Midnight Tales – 36. Eine Wette mit dem Schicksal



Cindy Applegate ist als Buchautorin zwar äußerst erfolgreich, über die immer gleichen Liebesromane macht sich allerding sowohl ihre Leserschaft als auch ihr engeres Umfeld mittlerweile lustig. Und so geht sie mit ihrer Schwester die Wette ein, innerhalb eines Wochenendes einen komplett anderen Roman zu schreiben. Doch der Leuchtturm, den sie sich anmietet, um in eine andere Stimmung zu kommen, birgt ein düsteres Geheimnis…

Unermüdlich produziert Christoph Piasecki von Contendo Media die Hörspielreihe „Midnight Tales“ für den digitalen Vertrieb, sodass nun bereits die 36. Episode entstanden ist – natürlich wieder in sich abgeschlossen, wobei die Idee von Julie Hoverson stammt. Diese lässt sich zunächst recht lange Zeit, um die Hauptfigur Cindy Applegate vorzustellen und die Szenerie vorzustellen, die Beweggründe für ihren Aufenthalt im Leuchtturm zu erklären – aber auch um eine bestimmte Eigenheit der Autorin darzustellen. Doch auch nach der Ankunft in dem alten geheimnisumwitterten Leuchtturm als zentralen Ort der Handlung dauert es noch etwas, bis die gruselige Komponente zur Geltung kommt, dann kommen aber immerhin die ersten Rätsel und Ungereimtheiten auf. Mir gefällt, dass der Hörer dabei lange Zeit keine Ahnung hat, wohin sich das alles entwickeln wird, was hinter den unheimlichen Ereignissen steckt. Dies offenbart sich erst am Ende der wie immer knackig erzählten Geschichte, die inklusive Intro und Outro 39 Minuten dauert – dann aber in einem gelungenen Plottwist mit einer gut erzählten Wendung. Und das, obwohl dann auch einige Szenen etwas zu sehr in die Läge gezogen werden und sich der Schrecken, den Cindy erlebt, nicht so recht nachvollziehen lässt. Die Idee hinter der Episode gefällt mir gut, auch die charakterliche Entwicklung und die immer weiter zunehmende Stimmung sorgen für einen kurzweiligen Ausdruck und eine weitere gelungene Episode der Reihe.

Anja Gräfenstein ist in dieser Episode in der Rolle der Cindy Applegate zu hören, die sie sehr solide spricht und die verschiedenen Szenen mit viel Energie umsetzt und so eine gelungene Hauptfigur für die Geschichte schafft. Als Troy ist Markus Pfeiffer zu hören, der zu dieser speziellen Rolle eine sehr passende Attitüde umsetzt und mit viel Leidenschaft bei der Sache ist. In einer kleineren Nebenrolle ist Roman Wolko als Tex zu hören, der eine humorvolle Komponente mit einbringt und eine lockere Sprechweise anbietet. Weitere Sprecher sind Victoria Sturm, Daniela Bette-Koch und Eberhard Haar.

Die Produktion der Episode ist wieder sehr solide umgesetzt und zeichnet den Handlungsbogen der Geschichte überzeugend nach. Dabei wird natürlich auf zahlreiche Geräusche gesetzt, die die Handlungen der Figuren untermalen, aber auch passende Musikstücke als Szenentrenner. In besonders unheimlichen Momenten sind aber auch während der Dialoge stimmungsvolle Klänge zu hören, die für einen passenden Ausdruck sorgen.

Das Titelbild, welches trotz der ausschließlich digitalen Veröffentlichung für die Episode entstanden ist, gefällt mir mit dem künstlerischen Ausdruck sehr gut. Der Leuchtturm erhebt sich aus einem Buch, die unheimlich weiße Gestalt und der mitternachtsblaue Hintergrund passen sehr gut dazu. Auch der Schriftzug passt wieder sehr gut dazu, und passt mit den Blitzen gut zur Stimmung der Reihe.

Fazit: „Eine Wette mit dem Schicksal“ ist eine weitere in sich abgeschlossene Geschichte, die zunächst recht ausführlich von der Szenerie und den Charakteren berichtet und erst später die ersten unheimlichen Momente aufkommen lässt. Dahinter stecken einige gelungene Ideen und eine flüssig erzählte Handlung, sodass eine hörenswerte Episode entstanden ist.

VÖ: 19. Februar 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-132-7

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