Professor van Dusen – 19. Der Fluch des Pharao

Professor van Dusen – 18. Im Harem sitzen heulend die Eunuchen

Professor van Dusen – 17. Das Gefängnis des Grafen Dracula

Professor van Dusen – 16. Duell der Giganten

Professor van Dusen – 15. Zocker, Zossen und Zinnober

Professor van Dusen – 14. Rotes Blut und weißer Käse

Professor van Dusen – 13. Wer stirbt schon gern in Monte Carlo

Professor van Dusen – 12. Stimmen aus dem Jenseits

Professor van Dusen – 10. Lebende Bilder – toter Mann

Professor van Dusen - 9. Ein Mörder bei Madame Tussaud

Professor van Dusen – 8. Wettbewerb der Detektive

Professor van Dusen – 7. Whiskey in den Wolken

Professor van Dusen – 6. Die Perlen der Kali

Professor van Dusen – 5. Stirb schön mit Shakespeare

Professor van Dusen - 4. Der Mann, der seinen Kopf verlor

Professor van Dusen - 3. Mord bei Gaslicht

Professor van Dusen - 2. Das sicherste Gefängnis der Welt

Professor van Dusen - 1. Eine Unze Radium


Professor van Dusen – 19. Der Fluch des Pharao



Schon bei ihrer Ankunft in Luxor werden Professor van Dusen und sein Chronist Hutchinson Hatch vor dem Fluch des Pharao gewarnt. Doch die Denkmaschine plagen ganz andere Sorgen, denn sein alter Freund Dr. Benedict, der ihn an der Station abholen wollte, taucht dort nicht auf. Als er erfährt, dass dieser seit einiger Zeit verschwunden ist, wittert er sofort einen neuen Fall...

Mumien, Grabkammern, Hieroglyphen – wenn sich Professor van Dusen schon in Ägypten herumtreibt, begegnet ihm natürlich alles, was die Faszination am alten Königreich ausmacht und sich bis heute in vielen Mythen gehalten hat. Bei der wie immer nüchternen Herangehensweise des Ermittlers wird natürlich alles ziemlich entzaubert, alle scheinbar mysteriösen Ereignisse auf natürliche und ziemlich logische Weise erklärt. Wie immer kommt der Hörer den Spuren gemeinsam mit Hatch nur langsam auf den Grund und lässt sich von van Dusen langsam mit seinen Erkenntnissen füttern, was für einen gelungenen Aufbau sorgt. Toll ist dabei auch wieder das neckische Zusammenspiel der beiden, bei dem Hatch immer wieder gemeine Sprüche einstecken muss, aber erfreulicherweise auch einmal austeilen kann. Auch der stellenweise ungewöhnlich charmante Auftritt von van Dusen fügt der Folge eigenen Reiz hinzu. Wie einige male bei der Serie ist die Folge noch nicht bei der Aufklärung aller Stränge zu Ende, sondern bietet noch eine gefährliche Situation für das Ermittlergespann, aus dem sie sich befreien müssen. Schön, wie sich hier alles stimmig zusammenfügt und die Folge sehr hörenswert werden lässt – was auch für das kleine angehangene Interview gilt, das sich schwerpunktmäßig um die Erzeugung von Geräuschen dreht.

Helmut Stauss ist in dieser Folge in der Rolle des Dr. Oliver zu hören, den er mit eingängiger Stimme und rhythmischer Betonung glaubhaft darzustellen weiß. Grudrun Genest, die einzige weibliche Sprecherin dieser Produktion, ist als Mrs. Benedict zu hören und kann für einige charmante Momente sorgen, wirkt dann aber auch wieder kühl und gleichgültig, was einen gelungenen Kontrast ergibt. Klaus Herm ist natürlich wieder als Hutchinson Hatch zu hören und bringt seinen ganz eigenen Witz mit in die Handlung, der hier besonders gut zur Geltung kommt. Weitere Sprecher sind Rolf Marnitz, Dieter Kursawe und Klaus Jepsen.

Der eigenständige Ausdruck der Serie rührt auch immer wieder von den eingesetzten Musikstücken her, die hier einen altägyptischen Anklang haben und gerade zu Beginn gut auf die Szenerie einstimmen. Die Geräusche sind wieder vielfältig und sehr präzise eingesetzt, wobei man nach dem kleinen Interview am Ende die Fledermäuse mit ganz anderen Ohre wahrnimmt.

Passend zum Titel der Folge ist ein altägyptischer Pharao auf dem Cover zu sehen, der die typische Kopfbedeckung samt Schlangenkopf trägt und mit glühenden Augen mystisch wirkt. Das alternative Cover im Inneren im kantigen Comicstil zeigt Hatch und van Dusen auf einer Treppe in die Grabkammer, wobei die Beleuchtung hier besonders gelungen ist.

Fazit: Auch in Ägypten funktioniert „Profesor van Dusen“ ziemlich gut, weil ziemlich viel an mystischen Gegebenheiten geboten werden, die aufgeklärt werden müssen. Das geschieht langsam und genüßlich, wobei auch immer wieder spannende oder überraschende Momente geboten werden. Auch mit dem packenden Abschluss sehr gelungen.

VÖ: 4. Mai 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-91-0


Professor van Dusen – 18. Im Harem sitzen heulend die Eunuchen



Bei seinem Aufenthalt in Konstantinopel wird Professor van Dusen mit einem seltenen Manuskript in eine düstere Gegend gelockt, nur um kurz darauf in das Anwesen des Aufsehers der Schatzkammer des Sultans entführt zu werden. Dieser ist in größter Not, wurde doch ein wertvoller Edelstein direkt aus seinem Besitz entwendet. Es sieht zunächst so aus, als sollte van Dusen nur diesen Fall aufklären, doch dieser hegt eine schreckliche Ahnung...

Durch die Reise von Professor van Dusen durch Europa hat Autor Michael Koser eine dankenswerte Idee geschaffen, immer wieder neue Stimmungen zu schaffen. Auch in der Folge mit dem wie immer etwas schrägen Titel „ Im Harem sitzen heulend die Eunuchen“ wird so eine neue, dieses mal orientalisch angehauchte Atmosphäre erzeugt, die sich durch die gesamte Handlung zieht und von der Musik, aber auch der Umgebung selbst ausgeht. Der eigentliche Fall ist nicht sonderlich spektakulär, und hätte von van Dusen in deutlich kürzerer Zeit gelöst werden können – ein Blick auf den Tatort und ein Streifzug durch den Harem versorgen ihn mit allen notwendigen Informationen. Dafür wurde die Episode dann mit vielen kleinen Nebenarmen ausgestattet, wozu bereits die oben beschriebene Introszene dient. Aber auch die Erklärung, was denn ein Harem im eigentlichen Sinne ist gehört zu den zusätzlich eingestreuten Informationen. Zudem werden van Dusen und Hutchinson Hatch hier von einer düsteren Macht bedroht und müssen zudem noch ihre Fähigkeiten als Retter zeigen. Hinzu kommt, dass nach Aufklärung des Falles noch eine recht lange Abschlussszene mit einigen ungewöhnlichen Ideen eingebracht wurde. Das ist vielfältig und unterhaltsam gestrickt, was davon ablenkt, dass der Fall an sich eher dünn und einfach gestrickt ist.

Helmut Wildt ist in der Rolle des Selim Pascha zu hören, der van Dusen zur Aufklärung des Diebstahls zu sich ruft. Seine Stimme ist markant genug, um die machtvolle und kompromisslose Aura des Mannes zu Strahlen zu bringen und so eine intensive Atmosphäre zu schaffen. Rudi Schmidt, sein treuer Eunuch, spricht mit hoher, fistelnder Stimme, was zwar durchaus passend ist und Witz mit einbringt, mit der Zeit aber auch schnell nervig wirkt, das war dann doch zu viel des Guten. Karin Grüger ist als Constance Kelly zu hören und bringt eine sehr feminine und angenehme Sprechweise in die Handlung mit ein. Weitere Sprecher sind Gerd Wameling, Simone Petschke und natürlich Friedrich W. Bauschulte.

Die orientalische Stimmung der Folge wird durch viele Melodien möglich, die schon im Intro die Kulisse lebendig wirken lassen. Immer wieder zur Szenentrennung oder für entscheidende Momente in der Handlung sind diese im Einsatz und sorgen gemeinsam mit den etwas sparsamer eingesetzten Geräuschen für eine sehr stimmige Gestaltung der Szenen.

Das Motiv dieser Folge zeigt eine türkische Schönheit, die in wallende Tücher gehüllt in der typischen Farbgebung der Serie gehalten ist. Wieder passt die Rahmengestaltung wieder sehr gut dazu, die Puzzlestücke in den Ecken, die Taschenuhr und der Reisekoffer werden durch zahlreiche Ornamente ergänzt – und natürlich gibt es im Inneren wieder ein alternatives Titelbild im Comicstil.

Fazit: Die orientalische Stimmung, ein Harem und Eunuchen verleihen der Folge einer sehr individuelle Stimmung, während zahlreiche Nebenarme für Spannung sorgen – der eigentliche Fall ist nämlich rätselhaft, aber recht schlicht gehalten. So freut es, dass hier viele Ideen eingebracht sind und ein sehr ungewöhnliches Ende gewählt wurde.

VÖ: 9. Februar 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-79-8


Professor van Dusen – 17. Das Gefängnis des Grafen Dracula



Erster Eindruck: Ausflug in die Karpaten

In Rumänien wollte Professor van Dusen eigentlich seinen alten Freund Helsing besuchen, sodass er sich ausnahmsweise ohne die Begleitung von Hutchinson Hatch in einer Kutsche auf den Weg macht. Doch sein eigentliches Ziel erreicht er nie, denn der geheimnisvolle Graf Dracula lässt den Meisterdetektiv stattdessen auf sein Schloss bringen – und stellt ihn dort vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe...

Professor van Dusen als durch und durch logisch denkender Mensch mit einem der bekanntesten übernatürlichen Wesen überhaupt zu paaren, ist ein sehr interessanter Stilbruch in der Serie, Autor Michael Koser hat genau dies als 17. Folge der bei Maritim wiederveröffentlichen Serie getan. Dabei setzt der erste Teil der Handlung ganz auf eine dichte und unheimliche Stimmung, die der Atmosphäre in der bekannten Vorlage von Bram Stoker sehr nahe kommt – eben mit der Ausnahme, dass sich van Dusen deutlich kritischer gibt als einst Jonathan Harker. Das Herzstück der Folge kommt aber später, nachdem sich auch Graf Dracula als ziemlich exzentrischer und skurriler Gastgeber entpuppt hat. Er stellt seinem unfreiwilligen Gast eine Aufgabe, die tatsächlich nur durch seinen Scharfsinn gelöst werden kann. Immer wieder „springt“ die Handlung ein wenig, van Dusen berichtet Hutchinson Hatch von den Ereignissen, ihm werden wie dem Hörer immer wieder kleine, aber wichtige Details vorenthalten. Und genau daraus resultiert auch die Spannung der Folge, auf welche Art sich van Dusen aus der Situation rettet. Und das ist wirklich hervorragend umgesetzt, schlichter als man denken mag und mit dem unverkennbaren überheblichen Humor des Professors gespickt. Eine sehr reduzierte Folge der Serie, aber sicherlich auch eine der besten mit einem trickreichen Finale, das einmal mehr die Brillanz des Professors zeigt.

Es sind gerade einmal fünf Sprecher im Einsatz, von denen Max Grothausen mit nur ein paar Sätzen als Kutscher zudem nur eine sehr kleine Rolle hat. Klaus Herm überzeugt mal wieder als Hutchinson Hatch mit seiner charmanten Ahnungslosigkeit, während Friedrich W. Bauschulte die Titelfigur wieder mit seiner scharfen und überheblichen Art sehr präsent präsentiert und dabei den Spannungsbogen der Folge geschickt ausweitet. Dieter Ranspach präsentiert sich als Graf Dracula sehr scharfzüngig, launisch und exzentrisch, wie man es von der Figur erwarten darf, fügt ihm aber noch eine ganz eigene Note hinzu. Und auch Ulli Kinalzik ist als sein Diener immer sehr präsent, seine komplette Unterwerfung gegen seinen Meister ist jedem seiner Worte anzumerken.

Das düstere Orgelintro wird bald von einem Panflötenmotiv abgelöst, welches sich dann auch als musikalische Begleitung durch die gesamte Handlung zieht. Das ist wunderbar klischeearm und bringt immer wieder einen untypischen Bruch in die Serie. Mit Geräuschen ist mal hier insgesamt recht sparsam umgegangen, der Fokus liegt in weiten Teilen fest auf den Dialogen.

Für die untypische Folge wurde ein recht typisches Cover entworfen: Graf Dracula mit kantigem Gesicht, welches halb im Schatten eines vollen Mondes liegt. Durch den stilisierte Grafik bekommt das Bild dann doch eine sehr eigene Note. Im Inneren gibt es natürlich wieder ein Cover im Comicstil. Auf der CD ist wieder ein kleines Interview mit Michael Koser zu hören, bei dem er einige interessante Anekdoten zur Entstehung des Hörspiel erzählt und für einige humorvolle Kommentare sorgt.

Fazit: Eine wahrlich außergewöhnliche Kombination, die aber hervorragend funktioniert. Van Dusen in seiner analytischen Brillanz und der jähzornige, aufbrausende Dracula sorgen für ein Kammerspielartiges Hörstück, dass trotz seiner Schlichtheit noch mit einigen Überraschungen aufwarten kann. Die Reduktion auf einen begrenzten Spielplatz und nur wenige Charaktere ist äußerst gelungen.

VÖ: 1. Dezember 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-78-1


Professor van Dusen – 16. Duell der Giganten



Kaum in Sankt Petersburg angekommen, werden Professor van Dusen und Hutchinson Hatch von der russischen Polizei gefangen genommen und in das Hochsicherheitsgefängnis der Stadt gebracht. Dort treffen sie auf den Innenminister des Landes, der überraschend um die Unterstützung der Denkmaschine bittet. Denn er nimmt die Drohung sehr ernst, dass die wertvollen Kronjuwelen aus ihrem Versteck gestohlen werden könnten...

Historische Gegebenheiten wurden von Autor Michael Koser häufiger in seine Geschichten um Professor van Dusen eingebunden, in „Duell der Giganten“ ist dieser Aspekt noch einmal verstärkt zu merken. Eingebettet ist die Handlung nämlich in die Szenerie des russisch-japanischen Krieges, wobei sowohl offene Kriegshandlungen als auch Spionage und Agenten ein Thema sind. Der Einstieg gerät mit der Festnahme der beiden Hauptfiguren recht aufregend, da nicht klar ist, welche Richtung die Handlung danach einschlagen würde. Tatsächlich ist hier eine Sache entscheidend anders als in den anderen Folgen: Van Dusen soll hier kein Verbrechen aufklären, sondern eines verhindern. Das bringt viel Dynamik mit in die Handlung, einige schnelle Szenenwechsel und die oft getriebene Stimmung durch neue Hinweise lassen das Hörspiel sehr kurzweilig wirken. Die Atmosphäre ist dabei sehr dicht, und dann bringt auch noch eine bekannte Person eine sehr individuelle Note mit ein. So entwickelt sich die Geschichte bis zu ihrem Höhepunkt unter dem Wasserspiegel immer weiter – und auch dann gibt es noch zahlreiche Überraschungen, für die besonders durch van Dusen mit seinem klugen und weisen Entscheidungen sorgt. Eine sehr starke Episode, die mit einem anderen Ansatz, historischen Gegebenheiten und einer cleveren Auflösung überzeugt.

Arnold Marquis ist in der Rolle des Innenministers Plehwe zu hören, der nicht nur die passende Aura von Macht und Kompromisslosigkeit bietet, sondern später auch auf charmante Weise einige Schwächen zugeben muss. Die wunderbare Susanna Bonasewicz begleitet das Detektivgespann als Fürstin Dolgoruki mit ihrer unverkennbaren Stimme, die sie mal sanft und zurückhaltend, dann aber auch scharf und schneidend klingen lässt. Harry Wüstenhagen ist als Kapitän Suchanow zu hören, auch er überzeugt mit einer sehr treffenden und lebendigen Sprechweise. Weiterhin zu hören sind Krikor Melikyan, Eric Vaessen und Wolfgang Condrus.

Ein schmissiger Marsch, eine leise Geigenmelodie – der Kontrast zwischen den eingesetzten Musikstücken ist stark, was die Dynamik der Handlung weiter unterstreicht. Das ist gut gelungen und greift verschiedene Stimmungen auf. Die Geräusche sind klassisch und sehr genau in die Dialoge eingebaut, sodass diese lebendiger wirken.

Schwere Ketten, Fesseln für Arme und Beine, eine einfache Pritsche und ein schlichter Hintergrund – in den typischen Farben der Covergestaltung gehalten greift das Titelmotiv einige Themen aus dem Hörspiel auf, was erst beim Hören so richtig zu passen scheint. Natürlich gibt es im Inneren wieder ein alternatives Cover mit deutlichen kräftigeren und kontrastreicheren Farben.

Fazit: „Duell der Giganten“ ist mal wieder sehr eigenständig und entwickelt eine individuelle Handlung, die sich nicht darum dreht, ein Verbrechen aufzuklären und den Täter zu entlarven – dieser ist über weite Teile bekannt. Vielmehr muss ein Diebstahl vor der Kulisse eines Krieges verhindert werden, was sehr eindringliche Stimmungen beinhaltet und gerade am Ende mit so einigen Wendungen überzeugt.

VÖ: 20. Oktober 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-9606-6077-4


Professor van Dusen – 15. Zocker, Zossen und Zinnober



Erster Eindruck: Ein Besuch in Berlin...

Professor van Dusen und Hutchinson Hatch machen Halt in Berlin – eigentlich um an einem Physiker-Kongress teilzunehmen. Deswegen stellt der Hobby-Kriminologe auch die Anfrage, in einem neuen Fall zu ermitteln, auch zunächst nach hinten. Als dann allerdings der Zockerkönig Korff tot aufgefunden wird, ist der Spürsinn des Professors doch geweckt. Und das führt insbesondere Hatch dieses mal in einige gefährliche Situationen...

Dass Professor van Dusen früher oder später auch in Berlin, der Heimatstadt von Autor Michael Koser, ermitteln würde, war wohl jedem klar. Tatsächlich geschehen ist dies in der Folge mit dem wie immer leicht skurrilen Titel „Zocker, Zossen und Zinnober“, die als Teil 15 der Wiederveröffentlichung auf CD bei Maritim erschienen ist. Und dabei zeigt sich insbesondere auch wieder der wundervolle Humor der Serie, die sich unter anderem in den herrlich überzeichneten Figuren zeigt. So wird gerade der deutsche Hang zum militärischen Gehabe und eine gewisse Steifheit sehr gekonnt eingebunden, wobei auch der Fall viele positive Aspekte aufweist. Die Umgebung um die illegalen Spielcasinos, zwielichtigen Figuren auf der Pferderennbahn und skrupellose Feindschaften ist gut gewählt, und auch der Verlauf kann sehr überzeugen. Dabei sticht Hutchinsons eher widerwillige Undercover-Ermittlung hevor, die nicht nur spannend, sondern auch mit viel Witz erzählt wurde. Alles fügt sich sehr gut zusammen und kann einen spannenden Bogen über die Handlung schlagen, sodass eine kurzweilige und unterhaltsame Folge der Serie entstanden ist.

Klaus Herm macht als Hutchinson Hatch wieder eine äußerst gute Figur, bringt den charmanten Witz der Figur sehr gut zur Geltung, wobei er immer wieder die leichte Steifheit des Reporters in den Mittelpunkt rückt. Leutnant Bodo von Knesewitz wird von Gerd Wameling gesprochen, der mit markanter Stimme und gekonntem Ausdruck eine gute Performance abliefert. Susanne Lüpertz hat zwar nur eine kleine Szene, gestaltet diese aber mit ihrem rauen Klang äußerst hörenswert und mit einer großen Portion Geheimniskrämerei. Weitere Sprecher sind Edgar Ott, Otto Czarski und Dieter Kursawe.

Auch akustisch hat man sich hier der Umgebung der Folge angepasst und wie immer eine ganz andere musikalische Gestaltung gewählt. So erinnern die ausgewählten Musikstücke an Polizeikapellen oder Marschmusik, was sich sehr stimmig einfügt. Die Geräuschkulissen sind vielfältig und sehr gut an die unterschiedlichen Szenerien angepasst, sodass die Rennbahn ebenso gut umgesetzt ist wie ein schummeriges Hinterzimmer oder die klaren Dialoge mit den Ermittlern.

Ein Mann in altertümlicher Uniform ist stilisiert auf dem Cover abgebildet und ersetzt dabei eine Figur auf einer Spielkarte, die statt einer gewöhnlichen Kartenfarbe ein militärisches Kreuz zeigt. Eine kreative Idee, die passend umgesetzt ist – ebenso wie die zweite Version des Covers im Comicstil, welches van Dusen und Hatch vor dem Brandenburger Tor zeigt. Als Bonus gibt es wieder einige Gedanken der Macher als Bonusteil auf der CD.

Fazit: Eigentlich eine typische Folge der Serie: Starke Schauplätze, markante Figuren und eine Handlung, in der mehr steckt als man anfangs denkt. Doch durch viele Details und kreative Einfälle wird auch diese Folge etwas ganz besonderes, zumal Sprecher und akustische Gestaltung ebenso gelungen sind.

VÖ: 18. August 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-76-7


Professor van Dusen – 14. Rotes Blut und weißer Käse



Erster Eindruck: Von Vegetariern und Fleisches(s)lust

Auf seiner Reise um die Welt macht Professor van Dusen mit seinem Chronisten Hutchinson Hatch auch auf dem Monte Paradiso Halt, wo ein alter Freund von ihm gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten auf einem Aussteiger-Hof wohnt. Doch die friedliche Idylle täuscht, denn schon kurz bricht einer der Mitbewohner auf offenem Feld zusammen. Die ersten Untersuchungen von van Dusen deuten auf Mord hin...

„Rotes Blut und weißer Käse“ - was für ein Titel für ein Hörspiel! Die 24. Folge der originalen Serie um Professor van Dusen trägt aber genau diesen Titel und deutet dabei auf den humoristischen Aspekt der Folge hin. Diese ist nicht nur durch den ziemlich übel gelaunten Hutchinson Hatch mit den ungewöhnlich bissigen Sprüchen sehr präsent, sondern auch mit den wunderbar überspitzt dargestellten Charakteren. Die militanten Vegetarier und ihre Reibereien untereinander, weil jeder eben doch das eine oder andere Laster in das sonst so strenge Leben auf dem Hof bringt, sind sehr unterhaltsam in Szene gesetzt. Da geht der unterschwellige Humor von van Dusen schon fast ein wenig unter, doch mit seiner genialen Kombinationsgabe und einigen gut plazierten Sprüchen entfaltet auch diese Figur ihren spröden Charme. Der Fall an sich ist dann auch clever, weil der Kreis der Verdächtigen so reduziert ist und jeder Motiv und Gelegenheit zur Tat hätte. So kommt es auf die Details an, und diese werden dem Hörer unterhaltsam geliefert – auch wenn van Dusen den Fall schon längst gelöst hat. Eine sehr gelungene Folge, die mit ihrer ebenso skurrilen wie idyllischen Szenerie sehr überzeugen kann.

Klaus Herm ist natürlich wieder als Hutchinson Hatch mit dabei und sorgt mit seinen bissigen Kommentaren hier für Kurzweil, er lässt die Figur wie immer locker und authentisch wirken. Gisela Fritsch legt in ihre Umsetzung der Selma Castor für viel Energie und bringt die kleinen Streitereien zwischen den Bewohnern besonders gut zur Geltung. Auch Helmut Stauss macht als Oskar Böasedow eine gute Figur und trägt viel zum Humor der Szenerie bei. Weitere Sprecher sind Hermann Ebeling, Lone Solnov und Heinz Rabe.

Die eingesetzte Musik dieser Folge wirkt sehr experimentell, ein kleiner Chor aus Männern und Frauen singt in einer Phantasiesprache schnell aneinandergereihte Silben – und zwar alle durcheinander. Das passt wunderbar zu der Stimmung auf dem Berg und setzt gekonnt Akzente. Die Umsetzung der Geräusche ist treffend gelungen und lässt die einzelnen Szenen lebendig wirken.

Die sehr einfache Zeichnung eines Käses, aus dem Blut tropft, ist auf dem Cover zu sehen. Alternativ kann man sich auch für das zweite Coverdesign im Inneren entscheiden, die im witzigen Comicstil mehr auf die idyllische Landschaft eingeht und Hatch und van Dusen zeigt. Gut gefällt mir, dass nach der eigentlichen Handlung noch ein kleines Gespräch über dieses Hörspiel angehangen ist, was sehr unterhaltsam gelungen ist.

Fazit: Eine sehr unterhaltsame Folge der Serie, die insbesondere durch ihre sehr humorvolle und treffende Umsetzung punkten kann. Viele witzige Sprüche und ein eingegrenztes Feld an Verdächtigen lassen die Folge sehr kurzweilig wirken, auch wenn van Dusen Hutchinson Hatch wie den Hörer auch auf die Folter spannt – bis zu einer klassischen Auflösung im großen Kreis, die alle Hinweise gekonnt zusammenführt.

VÖ: 23. Juni 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-75-0


Professor van Dusen – 13. Wer stirbt schon gern in Monte Carlo



Erster Eindruck: Eine Glückssträhne mit Folgen...

In einem Casino in Monte Carlo ist dem Reporter Hutchinson Hatch das Glück nicht gewogen – ganz im Gegensatz zum Marchese de da Rocca, der einen Gewinn nach dem anderen einfährt. Bei einem Treffen erkennt Professor van Dusen in diesem seinen alten Bekannten, den Hochstapler Manolescu, der jedoch schon am nächsten Tag tot in seinem verschlossenen Hotelzimmer aufgefunden wird. Die Polizei geht von Selbstmord aus, van Dusen ist jedoch überzeugt, dass ein Verbrechen geschehen sein muss...

Auf ihrer Reise durch Europa machen Professor van Dusen mit seinem Freund Hutchinson Hatch auch Halt in Monte Carlo, wo der nächste Fall auf den Hobbykriminologen und seinen Chronisten wartet – wobei das Auftauchen von der historischen Figur des Manolescu nur die erste Überraschung ist. Ob dieser tatsächlich auf die Art gestorben ist, wie sie hier beschrieben wird, darf zwar bezweifelt werden, dem Unterhaltungswert von „Wer stirbt schon gern in Monte Carlo“ tut dies jedoch keinen Abbruch. Schnell wird klar, dass hier gleich zwei Geheimnisse gelüftet werden müssen, einerseits natürlich der seltsame Tod des Hochstaplers, andererseits aber auch seine Glückssträhne beim Roulette. Beides ist gut miteinander verknüpft worden und wird auch parallel vorangetrieben. Bei den Ermittlungen hat das eingespielte Gespann hier Hilfe von einer ebenso erfolgreichen wie resoluten Detektivin, die frischen Wind mit einbringt und für Neugier sorgt, denn sie und van Dusen scheinen immer wieder gemeinsam einen Wissensvorsprung zu haben. Die Auflösung des Ganzen scheint erst sehr klassisch zu sein, van Dusen hat alle Beteiligten zu einem langen Monolog zusammengetrommelt, doch dann gibt eine eindrucksvolle Art, den Fall aufzuklären. Insgesamt ist so eine sehr interessante Folge gelungen, die zwar eher ruhig erzählt ist, aber mit schnellen Wechseln und einem spannenden Plot gut unterhalten kann.

Hutchinson Hatch wird natürlich wieder von Klaus Herm gesprochen, der hier wieder viel unterschwelligen Humor präsentiert und sowohl die Erzähltexte als auch die Dialoge sehr launig vorträgt. Evamaria Miner hat mir als Privatdetektivin ebenfalls sehr gut gefallen, die schafft eine aussagekräftige Aura um ihre Figur und rückt sie in den richtigen Momenten in den Mittelpunkt. Der hochnäsige und unsympathische Inspector Lecoq wird von Christian Brückner sehr lebendig gesprochen und mit vielen, kleinen Spitzen versehen. Weitere Sprecher sind Georg Corten, Klaus Miedel und Gerd Wameling.

Die musikalische Umsetzung ist hier wieder sehr stimmig geraten, die verwendeten Operetten-Töne passen wunderbar in das Flair von Monte Carlo und gestaltet die Szenenübergänge sehr stimmig. Auch die eingefügten Geräusche sind sehr treffend eingebaut und lassen jede Szene gut zur Geltung kommen und vor dem inneren Auge des Hörers auferstehen.

Ein Ausschnitt eines Roulette-Tisches ist als Covermotiv ausgewählt worden, wobei statt der üblichen Kugel hier die Hülse einer Pistolenmunition zu sehen ist – ein witziger Einfall, der in der schwarz-weißen Abbildung gut wirkt. Als Boni gibt es nicht nur wieder das Wendecover mit dem alternativen Design, sondern auch einen kleinen Text von Autor Michael Koser und auf der CD eines der kleinen, sehr hörenswerten Interviews.

Fazit: „Wer stirbt schon gern in Monte Carlo“ verbinden sich gleich zwei große Rätsel, die gelöst werden wollen, und auch wenn beide allein gesehen nicht sonderlich spektakulär sind, macht die Kombination das Hörspiel sehr kurzweilig. Versehen mit tollem Humor und starken Figuren ist auch diese Folge hörenswert geworden und macht Fans von lockeren Krimis viel Freude.

VÖ: 21. April 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-74-3


Professor van Dusen – 12. Stimmen aus dem Jenseits



Erster Eindruck: Geistererscheinung oder Humbug?

Auf ihrer Reise um die Welt machen Professor van Dusen und sein Begleiter Hutchinson Hatch Halt in einem deutschen Fürstentum. Doch nach dem Tod des Fürsten von Schleuß-Reitz-WIttgenstein bleibt der Thron verwaist, der Fürstensohn ist verschollen. Gemeinsam mit einigen Gefährten macht sich van Dusen auf die Suche und nimmt dabei sogar die Arbeit des bekannten Mediums Madame Cassandra in Anspruch...

Der Titel „Stimmen aus dem Jenseits“, der zwölften von Highscore Music wiederveröffentlichten Folge der Krimi-Serie Professor van Dusen, bezieht sich auf eine zentrale Szene, in der ein mysteriöses Medium Kontakt mit dem verstorbenen Fürst aufnimmt. Eine starke Szene, ohne Zweifel, und sicherlich ein Highlight dieser Folge. Doch die Handlung wird hierdurch nur leicht beeinflusst, im Mittelpunkt stehen wie immer recht lange Dialoge und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen der Denkmaschine – und einige wie immer leicht verschrobene Charaktere. Besonders witzig wird es mit Hofpoet Gabriel Schönthau (mit t-h), der immer in Reimen spricht und dabei jede noch so absurde Möglichkeit für ein kleines Gedicht nutzt, aber auch der etwas boniert wirkende Kriminaloberrat von Bliemchen und eben der pathetischen Madame Cassandra bringen Schwung in die Handlung. Der Verlauf der Folge ist solide erzählt, kann aber nicht ganz die Komplexität der anderen Folgen aufweisen und bleibt bei der Auflösung etwas blass. Dennoch wegen des kurzweiligen Verlaufes eine gelungene Folge, die eine sehr dichte Stimmung aufweisen kann.

Der wunderbare Jürgen Thormann hatte auch in etwas jüngeren Jahren schon eine sehr intensive Stimme und setzt diese als Gabriel Schonthau sehr engagiert ein, betont seine Passagen hübsch dramatisch und kann den skurrilen Charakter so sehr gelungen wirken lassen. Otto Czarski ist als Kriminaloberrat von Bliemchen zu hören, er plustert sich an einigen Stellen etwas auf und hält Ernsthaftigkeit und Humor gekonnt in der Waage. Maria Axt spricht Baronin von Ziegenhain und wirkt dabei immer sehr präsent und betont ihre Sätze kraftvoll. Weitere Sprecher sind Hans Werner Bussinger, Georg Müller-Karbach und Paul Paulschmidt.

Ganz im Stil der Radiohörspiel Anfang der 80er Jahre wird zwar durchaus Musik eingesetzt, diese ist allerdings eher im Hintergrund eingesetzt und lässt den Dialogen und den Sprechern immer den Vortritt. Auch Geräusche sind nur sehr mäßig eingefügt, die Seance ist aber sehr stimmungsvoll und prägnant umgesetzt. Insgesamt wirkt hier alles sehr passend und gut aufeinander abgestimmt.

Wie immer bei der Neuveröffentlichung dieser Serie ist ein Wendecover vorhanden. Das eigentliche Motiv ist zurückhaltend in Beigetönen gehalten und zeigt als Motiv ein altes Grammophon, während im Hintergrund schemenhafte Geistergestalten zu sehen sind. Die moderne, comichafte Alternative zeigt die Seance und Madame Cassandra sehr extravagant. Als Bonus ist wieder ein Gespräch zwischen Michael Koser und Rainer Clute zu dieser Folge zu hören.

Fazit: Der Fall an sich ist zwar gut erzählt, gehört aber nicht zu den stärksten Episoden der Serie. Dennoch kann der wunderbare Humor der Serie überzeugen und stellt einige sehr gelungene Charaktere vor. Dabei wird wieder klassische Krimiunterhaltung mit Betonung der Ermittlungen geboten.

VÖ: 6.März 2015
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-71-2


Professor van Dusen – 10. Lebende Bilder – toter Mann



Erster Eindruck: Ein Toter im Koffer

Auf einer Zugreise begegnet Professor van Dusen seiner ehemaligen Studentin Mary Chitterley, sie ist auf dem Weg zu ihrer neuen Arbeitsstätte als Gouvernante. Doch als diese beim Zoll kontrolliert wird, wird ein toter Mann in ihrem Koffer gefunden. Van Dusen ist von ihrer Unschuld überzeugt, zu ungewöhnlich sind die Hinweise. Der Professor kennt den Toten persönlich, einen Meister der neu aufkommenden Filmkunst…

„Professor van Dusen“, die momentan von Highscore Music wiederveröffentlichten Radiohörspiele um die „Denkmaschine“, spielen Anfang des 20. Jahrhunderts und haben eine dementsprechend andere Ausstrahlung. Besonders deutlich tritt dies in der zehnten Folge zutage, denn die Handlung dreht sich um eine damals neue und unverbrauchte Technologie: Die Cinematographie, mit der erstmals bewegte Bilder von einem Projektor einer großen Masse zugänglich gemacht wurden. Immer wieder wird hierauf angespielt, sogar eine damals noch mit Klavier und Erzähler begleitete Aufführung ist in die Handlung integriert. Das versprüht viel Charme und vermittelt einen sehr intensiven Eindruck der damaligen Zeit, und doch ist dies nur die Kulisse für einen Kriminalfall, der sehr unvermittelt mit der oben beschriebenen Szene beginnt. Daraus entwickelt sich eine Handlung, die zwar etwas vorhersehbar ist und auch am Ende nicht mehr wirklich überraschen kann, dafür aber sehr kurzweilig, launig und spannend erzählt wurde. Die Charaktere kommen gut zur Geltung, van Dusen läuft zu Hochform auf und deckt nach und nach die Hintergründe auf, geht den einzelnen Indizien nach und setzt sich mit dem hiesigen Inspektor auseinander. Diese Kombination aus einem gut erzählten Fall und einer sehr dichten und stimmigen Atmosphäre – gerade am Ende, als van Dusen in einer typischen Auflösung mit langen Erklärungen aus der Gruppe der Anwesenden den Täter enttarnt – ist sehr gelungen und wird so zu einer der stärksten der bisher veröffentlichten Folgen.

Gesche Schultes-Schmoll ist in dieser Folge als van Dusens ehemalige Studentin Mary Chitterley zu hören. Im Laufe der Handlung setzt ihre kraftvolle, manchmal etwas überspitzte Stimme Akzente und sorgt für die nötige Aufmerksamkeit, eine sehr gute Leistung, die bestens in die Handlung passt. Klaus Miedel, der auch später noch in verschiedenen Hörspielen zu hören ist, hat hier einen Auftritt als leicht gereizter Inspektor Poubelle, der in gekonnten Wortgefechten mit van Dusen interagiert. Klaus Jespen spricht Charles Leblanc und kann mit einer gekonnten Akzentuierung einen interessanten Charakter schaffen. Weitere Sprecher sind Helga Madincea-Lehner, Wolfgang Condrus und Andreas Thieck.

Die Hörspiele wurden im Jahr 1979 aufgenommen, sodass das Sounddesign deutlich anders klingt als in modernen Produktionen. Auf den Einsatz von Musik wurde größtenteils verzichtet, nur einige wenige Geräusche sorgen für die passende Stimmung. Wenn beides aber zusammenkommt, entstehen sehr atmosphärische Szenen, beispielsweise bei der Filmvorführung. Doch auch die reduzierten Szenen nur mit den Dialogen können gut wirken.

Die Cover zu der Serie sind immer sehr farbreduziert und in dezenten Beige- und Brauntönen gehalten. Zu sehen ist hier der große Schrankkoffer von Mary Chitterley, halb geöffnet und mit dem Toten darin, der leblos auf dem Boden liegt. Das Innere beherbergt noch ein alternatives Cover, das mit seinem kräftigen roten Hintergrund eine ganz andere Ausstrahlung hat. Als Bonustrack ist noch ein Interview mit vielen Hintergrundinformationen zu hören.

Fazit: Eine atmosphärisch sehr dichte Folge mit zahlreichen spannenden Szenen, intensiven Eindrücken und einem flüssigen, kurzweiligen Verlauf. Besonders das Einbinden der damaligen Filmtechnologie kann die Stimmung der beginnenden 20. Jahrhunderts einfangen. Zwar ist die Auflösung des Falles dem Hörer schon deutlich vor der Auflösung klar, trotzdem ist diese sehr gut erzählt und der Höhepunkt der Folge. Sehr gelungen!

VÖ: 15.November 2013
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-34-7


Professor van Dusen - 9. Ein Mörder bei Madame Tussaud



Erster Eindruck: Van Dusen auf Spionagejagd

Direktor Bunny, der ein Nobelhotel in London führt, wird von einem seiner Zimmerkellner über einen Mord in einer Suite aufgeklärt. Um dem Verbrechen auf die Spur zu kommen, engagiert er die Denkmaschine Professor van Dusen. Und der erkennt in den Aussagen der Mitarbeiter bald starke Gegensätze, doch um den Täter zu entlarven, muss er bis ins Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds gehen…

Wenn es ein Hörspiel gibt, das auch nach 30 Jahren genauso modern und unterhaltsam wirkt wie bei seiner Veröffentlichung, dann ist es wohl die Serie „Professor van Dusen“. Zum Teil mag es daran liegen, dass Detektivgeschichten wohl niemals aus der Mode geraten, zum anderen auch an der guten Produktion und den interessanten Charakteren. Und auch die neunte Folge, die nun bei Highscore Music veröffentlicht wurde, kann diesen Anspruch erfüllen. Die Geschichte fängt gleich mit dem Mord an, schon wenige Minuten nach dem Start beginnen die Ermittlungen, viel Zeit wird hier also nicht vertan. Der erste Teil des Hörspiels spielt komplett im Hotel, hier stehen Zeugenaussagen und die Kombinationsgabe des Professors im Mittelpunkt. Im späteren Verlauf bei Madame Tussauds kommt dann viel Spannung ins Spiel, es wird ein bisschen unheimlich aufgrund der Stimmung im Wachsfigurenkabinett. Was mir jedoch besonders gut gefällt ist, dass nicht alles bis ins letzte aufgeklärt wird. Natürlich, der Mord an sich, sein Täter und seine Motivation, das alles kann van Dusen bis ins letzte Detail erschließen. Doch hier geht es um brisante Dokumente, und deren Inhalt ist dem Hörer nicht bekannt, sodass ein Rest Geheimnis bleibt. Auch dieser Spionagefall steht dem scharfzüngigen Ermittler ziemlich gut, der Ausdruck ist hier eher locker, die Folge kann mit einem flüssigen Erzähllauf und einigen spannenden Szenen überzeugen.

Hoteldirektor Bunny wird von Moritz Milar gesprochen, er kann den etwas unwirsch wirkenden Mann bestens darstellen, seine verschiedenen Verhaltensweise, beispielsweise seinen Mitarbeitern gegenüber, werden von ihm recht launig dargestellt. Andreas Thiek ist als Zimmerkellner zu hören, seine aufgeregte Art und seine ausdrucksstarke Stimme passen gut zusammen. Liane Rudolph-Amacha bringt als Prunella Winters mit ihrer freundlichen, netten Art eine gute Abwechslung zu den vielen männlichen Sprechern in die Handlung. Weitere Sprecher sind Ortwin Speer, Eric Vaessen und Rudolph Wilhelm Marnitz.

In Sachen Musik und Geräusche haben sich die Produzenten des Hörspiel stark zurückgehalten, nur sehr wenige, kurze Melodien sind hier zu hören, diese fallen auch nicht weiter ins Gewicht und bleiben unauffällig im Hintergrund. Da auch recht wenige Geräusche zu hören sind, ist der Gesamteindruck der akustischen Gestaltung ein eher nüchterner, was aber gut zu der Handlung passt.

Auf dem Cover wird das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds angedeutet, verschiedene Persönlichkeiten stehen dort in typischer Pose, das alles in der metallisch wirkenden Farbgebung der Covergalerie. Natürlich gibt es auch hier wieder ein Wendecover, sodass man auch den comicartigen Stil wieder betrachten kann, bei dem van Dusen im Vordergrund in einem dunklen Raum steht, während ein Eindringling schattenhaft im Hintergrund bleibt.

Fazit: Eine recht kurzweilige Folge der Serie, die eher locker erzählt wird, aber mit einigen sehr gelungenen Ideen punktet. Besonders die Szenen im Wachsfigurenkabinett sind sehr gelungen.

VÖ: 17.Mai 2013
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-21-7

 

Professor van Dusen – 8. Wettbewerb der Detektive



Erster Eindruck: Demontage eines Vorbildes

König Edward VII höchstpersönlich bittet den Hobbykriminologen Professor van Dusen um seine Hilfe in einem prekären Fall: Sein Innenminister ist unter mysteriösen Umständen verschwunden. Doch auch Shemlock Homes, ein professioneller Detektiv, wird mit seinem Assistenten Dr. Watts zur Aufklärung gebeten – der Wettbewerb der Detektive kann beginnen...

Als achte Folge der Wiederveröffentlichung von Professor van Dusen hat sich Folgenreich eine ganz besondere Geschichte ausgesucht: Wettbewerb der Detektive. Kernelement ist dabei das Auftauchen eines anderen Ermittlers, den wohl jeder trotz des leicht veränderten Namen erkennen wird. Die Konkurrenzsituation wird dabei ordentlich ausgekostet, beide stehen im direkten Vergleich – wobei „Shemlock“ hier deutlich schlechter wegkommt als in seinen höchst eigenen Fällen. Der bissige Witz, der dabei verwendet wird, funktioniert am besten, wenn man auch ein paar Eigenheiten des Vorbildes kennt. Auch die Anspielung auf einen weiteren bekannten Detektiv ist – obwohl sehr kurz – sehr gut platziert und ein weiterer gelungener Seitenhieb. Doch neben diesem ganzen witzig-bissigen Element ist auch ein sehr interessanter Fall eingebaut, der es in sich hat. Zahlreiche verschlungene und mehrdeutige Hinweise erschweren den beiden Superhirnen die Arbeit und lassen auch den Hörer oft ratlos zurück, man rätselt gerne mit und versucht, ein stimmiges Bild zusammenzusetzen. Die Auflösung ist dann eine ganz andere und sorgt für einen großen Überraschungsmoment – richtig gut gelöst! Für mich die bisher schmissigste und unterhaltsamste Folge der Serie.

Die Sprecherliste muss hier komplett ohne weiblichen Namen auskommen – nur Männer sind hier zu hören. Als Shemlock Homes ist Lothar Blumhagen zu hören, er trifft die arroganten Züge des Meisterdetektivs sehr genau und agiert stets ein bisschen drüber, was ihn in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Rudi Schmitt spricht seinen Assistenten Dr. Watts und hält sich ein wenig mehr im Hintergrund, die Parodie auf den bekannten Charakter ist aber ebenfalls sehr treffend. Krikor Melikyan ist nicht unbedingt als großer Hörspielsprecher bekannt, kann aber den König Edward VII launig darstellen. Weitere Sprecher sind Rolf Marnitz, Heinz Spitzner und Alexander Herzog.

Passend zu dem eher nüchternen Stil der Serie und der Hauptcharaktere ist auch die akustische Gestaltung nicht allzu spektakulär, sondern eher still und hintergründig. Einige Musikstücke und Geräusche sorgen dann doch für eine Untermalung der Dialoge, ein wenig mehr an Stilmittel würde man sich an der einen oder anderen Stelle dann aber doch wünschen.

Passend zu dem Ruf als Meisterdetektive von van Dusen und Homes und bezogen auf den Titel sind auf dem Cover zwei abstrahierte Gehirne zu sehen, die kurz vor einer Zielfahne stehen. Die grau-bräunliche Farbgestaltung wirkt wieder sehr nüchtern, während das alternative Cover mit seinem kräftigen Farben und dem Comic-Stil dazu in deutlichem Gegensatz steht.

Fazit: Viel schwarzer Humor, die etwas andere Sichtweise auf die bekannte Romanfigur und die interessante Geschichte machen aus „Wettbewerb der Detektive“ eine stimmige und sehr unterhaltsame Folge.

VÖ: 13.Juli 2012
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527699141


Professor van Dusen – 7. Whiskey in den Wolken



Erster Eindruck: Unfall oder Mordanschlag?

Professor van Dusen und sein treuer Freund und Chronist Hutchinson Hatch sind in nächste Nähe, als der Heißluftballon ihres Freundes Sir Hector McMurdock explodiert. Hat sein Wahn, unbedingt als erster den Atlantik überqueren zu wollen, ein Unglück verursacht? Die Anzeichen für ein Verbrechen mehren sich immer mehr...

Die Neuveröffentlichung der kultigen Professor van Dusen-Hörspiele schreitet sicheren Schrittes voran, aufgrund des regelmäßigen Veröffentlichungsrhythmus ist nun schon die siebte Folge „Whiskey in den Wolken“ erschienen. Eine sehr gelungene Introszene setzt gleich zu Beginn einen Akzentpunkt, das Interesse an der Geschichte wird so gleich geweckt. Das Explodieren des Ballons ist schon nach wenigen Sekunden zu hören, schon ist man mitten in den Ermittlungen von van Dusen und Hatch. Diese gestalten sich im Allgemeinen sehr ruhig und basieren nur auf Gesprächen zwischen van Dusen und einigen Verdächtigen. Die dadurch entstehende ruhige Atmosphäre ist typisch für die Serie und erlaubt eine intensive Beschäftigung mit der Geschichte, kaum Ablenkung vom Wesentlichen. Der Fall ist anfangs undurchsichtig, die neu auftauchenden Hinweise scheinen den Hörer immer näher an das Geheimnis zu führen, ein paar Finten werden aber auch hier gelegt. Das Ganze ist dynamisch und macht Spaß, der flüssige Verlauf erlaubt ein angenehmes Hörerlebnis.

Alexander Kerst ist sowohl als Sir Hector MacMurdock als auch als sein Bruder James zu hören. Er hat eine glaubwürdige Sprechweise und gestaltet seine Rollen sehr lebhaft, ohne aus der eher nüchternen Atmosphäre zu sehr auszubrechen. Hermann Ebeling spricht Marmaduke Porter und hat damit eine interessante Rolle inne, die er ein wenig trocken spricht und sich damit der Hauptfigur ein wenig annähert. Susan Porter wird von Angelika Thomas gesprochen, deren dunkle Stimme gut in die Grundstimmung der Folge passt. Weitere Sprecher sind Rolf Marnitz, Susanne Lüpertz und Herbert Weißbach.

Musik ist hier kaum zu hören, und auch Geräusche sind nicht wirklich ausgiebig eingebaut. Nur an und an unterbricht ein leiser Ton die Gespräche. So wird die Nüchternheit der Hauptperson aufgegriffen und die logische Herangehensweise an den Fall betont. Trotzdem hätte ich mir ab und an ein wenig mehr Auflockerung oder eine kleine Pause zum Reflektieren gewünscht.

Das Cover zeigt ein der gewohnt farblosen Gestaltung einen alten Ballon, die Darstellung ist sehr schlicht und nur in gedeckten Braun- und Grautönen gehalten, sogar der Schriftzug ist kein Farbklecks. Das alternative Cover hingegen ist da schon farbiger, thematisiert aber eher die schottische Umgebung, in der in dieser Folge ermittelt wird.

Fazit: Strikt logisch aufgebaut und mit einem interessanten Verlauf, dabei mit der typisch schlichten akustischen Ausstattung.

VÖ: 13.April 2012
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527699127


Professor van Dusen – 6. Die Perlen der Kali



Erster Eindruck: Die Denkmaschine auf hoher See

Professor van Dusen und sein treuer Gefährte Hutchinson Hatch befinden sich auf der SS Columbia auf der Überfahrt nach Europa. Während eines Kostümballs bekommen die Gäste eine Geschichte zu hören, die sich um die wertvolle Halskette einer wohlhabenden Dame drehen, die Perlen der Kali. Plötzlich geht das Licht aus, und kurze Zeit später ist das wertvolle Schmuckstück verschwunden...

„Die Perlen der Kali“ ist eine wichtige Folge für die Reihe rund um Professor van Dusen, denn hier verlässt er erstmals sein heimatliches Territorium New York und geht von nun an auf große Reise. Doch dies ist nur der Rahmen für einen spannenden Fall, den die „Denkmaschine“ wieder auf seine gewohnt nüchterne Art löst. Bis die Geschichte hier richtig ans Laufen kommt dauert es ein Weilchen, der Anfang zieht sich ein wenig in die Länge. Doch spätestens mit der geheimnisvollen Geschichte um die Perlen der Kali, die stimmungsvoll erzählt wird, ist man als Hörer gefangen. Anschließend steigert sich die Handlung immer weiter und bekommt neue Hinweise, neue Ereignisse, die die Handlung spannend und kurzweilig halten. Der Verlauf ist stimmig, und nebenbei werden noch einige witzige Details eingefügt, beispielsweise wenn van Dusen wie nebenbei die Stoppuhr erfindet. Nur das Ende wirkt ein wenig holprig, wenn van Dusen den Täter nur dadurch entlarvt, dass er eine bestimmte körperliche Reaktion zeigt, der Hörer aber ansonsten keine Hinweise existieren, die den Hörer wirklich weiterbringen können. Insgesamt aber durchaus ein kurzweiliges Hörvergnügen, das mit flüssigem Verlauf überzeugt.

Heinz Giese spricht den Schiffskapitän Harris, seine markante Stimme passt sehr gut zu der ernsthaften Rolle und kann immer präsent wirken. Für die stimmungsvolle Geschichte um die Perlen der Kali ist Klaus Miedel als Maharadscha von Krischnapur zuständig, die er sehr intensiv herüber bringt. Doch auch in den übrigen Dialogen überzeugt er mit glaubhaftem Agieren. Ilse Holtmann macht als Lady Wildermere eine gute Figur und behauptet sich wacker in diesem von Männern dominierten Hörspiel. Weitere Sprecher sind Gerd Duwner, Manfred Schuster und Klaus Jepsen.

Passend zu dem nüchternen Hauptcharakter und seinem strikt logischen Denken ist auch die Atmosphäre entsprechend gering gehalten. Musik sucht man hier fast vergebens, und auch Geräusche sind nur sehr wenige eingesetzt. So liegt der Fokus sehr stark auf den Dialogen, und das ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache, passt aber sehr gut zu der Stimmung der Serie.

Wieder wird ein Wendecover angeboten, sodass man sich zwischen zwei Varianten entscheiden kann. Das eigentliche Cover ist wieder in Grautönen gehalten und zeigt das Bild der Göttin Kali in sehr schlichter Darstellungsweise. Dreht man das kleine Booklet um, das auch einen kleinen einleitenden Text enthält, ist das andere Cover in kräftigen Farben und Comicstil gehalten.

Fazit: Ein starker Mittelteil mit einem atmosphärischen Einstieg, wobei Anfang und Ende ein wenig zu schwächeln scheinen.

VÖ: 13.Januar 2012
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527699097


Professor van Dusen – 5. Stirb schön mit Shakespeare



Erster Eindruck: Tod kurz vor der großen Bühne

Mitten während einer Vorstellung von Shakespeares „Was ihr wollt“ verschwindet eine Darstellerin spurlos. Auch der Reporter Hutchinson Hatch wird hiervon Zeuge und bringt den genialen Professor van Dusen auf diesen Fall. Dieser tappt wie die Polizei vorerst im Dunkeln, findet dann aber einige Hinweise, mit denen er das Verbrechen aufdecken kann...

Die Wiederveröffentlichung der Kult-Krimi-Hörspiele um Professor van Dusen, der in klassischer Detektivmanier knifflige Fäle löst, geht mit „Stirb schön mit Shakespeare“ in die mittlerweile fünfte Runde und präsentiert einen sehr runden und kurzweiligen Fall. Das plötzliche und unerwartete Verschwinden der Schauspielerin weckt schon gleich zu Beginn genügend Interesse für den Fall und schafft es, diese über die gesamte Laufzeit zu halten. Das liegt auch an der geschickten Erzählweise der Geschichte, bei der immer wieder neue Fakten hinzugefügt werden, die langsam ein immer umfassenderes Bild der Tat erlauben. Wie Professor van Dusen aus den kleinen Rückblenden und dem Auftauchen neuer Beweisstücke Rückschlüsse auf das Verbrechen zieht, ist sehr unterhaltsam und spannend – nicht hochdramatisch, aber immer ist der Hörer auf die neuen Entwicklungen gespannt und rätselt gerne mit. Gewürzt wird die Geschichte wieder mit dem interessanten Charakter von Professor van Dusen, der recht spröde ist und sich nicht so recht dem Klischee eines echten Helden anpassen will. Auch die Konstellation zu den anderen Mitwirkenden ist gelungen. Mit einem reizvollen Ausgangspunkt und der darauf aufbauenden, sehr runden Geschichte kann diese fünfte Folge der Serie voll überzeugen.

Hier wurden keine Sprecher eingesetzt, die aus dem typischen kommerziellen Hörspiel wohl bekannt sind, sondern renommierte Schauspieler, sodass die Figuren nicht durch die Sympathie zum einen oder anderen Sprecher verwässert werden. Als Professor van Dusen ist Friedrich W. Bauschulte zu hören, dessen prägnante Stimme den sperrigen Charakter gut darstellen kann. Reinhardt Kolldehoff ist als Detective-Sergeant Caruso mit dabei, auch er kann seiner Rolle mit glaubwürdiger Aussprache Farbe und Ausdruck verleihen. Peter Schiff spricht hier Paul Elton und fügt sich gut in die Handlung ein. Auch Klaus Herm, Arnold Marquis und Sabine Baruth sind zu hören.

Die Produktion aus dem Jahr 1979 kann trotz ihres Alters durchaus noch mit aktuellen Produktionen messen, was die musikalische Gestaltung angeht. Diese ist immer der jeweiligen Situation angepasst, aber eher mäßig eingesetzt. Vielmehr tragen zahlreiche Geräusche zur Bildung der Atmosphäre bei, die die Szenen greifbarer werden lassen.

Für das Cover gibt es zwei verschiedene Varianten, beide sind als Wendecover abgedruckt. Variante 1 zeigt in eher abstrakten Stil eine Pralinenschachtel, die auch in der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Hier nimmt der Schriftzug viel Platz ein. Die comichafte zweite Variante auf der Rückseite fokussiert sich hingegen voll auf das düstere Gesicht von Professor van Dusen.

Fazit: Schon zu Beginn wird schon reges Interesse geweckt, das die ganze Laufzeit über gehalten wird. Eine sehr flüssige Erzählweise!

VÖ: 7.Oktober 2011
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527699066


Professor van Dusen - 4. Der Mann, der seinen Kopf verlor

wysiwyg image

Erster Eindruck: Denkmaschine vor großer Herausforderung

Er nennt ihn Mr. Henry. Etwas anderes als diesen Namen kann Professor van Dusen nicht verwenden, denn der Klient in seinem neuesten Fall kann sich an nichts aus seiner Vergangenheit erinnern. Nur das Bündel Geldscheine in seiner Jackentasche ist ein Anhaltspunkt für den begabten Hobbydetektiv, und so startet van Dusen mit seinen Ermittlungen...

Jacques Futrelles Geschichten über Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen haben nicht nur als Comicumsetzung viele Anhänger gefunden, sondern sind auch als Radiohörspiele umgesetzt worden. Endlich sind diese nun auf CD erhältlich, gleich vier Folgen wurden gleichzeitig veröffentlicht. Den Abschluss bildet hier "Der Mann, der den Kopf verlor", einer Geschichte, die schon in ihrem Ansatzpunkt interessant klingt und Aufregung verspricht - die Amnesie seines Klienten. Daraus wurde eine Geschichte gestrickt, die in eine gänzlich andere Richtung führt und den Hörer immer wieder zu überraschen weiß. Letztendlich hat van Dusen es nicht nur mit dem Gedächtnisverlust zu tun, sondern deckt eine weitreichende Intrige auf. Der wunderbare Aufbau der Geschichte ermöglicht es, diese Schritte sinnvoll einzubinden, Zufälle führen den kriminalistischen Professor nicht zur Lösung, sondern harte, akribische Arbeit. Gepaart mit den lebendigen und glaubhaften Charakteren ergibt sich eine unterhaltsame und spannende Folge, die jetzt schon Vorfreude auf die restlichen Titel der Reihe macht

Gerade einmal acht Sprecher benötigt es für diese vielschichtige Geschichte, und allesamt leisten Hervorragendes. Jonathan Henry, der Mann ohne Gedächtnis, wird von Lothar Blumhagen gesprochen. Er schafft es, den interessanten Charakter vielseitig und sehr überzeugend darzustellen, wobei seine Stimme angenehm zu hören ist. Seine Frau wird von Monika Hansen gesprochen, die treffsicher und mit Gefühl eine ebenso überzeugende Leistung vollbringt. Gerd Duwner spricht William Manning und fällt mit seiner genauen und betonten Stimme positiv auf. Weitere Sprecher sind Joachim Pukaß, Otto Czarski un Reinhard Kolldehoff.

Wie in den anderen Fällen ist auch hier keine akustische Begleitung der Sprecher zu finden. Dies braucht auch hier wieder etwas an Eingewöhnungszeit, das heutige Produktionen anders angelegt sind, im Endeffekt wird hier aber so viel Wert auf die Handlung gelegt, dass man dies gar nicht mehr bemerkt.

Ein kopfloser Mann steht vor einem Labyrinth, sein Kopf ist auf der anderen Seite am Ausgang zu sehen. Ein außergewöhnliches Cover, das mit seiner Farbwahl sicherlich hervorsticht. Viele Extras sind hier zu finden, beispielsweise Infotexte im beiliegenden Booklet und Bonus-Tracks, die sich mit der Serie an sich befassen.

Fazit: Ein interessanter Anfang, doch die vielseitige Geschichte führt letztlich doch in eine andere Richtung - und das ist spannend und kurzweilig gelungen.

VÖ: 22. Oktober 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2401-0


Professor van Dusen - 3. Mord bei Gaslicht

wysiwyg image

Erster Eindruck: Mordanschläge und Playboys

Ein neuer Fall für Professor van Dusen: Weldon Henley, ein junger Playboy, wurde schon drei mal fast umgebracht, indem die Gasbeleuchtung in seinem Zimmer manipuliert wurde. Wie der Täter in den Raum gelangen konnte, ist fraglich. Van Dusen nimmt sich des Falles an, und ein Mord führt ihn schließlich auf die richtige Spur...

Lange Zeit konnte die fast schon legendäre "Professor van Dusen"-Reihe nicht wieder veröffentlicht werden, da die Rechte teilweise ungeklärt waren. Mit viel Engagement ist es aber nun gelungen, eine Neuauflage bei Folgenreich zu starten. Bei er dritten Folge "Mord im Gaslicht" handelt es sich um einen recht typischen Fall für den energischen Ermittler und steht in der Tradition klassischer Kriminalromane. Vom Hilferuf des jungen Mannes geht es über akribischer Ermittlerarbeit und einigen unerwarteten Ereignissen zu einer spektakulären und überraschenden Auflösung. Das Besondere macht jedoch die Figur des Professor van Dusen aus, der jede Kleinigkeit als wichtiges Beweisstück gebrauchen kann und durch überlegtes Handeln und cleveres Kombinieren die einzelnen Teile in Verbindung bringen kann - und das macht einfach Spaß zuzuhören, zumal der Fall in sich recht komplex ist und viele spannende Komponenten enthält. Eine wirklich gute Folge der Serie, die ihre Qualität noch einmal dick unterstreicht.

Bei der Stammbesetzung hat sich glücklicherweise nichts getan, sodass man auch hier wieder Klaus Herm lauschen darf. In den erzählten Passagen macht er einen guten Eindruck, in den Dialogen kann er aber richtig überzeugen und arbeitet seinen Charakter sehr genau heraus. Jürgen Thormann spricht hier Peter Crippen und hat seine markante Stimme auch schon vor über 30 Jahren schon überzeugend eingesetzt. Auch Wolfgang Condrus kann mit einer guten Umsetzung des Weldon Hanley überzeugen, die Nervosität des Mannes kommt deutlich zum Tragen. Weiterhin zu hören sind Reinhard Kolldehoff, Hans-Peter Hallwachs und Heinz Spitzner.

Ein lautes, eindrucksvolles Intro, kräftig wird der Anfang so intoniert - um dann der Stille zu weichen, zumindestens was Musik und Geräusche angeht. Denn die Sprecher tragen das Hörspiel ganz allein und sorgen mit ihren Stimmen für die nötige Atmosphäre, Auflockerung ist durch die elegante erzählweise ebenfalls nicht nötig.

Eine einzelne Gaslaterne - passend zum Titel - ist auf dem Titelbild zu sehen, der Rahmen ist mit Puzzleteilen verziert, während der Schriftzug groß über allem prangt und die meiste Aufmerksamkeit auf sich zeigt. Wie alle anderen Folgen ist auch diese hier mit einem Wendecover ausgestattet, sodass man alternativ eine Szene aus den Comics verwenden kann.

Fazit: Ein kniffliger Fall mit vielen Einzelteilen, der durch seine großartige Hauptfigur und tolle Erzählweise besticht.

VÖ: 22. Oktober 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2400-3


Professor van Dusen - 2. Das sicherste Gefängnis der Welt

wysiwyg image

Erster Eindruck: Freiwillig hinter Gittern

Was tut man nicht alles für eine exzellente Kiste Champagner? Professor von Dusen lässt sich beispielsweise in ein Gefängnis einsperren, in einer Wette behauptet er, allein durch seinen Intellekt ausbrechen zu können. So sitzt er in der Todeszelle und wird scharf bewacht, nur eine Woche hat er Zeit, zu entkommen...

Professor van Dusen erfreut sich auch über 30 Jahre nach der Erstsendung im Deutschlandradio größter Beliebtheit, nun endlich sind die Folgen auch auf CD erhältlich. Und gleich die zweite Folge stellt eine Besonderheit dar: Die Denkmaschine - so der Spitzname - muss keinen Kriminalfall lösen, sondern selbst aus dem Gefängnis ausbrechen. Das ist frisch und unverbraucht, eine wunderbare Abwechslung und zeigt, was in der Konstellation der Figuren alles stecken kann. Im Vordergrund der überlegene Professor van Dusen, ein wenig angeberisch und arrogant, sein Freund und Gehilfe Hutchinson Hatch bildet einen wärmeren Gegenpol. Van Dusens Fähigkeiten werden hier auf die Spitze getrieben, mit allerlei Tricks schafft er es am Ende natürlich, dem Gefängnis zu entfliehen - auch die Einleitung der Folge lässt keinen Zweifel daran. Trotzdem entwickelt sich Spannung, da man van Dusens Plan kaum durchschauen kann. Es ist interessant und unterhaltsam, aber auch humorvoll zu hören, wie er es anstellt. Das macht die Folge sehr rund, hier ist alles stimmig, und so hat sie mich durch ihre Andersartigkeit völlig überzeugt.

Natürlich ist wieder Friedrich W. Bauschulte als Professor van Dusen zu hören, seine Interpretation trägt einen großen Teil zum Gelingen des Hörspiel bei. Wunderbar arbeitet er den Intellekt und den Scharfsinn des Ermittlers heraus. Sein Begleiter Hutchinson Hatch wird von Klaus Herm gesprochen, der auch einige Erzählparts übernimmt. Diese Doppelrolle meistert er jedoch sehr gut und stellt eine gute Ergänzung zu Bauschulte dar. In dieser Folge hat mir Eva Manhardt als Vivian Ransome, die Frau des Gefängnisdirektors, sehr gut gefallen, ihre einprägsame Stimme setzt Akzente. Weitere Sprecher sind Georg Corten, Dieter Ranspach und Otwin Speer.

Auch hier wurde auf jegliche musikalische Begleitung der Handlung komplett verzichtet, die Sprecher stehen allein im Vordergrund, Szenenübergänge werden häufig von Klaus Herm in Erzählparts eingeleitet. Das ist außergewöhnlich und erfordert etwas Zeit zum Hereinfinden, passt aber letztlich gut zu den Geschichten, zumal die Sprecher sehr gutes leisten.

Auch hier ist das eigentliche Titelbild sehr schlicht gehalten, die Mauer mit dem vergitterten Fenster und der Pflanzenranke ist in den gleichen Grau- und Beigetönen gehalten wie der Rahmen. Im Booklet sind wieder einige Infos zu finden, und auch auf der CD sind sie als Bonustrack angehangen.

Fazit: Kein Kriminalfall, sondern eine abgeschlossene Wette halten die grauen Zellen von van Dusen dieses mal auf Trab, und das ist ebenso außergewöhnlich wie unterhaltsam. Wunderbar!

VÖ: 22. Oktober 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2399-0


Professor van Dusen - 1. Eine Unze Radium

wysiwyg image

Erster Eindruck: Kultserie als Neuauflage

Während eines kurzen Besuchs verschwindet aus dem Labor von Professor Dexter eine Unze Radium, die er nicht nur für seine Forschungen benötigt, sondern die auch extrem wertvoll ist. Sein Kollege van Dusen, Kriminologe aus Leidenschaft, will unbedingt den Fall klären - und muss sich mit vielen Ereignissen herumschlagen...

Im Jahre 1978 begann das Deutschlandradio, die Buchvorlagen des Autors Jacques Futrelle umzusetzen, die um den intelligenten Ermittler Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen - auch genannt "Die Denkmanschine" - gestrickt wurden. Lange Zeit waren diese Hörspiele begehrte Sammlerobjekte und genossen höchsten Kultstatus - Grund genug für Folgenreich, die erfolgreiche Serie aus den Archiven zu holen und auf CD zu pressen. Den Anfang macht, wie in der Original-Serie auch, der Fall "Eine Unze Radium", und schnell wird hier klar, warum die Fälle des Amateur-Detektivs so beliebt sind. Die Geschichte versprüht unüberhörbar Charme und hat einen einzigartigen Stil, der unverbraucht und frisch wirkt. Der Aufbau der Geschichte ist an sich zwar klassisch, enthält aber auch andere Elemente, wie den tollen, hintergründigen Humor und natürlich die äußerst interessante Figur des Professor van Dusen. Erzählt wird die Handlung von dem Gehilfen des Professors, Hutchinson Hatch, was an eine andere sehr berühmte Krimiserie dient, hier aber sehr gut passt. Dieser Fall spielt mit der Forschung am Radium und damit auch mit der real existierenden Marie Curie, eine tolle Einbindung, die dem Hörspiel einen realen Hauch verleiht. Ich habe diese erste Folge sehr gern gehört und freue mich sehr, dass diese Serie endlich wieder erhältlich ist.

Die Sprecher sind sehr gut und treffen ihre Figuren im Kern, im Gegensatz zu heutigen Produktionen findet man nur wenig Humor in ihren Stimmen. Friedrich W. Bauschulte ist dabei als van Dusen zu hören und macht seine Sache hervorragend - der akribische, fast schon pedantische Charakter kommt wunderbar zur Geltung, zumal man seiner Stimme gern lauscht. Professor Dexter wird von Otto Sander gesprochen, der besonders den Respekt und die Überraschung vor van Dusen Erkenntnissen wunderbar interpretiert. Sehr gefallen hat mir Lieselotte Rau als Madame du Chateau-Neuf, mit ihrem geheimnisvollen Klang bringt sie eine tolle Komponente mit ein. Weitere Sprecher dieser Folge sind Klaus Miedel, Rolf Marnitz und Franz Georg Stegers.

Ganz im Stil der späten 70er Jahre wird hier auf akustische Untermalung fast komplett verzichtet. Anfangs schallt es recht laut zur Titelmelodie aus den Boxen, das Hörspiel wird so imposant eröffnet. Danach ist aber allein die Aufmerksamkeit auf den Sprecher, sodass die Umsetzung hier etwas spröde wirkt, aber wunderbar zum leicht verschrobenen Stil der Geschichten passt.

Das Cover ist im Comic-Stil gehalten und nicht gerade typisch für die Hörspiellandschaft. Eine einzige Metallkiste, in dem die Unze Radium lagert, ist auf dem eigentlichen Bild zu sehen, da wirkt der Rahmen mit seinen Ornamenten und Motiven fast schon aufwendiger. Neben diversen Infos im Booklet kann man sich auch auf der CD zusätzliche Tracks mit Kommentaren anhören.

Fazit: Die etwas andere Krimiserie, mit einem wunderbaren Ermittler und einer spannenden Geschichte. Toll, dass man wieder in den Genuss von Professor van Dusen kommen kann.

VÖ: 22. Oktober 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2398-3

Datenschutzerklärung