stärken den Aspekt der inhaltlichen Nähe. Nach einer ziemlich erheiternden Einleitungsszene, die die Beziehung zwischen Holmes und Watson näher beleuchtet, geht es schnell mit dem mysteriösen Fall los, der immer mehr Facetten zeigt, mit neuen Wendungen und Informationen das Interesse des Hörers aufrecht erhält und kann so einen gelungenen Spannungsbogen aufbauen. In kleinen Rückblenden erfährt der Hörer mehr über die bisherigen Ereignisse, während sich ansonsten Befragungen und Dialoge zwischen Holmes und Watson abwechseln. Wie immer ist Holmes seinen Kollegen (und dem Hörer) stets einen Schritt voraus und löst die Geschichte in einem sehr detailliert beschriebenen Finale bis zum letzten Hinweis auf – sehr gut durchdacht und plausibel dargelegt. Wieder eine sehr gelungene und runde Folge der Reihe.

Lothar Blumhagen ist in dieser Folge als Philip Sternfield zu hören, er kann den aufgebrachten Hoteldirektor sehr glaubhaft und mit viel Nachdruck in der Stimme präsentieren. Auch Lutz Harder macht als Inspector Lestrade wieder einen sehr positiven Eindruck, wirkt mit seiner nuancierten Stimme sehr lebensnah. Wunderbar ist auch wieder das Duo aus Christian Rhode und Peter Groeger, die zusammen ein unschlagbares Gespann sind und ihre beiden Rollen mit ihren ganz besonderen Eigenheiten sehr stark in Szene setzen. Weitere Sprecher sind Thomas Danneberg, Harry Walter und Vera Bunk.

Die Musik ist eigens für diese Produktion entstanden und passt wunderbar zum historischen Kontext des viktorianischen Zeitalters, in der die Geschichten angesiedelt sind. Mit klassischen Instrumenten eingespielt wird so zwischen den einzelnen Szenen immer wieder die Szenerie aufgelockert. Einige wenige, dafür aber prägnante Geräusche untermalen das jeweilige Vorgehen sehr gekonnt.

Das Hotelzimmer, aus dem die beiden Gäste verschwunden sind, ist auch auf dem Cover abgebildet. Auch Holmes, Watson und er Hoteldirektor sind zu sehen, durch eine offene Tür schreitend. Der typische, verwischte Zeichenstil der Serie ist auch hier wieder ungewöhnlich, aber passend eingesetzt. Ansonsten ist die Aufmachung sehr schlicht und enthält neben den üblichen Produktionsangaben keine weiteren Informationen.

Fazit: Ein Fall, wie ihn Sir Arthur Conan Doyle selbst verfasst haben könnte, vielleicht lediglich einen Hauch komplexer. Die heitere Grundatmosphäre mit dem trockenen Humor passt wunderbar zu der Handlung, die sich immer weiterentwickelt und durch neue Hinweise den Hörer zum Miträtseln auffordert. Die Auflösung ist sehr ausführlich und klärt selbst kleine Details restlos auf. Sehr gelungen!

VÖ: 22.Mai 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-088-7


Sherlock Holmes : Die neuen Fälle – 17. Die drei Diven



Erster Eindruck: Mord wegen eines Instrumentes

Sherlock Holmes ist wenig begeistert, als kurz nach der Lösung eines Falles direkt ein neuer Mandant zu ihm kommt. Doch als dieser sich als Etienne Rabeau, sein alten Geigenlehrer, entpuppt, ist sein Interesse geweckt. Ein Freund Rebeaus wurde unter mysteriösen Umständen ermordet. Die einzige Spur ist die alte Geige, die bei einer Auktion verloren gegangener Gegenstände aufgetaucht ist...

Mit den neuen Fällen setzt Romantruhe Audio erfolgreich die Geschichten um Sherlock Holmes als extra geschriebene Hörspielversionen fort, mittlerweile ist Folge 17 erschienen. Diese widmet sich etwas intensiver einem Hobby von Sherlock Holmes und baut sein Geigenspiel in die Handlung ein. Dies wird als Ausgangspunkt genommen, da die Geige im vorliegenden Mordfall eine entscheidende Rolle zu spielen scheint. Nachdem die Grundpfeiler abgesteckt sind geht es recht zügig mit den Ermittlungen weiter, sodass sich ein immer komplexeres Bild des Mordes zusammensetzt. Auch wenn schnell klar ist, in welche Richtung die Handlung laufen wird, bleiben viele Details lange im Dunkeln. Ein pfiffiges Rätsel, das mit geheimnisvollen Anspielungen daherkommt, steht schließlich im Mittelpunkt der Auflösung. Insgesamt bleibt die Folge etwas oberflächlicher als andere Episoden dieser Serie und erreicht nicht dieses fesselnde Beziehungsgeflecht, kann aber immer noch sehr gut unterhalten und präsentiert eine kurzweilige Geschichte mit dem typischen Charme der beiden Protagonisten.

Der wunderbare Jürgen Thormann ist in der Rolle des Etienne Rabeau zu hören, seine volltönende Stimme passt auch gut zu dieser Rolle, er wirkt sehr glaubhaft und bodenständig. Thomas Petrou ist als Roberto di Matteo zu hören und kann mit glaubhaftem italienischem Akzent und viel Ausdruck überzeugen. Das hervorragende Duo aus Christian Rhode und Peter Groeger spielt auch hier wieder bestens zusammen und kann zusammen eine ganz eigene Dynamik entwickeln. Weitere Sprecher sind Lothar Blumhagen, Klaus-Peter Hoppe und Matti Wien.

Die Musik zu dieser Folge ist wieder klassisch angehaucht, sodass orchestrale Klänge die Handlung begleiten. Dabei drängen diese sich nicht auf, sondern treten nur während der Szenenübergänge in den Vordergrund. Auch die Geräusche sind wieder gut eingepasst und lassen die Szenen lebendiger wirken. Eine sehr solide und gut produzierte Folge.

Natürlich steht die Geige als zentrales Element dieser Folge auch auf dem Cover im Mittelpunkt, die nostalgische Zeichnung des zertrümmerten Instrumentes ist gut gelungen und passt mit dem grünen Hintergrund gut zu dem Coverdesign. Die restliche Gestaltung ist sehr schlicht gehalten und enthält nur im Inneren die notwendigen Informationen.

Fazit: Folge 17 der neuen Fälle von Sherock Holmes ist unterhaltsam gestaltet und enthält eine kurzweilige Handlung. Dabei stehen die Ermittlungen des Meisterdetektivs wieder im Mittelpunkt, wobei der Fall nicht ganz so ausgeklügelt wirkt wie sonst, die Hintergründe etwas flacher wirken. Dennoch eine hörenswerte Folge des Meisterdetektivs.

VÖ: 20.März 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-087-0


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 16. Der leise Takt des Todes



Erster Eindruck: Der verschwundene Taktstock

Zu einem recht ungewöhnlichen Fall werden Sherlock Holmes und Dr. Watson vom Intendanten des Londoner Opernhauses gerufen: Den bekannten Dirigenten Sir Edgar Gainsborough wurde sein wertvoller Taktstock entwendet. Obwohl das Detektivgespann diesen trotz aller Bemühungen nicht findet, taucht dieser unversehens wieder kurz vor der Aufführung auf. Doch dann geschieht das Unfassbare: Der Dirigent geht vor den Augen des entsetzen Publikums in Flammen auf...

Mord, Entführung, Diskreditierung – und neuerdings auch ein verschwundener Taktstock. Über seinen neuesten Fall wundert sich auch Sherlock Holmes, der gewöhnlich zu brisanteren Fällen hinzugezogen wird. Dass die 16. Folge dennoch so spannend gerät, liegt an vielerlei Dingen: Wie der obigen Zusammenfassung zu entnehmen bleibt es nicht bei dieser einen Tat, der in lodernden Flammen stehende Dirigent ist der eigentliche Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. So wird auch zuerst ein Vorausblick auf diese entscheidende Szene gewährt, sodass der Hörer gleich vom eigentlichen Verbrechen erfährt. Holmes ermittelt hier wieder auf seine ganz klassische Weise, betrachtet, analysiert, zieht Schlussfolgerungen und bedient sich dabei wieder kleine Spuren und allerlei chemischer Vorgänge. Der dargebotene Humor ist dabei wieder stark eingebaut, besonders Holmes und Watson spielen sich die Bälle zu und haben einige sarkastische Dialoge und spitzzüngige Bemerkungen in petto. Die gut aufgebaute, spannend erzählte Handlung hat einige potenzielle Täter parat und deckt alles erst in einem gelungenen Finale auf. Besonders gelungen sind hier jedoch die Charaktere, die sehr stark geschildert werden. Besonders Sir Edgar Gainsborough bleibt mit seiner exzentrischen Art im Gedächtnis und kann in seinen Auftritten für Aufsehen sorgen. Eine sehr runde Geschichte über den Meisterdetektiv in einer gelungenen Umsetzung.

Sir Edgar Gainsboroughwird von Karl Maslo gesprochen, der sich passend zu seiner Rolle herrlich ausplustert und den exzentrischen und hochnäsigen Dirigenten somit bestens darstellt. Bern Vollbrecht spricht den Intendanten Driscol mit der ihm eigenen Ernsthaftigkeit, seiner markanten Stimme und einem eingängigen Rhythmus. Auch Arne Stephan ist als Dirigent Winters gut besetzt und kann seine Rolle gekonnt ausfüllen. Weitere Sprecher sind Lutz Harder, Tino Kiessling und natürlich Christian Rode und Peter Groeger.

Romantruhe Audio hat auch hier wieder eine Atmosphäre geschaffen, die gut zum Meisterdetektiv passt, sich aber nicht in den Vordergrund drängt. So bleiben sorgen die meisten Melodien eher aus dem Hintergrund für die richtige Stimmung, während die Geräusche für ansprechende und passende Kulissen sorgen. Diese reduzierte Produktionsweise gefällt mir hier sehr gut, da sie gut mit der Stimmung der Geschichte harmoniert.

Das dunkle Grün des Covers hat sich als gelungener Farbton für den Rahmen bewährt, zumal der schlichte Schriftzug darauf gut zur Geltung kommt. Das in dunklen Rottönen eingefärbte Cover zeigt Holmes und Watson in der Loge des Opernhauses, das im Hintergrund ansprechend dargestellt wird. Im Inneren gibt es neben den üblichen Informationen nicht viel zu entdecken.

Fazit: Die Geschichte um den brennenden Dirigenten wird spannend erzählt, wobei klassische Ermittlungsmethoden eingesetzt werden. Die starken Charaktere und das gelungene Ambiente sorgen für eine runde und hörenswerte Folge des Meisterdetektivs.

VÖ: 23.Januar 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-086-3


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 15. Das Geheimnis von Baskerville Hall



Erster Eindruck: 13 verschwundene Särge

Sherlock Holmes und Dr. Watson besteigen einen Nachtzug im Londoner Kings Cross Bahnhof. Unerwartet begegnen sie dort Inspector Lestrade, der 13 schwarze Särge nach Schottland begleitet, in dem verunglückte Grubenarbeiter liegen. Und auch der merkwürdige Stanly Ferris begibt sich zu ihnen ins Abteil. Doch der Zug wird entführt – ebenso wie Lestrade...

„Die neuen Fälle“ des Meisterdetektiven Sherlock Holmes, die von Romantruhe Audio produziert werden, nehmen oft Bezug zueinander oder zu den bereits bekannten Fällen von Sir Arthur Conan Doyle. Nummer 15 der Serie spielt dabei mit Elementen aus dem wohl bekanntesten Werk „Der Hund von Baskerville“ und führt die Protagonisten zurück an den gleichen Schauplatz. Das ist ein gelungenes Element und erlaubt positive Erinnerungen an diesen Fall, ist aber auch sehr eigenständig erzählt und geht in eine ganz andere Richtung als das Original. Die Erzählweise ist dabei – typisch für die bekannte Figur – eher langsam und baut sich immer weiter auf. Neue Hinweise halten das Geschehen spannend, während Holmes in ansprechenden Dialogen dem Geheimnis um die schwarzen Särge immer weiter auf den Grund geht und dabei neue Schlüsse zieht. Wie immer ist das stimmig zusammengestellt und hat einige überraschende Wendungen, sodass der Fall ganz woanders ankommt als man dachte, ohne zu abgedreht zu wirken. Das gefällt und fügt dieser gelungenen Fortsetzung der Geschichte eine weitere hinzu.

Auch die Sprecher können hier überzeugen und passend zu ihren Rollen ausgewählt worden. Santiago Ziesmer ist in der Rolle des Stanley Ferris zu hören und verleiht ihm mit seiner auffallenden Stimme eine gut zur Rolle passende Zerstreutheit. Deborah Ziegler spricht Beryl Stapleton mit einer sehr angenehmen Klangfarbe und der notwendigen Energie, um die Rolle ausdrucksstark zu gestalten. Eckart Dux kann als Jonathan Holmwood überzeugen und setzt seine markante Stimme wieder sehr gekonnt ein. Weitere Sprecher sind Peter Schiff, Lutz Harder sowie natürlich Christian Rode und Peter Groeger.

Romantruhe Audio stellt die Dialoge von Holmes stets in den Vordergrund und geht so mit Musik und Geräuschen eher sparsam um, schafft aber mit wohl dosierten Sounds dennoch eine eingängige und passende Atmosphäre. So sorgen ausgewählte Musikstücke zwischen den einzelnen Szenen für eine rätselhafte Stimmung, während die Dialoge durch einige Geräusche ergänzt werden.

Die Cover zu den neuen Fällen von Sherlock Holmes muten immer etwas künstlerisch an und haben einen eher ungewöhnlichen Zeichenstil für eine Hörspielproduktion. Und auch hier wirkt das gewählte Motiv wie ein alten Gemälde. Es zeigt die Moore von Devonshire, die ebenso düster und unheimlich wirken wie im Hörspiel. Im Vordergrund ist ein weißer Wolf zu erkennen, der ebenfalls eine wichtige Rolle im der Handlung spielt.

Fazit: Ein hervorragender Fall der Serie, der schnell in die eigentliche Handlung einsteigt und sich über etwa 80 Minuten immer weiter steigern kann, immer neue Details aufdeckt und dabei weder Spannung noch das große Geheimnis hinter der Folge vernachlässigt. Der Bezug zum „Hund von Baskerville“ ist dabei gelungen, drängt sich aber auch nicht zu sehr auf. Klare Empfehlung für Krimifans.

VÖ: 14.November 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-085-6


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 14. Der bibelfeste Mörder



Erster Eindruck: Konfrontationen mit Lestrade

Ein grausamer Mörder versetzt die Londoner Gesellschaft in Angst und Schrecken. Des nachts tötet er Männer auf offener Straße, entfernt ihnen die Zunge und hinterlässt an nahegelegenen Wänden Bibelsprüche. Auch Sherlock Holmes wird hier auf den Plan gerufen, denn ein guter Bekannter des Meisterdetektivs ist ebenfalls unter den Opfern. Und so ermittelt er bald parallel zu Inspector Lestrade – und gerät immer wieder mit ihm aneinander...

Inspector Lestrade gehörte auch bei Sir Arthur Conan Doyle zum Interieur der Sherlock Holmes-Geschichten und hat es durch einige Auftritte zu etwas Berühmtheit gebracht. Auch in der Nachfolgeserie mit neuen Fällen von Romantruhe Audio kommt der Scotland Yard-Inspector vor, in der 14. Folge „Der bibelfeste Mörder“ hat er gleich einen großen und bedeutenden Anteil an der Folge – allerdings eher, indem er Holmes und Watson in ihrer Arbeit behindert und stichhaltigen Beweisen des Detektivduos ablehnend gegenübersteht. Die Bissigkeit, mit der sich Holmes und Lestrade hier begegnen, hat mich etwas überrascht, bringt aber auch mehr Kraft und Energie in die Handlung. Diese ist in sich gut konstruiert, wobei sich hier nacheinander auf viele kleine Aspekte des Falles konzentriert wird, wobei der umfassende Blick auf das Ganze lange ausbleibt. So kommt die endgültige Überführung des Täters dann auch etwas überraschend, hier hätte ich mir einen größeren Fokus gewünscht. Holmes' Charakter wurde noch deutlicher in den alles wissenden oder zumindest alles ahnenden Übermenschen geschoben, was in der ansonsten sehr spannenden und gut geschriebenen Schlussszene etwas befremdlich wirkt. Ansonsten ist viel Positives zu berichten, viele gelungene und unterhaltsame Elemente bestimmen das Bild und sorgen für einen dynamischen Verlauf der Handlung.

Die Handlung legt noch deutlicher den Mittelpunkt des Interesses auf Holmes, Watson und eben Lestrade, die Nebenrollen von Tobias Meister, Klaus-Peter Hoppe, Fabian Kluckert und Helmut Krauss sind insgesamt jedoch gut gelungen. Christian Rode spricht den Holmes wieder mit viel Energie, einer großen Portion Überheblichkeit und viel Scharfsinn kann er ein scharfes Bild des Meisterdetektivs zeichnen. Der wunderbare Peter Groeger spricht Watson wieder mit viel Charme und einer gewissen Verdutztheit, er spielt Holmes immer wieder die Bälle zu, ohne dabei selbst unterzugehen. Lutz Harder als ziemlich sturer und kurzsichtiger Inspector Lestrade setzt hier gekonnt Kontrapunkte und kann sich dabei geschickt in der Folge platzieren.

Die akustische Untermalung der Folge ist wieder recht zurückhaltend gestaltet und legt den Fokus deutlich auf die Dialoge. Doch gerade während der dramatischeren Szenen gegen Ende treten auch mal etwas vordergründige und auffälligere Musikstücke auf, die prägnant Akzente setzen. Die Geräuschkulisse ist ebenso eher hintergründig, dafür gut platziert und mit glaubhaften Sounds gestaltet.

Das Cover zeigt eine Szene, die im Hörspiel nur angedeutet wird und Holmes des nachts in einem Leichenschauhaus zeigt. Die finstere Beleuchtung wird durch eine Kerze und angedeutetem Lichtschein unterbrochen, was interessante Kontraste ergibt. Der Zeichenstil, der an alte Gemälde erinnert, ist wieder ein echter Blickfang geworden und weckt Assoziationen zur viktorianischen Zeit, in der die Folgen spielen.

Fazit: Ein gut konstruierter Fall mit einigen starken Elementen und einer spannend erzählten Auflösung. Der Konflikt zwischen Holmes und Lestrade lenkt hiervon zwar etwas ab, ist aber sehr unterhaltsam eingebaut. Auch geht mir die Enttarnung des Täters etwas zu schnell, die kleinteiligen Ermittlungen haben mit aber gut gefallen. Insgesamt eine durchaus gelungene Folge.

VÖ: 17.Oktober 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-084-9


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle - 13. Der geniale Magier



Erster Eindruck: Ein Toter mitten auf dem Feld

Sherlock Holmes und Dr. Watson verbringen einige Tage in den schottischen Highlands, die eigentlich der Erholung und – zumindest wenn es nach Watson geht – dem ausgiebigen Angeln von Lachsen dienen soll. Doch zuerst zwingt sie ein gewaltiger Sturm, in ihren Zimmern zu verweilen, und dann sorgt ein brutaler Mord für Aufsehen: Auf dem Feld des grobschlächtigen Crumb wird eine Leiche gefunden, und die hiesige Polizei hat den Farmer schnell unter Verdacht...

Mit „Der geniale Magier“ hat Autor Bodo Traber eine Sherlock Holmes-Geschichte geschaffen, die auf gelungene Weise den Geist der Vorlagen von Sir Athur Conan Doyle mit einigen sehr passenden, neuen Elementen vereint – gut, dass auch die Umsetzung als 13. Folge der Reihe von Romantruhe Audio so stimmig ist. Wie immer geht die Folge eher gemächlich los, hier kommt die ganz besondere Beziehung zwischen Holmes und Watson und deren herrliche Kabbelei bestens zur Geltung, und das zieht sich hier wieder durch die gesamte Handlung. Mit der Entdeckung der Leiche kommt die Geschichte dann in Fahrt, wobei von diesem mysteriösen Ausgangspunkt eine vielfältige und abwechslungsreiche Handlung präsentiert wird. Über kleine Umwege stoßen die beiden Ermittler dann auf den titelgebenden Magier, der sie mit seinen Tricks und Fähigkeiten in Erstaunen versetzt. In einer sehr unterhaltsamen Szene hilft Monsieur Mabouloff bei der Aufklärung des Falles, der sich diesen kleinen Abstecher sehr gut leisten kann. Danach geht es wieder sehr gradlinig auf die Lösung des Ganzen zu, die man so am Anfang nicht erwartet hätte. Kniffelig und vertrackt, dazu mit sehr starken Szenen, ein sehr gelungenes und hörenswertes Hörspiel, das zu den besten Episoden der bisherigen Serie gehört.

In Hochform präsentieren sich hier Christian Rode und Peter Groeger in den beiden Hauptrollen. Bestens aufeinander eingespielt stellen sie nicht nur ihre Charaktere sehr stark und präsent dar, sondern sind auch im direkten Dialog mit ihren Neckereien hervorragend. Thomas Petrou spricht den genialen Magier Monsieur Mabouloff und verleiht ihm eine ebenso geheimnisvolle wie sympathische Aura. Gut gefallen hat mir auch Kellina Klein in der kleinen Nebenrolle der Gastwirtin Miss Millie, die trotz ihrer wenigen Einsätze positiv im Gedächtnis haften bleibt. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Margrit Strassburger und Oliver Rohrbeck.

Und auch in Sachen Akustik wird hier eine sehr runde und stimmige Atmosphäre geschaffen. Dafür sorgt oft der Einsatz einer Flöte, die während der Szenenwechsel erklingt und die Stimmung der schottischen Hochlande sehr gut einfängt. Und auch die Geräusche fügen sich sehr gut in die Handlung ein, sind von der Lautstärke her aber eher dezent eingesetzt und lassen so stets die Sprecher und die Dialoge im Vordergrund.

Wenn schon der Titel nach dem Magier benannt ist, ist dieser natürlich auch auf dem Cover zu sehen. Das Motiv bettet sich in das typische dunkelgrün des Rahmens und zeigt eine Vorstellung des Illusionisten, der von hinten zu sehen ist, sodass man auch einen Blick auf sein Publikum werfen kann. Eine interessante Perspektive, die durch den gelungenen Zeichenstil und die rötliche Grundstimmung unterstützt wird.

Fazit: Die wunderbaren Charaktere, eine spannende und geheimnisvolle Geschichte mit einigen passenden Nebenarmen, ein fragwürdiger Verdacht der Polizei und eine überraschende Auflösung sind die Stärken dieser Folge, die zudem ziemlich witzig geworden ist. Sehr hörenswert!

VÖ: 19.September 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-083-2


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 12. Der verhängnisvolle Schlüssel



Erster Eindruck: Ein ungewöhnlicher Auftrag

Selbst Sherlock Holmes ist etwas erstaunt, als er einen neuen Auftrag vom Mitbesitzer einer Bank erhält, die in letzter Zeit in Misskredit geraten ist. Er soll Alibaba-Andrew auftreiben, den berüchtigsten Tresorknacker der Stadt. Nach einigem Suchen findet er den Mann tatsächlich und macht im – ganz ihm Sinne seines Auftrages – ein verlockendes Angebot: Für einen ansehnlichen Geldbetrag soll er die Sicherheit des neuen Tresorraums prüfen...

Mit „Der verhängnisvolle Schlüssel“ macht Romantruhe Audio das erste Dutzend der hauseigenen Sherlock Holmes-Reihe komplett und präsentiert dabei einen Fall, der sehr nahe an den originalen Fällen gehalten ist. Nur wenige handelnde Personen, nur wenige Schauplätze, aber dennoch eine spannende und überraschende Geschichte. Anfangs wird eine ruhiger Einstieg mit einer morgendlichen Szene bei Holmes und Watson geboten, in der langsam an das Thema herangeführt wird, schon einige Spuren ausgelegt werden, insbesondere aber das tolle Ermittlergespann mit einigen Frotzeleien im Mittelpunkt stehen. Auch die eigentliche Handlung ist dann meist eher ruhig, es reihen sich einige längere Dialoge aneinander. Langsam baut sich dann die Handlung auf, immer wieder gibt es kleine Hinweise, in welche Richtung sich alles entwickelt. Durch mehrere Wendungen wird man immer wieder in die Irre geführt und ist am Ende über den Ausgang überrascht. Dabei handelt insbesondere Holmes so, wie man es von ihm erwartet, mit einer sehr scharfen Beobachtungsgabe, ruhigem und souveränen Handeln und zynischer Zunge, durch ihn bekommt der gut durchdachte Fall seine Würze.

Andreas Mannkopff leiht seine ungewöhnliche Stimme Alibaba-Andrew und verleiht ihm damit viel Aufmerksamkeit, durch sein eher zögerliches Handeln und den scharfzüngig Kommentaren kann er so eine interessante Figur schaffen. Lothar Blumhagen ist als Fracis Bellamy zu hören, dem Auftraggeber von Holmes. Er spricht sehr betont und ausdrucksstark, sodass man den Bankdirektor förmlich vor Augen hat. Nicolai Tegeler macht seine Sache ebenfalls sehr gut, den zwielichtigen Partner von Bellamy kann er mit harter, unnachgiebiger Stimme gekonnt darstellen. Weitere Sprecher sind Thomas Petrou, Frank Boldewin und Dietmar Bosch.

Die gut erzählte Geschichte baut vollkommen auf den Dialogen auf und benötigt somit kaum akustische Unterstützung, um ihre Wirkung zu entfalten. Und ist kaum Musik zu hören, und auch die Geräusche beschränken sich hier auf das Wesentliche. Keine Hintergrundgeräusche, wenig zur atmosphärischen Gestaltung, lediglich ein paar Sounds, um die Aktionen der Protagonisten zu untermauern.

Das Cover ist mit seinem dunkelgrünen Hintergrund und dem schlichten Schriftzug gut aufgebaut, mittig ist wie ein Foto ein gezeichnetes, stilisiertes Bild zu sehen. Betrachten kann man darauf Holmes mit seiner typischen Kopfbedeckung und der hervorspringenden Nase sowie der Bankdirektor Bellamy, ein alter, glatzköpfiger Mann. Mit den roten Farben und der guten thematischen Einbindung ist dies ein gelungenes Motiv.

Fazit: Eine Geschichte, die auch sehr gut aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle stammen könnte: Besonders überzeugt der langsame Aufbau und der Verzicht auf reißerische Elemente, die Handlung kommt stückchenweise voran und offenbart immer neue Details vom Gesamtbild. Ein spannendes Ende und einige Überraschungen runden das Gesamtbild gekonnt ab.

VÖ: 18.Juli 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-082-5


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 11. Im kalten Nebel der Themse



Erster Eindruck: Eine Leiche und ein Ruderboot

In einer nebelverhangenen Nacht wird Sherlock Holmes Zeuge davon, wie eine junge Frau ins Wasser der Themse geworfen wird, sie kann jedoch nur noch tot geborgen werden. Schnell stellt der Meisterdetektiv jedoch fest, dass die Leiche schon vorher gestorben sein muss. Um die Hintergründe zu ermitteln besucht er mit Dr. Watson den kleinen Ort Stroker's Mill und das dort ansässige Internat...

Sherlock Holmes ist eine der beliebtesten Figuren der momentanen Hörspielwelt, gleich mehrere Labels produzieren momentan die Vorlagen von Arthur Conan Doyle oder selbst verfasste Geschichten über den Meisterdetektiv. Mit „Im kalten Nebel der Themse“ hat Romantruhe Audio nun den elften Fall der unter dem Titel „Die neuen Fälle“ laufenden Serie veröffentlicht und einen weiteren, komplexen und vielschichtigen Krimi erzählt. Die erste Szene, in der Holmes in einer unheimlichen Nacht die Leiche entdeckt, ist sehr stimmungsvoll und kann die Londoner Szenerie bestens treffen. Von diesem Ausgangspunkt entwickelt sich eine Handlung, die langsam die Hintergründe der Tat aufdecken und in kleinen Schritten den Hörer an die Auflösung heranführen. Dabei werden einige Überraschungen und Wendungen eingebaut, die nicht vorherzusehen waren, sich aber dennoch organisch in die Handlung einfügen und nicht aufgesetzt wirken. Dabei hat der Fortlauf der Handlung eine eher ruhige Ausstrahlung, zahlreiche lange Dialoge prägen das Bild dieser Folge, sind dabei aber sehr unterhaltsam und spannend aufbereitet worden – ebenso wie das Finale, in der Sherlock Holmes einmal mehr sein Können beweist und nicht nur den Hörer mit seiner Kombinationsgabe verblüfft. Eine weitere starke Folge der Serie.

Die beiden Hauptsprecher dieser Serie kann man kaum genug loben, Christian Rode als Sherlock Holmes und Peter Groeger als Dr. Watson bilden ein eingespieltes Team und können ihre Figuren mit ihren markanten Stimmen ins rechte Licht rücken, gerade in der direkten Kommunikation miteinander wirken sie sehr lebendig und spontan. Andreas Mannkopff leiht seine Stimme George Candy, der durch den ausdrucksstarken Klang und die dynamische Sprechweise ebenfalls zu einem gelungenen Charakter wirkt. Besonders gut gefallen hat mir Harry Walter als Dr. Lester Armstrong, der seine Rolle in allen Facetten erfassen kann. Weitere Sprecher sind Lena Taege, Peter Schiff und Anja Jacobsen.

Romantruhe Audio hat auch hier wieder eine stimmige akustische Kulisse für die Geschichte geschaffen und genau das richtige Maß gewählt – es gerade so viel Musik eingesetzt, dass die Stimmung sanft aus dem Hintergrund beeinflusst wird, die Dialoge aber stets klar im Mittelpunkt stehen. Und auch die Geräusche sind passend eingefügt und gestalten einige Szenen lebendiger.

Die anfängliche Szene wird auch auf dem Cover dargestellt und zeigt Sherlock Holmes mit seiner Begleitung in dem kleinen Ruderboot, die Leiche der jungen Frau schwimmt mit dem Gesicht nach unten wenig neben ihnen. Der stilisierte Zeichenstil ist zwar nicht bei jedem gleichermaßen beliebt, fängt aber die Atmosphäre des Hörspiel gekonnt ein. Im Inneren ist eine recht ausführliche Biographie zu Andreas Mannkopff zu finden.

Fazit: Eine ruhige, manchmal schon gemächlich erzählt Geschichte, die von einem eher unscheinbaren Ausgangspunkt immer weiter die Hintergründe aufdeckt und den Hörer langsam, aber sicher zu einem ganz anderen Endpunkt führt als erwartet. Die 75 Minuten werden dank der starken Dialoge nicht langweilig.

VÖ: 23.Mai 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-076-4

 

Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 10. Der Biss des Zerberus



Erster Eindruck: Keine Hochzeit und ein Todesfall

Dr. Watson ist zu Besuch bei einem alten Freund, der nach langen Jahren im weit entfernten Indien eine hübsche Frau gefunden hat und mit einigen Gästen seine Verlobung feiern will. Doch mitten in einer Ansprache scheint Colonel Haggerty einen Anfall zu bekommen und verletzt sich dabei tödlich. Sherlock Holmes wird in dem Fall zu Rate gezogen, und schnell wird klar, dass der Mann vergiftet wurde – und der Täter einer der Anwesenden sein muss…

Romantruhe Audio ist mit der Neuinterpretation von „Sherlock Holmes“ durchaus ein Risiko eingegangen, zu schnell kann man Fans des bekannten Kriminalisten mit neuen Geschichten verschrecken, die nicht genug vom Flair der Vorlagen haben. Andersherum müssen die Handlungen auch genügen eigene Elemente haben, um nicht als reiner Abklatsch zu gelten. Und genau dies ist ihnen auch in der zehnten Folge mit dem Titel „Der Biss der Zerberus“ gelungen, einem Fall, der tatsächlich klassisch anmutet: Die Handlung spielt ausschließlich im Haus von Haggerty, die Handlung auf wenige Stunden beschränkt - erzählt wird also fast in Echtzeit – und der Kreis der Verdächtigen ist auf wenige, aber interessante Charaktere begrenzt. Tempo wird dabei schon anfangs eingebracht, nach dem Eintreffen von Holmes am Tatort wird ohne großen Zeitverlust und recht gestrafft der Tathergang aus Sicht von Watson geschildert, danach folgt eine erste Bestandsaufnahme der Gegebenheiten. Diese werden immer weiter verfeinert, kurze Gespräche nur zwischen Holmes und Watson wechseln sich dabei mit Gesprächen zwischen allen Beteiligten ab. Ein weiterer gefährlicher Zwischenfall bringt noch einmal einen deutlichen Schub in die Handlung, und immer weiter setzt sich das Gesamtbild fest. Während einige Dinge vom Hörer erahnt werden können, sind andere wiederum überraschend und unerwartet. Und so entsteht eine Stimmung, die doch sehr nah am Original ist und dennoch einige neue Drehungen aufweist. Sehr gelungen!

Inspector Lestrade wird in dieser Umsetzung von Lutz Harder gesprochen, dessen markante und präsente Stimme viel Aufmerksamkeit auf diesen Charakter legt. Insbesondere die Verzweiflung wegen dem schwierigen Charakter von Holmes kann er gut herüberbringen. Sandrine Mittelstädt spricht Haggertys Verlobte Putri Mahai mit sehr sanfter, zerbrechlicher Stimme und kann die Gefühlsregungen der jungen Frau gut ausdrücken. Tino Kiessling macht als Rupert, dem Bruder des Verstorbenen, eine gute Figur und wirkt fest in seiner Rolle verankert. Weitere Sprecher sind Gerald Paradies, Klaus-Peter Hoppe und Michael Pink.

Auch akustisch hat die Folge einiges zu bieten und vereint eine spannende Krimiatmosphäre mit einigen neuen, gelungenen Elementen. So ist – passend zum Indienthema – auch Musik zu hören, das mit dem fernöstlichen Land in Verbindung gebracht wird. So ist beispielsweise eine einsame Flöte mit typischen Klängen zu hören, hier tritt die musikalische Gestaltung dann auch mal mehr in den Vordergrund, während sie ansonsten eher zurückhaltend bleibt.

Ein schlichter, dunkelgrüner Hintergrund ist auch hier wieder für das Cover verwendet worden. Das eigentliche Motiv ist wie von einem Fotorahmen umrandet und zeigt in schlichtem, aber ansehnlichen Stil eine indische Frau in rotem Sari, während eine geheimnisvolle Gestalt in schwarz mit einigen Blumen darauf neben ihr steht. Im Inneren gibt es noch einen kurzen Infotext zu Sprecherin Sandrine Mittelstädt.

Fazit: Der Aufbau ist klassisch mit mehreren Verdächtigen, einer begrenzten Zeit und Holmes als fast allwissender Kriminologe, während einige neue Elemente Schwung und Tempo einbringen. So ist die Verknüpfung zu Indien mit dem familiären Hintergrund Haggertys sehr gelungen. Gut erzählt und mit vielen starken Dialogen versehen.

VÖ: 14.März 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-075-7


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 9. Holmes unter Verdacht



Erster Eindruck: Die Macht der Medien

Gerade noch hat Sherlock Holmes über seinen Erzfeind Moriaty triumphiert, als sein Ruf durch einen Zeitungsartikel infrage gestellt wird. Hierin wird behauptet, er hätte in einem Fall absichtlich falsch ermittelt, um die wahre Täterin zu decken. Und dies ist nicht die einzige Verleumdung, die der Detektiv über sich ergehen lassen muss. Sogar Inspector Lestrade sieht sich gezwungen, ihn zu verhaften. Doch schnell holt der Meisterdetektiv zum Gegenschlag aus…

Autor Eric Niemann hat sich für die neunte Folge der Sherlock-Holmes-Neuinterpretation bei Romantruhe Audio etwas Besonderes einfallen lassen und viele der ursprünglichen Fälle aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle eingebaut. So werden einige Ereignisse noch einmal betrachtet, Charaktere erwähnt und ein anderer Blickwinkel darauf erlaubt. Das ist schon ein kleines Fest für Fans des Meisterdetektivs, und auch ansonsten kann „Holmes unter Verdacht“ auf ganzer Linie überzeugen. Nach einem gelungenen Start, bei dem sich Holmes und Watson auf gewohnt charmante Weise gegenseitig necken, geht es schnell mit der Handlung los und die Hauptfigur sieht sich den Anschuldigungen ihm gegenüber konfrontiert. So wird er schnell vom Jäger zum Gejagten und muss sich wehren – und das macht er mit dem ihm eigenen Waffen wie Scharfsinn, Hartnäckigkeit und Cleverness. Gleich zwei Gegenspieler stehen ihm gegenüber, der Autor der Artikel sowie ein unheimlicher Unbekannter, der sogar manchmal für einen Hauch Schauerstimmung sorgt. Wunderbar, wie sehr alles hier miteinander verwoben ist, wie sich die Lage immer weiter zuspitzt und wie spannend und kurzweilig die Handlung gestaltet ist. Ein sehr dicht erzähltes Finale schließt diese Folge gekonnt und rund ab.

Im Mittelpunkt steht wieder das fabelhafte Duo aus Christian Rhode und Peter Groeger, die auch lange Dialoge sehr kurzweilig und spritzig wirken lassen. Sie spielen sich gegenseitig die Bälle zu und machen Holmes und Watson zu einzigartigen Figuren. Tino Kiessling ist als William Dunning zu hören, dessen markante Stimme sehr gut zu dem Charakter passt und der mit kleinen Nuancen die Gefühle des Autors offenlegt. Farley Straker wird von Alexis Krüger gesprochen, den stets eine Aura des Unheimlichen und Bedrohlichen umgibt. Weitere Sprecher sind Lutz Harder, Margrit Straussburger und Helmut Krauss.

Tom Steinbrecher, der momentan bei so einigen Produktionen mitmischt, ist auch hier für das Sounddesign zuständig. Er schafft eine insgesamt eher ruhige und schlichte Atmosphäre und lenkt das Hauptaugenmerk damit auf die Dialoge und die hervorragenden Sprecher. Anfangs ertönt das scheinbar unvermeidliche Glockengeläut des Big Ben, während bei der restlichen Handlung eher Geräusche denn Musik eingesetzt wird.

Das Cover ist sehr gut auf die Folge abgestimmt und vereint mehrere Elemente aus der Handlung. Zu sehen ist die Zeitung mit einem Artikel über Holmes, auch ein Bild des Detektivs ist dort abgebildet. Zudem ist die typische Pfeife zu sehen, und auch ein blutverschmierter Brieföffner, der eine wichtige Rolle spielt, kommt vor. Die restliche Gestaltung ist schlicht und übersichtlich gehalten.

Fazit: „Holmes unter Verdacht“ legt von Anfang an richtig los und rückt den Meisterdetektiv mal in ein dunkleres Licht. Die Einbindung früherer Folgen in das Geschehen und daraus resultierende Anspielungen und Kommentare sind sehr unterhaltsam und in eine spannende Geschichte eingebaut. Nur langsam entdröseln sich die wahren Motive, und bis zum blutigen Höhepunkt steigert sich die Handlung immer weiter. Eine sehr gute Folge der Serie.

VÖ: 31.Januar 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-074-0


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 8. Der grüne Admiral



Erster Eindruck: Der Fluch des Portraitierten

Lady Agnes Berwick, eine wohlhabende ältere Dame, wird ermordet, ihr Gesicht wird ganz mit grüner Farbe bedeckt – ganz so, wie es der angesagte Maler Eric Livingstone auf seinem Gemälde getan hat, das er kurz zuvor angefertigt hat. Scotland Yard bittet in dem Fall Sherlock Holmes und Doctor Watson um Mithilfe, vieles deutet auf Livingstone als Mörder hin. Doch dieser beteuert vehement seine Unschuld…

„Die neuen Fälle“ lautet der Untertitel der Sherlock Holmes-Serie von Romantruhe Audio, und tatsächlich geht Autor Andreas Masuth in seinem Skript zur achten Folge „Der grüne Admiral“ teilweise neue Wege, ohne die typische Atmosphäre oder den Grundgedanken der Ursprungsgeschichten vermissen zu lassen. Markant steht in dieser Folge ein Charakter im Vordergrund: Maler Eric Livingstone kann mit seiner extrovertierten Art und den bissigen Kommentaren sehr überzeugen. Immer wieder lässt er spöttische Ironie durchblicken, weist lautstark auf ungerechte Behandlung hin und lässt selbst dem Detektivgespann oder Scotland Yard kaum Zeit, ihn zu unterbrechen. Er redet sich herrlich in Rage und ist ein rundum gelungener Charakter, der jede Menge Würze in die Handlung bringt. Diese ist ebenfalls gut gelungen und wird kurzweilig und spannend erzählt. Zugegebenermaßen ist die Auflösung des Täters keine große Überraschung für den aufmerksamen Zuhörer, doch das „Warum“ offenbart noch einige feine Nuancen, die durchaus überraschen können. Die vorher gelegten Fährten, denen Holmes folgt, sind gut eingebunden, ebenso ist die Ermittlungsarbeit kurzweilig geschildert. Hier liegt eine sehr starke Folge der Serie vor, was neben der gut erzählten Geschichte besonders an dem wunderbaren Charakter des Eric Livingstone liegt.

Eben dieser wird von Wolfgang Draeger gesprochen, der die extravagante Figur als Vorlage nutzt, um eine hervorragende Leistung abzuliefern. Er keift und spöttelt, dass es eine wahre Freude ist und bringt die spöttischen Kommentare bestens herüber. Doch auch in den stilleren Momenten kann er eine analytische Weise ans Licht bringen. Helmut Krauss ist in einer gut angelegten Nebenrolle als Livingstones mürrischer Nachbar George Parson zu hören, seine überhebliche Art und die wandlungsfähige Stimme schaffen einen weiteren interessanten Charakter. Michael Pink kann als Inspector Dash in einer eher unscheinbaren Nebenrolle neben den vielen starken Sprechern bestehen. Auch Tino Kiessling, Margit Strassburger und Anneliese Maischberger sind zu hören.

Während der einzelnen Szenen ist größtenteils keine Musik zu hören, nur wenn es in die Szenenwechsel übergeht, sind kleine ansprechende Melodien zu hören. Mit ihren klassischen Instrumenten können sie für die richtige Atmosphäre sorgen, auch ein Trommelsolo ist mal als Kontrastpunkt eingefügt. Die Geräusche dienen vorrangig der Gestaltung der einzelnen Szenen und schaffen einen passenden Hintergrund.

Bei einer Folge, in der es um Kunstwerke und Gemälde geht, ist ein solches natürlich auch auf dem Cover zu sehen. Von einer Kerze düster beschienen und mit typischen Malerwerkzeugen dekoriert ist eines der titelgebenden Gemälde des grünen Admirals zu sehen, der Holmes den entscheidenden Hinweis auf den Täter gibt. Im Inneren des kleinen Booklet gibt es eine recht ausführliche Biographie mit zahlreichen Informationen zu Wolfgang Draeger.

Fazit: Der Fall an sich ist –wenn auch etwas durchsichtig was den Täter angeht – gut und spannend erzählt, die einzelnen Elemente greifen gut ineinander und schaffen ein kurzweiliges Hörvergnügen. Dies liegt zum großen Teil auch an der exzentrischen Figur des Malers Eric Livingstone und seinem beißenden Sarkasmus, aber auch an dem Zusammenspiel der Hauptfiguren. Sehr gelungen!

VÖ: 22.November 2013
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-073-3


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 7. Der eisige Tod



Erster Eindruck: Mord im winterlichen London

Wiggins, ein Mitglied der Baker Street Boys, kommt völlig aufgelöst bei Sherlock Holmes an und bittet ihn um Mithilfe: Ein weiterer Junge der Straßenjungen wurde ermordet, tot in einem Obdachlosenheim aufgefunden. Die Besichtigung des Tatortes gibt dem Meisterdetektiv Rätsel auf: Alle zehn Bewohner des Heims liegen mit weit aufgerissenen Augen da und scheinen erstickt worden zu sein – dabei ist der Raum von Innen abgeschlossen worden. Seine Ermittlungen bringen schockierende Erkenntnisse an den Tag…

Maureen Butcher hat im Auftrag von Romantruhe Audio eine weitere neue Geschichte über den berühmtesten aller Detektive Sherlock Holmes geschrieben, der als siebte Folge der „neuen Fälle“ vertont wurde. Die Einbindung der Baker Street Boys, die schon des Öfteren eine Rolle in den Originalen des britischen Autors Sir Arthur Conan Doyle gespielt haben, weiß zu gefallen und zeigt auch Nähe zu dem ursprünglichen Werk – und dies zeigt sich nicht nur hierin. Vielmehr ist auch der Aufbau der Geschichte typisch für den Meisterdetektiv. Zu Anfang wird man recht schnell, nach einer kleinen, heiteren Einführungsszene mit Holmes und Watson, in die Handlung eingeführt, schon nach wenigen Minuten darf man der Besichtigung des Tatortes beiwohnen. Der nachfolgende Mittelteil wirkt zwar recht gemächlich und hätte auch etwas flotter erzählt werden können, ist aber durchaus unterhaltsam. Dies liegt vor allem an den vielen interessanten Details, die langsam über die Tat ans Licht kommen, sowie dem sehr gelungenen Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren. Zum Ende hin wird es dann noch einmal deutlich spannender und dramatischer, auch der Mordanschlag auf Holmes und Watson sorgt dafür. Die Auflösung des Ganzen ist dann sehr gut erzählt und kann überraschen, wirkt aber trotzdem glaubwürdig und führt die vorher ausgelegten Fäden geschickt zusammen. Eine wirklich gelungene Folge, die sehr an die Originalgeschichten erinnert.

Peter Schiff, der schon in unzähligen Hörspielen zu hören war, hat hier mal wieder einen Auftritt. Er spricht den Listcombe mit seiner sehr warmen, aber auch deutlich gealterten Stimme und kann damit einen sehr interessanten Charakter formen. Nicolai Tegeler ist hingegen ein hoffnungsvolles neues Talent, er kann den Straßenjungen Wiggings in der ersten Szene sehr aufgeregt und glaubwürdig wirken lassen. Gerald Paradies kann mit seiner ausdrucksstarken und einprägsamen Stimme die Rolle des Knox sehr gut ausführen. Weitere Sprecher sind Sven Gerhardt, Helmut Krauss und Jan Graewe.

Tom Steinbrecher ist für die akustische Ausstattung des Hörspiel zuständig und beweist einmal mehr, dass er gefällige und passende Klangwelten erschaffen kann. Mit allzu viel Musik hält er sich zurück und lässt die einzelnen Szenen eher durch Peter Groeger als Erzähler trennen. Vielmehr arbeitet er mit zahlreichen Geräuschen, die die einzelnen Szenen sehr lebendig und glaubwürdig wirken lassen.

In der siebten Folge dieser Serie zeichnet sich immer deutlicher ein eigener Stil für das Coverdesign ab. Die Zeichnung wirkt auch hier etwas nachlässig gezeichnet und bekommt gerade deswegen seinen Charme. Zu sehen ist der Meisterdetektiv mit seiner typischen Pfeife vor dem Hintergrund der verschneiten Stadt. Im Inneren ist eine kleine Biographie zu Sprecher Peter Schiff zu lesen.

Fazit: Sherlock Holmes und Dr. Watson sind hier in einer Geschichte zu hören, die tatsächlich von seinem Autor Arthur Conan Doyle stammen könnte. Der Aufbau ist langsam und bedächtig, aber spannend erzählt und offenbart immer weitere Details des Falles. Dieser nimmt am Ende noch einmal deutlich Fahrt auf und präsentiert eine sehr gut geschriebene und packende Auflösung. Sehr spannend!

VÖ: 25.Oktober 2013
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-072-6


Sherlock Holmes – 6. Das Haus auf dem Hexenhügel



Erster Eindruck: Reise zu einem alten Familiensitz

Sherlock Holmes und Doktor Watson erreicht ein Brief, der sie auf das Anwesen von Roderick Crane bestellt. Obwohl Holmes einige Ungereimtheiten erkennt, macht sich das Detektivgespann auf den Weg. Dort angekommen werden die beiden alles andere als freundlich empfangen, dürfen dann aber doch den Hausherren treffen. Oberflächlich betrachtet wirkt er wie ein freundlicher älterer Herr, der gern Edgar Allan Poe zitiert. Den psychischen Verfall erkunden Holmes und Watson erst im Laufe der Zeit…

Sherlock Holmes ist momentan in sämtlichen Medien wieder stark vertreten, und auch in der Hörspielszene kommt man nicht um den Meisterdetektiv und seinen treuen Gefährten Doktor Watson herum. Verschiedene Labels inszenieren die bekannte Figur in selbst geschriebenen Geschichten, Romantruhe Audio legt mit „Das Haus auf dem Hexenhügel“ beispielsweise schon das sechste Abenteuer vor. Die Introszene kommt noch recht einfach und unspektakulär daher, doch wer hier schon an eine gewöhnliche oder einfache Handlung denkt, hat sich stark geirrt. Vielmehr findet das Detektivgespann nach der Ankunft auf dem Anwesen von Roderick Crane eine komplexe Familiengeschichte vor, die sich um den langsamen psychischen Verfall ihres Oberhauptes dreht. Auch Holmes und Watson wissen bald nicht, wem sie glauben können. Das ist sehr spannend aufbereitet und führt auch den Hörer immer wieder vor neue Probleme und Fragen. Dabei ist eine sehr gelungene Mischung aus Humor und Anspruch gelungen, denn neben dem vielschichtigen Geschehen in dem Haus, das gar nicht so einfach zu durchschauen ist, lebt diese Geschichte auch von den manchmal bissigen Kommentaren von Holmes und dem Zusammenspiel mit Watson. Und wenn der Meisterdetektiv zusammen mit Crane ein Gedicht von Edgar Allan Poe zitiert ist auch für die passende, unheimliche Atmosphäre gesorgt. Eine wirklich sehr gelungene Folge der Romantruhe, die den Geist der ursprünglichen Geschichten aufgreift, aber neue Elemente hinzufügt.

Gerade einmal sechs Sprecher sind hier zu hören, mehr braucht es nicht, um einen abwechslungsreichen und intensiven Fall zu erzählen. Das wunderbare Gespann aus Christian Rode und Peter Groeger ist schon so eingespielt, dass sie sich locker gegenseitig die Bälle zuspielen und einander perfekt ergänzen. Der fabulöse Jürgen Thormann spricht mit seiner tiefen, leicht rauen Stimme die Rolle des Roderick Crane, ist unglaublich intensiv und lässt einem mit der Rezeption von Edgar Allan Poe gleich mehrere Gänsehautschauer über den Rücken laufen. Annekathrin Munz kann als Candice Enderby eine runde und gelungene Vorstellung abliefern, ihre Rolle performt sie glaubhaft. Die beiden übrigen Rollen werden von Arne Stephan und Anke Reitzenstein übernommen.

Bei Sherlock Holmes-Hörspielen kam es von jeher mehr auf die Handlung und die Dialoge an als auf die akustische Gestaltung. Dies gilt auch hier, dennoch wurde auch eine stimmige und packende Atmosphäre geschaffen, in der die Stimmung des Hauses auf dem Hexenhügel bestens transportiert wird. Dafür sorgen neben einigen kleinen Melodien auch immer wieder passend eingebaute Geräusche, die die Szenen lebendiger wirken lassen.

Natürlich wird auf dem Cover das titelgebende Haus auf dem Hexenhügel gezeigt. In einer stimmungsvoll passenden Vollmondnacht steht es auf einem düsteren Hügel, kahle Bäume recken sich gen Himmel und versperren teilweise die Sicht auf das leuchtend rote Gebäude, ein einsamer Rabe sitzt davor und verschmilzt mit der Dunkelheit. Im Inneren des kleinen Booklets sind ein Foto und ein kleiner Text zu Sprecher Jürgen Thormann zu finden.

Fazit: Eine sehr atmosphärische und eindringliche Folge von Sherlock Holmes, der hier mit einem komplexen Beziehungsgeflecht rund um einen gealterten Familienherren zu kämpfen hat. Schön, wie sich die Geschichte langsam aufdröselt, aber immer wieder kleine Überraschungsmomente eingebaut sind. Eine sehr gelungene Geschichte, die sehr an die klassischen Vorlagen erinnert und trotzdem neue Nuancen mit einbringt.

VÖ: 27.September 2013
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-071-9


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 5. Das steinerne Schiff



Erster Eindruck: Rückkehr eines Todgeglaubten

Der totgeglaubte Professor Moriarty ist zurück! Nachdem Sherlock Holmes und Dr. Watson für die Recherchen in einem Mordfall aus einer etwas abgelegenen Stadt nach London zurückkehren, entführt ihr Erzfeind Dr. Watson und benutzt ihn als Druckmittel gegen den Meisterdetektiv. Dieser muss mehrere Rätsel entschlüsseln, um seinen Freund zur Hilfe zu eilen – nicht ahnend, dass er in eine Falle läuft…

Sherlock Holmes hat auch nach den zahlreichen Fällen, die ihm sein Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle auf den Leib geschrieben hat, noch lange nicht ausgedient. Es gibt mittlerweile zahlreiche Fortsetzungen seiner Geschichte, auch das Label Romantruhe Audio hat sich neue erdacht und veröffentlicht diese als „Die neuen Fälle“. Fall 5 greift noch weiter in das Gefüge der ursprünglichen Fälle ein als sich nur die Protagonisten zu entleihen, denn auch Holmes‘ Gegenspieler Professor Moriarty taucht hier auf, was gleich zum Kernstück der ganzen Handlung wird. Die Introszene greift hier etwas vor und schildert, wie Moriarty triumphierend von Watsons Entführung berichtet. Der Zeitsprung zurück kommt dann etwas überraschend und nimmt Tempo aus der Folge. Erst mit dem ersten Auftauchen von Moriarty ändert sich dies, es entwickelt sich ein teuflisches Spiel, in dem sich die beiden Männer auf intellektueller Ebene messen. Da das Leben von Watson auf dem Spiel steht, kommt genügend Brisanz in die Folge, sodass diese sich auch völlig ohne Actionszenen sehr unterhaltsam ist. Nur am Schluss wird man der langen Dialoge, so interessant und gut geschrieben sie auch sein mögen, etwas überdrüssig. Das fast schon philosophische Gespräch der beiden Kontrahenten am Schluss ist das beste Beispiel hierfür. Die Figur des bösartigen Moriarty dominiert dieses Hörspiel und stellt sogar den allseits beliebten Detektiv in den Hintergrund. Es ist eine gut erzählt Folge, deren Längen man jedoch nicht leugnen kann.

Friedrich Georg Backhaus spricht hier den Professor Moriarty und kann den bösartigen, aber auch hochintelligenten und überheblichen Charakter vielschichtig darstellen kann. Nur seine Sinneswandlung am Ende wirkt etwas zu spontan, um wirklich glaubhaft zu sein. Der großartige Christian Rode ist auch in dieser Serie als Sherlock Holmes zu hören, seine eindringliche, markante Stimme kommt wieder bestens zur Geltung. Lutz Harder als Inspector Lestrade fällt im Vergleich zu diesen hervorragenden Sprechern etwas ab, liefert aber eine solide und glaubhafte Vorstellung ab. Weitere Sprecher sind Peter Groeger, Thomas Danneberg und Harry Walter.

Die akustische Gestaltung hält sich insgesamt eher zurück, große Teile der Dialoge stehen für sich selbst, ohne von irgendwelchen Effekten unterbrochen zu werden. Einige leise Melodien wurden dann aber doch eingebaut, die eine stimmungsvolle, leicht düstere Szenerie erzeugen und besonders wichtige oder dramatische Szenen untermalen. Auch einige Geräusche gestalten die Geschichte lebendiger.

Ein düsterer Mann, eingehüllt in einen langen Mantel, ein Zylinder auf dem Kopf, ein Gehstock in der Hand. Das hakennasige Gesicht mit den stechenden Augen liegt halb im Dunkel, während im Hintergrund die majestätische Tower-Bridge von London vor violettem Himmel zu sehen ist. Das Cover zu dieser Folge wirkt passend und versprüht nostalgischen Charme. Im Inneren gibt es neben den üblichen Angaben noch einen Infotext zu Friedrich Georg Backhaus.

Fazit: Eine Geschichte, die fast ausschließlich auf langen Dialogen basiert und gerade dadurch den typischen Charme der Sherlock Holmes-Geschichten bewahrt. Der Aufbau ist gekonnt und sinnvoll, nur das Ende mit Moriartys Wandlung wirkt etwas merkwürdig – wenn es auch dramaturgisch wirklich gelungen ist. Die Bedrohung von Watsons Leben und das tödliche Spiel zwischen den beiden Kontrahenten verleihen viel Brisanz. Gelungen!

VÖ: 12.Juli 2013
Label: Romantruge Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-070-2