Midnight Tales – 31. Unheil zu verkaufen



Der Laden von Shar und Janina läuft nach einer erfolgreichen Eröffnungsphase nicht mehr, sodass sie kaum noch über die Runden kommen und sogar noch ihre Mitarbeiterin entlassen müssen. Gerade in dieser größten Not kommt ein geheimnisvoller Mann vorbei, der ihnen ein unwiderstehliches Angebot macht: Sie sollen kleine Kästchen verkaufen, die ihnen eine hohe Rendite versprechen, dürfen aber selbst den Inhalt nicht erfahren…

Die „Midnight Tales“ von Contendo Media bieten eine große Palette an verschiedenen Genres, wobei die 31. Episode eine Mystery-Geschichte anbietet und diese auf eine sehr interessante Grundidee aufbaut. Dabei wirkt der Beginn der Handlung noch sehr harmlos, die finanzielle Not von Shar und Janina wird dabei gelungen thematisiert, wobei man auch die beiden Figuren deutlich besser kennenlernt und schnell eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. Mit dem Auftauchen des mysteriösen Mr. Goedin und dem merkwürdigen Angebot zum Verkauf der seltsamen Kästchen geht die Handlung dann erst richtig los, was glücklicherweise schon nach einigen Minuten der Fall ist. Den Hörer ist ebenso wie den beiden Frauen unklar, was in den unscheinbaren Kästchen steckt, nur langsam kommen die beiden auf eine Spur, was besonders gut funktioniert, dass nur schrittweise neue Informationen einfließen. Ich mag, wie immer ein Rest des Rätsels bleibt, wie besonders die Rolle des Mr. Goedin geheimnisvoll bleibt und wie ein leicht philosophischer Hintergrund entsteht. Die eingebauten Einfälle sind faszinierend und mit einer flüssig erzählten Handlung angereichert, sodass auch diese Folge der Seire einen überzeugenden Eindruck hinterlässt – insbesondere da die Auflösung des Ganzen mal wieder trickreich geraten ist und einen pfiffigen Abschluss anbietet.

Rubina Nath spricht mit Shar eine der beiden Hauptrollen mit viel Energie und einer recht harten Aussprache, sie reagiert überzeugend auf die verschiedenen Situationen und steigert damit auch die Spannung der Episode. Katja Keßler spricht ihre Partnerin Janine deutlich sanfter und emotionaler, auch sie agiert sehr sicher und gestaltet ihre Rolle überzeugend und vielseitig aus. Martin Keßler ist in der Rolle des geheimnisvollen Mr. Goedin ebenfalls gelungen besetzt, er schafft eine mysteriöse, aber auch geschäftsmäßige Aura um seine Figur, die viel zusätzlichen Reiz mit einbringt. Weitere Sprecher sind Tatjana Auster, Uve Teschner und Kirstin Hesse.

Akustisch ist die Episode solide umgesetzt und mit einer passenden Kulisse versehen, wobei sich die Geräusche durch den eingegrenzten Handlungsraum auf das Klingeln einer Türglocke oder das Rattern der Registrierkasse beschränkt, was aber sehr passend wirkt. Auch die musikalische Begleitung ist überzeugend geraten, die Musikstücke steigern sich gemeinsam mit der Handlung von sanften Hintergrundmelodien zu dramatischen, unheilverkündenden Melodien.

Eine geheimnisvolle Schachtel ist auf dem Cover abgebildet, welches erneut in der speziellen Optik der Serie gehalten ist. Langsam scheint sie sich zu öffnen, und während goldenes Licht aus ihr herausströmt, sammelt sich an der Oberseite unheilvoll wirkender düsterer Nebel. Ein ebenso schlichtes wie gelungenes Titelbild - schön, dass trotz der digitalen Veröffentlichung weiterhin eigens Titelbilder erstellt werden.

Fazit: Nach einer kurzen Vorstellung der Charaktere und der Grundsituation nimmt die Handlung mit dem Auftauchen von Mr. Goedin schnell Fahrt auf und entwickelt sich von da an spannend weiter, da häppchenweise immer neue Informationen eingebaut werden. Das Geheimnis um die kleinen Kästchen wird dabei nicht vollständig aufgeklärt, was den mysteriösen Anklang der Handlung gelungen unterstreicht. Eine weitere knackig erzählte, reizvolle Episode der Serie.

VÖ: 4. Dezember 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-127-3

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