Asterix - 40. Die weisse Iris

Asterix – 39. und der Greif

Asterix – 38. Die Tochter des Vercingetorix

 

Asterix – 33. Gallien in Gefahr

Asterix - 32. plaudert aus der Schule

Asterix – 37. in Italien

Asterix – 31. und Latraviata

Asterix – 30. Obelix auf Kreuzfahrt

Asterix – 29. und Maestria

Asterix – 28. im Morgenland

Asterix – 27. Der Sohn des Asterix

Asterix – 26. Die Odyssee

Asterix – 25. Der grosse Graben

Asterix – 24. bei den Belgiern

Asterix – 23. Obelix GmbH & Co. KG

Asterix – 22. Die große Überfahrt

Asterix - 21. Das Geschenk Cäsars

Asterix – 19. Der Seher

Asterix – 36. Der Papyrus des Cäsar

Asterix – 20. auf Korsika

Asterix – 18. Die Lorbeeren des Cäsar

Asterix – 17. Die Trabantenstadt

Asterix – 16. bei den Schweizern

Asterix – 15. Streit um Asterix

Asterix – 14. in Spanien

Asterix - 13. und der Kupferkessel

Asterix – 9. und die Normannen

Asterix – 8. bei den Briten

Asterix – 7. und die Goten


Asterix - 40. Die weisse Iris



Cäsar heckt einen neuen Plan aus, wie er die Gallier endlich besiegen kann. Da alles kämpfen nichts nutzt, will er ihre Moral und ihre Aggressivität schwächen. Dafür schickt er Visusversus in das kleine Dorf, der schnell Anschluss findet und seine Weisheiten verbreitet. Nur Asterix, Obelix und Majestix scheinen immun gegen seine Sprüche zu sein...

Längst sind alle Comicbände von "Asterix" auch als Hörspiel von Karussell vertont worden, sodass mittlerweile jeweils die ganz neuen Geschichten vertont werden. "Die weisse Iris" ist auch einfach als Vertreter der aktuellen Zeit auszumachen, die Themenwahl teilt gelungene Schläge in diverse Richtungen aus. Insbesondere Vertreter von probiotischem Essen und verschlungenen Lebensweiseheiten bekommen hier einige Skurrilitäten verpasst, die es in sich haben. Verpackt ist das Ganze in eine Handlung, die sich über verschiedene Ebenen entwickelt und dadurch viel Abwechslung bietet - von Cäsars erneutem Versuch der Schwächung des gallischen Dorfes über die Verbreitung von Visusversus' Theorien bis hin zu einer Suche, die einige der Bewohner durch das gesamte römische Reich führen. Das bringt Abwechslung hinein und wirkt dennoch gut struktuiert, Der eingebaute Humor funktioniert dabei sehr gut, wobei mir auch gefällt, dass eine Figur mehr in den Fokus gerückt wird, die sonst oft eher kleinere Auftritte hat. Eine gelungene Episode, die mir viel Spaß gemacht hat.

Volker Hanisch ist in der Rolle des Visusversus zu hören und bringt die guruartige Art des Mannes mit gut dosierter Abgehobenheit und viel Witz zur Geltung, sodass er für viele humorige Momente sorgt. Bernd Stephan spricht wie immer in dieser Serie die Rolle des Cäsar, wobei er es überzeugend schafft, sowohl die Aura von Macht und Befehlsgewohnheit als auch die Risse in dieser Fassage darzustellen. Isabella Grothe hat hörbaren Spaß an der Rolle der Gutemine, die Frau des Häuptling bekommt durch sie eine starke Ausstrahlung verliehen. Auch Christian Rudolf, Oliver Warsitz und Michael Prelle sind in dieser Episode zu hören.

Die fehlende Begleitung der Handlung durch die Bilder der Vorlage wird hier mit vielen Geräuschen ausgeglichen, die stattdessen für den comichaften Flair sorgen. Das ist witzig geraten und bietet gemeinsam mit einigen eingebauten Melodien eine stimmige Atmosphäre. Die Dialoge stehen dabei aber immer im Vordergrund.

Natürlich wurde das Titelmotiv des Comics auch hier verwendet und ziert die Hülle der CD. Visusversus mit sanften Lächeln steht darauf Rücken an Rücken mit Asterix, der ihn misstrauisch und herausfordernd beäugt. Der Hintergrund ist orange eingefärbt, was auch die Dorfbewohner entsprechend einfärbt.

Fazit: "Die weisse Iris" ist mit den vielen Anspielungen auf einige moderne Lebensweisen durchaus bissig, aber niemals abwertend geraten. Der Humor kommt sehr gut zur Geltung und ist mit einer Geschichte verbunden, die auch Raum für einen gelungenen Spannungsbogen hat. Das ist abwechslungsreich und kurzweilig geraten, sodass eine hörenswerte Episode entstanden ist - egal ob man den Comic kennt oder nicht.

VÖ: 2. Februar 2024
Label: Karussell
Bestellnummer: 602455753106

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Asterix – 39. und der Greif



Hinter der Grenze zum römischen Reich, im Land der Barbaren, sollen einige ebenso mystische wie gefährliche Wesen leben. Insbesondere der Greif gilt dabei als besonders mächtig, und Cäsar will ein solches Wesen für seine Zirkusspiele haben. Terrine, ein Druide der Barbaren, hat seinem Kollegen Miraculix telepathisch eine Bitte um Hilfe zukommen lassen, um dies zu verhindern. Und dieser bricht mit Asterix und Obelix auf, um die römischen Legionäre an der Entweihung eines Heiligtums zu hindern…

Karussell bleibt bei der Umsetzung der bekannten Asterix-Comics auf dem neuesten Stand und hat kurz nach der Veröffentlichung des 39. Bands „Asterix und der Greif“ vertont. Dabei gibt es nur sehr wenige Szenen im Dorf der Gallier zu hören, die bekannten Figuren sind schon gleich zu Beginn der Handlung auf einer Reise. Dafür kommt auch viel Bewegung auf, es gibt unterschiedliche Orte zu entdecken und sowohl die Gallier als auch die Römer verharren nie lange auf einem Fleck. Dadurch sind aber auch viele Erklärungen notwendig, wer nun wo gerade was macht, was ein wenig störrisch wirkt und den Erzählfluss nicht wirklich in Gang kommen lässt. Es gibt aber durchaus einige spannende Momente und gegen Ende dann auch ein sehr kurzweilig und unterhaltsam erzähltes Finale. Dabei kommt der Humor natürlich wieder nicht zu kurz, die charmanten bekannten Figuren mit ihrer großen Ausstrahlung, dazu aber auch interessante neue Nebenrollen in dieser Episode, die ganz eigenen Witz mit einbringen – nicht zuletzt auch durch die wie immer sprechenden Namen mit aktuellem Bezug. Überhaupt sind die Gags aufs aktuelle Weltgeschehen wieder sehr treffend, sodass eine hörenswerte und unterhaltsame Episode der Reihe entstanden ist.

Peter Weis und seine unverkennbare Stimme sorgen als Terrine für einen sehr markanten Ausdruck des Druiden, wobei er sich gekonnt der lockeren Atmosphäre der Serie anpasst. Auch Samina König ist als Kalaschnikowa überzeugend, den Dialekt der Barbarin bringt sie witzig, aber nicht überzeugend herüber und setzt dabei immer wieder gekonnt Akzente. Die wundervolle Katja Brügger ist dank ihrer rauen Stimme wieder sehr präsent und gestaltet ihre Figur authentisch und lebendig. Weitere Sprecher sind Oliver Warsitz, Frank Jordan und Kristina von Weltzien.

Akustisch wird die gewohnte Mischung aus den bekannten Melodien und vielen comichaft wirkenden Geräuschen geboten. Das ist lebendig und sehr dicht untermalt, vielleicht wirkt das aber stellenweise schon etwas zu überladen, was dann von den Dialogen ablenkt. Doch insgesamt wird eine stimmige Szenerie aufgebaut, die die verschiedenen Szenen gekonnt untermalt.

Als Titelmotiv dient natürlich das Cover der Comicvorlage, was mit dem verschneiten Wal und der unheimlichen Holzfigur die Stimmung der Handlung gekonnt aufgreift. Dabei kommen auch die Figuren gut zur Geltung. In der restlichen Gestaltung gibt es einige weitere Motive aus dem Comic zu sehen, während im Inneren neben den üblichen Angaben zu den Mitwirkenden auch eine Übersicht der bisher erschienenen Episoden samt deren Cover zu sehen ist.

Fazit: „Asterix und der Greif“ ist eine vielseitige Episode mit immer neuen Schauplätzen und verschiedenen Szenerien, was lebendig und abwechslungsreich wirkt, durch die vielen notwendigen Erklärungen aber auch stellenweise ins Stocken kommt. Die Sprecher sind in guter Form, der Humor ist treffend und witzig, sodass eine gelungene Episode entstanden ist.

VÖ: 18. Februar 2022
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602438829682


Asterix – 38. Die Tochter des Vercingetorix



Zwei Häuptlinge der Averner treffen im Dorf der Gallier ein, um die Tochter des Vercingetorix dort unterzubringen und sie vor drohenden Gefahren zu schützen. Doch Adrenaline erweist sich als reichlich eigensinnig und bereitet Asterix, Obelix und den anderen Bewohnern allerlei Scherereien. Und dann sind da immer noch die Römer, die weiterhin das Mädchen in ihre Gewalt bringen wollen…

„Asterix“ geht mit der Zeit und hat in seinen Comics auch immer wieder das Zeitgeschehen kommentiert. Auch die 38. Episode greift eine solche Idee auf, geht dabei aber deutlich weniger subtil vor als in den ersten Bänden, was auch dem gleichnamigen Hörspiel „Die Tochter des Vercingetorix“ anzumerken ist. Denn der störrische Teenager sorgt nicht nur im Dorf der Gallier für Aufruhe, auch die anderen Minderjährigen haben auf einmal Fantasien von Umweltschutz und Frieden. Die Kommentierung der Fridays for Future-Bewegung ist allerdings nicht sonderlich tiefgründig geraten, sondern kommt etwas plump daher. Die Geschichte an sich wirkt stellenweise durchaus spannend und lebendig, insbesondere das letzte Drittel der Handlung kann mit einem flüssigen Verlauf punkten. Doch nach einer durchaus gelungenen Introszene kommen leider einige eher zähe Entwicklungen vor, die auch wegen vieler Szenenwechsel etwas unübersichtlich wirken. Und auch der Aufhänger des Abenteuers, Adrenaline zu retten und sicher ins Dorf zu bringen, ist nicht gerade originell und wurde schon mehrfach variiert. Die Stimmung der Serie gefällt mir ebenso wie der Humor, leider ist hier aber nicht die stärkste Episode der Reihe entstanden, was an der eher durchschnittlichen Comicvorlage liegt.

Natürlich spricht Michael Grimm auch hier wieder die Rolle des Asterix und klingt pfiffig und lebendig, zumal er in den verschiedenen Szenen glaubhaft agiert und so eine überzeugende Darstellung des kleinen Galliers abliefert. Adrenaline bekommt ihre Stimme von Nadine Schreier geliehen, die den bockigen und eigensinnigen Charakter untermauert und so eine weitere gelungene Figur schafft. Marek Harloff spricht Aspix ebenfalls lebendig und treffend, der störrische Teenager ist aber im Comic nicht sonderlich differenziert dargestellt, sodass auch hier kaum Finessen eingebaut werden konnten. Weitere Sprecher sind Tim Grobe, Jens Wendland und Anton Sprick.

Viele der in die Handlung eingebauten Melodien sind bereits aus den vorigen Episoden bekannt und dienen mehr als Szenentrenner, als für zusätzliche Stimmung zu sorgen. Die comichafte Atmosphäre wird dadurch aber unterstrichen. Die eingebauten Geräusche sind überzeugend eingesetzt, wirken aber auch etwas plakativ und manchmal etwas eintönig.

Das Cover wird natürlich von dem Motiv geziert, welches auch auf der Comicvorlage zu finden ist. Asterix, Obelix, Idefix und Adrenaline sind an der stürmischen See zu sehen, auch der violette Wolkenhimmel im Hintergrund ist passend und ansehnlich dazu gestaltet. In der restlichen Gestaltung, die wie immer auf schlichtem weiß gehalten ist, sind ein paar weitere Zeichnungen aus dem Comic zu sehen, auch eine Übersicht der bisherigen Episoden ist samt Covern zu sehen.

Fazit: Die Kommentierung der aktuellen Jugendbewegungen ist zwar mit einigen treffenden Gags erzählt, leider aber auch ein wenig flach geraten und kann auch in der Erzählweise nicht so recht überzeugen, die einzelnen Szenen wollen nicht so recht zur Geltung kommen und wirken wegen der Vielzahl der Figuren zudem unübersichtlich. Der Humor gefällt mir aber weiterhin gut und bietet einige gelungene Einfälle.

VÖ: 4. Juni 2021
Label: Karssell
Bestellnummer: 0602507319427


Asterix – 33. Gallien in Gefahr



Eigentlich sollte es für Asterix und Obelix eine normale Wildscheinjagd im Wald werden, doch sämtliche Tiere scheinen wie versteinert zu sein. Nur murrend folgt Obelix unverrichteter Dinge seinem Freund ins Dorf, doch auch dessen Bewohner regen sich nicht mehr, nur Miraculix ist dem Fluch entkommen. Plötzlich bekommen die drei Besuch von einem kleinen violetten Wesen, das sich als Bewohner eines fremden Planeten entpuppt und die Gallier warnt: Die Nagmas, ein kriegerisches Sternenvolk, wollen den Zaubertrank stehlen und so die Herrschaft über das Universum erlangen…

Anspielungen auf die moderne Popkultur sind bei Asterix nichts Neues, schon früh wurden ganz verschiedene Referenzen eingebaut und haben für nette Gags am Rande gesorgt, während die eigentliche Handlung mit der Zeit Julis Cäsars verbunden blieb. Einen anderen Weg ist man im 33. Band „Gallien in Gefahr“ gegangen, der nun auch bei Karussell in der Hörspielumsetzung erhältlich ist. Dort tauchen nämlich Außerirdische auf, ein Kampf der intergalaktischen Völker bringt eine ungewöhnliche Science Ficiton-Komponente mit ein. Hier kann man sicherlich geteilter Meinung sein, ich persönlich mag diese Kombination aber nicht allzu sehr und erlebe die Helden lieber in dem liebevoll-skurrilen Dorf mit seinen Bewohnern oder auf Reisen in andere Teile der Erde. Denn auch wenn es durchaus einige Momente gibt, die den Charme der Serie und der witzigen Figuren aufgreifen, konzentriert sich die vorrangige Handlung eben doch auf die Jagd der außerirdischen Wesen auf den Zaubertrank und dessen unerwartete Wirkung. Zugegeben, dabei gibt es einige gelungene Überraschungen und niedliche Momente, da die Wesen Tadsylweni (Achtung – Anagramm-Alarm) durchaus putzige Sprüche auf Lager haben. Das fühlt sich trotz gelungener Umsetzung aber zu wenig nach Asterix an und entfernt sich zu weit vom Grundgedanken der Serie.

Tuun, der Außerirdische, der die Gallier zuerst besucht, wird von Jonas Minthe gesprochen, der eine überzeugende und spontan wirkende Sprecherleistung zeigt, zumal er dem violetten Wesen eine putzige Aura verleiht. Der feindliche Nagma wird von Volker Hanisch gesprochen, der ebenfalls eine sehr solide Leistung abliefert und das kriegerische Sternenvolk gekonnt und mit feinem Humor darstellt. Douglas Welbat darf als Obelix natürlich nicht fehlen, seine charmante Art und sein leicht dümmliches Auftreten sorgen für einen passenden Ausdruck der liebenswerten Figur. Weitere Sprecher sind Carla Becker, Tetje Mierendorf und Wolf Frass.

Das ungewöhnliche Thema der Episode ist auch akustisch mit einigen anderen Elementen umgesetzt. So gibt es beispielsweise einen eigenen Klang für das Schweben des Raumschiffs oder einen deutlichen Verzerreffekt für die Stimmen der Außerirdischen, aber auch die restliche Umsetzung mit zahlreichen Geräuschen ist gelungen und schafft eine lebendige Atmosphäre. Die Musikuntermalung ist recht präsent und manchmal sogar in meinen Augen zu häufig im Einsatz, allerdings auch gut auf die Handlung und die jeweiligen Szenen angepasst.

Das Titelbild zeigt natürlich das Cover der Comicvorlage, um den Wiedererkennungswert zu erhalten, allerdings sind darauf aber auch nur Asterix, Obelix und Idefix zu sehen, das riesige Raumschiff oder die Außerirdischen sind darauf leider nicht zu sehen. Auf der Rückseite der Hülle ist aber ein Blick auf das violette Wesen zu erhaschen, auch in der restlichen Gestaltung sind kleine Zeichnungen aus dem Comic zu sehen.

Fazit: Sicherlich wird mit dem ungewöhnlichen Science Fiction-Thema viel Abwechslung eingebaut, das ist für meinen Geschmack aber nicht allzu passend und weicht dann doch zu stark von den Grundzügen der Serie ab. Auch wenn die Umsetzung sehr solide ist und einige charmant-liebenswerte Szenen vorkommen, will diese Episode bei mir deswegen leider nicht so recht zünden.

VÖ: 24. Juli 2020
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602508509094


Asterix - 32. plaudert aus der Schule



Das Leben im kleinen gallischen Dorf ist geprägt von großen Abenteuern, weiten Reisen und gefährlichen Kämpfen. Doch auch zwischen diesen spannenden Geschichten geht das Leben im Dorf weiter, beispielsweise wenn Obelix wieder die Schulbank drücken muss oder die Frauen des Dorfes von Eifersucht geplagt sind...

Die 32. Episode der Hörspielserie zu den bekannten Comics um Asterix ist eine recht besondere, da keine zusammenhängende Handlung erzählt wird. Vielmehr handelt es sich um zwölf Kurzgeschichten, die zu ganz unterschiedlichen Anlässen entstanden sind und eben als Sammelband der Reihe zusammengefasst wurden. Die Herausforderung dürfte dabei für die Hörspielmacher noch größer gewesen sein, da viele unterschiedliche Szenarien und Stimmungen vorhanden sind. Doch dies ist gut gelöst, jede der Episoden bekommt eine passende Umsetzung, auch die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten sind gut gelöst, wobei der Erzähler auch mal auf die Entstehung der jeweiligen Geschichte eingeht. Eröffnet wird allerdings durch eine kleine Pressekonferenz von Majestix - nur eine von vielen ungewöhnlichen Ideen dieser Episode. Da bekommen Tiere und Jahreszeiten eine Stimme, wird ein Blick auf die Geburt der beiden Helden geworfen oder die Olympischen Spiele vorbereitet. Wieder funktioniert der Witz der Comics nicht durchgängig, da optische Feinheiten fehlen oder aufwendig erklärt werden müssen - beispielsweise beim Kampf zweier Wappentiere. Meist ist das aber sehr gelungen umgesetzt und sorgt für zahlreiche heitere Momente. Da jede Episode nur wenige Minuten andauert, ist das Tempo sehr hoch, der Hörer kann sich dabei auf ganz unterschiedliche Szenarien freuen.

Die Anzahl der Sprecher ist hier natürlich deutlich höher, da in den einzelnen Episoden ganz andere Figuren auftauchen. Nicht immer ist das vollkommen gelungen, beispielsweise wenn gestandene Männer die Rollen von kleinen Jungen übernehmen. Doch Michael Grimm ist als Asterix natürlich stark wie immer, spricht pfiffig, gewitzt und mit viel Charme, was die Titelfigur der Serie gekonnt umsetzt. Erzähler Wolf Frass bringt sowohl die klassischen Texte lebendig herüber, sondern auch die Erklärungen zur Entstehung der Geschichten unterhaltsam wirken lässt. Sogar Idefix bekommt in einer der Episoden eine Stimme, Tim Kreuer spricht den kleinen Hund mit schnellem Tempo und einer angenehmen Präsenz. Weitere Sprecher sind Frank Logemann, Eva Weissmann und Daniel Schütter.

Die akustische Umsetzung des Hörspiels ist vielseitig geraten, aber dennoch im Stil der bisherigen Umsetzungen gestaltet. Die Geräusche sind comichaft und lebendig, sodass für die Szenen ein passender Hintergrund geschaffen wurde. Auch die Musik besitzt viel Präsenz und ist auch oft leise im Hintergrund zu hören. Sie wirkt abwechslungsreicher als sonst, so ist auch schon mal ein Schlaflied zu hören.

Das Cover der Episode ist natürlich wieder der Comicausgabe entnommen, die ein Motiv aus der ersten Episode mit Bezug zum Folgentitel zeigt. Obelix begibt sich mit zerknirschter Miene in die Schule, während Asterix sich köstlich darüber amüsiert. Zum besseren Wiederfinden einzelner Episoden ist im Raum hinter der CD eine Trackübersicht zu finden, während einige Zeichnungen die restliche Gestaltung auflockern.

Fazit: Asterix mal nicht in einem großen, sondern in vielen kleinen Abenteuern, die sich sehr kurzweilig und abwechslungsreich präsentieren. Auch wenn mir nicht jede Episode komplett gefallen hat, sind die vielen Ansätze sehr hörenswert und sind mit dem liebenswerten Witz der Serie versehen. Die abwechslungsreiche Umsetzung gefällt mir dabei äußerst gut und steigert den Reiz der Folge.

VÖ: 29. November 2019
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602577079511


Asterix – 31. und Latraviata



Zum Geburtstag bekommen Asterix und Obelix nicht nur Besuch von ihren Müttern, sondern auch ein wertvolles Schwert und einen Helm überreicht. Doch gerade diese beiden Stücke sind von großer Wichtigkeit für die Römer, die deswegen den Vätern der beiden Krieger aufsuchen - und ins gallische Dorf eine ganz besondere Falle schicken...

Karussell veröffentlicht in erfreulich regelmäßigen Abständen neue Episoden von Asterix, die sich sehr eng an die Vorlagen der Comics halten. Besonders in der 31. Episode „Asterix und Latraviata“ ist dabei zu merken, dass dabei auch immer wieder Anspielungen auf die moderne Popkultur gemacht werden. Ein besonderes Zitat des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder oder der populäre Werbespruch eines Energydrinks haben mir ein breites Grinsen abgerungen, höchstwahrscheinlich geht dies aber einer jüngeren Generation nicht mehr so. Glücklicherweise funktioniert der Humor der Serie auch so hervorragend, da die Figuren so viel Charme verbreiten und zusätzlich eine interessante Szenerie geschaffen wurde. Die Handlung ist dabei recht gradlinig erzählt und verfolgt vor allem die Vorgänge im Dorf um Latraviata, die die Beziehung von Asterix und Obelix auf eine harte Probe stellt. Doch auch ein paar Einblicke in die Vorgänge bei den Römern sind eingebunden und sorgen für Dynamik, wobei der lockere Grundton nie aufgegeben wird. Schön, dass gekonnt eingebundene Plottwists für Abwechslung sorgen und die Handlung am laufen halten. Und wenn Obelix vor lauter Liebe den Namen seiner Angebeteten kaum aussprechen kann, hat mich die Folge vollkommen überzeugt.

Praline, die Mutter von Asterix, wird von Katja Brügger gesprochen, deren raue und volltönende Stimme auch hier wieder hervorsticht, aber einen warmen und resoluten Klang annimmt. Obelix' Vater Obelodalix bekommt seine Stimme von Eberhard Haar verliehen, der sehr gutmütig wirkt und die lockere Atmosphäre des Hörspiels unterstreicht. Sehr gut gefällt mir auch Mia Diekow als Latraviata, die die einzelnen Szenen sehr abwechslungsreich gestaltet und der Figur dabei einen einprägsamen Eindruck verleiht. Weitere Sprecher sind Monika Barth, Holger Mahlich und Herhart Hinze.

Die Atmosphäre der Geschichte wird vor allem mit vielen Geräuschen unterlegt, sodass sowohl das Dorfleben sehr lebendig gestaltet wird als auch einzelne Handlungen mit passenden Sounds untermalt werden. Die eingesetzte Musik ist treffend ausgewählt, selbst wenn man die meisten Melodien gerade zur Szenentrennung bereits aus den vorigen Episoden kennt.

Natürlich ist auf dem Cover das Titelbild der Comicvorlage zu sehen, auf dem neben Asterix und Obelix auch die doppelte Latraviata in dem typischen, liebevollen Zeichenstil zu sehen ist. Ein paar weitere kleine Zeichnungen sind in der restlichen Gestaltung verwendet worden, was die ansonsten eher schlichte Optik auflockert.

Fazit: Die ideenreiche Handlung überzeugt nicht nur durch die witzigen Auftritte der Eltern der beiden Hauptfiguren, sondern auch mit einer lebendig umgesetzten Intrige der Römer. Das wird wieder locker und ist mit vielen unterhaltsamen Szenen umgesetzt, die viel Witz und Charme der Figuren transportieren. Auch die kurzweilige Atmosphäre im Dorf kommt sehr gut zur Geltung, sodass eine hörenswerte Episode entstanden ist.

VÖ: 6. September 2019
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602577079498


Asterix – 30. Obelix auf Kreuzfahrt



Eigentlich weiß Obelix genau, dass er nichts von dem Zaubertrank von Druide Marculix trinken darf – und erfährt nun am eigenen Leib, warum das so ist. Denn als er heimlich einen kräftigen Schluck nimmt, versteinert er völlig zu einer leblosen Statue. Dabei wird seine Kraft momentan gebraucht, da die Römer eine von Galliern eroberte Galeere zurückfordern – mit drastischen Mitteln...

Auch wenn die Serie nach dem kleinen und gewitzten Gallier Asterix benannt ist, hat sein starker und etwas schlichter Freund Obelix mindestens eine ebensolche Popularität erlangt, er bringt oft den Witz in die Handlung. Dementsprechend sind meine persönlichen Lieblingsbände der Comics diejenigen, die sich dem Streifenhosen-Träger besonders intensiv widmen, so auch „Obelix auf Kreuzfahrt“; das nun unlängst als 30. Episode der Hörspielreihe von Karussell umgesetzt wurde. Leider funktionieren viele gelungene Elemente des Comics hier nicht, da diese auf der verwandelten Gestalt von Obelix beruhen und dies zwar mit einer veränderten Stimme, aber eben nicht optisch zu erleben ist. Die Handlung funktioniert aber auch so sehr gut, sie füllt die guten 50 Minuten Laufzeit gekonnt aus und setzt den Kampf um die römische Galeere mit dem gallischen Volk gekonnt um. Die Zeitsprünge, die dabei gemacht werden, Kleopatras Auftritt am Anfang oder als Running Gag erneute Probleme mit den Piraten – die Liste der gelungenen Elemente ließe sich noch weiter fortführen. Der Humor der Folge mit vielen witzigen Sprüchen und einigen Anspielungen ergänzt dies erneut sehr gut, tritt aber an einigen Stellen auch mehr in den Hintergrund, um der Entwicklung der Geschichte die Bühne zu überlassen. Eine gelungene Episode, die kurzweilig und spannend erzählt wurde.

Natürlich ist es wieder Douglas Weltbat, der dem wohlgenährten Gallier seine Stimme leiht und ihn dabei viel Charme und Witz verleiht. Auch in seiner veränderten Version in dieser Handlung kann er auf den Punkt sprechen, was durch die Verzerreffekte noch unterstrichen wird. Tim Grobe ist in einer Nebenrolle als Submersus zu hören, auch er kann dank seiner lockeren und glaubhaften Sprechweise eben überzeugenden Eindruck hinterlassen und gestaltet seine Szenen kurzweilig. Wolf Frass setzt seine Erzähltexte wieder mit ruhiger und ausdrucksstarker Stimme um, so führt er sicher und unterhaltsam durch die Handlung. Weitere Sprecher sind Marek Ehrhardt, Christian Stark und Elena Wilms.

Neben dem bereits erwähnten Effekt für die Stimme von Douglas Welbat sorgen auch die zahlreichen eingebauten Geräusche und Sounds für den comichaften und lebendigen Ausdruck der Episode. Diese sind oft eng aneinander getaktet und teilweise auch gar nicht mal so leise, ergänzen aber dennoch eher die Dialoge anstatt diese zu überdecken.

Die Folge ist zwar nach Obelix benannt, auf dem Cover sieht man aber nur die für ihn typische blau-weiß-gestreifte Hose mit einem ratlosen Asterix und einem aufgebrachten Miraculix am Strand Galliens. Auch im Inneren sind einige kleine Motive aus den Comics zu sehen – ich persönlich finde es aber etwas schade, dass Obelix hier in keiner seiner Metamorphosen zu sehen ist.

Fazit: „Obelix auf Kreuzfahrt“ ist auch in der Hörspielumsetzung des Comics eine witzige und kurzweilige Angelegenheit, kann den ganz großen Charme wegen der fehlenden Bilder allerdings nicht bieten. Die Spannung tritt dafür noch etwas mehr als sonst in den Vordergrund, ohne die lockere und witzige Grundstimmung vermissen zu lassen.

VÖ: 10. Mai 2019
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602577079474


Asterix – 37. in Italien



So fortschrittlich das römische Reich auch sein mag, das Straßennetz ist marode und behindert immer wieder die Reisenden. Um genau diesen Zustand zu vertuschen, organisiert der korrupte Senator Lactus Bifidus ein Wagenrennen quer durch das ganze Land. Auch Asterix und Obelix melden sich an, wobei dem wohlbeleibten Gallier sogar der Sieg vorausgesagt wird. Doch die Konkurrenz ist hart...

Die Nummerierung der Hörspiel-Umsetzung von „Asterix“ hält sich strikt an die Veröffentlichung der Comicreihe, wie sie in Deutschland erschienen ist. Und ironischerweise führt genau dies momentan zu einer Lücke in der Serie, denn um die neuen Geschichten zeitnah zum Erscheinen des Comics zu garantieren (und so den kostenlosen Werbeeffekt mitzunehmen), wird die 37. Episode „Asterix in Italien“ vorgezogen. Was problemlos möglich ist, da die Folgen ja nicht in eine Rahmenhandlung eingebunden sind. Der Start ist dieses Mal nicht vom Dorfgeschehen geprägt, sondern eben von den Vorgängen in Rom um Lactus Bifidus, was unterhaltsam geraten ist, aber eben auch erst recht spät zu den beliebten Galliern umschwenkt. Der Start hätte so etwas prägnanter geraten können, ab dem Mittelteil wird aber eine sehr stimmige und gut erzählte Handlung präsentiert. Dabei gefällt mir besonders, dass recht viele verschiedene Völker auftreten, die mit ihren Klischees herrlich schrullig und liebenswert wirken. Und noch ein Element gefällt mir sehr gut: Dieses Mal steht Obelix noch mehr im Vordergrund als vorher, er löst die meisten Konflikte auf seine charmant-tumbe Art, während Asterix eher im Hintergrund agiert. Das gibt der Serie noch einmal einen anderen Anstrich und sorgt für Abwechslung. Die Gags funktionieren hier gut und ließen sich passend an das neue Medium übertragen, sodass eine stimmige Episode entstanden ist.

Douglas Welbat spricht natürlich wieder die Rolle des Obelix und fängt dabei den großen Charme der Figur ein, die Begriffsstutzigkeit gepaart mit der gutmütigen Streitlustigkeit kommen durch seine Sprechweise bestens zur Geltung. Thomas Karallus ist als Lacturs Bifidus zu hören, er betont den heuchlerischen und schmeichlerischen Charakter gekonnt und passt sehr gut in die lebendige Atmosphäre der Serie. Auch Julius Cäsar selbst hat mal wieder eine größere Rolle, die von Bernd Stephan sehr professionell und treffend umgesetzt wurde. Weitere Sprecher sind Patrick Bach, Michael Bideller und Jannika Jira.

Das Zusammenspiel der Dialoge und der akustischen Gestaltung funktioniert wieder gut, wobei die Atmosphäre comichaft und lebendig wirkt. Die vielen Geräusche sorgen für witzige Momente, während die eingebauten Melodien größtenteils schon aus vorigen Episoden bekannt sind. Da diese aber nicht allzu markant sind, ist der Nervfaktor glücklicherweise sehr gering.

Natürlich wurde auf dem Cover das Titelbild des Comicbandes adaptiert, welches ebenso natürlich eine Szene des Wagenrennens zeigt. Nicht nur die beiden Gallier, sondern auch die anderen Teilnehmer und ein hübscher Hintergrund sorgen für einen stimmigen Eindruck. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben weiteren kleinen Zeichnungen noch Folgenübersicht der bisherigen Titel.

Fazit: „Asterix in Italien“ überzeugt mit der flotten Geschichte und vielen witzigen Anspielungen, besonders auf die verschiedenen Völker, die in einem gelungenen miteinander agieren. Viele Running Gags, ausdrucksstarke Figuren und ein sehr gelungenes Ende sorgen für eine starke Episode der Serie.

VÖ: 22. Februar 2019
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602577079412


Asterix – 29. und Maestria



Troubadix ist empört – die Frauen des Dorfes üben scharfe Kritik an ihm, einfach, weil er als Mann ein ziemlich einseitiges Weltbild vermittelt. Deswegen haben sie den weiblichen Barden Maestria als weitere Lehr- und Singkraft ins Dorf eingeladen. Troabadix verlässt schwer beleidigt das Dorf und bekommt so nicht mit, wie die Frauen immer mehr Macht über das unbeugsame Dorf erhalten – und wie die Römer einen neuen finsteren Plan schmieden...

Es ist schon richtig, in der Serie Asterix dominieren die Männer. Sie sind es, die die Handlung in der Hand haben, als Krieger durch die Länder ziehen und eben einfach die Helden sind. Und das, während einige der weiblichen Dorfbewohner oft nur nach ihren Männern benannt sind. In der 29. Episode, die unlängst auch als Hörspielumsetzung bei Karussell erschienen ist, wird das Thema Gleichberechtigung auf sehr charmante und witzige Weise behandelt. Dabei sollte man auch bedenken, dass nicht nur die Zeit Cäsars lange her ist, sondern die Emanzipation auch in den letzten Jahren seit Entstehen der Geschichte noch einmal einen deutlichen Sprung gemacht hat. Nimmt man das alles nicht bierernst, sondern eben mit dem dicken Augenzwinkern, wie es auch gemeint ist, kann man viel Spaß mit der Folge haben. Mit Maestria betritt ein sehr prägnanter Charakter die Bühne, die nicht nur herrisch ist, sondern auch ein Auge auf Asterix geworfen hat, was für allerlei sehr witzige Momente sorgt. Und auch ansonsten wird das Frauenbild ordentlich durcheinander gewirbelt – sowohl bei den Galliern als auch bei den Römern. Sollte der Comic heute erst erscheinen, wäre die Auflösung des Kampfes für viele wohl ein Anstoß für einen mittelschweren Aufreger, er spielt aber geschickt mit Rollenklischees und ist ziemlich witzig aufbereitet. Der Transport ins Medium Hörspiel ist dabei manchmal etwas holprig geraten, da die visuellen Informationen in teilweise zu langen Kommentaren von Erzähler Wolf Frass beigefügt werden – und das hemmt leider den Erzählfluss.

Dagmar Dreke bereichert diese Folge als Maestria mit ihrer sehr markanten Stimme, mit der sie die Eigenschaften des weiblichen Barden gekonnt herausarbeitet, aber auch den humoristischen Aspekt nicht vernachlässigt. Isabella Grothe hat als Gutemine ebenfalls einen größeren Auftritt und zeigt sich mal von einer anderen Seite, was sehr witzig geraten ist. Die Stimme von Katja Brügger sticht auch hier direkt hervor, die Zenturionin der Römer bekommt durch sie einen latent aggressiven und bedrohlichen Unterton, was der Folge ein bisschen mehr Schärfe verleiht. Nicht alle Sprecher der kleineren Nebenrollen konnten überzeugen, dafür waren Michael Grimm, Douglas Weltbat und Achim Schülke wieder sehr stark.

Die akustische Umsetzung hält sich hier eher zurück, da es nur wenige Actionszenen und wilde Prügeleien gibt, ist der Anteil an Sounds etwas zurückgefahren. Die Melodien sind zum großen Teil schon aus den vorigen Episoden bekannt und wiederholen sich häufiger, die Stimmung passt aber meist recht gut zu der jeweiligen Szenerie.

Klar, dass Maestria auch auf dem Cover zu sehen ist, voller Freude hält sie Asterix in den Armen, der sichtlich peinlich berührt von Obelix ausgelacht wird. Schön, dass auch bei der restlichen Gestaltung immer wieder Motive aus dem Comic zu sehen sind, sodass man auch gleich einen Eindruck davon bekommt, dass Gutemine auch in Hosen eine sehr gute Figur macht.

Fazit: Kaum eine Folge war ironischer, nur wenige haben einen so aktuellen Bezug: Das Thema Gleichberechtigung auf Gallisch wird humorvoll und mit starken Charakteren, aber manchmal etwas gebremst behandelt. Mir gefällt, wie hier ungezwungen mit Rollenklischees gespielt wird und Männer wie Frauen nicht besonders gut wegkommen.

VÖ: 23. November 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567137733


Asterix – 28. im Morgenland



Das Dorfleben von Asterix, Obelix und den anderen wird an einem friedlichen Morgen nur von dem – nun ja - „Gesang“ von Troubadix gestört, der damit nicht nur einen Regenschauer heraufbeschwört, sondern auch den Fakir Erindjah von seinem fliegenden Teppich fegt. Dieser ist nach einer Vorhersage auf der Suche nach den tapferen Galliern. Denn in seiner Heimat hat es seit Ewigkeiten nicht mehr geregnet, weswegen Troubadix dringend benötigt wird...

Neben den beiden Hauptfiguren, die einen Großteil der Abenteuer bestreiten, gibt es in „Asterix“ immer noch viele weitere Charaktere mit ganz besonderem Charme, die der Serie so viel Herz verleihen. Das beweist auch einmal mehr die 28. Episode der Hörspielreihe mit dem Titel „Asterix im Morgenland“, und das nicht nur wegen einer erheiternden Introszene, in der Gutemine und Madame Methusalix sich ein deftiges Wortduell liefern. Denn hier steht Troubadix, der allseits unbeliebte und untalentierte Barde, im Mittelpunkt und ist nicht nur eine Schlüsselfigur, sondern bringt sich auch mit seiner oft schlechten Laune und der leisen Hoffnung auf Anerkennung seiner Sangeskunst immer wieder mit ein. Das verziert hübsch die eigentliche Handlung, die eine Art Road Trip unter Zeitdruck ist, da die beliebte Tochter des Sultans den zornigen Göttern geopfert werden soll, wenn nicht bald Regen fällt. Immer wieder gibt es kleine Ausblicke auf die Vorgänge im Morgenland mit Intrigen und der Sorge um die Prinzessin, dazwischen gibt es reichlich Begegnungen für die Reisegruppe um Erinddjah, die sehr heiter geraten sind. An vielen Stellen fehlt dann aber auch hier die Untermalung der Dialoge mit den Bildern aus den Comics, viele Gags zünden dadurch leider nicht so stark, was in dieser Umsetzung noch ein bisschen stärker hervortritt als in anderen Episoden. Doch das Ergebnis ist immer noch spannend, unterhaltsam und charmant, wie man es von der Serie gewohnt ist.

Michael Bideller ist als Erindjah zu hören und verleiht seiner Figur einen leichten, aber nicht übertriebenen Akzent und viel Energie, um ihn als durchsetzungsstark und zielstrebig wirken zu lassen, wobei er den Humor der Figur wunderbar trocken vorträgt. Katharina von Keller bringt als Orandschade ihre sanfte und weibliche Seite gut zur Geltung, sie gewinnt die Sympathien der Zuhörer schnell, um sie so um die Prinzessin bangen zu lassen. Volker Hanisch ist als Fakir Schandadh ein gelungener Gegenspieler und lässt ihn hinterhältig und machtgierig klingen, was seine Szenen gut zur Geltung bringt. Weitere Sprecher sind Gerry Hungbauer, Achim Buch und Manfred Liptow.

Natürlich gibt es in dieser Folge wieder einige kurze Gesangseinlagen, diese sind aber jeweils nur wenige Sekunden lang. Auch ansonsten ist nur wenig Musik zu hören, um die Szenenübergänge oder Erzählpassagen auszugestalten. Geräusche sind da schon häufiger im Einsatz, sie wirken comichaft und witzig, sodass eine passende Atmosphäre für das Hörspiel entsteht. Ein Einschlag in fernöstliche Gefilde bietet die Folge aber nur stellenweise.

Der Flug auf dem Teppich wird auf dem Cover aufgegriffen, das natürlich der neuen Comicauflage entnommen ist. Man bekommt dabei nicht nur einen Eindruck der entspannt wirkenden Dorfbewohner, sondern auch vom hochkonzentrierten Erindjah. Im Inneren gibt es neben kleinen weiteren Zeichnungen und natürlich einer Auflistung der Sprecher auch eine Übersicht der bisher erschienenen Episoden.

Fazit: Auch wenn mir an einigen Stellen optische Reize fehlen, um die Gags richtig zünden zu lassen, ist mit „Asterix im Morgenland“ eine starke Episode entstanden. Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend, der Road Trip-Charakter hat mir dabei besonders gefallen. Schön, dass Troubadix hier mal wieder einen etwas größeren Auftritt bekommt.

VÖ: 26. Oktober 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567137719


Asterix – 27. Der Sohn des Asterix



Die ruhige Stimmung im Dorf der Gallier wird unversehens durch ein Geplärre gestört, welches ausnahmsweise nicht vom Barden Troubadix kommt. Ausgerechnet vor der Hütte von Asterix wird ein kleines Kind abgelegt, sodass Gutemine direkt eine heimliche Liebschaft vermutet. Dennoch nimmt der kleine Krieger den Jungen vorerst bei sich auf – und der sorgt für viel Trubel...

Während sich in etwa der Hälfte der Folgen Asterix auf Reisen durch die Weltgeschichte befindet, dreht sich die andere Hälfte mehr um das Dorf und seine Bewohner - „Der Sohn des Asterix“ ist eine davon. Die Hörspielumsetzung von Karussell hält sich neben des kurzen Intros mit der bekannten Vorstellung der Gesamtsituation nicht mit langen Erklärungen auf, sondern lässt das rätselhafte Kind schnell auftauchen. So wird das Interesse des Zuhörers schnell geweckt, die Handlung wirkt im Gegensatz zum Vorgänger wesentlich dichter. Schön ist, dass lange Zeit nicht klar ist, woher der (Pflege)sohn des Asterix denn nun stammt und was hinter dem Aussetzen des Jungen steckt. Verschärft wird dies durch einige Intrigen, die im Hintergrund geschürt werden und die Geschichte um Cäsar in leicht andere Bahnen lenken als es geschichtlich überliefert ist. Das erzeugt durch einige Wechsel zwischen den Szenerien nicht nur einen dynamischen Eindruck, sondern ist auch angefüllt mit vielen witzigen Momenten. Besonders der Zaubertrank sorgt dabei wieder für Kurzweil, wobei der Bezug zu Obelix und seinem „kleinen“ Unfall als Kind immer wieder betont wird. Auch die Charaktere kommen dabei immer gut zur Geltung, und bringen mit ihren speziellen Eigenschaften ihre ganz eigene Not mit ein. Die Auflösung ganz am Ende sorgt noch einmal für einige Überraschungen und klärt die gelegten Spuren stimmungsvoll auf. Eine starke Episode der Serie, bei der Spannung und Humor in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Michael Grimm ist natürlich wieder als Asterix zu hören und sorgt mit seiner lebendigen, pfiffigen Art für einen gelungenen Eindruck des kleinen Galliers, zumal sein Witz sehr gut zur Geltung kommt. Bernd Stephan spricht die Rolle des Cäsar wieder mit einer wunderbar überheblichen Attitüde, kann aber gegen Ende auch mit einer anderen Seite von sich überraschen. Jonas Minthe spricht den Agenten Wurzelaus ebenfalls sehr treffsicher und lässt sich auf den Witz der Figur ein, ohne albern zu werden. Weitere Sprecher sind Achim Buch, Elena Wilms und Christian Rudolf.

Die Atmosphäre der Folge kommt durch die lebendig eingesetzten Geräusche wieder gut zur Geltung, wobei jede Szene die passende Untermalung bekommen hat. Das darf natürlich bei einer Vertonung von Comicvorlagen etwas präsenter und übertriebener sein, was hier in einem guten Maße ausgenutzt wurde. Die Musik ist bereits aus den vorigen Folgen bekannt und spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Glücklich nuckelt der kleine Junge mit den roten Wangen und dem strohblonden Haar an einer Flasche mit Zaubertrank, während er in einer Art Nest liegt und von dem ziemlich geschafft dreinblickenden Asterix gefüttert wird – der allerdings im Verhältnis deutlich kleiner ist. Das sehr bekannte Motiv wurde auch hier als Cover verwendet und wird durch weitere Zeichnungen aus der Vorlage ergänzt, natürlich sind auch die üblichen Angaben zu den Mitwirkenden im kleinen Booklet aufgelistet.

Fazit: „Der Sohn des Asterix“ macht richtig Spaß, die Hörversion ist dabei gelungen umgesetzt. Der Witz der Figuren und der Situationen kommt sehr gut zur Geltung, die Handlung ist stimmig erzählt und entwickelt sich durch immer neue Informationen gut weiter. Dabei fehlen die Bilder aus dem Comic nicht, um die Geschichte gut wirken zu lassen.

VÖ: 28. September 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567137696


Asterix – 26. Die Odyssee



Nur durch den Zaubertrank konnte das kleine gallische Dorf bisher gegen die römische Übermacht Cäsars bestehen, doch genau dieser kann vom Druiden Miraculix nicht mehr hergestellt werden. Ihm fehlt als Zutat Steinöl, welches sich nur im fernen Judäas finden lässt. Asterix und Obelix sind natürlich bereit, die Reise anzutreten, doch dabei haben sie es auch mit einem zwielichtigen Begleiter zu tun...

Asterix hat schon seit Jahren Kultstatus erreicht, die Comics überzeugen zusätzlich auch in diversen Trick- und Realverfilmungen – und seit einiger Zeit auch wieder als Hörspielserie von Karussell, der die Geschichten des kleinen Galliers (meist) in chronologischer Reihenfolge veröffentlicht. Und so steht als 26. Folge nun auch „Die Odyssee“ in den Regalen, die allerdings noch gemächlicher startet als ihre Vorgänger. Dabei kommt der Charme der Figuren und das nicht allzu beschauliche Dorfleben gut zur Geltung, aber die Geschichte kommt nicht so recht in Schwung. Die Reise der Gallier ist mit verschiedenen Stationen gespickt, die ihre Cleverness und ihre Stärke fordern, Spannung kommt dabei aber nicht wirklich auf. Vieles lässt sich einfach vorausahnen, selbst wenn man die Geschichte nicht kennt, sodass nur wenige Überraschungen aufkommen. Der Humor steht wie immer bei der Serie im Vordergrund, dabei sind einige gute Ideen eingeflossen, besonders die Idee des ziemlich unauffälligen Agenten Nullnullsix sorgt für einigen Witz. Wirklich zündend ist dies aber hier nicht, ohne die zugehörigen Bilder und nur durch die Beschreibungen kommen einige der Gags einfach nicht richtig zur Geltung. So ist „Die Odyssee“ solide, aber leider nicht so stark wie andere Folgen der Serie um die beliebten Figuren.

Kai Henrik Möller ist wieder als Piratenkapitän zu hören, der diesen Running Gag der Serie auch wieder mit viel Empörung und einer lebendigen Sprechweise umsetzt. Oliver Warsitz ist in dieser Folge als Nullnullsix zu hören, den er listig und clever spricht und dabei die herrschende Atmosphäre gut unterstreicht. Wolf Frass ist mit seiner angenehmen und sonnigen Stimme wieder als Erzähler zu hören, er gestaltet seine Passagen kurzweilig und bringt den Witz seiner Texte gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Marek Erhardt, Rüdiger Schulski und Bernd Stephan.

Die bereits bekannte comichafte Atmosphäre wird auch hier wieder erzeugt, wobei die wenigen eingesetzten Musikstücke bereits in den vorigen Folgen erklungen sind. Die Geräusche sind da schon vielfältiger und gut auf die einzelnen Szenen angepasst. Eine kleine Fliege, die eine überraschend wichtige Rolle in der Handlung spielt, sticht dabei hervor und entwickelt durch eine Änderung der Tonhöhe eine eigene Persönlichkeit.

Humorbetont ist auch das Cover der Folge, das natürlich wieder der Comicvorlage entnommen ist. Asterix, Idefix und sogar ihr Kamel sind sichtbar von der Hitze der Wüste zermürbt, während Obelix mit seinem typisch gleichmütigem Gesichtsausdruck über den Sand trabt. Die restliche Gestaltung hält einige weitere Motive auf weißem Hintergrund bereit.

Fazit: „Die Odysee“ von Asterix und Obelix auf der Suche nach dem Steinöl ist kurzweilig und lebendig geraten, kann allerdings weder in Sachen Spannung noch bei den eingebauten Gags wirklich zünden. So bleiben die meisten Szenen eher blass und können mit anderen starken Folgen der Serie leider nicht mithalten.

VÖ: 17. August 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567137672


Asterix – 25. Der grosse Graben



Erster Eindruck: Intrigen und die große Liebe...

Auch wenn sich im kleinen gallischen Dorf von Asterix die Bewohner nicht immer einig sind – eigentlich halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Anders sieht das in einem anderen Dorf aus, denn hier zieht sich ein tiefer Graben mitten durch das Gelände, und auch die Bewohner sind miteinander verfeindet. Besonders schwierig ist dies für die Kinder der beiden konkurrierenden Häuptlinge Griesgramix und Grobianix , denn diese fühlen sich stark zueinander hingezogen...

Nach dem Tod von René Goscinny im Jahr 1977 hat sein Partner Albert Uderzo die Asterix-Comics eigenständig und ohne neuen Partner fortgeführt. „Der große Graben“ ist die erste Geschichte, die er allein geschrieben hat. Als 25. Band der Reihe erschienen ist nun auch die Umsetzung von Karussell auf den Markt gekommen, wie immer wirkt auch diese Umsetzung herrlich „oldschool“ und setzt auf den Witz der Szene sowie die vielen kleinen Anspielungen der Handlung. Unverkennbar ist beispielsweise die an „Romeo und Julia“ erinnernde Szenerie zwischen Grünix und Grenoline, die hier eine wichtige Rolle spielt und der Folge immer wieder neue Impulse verleiht. Auch der Vergleich zwischen dem Graben der Folgen und der realen Mauer, die ein ganzes Land teilt, drängt sich auf. Bevor es aber allzu ernst wird, sorgen wieder herrlich überzeichnete Charaktere, witzige Sprüche und natürlich auch allerlei Prügelszenen für Kurzweil, wobei auch die Römer wieder kräftig mitmischen und von den Galliern ausgetrickst werden. Die hier gesponnenen Intrigen sorgen für einen unterhaltsamen Verlauf und bringen Schwung in die Handlung, sodass eine stimmige Folge entstanden ist.

Eckart Dux ist in dieser Folge wieder als Miraculix zu hören, seine prägnante und ausdrucksstarke Stimme sorgt auch hier für sehr gelungene Momente, zumal er die Ruhe und Selbstsicherheit, die die Figur ausstrahlt, sehr gut wiedergeben kann. Rüdiger Schulski spricht die Rolle des Grobianix sehr polterig und laut, immer wieder heizt er die Stimmung weiter ein. Katharina von Keller ist als Gernoline zu hören, auch sie passt sich mit ihrer Stimme gut an das comichafte und bunte Ambiente an und lässt ihre Figur gut zur Geltung kommen. Weitere Sprecher sind Mark Seidenberg, Robin Brosch und Thomas Karallus.

Die akustische Umsetzung der Serie hat sich in den letzten Folgen bereits bewährt und wird auch hier wieder eingesetzt, um das Gefühl der Comics umzusetzen. So wirken die Geräusch oft absichtlich künstlich, gerade bei den Kampfszenen, aber auch einige stimmige Hintergrundgeräusche wurden eingebaut. Musik ist nur wenig im Einsatz, zumal viele Stücke schon bekannt sind.

Viele Asterix-Comics haben in den letzten Jahren ein neues Cover bekommen, das zu „Der grosse Graben“ wurde natürlich auch hier für das Titelbild verwendet. Asterix blickt dabei verschmitzt wie immer den Betrachter direkt an, während im Hintergrund Grünix und Grenoline einander anschmachten – stilecht auf dem Balkon. Dass beide im Schatten stehen und ein riesiger Mond scheint, verleiht dem Bild eine ganz besondere Atmosphöre.

Fazit: Natürlich kommt der Witz der Serie hier nicht zu kurz – schon wenn Obelix wegen eine tragischen Liebesgeschichte in Tränen ausbricht. Aber auch der Streit in dem gallischen Dorf, die gesponnenen Intrigen und eine pfiffige Auflösung des Ganzen lassen „Der grosse Graben“ zu einer unterhaltsamen Geschichte werden.

VÖ: 6. Oktober 2017
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602557101430


Asterix – 24. bei den Belgiern



Erster Eindruck: Eine etwas andere Wette...

Cäsar lässt sich öffentlich zu der Aussage hinreißen, dass die Belgier der tapferste aller Stämme sei – eine Aussage, die in dem kleinen gallischen Dorf gar nicht gern gehört wird. Besonders Majestix ist aufgebracht und will sich sofort auf den Weg machen, um Klarheit zu bekommen – und um zu beweisen, dass man das kleine Dorf bei einer solchen Aussage auch berücksichtigen muss...

Asterix und sein Freund Obelix kommen ziemlich herum auf dem europäischen Kontinent und in der ganzen Welt, die 24. Folge der gleichnamigen Hörspielserie von Karussell nach den erfolgreichen Comics führt die beiden Gallier beispielsweise nach Belgien. Wieder wurde ein kreativer und gelungener Aufhänger hierfür gefunden, der geradezu einen Wettkampf zwischen dem kleinen Dorf und den Belgiern herausfordert. Gemeinsam mit Obelix und Majestix reist Asterix deswegen gleich zu dem Volk, was mit einigen sehr witzigen Momenten gespickt ist. So kommen wieder so einige Namen mit Doppelbedeutung vor, es werden Eigenarten der Belgier auf den Arm genommen und auch die Erfindung von fritierten Kartoffeln ist in die Handlung mit eingebunden. Als Running Gag ziehen sich die Auftritte des Piratenkapitäns durch die Folge, der immer mal wieder auftaucht und die Lacher auf seiner Seite hat. Das ist mit Tempo und Schwung erzählt, zumal zum Ende noch eine recht kuriose Wette zwischen den beiden Völkern geschlossen wird, die Julius Cäsar schier zur Verzweiflung treibt. Und natürlich wird das traditionelle Festmahl am Ende nicht ausgespart, wobei hier viel Harmonie zwischen den Völkern herrscht. Die Folge ist sehr auf den Punkt erzählt und setzt die Comicvorlag sehr nahe am Original um, was mir sehr gut gefallen hat.

Achim Buch ist in dieser Folge als Stellartoix zu hören, der sich mit einer lockeren und charmanten Sprechweise an die Grundstimmung der Folge anpasst. Gabriele Libbach ist in der Rolle der Kantine zu hören, auch sie bringt Schwung in die Handlung mit ein und sorgt für ein paar Lacher. Achim Schülke spricht den Majestix wieder herrlich aufgeblasen und mit einer sehr präsenten Aura, kann aber genauso gut witzig und ein wenig tollpatschig wirken. Weitere Sprecher sind Kai Henrik Möller, Bernd Stephan und Joachim Kretzer.

Akustisch sind einige kleine Musikstücke eingebaut, die bereits aus den vorigen Folgen bekannt sind. So stellt sich zwar ein Wiedererkennungswert ein, ein bisschen mehr Abwechslung wäre allerdings schön gewesen. Viele Geräusche sorgen zudem für eine lockere und comichafte Atmosphäre, wobei besonders die Prügelszenen mit viel Schwung umgesetzt wurden.

Es ist ein wahres Gelage auf dem Cover zu sehen, Gallier und Belgier feiern zusammen mit Wildschwein, Wurst, Pasteten und jede Menge Bier. Auch die Figuren sind dabei gut in Szene gesetzt und sind herrlich klischeehaft dargestellt. Die übrige Gestaltung ist in reinem weiß gehalten, wobei immer wieder Zeichnungen aus den Comics auflockernd eingebaut sind.

Fazit: Eine in Minuten recht flott erzählte Geschichte um die Gallier, die hier auf Reise sind und sich mit den draufgängerischen Belgiern um den Titel des tapfersten Volkes streiten. Das führt zu allerlei Reibereien, aber besonders zu witzigen Momenten und einer besonderen Freundschaft. Piraten und Cäsar sorgen für weitere gelungene Momente.

VÖ: 25. August 2017
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602557101416


Asterix – 23. Obelix GmbH & Co. KG



Erster Eindruck: Der Geschäftssinn der Gallier...

Als Obelix an seinem Geburtstag eine ganze Legion frischer Römer allein verprügelt, schäumt Julius Cäsar vor Wut und ist bereit, auch ungewöhnliche Wege zu gehen – und viel Geld dafür auszugeben. Und so wird der listige Technokratus in die Nähe des unbeugsamen Dorfes geschickt, um Obelix große Mengen an Hinkelsteinen abzukaufen und ihn auf einen Schlag zum reichsten Mann der Gemeinschaft zu machen. Und das führt zu einigen Turbulenzen...

Neben dem mutigen und klugen Gallier Asterix ist sicherlich sein starker und etwas schlichter Freund Obelix die bekannteste Figur der Comics und erfreut sich ebenso großer Beliebtheit. Und so gibt es auch einige Geschichten, die seinen Namen im Titel tragen. „Obelix GmbH & Co. KG“ ist nun auch bei Karussell als Hörspiel im Zuge der Neuproduktion der Serie erschienen und konzentriert sich tatsächlich stark auf den korpulenten Rothaarige, sodass sein ganz eigener Humor sehr gut zur Geltung kommt. Da er manche Sachen einfach nicht richtig versteht, kommt es zu einigen sehr humorvollen Wortspielen und Missverständnissen. Doch auch der Verlauf der Handlung ist nicht nur sehr unterhaltsam und kurzweilig, sondern bringt für kleinere Zuhörer auch noch einen kleinen Lerneffekt, indem die Grundzüge der Marktwirtschaft erklärt werden. Das ist aber Nebensache bei dem sehr humorigen Verlauf, der auch Cäsars Reaktionen mit einbringt, in Rom für einiges an Chaos sorgt und mit einem sehr gelungenen Finale abgeschlossen wird. Eine sehr gelungene Folge der Serie.

Patrick Bach ist in dieser Folge in der Rolle des Technokratus zu hören, den er mit einer pfiffigen und verschlagenen Stimme sehr passend umsetzt und in seinen Szenen sowohl schmeichlerische als auch eine abweisende und harrsche Seite von sich zeigt. Bernd Stephan ist mal wieder als Cäsar zu hören, der wie immer eine hoheitsvolle und hochnäsige Attitüde an den Tag legt und so viel Eindruck hinterlässt. Douglas Welbat ist natürlich wieder in der Rolle des Obelix zu hören, der mit viel Witz und Humor ein untrügliches Gespür für das richtige Timing beweist. Weitere Sprecher sind Henry König, Jürgen Holdorf und Erik Schäffler.

Akustisch wird hier besonders eine vielfältige Geräuschkulisse geboten, die oftmals ziemlich comichaft und künstlich wirken, was aber gut zu der Atmosphäre der Geschichte passt. Musik gibt es auch zu hören, wobei die meisten Melodien bereits aus den vorigen Folgen bekannt sind und so mit der Zeit etwas eintönig wirken. Insgesamt ist aber alles gut zusammengestellt.

Natürlich wurde auch hier wieder das Titelbild des Comics für das Cover verwendet, auf dem Obelix in seinem Steinbruch mit selbstgefälliger Miene zu sehen ist. Im Hintergrund werden neue Hinkelsteinen gehauen, während Asterix die Szenerie mit ziemlich sauertöpfischer betrachtet. Im Inneren gibt es noch weitere Zeichnungen der beliebten Figuren.

Fazit: Es bringt schon jede Menge Freude, wenn der Geschäftssinn von Obelix und dem gesamten Dorf geweckt wird und eine ganz neue Betriebsamkeit ausbricht. Doch auch die witzigen Szenen um Obelix und die Szenen um Cäsar in Rom sind sehr positive Elemente, sodass mir die Folge sehr gut gefallen hat.

VÖ: 9. Juni 2017
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602557101393


Asterix – 22. Die große Überfahrt



Erster Eindruck: Hinter dem großen Teich...

Frischer Fisch ist im Dorf der tapferen Gallier leider Mangelware – auch wenn Verleihnix dies wohl anders sehen würde. Doch für seinen Zaubertrank benötigt Miraculix einige frische Meeresbewohner, sodass sich Asterix und Obelix in einem kleinen Kahn auf den Weg machen. Doch sie landen etwas weiter weg als geplant, in einem Land, in dem es schmackhafte Laufvögel und rothäutige Ureinwohner gibt...

Wer die Trickfilme über den kleinen, tapferen Gallier Asterix und seine Freunde kennt, wird auch mit dem Comic „Die große Überfahrt“ vertraut sein – auch wenn dies nicht allen bewusst ist. Denn diese Geschichte diente als Vorlage für „Asterix in Amerika“, wenngleich nur die Grundidee und einige entscheidende Szenen übernommen wurden. Eine deutlich werkgetreuere Umsetzung hat nun Karussell als Hörspiel herausgebracht, das wie die meisten anderen Folgen auch kurzweilig umgesetzt ist. Der Start gelingt sehr charmant und stellt die Gallier in ein liebenswert-chaotischem Licht dar, wobei durch die deutliche Charaktergestaltung viel Humor eingebracht wurde. Der Hauptteil, der Aufenthalt von Asterix und Obelix bei den amerikanischen Ureinwohnern ist ebenso humorvoll gelungen, wobei neben den Verständigungsschwierigkeiten noch einige Anspielungen und Klischees für Lacher sorgen. Am Ende wird die Handlung dann aber etwas konfus, da mit den Wikingern noch eine andere Gruppe den Plan betritt. Hier verliert die Folge deutlich an Charme, da zu viele durcheinandergewüfelt wirkende Szenen auf einmal eingebaut sind. Dennoch ist insgesamt eine unterhaltsame Folge enstanden, die den Geist der Serie aufgreift und behutsam an das Medium Hörspiel angepasst wurde.

Auch die Sprecher haben mir in dieser Folge gut gefallen, allesamt sorgen sie mit einer spaßigen Umsetzung für Lacher. Eckart Dux verleiht beispielsweise dem singenden Troubadix eine sehr ulkige Note und kann seine schrägen Töne gekonnt herüberbringen. Michael Bideller macht seine Sache als Fortwienix ebenfalls sehr ordentlich, er wirkt in der Rolle präsent und verleiht ihr eine spezielle Note. Konstantin Graudus ist als Erik im Einsatz, auch er bringt seine Szenen gekonnt zur Geltung. Weitere Sprecher sind Christian Rudolf, Peter Bieringer und Holger Mahlich.

Die Serie hat längst ihr eigenes Klangkonzept gefunden und klingt dabei sehr comichaft, was sich nicht nur in den vielen eingebauten Geräuschen niederschlägt, sondern durchaus auch für die eingesetzte Musik gilt. Dabei sind einige bereits bekannte Melodien aus vorigen Folgen erneut zu hören, was langsam einen leichten Abnutzungseffekt mit sich bringt.

Natürlich wurde auch hier wieder das Cover der Comicvorlage verwendet und an das neue Format der CD angepasst, sodass man nur einen Auschnitt zu sehen bekommt. Die tosenden Wellen, die das kleine Schiff umspülen, kommen dabei aber ebenso gut zur Geltung wie der beeidigte Blick von Obelix und Asterix' düstere Aussicht in die Ferne.

Fazit: Die Asterix-Reihe von Karussell ist durchgängig solide umgesetzt, aber immer auch von der Vorlage abhängig. „Die große Überfahrt“ sorgt dabei für kurzweilige Unterhaltung mit viel Witz und Charme, nur gegen Ende geht der Handlung etwas die Puste aus und wird mit dem Auftauchen der Wikinger etwas konfus. Dennoch eine insgesamt hörenswerte Umsetzung, die mir viel Spaß bereitet hat.

VÖ: 3. März 2017
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602557101379


Asterix – 21. Das Geschenk Cäsars



Erster Eindruck: Wahlkampf auf Gallisch

Eigentlich als nicht ganz freundlich gemeintes Geschenk an einen widerspenstigen Legionär, vergibt Julius Cäsar die Besitzrechte an einem kleinen gallischen Dorf. Über einige Umwege landen diese bei dem Wirt Orthopädix, der schon bald seinen scheinbaren Besitz für sich beanspruchen will. Doch die Bewohner des Dorfes haben einiges dagegen einzuwenden, denn es handelt sich ausgerechnet um Asterix, Obelix und ihre Freunde...

Die Neuvertonung der Asterix-Comics geht in erfreulichem Tempo weiter, mittlerweile ist bereits die 21. Folge der Serie erschienen – und diese thematisiert anfangs mal wieder die ganz besondere Beziehung zwischen Cäsar und dem kleinen gallischen Dorf. Ganz im Stil der Serie ist dies aber nur eine Einleitung für das eigentliche Thema, das mal wieder ein ganz anderes ist als zunächst vermutet. Denn mit der Ankunft von Orthopädix und seiner Familie geht nicht nur die Geschichte so richtig los, es werden auch aktuelle gesellschaftliche Themen in den kleinen Kosmos des Dorfes getragen: Von versteckter Fremdenfeindlichkeit über Küngeleien beim Wahlkampf bis hin zum schlichten Streitigkeiten innerhalb einer Familie – das ist sehr vielfältig, passt sehr gut zueinander und wird witzig und kurzweilig erzählt. Das letzte Drittel der Geschichte ufert dann allerdings wieder ein wenig aus und nimmt noch einige Bögen, die vorher so kompakte Handlung franst etwas aus. Doch das macht nicht viel, denn auch so ist „Das Geschenk Cäsars“ eine stimmige und humorige Umsetzung des Comicklassikers, der trotz des Alters der Geschichte kein bisschen altbacken daherkommt.

Volker Hanisch ist als Orthopädix zu hören, wobei er vom selbstbewussten Politiker bis hin zum kleinlauten Ehemann eine große Bandbreite sicher und glaubhaft vertont. Gelatine, seine Gattin, wird von Ela Nitzsche gesprochen, die mit einer gewissen Schärfe in der Stimme meist recht herrisch klingt und das Klischee einer resoluten Ehefrau ziemlich gut bedient. Ihre Tochter Zechine ist mal zickig, mal kindisch, mal verführerisch, was von Franciska Friede gut in Szene gesetzt wird. Weitere Sprecher sind Achim Schülke, Isabella Grothe und Achim Buch.

Die akustische Umsetzung der Geschichte ist erneut mit wenigen, aber gelungenen Mitteln umgesetzt worden. So sind nur einige Melodien eingesetzt, die bereits aus den vorigen Episoden bekannt sind, aber die Stimmung im Dorf gut einfangen können. Die Geräusche sind sehr prägnant, fast schon ein wenig überzogen, und unterstreichen dabei den comichaften Ausdruck dieser Produktion.

Klar, dass das Covermotiv des Comics auch hier verwendet wird. Zu sehen sind Asterix und Obelix, die gerade eine wilde Prügelei beobachten, die im Hintergrund dank einiger grauer Silhouetten angedeutet wird. Der Hintergrund ist dabei sehr schlicht in weiß gehalten, was sich durch die gesamte Aufmachung zieht. Kleine grafische Elemente lockern dabei den Gesamteindruck etwas auf.

Fazit: Fremde im Dorf der Gallier, die gleich die Herrschaft für sich beanspruchen – ein schlichter Ansatz dieser 21. Folge, aber sehr unterhaltsam ausstaffiert. Schön, wie leichtfüßig aktuelle gesellschaftliche Themen einfließen und wie locker sich die Handlung dabei weiterentwickelt!

VÖ: 9. Dezember 2016
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602557101355


Asterix – 19. Der Seher



Erster Eindruck: Trubel im Dorf

Ein alter Mann bringt sich bei den Galliern vor einem schrecklichen Gewitter in Sicherheit und stellt sich als Seher vor. Tatsächlich bewahrheiten sich einige seiner Vorhersagen, und die Gallier sind überzeugt, dass er tatsächlich in die Zukunft sehen kann. Doch Asterix und der Druide Miraculix glauben nicht an seine übernatürlichen Fähigkeiten...

Schon bei den Comics war „Der Seher“ eine der stärksten Folgen von Asterix, und auch die Hörspielumsetzung von Karussell, die seit einigen Jahren neu aufgenommen werden, ist sehr gelungen. Die Geschichte um den angeblichen Seher fängt in einer recht düsteren Szene an, und anfangs macht die titelgebende Figur tatsächlich einen unheimlichen Eindruck. Es ist jedoch sehr interessant zu sehen, wie seine Fassade langsam abblättert, als Asterix den Druck auf ihn erhöht. Und auch die nachfolgende Handlung ist sehr kurzweilig umgesetzt, denn der Seher windet sich immer wieder aus den unangenehmsten Situationen heraus und schafft es, Leichtgläubige von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Natürlich werden auch die Römer wieder in die Ereignisse hereingezogen, ein heftiger Streit im Dorf sorgt für zusätzliche Dynamik, was zu einem sehr witzig erzählten Finale führt. „Der Seher“ hat mir richtig Spaß gemacht und eine knappe Stunde für gute Unterhaltung gesorgt.

Eberhard Haar ist in der Rolle des Sehers zu hören und sorgt mit seiner dynamischen Sprechweise für viel Freude, er reagiert sehr flexibel auf die unterschiedlichen Situationen und passt wunderbar in die Atmosphäre der Serie. Michael Grimm ist natürlich wieder als Asterix mit dabei, seine pfiffige und lebendige Art kommt sehr gut zur Geltung und sorgt immer wieder für charmante Momente. Auch Eckart Dux lässt sich auf die heitere Stimmung im Dorf ein und lässt immer einer humorvolle Ader bei Miraculix durchblicken. Weitere Sprecher sind Guido Zimmermann, Joshy Peters und Douglas Welbat.

Auch hier klingt die Umsetzung sehr comichaft, die Geräusche sind nicht immer ganz natürlich, sondern ziemlich überspitzt, was in etwa auch den dicken Kommentaren in der Vorlage entspricht, wenn ein Römer mal wieder einen Schlag auf den Kopf bekommen hat. Die Musik wiederholt sich innerhalb der Serie immer wieder und sorgt für eine aufgelockerte Atmosphäre.

Natürlich ist auch das Titelbild der Comicvorlage auf dem Cover verwendet worden, der den Seher nicht direkt zeigt, sondern nur als Schatten. Auch die Reaktion der Dorfbewohner ist gekonnt gezeigt: Während Obelix verärgert schaut und der große Teil zusammenschreckt, hat Asterix im Vordergrund einen spöttischen Gesichtsausdruck. Die restliche Gestaltung ist schlicht und enthält nur wenige weitere Zeichnungen.

Fazit: „Der Seher“ ist auch in der Hörspielumsetzung von Karussell eine hörenswerte Folge, die eine heitere Geschichte erzählt. Die Figur des Sehers bringt dabei viel Würze mit ein und sorgt für allerlei spaßige Entwicklungen, auch die so verschiedenen Charaktere der Dorfbewohner kommen bestens zur Geltung.

VÖ: 26.Februar 2016
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602547490353



Asterix – 20. auf Korsika



Erster Eindruck: Klischees von der französischen Insel

Zum Ehrentag einer großen Schlacht wird im allseits bekannten gallischen Dorf ein großes Fest geplant, bei dem auch eine ordentliche Rauferei mit einem benachbarten römischen Lager ansteht. Dabei befreien sie den korsischen Häuptling Osolemirnix, der Asterix und den anderen Dorfbewohnern schnell von seiner Heimat vorschwärmt. Und so beschließt der pfiffige Gallier, Osolemirnix gemeinsam mit Obelix nach Korsika zu begleiten...

Asterix spielt immer wieder mit Klischees über verschiedene Völker und greift dabei Vorurteile aus der Gegenwart auf, die in die Vergangenheit transportiert werden. Das funktioniert natürlich nur gut, wenn man diese Anspielungen auch versteht, was auch durch die Hörspielumsetzung der 20. Folge „Asterix auf Korsika“ gezeigt wird. Den Namen des Häuptlings Osolemirnix können die meisten wohl noch mit dem sehr ähnliche klingenden Lieder-Klassiker in Verbindung bringen, auch Blutrache und die verstrittenen Sippen können wohl zumindest noch entfernt eingeordnet werden. Viele der ürbigen Anspielungen sind jedoch wohl eher im frankophilen Raum bekannt, sind aber dennoch locker und heiter umgesetzt. Zudem trägt auch der große Charme der bekannten Charaktere zum Gelingen der Folge bei, schon in den Szenen im Dorf, die recht üppig ausgefallen sind, kommt das Zusammenspiel der streitlustigen Gallier sehr gut zur Geltung. Die Geschichte ist dabei sehr langsam erzählt, die Entwicklungen kommen nicht so recht in Schwung. Was bei den unterhaltsamen Dorf-Szenen oder den witzigen Szenen mit den Piraten noch gut ausgeglichen wird, stellt sich im Mittelteils manchmal als etwas langwierig heraus, da hier zu wenig passiert und auch die Gagdichte nicht sonderlich groß ist. So bleibt insgesamt ein solider, aber nicht wirklich begeisternder Eindruck dieser Folge zurück.

Peter Bieringer ist in dieser Folge als Osolemirnix zu hören, wobei er die Rolle durchaus charmant spricht und dem eigensinnigen Häuptling einige passende Eigenschaften andichtet. Kai Hendrik Möller spricht, wie auch schon in einigen vorigen Folgen, den Piratenkapitän, wobei er viel zu der lockeren und heiteren Atmosphäre beiträgt und seine kurzen Szenen mit Dynamik präsentiert. Auch Michael Grimm und Douglas Welbat als Asterix und Obelix machen ihre Sache wieder richtig gut, ihr großer Charme sorgt immer wieder für Lacher. Weitere Sprecher sind Tilman Borck, Oliver Hörner und Wolf Frass.

Akustisch ist diese Folge insgesamt eher zurückhaltend umgesetzt. Musik ist nur sehr wenig im Einsatz, ein paar Melodien sind zwar in den Szenenübergängen zu hören, diese werden aber von den Kommentaren von Erzähler Wolf Frass etwas unter. Geräusche sind zielgerichtet und passend eingefügt, wobei sie die jeweiligen Szenen recht lebendig wirken lassen.

Natürlich ist das Cover der bekannten Comicvorlage auch hier verwendet worden und lediglich an das andere Coverformat angepasst worden. Natürlich ist am oberen Rand der rote Schriftzug zu sehen, unten eine typische Zeichnung der beiden Hauptfiguren in beschwingter Pose, während der Hintergrund nur in gold und weiß die malerische Landschaft Korsikas andeutet.

Fazit: Die charmanten Figuren und die vielen witzigen Details sorgen auch hier wieder für gute Unterhaltung und viele komische Momente, wobei die Szenen im Dorf besonders gut gelungen sind. Die Handlung ist für diese Laufzeit allerdings etwas zu lang geraten, dass sich im Mittelteil einige langwierige Szenen einschleichen.

VÖ: 27.Mai 2016
Label: Karussell
Bestellnummer: 00602547490377



Asterix – 36. Der Papyrus des Cäsar



Erster Eindruck: Leichte Veränderungen in der Geschichtsschreibung

Cäsar hat endlich sein Werk über den gallischen Krieg – De Bello Gallico – vollendet. Doch sein Berater Syndicus empfiehlt ihm, das Kapitel über die unbeugsamen Gallier zu streichen und den Deckmantel des Schweigens darüber auszubreiten. Doch dieses Vorhaben hält leider nicht allzu lang, denn Asterix und seine Freunde bekommen eine Abschrift in die Finger. Doch wie können Sie das Wissen für die Nachwelt bewahren...?

Karussell folgt mit seiner Neovertonungen der bekannten Asterix-Comics für gewöhnlich der Nummerierung der deutschen Bände, hat allerdings zum Erscheinen des neuen Bandes „Der Papyrus des Cäsar“ diese Vorgehensweise geändert und recht zeitnah als 36. Episode auf den Markt gebracht. Die Machart der neuen Geschichten ist deutlich vom Zeitgeist geprägt, was nach diesem Umbruch besonders auffällt. Persifliert werden hier nämlich die Mechanismen der modernen Medien inklusive Wikileaks und Co, was einige witzige Momente nach sich zieht und den Charme der Figuren wieder gut auszuspielen weiß. Die spaßige Namensgebung funktioniert auch hier wieder gut, und auch das Einbinden eines Horoskops hat mit gut gefallen. Schade, dass es dafür bei der Geschichte manchmal etwas holpert und im Mittelteil keine wirkliche Bewegung aufkommt, hier hätte etwas temporeicher und sicherlich auch spritziger erzählt werden können. Dennoch gefällt mir „Der Papyrus des Cäsar“ ziemlich gut und bringt den Witz der Figuren gelungen in die neue Zeit – samt Anspielung auf die Comicveröffentlichungen ganz am Schluss.

Bernd Stephan ist hier wieder als Cäsar zu hören, mit seiner leicht blasierten Art und der hochtrabenden Betonung passt er sehr gut zu der Rolle und kann auch hier wieder gelungene Auftritte abliefern. Rufus Syndicus wird von Stefan Brönneke gesprochen, der eine solide Leistung abliefert und eine glaubhafte Betonung zeigt. Wolf Frass wird wie immer als Erzähler eingesetzt, seine Passagen gestalten er kurzweilig und bringt mit seiner schwungvollen Betonung Dynamik in die Erzähltexte. Weitere Sprecher sind Robin Brosch, Klaus Dittmann und Eckart Dux.

Wie bereits in den vorigen Folgen wird der Geschichte durch eine passende akustische Gestaltung eine lockere und leichte Atmosphäre verliehen. Flotte Melodien sind während der Szenenwechsel eine angenehme Unterbrechung, während die vielfältige Geräuschkulisse gut auf die unterschiedlichen Szenerien abgestimmt ist und diese lebendiger wirken lassen.

Natürlich wurde für die Hörspielumsetzung das Titelbild der Comicvorlage verwendet, auf der neben Asteric, Obelix und Idefix mit fröhlichem Gesichtsausdruck auch Cäsar mit seinem typischen, milden Lächeln zu sehen ist – allesamt halten dabei einen Teil einer langen Schriftrolle. Die restliche Aufmachung ist wieder in reinem weiß gehalten, wobei ruhig noch mehr Zeichnungen hätten verwendet werden können.

Fazit: Zwar passiert streckenweise recht wenig, sodass dann die Handlung etwas weiter in den Hintergrund tritt. Dennoch wird mit den liebenswert chaotischen Figuren und dem typischen Witz der Reihe eine kurzweilige Atmosphäre geschaffen, die mit vielen Anspielungen auf die heutige Zeit punkten kann.

VÖ: 18.Dezember 2015
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602547642608


Asterix – 18. Die Lorbeeren des Cäsar



Erster Eindruck: Eine Wette mit Folgen

Gutemine besteht darauf, dass ihr Gatte Majestix zu ihrem Bruder Homäopati zu Besuch kommt. Doch nach einigen Kelchen Wein geraten die beiden wieder in Streit, und wegen der hochnäsigen Art seines Schwagers lässt sich der Häuptling zu einer ungewöhnlichen Wette ein: Er will Homäopatix zu einem Ragout einladen, dass mit den Lorbeeren des Cäsar gewürzt ist...

Auch Jahrzehnte nach seinen ersten Abenteuern ist der kleine Comic-Gallier Asterix noch äußerst erfolgreich, sodass neben dem Comics, Zeichentrick- und Realfilmen auch Hörspiele zu der bekannten Figur gibt. Karussell produziert eine neue Serie, die sich an die Reihenfolge der Comicvorlage hält. „Die Lorbeeren des Cäsar“ kann, ebenso wie viele seiner Vorgänger, in wenigen Sätzen zusammengefasst werden, dennoch ist die etwa einstündige Produktion wegen der vielen humorvollen Szenen sehr kurzweilig geraten. Der große Charme der Serie geht besonders von den vielen ausdrucksstarken Charakteren aus, auch Homäopatix kommt mit seiner arroganten Art in den ersten Szenen recht signifikant herüber. Natürlich ist klar, dass Asterix und Obelix die Lorbeeren besorgen sollen, was über unterschiedliche Stationen und sogar einen Sklavenhändler geschieht. Die vielen witzigen Momente und die gelungenen Einfälle machen richtig Spaß, sodass auch diese Folge sehr unterhaltsam geraten ist.

Michael Grimm spricht wie immer die Rolle des pfiffigen Galliers. Durch ihn bekommt Asterix eine sehr positive und witzige Ausstrahlung, besonders seine guten Einfälle kommen dabei gut zur Geltung. Douglas Welbat spricht seinen großen Freund Obelix, der mit seiner langsamen Sprechweise immer etwas schwer von Begriff wird, aber auch unüberhörbare Freude wiedergeben kann – eine sehr gelungene Leistung.

In Sachen Musik geht er hier comichaft und witzig zu, wobei viele Geräusche deutlich computergeneriert wirken und so insbesondere Kinder ansprechen dürften. Dennoch ist die Vielfalt durchaus beeindruckend, alles wirkt sehr lebendig. Die Dialoge werden durch viele Sounds unterstützt, Musik wird insbesondere während der Szenenübergänge eingesetzt.

Für das Cover wurde die Zeichnung des Comics verwendet, das Asterix und Obelix in den Mittelpunkt stellt. Voller Stolz und mit erheitertem Gesicht halten sie den Lorbeerkranz des Cäsar in den Händen, der hier nur als Steinstatue zu sehen ist. Die restliche Gestaltung ist wie bei den Vorgängern auch sehr schlicht gehalten, die comichafte Schrift lockert das Ganze aber deutlich auf.

Fazit: Ein humorvoller Einstieg, eine kurzweilige Handlung und ein pfiffiger Schluss – auch diese Folge von Asterix überzeugt mit vielen witzigen Momenten und einer lockeren Ausstrahlung. Die starken Charaktere dieser Folge stechen positiv hervor.

VÖ: 26.Juni 2015
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602547126795


Asterix – 17. Die Trabantenstadt



Erster Eindruck: Cäsars neuester EInfall

Julius Cäsar hat einen neuen Plan ersonnen, um die widerspenstigen Gallier aus ihrem Dorf zu vertreiben. Doch statt auf kämpferische Konfrontation setzt er dieses mal auf eine schlaue List: Ganz in der Nähe des Dorfes will er eine Großstadt errichten lassen, die langsam das Dorf für sich einnehmen soll. Doch dabei hat er nicht mit der Gewitztheit der Gallier gerechnet – und mit der Magie des Druiden Miraculix...

Seit einiger Zeit produziert Karussell neue Hörspiele um den bekannten Comichelden Asterix, in erfreulicher Häufigkeit erscheinen seitdem neue Folgen. Mit „Die Trabantenstadt“ ist die mittlerweile 17. Folge veröffentlicht worden, die wieder mal vorrangig in dem kleinen gallischen Dorf spielt. Es ist äußerst vergnüglich erzählt, wie dank der Magie von Miraculix und dem Pfiff von Asterix immer wieder der Plan von Cäsar vereitelt wird. In recht kurzen Szenen werden dabei unterschiedliche Stationen erzählt, mal ziemlich offensichtlich komisch, mal mit hintergründigem Witz durchzogen. Besonders, nachdem die Damen der ersten Bewohner der Stadt das Dorf bevölkern, ergeben sich zahlreiche sehr gelungene Momente, die sogar einen Hauch Sozialkritik enthalten. Während dies vor allem Erwachsenen gefallen dürfte, erfreuen sich die Kinder an den albernen und spannenden Momenten. Die Geschichte ist in einer knappen Stunde sehr kurzweilig erzählt und enthält verschiedene Stimmungen, und auch die Charaktere kommen hier wieder gut zur Geltung. Die passende Produktion trägt ihr Übriges zum Gelingen des Hörspiels bei.

Eckart Dux spricht mit seiner markanten und deutlich gealterten Stimme den Miraculix, was sehr gut zu dem weisen und gelassenen Druiden passt. Kai Henrik Möller sorgt in einer eher kurzen Szene als Troubadix für eine herrlich alberne Szene, seine exaltierte Sprechweise formt einen auffälligen und gelungenen Charakter. Wolf Frass sorgt in seinen kurzen Erzähltexten für eine warmherzige und amüsante Stimmung. Weitere Sprecher sind Bernd Stephan, Sven Dahlem und Achim Buch.

Die Musik ist auf wenige Momente bei den Szenenübergängen beschränkt und nimmt damit nur wenig Einfluss auf die Stimmung. Sie wirkt dann allerdings comichaft und amüsant. Einige Geräusche sind während der Dialoge eingebaut, hätten aber für meinen Geschmack noch prägnanter und vielfältiger eingebaut werden können. So wirkt das Hörspiel an einigen Stellen leider etwas zu blass.

Natürlich wurde auch hier wieder das Cover des Comics für das Titelbild gewählt, dass hier überraschend farblos wirkt. In einem mit Lorbeer umkränzten Ausschnitt ist die Trabantenstadt in tristen Brauntönen zu sehen, nur der ziemlich miesepetrig dreiblickende Asterix bringt vor dem weißen Hintergrund etwas Farbe ins Spiel. Das Innere ist schlicht, aber übersichtlich gestaltet und enthält die üblichen Informationen.

Fazit: „Die Trabantenstadt“ bringt zahlreiche witzige Szenen und einen kurzweiligen Verlauf. Dabei kommen die Charaktere – insbesondere Asterix und Miraculix – wieder gut zur Geltung, während gegen Ende auch ein Hauch Sozialkritik eingebaut ist. Die vergnügliche Erzählung macht deswegen Erwachsenen und Kindern gleichermaßen Spaß.

VÖ: 27.Februar 2015
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602547126771


Asterix – 16. bei den Schweizern



Erster Eindruck: Edelweiß, Käsefondue und das rote Kreuz

Agrippus Virus hat mit seinen ausschweifenden Orgien und der sündhaft teuren Einrichtung für Misstrauen bei Julius Cäsar gesorgt, sodass er den Quästor Claudius Incorruptus ur Prüfung nach Condate entsendet. Doch Agrippus vergiftet den Quästor. Als dieser Miraculix um Hilfe bittet, weiß der Druide schnell Rat, doch für den Heiltrank benötigt er das seltene Edelweiß. Und so brechen Asterix und Obelix auf nach Helvetien, um die Pflanze zu suchen...

Es ist fast schon eine kleine Tradition bei Asterix und Obelix: Einer Folge, die hauptsächlich im Dorf spielt, folgt eine Geschichte, in der die beiden Gallier auf Reisen sind. Und so spielt die 16. Folge der Hörspielserie auf dem Weg in die Schweiz, und dabei werden so einige Klischees über das Alpenvolk humorvoll auf die Schippe genommen: Käsefondue, das Bankgeheimnis, politische Neutralität und noch einige andere. In jeder Szene gibt es eine neue Anspielung, und gerade diese Häufung gefällt und sorgt für einen Lacher nach dem anderen. Die Handlung ist dabei recht turbulent erzählt, immer neue Situationen kommen auf Asterix und Obelix zu, unterbrochen von einigen Szenen mit Claudius Interruptus und Miraculix. Die schnellen Wechsel lassen eine gewisse Dynamik entstehen, sodass ein flüssiger Erzählstil entsteht. „Asterix bei den Schweizern“ ist ein sehr witziges Hörspiel geworden, dass mit seinem sehr offensiven Humor überzeugen kann.

Michael Grimm hat wieder die Rolle des Asterix übernommen, mit pfiffigem Klang und einer spontan wirkenden Aussprache kann er den cleveren Gallier sehr gut darstellen. Achim Schülke ist als Miraculix zu hören, er verleiht ihm einen etwas spröden und strengen Charme, kann aber immer auch ein gewisses Augenzwinkern durchscheinen lassen. Gerd Hinze ist als Claudius Incorruptus ebenfalls eine gute Wahl, mit viel Energie ist er bei der Sache. Weitere Sprecher sind Klaus Dittmann, Erik Schäffler, Patrick Elias.

Comichaft und kommt die akustische Gestaltung des Hörspieles daher. So wirken viele Sounds recht künstlich und sind offensichtlich am Computer erzeugt werden, was die Wirkung einer Comicumsetzung jedoch gut zu unterstützen weiß. Dabei wird viel Wert auf einen passende Hintergrund für die Szenen gelegt. Musik wird dabei nicht eingesetzt, sodass die Sprecher von zahlreichen passenden Sounds untermalt werden.

Auch auf dem Cover werden gleich mehrere Schweizer Klischees bedient, Asterix und Obelix sind in einem Banktresor umgeben von zahlreichen Münzen zu sehen. Während Asterix an einem Edelweiß schnuppert, hält Obelix selig einen Leib Käse in den Armen. Die restliche Gestaltung ist recht schlicht, wird aber immer wieder von kleinen Zeichnungen aus dem Comics aufgelockert.

Fazit: Die Reise zu den Schweizern ist gespickt mit Klischees und witzigen Anspielungen, viele Szenen nehmen dabei typische Thematiken aufs Korn. So gerät „Asterix bei den Schweizern“ zu einer sehr witzigen Angelegenheit, während die eigentliche Handlung turbulent und spannend erzählt wurde.

VÖ: 12.Dezember 2014
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602537662364


Asterix – 15. Streit um Asterix



Erster Eindruck: Unruhe im gallischen Dorf

Das kleine widerspenstige gallische Dorf ist Julius Cäsar immer noch ein Dorn im Auge. Doch er hat einen neuen Plan, um die eingeschworene Gemeinschaft zu entzweien und sendet Tullius Destuctivus ins Dorf. Dieser schleicht sich dort unter einem Vorwand ein und sorgt gleich mit Intrigen und Verleumdung für Zwietracht. Und tatsächlich: Bald sind die Gallier völlig zerstritten. Hat Cäsar gewonnen?

Nach langen Jahren der Abstinenz vertont Karussell momentan wieder eine der bekanntesten Comic-Reihen als Hörspiel: Asterix. Dabei wird in der Reihenfolge der Comicbände vorgegangen, sodass als 15. Geschichte aus dem gallischen Dorf wieder der „Streit um Asterix“ thematisiert wird. Dabei steht das Wirken von Tullius Destructivus im Mittelpunkt, der ein Talent dafür hat, die Schwächen der Bewohner zu erkennen und sie so gegeneinander aus zu spielen. Das offenbart, dass die Beziehungen untereinander durchaus komplex sind, bereitet aber insbesondere jede Menge Spaß. Dabei wird recht genau auf das Alltagsleben der Dorfbewohner eingegangen, einzelne Charaktere werden recht genau betrachtet. Aus Kleinigkeiten erwächst schnell großes Konfliktpotenzial, sodass das Tempo der Folge recht hoch ist. Gut gelungen ist am Ende der Ausweg aus den zahlreichen Streitereien, alles wird gekonnt aufgelöst und lässt die Dorfgemeinschaft wieder trotz aller Reibereien wie eine Einheit wirken. Eine humorige und temporeiche Folge der Serie, die gut gefallen kann.

Peter Weis ist in der Rolle des Tullius Destructivus zu hören und legt dabei viel Niedertracht in seine Stimme, klingt sehr unsympathisch und schafft damit einen gelungenen Charakter. Bernd Stephan ist – wie auch schon in vorigen Folgen - als Julis Cäsar zu hören und legt eine gewisse Hochnäsigkeit in seine Stimme, auch die immer leicht genervte Grundeinstellung aus den Comics kann er einfließen lassen. Isabelle Grothe macht ihre Sache als Gutemine, der Frau von Majestix, ebenfalls sehr gut und tritt mit viel Energie aus. Weitere Sprecher sind unter anderem Eckart Dux, Henry König und Achim Schülke.

Musik wird in dieser Produktion kaum eingesetzt, sodass die Atmosphäre vor allem durch verschiedene Geräusche erzeugt wird. Manche von ihnen sind im Hintergrund eingesetzt und untermalen die jeweilige Szene in ihrer Wirkung, andere sorgen für ein besseren Verständnis. Insgesamt liegt der Großteil der Atmosphäre aber auf den Sprechern, was mit ihren ausdrucksstarken Stimmen gut gelingt.

Natürlich wurde das Cover von der Comicausgabe übernommen, wobei die leicht modernisierte Neuauflage als Grundlage genommen wurde. Darauf zu sehen sind Asterix und Obelix, die sich einander anschreien, während im Hintergrund andere Dorfbewohner und Römer in heftigen Streitereien verstrickt sind – in symbolischen Grün eingefärbt. Und auch Tullius Detructivus, der sich grinsend die Hände reibt, hat natürlich seinen Platz gefunden.

Fazit: Tullis Detructivus ist eine gelungene Figur und sorgt mit seinen Intrigen für ordentlich Zündstoff. Dabei werden die Beziehungen untereinander wie auch einige Gallier unter die Lupe genommen, was einen sehr vergnüglichen Eindruck hinterlässt. Auch die Auflösung des Ganzes ist gut erzählt und zeigt die Stärken der Serie auf. Kurzweilig und hörenswert.

VÖ: 12.Dezember 2014
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602537662340


Asterix – 14. in Spanien



Erster Eindruck: Kleiner Spanier sorgt für Aufsehen

Nicht nur Gallien wurde von den Römern eingenommen, auch die Spanier müssen sich den Angriffen erwehren. Doch aus einem tapferen Dorf wird der Häuptlingssohn Pepe entführt und gefangen gehalten. Um das Dorf in die Knie zu zwingen, wird Pepe von einer Garnison nach Gallien gebracht, wo er auf niemand anderes als Asterix und Obelix trifft. Doch der Kleine hat es faustdick hinter den Ohren...

Nach jahrelanger Pause veröffentlicht Karussell wieder Hörspiele zu Asterix. Dabei wird die Reihenfolge der bekannten Comicvorlagen eingehalten, sodass Folge 14 Asterix und Obelix nach Spanien führt. Bis zum ersten Zusammentreffen von Pepe und den gallischen Helden dauert es jedoch etwas, denn zuerst wird die Geschichte aus beiden Perspektiven getrennt erzählt. Dabei sticht Pepe mit seiner frechen und kindlichen Art schnell heraus und bereitet dem Zuhörer viel Freude, während er die Erwachsenen nach seiner Pfeife tanzen lässt. Während dieser erste Teil eher locker ist, geht es nach dem Zusammentreffen von Asterix, Obelix und Pepe etwas turbulenter zu, denn die beiden Gallier bringen den spanischen Häuptlingssohn zurück in sein Heimatdorf und müssen dabei allerlei gefährliche Situation bestehen. Das ist ebenso kurzweilig und witzig wie eh und je, zumal die drei Charaktere bestens zueinander passen und gerade Pepe und Obelix mit ihren witzigen Charakterzügen für gute Laube sorgen.

Daniel Kirchberger ist hier als Pepe zu hören und stiehlt mit seine rotzig, frechen Art den „Großen“ bald die Show, indem er seine Rolle sehr witzig und vorlaut anlegt. Christian Rudolh spricht den römischen Kommandanten Claudius Bockschus und kann mit seiner markanten Stimme und der glaubhaften, kindgerechten Sprechweise überzeugen. Erzähler Wolf Frass kann mit seinem sehr angenehmen Klang und ruhiger Betonung die kurzen Erzählpassagen sehr lebendig darstellen. Weitere Sprecher sind Achim Schülke, Kai Henrik Möller und Rainer Schmitt.

In Sachen Akustik greifen Regisseur Thomas Karallus und sein Team die comichafte und turbulente Stimmung der Vorlage auf und setzten dabei besonders auf eine vielfältige Geräuschkulisse, die die einzelnen Szenerien betont und ihnen die passende Stimmung verleiht. Dabei geht es mitunter auch schon mal etwas lauter zu, die Sprecher und die Dialoge gehen dabei jedoch nicht unter.

Das Cover des Comics wurde natürlich auch hier als Titelbild verwendet, um den Wiedererkennungswert zu steigern. Zu sehen sind Asterix, Obelix, Pepe und der kleine Hund Idefix, die sich an einem Seil festhalten und freundlich den Betrachter anschauen, während im Hintergrund eine typische Landkarte zu sehen ist, natürlich mit Spanien im Mittelpunkt. Die restliche Gestaltung ist hier sehr schlicht und auf das Wesentliche reduziert worden.

Fazit: Pepe ist der eindeutige Star dieses Hörspiels und überzeugt mit seiner sehr lebendigen und frechen Art. Die Geschichte braucht zwar etwas, um an Fahrt aufzunehmen, kann aber gerade im zweiten Teil und einer stürmischen Handlung überzeugen.

VÖ: 17.Oktober 2014
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602537662319


Asterix – 13. und der Kupferkessel



Erster Eindruck: Turbulente Jagd von Asterix und Obelix

Ein Nachbardorf der widerspenstigen Gallier bittet Majestix um Hilfe: Sie haben einen ganzen Kessel voller Sesterzen und wollen ihn vor den römischen Steuereintreibern verstecken. Asterix ist dafür zuständig, den Kessel zu bewachen, doch prompt wird dieser gestohlen. Keine Frage, dass sich der mutige Krieger zusammen mit seinem Freund Obelix sogleich auf die Suche begibt...

Neue Folgen von Asterix – wer hätte erwartet, dass es dazu noch einmal kommen könnte. Doch bei Karussell wurden tatsächlich neue Comics vertont, sodass als insgesamt 13. Folge „Asterix und der Kupferkessel“ erschienen ist. In der neuen Produktion kommt die Stimmung im gallischen Dorf sehr gut herüber, das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere ist zwar etwas heruntergebrochen, was aber aufgrund der vorherrschenden Vielfalt mit den vielen Details nicht verwunderlich ist. Dennoch kommt die turbulente und keineswegs friedfertige Atmosphäre sehr gut zur Geltung und wirkt sehr unterhaltend. Auch der Einsatz des Erzählers ist gelungen, statt die Dialoge einfach aneinanderzureihen trägt er mit seinen Kommentaren zum besseren Verständnis bei und kürzt die Handlung etwas, um sie an das Medium Hörspiel anzupassen. Die Handlung ist hier ziemlich witzig und gelungen, zahlreiche Hindernisse stehen bis zur Wiedererlangung des Kessels um Wege und tragen so zum Unterhaltungswert bei. Schön, dass er der pfiffige Gallier wieder auf CD geschafft hat!

Michael Grimm ist in der Neuproduktion als Asterix zu hören, er verleiht der bekannten Figur einen pfiffigen Charakter und wirkt immer sehr präsent und glaubwürdig. Douglas Welbat gefällt mir als Obelix sehr gut, er kann sowohl eine gemütliche als auch eine etwas kindische Note mit einbringen und hat dabei oft die Lacher auf seiner Seite. Kai Henrik Möller spricht den Piratenkapitän, der als Running Gag immer wieder mit den Galliern aneinandergerät und kann seine kurze Szene mit viel Energie ausstatten. Weitere Sprecher sind Tetje Mierendorf, Tilman Borck und Gerhart Hinze.

Die akustische Umsetzung der Geschichte ist hier recht gelungen, wobei kaum Musik eingesetzt wird. Der weitaus größte Teil der Atmosphäre wird deswegen neben den Sprechern von zahlreichen und passenden Geräuschen erzeugt. Diese wirken recht kindgerecht und comichaft, aber manchmal auch etwas künstlich. Insgesamt gefällt mir diese Umsetzung aber gut.

Das Cover des Comics wurde hier modernisiert und etwas aufgehübscht, sodass es einen etwas modernen Ausdruck bekommt. Asterix und Obelix laufen darauf symbolisch dem Kupferkessel hinterher, der auf einem goldenen Wagen davonrollt und während der Fahrt einige Münzen verliert. Die restliche Gestaltung ist sehr schlicht, nur wenige Motive aus dem Comics haben hier Einzug gefunden.

Fazit: Die Neuauflage der Comicklassiker überzeugt mit einer passenden Geräuschkulisse, einer gelungenen Anpassung an das Medium Hörspiel und vielen guten Sprechern, die die Handlung zum Leben erwecken. Die vielen witzigen Momente sorgen hier für gute Unterhaltung.

VÖ: 17.Oktober 2014
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602537662302


Asterix – 9- und die Normannen



Erster Eindruck: Ein Feigling und eine wilde Meute

Die widerständigen Gallier bekommen Besuch von Grautvornix, dem Neffen von Majestix. Dieser wurde von seinem Vater in das Dorf geschickt, damit er ein richtiger Mann wird. Doch dieser lehrt die Bewohner lieber, wie man heutzutage in Lutetia tanzt und hat kein Interesse daran, mutig und tapfer zu werden. Doch kurz darauf landen die Normannen an der nahe gelegenen Küste mit nur einem Ziel – sie wollen die Furcht lernen, die bekanntlich Flügel verleiht...

2006 erschien als „Asterix und die Wikinger“ der bisher letzte Zeichentrick-Film, einige Jahre später wurden Motive des Comics auch in einer Realverfilmung verwendet. Ebenfalls aus dem Jahr 2006 stammt aber auch die Hörspielumsetzung von Karussell, hier allerdings unter dem Originaltitel „Asterix und die Normannen“. Die Folge spielt vorrangig im Dorf und in den nahe gelegenen Wäldern, sodass man viel von dem ganz besonderen Charme, der ganz besonderen Stimmung des Dorflebens mitbekommt. Gleich zwei gelungene Ideen haben dabei Einzug gefunden und bringen die Geschichte ans Laufen: Einerseits Grautvornix, der ängstliche Neffe von Majestix, der als ziemlich verweichlicht und typischer Großstädter dargestellt wird, am Ende aber natürlich auch seine mutige Seite zeigen kann. Da es hier eher auf den Spaßfaktor ankommt, wird die Wandlung kurz und bündig dargestellt. Anderes Antriebswerk der Folge sind die unerschrockenen Wikinger, die unbedingt lernen wollen, Angst zu haben. Sie werden ziemlich wild und unbändig dargestellt, ihr ungewöhnliche Wunsch bringt eine humorvolle Komponente ein. Besonders, wie ihnen schließlich Furcht eingeflößt wird,ist witzig umgesetzt und passt sehr gut in die Serie. Der Humor kommt hier nicht zu kurz, ist aber nicht ganz so vordergründig wie in anderen Folgen, er wird eher aus der Persiflage der Wikinger und auf den Großstädter Grautvornix gewonnen.

Stefan Brönnecke ist als Grautvorix Gastsprecher der Folge. Er verlieht seiner Stimme einen leicht versnobten Klang und spielt sich dynamisch und glaubwürdig durch die Handlung. Olaf Maulaf, der Häuptling der Normannen, wird von Klaus Dittmann gesprochen, der mit lauter und polternder Stimme einen grobschlächtigen Eindruck verbreitet. Douglas Weltbat ist als Obelix zu hören, setzt den starken Gallier mit gutmütiger, manchmal auch etwas einfältiger Stimme passend um. Weitere Sprecher sind Thomas Kröger, Thomas Karallus und Wolf Frass.

Die jeweilige Stimmung der Szene wird hier oft mit passenden Geräuschen untermalt, die eine vielfältige Soundkulisse bilden. Manchmal wirkt dies etwas unübersichtlich und chaotisch, da auch viele Geräusche eingebaut wurden, die die Handlung verdeutlichen sollen. Kurze Musikstücke ergänzen die atmosphärische Gestaltung und sind immer wieder zur Trennung einzelner Szenen verwendet worden.

Für die Comics gibt es zahlreiche verschiedene Coverversionen, für diese Umsetzung wurde eine sehr modern wirkende Gestaltung ausgewählt. Im Vordergrund ist ein Normanne zu sehen, der den ängstlich dreinblickenden Grautvornix am Kragen gepackt hält und ihn wütend anschaut. Im Hintergrund ist eine wilde Schlägerei zu sehen, bei dem sich Asterix, Obelix und ein weiterer Normanne von den schemenhaften anderen Kämpfern abheben.

Fazit: Die Kombination aus viel Humor und einer kurzweiligen Handlung ist hier witzig und spannend umgesetzt worden. Sowohl die Figur des Grautvornix als auch das wilde Volk der Normannen sind gelungen umgesetzt worden und bringen die Handlung in Fahrt. Die Umsetzung ist stellenweise etwas überfrachtet, wirkt aber auch spaßig und gibt die Stimmung des Comics gelungen wieder.

VÖ: 28.April 2006
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602498768471


Asterix – 8. bei den Briten



Erster Eindruck: Gekochtes Wildschwein mit Pfefferminzsoße

Nicht nur die Gallier werden von den Truppen Julius Caesars bedrängt, auch die Briten haben unter den Angriffen zu leiden. Und so besucht Teefix, ein Vetter von Asterix, das kleine gallische Dorf, um sich etwas von dem Zaubertrank zu holen. Um für seine sichere Reise zu garantieren, begleiten Asterix und Obelix ihn auf seiner Fahrt. Doch ganz reibungslos geht dies nicht von statten...

Kaum jemand, der in seiner Kindheit nicht mindestens ein oder zwei Comichefte von Asterix, dem pfiffigen Gallier gelesen hat. Auch heute noch gehört die Reihe zu den erfolgreichsten Comicveröffentlichungen. Die Hörspielumsetzung von Karussell hat eine moderne Neuumsetzung des Stoffes zum Ziel, was auch der achten Folge „Asterix bei den Briten“ deutlich anzumerken ist. Durch den Einsatz eines Erzählers wird die Handlungen flott vorangetrieben, die einzelnen Dialoge gut miteinander verstrickt, er erzählt, was sonst in den Bildern des Comics zu sehen ist. Hier ist er besonders in den ersten Szenen unverzichtbar, wenn er die Eigenheiten der Briten und den Grund für Teefax' beschreibt. Hier kommt auch der Humor der Folge sehr gut zu tragen, wenn das britische Volk ordentlich auf die Schippe genommen wird – und das zieht sich durch die gesamte Folge. Seien es die speziellen Essgewohnheiten, die Eigenheiten der englischen Sprache oder die seltsame Angewohnheit, um fünf Uhr Nachmittags heißes Wasser zu trinken, alles wird mit einem deutlichen Augenzwinkern versehen. Die Geschichte orientiert sich an der turbulenten Reise von Asterix, Obelix und Teefax, auch die lange Suche nach dem Zaubertrank, der zwischenzeitlich abhanden gekommen ist, wird gekonnt thematisiert. Die liebevollen Figuren mit ihren speziellen Eigenschaften kommen dabei gut zur Geltung und runden das flotte und kurzweilige Hörspiel gekonnt ab.

Peter Heinrich ist in dieser Serie als Asterix zu hören, seine Stimme klingt hier sehr schnarrend und gleichzeitig recht hoch. Zuerst klingt dies recht merkwürdig und ungewohnt, im Laufe der Zeit gewöhnt man sich aber daran und kann seiner energischen Umsetzung viele positive Seiten abgewinnen. Michael Harck spricht den Briten Teefax, mit seiner leicht hochnäsigen und betonten Stimme kann er das klassische Klischee der Briten bestens erfüllen. Erzähler ist Wolf Frass, dessen angenehme und ruhige Stimme die Erzählteile verständlich und atmosphärisch umsetzt. Weitere Sprecher sind unter anderem Gerd Hinze, Thomas Karallus und Stefan Brönnecke.

Akustisch geht es in dieser Hörspielumsetzung vielfältig und bunt zu. Zahlreiche eingebaute Sounds, die deutlich computergeneriert wurden und einen fröhlich-künstlichen Klang haben, lassen Erinnerungen an Cartoonverfilmungen aufkommen und dürften gerade Kindern viel Spaß bereiten. Auch die Musik sind ebenso flott und witzig umgesetzt, sodass alles wie in ein einheitliches Gewand gekleidet scheint.

Das Cover zeigt – selbstverständlich – eine Zeichnung aus den Comics, allerdings sind die Zeichnungen deutlich moderner und dem Look der neuveröffentlichten Hefte angepasst. Zu sehen sind Asterix, Obelix und Teefax, die samt Zaubertrankfass vor einer Horde Briten fliehen, um Hintergrund wird ein Rugbyfeld angedeutet. Auch die restliche Gestaltung greift immer wieder kleine Motive aus den Comics auf.

Fazit: Die Umsetzung des Comics in der Hörspieladaption ist turbulent, fröhlich und lebhaft gelungen, wobei man sich an einige Sprecher kurz gewöhnen muss. Die Handlung ist kurzweilig und beschreibt eine abenteuerreiche Reise, immer wieder neue Situationen sorgen dabei für Abwechslung, aber auch etwas Verwirrung, da alles recht schnell wechselt. Die Charaktere und deren Eigenschaften kommen sehr gut zur Geltung, Humor ist ein wichtiger Baustein der Folge.

VÖ: 28.April 2006
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602498768464


Asterix – 7. und die Goten



Erster Eindruck: Die Entführung des Druiden

Asterix und Obelix begleiten Miraculix zu einem Treffen der Druiden im Kanutenwald. Doch selbst eintreten dürfen sie nicht, sodass sie nicht beobachten können, wie Miraculix mit seinem wundersamen Zaubertrank den Wettbewerb der Druiden gewinnt. Doch kurz darauf wird er von den Goten geführt, sodass sich die beiden gallischen Krieger auf die Suche nach ihm machen müssen – und so einige Tricks anwenden...

Die Comic-Serie Asterix stellt immer wieder andere Völker in den Mittelpunkt eines Bandes und verknüpft diese dann mit Klischees und einigen Anspielungen. Auch „Asterix und die Goten“, das als siebte Folge für die zugehörige Karussell-Hörspielserie produziert wurde, bedient sich an diesem Element und stellt in Bezug auf die französische Sicht auf die Deutschen die Goten als militärisch organisiert und ordnungsliebend dar. Ein bisschen Eigenhumor muss man also schon mitbringen, aber auch ansonsten werden viele witzige Stellen eingebaut. Dabei ist besonders das Treffen der Druiden zu erwähnen, die sich mit komischen Tränken und Zaubern übertreffen. Auch die Erzählweise ist hier sehr gut gelungen, der Sprecher fasst Dinge gut zusammen und kann die sonst in den Comics dargestellten Bilder kurzweilig wiedergeben. Und auch Obelix' Begriffsstutzigkeit und seine freundliche und einfältige Art sorgen immer wieder für Lacher. Die Geschichte, die in kurzweiligen 42 Minuten flott erzählt wird, hat einen flüssigen und spannenden Verlauf, springt schnell von einer Situation zur nächsten und stellt immer neue Begebenheiten in den Vordergrund. Besonders gut gefällt mir die List, mit der die Handlung aufgelöst wird, ein cleverer und gelungener Einfall. Diese Folge ist sehr auf die Handlung fixiert und kann diese flott erzählen, so geht aber manchmal auch Atmosphäre verloren.

Wolf Rathjen ist als Druide Miraculix zu hören, mit seiner angenehmen Stimme und dem ruhigen Klang ist er eine sehr gute Wahl und stellt das souveräne Auftreten des weisen Mannes gekonnt dar. Rhetorik, der Anführer der Westgoten, wird von Gerd Hinze gesprochen, sein prägnanter und lauter Klang stellen einen imposanten Mann dar, dessen Wildheit ebenso wie seine Führungsfähigkeiten herausgestellt werden. Erzähler ist Wolf Frass, der mit ebenso heiterer wie markanter Stimme fröhlich und unbeschwert durch die Handlung führt. Weitere Sprecher sind Michael Harck, Thomas Schüler und Lothar Zibell.

Die akustische Untermalung ist recht vielseitig, aber auch ziemlich plakativ geworden. Zahlreiche Hintergrundgeräusche, teilweise Stimmengewirr oder der Lärm von Kämpfen, bildet eine stetige Geräuschkulisse, viele andere vordergründige Geräusche zur Unterstützung der aktuellen Handlung und kleine, abgehackt wirkende Melodien, um einzelne Szenen voneinander zu trennen und sorgen für eine manchmal etwas überladene, comichafte Wirkung.

In modernem und witzigem Comicstil ist das Cover zu diesem Hörspiel gehalten, das natürlich auf die Zeichnungen der Vorlagen zurückgreift. Die beiden Helden des Hörspiels sind darauf in kämpferischer und angriffslustiger Pose zu sehen, im Hintergrund die ängstlichen Römer, vorn nur durch Schatten sind die Goten mit ihren Spitzhelmen angedeutet. Ein Wegweiser, von denen einer nach Gallien und einer zu den Goten zeigt, ist ein typisches Element aus den Comics.

Fazit: Die Geschichte wird mit viel Tempo erzählt, die einzelnen Situationen reihen sich schnell aufeinanderfolgend aneinander, lassen die Zeit sehr schnell vergehen, wirken aber manchmal auch etwas ungeordnet und hektisch. Viele witzige Momente runden das positive Gesamtbild ab.

VÖ: 28.April 2006
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602498768457

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