Sherlock Holmes & Co – 58. Unheilvolle Beute

Sherlock Holmes & Co – 57. Der König von New York

Sherlock Holmes & Co – 56. Preussisch Blau

Sherlock Holmes & Co – 55. Perlen des Todes

Sherlock Holmes & Co – 54. Tod vor laufender Kamera

Sherlock Holmes & Co – 53. Die Rückkehr der Angst

Sherlock Holmes & Co – 52. Boten der Angst

Sherlock Holmes & Co - 51. Der bleiche Tod

Sherlock Holmes & Co - 50. Auf dass ihr gerichtet werdet

Sherlock Holmes & Co - 49. Fahrstuhl zum Mord

Sherlock Holmes & Co – 48. Das Ende des Inspektors

Sherlock Holmes & Co - 47. Todesmelodie

Sherlock Holmes & Co - 46. Das doppelte Gesicht

Sherlock Holmes & Co – 45. Hinter den Kulissen

Sherlock Holmes & Co – 44. Der Falschspieler mit dem Karo-Ass

Sherlock Holmes & Co – 43. Der Rachegeist von Sing Sing

Sherlock Holmes & Co – 42. Das Verschwinden der Louise M. -2-

Sherlock Holmes & Co – 40. Zirkus des Verbrechens

Sherlock Holmes & Co – 39. Die Klinik-Morde

Sherlock Holmes & Co. – 38. Der schwarze Tod

Sherlock Holmes & Co – 37. Der Jungbrunnen -2-

Sherlock Holmes & Co – 36. Der Jungbrunnen -1-

Sherlock Holmes & Co – 35. Die schottische Spur

Sherlock Holmes & Co - 34. Das Haus der Verdammten

Sherlock Holmes & Co – 33. Femme Fatale

Sherlock Holmes & Co – 32. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -2-

Sherlock Holmes & Co – 31. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -1-

Sherlock Holmes & Co – 30. Das Rattendorf

Sherlock Holmes & Co – 29. Der Schrecken vom Central Park

Sherlock Holmes & Co – 28. Mörderisches Spektakel

Sherlock Holmes & Co - 27. Der Schrei der Banshee -2-

Sherlock Holmes & Co - 26. Der Schrei der Banshee -1-

Sherlock Holmes & Co – 25. Wolfsspuren

Sherlock Holmes & Co – 24. Der grinsende Gott

Sherlock Holmes & Co – 23. Tödliche Trauben

Sherlock Holmes & Co – 22. Tod am Dock

Sherlock Holmes & Co – 21. Botschaft aus dem Totenreich

Sherlock Holmes & Co – 20. Die Verschwundenen von Zimmer 5

Sherlock Holmes & Co – 19. Eine Stadt in Angst

Sherlock Holmes & Co – 18. Die Geisterfrau

Sherlock Holmes & Co – 17. Das Verlagen zu töten

Sherlock Holmes & Co – 16. Das Erbe der Familie Chambois

Sherlock Holmes & Co – 15. Der Arrest

Sherlock Holmes & Co – 14. Der Mann in Orange

Sherlock Holmes & Co – 13. Das flammende Phantom

Sherlock Holmes & Co – 12. Das Blut junger Frauen

Sherlock Holmes & Co – 11. Ein Fall vom Kontinent

Sherlock Holmes & Co – 10. Der Griff des Todes

Sherlock Holmes & Co – 9. Die Hexe von Whitechapel

Sherlock Holmes & Co – 8. Loge 341

Sherlock Holmes & Co – 7. Die Tragödie von Birlstone


Sherlock Holmes & Co – 58. Unheilvolle Beute



Das Verhältnis zwischen Geoffrey Stafford und seinen Vorgesetzten Inspector Cross ist etwas angespannt, da der Polizist immer wieder Informationen von Mycroft Holmes erhält und sich der Inspector ausgegrenzt fühlt. Dennoch müssen die beiden vertrauensvoll zusammenarbeiten, als eine Reihe von Überfällen auf die britische Eisenbahn verübt wird und die Titelseiten der Presse dominiert. Und: Die Überfälle werden immer brutaler, als würden die Täter die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen…

Der „Zirkel der Sieben“ wird momentan ziemlich gepusht, in zahlreichen verschiedenen Serien hat die Verbrecherorganisation mit verschiedenen Superschurken ihre Finger im Spiel und beeinflusst den Verlauf mal mehr, mal weniger stark. Auch in „Sherlock Holmes & CO“ gab es bereits Überschneidungen, in der 58. Episode wird mal wieder sehr offensiv mit der Thematik umgegangen, ein paar Hintergrundinformationen sind eingebaut, der Fokus liegt stark auf dem Kampf gegen das Syndikat. Das ist für Kenner der Materie auch interessant - für Hörer allerdings, die einfach einem gepflegten Krimi lauschen wollen, ist das nicht wirklich erfüllend. Dieser Eindruck entsteht insbesondere, da übernatürliche Elemente eingebaut sind, die nicht so recht in das sonstige Serienkonzept passen wollen. Davon abgesehen – also eher als eine Stand-Alone-Folge aus dem Zyklus um den „Zirkel der Sieben“ betrachtet – ist eine durchaus unterhaltsame Episode entstanden. Schon die Introszene bietet einige aufregende Ansatzpunkte, das erste Gespräch des Ermittlerteams bietet die Grundlage für einige gut eingebaute Reibereien, der weitere Verlauf ist abwechslungsreich und mit verschiedenen Szenerien lebendig gestaltet. Manche Ideen wirken allerdings etwas gezwungen oder zu offensichtlich auf Spannung ausgerichtet, anstatt diese langsam entstehen zu lassen, wirklich subtil ist hier nur weniges. Der Fall wird gegen Ende gelungen aufgelöst, vollkommen befriedigt bin ich aber dennoch nicht zurückgeblieben.

Die Sprecher der Episode sind wieder überzeugend, viele kennt man ja bereits aus den anderen Serien um den „Zirkel der Sieben“, unter ihnen Thorsten Michaelis, Gabrielle Pietermann und Mia Diekow. Geoffrey Stafford ist in der Rolle des Björn Schalla zu hören und punktet mit seiner gradlinigen Art und authentischer Sprechweise, die er gekonnt den verschiedenen Situationen und dem Druck der Handlung anpasst. Rainer Fritzsche ist als Inspector Cross ebenfalls stark besetzt, seine Stimme ist markant und volltönend, er kann die Gefühlsregungen des Mannes sehr überzeugend darbieten. Peter Kirchberger spricht die Rolle des Paul Smith passend zu der harten Atmosphäre der Szenen, in denen er vorkommt und bringt viel Energie ein.

Die akustische Gestaltung der Episode gefällt mir gut, da viele verschiedene Elemente für einen lebendigen Klang sorgen. So gibt es zahlreiche eingebaute Melodien mit dynamischer Wirkung, die besonders spannende Szenen unterstreichen oder Szenenübergänge lebendiger wirken lassen. Aber auch die Geräuschkulisse ist treffend geraten und sorgt für einen authentischen Ausdruck vieler Szenen, auch wenn das Rattern von Eisenbahnen ruhig mehr in den Vordergrund gerückt werden könnte.

Die Serie schafft es immer wieder, mit einem kleinen Foto das Thema der Episode gekonnt aufzugreifen – hier ist dies mit einem Bild der Räder einer Lokomotive gelungen, das aus einer schrägen Perspektive und mit einer nach hinten unschärferen Optik aufgenommen wurde. Die restliche Gestaltung sehr schlicht und übersichtlich geraten, neben den Mitwirkenden und dem Werbehinweis für andere Produktionen des Labels sind keine weiteren Informationen enthalten.

Fazit: Der „Zirkel der Sieben“ mag sich hier nicht so wirklich nahtlos einfügen, besonders die kleinen übernatürlichen Elemente wirken wie Fremdkörper in der Serie. Der Fall an sich wird spannend und abwechslungsreich erzählt und kommt schnell in Gang, ein paar Stolpersteine bleiben aber im Weg liegen, sodass mich diese Folge leider nicht vollkommen abholen konnte.

VÖ: 29. Januar 2021
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736339


Sherlock Holmes & Co – 57. Der König von New York



Bei einer Debatte zweier Kandidaten für das Bürgermeisteramt von New York betonen diese erneut, dass der dritte Anwärter, der schwer reiche Theodor Stamp, wegen seiner fragwürdigen Politik und seinem populistischen Auftreten nicht der Richtige für das Amt sei. Doch die Zeit scheint für ihn zu spielen, da einige schmutzige Details aus dem Privatleben seiner beiden Mitbewerber ans Licht kommen. Hutchinson Hach wittert dabei nicht nur eine große Story, sondern auch einige unlautere Methoden und zieht Professor van Dusen zu Rate…

Sämtliche Detektive, die in der Krimi-Reihe „Sherlock Holmes & Co“ stammen aus vergangenen Zeiten, sodass aktuelle Ereignisse nur schwerlich eingebaut werden können. In der 57. Episode gibt es dann aber doch deutliche Anspielungen auf die Präsidentschaftswahl in den USA im Jahr 2020, heruntergebrochen auf das Amt des Bürgermeisters von New York, aber ebenfalls mit einem populistischen Kandidaten, der für Unruhe und Schmutzkampagnen sorgt. Dabei wurden viele Vergleiche tatsächlicher Aussagen auf die damalige Zeit umgemünzt, aber auch die Stimme des einfachen Volkes gehört, das sich von den Methoden des Millionärs einfangen lässt. Das mag an einigen Stellen etwas flach geraten sein, gerade zu Anfang habe ich eine etwas differenzierte Betrachtungsweise erhofft. Doch der Fall an sich ist durchaus gut erzählt und hält einige Überraschungen parat. Es ist Professor van Dusen – als New Yorker Bürger natürlich erste Wahl für diese Szenerie – der der Episode noch mehr Pfiff verleiht und gemeinsam mit Hutchinson Hatch für viele gelungene Momente bei den Ermittlungen sorgt. Diese entwickeln sich parallel mit neuen Ereignissen weiter, was sich im Laufe der Zeit zuspitzt und sich gegenseitig gut ergänzt. Ganz so komplex und gut durchdacht wie andere Fälle der Reihe ist diese Geschichte dann aber nicht und scheint vor allem ein Statement für die aktuelle politische Situation sein zu wollen, was zwar gut funktioniert, mit etwas mehr Substanz aber sicherlich noch besser geraten wäre.

Torsten Münchow schlüpft in die Rolle des unsympathischen Politikers Theodor „Teddy“ Stamp und lässt ihn wunderbar großspurig und arrogant wirken, sodass er das reale Vorbild aus der heutigen Zeit gut trifft, er bringt aber auch passende eigene Facetten mit ein. Udo Schenks markante Stimme passt sehr gut zu der Rolle des Rupert Johnston, der so eine markante Ausstrahlung bekommt und die Episode um einen weiteren interessanten Charakter ergänzt. Als Charley Flanagan ist Uwe Büschken zu hören, der sich ebenfalls gut dem Ambiente der Episode anpasst und für viele gelungene Momente sorgt. Weitere Sprecher sind Daniel Welbat, Marcel Colle und Daniel Zillmann.

Um den Tumult auf den New Yorker Straßen und die Unruhe in der Bevölkerung lebendiger zu gestalten, hat das Team um Produzent Sebastian Pobot eine vielfältige Geräuschkulisse geschaffen, die die besondere Stimmung gekonnt illustriert und für einige eingängige Momente sorgt, ohne jedoch die Dialoge in den Hintergrund zu drängen. Auch die Musik ist geschickt eingesetzt und betont einige Szenen und sorgt für weichere Übergänge, beispielsweise während der Erzähltexte.

Gleich vier Fahnen der USA wehen über einem halbrunden Hauseingang und stehen dabei auf dem Cover im Mittelpunkt, ein wenig von der hübschen Architektur des Gebäudes bekommt der Betrachter aber ebenfalls zu sehen. Die Rahmengestaltung ist mit dem Orange recht auffällig und erinnert passenderweise an eine Ermittlungsakte, während im Inneren des Booklets keine weiteren Extras zu sehen sind – ein paar Werbehinweise mal ausgenommen.

Fazit: Das Szenario zur turbulenten New Yorker Bürgermeisterwahl ist lebendig getroffen worden und bringt eine besondere Stimmung mit ein, die vielen Anspielungen auf aktuelle politische Verhältnisse wirken aber etwas gezwungen und aufgesetzt. Die Charaktere sind markant in Szene gesetzt worden und bringen Charme in die Handlung ein, die mich aber insgesamt nicht vollkommen überzeugen konnte.

VÖ: 27. November 2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736322


Sherlock Holmes & Co – 56. Preussisch Blau



Derek Dunford hat seine Frau Fay zu einem luxuriösen Picknick eingeladen, um mit ihr seine Beförderung in einem Industrieunternehmen zu feiern. Doch er schleicht sich heimlich davon und wird von Fay dabei erwischt, wie er heimlich die Pferde im nahegelegenen Rennstall beobachtet. Fay befürchtet, dass seine alte Spielsucht wieder schlimmer geworden ist und er erneut ihr gemeinsames Leben aufs Spiel setzt. Als sie ihn kurze Zeit später zur Rede stellen will, findet sie ihren Gatten tot in seinem Arbeitszimmer vor…

Seit einiger Zeit ist auch Pater Brown, der kirchliche Ermittler, Teil der Reih „Sherlock Holmes & Co“, was bedeutet, dass vermehrt moralische Aspekte in die Handlungen eingebaut werden. Dies ist in der 56. Episode besonders stark zu spüren, „Preussisch Blau“ beschäftigt sich mit einem Fall, bei dem ein unsympathischer Geldverleiher mit fraglicher Moral, ein erpresserischer Industrieller und ein geschickter Dieb im Ruhestand eine Rolle spielen – bei letzterem darf man sich natürlich über die Rückkehr von Hercule Flambeau freuen, der die Rolle an der Seite von Pater Brown wieder mit einer ganz eigenen Weltanschauung ausfüllt und für eine eher heitere Komponente sorgt. Der Fall an sich geht von dem oben beschriebenen Ausgangspunkt in verschiedene Richtungen, wobei besonders ein unmoralisches Angebot im Fokus steht. Da bietet keine Spannung im eigentlichen Sinne, da nur wenige Aspekte eines Falles aufgedeckt werden müssen, die eingebundenen Offenbarungen geben der Handlung eher einen neuen Anstrich mit aktuellen Entwicklungen denn mit einen Blick in die Vergangenheit. Doch interessant ist die Episode durchgängig, da genau deswegen ein unvorhersehbarer Verlauf entsteht und zudem einige sehr markante Charaktere auftauchen. Ein ungewöhnlicher Fall, der aber bestens funktioniert und die 65 Minuten Laufzeit gut ausfüllt.

Sina Zadra leiht der Figur der Fay Dunford ihre Stimme, die die ganz unterschiedlichen Gefühlslagen der Frau sehr genau trifft und die Emotionen so sehr genau an den Zuhörer überträgt, man leidet, hofft und bangt schnell mit der sympathischen Figur. Wunderbar unsympathisch, schmierig und hochnäsig ist Jens Wendland in der Rolle des Attila Kovacs zu hören, der so eine sehr markante und einprägsame Figur schafft. Auch Andre Beyer überzeugt mit einer alles andere als sympathischen Figur, der Industrielle Baltus Gale bekommt durch ihn einige markante Auftritte. Weitere Sprecher sind Kevin Kasper, Maria Koschny und Tom Solo.

Wie auch in den anderen Episoden der Reihe zuvor ist die akustische Gestaltung eher zurückhaltend, aber durchaus passend und vielseitig. Musik ist dabei in einigen besonders dramatischen Szenen und während der Erzähltexte und Szenenwechsel zu hören, wurde mit klassischen Instrumenten eingespielt und punktet mit gut auf die Handlung abgestimmten Stimmungen. Geräusche sind ebenfalls an den passenden Stellen eingebaut, sodass die Dialoge lebendiger wirken, aber eben nicht überdeckt werden.

Ein mehrfach verschnürter, mit einem klassischen Wachssiegel verschlossener Brief wurde in einer interessanten Perspektive im Schrägblick für das Covermotiv verwendet, wozu die bräunliche Farbgestaltung in Sepia sehr gut passt. Ansonsten ist die Gestaltung der CD-Version recht schlicht geraten, neben den üblichen Angaben zu den Mitwirkenden sind keine weiteren Extras vorhanden.

Fazit: Kein Verbrechen im eigentlichen Sinne, dafür beschäftigt sich die Folge mit einigen moralischen Verfehlungen und nimmt deswegen einen unerwarteten Verlauf. Die Ermittlungen von Pater Brown halten sich in Grenzen, die Figur kann dennoch ihren eigenen Charme mit einbringen. Und auch zu den anderen Charakteren baut man schnell eine Bindung auf – positiv wie negativ – sodass die Episode durchgängig unterhaltsam geraten ist.

VÖ: 27. November 2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736315


Sherlock Holmes & Co – 55. Perlen des Todes



Es schien ein gewöhnlicher Abend in einem Gasthaus in Plymouth zu werden, doch die Ankunft eines schweigsamen Reisenden setzt eine Kette unglücklicher Ereignisse in Gang, sodass nach einem Stromausfall ein Mord aufzuklären ist. Und obwohl zufällig ein Polizist zugegen ist, tappt Scotland Yard zunächst im Dunkeln. Sherlock Holmes wird auf den Fall aufmerksam, wobei ihm schnell bewusst wird, dass er hier äußerst schnell agieren muss…

Bereits seit vielen Jahren hat sich „Sherlock Holmes & Co“ als Krimihörspielserie etabliert, auch sind daraus schon andere Ableger entstanden. Ein ähnliches Prinzip wird auch in der 55. Episode angewendet, bei dem mal wieder der titelgebende Detektiv ermittelt und dabei schnell auf einen gewissen James Moriarty trifft. Kennern der Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle (oder diverser moderner Ableger) wird dieser Name als gerissener Superschurke bereits bekannt vorkommen, hier wird aber eine Begegnung geschildert, bei der sich die beiden Figuren noch nicht kennen. Als Grundlage wird das bekannte Motiv eines Mordes verwendet, bei dem der Tote in einem verschlossenen Zimmer aufgefunden wird und zeitgleich nur eine begrenzte Zahl an Personen für die Tat verantwortlich sein können. Doch im Gegensatz zu sonst geht es hier nicht darum, die möglichen Motive und Möglichkeiten der Anwesenden zu ermitteln und so den Mörder zu stellen, sondern eher auf die Ausführung an sich und eine clevere Idee, eigentlich ein ganz anderes Verbrechen zu begehen. Das ist clever konstruiert und mit einer dynamischen Entwicklung gespickt. Allerdings wird natürlich etwas Spannung genommen, da dem Hörer natürlich schnell klar sein kann, dass Moriarty auf die eine oder andere Weise an dem Mord beteiligt ist. Dennoch funktioniert die vielschichtige Geschichte mit vielen Details hervorragend und präsentiert einige ungewöhnliche Ideen, wobei auch der Startschuss zu der neuen Serie gelungen ist und neugierig macht.

Andreas Fröhlich hat die Rolle – ebenso wie in der gleichnamigen Serie – als Moriarty zu hören und zeigt eine ganz andere Facette seiner Stimme, die zwar den freundlichen Grundton beibehält, allerdings auch hinterhältig und boshaft klingen kann. So schafft er einen sehr gelungenen Antagonisten für die Folge, die einiges an Potenzial mit sich bringt. Als Dominic West ist Udo Schenk zu hören, dessen unverkennbarer Klang auch hier intensiv und volltönend wirkt, sodass seine Szenen viel zusätzliche Atmosphäre erhalten. Auch Arianne Borbach hat mir als Dottie Lynch sehr gefallen, die Szenen im Wirtshaus wirken durch ihre präsente und energische Sprechweise sehr lebendig. Weitere Sprecher sind Stefan Krause, Sina Zadra und Ilona Otto als resolute Arzthelferin.

Die akustische Gestaltung ist solide und erfüllt mit dem klaren Klang und einer lebendigen Wirkung alle Anforderungen an ein modernes Hörspiel, ist aber in manchen Details nicht vollkommen stimmig. So klingt das Stimmgemurmel im Gasthaus nach dem Mord ebenso unaufgeregt wie vorher, insgesamt kommen Musik und Geräusche aber stimmig herüber und sorgen für einen stimmigen Eindruck der Handlung.

Drei sanft glänzende Perlen werden in einer gebeugten Hand gehalten – das Motiv der Episode ist wie immer bei dieser Hörspielreihe sehr schlicht geraten, passt aber gut zum Titel und besitzt genug Individualität, um es einzigartig zu machen. Die restliche Gestaltung ist bereits hinlänglich aus den vorigen Episoden bekannt, neben einer ausführlichen Übersicht der Mitwirkeden gibt es keine weiteren Extras, sondern Hinweise auf andere Hörspiele.

Fazit: „Perlen des Todes“ überzeugt mit einem in sich abgeschlossenen Fall, der sich von einer klassischen Ausgangssituation überraschend und wendungsreich weiterentwickelt. So ist der Verlauf nicht vorhersehbar und überzeugt mit einigen gelungenen Ideen und markanten Charakteren. Dass sich die „Moriarty“-Serie auch auf diese Episode bezieht, ist ein reizvoller Ansatz und macht neugierig auf die weiteren Entwicklungen des Verbrechergenies.

VÖ: 25.09.2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736308


Sherlock Holmes & Co – 54. Tod vor laufender Kamera



Die ersten Filmaufnahmen faszinieren die Bevölkerung noch immer, selbst wenn neben Alltagsaufnahmen nun auch Filme mit kleinen Geschichten produziert werden. Doch eine kurze Szene einer New Yorker Straße weckt die Aufmerksamkeit eines Zuschauers, der in dem Getümmel einen Mord zu entdecken glaubt. Doch auf dem Weg zur Polizei wird er ermordet. Professor van Dusen nimmt sich den Fall an und entdeckt Ungereimtheiten in der Vergangenheit des Ermordeten…

Professor van Dusen ist als „Denkmaschine“ seit Beginn der Krimi-Reihe „Sherlock Holmes & Co“ von Romantruhe Audio ein fester und durchgängiger Teil der Ermittlerriege, wobei sein exzentrischer Charakter und seine überhebliche Art mit der spitzen Zunge seine ganz eigene Stimmung mit einbringen. Auch die 54. Episode dreht sich um den hochintelligenten Hobbykriminologen, die Geschichte passt nicht nur gut zu der Figur, sondern ist auch eng mit dem Schauplatz New York verbunden. Mir gefällt, dass die Anfänge der Filmaufnahmen so gelungen thematisiert werden und die Aufregung für das neue Medium gerade zu Anfang eine gelungene Note mit einbringen. Die ersten Szenen drehen sich vor allem um den nahezu unbemerkten Mord auf den Filmaufnahmen und den Tod des Zuschauers, was ein solides Grundgerüst bildet und die ersten Spannungsbögen initiiert – schließlich müssen hier gleich zwei Morde aufgeklärt werden. Nach dem Umschwung auf Professor van Dusen und seinen Kumanen Hutchinson Hatch geht es nicht sonderlich temporeich weiter, die Handlung entwickelt sich aber durchgängig interessant und hörenswert weiter. Immer neue Zusammenhänge werden aufgedeckt, Vermutungen angestellt und zwischendurch kleine Spannungsmomente gesetzt, was die Episode sehr unterhaltsam wirken lässt. Die Hintergründe des Falles entpuppen sich dann als gut durchdacht und spannend aufbereitet, sodass auch ein gelungener Abschluss entstanden ist.

Babara Belmore, die Witwe des Ermordeten und Auftraggeberin für Professor van Dusen, wird von Barbara Aust gesprochen und legt viel Energie und Leidenschaft in ihre Stimme, was einen authentischen Eindruck hinterlässt und die bewegte Gefühlwelt der Dame gekonnt zur Geltung bringt. Bodo Wolf spricht Inspektor Mallory mit harscher und abweisender Stimme, betont die einzelnen Wörter gekonnt und schafft so einen markanten Eindruck des überforderten Ermittlers. Als Cardone hat mir Daniel Zillmann sehr gut gefallen, er passt sich sehr gekonnt den verschiedenen Szenen an und verleiht seiner Stimme dabei einen lebendigen Eindruck. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Uve Teschner und Milton Welsh.

Die Umsetzung der Geschichte als Hörspiel ist insgesamt eher schlicht geraten, viele Dialoge werden nur von ein paar Geräuschen wie dem gelegentlichen Knarren eines Stuhles oder ein paar Schritten untermalt, andere Szenen sind aber auch lebendiger gestaltet. Die Musik ist recht vielfältig, bedient sich aber eher klassischen Instrumenten mit ebensolcher Wirkung, wobei sie die verschiedenen Stimmungen der Handlung gut aufgegriffen werden.

Das Cover spielt auf das Thema der ersten Videoaufnahmen mit einer alten Kamera an, was eine ebenso schlichte wie gelungene Umsetzung zu der Handlung ist. Die Optik einer alten Alte, an die die Gestaltung auf dem Titelbild angelehnt ist, sorgt mit dem orangefarbenen Grundton für mehr Aufmerksamkeit. Das Innere ist schlicht, aber übersichtlich umgesetzt und enthält noch einige Hinweise auf ähnlich gelagerte Hörspiele.

Fazit: Der „Tod vor laufender Kamera“ startet mit gleich zwei zu klärenden Fällen interessant und kann die daraus resultierende Handlung unterhaltsam gestalten, obwohl das Tempo eher langsam ist und den einzelnen Momenten viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. So kommen aber nicht nur interessante Details ans Licht, sondern auch die Charaktere kommen gut zur Geltung und entfalten ihren speziellen Charme.

VÖ: 28.08.2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736100


Sherlock Holmes & Co – 53. Die Rückkehr der Angst



Inspector Cross wird zu einem Tatort in der Wohnung eines Ehepaares gerufen, in dem die unbekleidete Leiche der Gattin aufgefunden wird. Während er gemeinsam mit Constable Stafford erste Spuren ermittelt, wir ihr Ehemann verwirrt in den Straßen umherirrend vorgefunden. Die Verwirrung ist ihm anzumerken, an die letzten Ereignisse kann er sich nicht mehr erinnern – lediglich der Besuch des Zirkus, von dem die ganze Stadt redet, ist ihm in Erinnerung geblieben…

Eine kleine Erinnerung an „Die größten Fälle von Scotland Yard“ ist mittlerweile auch in die „Sherlock Holmes & Co“-Serie von Romantruhe Audio eingebunden – neben ansonsten bekannten, klassischen Figuren werden hier auch wieder eher unbekannte Ermittler eingebaut. „Die Rückkehr der Angst“ ist dabei dennoch gespickt mit zahlreichen Referenzen, die auf ein anderes Serienuniversum hinweisen und in die Handlung um den „Zirkel der Sieben“ eingebunden ist. Im Fokus steht jedoch der junge Geoffrey Stafford, der voller Eifer und Scharfsinn, aber auch mit etwas Hilfe von außerhalb ermittelt und sich gleichzeitig gegen seinen dominanten Vorgesetzten durchsetzen muss – das reicht zwar nicht ganz, dass man völlig mit ihm mitfiebert, dazu wächst er einem zu wenig ans Herz, schafft aber dennoch einige interessante Charakterzüge. Der Fall an sich ist gekonnt aufgebaut. Nachdem der Hörer hautnah beim ersten Mord dabei sein kann, werden danach langsam immer weitere Informationen preisgegeben und Zusammenhänge zu anderen Fällen gezogen. Das sorgt für Spannung und im Laufe der Zeit für ein immer größer werdendes Mysterium um einen geheimnisvollen Magier, der der Schlüssel zu den Vorfällen zu sein scheint. Zwar gibt die Vorgehensweise des Mannes nur wenige Rätsel auf, da eine recht klassische Vorgehensweise dargeboten wird. Das macht aber nichts, da viele andere Geheimnisse und Wendungen eingebaut wurden, wobei besonders das Ende sehr überraschend geraten ist. Ein paar hübsche Stimmungen sorgen für Abwechslung, was die Episode abrundet. Diese funktioniert für sich allein recht gut, ist im Kontext der anderen Serien und Geschichten aber noch einmal reizvoller.

Björn Schalla ist als engagierter Constable Geoffrey Stafford zu hören und bringt die ruhige und gradlinige Art des Ermittlers sehr gut herüber, er trifft immer den richtigen Ton zur Gefühlslage seines Charakters. Dabei drängt er sich aber nie in den Vordergrund, sondern überlässt auch anderen Figuren die Bühne. Beispielsweise Inspektor Cross, der von Rainer Fritzsche barsch und abwertend gesprochen wird, was eine sehr glaubwürdige und markante Figur schafft. Reent Reins schlüpft wieder in die Rolle des Mycroft Holmes, seine unverkennbare Stimme nimmt auch hier wieder glaubhafte Facetten an und überzeugt mit einer sehr prägnanten Art. Weitere Sprecher sind Torsten Michaelis, Victoria Sturm und Gordon Piedesack.

Der Stil der Serie mit einer eher dezenten akustischen Gestaltung wird auch hier gekonnt angewendet und setzt an den richtigen Stellen leise Melodien ein, die die vorherrschende Stimmung aufgreifen und vertiefen, während im weiteren Verlauf auch kraftvollere Momente geschaffen werden – beispielsweise mit angedeuteter Zirkusmusik. In vielen Dialogen sind auch nur wenige Geräusche eingesetzt, was die Sprecher teilweise etwas verloren wirken lässt, insgesamt sind die Sounds aber gut auf die Handlung angepasst.

Das Motiv auf dem Cover ist dieses Mal sehr gut an das Thema der Folge angepasst und wirkt so sehr individuell. Ein opulentes Zirkuszelt, ein altertümlicher Wohnwagen, darüber einige konzentrische Kreise und die starrenden Augen eines Mannes, die sich halb durchsichtig vor dem bewölkten Himmel abheben – eine stimmige Zusammenstellung. Wie immer schlicht, aber mit den notwendigen Informationen ausgestattet ist das kleine beiliegende Booklet.

Fazit: „Die Rückkehr der Angst“ ist ein solider Krimi mit einigen übernatürlichen Elementen, dazu markante Charaktere und passende Stimmungen – eine hörenswerte, aber nicht überragende Episode der Reihe. Im Zusammenhang mit den anderen Geschichten um den „Zirkel der Sieben“ nimmt die Handlung aber eine gelungene Rolle ein und erweitert diesen Komplex um interessante Facetten.

VÖ: 03.07.2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736094


Sherlock Holmes & Co – 52. Boten der Angst



Kurz vor dem Verkauf eines Hochhauses in Manhattan bekommt die Besitzerin Miruel Gilles äußerst unfreundlichen Besuch mit der dringenden Warnung, das Gebäude nicht zu verkaufen. Untermauert wird dies mit einem Päckchen, in dem sich der abgetrennte Finger ihres vermissten Assistenten befindet. Der Besuch bei der New Yorker Polizei führt sie jedoch auch zu Professor van Dusen, der sich des Falles annimmt…

In Episode 52 der „Sherlock Holmes & Co“-Reihe von Romantruhe Audio um wechselnde Ermittler kehrt die Reihe mal wieder zu Professor van Dusen alias „Die Denkmaschine“, der bereits seit Beginn der Reihe immer wieder mitmischt. Der Vorlage stammt dabei von Neil Crawford, der sich ein Thema vorgenommen hat, das zu seiner Zeit für einen wahren Immobilienboom sorgte: Das immer angesagtere und wirtschaftlich bedeutende New York, insbesondere der Stadtteil Manhattan, wird mit immer höheren Wolkenkratzern vollgebaut, um den raren Platz optimal zu nutzen. Dabei ist die Stimmung in der Metropole gekonnt aufgegriffen und wird lebendig mit eingebunden, was für zusätzlichen Flair sorgt. Die Handlung selbst beginnt direkt mit einer aufregenden Szene um den Überfall aus Muriel Gilles, entwickelt sich danach aber etwas schablonenhaft weiter: Van Dusen und Hutchinson Hatch befragen, ermitteln, belauschen und verfolgen, erfahren dabei immer neue Details und setzen so langsam ein komplettes Bild zusammen. Doch dafür sind die Hintergründe durchaus überraschend und gekonnt zusammengesetzt, was für einige aufregende Momente und gelungene Wendungen sorgt. Mir gefällt, wie sich die Handlung am Ende immer weiter zuspitzt und zu einem sehr gekonnt erzählten Finale führt. Eine hörenswerte Episode, auch wenn schon kreativere Geschichten zu hören waren.

Ingrid Stein sorgt als Muriel Gilles besonders in der Introszene für Aufmerksamkeit, ihre raue und dennoch kraftvoll tiefe Stimme bringt eine sehr besondere Aura mit ein und überzeugt mit ihrem sehr präzisen Gefühlsausdruck. Als Sam De Grasse ist Timo Kinzel zu hören, der Leiter des Immobilienunternehmens, der ebenfalls sehr präzise spricht und in seinen Szenen genügend Aufmerksamkeit auf ihn lenkt. Und wie immer überzeugt Martin Keßler als Professor van Dusen mit seiner hochnäsigen und herablassenden Art, der aber auch den scharfen Verstand des Detektivs und seine Kombinationsgabe gut zur Geltung bringt. Weitere Sprecher sind Bodo Wolf, Manja Doering und Holger Löwenberg.

Auch „Boten der Angst“ in wie seine Vorgänger eher sparsam inszeniert, sodass der Fokus durchgängig auf den Sprechern und ihren Texten liegt. Während der Szenenübergänge und Erzähltexte, aber auch während einiger Dialoge gibt es passende Musik, ebenso wie viele Momente mit gut angepassten Geräuschen begleitet werden. Sparsam also, aber gut auf den Punkt gebracht. Etwas schade ist, dass der Zuhörer heimlich belauschte Gespräche kaum verstehen kann – zwar ist es sinnvoll, diese nicht glasklar klingen zu lassen, die einzelnen Wörter sollten aber klar verständlich sein.

Wie so oft bei dieser Serie wurde als Motiv für das Titelbild ein Haus verwendet, das zur Stimmung der Episode passt – was dieses Mal kein herrschaftliches Anwesen ist, sondern das New Yorker Hochhaus, das eine wichtige Rolle in der Handlung spielt. Die schwarz-weiße Optik passt gut dazu, wird durch die orangefarbene Gestaltung aber deutlich gebrochen. Im Inneren geht es wie immer sehr schlicht zu, die Mitwirkenden werden aber übersichtlich aufbereitet.

Fazit: „Boten der Angst“ ist zwar im Verlauf nicht sehr abwechslungsreich, das Verbrechen hinter den Ereignissen ist aber gut erdacht und mit einigen sehr gelungenen Ideen versehen. Das Thema ist gelungen verankert, ebenso wie New York als Schauplatz oft zur Geltung kommt und viel Atmosphäre versprüht. Eine solide Episode, die für Kurzweil sorgt.

VÖ: 8. Mai 2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736087


Sherlock Holmes & Co - 51. Der bleiche Tod



In einem Londoner Herrenclub findet die dort Bedienstete Sarah Hills die Leiche eines Clubmitglieds. Der Verdacht fällt dennoch auf sie, wurde sie doch kurz zuvor sexuell von ihm belästigt. Doch auch andere Männer werden tot aufgefunden, allesamt mit sehr bleicher Haut. Der Verdacht fällt oft genug auf deren Ehefrauen, was Sherlock Holmes übel aufstößt. Doch um ihre Unschuld zu beweisen, muss der Meisterdetektiv die Hilfe einer alten Bekannten in Anspruch nehmen...

"Sherlock Holmes & Co" handelt zwar nicht immer von dem titelgebenden Detektiv, die 51. Episode der Reihe präsentiert aber eine Geschichte um den wohl bekanntesten Ermittler aller Zeiten, die aus dem Englischen adaptiert wurde und bisher nicht auf Deutsch erschienen ist. "Der bleiche Tod" war dabei ein wahrer Glücksgriff, die Episode ist sehr atmosphärisch geraten, düster und aufregend, nicht nur was die Verbrechen angeht, sondern auch was aus diesen resultiert. Eine Art Geschlechterkampf ist fester Teil der Handlung, der verachtende Blick der Männer auf die Frauen, aber auch ihre Vermutung, dass diese aufbegehren und furiengleich Rache üben - zwar wirken einige Meinungen recht fortschrittlich und wären eher in unserer Zeit verankert als zum Anfang des 20. Jahrhunderts, das stört aber die Spannung und Stimmung des Hörspiels nicht weiter. Die Art, wie die Morde beschrieben werden, aber auch andere Szenen voller unterdrückender Gewalt, sind sehr präsent inszeniert und sorgen für jede Menge eindringlicher Stimmung. Der Verlauf ist sehr dynamisch geraten, da zwischen verschiedenen Blickwinkeln gewechselt wird und eben nicht nur Holmes und Watson im Fokus stehen. Zudem verdichtet sich die Handlung auch immer weiter und wird dramatischer und eindringlicher, bis sich alles zu einem packenden Finale zuspitzt. Eine sehr starke Episode der Serie, die mit viel Eindruck geschildert worden ist.

Harold Beachum wird Lutz Schnell gesprochen, der noch einmal eine andere Facette seines Könnens zeigt und jeden Funken Sympathie aus seiner Stimme verbannt. So entsteht eine ausdrucksstarke Figur, deren Wirkung dem Hörspiel eine zusätzliche Facette verleiht. Auch Stephanie Barker wird von einer sehr erfahrenen Sprecherin vertont, Arianne Borbach ist mit ihrer wandlungsreichen und präsenten Stimme eine sehr gute Wahl für die interessante Frauenfigur. Auch die wunderbare Luise Lunow hat mir als Diane Collingwood sehr gut gefallen, ihre raue und unverkennbare Stimme setzt sie wieder zielgerichtet und mit viel Ausstrahlung ein. Weitere Sprecher sind Horst Stark, Jaron Löwenberg und Marie Bierstedt.

Akustisch wird dem Hörer wieder eine stimmige Kulisse geboten, die hier aber düsterer und atmosphärischer als gewohnt geraten ist. Die Musik ist oft recht dramatisch und mit klassischen Instrumenten eingespielt, was sehr lebendig und markant wirkt. Doch auch die Geräusche sind treffend eingebaut und lassen die Dialoge stimmig wirken.

Eine metallene Badewanne steht einsam in einem kahlen Raum, das durch ein hohes Fenster spärlich beleuchtet wird. Die Trostlosigkeit der Szenerie passt sehr gut zu der Stimmung der Handlung und wird durch die Optik einer Akte in der Rahmengestaltung gut ergänzt. Im Inneren gibt es wieder eine Übersicht der Mitwirkenden, aber keine anderen Informationen.

Fazit: "Der bleiche Tod" hat mich auf ganzer Linie überzeugt: Ein markantes, aufwühlendes Thema, einige interessante Figuren, eine dichte und düstere Atmosphäre. Die Handlung ist aber auch gut auf Holmes und Watson zugeschnitten und bietet eine gelungene Einbindung ihrer Charaktere. Sehr hörenswert!

VÖ: 13. März 202
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736070


Sherlock Holmes & Co - 50. Auf dass ihr gerichtet werdet



Dexter Chapman wird nach dem Rauswurf aus dem örtlichen Gasthaus nach einem durchzechten Abend auf dem Weg nach Hause abgefangen - seine Leiche wird kurz darauf gefunden. Bei der Suche nach Hinweisen wird zufällig auch Pater Brown vom örtlichen Inspector befragt und wird so auf den Fall aufmerksam. Doch eine heiße Spur bekommt er erst später bei einem Besuch in einem Altenheim...

Oft sind bei den Episoden von "Sherlock Holmes & Co" gut erzählte Kriminalfälle zu hören, die verschiedenen Ermittler sind auch meist stimmig dargestellt - eine Einheit ergeben diese aber nicht immer. Anders ist das bei der Jubiläumsfolge 50, in der Peter Brown ermittelt. Viele Motive in "Auf dass ihr gerichtet werdet" haben tatsächlich einen Bezug zur Kirche und vermitteln somit eine sehr dichte Atmosphäre. Nachdem der Hörer einen Mord mit anhören kann und die ersten Befragungen von Pater Brown vorbei sind, gibt es einige äußerst charmante Szenen in einem Altenheim mit sehr liebenswerten Bewohnern, was den Humor und die gelungene Stimmung der Serie wiedergibt. Doch auch danach ist die Handlung angefüllt mit recht prägnanten Szenen und Ideen, die jede für sich allein schon recht stark sind. Glücklicherweise überdecken diese sich aber nicht gegenseitig, sondern ergänzen einander und fügen sich sehr gelungen ineinander. Das Tempo der einzelnen Szenen ist nicht allzu groß, hier lässt die Handlung sich Zeit zur Entwicklung. Doch durch dynamische Szenenwechsel und die Konzentration auf die wesentlichen Eckpunkte der Handlung wird die Folge dennoch unterhaltsam dargeboten. Zugegeben ist die Enttarnung des Mörders bald nur noch Formsache, die Episode macht sich auch nicht die Mühe, diesen unter allen Umständen zu verbergen. Doch wie sich alles zusammenfügt und mit einigen gelungenen Ideen für Überraschungen sorgt, schließt die Episode dann sehr gelungen ab.

Ilona Otto ist als Altenpflegerin Violet Morgan zu hören, die mit ihrer klaren und ausdrucksstarken Stimme einen prägnanten Eindruck hinterlässt, wobei sie die Rolle ebenso glaubhaft wie präzise spricht, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Liane Rudolph und Dagmar Dreke gefallen mir als Duo aus Maisie Turner und Ivy Adams hervorragend. Die beiden alten Damen bekommen durch sie sehr viel Charme verliehen und bringen eine sehr individuelle Stimmung mit ein. Auch Volker Brandt ist als Pater Brown wieder bestechend, die heitere Art des Geistlichen, aber auch sein Scharfsinn wird durch ihn facettenreich dargestellt. Weitere Sprecher sind Andrea Aust, Till Hagen und Peter Weis.

Die in sich stimmige akustische Gestaltung der Episode hat mir gut gefallen. Dabei dominieren die Dialoge, wobei diese mit zahlreichen passenden Geräuschen untermalt wurde. So kommen ganz unterschiedliche Stimmungen auf, die gut auf die Handlung abgestimmt wurden. Die Musik nimmt eine etwas untergeordnete Rolle ein, ist aber ebenfalls gut ausgewählt und gestaltet die Szenenwechsel passend.

Auch zu dieser Folge ist das Cover stimmig und ansehnlich, aber wenig individuell geraten. Das hübsche Haus mit den vorstehenden Giebeln und gut erhaltenem Fachwerk gefällt mir gut, einen eindeutigen Bezug zum Fall kann ich aber auch im Nachgang nicht eindeutig herstellen. Das Innere ist wie immer schlicht, übersichtlich und ohne zusätzliche Informationen gestaltet.

Fazit: Pater Brown ist in "Auf dass ihr gerichtet werdet" in sehr guter Form, zumal die Handlung sehr gut auf ihn abgestimmt wurde. Die Suche nach einem geheimnisvollen Mörder ist unterhaltsam und stimmungsvoll geraten, zumal einige sehr gelungene Überraschungen eingebaut wurden. Eine starke Episode der Reihe!

VÖ: 28. Februar 2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736063


Sherlock Holmes & Co - 49. Fahrstuhl zum Mord



Bob Crane, ein alter Freund von Hutchinson Hatch, wendet sich mit einer dringlichen Bitte an den Reporter: Sein Bruder wird des Mordes an seinem Vorgesetzten beschuldigt, doch dieser kann sich an die betreffende Zeit nicht erinnern. Die Polizei ist sich sicher, dass Rick Crane der Schuldige ist, scheinbar kann er nur noch von Professor van Dusen vor der Todesstrafe gerettet werden...

Dass Professor van Dusen eher an einem ungewöhnlichen Fall oder einem verzwickten Rätsel interessiert ist, wurde nicht nur immer wieder in der Originalserie thematisiert, sondern sorgt auch für einen gelungenen Start in die Handlung der 49. Episode von „Sherlock Holmes & Co“, in der die Denkmaschine mal wieder ermittelt. Auch sein Charakter und die Beziehung zwischen ihm und Hutchinson Hatch werden markanter dargestellt als noch in anderen Episoden dieser Serie, auch wenn diese immer noch nicht den starken Ausdruck der ursprünglichen Vorlage heranreicht. Die Handlung startet mit dem Besuch des Bruders von Bob Crane in recht typischer Weise, wobei die Introszene um den Mord gut auf die Handlung einstimmt und bereits einige interessante Fragen aufwirft, einen Teil der Auflösung aber halbwegs geübten Krimihörern durch eine (nur scheinbar nebensächliche) Bemerkung aber bereits verrät. Nichtsdestotrotz gilt es immer noch, das gesamte Rätsel und den Täter aufzudecken, was in einigen klassischen Recherchen und Befragungen immer weiter präsentiert wird. Die kleinen Puzzlestücke fügen sich langsam zusammen, wobei der Verdacht mal auf die eine, mal auf eine andere Figur gelenkt wird. Dabei werden recht lange verschiedene Optionen offen gehalten, der Handlungsbogen ist auch gut aufgebaut, die ganz große Spannung ist bei mir aber ausgeblieben. Das Finale hat in einer klassischen Auflösung alle wichtigen offenen Antworten parat und rundet die solide Folge gekonnt ab.

Viele der Nebenrollen sind in nur wenigen Szenen zu hören, dann liegt der Fokus aber voll auf ihnen, sodass jeder einzelne zum Gelingen des Hörspiels beiträgt. Inspector Mallory wird von Bodo Wolf gesprochen, der den aufbrausenden Ermittler mit glaubhafter Betonung und hochnäsiger Attitüde spricht und der bereits bekannten Figur dabei eine glaubhafte Ausstrahlung verleiht. Peter Lontzek spricht die Rolle des Rick Crane ebenfalls mit markanter, zur Rolle passender Sprechweise und baut feine Facetten ein, die seine Szenen glaubhaft klingen lassen. Miss Sterling bekommt durch die variantenreiche Stimme von Victoria Sturm einen sehr präsenten Ausdruck, ihre kurzen Szenen werden dadurch authentisch umgesetzt. Weitere Sprecher sind Wolf Frass, Daniel Zillmann und Matti Klemm.

Wie fast alle Episoden der Reihe ist die Umsetzung der Folge recht ruhig, aber stimmig geraten. Die Szenenübergänge und Erzähltexte sind mit kleinen Melodien unterlegt, die einen beschwingten Eindruck machen und im Stil des gelungenen Intros gehalten sind. Die Geräuschkulisse ist gut an die Handlung angepasst, was auch für die kleinen Effekte der Stimmen gilt, wie einem leichten Hall an den passenden Stellen.

Der Fahrstuhl, der auf dem Cover abgebildet ist, scheint bei dem Folgentitel das einzig sinnvolle Motiv zu sein und ist in einer interessanten Perspektive abgebildet, wenn er auch schon recht modern wirkt. Die typische Covergestaltung in dem markanten Orange und mit dem schlichten Schriftzug der Serie ist natürlich ebenso vorhanden wie die schlichte Umsetzung des Booklets mit den üblichen Angaben.

Fazit: Der Fall des Mörders, der sich an die Tat nicht erinnern kann, wird flüssig erzählt und mit einigen gelungenen Feinheiten versehen, die auch gut ineinander greifen. Das Rätsel wird langsam aufgedeckt, wobei ich aber zumindest eine starke Ahnung hatte, die sich dann auch bestätigt hat. Schön, dass die Hauptfiguren hier in ein stimmiges Licht gerückt wurden.

VÖ: 24. Januar 2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736056


Sherlock Holmes & Co – 48. Das Ende des Inspektors



Inspektor Cross von Scotland Yard wird zu einem aufsehenerregenden Tatort gerufen, der Schaulustige ebenso wie die Sensationspresse anlockt. Mit Entsetzen stellt er fest, dass es sich bei der Leiche um seinen Kollegen Inspektor Lestrade handelt, der mit ihm in einem Konkurrenzverhältnis stand. Doch schon kurz darauf bekommen sie Besuch von einem hohen Mitglied der englischen Regierung...

In den letzten Episoden von „Sherlock Holmes & Co“ war recht viel Bewegung drin, immer wieder hab es neue Szenarien und Ermittler. Auch Folge 48 widmet sich neuen Charakteren, wobei sich wieder ein wenig dem Sherlock-Holmes-Kosmos bedient wurde. Einige Figuren wie der ermordete Lestrade sind den Lesern (oder eben Hörern) von Sir Arthur Conan Doyle bereits bekannt, was durchaus reizvoll geraten ist. Im Fokus steht jedoch Inspektor Cross, der den Mord der Episode aufklären muss, aber auch ein paar persönliche Eigenschaften mit einbringt. Allerdings gerät er nicht ganz so schillernd und extravagant wie die anderen Ermittler der Serie und kann deswegen weniger Faszination auf den Hörer ausüben - vielleicht auch, weil der Hörer nicht gleich bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden, sondern er sich erst einmal beweisen muss. Der Fall um den ermordeten Inspektor wirkt etwas gleichförmig, die großen spannenden Handlungsstränge sind jedenfalls nicht vorhanden. Sicherlich kann die Auflösung dann sehr überzeugen, das letzte Drittel präsentiert sich äußerst gut durchdacht und mit einem trickreichen Hintergrund, bei dem eben keinesfalls klar ist, wie die Handlung ausgehen wird. Wären die Ermittlungen weiter zusammengestaucht worden und schneller auf den Kern der Episode eingegangen worden, hätte mir die Folge sicher besser gefallen, wäre dann aber in einer Reihe für klassische Krimis auch nicht sonderlich gut aufgehoben gewesen. So bleibt aber zu Beginn ein eher zäher Eindruck, der erst später eine spannende Episode bietet.

Inspektor Cross wird von Rainer Fritzsche gesprochen, der eine sehr präsente und betonte Sprechweise wählt und der Hauptfigur der Folge so viel Aufmerksamkeit verschafft. Er schafft dabei gelungene Facetten der Figur und bringt auch immer wieder neuen Schwung in die Handlung. Sein Mitarbeiter Geoffrey Stefford wird von Björn Schalla gesprochen, der mit seiner tiefen Stimme und dem ungewöhnlichen Klang eine interessante Facette mit einbringt und gut auf die verschiedenen Szenen eingeht, sodass sein Einsatz sehr variabel geraten ist. Reent Reins setzt seine volltönende Stimme ebenfalls geschickt ein, um seiner Figur eine intensive Aura zu verleihen und die durch ihn eingebauten Wendungen gekonnt zur Geltung bringt. Weitere Sprecher sind Uve Teschner, Thomas Nero Wolf und Mia Diekow.

Die Szenen wurden recht ausgeklügelt untermalt, wobei Musik und Geräusche ausgewogen zu den Dialogen abgemischt wurden. So sind auch die Szenenwechsel gelungen mit kleinen Melodien miteinander verbunden, wobei die Szenen mit passenden Sounds unterlegt wurden. Nur manche Geräusche wirken nicht ganz passend, sondern eher etwas künstlich.

Die Optik des Covers hat sich seit dem Beginn der Serie nicht wesentlich geändert, immer noch ist die passende Akten-Optik mit dem orangen Hintergrund für das eigentliche Motiv zu sehen. Dieses wird von einem mit Kreide auf den Boden gemalten Umriss eines Menschen geziert – und das, obwohl Inspektor Lestrade ja eher im Himmel denn auf der Erde gefunden wurde. Ansehnlich, aber nur bedingt passend.

Fazit: Zwar können anfangs die Figuren aus den Holmes-Geschichten für einen interessanten Ansatz sorgen, wobei auch der Leichenfund die Handlung durchaus einige Minuten tragen und mit genügend Reizpunkten versehen, der Mittelteil ist dann aber etwas langatmig geraten – obwohl das Finale das Potenzial der Folge wieder auskostet. Ich hätte mir eine Straffung der Handlung gewünscht, die so streckenweise leider zu lang geraten ist.

VÖ: 11. Oktober 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864735578


Sherlock Holmes & Co - 47. Todesmelodie



Nach dem Tod seines Mentors zieht sich Alexander Swift immer weiter zurück, in seiner trübsinnigen Stimmung spielt er wieder und wieder die gleiche Melodie auf seinem Klavier - bis er eines Tages dabei unter merkwürdigen Umständen stirbt. Seine Witwe Aurelia wendet sich an Professor van Dusen, doch die Spuren führen zu weiteren Todesfällen...

Professor van Dusen gibt es derzeit in unterschiedlichen Versionen auf dem Hörspielmarkt, unter anderem ist er auch in der Krimireihe „Sherlock Holmes & Co“ seit dem Start einer der Hauptfiguren. Auch die 47. Episode widmet sich der Denkmaschine und seinem Chronisten Hutchinson Hatch. Dabei funktioniert das Zusammenspiel dieser beiden Charaktere wieder sehr gut, der etwas begriffsstutzige Reporter und der überheblichen Hobbykriminologen sind mit viel Charme angereichert, was im Verlauf der Handlung immer wieder für Auflockerung sorgt. Diese ist überraschend komplex geraten, was man nach den ersten Szenen gar nicht vermuten würde. Die Introszene, die ersten Ermittlungen von Hatch und der lange Bericht der Witwe klären die Grundlagen des Falles ausführlich und detailreich auf. Was zunächst nach einem persönlichen Drama klingt, nimmt im Laufe der Zeit immer mehr Fahrt auf, fügt einige neue Ebenen hinzu und lässt van Dusen an einigen unterschiedlichen Stellen ermitteln. Der Aufbau des Falles ist dennoch sehr gradlinig geraten, sodass man der Handlung gut folgen und selbst versuchen kann, sie einzelnen Puzzlestücke zusammenzufügen. Das ist aber selbst für geübte Krimihörer gar nicht so einfach, bis zum Finale bleiben Identität und Motiv des Täters unerkannt, ebenso wie viele Hinweise erst im Nachgang Sinn ergeben. Gut gefallen mir auch die wenigen eingestreuten Szenen, die nicht aus der Sicht von Hutchinson Hatch erzählt werden, sondern dem Hörer einen kleinen Wissensvorsprung verschaffen - und das in genau der richtigen Dosis, um die Spannung anzuheizen, ohne zu viel zu verraten. Der enge Bezug zur Musik funktioniert ebenfalls sehr gut und verleiht der Folge eine ganz besondere Stimmung.

Natürlich ist Norbert Langer wieder als Hutchinson Hatch zuhören und macht seine Sache sehr gut, indem er die ernste Seite des Reporters ebenso sehr betont wie die Neckereien mit Professor van Dusen. Auch in den Erzählparts wirkt er wieder sehr sicher und gestaltet diese sehr unterhaltsam. Als Witwe Aurelia Swift ist Manja Doering zu hören, die ebenfalls einen sehr glaubhaften Eindruck hinterlässt und den anfänglichen Report trotz seiner Länge lebendig zu gestalten weiß. Auch Bodo Wolf hat mir als Inspector Mallory sehr gut gefallen, er passt sich gekonnt der Stimmung des Hörspiels an und überzeugt mit seiner authentischen Sprechweise. Weitere Sprecher sind Wolfgang Bahro, Udo Schenk und Uve Teschner.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist sehr gelungen, wobei auch ungewöhnliche Instrumente zum Einsatz kommen - als Beispiel sei eine Melodie genannt, die auf einem Spinett gespielt wurde. Überhaupt kommt die Todesmelodie sehr atmosphärisch zur Geltung, aber auch die restlichen Szenen wurden mit passenden Musikstücken und glaubhaften Geräuschen untermalt.

Ein Piano, von sanftem Kerzenlicht erhellt, die Noten einer Partitur aufgeschlagen – das Motiv der Folge auf dem Titelbild greift Elemente der Handlung auf, ohne zu viel von ihr zu verraten. Das wirkt passend und in sich stimmig, wobei der orangefarbene Rahmen wieder im Stil einer alten Fallakte gehalten ist. Die restliche Gestaltung ist wieder recht schlicht geraten,

Fazit: „Todesmelodie“ überzeugt mit einem ungewöhnlichen Ansatz und einer gradlinig erzählten Handlung, wobei die vielen Elemente gekonnt ineinander greifen. So führt die Folge über ganz verschiedene Szenen zu einem unerwarteten Ende, wobei die besondere Stimmung, die starken Charaktere und der enge Bezug zur Musik besonders gut zur Geltung kommen. Schön, dass ganz am Ende noch eine gekonnte kleine Wendung eingebunden wurde.

VÖ: 6. September 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864735561


Sherlock Holmes & Co - 46. Das doppelte Gesicht



Der Überfall auf ein neureiches Paar vor einem edlen Londoner Restaurant hat bereits über die örtliche Presse die Aufmerksamkeit von Pater Brown erweckt, als Inspector Johnson von Scotland Yard mit der Bitte um Rat auf ihn zukommt. Denn der Täter wurde bereits gefasst - und das gleich zweimal. Dabei konnten die Opfer des Überfalls schon zweifelsfrei den Räuber identifizieren...

„Sherlock Holmes & Co" hat einen neuen Ermittler hinzugewonnen, nun löst auch der katholische Priester Pater Brown Fälle in den in sich abgeschlossenen Folgen. „Das doppelte Gesicht“ wirkt anfangs eher unspektakulär und beginnt mit einem simplen Überfall. Die Handlung entwickelt sich zunächst auch sehr langsam, besonders als ein Täter gefasst und identifiziert wurde, scheint die Überführung nur noch Formsache. Doch dann werden im Laufe der Folge einige neue Elemente hinzugefügt, die den Reiz der Geschichte deutlich steigern. Zum einen wird ein weiterer Täter gefasst, es gibt aber später auch ein unmoralisches Angebot oder ein ungewöhnlicher Rachefeldzug, was das Interesse an dem Fall hoch hält. Die Erzählweise springt zwischen verschiedenen Charakteren hin und her, es ist eben nicht nur Pater Brown als Ermittler zu hören. Das steigert zwar die Dynamik, zum Start für Pater Brown hätte ich mir aber einen größeren Fokus auf ihn gewünscht. Der Charme des Geistlichen tritt so etwas in den Hintergrund, was auch den Ermittlungen weniger Wert verleiht. Der Hörer erfährt viele Details eben eher von Täter oder Opfer anstatt von dem detektivischen Geistlichen, der aber auch immer wieder interessante Ansätze bietet. Gute gefällt mir auch, dass die Epoche der Ermittlungen gut eingebunden ist und beispielsweise das Londoner Telefonnetz eine wichtige Rolle spielt. Eine stimmige Episode, die nach einem etwas langsamen Start noch einige interessante Wendungen nimmt.

Es ist wieder Volker Brandt, der schon in der langlebigen Hörspielserie um den Geistlichen Pater Brown seine Stimme lieh. Er setzt die Rolle immer mit einer großen Portion feinsinnigem Humor und und verteilt süffisant kleine Spitzen, bringt aber auch den Scharfsinn und das tiefe Verständnis für seine Mitmenschen gekonnt zur Geltung. Jaron Löwenberg ist in dieser Episode als Christopher Englefield zu hören, der Mann des überfallenen Paares. Er präsentiert sich dabei kämpferisch und oft wütend, was er mit glaubhafter Energie versieht. Ihm zur Seite steht Florentine Drager als Berenice Englefield, die mit hervorstechendem Charme und einer überspitzten Darstellung der jungen Frau punktet. Weitere Sprecher sind Marcel Colle, Engelbert von Nordhausen und Annina Braunmiller-Jest.

Die akustische Umsetzung der Episode ist wie immer bei der Serie sehr solide geraten. Zwar gibt es ein, zwei Melodien, die herausstechen und sich nicht recht in die Handlung einfügen wollen, die Dynamik der Geschichte wird dadurch aber gut unterstrichen. Da es reichlich Melodien gibt, treten die Geräusche etwas zurück, was dem Ausdruck der Folge aber nicht schadet.

Die bisherigen Cover waren immer eher zurückhaltend und zeigen eher Gegenstände oder Häuser, die in der Folge vorkommen – und „Das doppelte Gesicht“ macht da natürlich keine Ausnahme. Hier ist es der wertvolle Schmuck, der Berenice Englefield vor dem Restaurant gestohlen wurde, die Ohrstecker und die Kette aus hübschen Perlen geben ein passendes Motiv ab.

Fazit: „Das doppelte Gesicht“ startet recht verhalten und braucht einige Zeit, um die Aufmerksamkeit des Hörers zu wecken. Dann aber werden immer wieder interessante Elemente eingebaut, die Zusammenhänge werden komplexer und vielschichtiger. Für Pater Brown gibt es dabei recht wenig zu tun, da die anderen Charaktere häufiger im Fokus stehen.

VÖ: 19. Juli 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864735554


Sherlock Holmes & Co – 45. Hinter den Kulissen



Die Premiere einer Oper in London gerät zur Katastrophe, als der berühmte Tenor Guiseppe Frezzolini auf offener Bühne erschossen wird. Eigentlich war dies in dem Stück vorhanden, doch heimlich wurden die Platzpatronen gegen echte Munition ausgetauscht. Und genau deswegen gerät seine Bühnenpartnerin Irene Adler unter Verdacht, den Mord nicht versehentlich, sondern mit Absicht begangen zu haben. Und so greift Mycroft Holmes ein, um die Freundin seines Bruders Sherlock aus der Polizeigewahrsam zu befreien...

Mycroft Holmes, eigentlich nur ein ab und an nebensächlich erwähnter Charakter in den bekannten Geschichten um Sherlock Holmes aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, hat es mittlerweile zu einer eigenen Hörspielserie gebracht. Und ähnliches ist dies der in genau einer Geschichte auftauchenden Irene Adler angedacht, was in der 45. Episode der Reihe „Sherlock Holmes & Co“ vorbereitet wird. Hier taucht die geheimnisvolle Schauspielerin nicht nur selbst in Erscheinung, sondern bildet neben Dr. Watson und eben Sherlock Holmes selbst den dritten Hauptcharakter, der die Ermittlungen vorantreibt. Die Umgebung ist mit der Londoner Oper gelungen ausgeschmückt und sorgt für eine lebendige Atmosphäre, zudem bietet sie den ausdrucksstarken und leicht exzentrischen Figuren eine passende Bühne, um sich zu entfalten. Auch das Mordkomplott ist gut erdacht und gar nicht so einfach zu durchschauen, da viele verschiedene Menschen ihre ganz persönliche Rolle in dem Geflecht zu spielen scheinen. Dabei gibt es klassische Befragungen und Untersuchungen zu lauschen, aber auch einige ungewöhnliche Methoden, um dem Austausch der Patronen auf die Spur zu kommen. Das Tempo ist dabei gerade zu Anfang nicht sonderlich groß, da Charaktere wie Szenerie ausführlich vorgestellt werden, und auch später gibt es immer wieder ausgedehnte Szenen, die sich den Beziehungen weiter erklären oder feinen Humor in die Szenerie mit einbringen. Das ist aber unterhaltsam geraten, sodass dies eher positiv denn negativ auffällt. Das Ende ist interessant geraten: Zwar kommt man der Auflösung deutlich näher, der Täter wurde aber nicht gefasst, sondern konnte entkommen. Der Hinweis, dass es sich um einen Zweiteiler handelt und die restliche Geschichte in der Serie um Irene Adler erzählt wird, hätte durchaus auch schon einen Platz auf der Rückseite der CD verdient.

Yvonne Greitzke hat die Rolle der Irene Adler übernommen und macht dabei einen sehr überzeugenden Eindruck. Immer mit einer Spur leichtem, hintergründigen Humor, aber auch viel Energie, die die Hartnäckigkeit der klugen Schauspielerin unterstreicht, schafft sie einen interessanten Charakter, auf dessen Entwicklung sie gespannt macht. Michael Pan ist als Mister Wu, einem der Mitarbeiter der Oper und Vertrauter von Irene Adler, zu hören und entlockt seiner markanten Stimme wieder eine andere Facette, setzt eine glaubhafte Sprechweise mit eingängiger Betonung um und wirkt in seinen Szenen sehr präsent. Auch Reent Reins ist als Mycroft Holmes wieder gut besetzt und sorgt mit seinem markanten Auftritt für einige gelungene Momente. Weitere Sprecher sind Florentine Draeger, Thomas Nero Wolff und Peter Kirchberger.

Die akustische Umsetzung der Episode ist wieder mit charmanten Melodien und passenden Geräuschen gelungen umgesetzt. Beides ergänzt sich gegenseitig und unterstreicht die Wirkung der Geschichte, ohne die Dialoge zu überdecken. Auch die Stimmung an der Londoner Oper kommt dadurch gut zur Geltung und wird stimmig umgesetzt.

Auch wenn die Episode „Hinter den Kulissen“ heißt – das Coverbild zeigt eine Szenerie vor den Kulissen. Ein geschlossener Theatervorhang ist mit einer dunkel beleuchteten Bühne und einigen Sitzreihen zu sehen, was ebenso schlicht wie passend geraten ist. In erdigen Sepia-Tönen gehalten entsteht so ein ansehnliches Titelbild, welches gut zu der Episode passt.

Fazit: Die Einführung von Irene Adler als neue Hauptfigur einer eigenen Hörspielserie ist in „Hinter den Kulissen“ in einer kurzweiligen und spannenden Handlung gelungen, die die Stimmung am Theater ebenso unterhaltsam darstellt wie die Charaktere und das undurchsichtige Verbrechen mit einigen verschlungenen Komponenten.

VÖ: 7. Juni 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864735547


Sherlock Holmes & Co – 44. Der Falschspieler mit dem Karo-Ass



Nur mit knapper Not und einigen Tricks kann der Meisterdieb Wayne McNair gemeinsam mit seinem Team seinen alten Freund Fips vor einer öffentlichen Hinrichtung bewahren. Der Vorwurf: Er soll die Mona Lisa aus dem Louvre entwendet haben. Natürlich kann McNair diese Ungerechtigkeit nicht auf sich beruhen lassen und setzt alle Hebel in Bewegung, Fips' Hände in Unschuld zu waschen...

Ein neuer Hauptcharakter hat es in die Reihe „Sherlock Holmes & Co“ geschafft und ersetzt damit die Lücke, die Auguste Dupin und Edgar Allan Poe hinterlassen haben, nachdem sie ihre eigene Serienumsetzung bekommen haben. Wem jedoch die Rolle des Wayne McNair nicht allzu viel sagt, ist vermutlich nicht ganz allein, denn statt mit einem klassischen Detektiv aus Roman, Kurzgeschichte oder Hörspiel hat man es hier mit einer Figur zu tun, die erstmals 2012 das Licht der (Hörspiel-) Welt erblickt hat. Darüber hinaus handelt es sich auch keinesfalls um einen privaten Ermittler, sondern um einen Meisterdetektiv – ein interessanter Perspektivwechsel, der in der ersten Episode „Der Falschspieler mit dem Karo-Ass“ auch sehr reizvoll ausgekostet wurde. Denn in dynamischen Wechseln wird zwischen McLair und seinem Team sowie der ermittelnden Polizei hin- und hergewechselt, was mit kleinen Zeitsprüngen und zunächst ausgelassenen Informationen für so einige Überraschungen sorgt. Eröffnet wird jedoch mit einem ganz großen Auftritt für den Meisterdieb, der auch gleich die Marschrichtung mit dem humoristischen Einschlag vorgibt. Die lockere und beschwingte Atmosphäre gefällt mir gut, viele der Gags zünden auch, aber dabei scheint mit der Kriminalfall etwas vernachlässigt. Die Idee hinter dem Fall ist dann doch etwas flach und zu vorhersehbar geraten, als dass es mich so richtig überzeugt hätte. Auch dass das Pariser Umfeld dieser Folge so stark in den Vordergrund gestellt wurde, sorgt zwar für Atmosphäre, kann aber eben auch nicht über den etwas schlichten Hintergrund hinwegtäuschen. „Wayne McLair“ bietet durchaus viel Potenzial, sofern man Krimis mit einer ordentlichen Portion Humor mag, ganz rund ist der erste Fall mit ihm aber noch nicht ganz gelungen.

Der Meisterdieb wird von Paul Burhardt gesprochen, der gleichsam für Skript, Produktion, Regie und Sounddesign verantwortlich ist. Seine Sprechweise ist locker, eingängig und humorvoll, wobei er auch exzentrisch genug ist, um die Wandlungsfähigkeit des Charakters zu betonen. Tom Steinbrecher ist als Fips zu hören und weckt trotz seines kriminellen Hintergrundes die Sympathien des Zuhörers, auch er spricht sehr treffend und setzt seine Figur dynamisch um. Gut gefallen hat mir auch Tanja Niehoff als Isabelle Chevalier, die mit ihrem süffisanten Unterton die Stimmung der Folge gekonnt unterstreicht. Weitere Sprecher sind Thomas Kramer, Detlef Tams und Ingo Abel.

Natürlich ist auch hier wieder die einprägsame Titelmelodie der Reihe zu hören, danach wird aber eine sehr individuelle Richtung bei der Musik eingeschlagen. Sehr beschwingt und locker fügt sich diese in die Handlung ein und setzt dabei immer wieder gekonnt Akzente. Auch die Geräusche sind stimmig eingebaut, wobei für viele Szenen ein prägnanter und passender Hintergrund gefunden wurde.

Am Coverdesign hat sich hingegen nichts geändert, sodass man auch hier den orangefarbenen Rahmen mit dem schlichten Schriftzug und der Episodennummer 44 in der Detektiv-Silhouette findet. Als Foto wurde ein opulent ausgestattetes Gebäude ausgewählt, das hübsch anzusehen ist, aber auch zu vielen anderen Folgen gepasst hätte und so nur wenig Individualität mitbringt.

Fazit: Wayne McLair bringt unüberhörbar frischen Wind in die Serie und sorgt allein mit dem Perspektivwechsel hin zum Meisterdetektiv für Abwechslung. Der humorvolle Ansatz und der deutlich gelockerte Umgangston sind gelungen und passen zu Figur und Szenerie, nehmen aber auch viel Spannung aus der Geschichte. Diese ist am Ende nicht sonderlich einfallsreich aufgelöst, auf dem Weg dorthin gibt es deutlich mehr gelungene Überraschungen.

VÖ: 29. März 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-546-2


Sherlock Holmes & Co – 43. Der Rachegeist von Sing Sing



Die Insassen der Haftanstalt Sing Sing haben keine Aussicht darauf, jemals wieder freizukommen. Allesamt wurden sie zum Tode verurteilt, die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm. Umso aufgebrachter ist der Leiter von Sing Sing, als der Geist einer Frau sein Unwesen treibt, die in eben jenen Räumen umgebracht wurde. Und so geht er auf Hutchinson Hatch zu, der Professor van Dusen zu seinen Untersuchungen mitbringt...

Die 43. Episode von „Sherlock Holmes & Co“ widmet sich nach einem Zweiteiler um die titelgebende Figur wieder der in Hörspielkreisen sehr geschätzten Denkmaschine, namentlich Professor van Dusen. Der Einstieg in die Handlung erfolgt aber erst mal ohne den Hobbykriminologen, vielmehr wird in einer unheimlichen Szene die Geistererscheinung thematisiert. Dass es sich dabei keineswegs um einen wirklich übernatürlichen Vorgang handelt, ist dem Hörer natürlich klar, und hier liegt bei der Auflösung kein wirklicher Überraschungseffekt, dazu ist die Idee schon in zu vielen anderen Krimis variiert worden. Darin liegt aber auch nicht die Stärke der Folge, da die Fragen nach dem Wer und dem Warum immer noch im Raum stehen und von van Dusen gelöst werden wollen. Die Recherchen werden vorrangig durch Gespräche mit Verdächtigen und anderen Beteiligten dargestellt, doch auch die Untersuchungen der örtlichen Gegebenheiten wurden lebendig aufbereitet. Der Verlauf hakt allerdings an einigen Stellen und hält sich dann zu lange an einem Thema auf, der Informationsfluss kann dann leider nicht mehr für Spannung sorgen. Die Darstellung des Professor van Dusen ist in dieser Folge wieder deutlich prägnanter als in einigen anderen Fällen, mit seiner überheblichen und streng logischen Verhalten ist der Fall sehr auf ihn zugeschnitten. Eine gelungene Episode der Serie, die mit einigen sehr prägnanten Szenen punkten kann.

Ronald Nitschke ist in dieser Episode als Gefängnisdirektor Hanniger zu hören. Er gestaltet seine Rolle eingängig und mit einer glaubhaften Betonung, sodass er immer wieder gekonnte Akzente setzt. Sein Stellvertreter Affleck bekommt seine Stimme von Marius Claren geliehen, der seinen Charakter in verschiedenen Facetten ausleuchtet und dabei bis zum Ende die Spannung erhöhen kann. Kerstin Draeger sorgt als Geist der Haftanstalt für einen hübschen Gruseleffekt und lässt ihre Stimme kalt, unheimlich und bestimmend klingen, was den gewünschten Effekt noch weiter verdichtet. Weitere Sprecher sind Holger Löwenberg, Bodo Wolf und Helmut Krauss.

In den Geister-Szenen wird mit etwas unheimlicher Musik ebenso gearbeitet wie mit einem treffenden Hall-Effekt, sodass diese sehr gut zur Geltung kommen. Ansonsten ist die Umsetzung wie bei den Vorgängern auch deutlich bodenständiger, was nicht nur einen gelungenen Gegensatz bildet, sondern auch den ziemlich nüchternen Charakter von van Dusen betont.

Oft sieht man auf den Covern der Serie ein Gebäude oder ähnliches, was zwar hübsch geraten ist, aber nicht sonderlich auf die Geschichte zugeschnitten wurde. Das ist hier anders, mit der Fotografie einer düsteren Frau samt dunkler Bemalung und verschwommenem Hintergrund wird auf die Geistererscheinung dieser Folge gekonnt eingegangen. Das Innere des kleinen Booklets ist wieder auf die notwendigen Informationen beschränkt.

Fazit: Trotz einigen Szenen, in denen die Spannung nicht ganz gehalten werden kann, ist hier eine sehr lohnenswerte Episode geraten. Der Kontrast vom kühlen und logischen Ermittler und der übernatürlichen Erscheinung ist sehr reizvoll. Die Vorgänge in dem Hochsicherheitsgefängnis werden unterhaltsam dargestellt, die Auflösung bietet einige Überraschungen, was sehr rund komponiert wurde.

VÖ: 25. Januar 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-532-5


Sherlock Holmes & Co – 42. Das Verschwinden der Louise M. -2-



Die Suche nach der jungen Frau Louise Mulligan führt Sherlock Holmes und seinen treuen Begleiter Dr. Watson auf eine Pferderennbahn, wo der Meisterdetektiv seinen Spürsinn auf ganz andere Weise beweisen kann. Noch ahnen die beiden nicht, welche Abgründe sich in diesem Fall noch auftun werden und in welche Gefahr sie sich mit ihren Ermittlungen begeben...

„Das Verschwinden der Louise M.“ geht in der 42. Episode von „Sherlock Holmes & Co“ weiter, nachdem im direkten Vorgängern die Eckpunkte der Handlung abgesteckt wurde. Hier kann die Folge direkt in die Vollen gehen, was der Dynamik sehr guttut und das Tempo schnell hoch steigen lässt. Schlag auf Schlag folgen hier die Hinweise aufeinander, die das Leben der geheimnisvollen jungen Frau weiter durchleuchten, ihr Kontur und Schärfe verleihen. Dabei ist die Spannung eben nicht vorrangig auf den Aufenthaltsort ausgerichtet, sondern auf ihre Persönlichkeit und die Umstände ihres Verschwindens, was eine eigenständige und interessante Spannung erzeugt. Gelungen sind dabei auch die verschiedenen Milieus, durch die sich die beiden Hauptcharaktere bewegen, was zu reizvollen Kontrasten und einigen sehr witzigen Dialogen führt. Und natürlich steht hier nach einer knappen dreiviertel Stunde das große Finale an, das sich anders gestaltet als gedacht und Holmes noch einmal in ein anderes Licht rückt. Auch wenn bei dieser Reihe die Ermittler manchmal etwas austauschbar wirken – hier ist dies nicht der Fall. Die Voraussicht, mit der er agiert, die Schlüsse, die er zieht, die Scharfzüngigkeit, die er beweist, das alles ist typisch für Holmes und wird hier sehr gekonnt eingebaut. Auch tauchen einige bekannte Figuren auf, die in den Fall eingebunden werden und der Stimmung noch einmal einen neuen Dreh verleihen. Es gibt einige Überraschungen, kurzweilige Szenen und einen gelungenen Spannungsaufbau, der diesen zweiten Teil der Langfolge sehr gekonnt abschließt.

Charles Rettinghaus ist natürlich auch in dieser Folge als Sherlock Holmes zu hören und verleiht ihm eine leicht arrogante, überhebliche Art, wählt dabei seinen ganz eigenen Weg, die bekannte Figur zu interpretieren. Christina Ann Zalamea spricht die geheimnisvolle Louise Mulligan mit viel Gefühl und Präsenz, was gerade die Dramatik der letzten Szene noch einmal steigert und intensiv wirken lässt. Norman Matt ist als Geoffrey Cooper zu hören, auch er bereichert die Episode mit glaubhafter und eingängiger Sprechweise. Weitere Sprecher sind Kaspar Eichel, Arianne Borbach und Robin Brosch.

Natürlich startet die Handlung mit dem beschwingten Titeltrack, der jede Episode der Serie gelungen eröffnet, danach hält sich die Musik aber eher zurück und präsentiert sich im Hintergrund. Dafür sind in die Dialoge viele Geräusche eingebaut, um die Handlungen glaubhafter zu machen oder den Hintergrund lebendig zu gestalten, was beides sehr stimmig geraten ist.

Hohe Mauern mit aufgesetzten Türmen in einer verwinkelten Gasse lassen nicht nur das London des viktorianischen Zeitalters auferstehen, sondern sorgen auch für eine interessante Optik auf dem Cover sorgt. Wie immer gibt es im Inneren des kleinen Booklets neben einigen Produkthinweisen noch eine übersichtliche Auflistung der Mitwirkenden.

Fazit: Der schnelle Einstieg in die Szenerie ist gelungen und bildet über einige Szenen und Entwicklungen hinweg erst das Leben der titelgebenden Figur ab, was für einige Überraschungen und auch witzige Dialoge sorgt. Am Ende gibt es einen sehr gut inszenierten Höhepunkt mit einer gelungenen Wendung. Toll auch, dass sich dies sehr nach einer Holmes-Geschichte anfühlt, in der die Eigenheiten des Ermittlers geschickt eingebunden sind.

VÖ: 23. November 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-361-1


Sherlock Holmes & Co – 40. Zirkus des Verbrechens



New York wird von einem ungewöhnlichen Leichenfund in Atem gehalten, denn das bunte Kostüm, das er trägt, scheint direkt in die richtige Richtung zu führen. Dennoch kommt die Polizei nicht so recht weiter, und da Professor van Dusen von dem Fall nicht sonderlich angetan ist, ermittelt auch Hutchinson Hatch in dem Fall. Währenddessen versucht Inspector Mallory eine seltsame Reihe an Diebstählen aufzuklären – mit mäßigem Erfolg...

„Professor van Dusen“, die klassische Detektivfigur von Jacques Futrelle, hat besonders durch die Geschichten von Michael Koser Bekanntheit erlangt, ist aber auch von Anfang an ein Teil von „Sherlock Holmes & Co“ von Romantruhe Audio. Auch die 40. Episode der Reihe widmet sich dem New Yorker Genie und bringt damit auch den charmanten, aber nicht ganz so scharfsinnigen Reporter Hutchinson Hatch mit sich. Die grundlegenden Züge der beiden Charaktere kommen dabei auch gut zur Geltung, die Rollenaufteilung zwischen den beiden ist klar, doch ganz so prägnant sind die beiden in dieser Episode nicht umgesetzt. Dies hätte man für einen Zugewinn an Flair noch verschärfen können und so eine zusätzliche Ebene einfügen können. So konzentriert sich die Folge sehr auf den erzählten Fall, und dieser ist komplexer, als es anfangs den Anschein hat. Langsam fügen sich immer neue Elemente aneinander, geben neue Hinweise und führen auf verschiedene Fährten. Gut gefällt mir, wie man lange Zeit im Dunkeln tappt, wie alles zusammenhängt und deswegen so einige Überraschungen aufkommen. Das Zirkus-Thema bringt dabei eine unerwartet düstere Note mit sich, die sehr gut in die damalige Zeit passt und zudem noch ein wenig Gesellschaftskritik mit einfließen lässt. Zwar kann man dann schon einige Minuten vor der Auflösung erahnen, wohin sich alles entwickeln wird, ist eine spannende Episode entstanden, die gut durchdacht wurde und mit Schwung erzählt ist.

Martin Keßler ist natürlich wieder als Professor van Dusen zu hören und bringt eine leicht exzentrische und überhebliche Art mich sich, was den Charakter gut zur Geltung bringt, lässt sich dabei aber glücklicherweise nicht zu Übertreibungen hinreißen. Stefan Krause ist als Gabor zu hören und präsentiert eine weitere seiner gefühlt tausend verschiedenen Stimmen und sorgt dabei für viel zusätzliche Atmosphäre, die er mit einer glaubhaften Ausstrahlung versieht. Daniel Zillmann spricht Officer Cardone, auch er bringt seine eigene Note mit ein und schafft einen prägnanten Charakter, der gut zur Geltung kommt. Weitere Sprecher sind Karin Buchholz, Bodo Wolf und Robin Brosch.

Der Klang des Hörspiel ist wieder gut gelungen – ganz abgesehen davon, dass alles klar und natürlich klingt, sind auch Musik und Geräusche sehr gut eingefügt. Gemeinsam ergeben sie eine stimmige Atmosphäre, die die Handlung gut unterstützt und so den Spannungsbogen unterstreicht. Billige Effekthascherei ist hier nicht angesagt, sondern eine in sich stimmige Umsetzung.

Das Zirkuszelt auf dem Cover war wohl obligatorisch, um den Titel aufzugreifen, ist aber auch das einzige Fröhliche, was dieses Thema mit sich bringt – die Handlung beinhaltet ja eine eher düstere Inszenierung der Thematik. Und durch die typische Sepia-Optik des Covers wird dieser Effekt hier ebenfalls erzielt. Im Inneren sind die Mitwirkenden aufgelistet, weitere Extras sind jedoch nicht vorhanden.

Fazit: Auch wenn die beiden Hauptcharaktere der Geschichte etwas zu blass bleiben und deren Relation zueinander noch deutliche hätte sein können, ist eine gelungene Episode entstanden. Das liegt einerseits an der ungewohnten Themenwahl, die düsterer umgesetzt wurde als anfangs erwartet, andererseits an dem gut erzählten Fall, der mit passendem Tempo und einem steten Informationsfluss punktet.

VÖ: 31. August 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-359-8


Sherlock Holmes & Co – 39. Die Klinik-Morde



Die Freude in der Familie ist riesig, als die junge Edith Perret nach langer Genesung aus einer Klinik für Psychologie entlassen wird, doch schon kurz nach ihrer Ankunft wird sie tot aufgefunden. Ihre Mutter will nicht an einen Rückfall in den Selbstverletzungstrieb glauben und bittet den Privatdetektiven Auguste Dupin um Hilfe – und dieser will seinen Chronisten Edgar Allan Poe in der Klinik einschleusen...

Nicht immer sind die Fälle in „Sherlock Holmes & Co“ direkt auf die jeweils ermittelnde Hauptfigur zugeschnitten, sodass manchmal trotz durchdachter Handlung der Eindruck von einer gewissen Beliebigkeit entstehen kann. Bei „Die Klinik-Morde“ ist jedoch das Gegenteil der Fall, kein anderes Team könnte ich mir in der Handlung vorstellen als Auguste Dupin und Edgar Allan Poe. Da eine sehr psychologische Richtung eingeflossen ist und bekanntermaßen auch der Autor bekannter Gruselgeschichten mit inneren Dämonen zu kämpfen hatten, dringt man hier noch weiter in den sehr komplex angelegten Charakter vor und bekommt neue Details aus seinem Seelenleben präsentiert, wenn auch gleichwohl die undurchsichtigen Vorgänge in der Klinik im Mittelpunkt stehen. Das ist eine sehr reizvolle Ergänzung, die der Folge eine sehr eigenständige Note verleiht, was durch die gut beschriebene Umgebung noch verstärkt wird. Langsam kommt man auch dem Fall immer mehr auf die Spur, wobei einige sehr gute Finten ausgelegt werden, die für einige Überraschungen sorgen. Die Auflösung beeindruckt dann mit einer ebenso gelungenen wie intensiv erzählten Szene, die auch mit einer beeindruckenden schauspielerischen Leistung heraussticht. Viele gute Ideen sind hier eingeflossen, der psychologische Aspekt sehr gut umgesetzt, die Handlung wird spannend und flüssig erzählt – eine sehr hörenswerte Geschichte!

Uve Teschner ist es hier wieder, der der Figur des Edgar Allan Poe noch mehr Substanz verleiht und ihm inmitten des Krimis eine düstere, melancholische Aura verleiht, aber auch mit viel Energie gut zur Geltung bringt. Jürgen Kluckert spricht Doktor Y, der die Klinik führt, seine tiefe und sonore Stimme passt gut zu der Aura des Arztes, die er passend zu den verschiedenen Szenen sehr intensiv variiert. Anita Hopt passt mit ihrer klaren Stimme als Schwester Juliette ebenfalls gut in die Stimmung der Folge und kann diese noch weiter ausbauen. Weitere Sprecher sind Joachim Tennstedt, Florentine Draeger und Uschi Hugo.

Auch akustisch wurde eine sehr saubere Leistung abgeliefert, alle Geräusche sind am richtigen Ort und sorgen so für mehr Lebendigkeit in den Dialogen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Gleiches gilt für den Einsatz der Musik: Eher sparsam, aber gut an die jeweilige Szenerie angepasst beeinflusst sie die Atmosphäre eher aus dem Hintergrund.

Einen optischen Eindruck der Klinik bekommt der geneigte Hörer direkt auf dem Cover präsentiert, das herrschaftliche Gebäude ragt aus dem wunderschönen Garten hervor, der auch im Hörspiel so treffend beschrieben wurde. Das passt gut zu der Handlung und verrät dennoch kaum etwas vom Inhalt, ist eigenständig genug für das gelungene Titelbild.

Fazit: „Die Klinik-Morde“ macht vieles richtig, indem geschickt falsche Fährten gelegt werden und der an sich schon spannende Fall mit einer psychologischen Komponente angereichert wird. Das bringt nicht nur viel intensive Stimmung in die Handlung, sondern stellt auch die Figur des Edgar Allan Poe an den richtigen Stellen in den Mittelpunkt.

VÖ: 20. Juli 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-358-1


Sherlock Holmes & Co. – 38. Der schwarze Tod



Die Pest wütet in Hawaii, und auch in San Francisco macht sich langsam die Angst vor der tückischen Krankheit breit. Tatsächlich wird bald der erste Tote mit den schwarzen Beulen aufgefunden, und mitten in dem Trubel ist auch Hutchinson Hatch, der mehr über den Vorfall herausfinden will. Und natürlich hat auch Professor van Dusen immer seinen Teil beizutragen...

In den ganz großen Massenmedien ist Professor van Dusen zwar noch nicht angekommen, diese Position hat in der Form wohl auch nur Sherlock Holmes. Doch in Hörspielkreisen erfreut sich der amerikanische Ermittler großer Beliebtheit und taucht auch in halbwegs regelmäßigen Abständen in der Reihe „Sherlock Holmes & Co“ auf. Die 38. Episode hat allerdings eher Huntchinson Hatch als Hauptfigur, der immer wieder aktiv ermittelt und neue Details erfährt – die er gleichwohl der Denkmaschine berichtet. Van Dusen nimmt seine Berichte genüsslich auseinander, zieht klare Schlussfolgerungen und betont immer wieder, wie offensichtlich die Hinweise sind, was den Charme der Figuren sehr gut aufgreift. Auch das Thema ist gut gewählt, mit der Geschichte der Pest, von der insbesondere ihr Wüten in Europa erzählt wurde, kommt zudem noch jede Menge geschichtliches Flair auf. Die Handlung selbst ist flüssig erzählt und punktet mit einem gradlinigen Verlauf, der sich auf die Auflösung konzentriert und doch immer wieder neue Fragen aufwirft, Dinge in ein anderes Licht taucht oder kleine Wendungen einbaut – ganz in klassischer Krimi-Manier eben. Die ganz große Aufregung und Spannung bleibt zwar aus, doch gut zusammengestellt und unterhaltsam erzählt ist die Folge allemal.

Die Sprecher machen ihre Sache wieder sehr gut und lassen ihre Figuren durchweg glaubhaft klingen. Hutchinson Hach wird dabei von Norbert Langer gesprochen, der in dieser Episode eine eher ernste Sprechweise wählt und den charmanten Humor der Figur etwas in den Hintergrund rückt, an den passenden Stellen dann aber doch den Schalk durchblitzen lässt. Bodo Wolf ist als Inspector Mallory ebenfalls sehr überzeugend, mit fester und lebendiger Art schafft er einen interessanten Charakter, der sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund drängt. Daniel Zillmann spricht Cardone und passt sich wunderbar der vorherrschenden Atmosphäre der Handlung an. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Rüdiger Schulski und Peter Kirchberger.

Die akustische Umsetzung der Geschichte ist eher unauffällig geraten und mit einigen passenden Melodien unterlegt, die in den Szenenwechseln für Abwechslung sorgen. Auch die Geräusche sind stimmig eingefügt und unterstreichen die Handlungen der Dialoge, ohne sonderlich in den Vordergrund zu drängen.

Natürlich ist die Gestaltung des Cover wieder mit dem orangefarbenen Rahmen in Akten-Optik gehalten, während der Fokus auf einer schwarz-weißen Fotografie liegt. Zu sehen ist dieses mal ein Stück von einem riesigen Dampfschiff, das im Hafen liegt. Viele Menschen bevölkern den Kai und vermitteln so eine betriebsame Atmosphäre. Im Inneren sind die Mitwirkenden übersichtlich aufgelistet.

Fazit: „Der schwarze Tod“ ist abwechslungsreich und kurzweilig erzählt, das Thema wird gut aufgegriffen und konsequent mit einigen Überraschungen erzählt. Auch die Positionierung der Charaktere ist sehr gut gelungen und sorgt für einige stimmungsvolle Momente. Die Auflösung kommt überraschend, schließt die Handlung aber stimmig und gelungen ab.

VÖ: 15. Juni 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-357-4


Sherlock Holmes & Co – 37. Der Jungbrunnen -2-



Erster Eindruck: Nahezu beiläufige Ermittlungen

Langsam, aber sicher kommt Sherlock Holmes dem Geheimnis seiner gedächtnislosen Mandantin auf die Spur. Eng verbunden damit scheinen auch die grausamen Mordfälle zu sein, die Suffolk in Angst versetzen. Ein Hinweis führt den Meisterdetektiv zu den „Kindern der Sonne“, eine sektenähnlichen Gemeinschaft, die einem ehemaligen Wissenschaftler als ihrem Guru folgen...

Es hat ein paar Folgen gedauert, bis in „Sherlock Holmes & Co“ der namengebende Detektiv wieder mal einen Fall löst, dieser hat dann aber auch gleich doppelte Länge und wurde von Romantruhe Audio in zwei Teilen veröffentlicht. Zwar kommt man in dieser zweiten Episode schnell wieder in die Handlung herein, da die wichtigsten Stichwörter schon innerhalb der ersten paar Minuten fallen, dennoch sollte man die bisherigen Ereignisse schon halbwegs parat haben, um der Handlung folgen zu können. Diese steigt dann auch schnell mit den Recherchen ein, die Holmes eher beiläufig betreibt und – wie so oft auch bei Sir Arthur Conan Doyle – in ein locker wirkendes Gespräch einbaut. Der Hörer ahnt natürlich schon, dass hier wesentliche Hinweise gegeben werden und kann selbst einige Schlüsse ziehen und die Aussagen bewerten, doch hinter das ganze Geheimnis kommt man erst mit der Zeit. Bis dahin wird viel rätselhafte Spannung geboten, die in einer ebenso trickreichen wie unterhaltsamen Auflösung endet. Schön, wie hier alle Fäden zusammenlaufen und noch große Überraschungen geboten werden. Das mag zwar etwas konstruiert wirken, ist in sich aber stimmig erzählt und schließt den Zweiteiler gekonnt ab – zumal die Charaktere wieder sehr charmant agieren und ihren typischen Unterhaltungswert ausspielen können.

Wolfgang Condrus ist in der Rolle des Dr. Harold Bancroft zu hören und gestaltet seine Passagen ebenso launig wie flüssig, wobei er verschiedene Facetten zur genau richtigen Zeit anbringt. Sein Gespür für das richtige Timing ist hier treffend gelungen. Kerstin Draeger überzeugt auch hier wieder als Frau ohne Gedächtnis, die besonders in den letzten Szenen überzeugt, als ihre Identität geklärt ist – sie bringt die Dramatik dieser Szenen dabei sehr gut herüber. Florian Halm hat mir als Dr. Watson auch wieder gut gefallen, er entwickelt einen ganz eigenen Charme für die bekannte Figur. Weitere Sprecher sind Ronald Nitschke, Melek Erenay und Holger Löwenberg.

Die Handlung ist auf wenige unterschiedliche Szenerien begrenzt, die im Hintergrund unauffällig, aber treffend umgesetzt wurden. Die Geräusche drängen sich nie in den Vordergrund, sondern überlassen die Bühne den Sprechern. Auch die Musik hält sich eher zurück, ist aber stimmig eingebaut und kann die Stimmung der Handlung gut aufgreifen.

Der Griff eines Schwertes ziert das Cover zu dieser Folge und macht einen altertümlichen Eindruck. Auch wenn dies auf den ersten Blick kaum mit dem Folgentitel „Der Jungbrunnen“ in Einklang gebracht werden kann, macht es spätestens nach dem Hören viel Sinn und ist passend dargestellt. Im Inneren ist im gewohnten Look alles übersichtlich aufbereitet.

Fazit: Das Tempo ist hier nochmal deutlich höher als in der ersten Folge, das Bild über die verschiedenen Elemente setzt sich hier gut zusammen. Mir gefällt die gelungene Ermittlungsweise von Holmes, gepaart mit dem interessanten Konstrukt und den stark dargestellten Charakteren. Vorkenntnisse aus dem ersten Teil sollte man aber schon mitbringen, um der Handlung gut folgen zu können.

VÖ: 27. April 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-356-7


Sherlock Holmes & Co – 36. Der Jungbrunnen -1-



Erster Eindruck: Erinnerungslücken und ungewöhnliche Kochkünste

Die kleine Grafschaft Suffolk an der englischen Ostküstewird von einem schrecklichen Doppelmord erschüttert, die Leichen sind grausam entstellt worden. Sherlock Holmes, der zuvor noch seine sehr speziellen Kochkünste an seinem treuen Gefährten Dr. Watson ausprobiert hat, wird zu dem Fall hinzugezogen, findet aber ein Gewirr an undurchsichtigen Verflechtungen vor...

Wieder einmal kehrt der titelgebende Detektiv in die Krimireihe von Romantruhe Audio „Sherlock Holmes & Co“ zurück, nach zahlreichen Auftritten anderer Ermittler ist die von Sir Arthur Conan Doyle erdachte Figur wieder mal zu hören. Das führt auch zu einer äußerst unterhaltsamen Einstiegsszene, in der Holmes seinem Verbündeten Watson eine Speise, von der er selbst nicht allzu begeistert ist. Schön, dass hier so gut auf die Charaktere und ihre besondere Beziehung zueinander eingegangen wird, zumal auch die nachfolgende Handlung stark ist. Das Tempo ist zunächst noch etwas langsam, viele Details der Tat werden aufgearbeitet, viel Zeugen befragt, erste Beweise gesammelt. Und dabei bekommt man schon eine erste Ahnung, wie alles zusammenhängen könnte, auch wenn noch wesentliche Bruchstücke fehlen. Das ist auch gut so, denn so wird die Lust auf den zweiten Teil geweckt, wobei der Fall tatsächlich genug Stoff für zwei CDs zu bieten scheint. Langatmig oder uninteressant ist es hier nämlich zu keinem Zeitpunkt, was an der gelungenen Kombination von markanten Charakteren und einem reizvollen, vielschichtigen Verbrechen liegt. Besonders der Auftritt einer noch namenlosen Frau ist dabei sehr gelungen eingebaut und sorgt für zusätzlichen Reiz.

Das Duo aus Charles Rettinghaus und Florian Halm in den beiden Hauptfiguren als Holmes und Watson funktioniert wieder prächtig, sie lösen sich von anderen Darstellungsweisen des Gespanns, besinnen sich auf eine exzentrischere Sprechweise und die besondere Beziehung der beiden Charaktere. Ronald Mitschke ist als Inspector Ronald Griffith zu hören und liefert eine sehr saubere Leistung ab, nimmt sich selbst aber etwas zurück und überlässt den anderen Charakteren den Vortritt. Kerstin Draeger macht ihre Sache ganz hervorragend und kann die Verwirrung ihrer Rolle sehr glaubhaft transportieren. Weitere Sprecher sind Wolfgang Condrus, Lutz Riedel und Melek Erenay.

Die akustische Gestaltung der Folge ist wieder sehr solide und stimmig geraten, wobei der Fokus immer auf den Sprechern und den Dialogen liegt. Doch mit einigen passgenau eingesetzten Geräuschen wirken diese lebendiger und greifbarer. Musik ist während der Szenenübergänge im Einsatz, hier wird die jeweils vorherrschende Stimmung gut aufgegriffen.

„Der Jungbrunnen“ bleibt als Titel für diese Folge noch etwas nebulös, auf dem Cover ist dieser allerdings schon prominent plaziert. Ein sprudelnder Springbrunnen in idyllischer Lage, der ganz dem Coverdesign der vorigen Episoden natürlich in schwarz-weiß abgedruckt ist, ist ein reizvolles Titelbild, der durch die orangene Grundfarbe des Rahmens genügend Aufmerksamkeit im CD-Regal auf sich zieht.

Fazit: Der Start in den neuen Zweiteiler von „Sherlock Holmes & Co“ ist kurzweilig gelungen, was nicht nur an der äußerst amüsanten Introszene liegt, sondern auch an dem verzwickten Fall, den reizvoll beschriebenen Morden, den starken Charakteren und vielen kleinen gelungenen Elementen. Die Lust auf den zweiten Teil ist auf jeden Fall geweckt.

VÖ: 16. März 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-355-0


Sherlock Holmes & Co – 35. Die schottische Spur



Erster Eindruck: Geheimnis um ein Gemälde...

Das wertvolle und einmalige Gemälde „Der kleine Prinz“ wird nach einer Kunstauktion einem elitären Kreis von Sammlern gezeigt – wohlgemerkt gezeigt, nicht etwa zum Verkauf angeboten. Doch die versammelte Gruppe wird durch einströmendes Gas betäubt, und genau dieses Gemälde wird gestohlen, ungeachtet der riesigen Kunstschätze, die im Gebäude noch vorhanden sind. Auguste Dupin, der das geforderte Lösegeld überbringen soll, wittert gleich eine größere Verschwörung...

Auguste Dupin ist der wohl melancholischste und künstlerischste der Detektive von „Sherlock Holmes & Co“, die regelmäßig bei Romantruhe Audio erscheinen. In einigen Folgen um den französischen Landsmann steht dessen Schöpfer Edgar Allan Poe mit seiner düsteren Seele im Mittelpunkt, die 35. Folge der Reihe konzentriert sich aber vollkommen auf den Fall des gestohlenen Gemäldes – und das geschieht ziemlich ausführlich. Nach dem stimmungsvollen Intro mit der oben beschriebenen Szene gehen die ersten Ermittlungen von Dupin erst einmal recht langsam weiter, inklusive eines vollmundigen Versprechens von Poe. Auch die ersten Recherchen in den Fall kommen nicht so recht in Schwung, zumal der Hörer eine Vielzahl an unterschiedlichen Funktionen in dem Hörspiel einordnen muss. Viele Szenen ziehen sich mit ausführlichen Erklärungen in die Länge, was die Dynamik deutlich mindert. Und dennoch konnte mich das Hörspiel überzeugen, da es durchaus reizvoll ist, langsam hinter das Konstrukt zu steigen und die Zusammenhänge zwischen den Charakteren zu ergründen. Der Fall ist dann auch sehr clever aufgelöst, was stufenweise über mehrere Ebenen geschieht und einige elegante Schlenker und falsche Verdächtigungen nimmt. So ist ein recht klassischer Krimi mit interessantem Thema gelungen, die die Hauptcharaktere etwas mehr in den Hintergrund stellt.

Die Riege an guten und engagierten Sprecher ist hier lang, insgesamt sind über 15 unterschiedliche Stimmen zu hören. Bernd Stephan ist in der Rolle des Jacques van Dooren zu hören, mit seinem markanten Klang setzt er gekonnt Akzente und sorgt trotz langer Dialoge für Lebendigkeit. Kerstin Draeger ist als Vivienne van Dooren ebenso gut besetzt, ihre Stimme passt wunderbar zu ihrem Charakter und unterstützt die angenehme Grundatmosphäre der Folge. Mia Diekow bringt ihren fröhlichen Klang sehr gut zur Geltung, sie fügt ihrer Stimme als Sadie McQuarrie aber auch neue Facetten hinzu. Weitere Sprecher sind Michael Bideller, Rainer Fritzsche und Arianne Borbach.

Akustisch ist auch diese Folge eher sanft umgesetzt, wobei das Intro und einige Szenenübergänge recht lebendig gestaltet sind. Doch bei einigen längeren Dialogen hätte ich mir etwas mehr Schwung gewünscht, da die so etwas eintönig wirken. Auch ein paar Hintergrundgeräusche mehr hätten der Folge gut getan, doch wie immer ist alles stimmig umgesetzt.

Das zentrale Gemälde der Folge, „Der kleine Prinz“, wird auch auf dem Cover abgebildet. Der melancholisch blickende Junge im Stil eines alten Gemäldes bekommt durch die schwarz-weiße Optik eine noch interessantere Note. Das Innere ist wie immer schlicht, aber übersichtlich und vollständig aufbereitet.

Fazit: Verschachtelt und mit zahlreichen Charakteren versehen benötigt diese Folge recht viel Aufmerksamkeit, um alles richtig einordnen zu können. Da hätte manchmal mehr Dynamik weitergeholfen, doch das gelungene Konstrukt tröstet darüber gut hinweg. Auch beim zweiten mal Hören entdeckt man noch neue Zusammenhänge und Facetten, die durchaus lohnenswert sind.

VÖ: 26. Januar 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-286-7


Sherlock Holmes & Co - 34. Das Haus der Verdammten



Erster Eindruck: Der Selbstmord, der keiner war...

Für Inspector Mallory schein der Fall des toten Journalisten Manning völlig klar zu sein, schließlich hat dieser einen Abschiedsbrief hinterlassen. Doch Mannings alter Kollege Hutchinson Hatch ist nicht von seinem Selbstmord überzeugt und bittet Professor van Dusen um seine Hilfe. Gemeinsam müssen sie in der Unterwelt der Stadt ermitteln, was für einige brenzlige Situationen sorgt...

Eine Detektivgeschichte lebt auch immer von ihren Hauptfiguren, die im besten Fall einige ganz spezielle Eigenschaften aufweisen und so ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Auch „Sherlock Holmes & Co“ profitiert immer wieder von den unterschiedlichen Ermittlern, die sich hier abwechseln, wie auch die 34. Folge mit Professor van Dusen als Detektiv eindrucksvoll beweist. Denn inmitten der Recherchen und der sich weiterentwickelnden Handlung findet die Denkmaschine immer wieder die Zeit für seine Sticheleien, für einen überheblichen Spruch oder eine Boshaftigkeit in Richtung Hutchinson Hatch. Das macht das Ganze sehr lebendig und sorgt für unterhaltsame Momente, doch auch seine anderen Charaktereigenschaften kommen während der Handlung gut zur Geltung. In dieser Geschichte ist mal Hatch der Auftraggeber, da ein ihm bekannter Kollege zu Tode kommt, was der Handlung einen kleinen, aber effektiven Dreh verleiht. Das titelgebende „Haus der Verdammnis“ sorgt dafür für einen leicht unheimlichen Einschlag, während sich die übrigen Elemente gekonnt zusammenfügen und ein spannendes und gut konstruiertes Gesamtbild ergeben. Besonders das Ende kann überzeugen, da für die Auflösung noch einige Überraschungen aufbewahrt wurden, die man so nicht erwartet hat.

Bodo Wolf ist in dieser Folge als Gast zu hören, wobei er den Inspector Mallroy mit sprödem Charme und einem ganz speziellen Ausdruck versieht und ihn in seinen Szenen mit seiner markanten Stimme gekonnt darstellt. Robin Brosch hat mir als Floyd Riley auch gut gefallen, er wählt eine lebendige und eingängige Sprechweise und schafft so einen immer sehr präsenten Nebencharakter. Martin Keßler ist natürlich wieder als Professor van Dusen zu hören, mit seinem bissigen und harschen Klang setzt er gekonnt Akzente, kann sich aber auch zurücknehmen und den anderen Rollen den Vortritt lassen. Weitere Sprecher sind Tommi Piper, Peter Weis und Daniel Zillmann.

Wie immer bei der Reihe ist auch die akustische Umsetzung sehr sauber gelungen, wobei dieses mal auffällig viele Geräusche für eine passende Atmosphäre sorgen. Aus diesem Grund wirken die einzelnen Szenen sehr eingängig, immer kann man sich gut in die jeweilige Situation hineinversetzen. Auch die Musik ist gut eingebunden und steigert die Atmosphäre der Handlung noch weiter.

Der Eingang zu einem hübschen, gepflegten Haus ist auf dem Cover zu sehen, wobei eine Treppe einige Stufen nach oben führt, die Tür reichlich verziert ist und eine alte Gaslaterne für zusätzliches Flair sorgt. Das steht in reizvollem Kontrast zu dem eher unheilvollen Titel, was mir gut gefallen hat. Das Innere ist wie immer schlicht und übersichtlich gestaltet.

Fazit: „Das Haus der Verdammnis“ arbeitet nicht nur die Charaktere der Protagonisten gut heraus, sondern ist auch in einem sehr angenehmen Tempo erzählt. Alles ist hier an seinem Platz und sorgt mit bissigem Witz und einigen Überraschungen für Kurzweil. Gepaart mit dem gelungenen Setting ist so eine stimmige Folge der Serie entstanden.

VÖ: 24. November 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-285-0


Sherlock Holmes & Co – 33. Femme Fatale



Erster Eindruck: Poe als Retter einer Dame

Edgar Allan Poes schwermütige Gedanken sind wie verflogen, als er die charmante Sängerin Sandrine Beaumont in einem Pariser Nachtclub bei einem Auftritt beobachtet. Ihr anschließendes Treffen in ihrer Garderobe endet jedoch abrupt, als der Kopf der Pariser Unterwelt hinzukommt und Sandrine als sein Eigentum beansprucht. Der melancholische Autor ist fest entschlossen, ihr aus ihrer Misere zu helfen...

Noch mehr als die anderen Folgen um den Detektiv Auguste Dupin dreht sich die 33. Folge von „Sherlock Holmes & Co“ um Edgar Allan Poe, die ersten Szenen drehen sich komplett um den schwermütigen Autor. Es ist sehr schön beschrieben, wie sehr ihn die zauberhafte Sängerin Sandrine aus seinen schweren Gedanken befreit, wie er aufblüht und die Stimmen in seinem Kopf vergessen kann – aber auch, wie schnell er sich von Sandrine einwickeln lässt. Mit Hilfe von Dupin will er die Sängerin aus ihrer Unterdrückung befreien, während dem Detektiv und dem Hörer völlig klar ist, dass daraus so einige Probleme resultieren werden. Ein bisschen vorhersehbar ist das Ganze dann schon, und auch wenn immer wieder kleinere Überraschungen vorhanden sind, ist die Erzählweise etwas holprig. Zum Beispiel wird eine essentielle Szene vor Gericht ziemlich abgekürzt dargestellt, sodass einiges an Atmosphäre verloren geht. Das Finale hingegen, der letzte Showdown in einer ruhig erzählten Szene, ist ein positiver Wendepunkt und hat mir sehr gut gefallen. Der Weg wirkt manchmal etwas gebremst, da man einige wichtige Momente nicht mitbekommt, doch die gelungene Szenerie und die interessante Geschichte um Edgar Allan Poe können dennoch überzeugen.

Sandra Schwittau stellt die charmante Sängerin Sandrine sehr gekonnt dar und verleiht ihr eine Aura des Mysteriösen und Verführerischen, was durch ihre tiefe und raue Stimme noch verstärkt wird – auch wenn man sie leider nicht singen hört. Tanja Dohse ist in der Rolle der Marielle ebenso gut besetzt, ihre helle und klare Stimme passt gut zu der Rolle und in die Szenerie der Folge. Helmut Krauss' markanter Klang kommt als Monsieur G sehr gut zur Geltung, wobei er seine ganze Professionalität einsetzt. Weitere Sprecher sind Bernd Rumpf, Tobias Lelle und Bernd Bollbrecht.

Akustisch wird wieder eine solide Leistung geboten, die einzelnen Elemente sind gut aufeinander abgestimmt. Zwar kommt in der Musik kein französisches Flair auf und auch die Sangeskünste von Sandrine werden nicht eingebaut, aber ansonsten ist die Musik sehr stimmig. Die Geräusche fügen sich gekonnt ein und lassen gerade die dramatischeren Szenen gut wirken.

Ein schlichter Damenschuh ist auf dem Cover zu sehen, er steht auf einem einfachen Holzfußboden und wird von einem Messer mit einer kleinen Blutlache ergänzt. Das ist gerade durch seine Schlichtheit und die passenden Andeutungen auf den Inhalt der Folge gut gelungen und ist treffend in Szene gesetzt. Die restliche Aufmachung ist bereits aus den vorigen Folgen bekannt.

Fazit: Mir gefällt der Fokus dieser ungewöhnlichen Geschichte, die sich um Poes Befreiung aus seiner Schwermut dreht und mit der geheimnisvollen Sandrine einen weiteren interessanten Charakter vorstellt. Doch einige Szenen wirken etwas abgehackt oder werden erst gar nicht erzählt, sodass die Atmosphäre manchmal etwas leidet. Der trickreich erzählte Schluss kann hier allerdings wieder einiges wett machen.

VÖ: 28. Juli 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-284-3


Sherlock Holmes & Co – 32. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -2-



Erster Eindruck: Abschluss mit geschichtlichem Bezug

Zwar konnte Sherlock Holmes schon einige wichtige Indizien sammeln, um seinen Mandanten William Harley zu entlasten, doch die Öffentlichkeit sieht in ihm immer noch einen Mörder. Auch Scotland Yard, namentlich Inspector Cross, trägt nicht sonderlich zur Aufklärung bei. Und so muss der Meisterdetektiv wieder tief in seine Trickkiste greifen, um den wahren Mörder zu überführen...

Mit Mehrteilern ist es ja immer so eine Sache – einerseits ist es natürlich von Vorteil, eine Geschichte über längere Zeit zu erzählen und so auch komplexere Verbrechen darzustellen, birgt aber auch die Gefahr, zu langatmig zu werden und die Ereignisse in die Länge zu ziehen. Auf den zweiten Teil von „ Der Verlust des amerikanischen Gentlemans“ trifft letzteres glücklicherweise nicht zu, alles hat hier seinen festen Platz, und trotz des eher langsamen Erzähltempos kommt hierbei keine Langeweile auf. Kenntnisse aus dem ersten Teil sind obligatorisch, denn eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse wird hier nicht angeboten, sodass einem viele Feinheiten und Details antgehen würden. Die Ermittlungen werden dabei zunächst nahtlos fortgesetzt, schlagen aber noch einmal durch einen gelungenen Kniff eine andere Richtung ein. Das Finale ist dann fast schon klassisch zu nennen, in einer langen, aber sehr gut erzählten Ausführung überführt Holmes den Täter. Sehr gut gefallen hat mir dann auch die letzte Sequenz, in der diese Folge Bezug zu einem real existierenden Unternehmen nimmt und Holmes zudem in fast schon prophetischer Weise den nahenden Krieg ankündigt – ein wenig Gesellschaftskritik ist dabei inklusive. Dieser zweite Teil hat mir noch ein bisschen besser gefallen als sein Vorgänger, da er noch gradliniger und flüssiger erzählt wurde.

Charles Rettinghaus ist natürlich auch hier wieder als Sherlock Holmes zu hören und wählt dabei eine recht ernste Sprechweise, kann aber auch die leicht überheblichen Züge der bekannten Figur abfedern und ihn so dennoch sympathsich wirken lassen. Gerhard Acktun ist in einer wichtigen Rolle für die Handlung zu hören und gestaltet diese sehr intensiv aus, er spricht sehr eingängig und hebt sich mit speziellen Eigenheiten von den anderen Sprechern ab. Ach Frank Felicitti liefert eine glaubhafte Leistung ab und passt sich gut der Stimmung der Folge an. Weitere Sprecher sind Florian Halm, Leonhard Mahlich und Konrad Bösherz.

Akustisch wird wieder eine sehr solide Leistung abgeliefert, die das bisherige Sounddesign der Serie aufgreift und eine ruhige Atmosphäre bietet, in der die Sprecher und ihre Dialoge unangefochten im Mittelpunkt stehen. Zwar sind auch immer wieder Geräusche und ab und an eine kleine Melodie zur Auflockerung im Einsatz, diese lenken aber nie von der Geschichte ab.

Auch auf diesem Cover wurde als Motiv ein Foto in schwarz-weiß gewählt, das dieses mal ein Gasthaus der damaligen Zeit zeigt. Das vermittelt viel Stimmung und passt gut zur Handlung, offenbart aber keine entscheidenden Details. Im Inneren gibt es zwar keine weiteren Extras, allerdings werden die Mitwirkenden an dieser Folge übersichtlich dargestellt.

Fazit: Nach einer starken Auftaktfolge zum Zweiteiler setzt diese Episode sogar noch etwas drauf und wird etwas straffer erzählt. Dabei kommen alle Elemente gut zur Geltung und sorgen für einen flüssigen und spannenden Verlauf. Die Auflösung ist gekonnt inszeniert, auch die kleine Outroszene punktet mit einem geschichtlichen Bezug. Hörenswert!

VÖ: 9. Juni 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-283-6


Sherlock Holmes & Co – 31. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -1-



Erster Eindruck: Auftakt zu einer Doppelfolge

Für die Öffentlichkeit steht bereits fest, dass es sich bei William Harley um einen Mörder handelt. Doch dieser betreuert vehement, die junge Frau nicht getötet zu haben. Niemand will ihm glauben, bis er an Sherlock Holmes gerät. Der Meisterdektetiv sucht schon bald nach Beweisen für die Unschuld des Amerikaners, stößt dabei aber auf viel Widerstand...

„Sherlock Holmes & Co“, die Krimireihe von Romantruhe Audio, widmet sich nicht immer der bekannten titelgebenden Figur, die Doppelfolge mit dem Titel „Der Verlust des amerikanischen Gentlemans“ wird aber wieder von Sherlock Holmes und Dr. Watson aufgeklärt. Die Darstellung der beiden Charaktere ist etwas zurückhaltender als in anderen neuen Geschichten für Holmes, der schrullige Humor von Watson beispielsweise ist bis auf einige Szenen eher angedeutet, sodass sich dieser erste Teil stark auf den eigentlichen Fall konzentriert. Dieser beginnt recht gemächlich mit einer recht lockeren Szene um ein brandneues Fortbewegungsmittel und steigert auch im Laufe der Handlung das Tempo nur langsam, kann sich so aber auch sehr gut auf die einzelnen Szenen konzentrieren. Alle Elemente bekommen die notwendige Aufmerksamkeit und schaffen dabei eine rätselhafte Atmosphäre, die mit einigen falschen Fährten und versteckt platzierten Hinweisen gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Der Bogen wird gekonnt bis zum Ende dieser Folge geschlagen - wobei natürlich noch viele Fragen offen bleiben, die erst in der nächsten Episode beantwortet werden. Bis auf einige zu lang geratene Szenen ist hier eine hörenswerte Krimifolge entstanden.

Leonhard Mahlich ist in der Rolle des William Harley zu hören und kann den amerikanischen Gentleman mit viel Esprit ausstatten, seiner markante Stimme und der flüssigen Sprechweise habe ich hier gern gelauscht. Rainer Fritzsche ist in der Rolle des Inspektor Cross zu hören, der seinem Klang hier eine sehr eigenständige Note verleiht und mit einer geschliffenen Betonung versieht. Florian Halm ist natürlich wieder als Dr. Watson mit dabei, seine etwas ernstere Umsetzung der bekannten Figur hat mir wieder gut gefallen, zumal er immer für eine angenehme Grundstimmung sorgt. Weitere Sprecher sind Garhard Acktun, Frank Felicitti und Alexander Turrek.

Akustisch ist die Geschichte stimmig umgesetzt, ist aber wie immer zurückhaltend inszeniert. So liegt der Fokus voll auf den Sprechern und ihren Dialogen, nur ab und an schleicht sich eine Melodie ein und fängt die Stimmung der jeweiligen Szene ein. Geräusche sind da schon etwas häufiger im Einsatz und schaffen jeweils eine passende Klangkulisse, doch auch dieses geschieht eher im Hintergrund.

Obwohl der orangefarbene Rahmen und auch die schwarz-weiße Farbgebung des eigentlichen Motivs immer identisch, sind immer wieder neue Einfälle zu sehen. Auch hier, denn das Raster mit dem nur leicht durchscheinenden Motiv der beiden Hauptfiguren auf einem motorisierten Zweirad ist wirklich unkonventionell, gefällt mir aber sehr gut.

Fazit: Ein interessanter Ansatz, der durch die hier angestellten Ermittlungen immer mehr an Kontur gewinnt. Das ist durchaus spannend erzählt, auch wenn einige Momente etwas in die Länge gezogen wirken. Die detaillierte Erzählweise und viele gelungene Szenen sorgen für einen unterhaltsamen Verlauf für diesen ersten Teil.

VÖ: 28. April 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-282-9


Sherlock Holmes & Co – 30. Das Rattendorf



Erster Eindruck: Eine Legende erwacht zum Leben...

Durch Zufall beobachten Auguste Dupin und sein Chronist Edgar Allan Poe, wie eine junge Frau in einem kleinen französischen Dorf von einer Horde Ratten angegriffen wird. Gerade noch können sie rettend eingreifen, doch beim ansässigen Arzt kommt ein schrecklicher Verdacht auf: Sollte tatsächlich die Pest wieder um sich greifen und die Bevölkerung bedrohen?

Sherlock Holmes & Co bietet schon wegen der verschiedenen Ermittler viel Abwechslung, doch gerade die Folgen um Auguste Dupin bieten immer noch einen zusätzlichen, interessanten Dreh: In jeder Folge werden Elemente bekannter Geschichten aufgegriffen. Was zunächst auf die Erzählungen von Edgar Allan Poe begrenzt war, führt inzwischen auch in andere Richtungen, was besonders in der 30. Folge der Serie recht schnell deutlich wird. Der Aufbau ist sehr interessant, denn ein Detektivduo mit einer ausbrechenden Seuche zu beschäftigen, klingt im ersten Moment merkwürdig. Doch was die beiden in dem kleinen Dorf herausfinden, ist erstaunlich und deckt nach und nach einige unerwartete Zusammenhänge auf. Zugegeben gibt es einen Punkt, an dem der Hörer die Auflösung des Ganzen schon erahnen kann, dennoch ist dies nicht weniger unterhaltsam als der sehr gelungene Start in die Handlung. Hinzu kommt, dass neben einem sehr witzigen Dialogen zwischen Dupin und Poe ganz zu Beginn auch die restlichen Charaktere sehr gut zur Geltung kommen und so eine starke und unverwechselbare Folge entsteht, die mir wieder äußerst gut gefallen hat.

Manfred Lehmann setzt die Rolle des Auguste Dupin mit seiner markanten und einzigartigen Stimme sehr treffend in Szene und schafft es die Balance zwischen dem scharfsinnigen Ermittler und dem humorvollen und warmherzigen Mann zu halten. Gerhard Acktun ist in dieser Folge als Dr. Lestang zu hören, der trotz seiner besonnenen Art auch die Dramatik der Folge mit einfließen lässt. Dietmar Wunder hat als Dr. Dangremont eine der Schlüsselszenen der Folge inne und setzt diese mit seiner sehr präsenten Sprechweise und sehr gekonntem Ausdruck um. Weitere Sprecher sind Volker Brandt, Anina Braunmiller-Jest und Uta Dänekamp.

Die akustische Umsetzung ist wie immer bei dieser Serie eher ruhig und bedacht, was in vielen Szenen auch gut wirkt. Doch wenn in einem Hörspiel die aufkommende Panik in der Bevölkerung thematisiert wird, hätte man durchaus noch eine Schippe drauflegen können, beispielsweise mit Stimmgewirr im Hintergrund. So wirken diese Momente zu geordnet und gebremst, werden durch passende Geräusche und etwas Musik aber insgesamt noch recht stimmungsvoll.

Wie immer wird das Cover von einem schlichten Foto geziert, das dieses mal unverkennbar dieser Geschichte zugeordnet werden kann, denn die Rattenhorde, die schon ganz am Anfang für Aufruhr sorgt, ist ein starkes und präsentes Motiv. Das Innere ist erneut sehr schlicht gehalten und enthält neben den üblichen Produktionsinformationen keine weiteren Extras.

Fazit: Das Thema der Folge wirkt zunächst ungewöhnlich, doch das macht auch den Reiz dieser Folge aus. Im weiteren Verlauf fügt sich alles zu einem stimmigen Bild zusammen, das mit einigen sehr interessanten Elementen angereichert ist – von der Massenpsychologie bis hin zu einer alten Legende. Sehr hörenswert!

VÖ: 10. Februar 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-265-2


Sherlock Holmes & Co – 29. Der Schrecken vom Central Park



Erster Eindruck: Hutchinson Hatch auf eigenen Wegen...

Als Hutchinson Hatch von einem seltsamen Wesen berichtet, das im Central Park sein Unwesen treibt und schon einige Opfer gefordert hat, winkt Professor van Dusen ab – zu gewöhnlich ist ihm dieser Fall. Und so ermittelt Hatch gemeinsam mit einem Kollegen eigenständig in der Sache, was nicht gerade durch die Wachposten der Polizei an den Eingängen zu Park erleichert wird...

Jedem der klassischen Detektive, die sich in „Sherlock Holmes & Co“ von Romantruhe Audio folgenweise abwechseln, ist sein eigener Chronist zugeordnet, die in den Folgen eine mal mehr, mal weniger wichtige Rolle einnehmen. „Der Schrecken vom Central Park“ ist dabei sogar fast ein Soloabenteuer für Hutchinson Hatch, weite Teil der Handlung ermittelt er allein, weil van Dusen nicht genügend Interesse an dem Fall hat – was dem Hörer durchaus auch so gehen dürfte. Denn tatsächlich ist der Fall recht gewöhnlich und birgt eben keine clevere und verzwickte Auflösung, wie man es sonst von der Serie gewohnt sein darf. Auch dem Hörer ist klar, dass nichts Übernatürliches hinter dem Fall steckt, er wird durch eine ziemlich offensichtliche Fährte bald selbst auf den Täter kommen, und auch die Idee hinter dem Verbrechen hat man so ähnlich schon in zahlreichen Variationen gehört. Fast habe ich schon gedanklich die Folge als zu flach abgehakt, da greift noch eine sehr gelungene Idee, die die Protagonisten noch einmal in eine sehr gefährliche Situation bringt, die fast auswegslos scheint. Wie sie sich befreien können und aus dem Dilemma entkommen, ist dann gut erzählt und schließt die Folge versönlich ab. Etwas mehr davon wäre in den ersten zwei Dritteln der Folge ebenso wünschenswert gewesen. Das Auftreten von Hatch, der arrogante van Dusen, die gut erdachten Nebencharaktere bringen zudem viel Farbe mit in die Handlung – bis auf den vielleicht etwas zu flach geratenen und zu offensichtlich platzierten Bösewicht.

Norbert Langer ist natürlich wieder als Hutchinson Hatch mit dabei, er trifft die Figur des engagierten, aber vielleicht etwas zu naiven Reporters sehr genau und bringt immer einen leicht humorvollen Unterton mit ein. Christian Stark, der ihm als Tom Manning zur Seite steht, platziert sich schnell als weiterer Anker dieser Episode und bietet eine durchweg glaubhafte Leistung. Klaus-Dieter Klebsch und sein markanter Klang treten auch in dieser Folge sehr in den Vordergrund, er klingt rau und abweisend wie eh und je. Weitere Sprecher sind Martin Sabel, Frank Felicitti und natürlich Martin Keßler.

Akustisch bietet das Label wieder eine absolut saubere und stimmige Leistung ab, die die einzelnen Szenen gekonnt umsetzt. Eine ganz eigene Note bietet diese Folge zwar nicht, dafür gibt es jede Menge passende Melodien, die die Stimmung der Geschichte einfängt, und zahlreiche authentische Geräusche, die passgenau eingefügt worden sind.

Ein stolzes Schloss ist auf dem Cover zu sehen, die amerikanische Fahne auf dem einzigen Turm gehisst steht sie mitten in der malerischen Landschaft, die auf dem Hintergrund angedeutet wird. Das ist sehr stimmig umgesetzt und in seiner Schlichheit überzeugend, da nach dem Hören der Folge ein noch stärkerer Bezug vorgenommen werden kann.

Fazit: Dass van Dusen dem Fall anfangs noch ablehnend gegenübersteht, ist auch für den Hörer gut nachvollziehbar, zu eindimensional und vorhersehbar ist dieser anfangs gelungen. Erst im späteren Verlauf, wenn Täter und Motiv schon feststehen, wird es deutlich spannender, und dann findet die Serie auch zu alter Stärke zurück – nur muss man sich dafür eben eine zuvor etwas langatmige Geschichte anhören.

VÖ: 25. November 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-264-5


Sherlock Holmes & Co – 28. Mörderisches Spektakel



Erster Eindruck: Dramatischer Mord...

Bei den Proben ihres neuen Theaterstücks kommt die junge Schauspielerin Rochelle beinahe durch einen missglückten Trick ums Leben – nicht der einzige Rückschlag, denn wegen ihrer blutrünstigen Aufführungen steht das Theater in der Öffentlichkeit in der Kritik. Ob es wirklich der Anschlag eines fanatischen Gegners war, soll Auguste Dupin klären...

Oft steht die Figur des Edgar Allan Poe bei den Auguste Dupin-Folgen von Sherlock Holmes & Co im Mittelpunkt und bringt seine düstere Gedankenwelt mit in die Handlung ein. In der 28. Folge der Serie hält er sich jedoch stark zurück, was wegen der vollgepackten Geschichte jedoch nicht negativ auffällt. Direkt zu Beginn wird die Theatergruppe vorgestellt, in der Szene entkommt Rochelle nur knapp dem Tod, doch man bekommt auch schon mal einen Einblick in die Beziehungen innerhalb der Gruppe. Doch die Situation verschärft sich noch deutlich, als während einer Vorstellung etwas richtig schief geht, hier ist dann der entgültige Startschuss für die Folge gefallen. In klassisch aufgebauten Ermittlungen gehen Dupin und Poe dann der Sache auf den Grund und stoßen auf immer mehr Ungereimtheiten, klären Fakten ab und kommen zu einem überraschenden und interessanten Ende. Die Umgebung des Theaters bringt dabei zusätzliche Würze in den Fall, der so einen sehr individuellen Anstrich erhält. Das ist gut konstruiert und kann die Spannung über die gesamte Laufzeit erhöhen, und ganz am Ende, noch nach der eigentlichen Auflösung, gibt es noch einmal einen Dreh, der den Hörer überrascht und den Bogen zu einer anderen bekannten Gruselgeschichte schlägt.

Marie Bierstedt fühlt sich in der Rolle der jungen Schauspielerin Rochelle hörbar wohl und setzt ihre klare Stimme sehr gekonnt ein, um ihr eine ganz eigene Ausstrahlung zu geben, wie immer eine sehr gute Leistung von ihr. Christian Stark setzt als Charles mit seiner markanten Stimme gekonnte Kontraste und kann jede Szene mit Nachdruck und Energie aufladen. Der wunderbar Jürgen Thormann ist als Gilbert zu hören, sein unverwechselbarer und kratziger Klang ist ein gelungener Akzent in der Szenerie und lenkt die Aufmerksamkeit sofort auf den Charakter. Weitere Sprecher sind Marius Claren, Viktor Neumann und Jaron Löwenberg.

Alexander Schiborr ist für die musikalische Untermalung verantwortlich und schafft eine passende und geheimnisvolle Szenerie für die Dialoge, die eingängig ist, sich aber nur selten im Vordergrund positioniert. An den besonders dramatischen Stellen ist dann auch die Musik nachdrücklicher und ergänzt sich sehr gut mit den Geräuschen, die ebenfalls stimmig eingebaut sind.

Ein Fleischerbeil, an einigen Stellen schon leicht angerostet, aber im schwachen Licht scheinend – das Titelmotiv ist an Schlichtheit kaum zu überbieten und ist wohl gerade deshalb so treffend gelungen. Auch die restliche Gestaltung hält sich eher zurück, hält aber in dem kleinen Booklet alle notwendigen Informationen zu der Produktion bereit.

Fazit: „Ein mörderisches Spektakel“ heißt der Titel der Folge, und dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Tatsächlich wird von der ersten Szene an eine packende Stimmung geschaffen, die mit viel Energie und einem gekonnten Aufbau überzeugen kann. Besonders das Ende, an dem alle Fäden zusammenlaufen und das mit einer zusätzlichen Überraschung punktet, passt wunderbar zu der eingängigen Atmosphäre.

VÖ: 28.Oktober 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-263-8


Sherlock Holmes & Co - 27. Der Schrei der Banshee -2-



Erster Eindruck: Logische Erklärungen für übernatürliche Phänomene

Sherlock Holmes und Dr. Watson sind dem Geheimnis um die Banshee, die mit ihrem Schrei die Bewohner der Küste Cornwalls bedroht, noch nicht entscheidend näher gekommen. Und so greift Oscar Wilde, ihr Auftraggeber in diesem Fall, stärker in das Geschehen ein und bringt die beiden auf eine wichtige Spur...

„Der Schrei der Banshee“ ist der erste Zweiteiler in der „Sherlock Holmes & Co“-Reihe von Romantruhe Audio, doch noch eine weitere Besonderheit zeichnet die Geschichte um die Todesfee aus: Es ist ein Crossover zu einer neuen Serie des Labels, die sich nicht nur um Sherlock Holmes' Bruder Mycroft, sondern auch um den bekannten Schriftsteller Oscar Wilde dreht. Und eben dieser tritt im zweiten Teil noch stärker in den Vordergrund und berichtet dem Ermittlerduo von seinem Leben und seiner Macht. Das ist zwar schon aus der eigentlichen Serie bekannt, fügt dieser Geschichte aber einige interessante Szenen zu und könnte tatsächlich bei einigen die Lust auf die Schwesterserie wecken. Ansonsten werden die Ereignisse aus dem ersten Teil gekonnt weitererzählt, wobei das Tempo etwas weiter angezogen wird. Auf seine gewohnt überhebliche Art steuert der Meisterdetektiv immer weiter der Auflösung entgegen und präsentiert dabei einen gelungenen Hintergrund der Tat, die bis ins letzte Details sinnvoll und spannnend aufgeklärt wird. Hübsch ist, wie dynamisch das alles geschieht, die Erzählweise ist wirklich sehr gelungen. Das Zusammenspiel der Charaktere, das entzauberte Mysterium der Banshee und die prägnante Szenerie der Folge sorgen hier für einen hörenswerten Abschluss der Geschichte.

Sascha Rotermund ist hier, wie auch in „Mycroft Holmes und Oscar Wilde“ in der Rolle des exzentrischen Autors zu hören, den er mit leicht überspitzter Stimme und prägnanter Ausdrucksweise intensiv in Szene setzt. Florian Halm ist wie immer als Dr. Watson zu hören, er spricht diese Rolle etwas ernster als andere Sprecher dieser Rolle und betont damit auch die Stimmung der Serie weiter. Jaron Löwenberg spricht Inspektor Masterson und fügt der Folge dabei eine weitere Facette hinzu. Auch Tim Knauer, Djuwita Müller und Patrick Holtheuer sind zu hören.

Akustisch haben Sebastian Pobot und sein Team wieder eine stimmige Atmosphäre erzeugt, die sich abe nie in den Vordergrund drängt und lediglich als Kulisse für die Sprecher dient. Dabei werden die verschiedenen Szenerien gekonnt unterstrichen, und auch die Natur Cornwalls und die Nähe der Küste fließen immer wieder gekonnt mit ein.

Natürlich wurde wieder das Coverdesign der früheren Episoden übernommen, wobei als Titelmotiv dieses mal der Turm an einer großen Mauer gewählt wurde, was wieder eher dezent und doch passend ist. Dass es sich hier um den zweiten Teil eines Mehrteilers handelt, ist allerdings nur klein auf der Rückseite abgedruckt, sodass der unbedachte Spontankäufer im Plattenladen eine unangenehme Überraschung erleben könnte.

Fazit: Das Tempo wird hier etwas angezogen, sodass die Handlung insgesamt dynamischer wirkt. Das Crossover zu Oscar Wilde nimmt zwar etwas viel Raum ein, bringt aber auch einen neuen Aspekt in die Handlung ein, die gearde gegen Ende sehr gelungen erzählt ist und alle Mysterien der Folge gekonnt und unterhaltsam aufklärt.

VÖ: 2.September 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-262-1


Sherlock Holmes & Co - 26. Der Schrei der Banshee -1-



Erster Eindruck: Eine Sagengestalt und ein geheimnisvoller Auftraggeber

Schrille Schreie durchdringen die Nacht, eine Banshee, eine irische Todesfee, scheint an der Küste von Cornwall ihr Unwesen zu treiben. Das behaupten alle Zeugen gleichermaßen, die im Fall eines ermordeten Wissenschaftlers ausgesagt haben. Sherlock Holmes wird auf den Fall angesetzt und nimmt die Reise in den Südwesten Englands gemeinsam mit seinem Chronisten Dr. Watson auf sich...

Jeweils in sich abgeschlossene, beu erdachte Geschichten um wechselnde klassische Kriminalfiguren – das ist das Konzept von „Sherlock Holmes & Co“ aus dem Hause Romantruhe Audio. Ein Novum gibt es nun in der 26. Folge der Serie, denn hier wird zum ersten mal eine Geschichte erzählt, die sich über zwei Folgen erstreckt und dementsprechend mit der Nummer 27 abgeschlossen wird. Etwa 90 Minuten bringen beide Episoden zusammen, wobei der Start von „Der Schrei der Banshee“ mit einem mysteriösen und bedohlichen Intro wieder sehr gelungen ist und den Hörer gut auf das Kommende einstimmt. Danach braucht es allerdings wieder einige Zeit, bis die Handlung wirklich in Schwung kommt, die ersten Szenen mit dem Meisterdetektiv und seinem treuen Gefährten wirken leider etwas in die Länge gezogen, die Dialoge zerfasern etwas und kommen nicht so recht auf den Punkt. Später wandelt sich dieser Eindruck wieder und die Geschichte findet zu der Stärke der vorigen Folgen zurück. Immer näher kommt das Ermittlerduo dann nämlich den Hintergründen des Falles, sodass sich auch der Hörer einige Dinge zusammenreimen kann, typisch für die Serie aber nie gleich alles durchschauen kann. Das Ende kommt dann recht überraschend, aber da die nächste Folge zeitgleich erschienen ist, kann man gleich weiterhören – und dann auch dem Geheimnis um die interessante Figur weiter auf den Grund gehen, die Holmes hier den Auftrag erteilt.

Charles Rettimghaus spricht – wie immer bei Sherlock Holmes & Co - die titelgebende Hauptfigur sehr präzise und mit einer ganz eigenen Attitüde, die der Figur einige interessante Facetten entlockt. Viktor Neumann ist als Norman Trent zu hören, er wirkt dabei immer sehr präsent und kann den Charakrer glaubhaft und energisch herüberbringen. Michael Pans prägnante Stimme ist als Josef Uhlmann eine ebenso gute Wahl, gekonnt setzt er sich in Szene und gestaltet seine Dialoge sehr dynamisch. Weitere Sprecher sind Klaus Dittmann, Robin Brosch und Gerald Paradies.

Die akustische Umsetzung ist wieder eher dezent geraten, dennoch wird eine sehr passende Atmosphäre für die Geschichte erzeugt. Musikalisch werden immer wieder kleine Melodien platziert, die die jeweilige Stimmung unterstreichen, die Geräusche sind zurückhaltend eingefügt. Besonderes Augenmerk verdient natürlich der Schrei der Banshee, der sehr ausdrucksstark den unheimlichen Aspekt der Sagengestalt zum Ausdruck bringt.

Der Schauplatz vom Anfang des Hörspiels ist auch auf dem Cover abgebildet, zu sehen ist der finstere Eingang zu einer Höhle, der sich dunkel vom hellen Gestein an der Küste Cornwalls abhebt. Das ist wieder treffend und stimmungsvoll geraten und hebt sich in seinen erdigen Tönen von dem orangefarbenen Untergrund der Covergestaltung ab.

Fazit: Vom geheimnisvollen Anfang entwickelt sich eine Geschichte, die zwar etwas zu langsam erzählt wird, aber mit vielen gelungenen Elementen punkten kann. Die Ermittlungen von Holmes und Watson decken immer neue Ungereimtheiten auf, was dann für die Spannung sorgt, die zwar wegen des Tempos nicht allzu prickelnd ist, aber für einige unterhaltsame Momente sorgt.

VÖ: 2.September 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-261-4


Sherlock Holmes & Co – 25. Wolfsspuren



Erster Eindruck: Die Jagd nach dem Untier

Als die junge Marie auf dem Rückweg von ihrer Großmutter verschwindet, flammt in Frankreich direkt wieder die alte Legende auf, die hierzulande unter dem Titel Rotkäppchen bekannt ist. Doch Auguste Dupin bezweifelt, dass ein dämonischer Wolf sein Unwesen treibt, doch um den Fall zu lösen, muss er sich nicht allein mit Edgar Allan Poe verbünden...

Auguste Dupin hat zwar hierzulande nicht den allergrößten Bekanntheitsgrad, dennoch ermittelt er momentan sehr aktiv in „Sherlock Holmes & Co“, auch der 25. Fall der Reihe wird von dem französischen Detektiv geleitet. Dabei ist wieder eine sehr atmosphärische und düstere Geschichte entstanden, die gleich zu Anfang mit dem Mythos von Rotkäppchen verknüpft wird. Der Schwenk auf Dupin und seinen Chronisten Edgar Allan Poe, auf dessen Werk auch hier wieder angespielt wird, geschieht dann recht abrupt, er nähert sich dem Fall auf einen ganz anderen Weg an. Das ist wieder sehr unterhaltsam gehalten, auch dass er nicht allein ermittelt hat einen positiven Effekt auf diese Folge, das bringt noch einmal andere Elemente mit ein. Das ganze ist recht dialoglastig und dennoch mit Schwung erzählt, da immer neue Hinweise aufkommen und so die Hintergründe aufgedeckt werden, wobei durchaus einige kleinere Nebenarme aufgemacht werden. Die Auflösung kann dann überraschen, der Fall wird stimmig aufgeklärt und erhält darin noch einmal eine ganz eigene Note. Eine sehr solide Folge der Reihe, in der alle Elemente wieder stimmig ineinander greifen.

Frank Felicetti ist hier als Henri Ligardes zu hören, er verleiht seiner markanten Stimme mal wieder einen neuen und frischen Klang, sodass er eine sehr eigenständige Figur erschafft und diese mit viel Energie umsetzt. Auch Uschi Hugos unverkennbarer Klang passt sich als Delphine Ligardes dem neuen Umfeld an, auch sie unterstützt die Wirkung der Folge. Julia Fölster beweist einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit, sie passt auch bestens in dieses ernste und düstere Umfeld. Weitere Sprecher sind Luise Lunow, Wolfgang Bahro und Martin Sabel.

Auch akustisch hinterlässt „Wolfsspuren“ einen positiven Eindruck, Sebastian Pobot und sein Team haben wieder eine stimmige und passende Atmosphäre geschaffen, die die Handlung gekonnt an den richtigen Stellen unterstreicht. Federführend hierbei sind die Geräusche, die an die jeweilige Situation angepasst sind und die nötige Dramatik verleihen, doch auch der sanfte Einsatz der Musik ist passend gelungen.

Die Serie beschränkt sich meist darauf, schlichte Motive für die Cover auszuwählen, und auch hier ist lediglich die Statue eines Wolfskopfes abgebildet. Die erdigen Töne stehen dabei in Kontrast zu der orangefarbenen Gestaltung, und auch das Konterfei des namengebenden Detektivs mit der Folgenzahl darf dabei nicht fehlen. Das Innere hält die notwendigen Informationen zur Produktion übersichtlich bereit.

Fazit: Wieder eine Folge, die an eine Erzähung von Edgar Allan Poe angelehnt ist und dessen düstere Stimmung übernimmt, darüber hinaus aber auch mit dem Rotkäppchen-Mythos verknüpft wurde und eine sehr eigenständge und eingängige Erzählweise hat. Auch die Figuren kommen dabei gut zur Geltung, im Mittelpunkt steht aber die langsame Aufdeckung der Hintergründe.

VÖ: 22.Juli 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-252-2


Sherlock Holmes & Co – 24. Der grinsende Gott



Erster Eindruck: Die Spur der Statue

New York wird von einer Reihe von Amokläufen erschüttert, bereits drei Männer haben Menschen in ihrer Umgebung verletzt oder getötet. Während die Polizei von Zufällen ausgeht, sind auch Hutchinson Hatch und Professor van Dusen auf die Fälle aufmerksam geworden und stellen ihre eigenen Ermittlungen an – auf ganz unterschiedliche Weise...

Durch die wechselnden Ermittler, die aber allesamt bekannten Detektiven der Literatur entliehen sind, bekommen die Folgen von „Sherlock Holmes & Co“ immer wieder unterschiedliche Stimmungen geboten, zumal auch die Fälle sehr variantenreich erzählt sind. So ist zwar bei der 24. Folge mal wieder Professor van Dusen als federführender Ermittler ausgewählt worden, doch sein treu ergebener Chronist Hutchinson Hatch ist ebenso stark in die Handlung involviert, sodass eine ganz eigene Dynamik entsteht. Die Folge ist für den Zuhörer zunächst nicht gut zu überblicken, da er nur wenige Hinweise auf das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten hat. Nur wenige Anhaltspunkte werden geboten, die sich erst im Laufe der Folge langsam zusammensetzen, was äußerst gelungen und abwechslungsreich ist. Denn dadurch wird die Spannung immer weiter gesteigert, neue Informationen und Überraschungen halten das Interesse des Zuhörers aufrecht. Am Ende gibt es dann einen fast klassischen großen Showdown, bei dem die bisher gesammelten Beweise zusammengetragen werden und der Übeltäter schließlich überführt wird. Auch die humorvolle Seite der Serie wird hier mal wieder ein einigen Szenen gezeigt, besonders Hutchinsons Besuch in einem Geschäft in China Town ist hierbei zu erwähnen.

Für den Witz dieser Szene ist vorrangig Michael Pan zuständig, der den gewitzten Mr. Wong mit einer schlitzohrigen und frechen Art ausstattet, der fast schon klischeehafte chinesische Dialekt wirkt dabei glaubwürdig. Christian Stark ist as Tom Manning zu hören, der mit der ihm eigen Intensität spricht und so einen sehr runden und lebendigen Charakter erschafft. Viktor Neumann ist als Dr. Fairbank zu hören, auch er macht seine Sache sehr gut und steigert sich voll in die Rolle herein. Weitere Sprecher sind Bodo Wolf, Dietmar Wunder und Rüdiger Schulski.

Auch in Sachen Akustik ist „Der grinsende Gott“ stimmitg umgesetzt, wobei jede Szene einen eigenen Klang, eine passende Kulisse verliehen bekommt. Dafür sorgen einige ausgewählte Musikstücke, die die Stimmung der Folge gut aufgreifen, sowie zahlreiche Geräusche, die den Szenen mehr Leben verleihen und einieg Vorgänge klarer wirken lassen.

Was lieht näher, als bei diesem Titel den grinsenden Gott auch auf dem Cover abzubilden? Die milde lächelnde Buddhastatue aus gläzendem Material ist ein hübsches Motiv, das in der für die Serie typischen, schwarz-weißen Fotografie umgesetzt wurde. Ansonsten findet die auffällige, orangene Farbgebung wieder Anwednung.

Fazit: Eine solide Folge für Professor van Dusen, bei der Hutchinson Hatch mehr Aufmerksamkeit als sonst bekommt und die Ermittlungen mit seinem ganz eigenen Charme unterstützt. Das ist kurzweilig erzählt und lässt den Zuhörer lange im Unklaren über die Hintergründe, sodass die Spannung immer weiter steigt, wobei auch viele humorige Szenen eingebaut sind.

VÖ: 17.Juni 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-251-5


Sherlock Holmes & Co – 23. Tödliche Trauben

Erster Eindruck: Auf einem französischen Weingut...

Die Leiche eines alkoholabhängigen Landstreichers wird wie eine Vogelscheue auf dem Weingut der Familie De Rancelot gefunden. Das Oberhaupt des Clans, der herrische Marquis, ruft den Ermittler Auguste Dupin und seinen Chronisten Edgar Allan Poe zur Hilfe, doch auch diese beiden sollen von einem unappetitlichen Gruß ferngehalten werden...

Das momentan erfreulich aktive Label Romantruhe Audio treibt auch seine Krimi-Reihe „Sherlock Holmes & Co“ mit wechselnden Ermittlern weiter voran, wobei den klassischen Romanfiguren neue Fälle angedichtet werden. In der 23. Folge ist mal wieder Auguste Dupin an der Reihe, bei dem sich inmitten der Weinberge viel französisches Flair einstellt. Die Introszene legt sogleich die Richtung fest und ist atmosphärisch gelungen, danach konzentriert sich die Handlung erst einmal auf das durchaus komplexe Beziehungsgeflecht in der Familie De Rancelot. Diese zu durchschauen ist eine der Hauptaufgaben von Dupin und Poe, doch auch die Bedrohungen durch die konkurrierenden Weingüter fließt gelungen ein und sorgt für einige aufregende Szenen und einen spannenden Verlauf. Die Auflösung ist dann typisch für die Serie und geht in eine ganz andere Richtung als vermutet, dennoch wird alles schlüssig aufgeklärt. Besonders gefallen hat mir aber, wie die Figur des Edgar Allan Poe noch weiter ausgestaltet wird, wobei auch auf seine recht spezielle Beziehung zu Raben und Vögeln im allgemeinen angespielt wird. Das ist alles richtig gut gemacht, bereitet dem Hörer viel Freude, ist rund und spannend erzählt und akustisch stimmig umgesetzt.

Klaus Dieter Klebsch sticht als Marquis De Racelot mit seiner markanten Stimme wieder hervor, er klingt ebenso herrisch wie präsent, sodass er zum Mittelpunkt der Folge wird und sich erneut sehr gekonnt zu präsentieren weiß. Marion von Stengel ist als seine Frau schon etwas gemäßigter, kann sich aber stimmlich mit ihrem Gegenpart messen lassen und spricht ebenso glaubwürdig und ausdrucksstark. Annina Braunmillers sanfter Klang passt als gelungener Kontrast in die eher harsche Atmosphäre der Folge. Weitere Sprecher sind Hartmut Neugebauer, Rainer Fritzsche und Konrad Bösherz.

Trotz der französischen Kulisse der Handlung hat das das Team um Produzent Sebastian Pobot sich nicht dazu hinreißen lassen, dies auch in der musikalischen Gestaltung allzu deutlich in den Vordergrund zu kehren. Sie haben sich für eine eher düstere Untermalung entschieden, in der besonders die Szenen in den alten Gemäuern des Weinguts durch passende Geräusche und Sounds zur Geltung kommen.

Passend zum Titel ist als Motiv für das Cover eine dicke Weintraube. Durch die Fotographie in Schwarz-Weiß wirken die Beeren fast sehr dunkel, während im Hintergrund leise einige Blätter der Reben hindurchschimmern. Das ist ganz im Stil der bisherigen Titelmotive gehalten, und auch die restliche Gestaltung ist in den typischen Orange-Tönen gehalten.

Fazit: Die Geschichte ist bestens auf Auguste Dupin abgestimmt, dennoch steht dieser nicht im Vordergrund. Er überlässt die Bühne einer spannenden und komplexen Familiengeschichte, die einige sehr packende Momente bieten und kurzweilig erzählt wird. Auch Poe hat wieder einige gelungene Auftritte, seine faszinierende Figur wird weiter ausgemalt.

VÖ: 13.Mai 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-250-8


Sherlock Holmes & Co – 22. Tod am Dock



Erster Eindruck: Eine Geduldsprobe für Mrs. Hudson

Es ist seit langem mehr kein Fall in Sicht für Sherlock Holmes, sogar die an ihn herangetragenen Rätsel von Inspector Lestrade kann er ohne Mühe lösen, sodass sogar das gute Teegeschirr von Mrs. Hudson an einem chemischen Versuch beteiligt wird. Doch die Langeweile hat ein Ende, als die junge Witwe Magdalene Walker ihn aufsucht und nicht an den angeblichen Unfalltod ihres Mannes an den Londoner Docks glaubt...

Es hat einige Zeit gedauert, bis sich eine Folge der Romantruhe Audio-Krimireihe „Sherlock Holmes & Co“ mal wieder der titelgebenden Figur gewidmet hat, doch mit „Tod in den Docks“ kehrt der bekannte Ermittler zurück – womit auch wieder der wunderbar trockene Humor Einzug in die Handlung hält. Nicht nur in der äußerst gelungenen Introszene, sondern auch im weiteren Verlauf kommen immer wieder humorige Momente auf. Besonders eine Situation im Leichenschauhaus konnte mich in diesem Punkt voll überzeugen, da Dr. Watson hier ein wahres Sprachgewitter auslöst und den recht verbohrten Mitarbeiter ziemlich bloßstellt. Doch auch die Handlung ist durchaus kurzweilig gelungen, der Fall gestaltet sich anfangs recht kniffelig und wird durch die genauen Beobachtungen von Holmes und die Ermittlungen des Duos aufgedröselt. Dennoch zaubert Holmes am Ende eine Auflösung aus dem Hut, die nicht so recht zu der restlichen Handlung passen will und zudem noch mit einem übertrieben inszenierten Action-Element versehen wurde. Insgesamt ist aber eine unterhaltsame und launige Folge entstanden, die mich überzeugen konnte.

Charles Rettinghaus hat mich mit seiner Interpretation des bekannten Detektivs wieder völlig in seinen Bann gezogen, er spricht sehr betont, sehr eingängig und immer mit einer Spur ironischem Humors. Robin Brosch hat als Dr. Aubrey, einem recht hochnäsigen Gerichtsmediziner, in seiner Szene einen sehr gelungenen Auftritt und setzt diesen mit Nachdruck um. Auch Daniel Faust kann als Hafenarbeiter Eugene Leopold mit einer dynamischen Sprechweise punkten. Weiterhin zu hören sind Dagmar Bittner, Sylvie Nogler und Andreas Conrad.

Die akustische Umsetzung ist wie immer eher zurückhaltend eingesetzt, vor allem einige atmosphärische Hintergrundgeräusche bestimmen das Bild der Produktion. Dies führt dazu, dass einerseits die Sprecher und ihre Dialoge im Vordergrund stehen, andererseits aber auch eine passende Stimmung aufkommt und die Handlung lebendiger wirkt. Musik ist nur recht punktuell, dann aber stimmig im Einsatz.

Das Hafendock, das den Hauptschauplatz dieser Folge darstellt, ist in einem interessanten Bildausschnitt auf dem Cover zu sehen, denn nur einer der Kräne ist aus der Froschperspektive vor nächtlichem Sternenhimmel abgebildet. Der so entstehende industrielle Charme schafft ein reizvolles Titelbild, das durch die ansprechende Rahmengestaltung unterstützt wird.

Fazit: Ein sehr knackig erzählter und launiger Fall, der wie immer viel von dem großen Charme der Figuren herausstellt. Auch wenn mich das Ende nicht vollkommen überzeugen konnte, sind einige sehr ansprechende Kniffe eingebaut, die die Handlung unterhaltsam und kurzweilig halten.

VÖ: 18.März 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-219-5


Sherlock Holmes & Co – 21. Botschaft aus dem Totenreich



Erster Eindruck: Seancen mit technischer Unterstützung

Auf einem wissenschaftlichen Kongress stelle Thomas Edison eine neue Erfindung vor, mit dem man mit verstorbenen Menschen direkt aus dem Totenreich kommunizieren kann. Auch wenn der Vortrag wegen der ungehaltenen Reaktion des Publikums unterbrochen werden muss, hat der Erfinder einige Interessenten an seinem Gerät, beispielsweise der Geschäftsmann William Connor. Und auch Professor van Dusen will wissen, was dahinter steckt – aber eher, weil er eine Scharlatanerie wittert...

Professor van Dusen alias „Die Denkmaschine“ ist ein fester Bestandteil von „Sherlock Holmes & Co“, immer wieder werden hier eigens geschriebene Kriminalfälle erzählt. Auch Folge 21 widmet sich in „Botschaft aus dem Totenreich“ dem amerikanischen Ermittler, der auch den bekannten Erfinder Thomas Edison trifft. Gleich in der ersten Szene wird der Hörer bei dem oben beschriebenen Kongress auf das Thema eingestimmt. Hier wie auch einige male im Verlauf der Handlung ist das Kernelement der Handlung die Versuche, mit den Toten zu kommunizieren. Das ist immer sehr gut umgesetzt, mal etwas chaotisch wie zu Beginn, später ruhiger, düsterer und unheimlicher. Hier wird immer wieder Spannung hereingebracht, während die restlichen Szenen der Ermittlung und Aufklärung dienen. Der Fall an sich ist dabei nicht allzu neuartig und kommt dem geübten Krimihörer nicht unbekannt vor, ist aber gut zusammengestellt und läuft auf ein stimmiges und gut erzähltes Ende hinaus. Die Charaktere sind dabei interessant genug, um die Wirkung der Handlung zu unterstützen.

Horst Stark ist in der Rolle des Thomas Edison zu hören, er kann ein sehr umfassendes Bild des Erfinders zeichnen, das irgendwo zwischen Verunsicherung und innerer Überzeugung angesiedelt ist. Hartmut Neugebauer spricht den undurchsichtigen Unternehmer William Connor, der Edisons Erfindung mit einer Vehemenz verfolgt, die auch seine Stimme sehr gelungen herausstellt. Für einige schaurige Momente sorgt Marion von Stengel als Eusapia Palladino, die mit düster-waberndem Klang ihrer Figur etwas Unnahbares verleiht. Weitere Sprecher sind Rita Engelmann, Wolfgang Bahro und Douglas Welbat.

Wie immer bei dieser Reihe ist die akustische Umsetzung recht schlicht ausgefallen, sie tut sich dennoch durch ein durchdachtes Soundkonzept hervor. Besonders die Seancen mit Eusapia sind dabei dezent, aber düster und wirkungsvoll umgesetzt worden und stechen etwas hervor. Der Einsatz von Geräuschen ist ebenfalls nicht im Übermaß vorhanden, sondern sehr gezielt und punktiert eingesetzt.

Es ist ein uraltes Telefon, das das Cover ziert. Der klobige Bau und die ausladende Gabel lassen dabei gleich die Stimmung der anfänglichen Technisierung aufkommen. Auch der Sepia-Färbung des Motivs passt gut zu diesem Eindruck. Ein gut gewähltes Titelbild, das auch mit der Handlung harmoniert. Im Inneren sind wie immer die üblichen Produktionsangaben aufgeführt.

Fazit: Professor van Dusen ist hier in einem flott erzählten und unterhaltsamen Fall zu hören, deren Grundzüge aber durchaus bereits bekannt sind. Weil diese aber mit einigen sehr gelungenen Elementen und einer dichten Stimmung versehen sind, hat mir das Hörspiel gut gefallen und konnte mich besonders im letzten Drittel gekonnt unterhalten.

VÖ: 15.Januar 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-218-8


Sherlock Holmes & Co – 20. Die Verschwundenen von Zimmer 5



Erster Eindruck: Treffen der Magier

Eugene Blanchard, einer der erfolgreichsten Magier seiner Zeit, sieht das Ende seiner Zeit auf sich zu kommen und sucht einen Erben für sein umfangreiches Equipment. Dafür hat er seine potenziellen Nachfolger in einem heruntergekommenen Gasthaus versammelt, um unter ihnen in einem Wettbewerb den Besten zu küren. Doch schon vor dem Beginn verschwinden zwei der Anwärter aus einem Zimmer. Was nicht nur die Polizei, sondern auch Auguste Dupin auf den Plan ruft...

Auch Auguste Dupin hat seinen festen Platz in der Hörspiel-Reihe „Sherlock Holmes & Co“, in der eigens geschriebene Fälle für bekannte Detektive umgesetzt werden. Der französische Ermittler vermittelt allerdings kein landestypisches Flair, sondern geht wie seine Kollegen mit Scharfsinn und Verstand vor, setzt auf Beobachtungsgabe und hat einen treuen Freund und Chronisten an seiner Seite. Dieser ist hier Edgar Allan Poe, der in den letzten Folgen mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, in dieser Folge jedoch zugunsten der Handlung in den Hintergrund tritt. Denn die Konzentration liegt auf der bunten Schar an Zauberern, die eine interessante Stimmung einbringen und mit ihren unterschiedlichen Ansichten für diverse Konflikte sorgen. So ist es nicht einfach für Dupin und Poe, die Hintergründe des Verschwindens der beiden Zauberer zu ergründen, wobei die Handlung manchmal zu sehr hiervon abweicht und sich mehr auf andere Dinge fokussiert. So entsteht leider auch nicht ganz die Spannung, die man ansonsten von der Serie gewohnt ist, zu sehr verliert sich die Geschichte in Details, die zugegebenermaßen recht interessant aufbereitet ist. Nach der Auflösung der Geschichte geht es noch weiter, sodass noch einige hörenswerte Momente die Folge abschließen.

Jürgen Thormann ist als Eugene Blanchard zu hören, seine markante und vielschichtige Stimme erweckt auch diese Rolle zum Leben und verleiht ihr einige vielseitige Eigenschaften. Houdine, der sich wohltuend von den anderen exaltierten Zauberern unterscheidet, wird von Leonard Mahlich sehr gekonnt in Szene gesetzt, mit seiner lockeren und freundlichen Art schafft er einen sympathischen Charakter. Viktor Neumann verleiht Jacques Marbeuf eine geheimnisvolle und undurchdringliche Aura, die sehr gut in die Atmosphäre der Handlung passt. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Rüdiger Schulski und Lutz Schnell.

Um dem ungewöhnlichen Zusammentreffen der Magiergruppe eine passende akustische Gestaltung zu verleihen, wurde hier auf einige sehr stimmungsvolle und passende Musikstücke gesetzt, doch auch die Geräusche sind hier sehr treffend eingebaut und verleihen gerade einigen unheimlichen Momenten eine sehr prägnante und ausdrucksstarke Ausstrahlung.

Schlichte Motive sind schon fast zum Markenzeichen dieser Serie geworden, zu sehen als Titelbild ist die Fotografie einer Tür, das selbstverständlich die Nummer fünf trägt. Der orangefarbene Rahmen mit dem schlichten Schriftzug und der Detektiv-Silhouette mit der Folgenzahl finden natürlich auch wieder Verwendung. Im Inneren sind die wichtigsten Produktionsinformationen zu finden.

Fazit: Die Zusammenkunft der zahlreichen, recht unterschiecllichen Magier ist zwar unterhaltsam geraten und enthält zahlreiche interessante Details, verliert aber auch die Handlung aus den Augen und konzentriert sich zu wenig auf das Verschwinden der beiden Magier. Dennoch ist insgesamt eine kurzweilige Folge entstanden.

VÖ: 4.Dezember 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-217-1


Sherlock Holmes & Co – 19. Eine Stadt in Angst



Erster Eindruck: Brutale Mordserie in London

Nach einer nächtlichen Kneipentour finden zwei Matrosen die Leiche eines Mannes, den sie noch vor kurzen in einem spannenden Boxkampf gesehen haben. Doch es ist kein gewöhnlicher Mordfall, denn dem Toten wurde der Kopf abgetrennt. Scotland Yard bittet Sherlock Holmes um Mithilfe, denn die Situation in London droht außer Kontrolle zu geraten. Schnell nimmt der Meisterdetektiv die Fährte des Täters aus – und entdeckt unglaubliches...

Wo Sherlock Holmes draufsteht, ist nicht immer Sherlock Holmes drin – zumindest bei der „Sherlock Holmes & Co“-Serie von Romantruhe Audio, die sich auch immer wieder anderen Ermittlern widmet. Die 19. Folge handelt aber wieder vom wohl berühmtesten aller Detektive und musste wegen ihrer Länge von etwa 95 Minuten sogar auf zwei CDs verteilt werden. Dennoch sind im Hörspiel keine Längen vorhanden, nach der stimmungsvollen Introszene wird schnell auf Holmes und Watson umgeschwenkt, die sich nach einem typischen, kurzweiligen Dialog umgehend dem Fall widmen und von Inspector Cross in dessen Umstände eingeweiht werden. Die Ermittlungen gehen einen ungewohnten Gang, denn recht schnell scheint das Motiv festzustehen, während der Täter nur mit knapper Not, aber unerkannt, entwischen kann. Dies ist schon ab etwa der Hälfte bekannt, dennoch kann auch die restliche Folge noch so einige Überraschungen und Wendungen bereit halten. Dabei geht es durchaus heftig zur Sache, für schwache Nerven ist diese Folge nichts – wobei Brutalität nicht geschildert wird, sondern in der Phantasie des Hörers entsteht. Das sehr gut geschriebene Skript lockert dieses mit der typisch sarkastischen Stimmung der Serie auf, besonders diverse abfällige Bemerkungen über die Qualität der polizeilichen Ermittlungen stechen hierbei hervor. „Eine Stadt in Angst“ ist Krimikost vom Feinsten, wobei den vorgegebenen Motiven von Sir Arthur Conan Doyle wieder einige sehr interessante Facetten hinzugefügt werden.

Das Hörspiel kommt trotz der recht komplexen Geschichte mit erstaunlich wenigen Sprechern aus, vorrangig konzentriert sie sich auf das wunderbare Gespann aus Charles Rettinghaus und Florian Halm sowie Rainer Fritzsche. Dieser ist als Inspector Cross hervorragend besetzt, sowohl die leicht schusselige Art als auch die oft ungewollt humorigen Ausstrahlung des Ermittlers kommen durch ihn sehr gut zur Geltung. Wolfgang Riehm passt sich als Oak sehr gut der Stimmung des Hörspiels an und kann sie mit ausdrucksstarken Stimme weiter vorantreiben. Auch Holger Löwenberg macht seine Sache als Fargo ebenfalls gut und kann einen interessanten Charakter erschaffen. Weitere Sprecher sind Robin Brosch, Alexander Turrek und Frank Felicetti.

Fast schon klassischerweise hält sich die akustische Gestaltung – wie bei so vielen Hörspielen über den erfolgreichen Privatdetektiv – zugunsten der Dialoge zurück. Dennoch entsteht durch den Einsatz von klassischer Musik eine dichte Atmosphäre, die sich gut den einzelnen Szenerien anpasst. Auch die Geräusche sind authentisch eingebunden und lassen das Hörspiel lebhafter wirken.

Als Motiv für diese Folge wurde ein Revolver gewählt, der nur in Teilen fotografiert und mit einem nostalgisch wirkenden Sepiaton versehen wurde. Zwar ist dies durchaus passend gewählt könnte aber so auch für einige andere Episoden stehen. Die beiden CDs stecken in einer einfachen Pastikhülle zum Aufklappen, das Booklet gibt neben den üblichen Informationen keine weiteren Extras preis.

Fazit: Eine sehr stimmungsvolle Episode für Sherlock Holmes und Dr. Watson, die interessant erzählt wurde und das Motiv schon recht früh offenbart, den Täter aber lange Zeit im Dunkeln lässt. Das ist mal eine andere Art, sich einer Geschichte zu nähern, und führt zu einer unterhaltsamen Folge, die durch den ironischen Witz der Titelfigur noch unterstrichen wird.

VÖ: 20.November 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-208-9


Sherlock Holmes & Co – 18. Die Geisterfrau



Erster Eindruck: Zwei Fälle für die Denkmaschine

Aus dem Verhalten seiner Frau wird Mr. van Safford nicht so recht schlau. Morgens verlässt sie das Haus und kehrt es spät abends wieder zurück. Doch die Geschichten, die sie ihm erzählt, kann er schnell als Lügen enttarnen. Und so wendet sich van Safford an Professor van Dusen, der nach der Lösung des Rätsels noch in Kontakt mit einer Geisterfrau kommt, die einen Einbrecher fast zu Tode erschreckt hat...

Die Kriminalhörspielreihe „Sherlock Holmes & Co“ widmet sich in unregelmäßigen Abständen verschiedenen, bekannten Detektivfiguren und dichtet ihnen neue Fälle an, in Folge 18 gibt es derer sogar zwei für Professor van Dusen. Im Gegensatz zu den Originalfällen sind diese sehr kurz und damit auch weniger komplex, 63 Minuten wird für die gesamte Folge veranschlagt. Das führt dazu, dass kein Leerlauf entsteht und die Handlungen flüssig erzählt wurden, wobei die Betonung beides male auf den merkwürdigen Vorkommnissen liegt. Diese sind rätselhaft in Szene gesetzt, insbesondere bei der zweiten Geschichte kommt zudem eine düstere und unheimliche Stimmung auf. Die Nachforschungen von van Dusen und Hatch unterstreichen diesen Ansatz, und auch die Auflösungen sind gut erzählt und schließen die Geschichten gut ab. Allerdings sind die Fälle für Professor van Dusen beide etwas zu simpel, die typischen Verflechtungen und Nebenarme fehlen mir leider etwas. Und so geht auch die typische Charakteristik der Serie verloren, prinzipiell hätten diese Fälle auch einem anderen Ermittler zugeordnet werden können. Die ruhige Ausstrahlung und die gut durchdachten Fälle machen dennoch Spaß und können gut unterhalten.

Jannik Endemann spricht den vielbeschäftigten Mr. van Safford, er liefert eine blitzsaubere und glaubhafte Leistung ab, seine zwischen Empörung und Verständnis schwankende Stimmung bei der Auflösung können dabei besonders überzeugen. Ruby Regan, der Einbrecher aus der zweiten Geschichte, wird von Asad Schwarz mit viel Energie und einer lebhaften Ausstrahlung umgesetzt. Ulrike Hübschmann spricht die geheimnisvolle Geisterfrau und kann mit ihrem hier dunklen Klang für eine sehr besondere Atmosphäre sorgen. Weitere Sprecher sind unter anderem Karen Schulz-Vobach, Bodo Wolf und Daniela Hoffmann.

Die hervorragend besetzte Sprecherriege wird von einer gelungenen akustischen Umsetzung unterstützt. Diese ist eher ruhig und wird insbesondere in der ersten Geschichte meist nur hintergründig eingesetzt, während der unheimlichen Stimmung im zweiten Teil des Hörspiels wird viel mit passenden und stimmungsvollen Melodien sowie effektvollen Geräuschen gearbeitet, die diese Momente gelungen unterstreichen.

Bei einem solch prägnanten Titel ist die Geisterfrau natürlich auch auf dem Cover zu sehen, mit einem weißen Schleier vor dem Gesicht scheint sie den Betrachter direkt anzusehen, von ihrem Gesicht sind allerdings nur die groben Konturen und keine Details zu erkennen – was durch die verschwommen wirkende schwarz-weiße Fotografie noch unterstützt wird.

Fazit: Die beiden Fälle für Professor van Dusen sind deutlich simpler gestrickt als seine anderen Fälle, können aber mit ihrer ruhigen Ausstrahlung und den gut durchdachten Geschichten dennoch überzeugen. Besonders die stimmungsvollen Szenen des zweiten Teils können dabei überzeugen, sodass „Die Geisterfrau“ einen einen positiven Eindruck hinterlässt.

VÖ: 18.September 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-205-8


Sherlock Holmes & Co – 17. Das Verlagen zu töten



Erster Eindruck: Bedrohung aus der Vergangenheit

Henry Collins ist in Zeiten des Goldrausches zu großem Reichtum gelangt, ist aber schon vor Jahren mit seiner Frau nach Frankreich gezogen. Als er sich in einem neuen Fall an Auguste Dupin richtet, merkt dieser schnell, dass Collins' Geschäfte nicht immer sauber abgelaufen sind. Tatsächlich hat er sich viele Feinde gemacht, und einer von ihnen bedroht nun ihn – und das Leben seiner Familie...

„Sherock Holmes & Co“ widmet sich in seinen Folgen unterschiedlichen Ermittlern – und ihren Begleitern. Beim französischen Detektiv Auguste Dupin ist dies niemand anderes als der Schriftsteller Edgar Allan Poe, dem in „Das Verlangen zu töten“ eine deutlich größere Rolle zukommt als sonst. In einer atmosphärischen Introszene und auch am Schluss wird eines seiner Werke zitiert, auch in der Handlung spielt seine belastete und bedrückte Psyche immer wieder eine Rolle. Man bekommt mehr Hintergrundinformationen über ihn, sodass er deutlich mehr an Tiefe gewinnt. Der eigentliche Fall ist zudem recht düster gehalten und wirkt schon in der anfänglichen Szene mit Henry Collins recht ungewöhnlich, da Dupin seine Mithilfe zunächst verweigert. Auch die späteren, bedrohlich wirkenden Szenen stechen aus der Handlung positiv heraus und ergänzen die spannend und kurzweilig erzählten Ermittlungen. Mir gefällt, wie sich die Geschichte immer weiter nach oben schraubt und in einem packenden Finale endet, das wie Poes Charakter von Wahn und dunklen Gedanken handelt. Sehr atmosphärisch und eindringlich!

Uve Teschner ist natürlich wieder als Edgar Allan Poe zu hören, seine dunkle Stimme passt bestens zu diesem tiefgründigen Charakter, den er mit all seinen Facetten bestens zur Geltung bringt. Wolfgang Riehm spricht hier Henry Collins, der sich gut an die Stimmung der Folge anpasst und diese mit einer ausdrucksstarken Sprechweise weiter ausgestaltet. Erzähler Douglas Welbat kann mit seiner markanten Stimme seine kurzen, prägnanten Texte wieder sehr stimmungsvoll umsetzen. Weitere Sprecher sind Jannik Endemann, Christine Pappert und Manfred Lehmann.

Passend zu dem düsteren Thema ist auch die Inszenierung von Regisseur Sebastian Pobot bedrückend und atmosphärisch geworden. Dafür sorgen insbesondere die sehr stimmigen Musikstücke, die sehr eindrucksvoll für eine dichte und packende Atmosphäre sorgen. Und auch die verschiedenen Effekte, wie dumpf gestellte Stimmen und passende Geräusche sind perfekt eingebunden.

Ein scharfes, geschliffenes Messer mit einem Holzgriff, wie man es für eine Jagd verwenden würde, ist auf dem Cover auf struppigem Fell zu sehen, wie immer an eine schwarz-weiße Fotografie erinnernd. Das schlichte Motiv passt sehr gut in die Covergalerie, natürlich findet auch der orangefarbene Rahmen wieder Verwendung. Im Inneren sind neben den üblichen Angaben keine weiteren Extras zu finden.

Fazit: „Das Verlangen zu töten“ überzeugt zwar auch mit einer gut erzählten, kurzweiligen Handlung, wird aber durch die düstere und bedrückende Stimmung zu etwas Besonderem. Das Zitat des Werkes von Edgar Allan Poe und das Vertiefen seines Charakters sind sehr gelungene Elemente, was sich zudem sehr gut mit der Atmosphäre der Folge verbindet.

VÖ: 24.Juli 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-204-1


Sherlock Holmes & Co – 16. Das Erbe der Familie Chambois



Erster Eindruck: Geistererscheinung auf französischem Landsitz

Auguste Dupin bekommt einen Brief, in dem er um Hilfe gebeten wird. Obwohl der Inhalt recht wage ist, interessiert sich der Detektiv für den Fall und reist mit seinem Chronisten Edgar Allan Poe zum Sitz der Familie Chambois. Der Hausherr Chavalier de Chambois wird allnächtlich von Stimmen gequält, die scheinbar von den Vorfahren seiner altehrwürdigen Familie stammen. Bald werden Dupin und Poe selbst Zeuge dieser Erscheinungen...

„Sherlock Holmes & Co“, die Krimireihe mit den wechselnden Ermittlern, widmet sich in der 16. Folge mal wieder seiner französischen Seite und Auguste Dupin, der wie immer mit seinem treuen Begleiter Edgar Allan Poe unterwegs ist. Der Aufbau der Handlung ist dabei sehr klassisch: Zu Anfang wird in einer stimmungsvollen und unheimlichen Szene die Bedrohung von Chavalier de Chambois dargestellt, danach folgen die Ermittlungen von Dupin, in der immer mehr Details offenbart werden, bis in der Schlussszene der Täter samt Motiv und Handlungsweise entlarvt wird. Dabei weist auch dieser Fall natürlich einige Besonderheiten auf, die geübten Krimihörern jedoch streckenweise schon bekannt vorkommen dürften. Das Rad wird also nicht neu erfunden, dafür ist alles sehr unterhaltsam und kurzweilig erzählt. Der große Charme der Charaktere, die Stimmung im Chateau und die unheimlichen Elemente sind gut zusammengestellt und sinnvoll zusammengefügt. Eine große Überraschung stellt sich dann auch gegen Ende ein, die man so nicht unbedingt erwarten dürfte, ebenso wie die Verknüpfung zu einer anderen Geschichte aus der Feder von Edgar Allan Poe hergestellt wird. „Das Erbe der Familie Chambois“ hält genau das, was die Serie verspricht: Gut produzierte, klassische Kriminalfälle, in denen eine anfangs undurchsichtige Tat durch Ermittlungen und Befragungen langsam aufgedeckt wird.

Der wunderbare Peter Weiß ist hier als Hugo de Chambois zu hören, seine eingängige Sprechweise mit der glaubhaften Betonung schafft einen prägnanten Charakter, der gerade in der ersten Szene sehr positiv auffällt. Christine Pappert ist als Pauline zu hören, ihre sehr variable Stimme passt sich gut den verschiedenen Situationen an und verleiht ihr Ausdruck und Authentizität. Erzähler ist Douglas Welbat, der wie immer charmant und kurzweilig seine Passagen umsetzt. Weitere Sprecher sind Martin May, Asad Schwarz und Daniela Hoffmann.

Die Serie ist auch akustisch hochwertig umgesetzt, der Klang kommt sehr klar, kaut und gut verständlich aus den Boxen. Die eingebaute Musik hält sich dabei insgesamt eher zurück, unterstreicht aber besonders dramatische Szenen oder sorgt für geschmeidige und stimmungsvolle Szenenübergänge. Auch Geräusche wurden nicht um Übermaß eingesetzt, wirken glaubhaft und sind präzise eingesetzt.

Die Serie fällt auch immer wieder durch ihre Cover auf, die ein schlichtes Motiv im Stil einer alten schwarz-weißen Fotografie hat. Zu sehen sind die verschwommenen, dunklen Konturen einer Gestalt, die in einem hell beleuchteten Flur steht. Beim näherer Betrachtung offenbaren sich noch einige weitere Details, die beim ersten Ansehen nicht gleich auffallen. Der orangefarbene Rahmen steht hierzu wieder im krassen Gegensatz.

Fazit: Ein klassischer Aufbau und bereits bekannte Motive, dennoch kann die Folge streckenweise überraschen und bietet sehr solide und unterhaltsame Krimikost. Die prägnanten Charaktere und besonders die gelungene, nicht unbedingt vorhersehbare Auflösung sorgen für einen kurzweiligen Handlungsverlauf.

VÖ: 19.Juni 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-159-4


Sherlock Holmes & Co – 15. Der Arrest



Erster Eindruck: Solo für Watson

Dieses mal ist es Sherlock Holmes, der des Mordes verdächtigt wird. Er soll den Verbrecher Deschapne umgebracht haben, weil er ihm anders nicht Herr werden konnte. Gleich wird er unter Arrest genommen, sodass nun Watson der Ermittlungen leiten soll. Und schnell begreift er, dass jemand ein übles Spiel mit dem bekannten Detektiv treibt...

„Sherlock Holmes & Co“, die Krimireihe von Romantruhe Audio, widmet sich wechselnden bekannten Figuren, kehrt in Folge 15 aber wieder zu Sherlock Holmes zurück – nur um ihm das Zepter aus der Hand zu nehmen und dieses Mal Watson in den Mittelpunkt der Ermittlungen zu stellen. Das ist dann auch gut gelungen, denn der äußerst sympathische und leicht tüddelig wirkende Arzt gibt auch allein eine gelungene Vorstellung. Der Einstieg in die Handlung gerät schnell und spielt wieder auf einen früheren Fall des Meisterdetektivs an, allerdings sind die ersten Ermittlungen von Watson etwas langsam erzählt. Erst im späteren Verlauf wird hier das Tempo erhöht, sodass zusätzlich eine sehr dichte Atmosphäre entsteht. Die Bedrohung durch die unbekannten Verbrecher ist sehr eindringlich geschildert, zudem mischt eine geheimnisvolle Frau das Geschehen ordentlich auf. Jede Menge Rätsel also, die erst gegen Ende komplett aufgelöst werden und dem Hörer zum Mitdenken anregen. Das sehr rund erzählte Finale bietet dann so einige Überraschungen, klärt aber auch alles sinnvoll auf. Der kleine Perspektivwechsel von Holmes auf Watson bewirkt einiges und setzt ganz neue Akzente in der Handlung.

Florian Halm ist natürlich wieder in der Rolle des Watson zu hören, hier zahlt sich aus, dass er die Rolle komplett neu erarbeitet hat anstatt sie von anderen Vorbildern zu kopieren. So entwickelt er ganz eigene Facetten, die hier bestens zur Geltung kommen und gerade in den dramatischeren Szenen bestens wirken können. Yvonne Greitzke ist als Irene Adler zu hören und kann die interessante Figur mit ihrer voll tönenden und variablen Stimme sehr gelungen umsetzen. Auch Tobias Kluckert hat mit mit seinem authentisch wirkenden Auftreten als Robert Ruthcot wieder sehr gefallen. Weitere Sprecher sidn Jennifer Böttcher, Christian Stark und Jens Wendland.

Das Team um Regisseur Sebastian Pobot hat auch in Sache atmosphärische Gestaltung wieder ganze Arbeit geleistet und präsentiert eine sehr runde und eingängige Stimmung, vor deren Kulisse die Handlung sehr gut wirken kann. Besonders die Szenen am Londoner Bahnhof sind mit der vielfältigen Geräuschkulisse und der leicht dramatischen Musik sehr lebendig inszeniert worden.

Schlichtheit ist auch auf dem Cover zu dieser Folge angesagt, wie immer wird in der bereits bekannten Rahmengestaltung ein einfaches schwarz-weißes Bild gezeigt. Die Silhouette einer Hand legt sich darauf um die Gitterstäbe einer Zelle, auch der Hintergrund ist lediglich verschwommen angedeutet. Mit wenigen Mitteln wurde erneut ein passendes und stimmiges Titelbild geschaffen.

Fazit: Die getauschten Rollen von Holmes und Watson tut der Serie mal sehr gut und bringt viel Schwung in die Handlung, zumal der sympathische Arzt auch in der ersten Reihe eine sehr gute Figur macht. Die Geschichte ist – mit einem kleinen Stocken zu Beginn der Ermittlungen – kurzweilig und spannend erzählt worden und bietet eine sehr runde und packende Auflösung.

VÖ: 8.Mai 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-158-7


Sherlock Holmes & Co – 14. Der Mann in Orange



Erster Eindruck: Variation von Poe-Klassiker

Paris wird durch einen geheimnisvollen Mann in Atem gehalten, der ganz in Orange gekleidet ist und Frauen auflauert. Eher zufällig stoßen auch Auguste Dupin und Edgar Allan Poe auf den Fall und beginnen mit den Ermittlungen. Doch je tiefer sie vordringen, auf umso mehr Ungereimtheiten stoße sie. Und bald werden zwei Bekannte des Detektivs von dem Mann in Orange belästigt...

„Sherlock Holmes & Co“ widmet sich in der 14. Folge der Reihe mal wieder dem von Edgar Allan Poe erdachten Detektiv Auguste Dupin. Doch wieder wurde eine ganz eigene Nuance eingebaut, indem Poe selbst in der Handlung auftaucht und als treuer Begleiter von Dupin fungiert. Und auch die hier erzählte Geschichte orientiert sich an einer Erzählung des bekannten Horror-Autors, wobei zwar einige Elemente gelungen variiert wurden, der Kern der Auflösung ist dem Hörer, der das Original kennt, aber schnell bekannt. Der Aufbau der Handlung ist dabei eher langsam, man lässt sich Zeit bei der Entwicklung des Geschehens. So sind einige interessante Szenen eingebaut – beispielsweise das Kennenlernen zwischen Dupin und Poe -, das geht aber auf Kosten der Dynamik. Der Hörer kann so lange Zeit nicht wirklich greifen, worum es in diesem Fall wirklich geht, erst ab etwa der Hälfte kommt wirklich Schwung auf. Unterhaltsam ist dennoch auch dieser Teil. Anschließend folgt eine gelungene und spannende Ermittlungsarbeit, besonders die sehr genaue Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis von Auguste Dupin sticht hierbei hervor. Das packende Ende kann dann mit einem gelungenen Kniff gegenüber der Vorlage punkten.

Manfred Lehmann scheint die Rolle des Auguste Dupin wie auf dem Leib geschneidert, seine markante Stimme mit dem intensiven Ausdruck setzt er auch hier wieder gekonnt ein und schafft so eine sehr gelungene Titelfigur. Auch Uve Tescher kann als Edgar Allan Poe überzeugen, er kann seiner Figur eine leicht mysteriöse Aura verleihen, klingt aber auch sehr sympathisch und nahbar. Gabi Libbach und Merete Brettschneider sind als Mutter und Tochter L'Espanaye zu hören, beide legen ein präsentes Auftreten und eine eingängige Sprechweise an den Tag, ihre Stimmen passen sehr gut zusammen. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Martin Sabel und Douglas Welbat.

Die akustische Untermalung der Handlung ist gelungen, Musik und Geräusche wurden dabei gut an die Handlung angepasst. Die verwendeten orchestralen Klänge sorgen dabei eher in den Szenenwechseln als in den Dialogen selbst für die richtige Stimmung, auch wenn die eine oder andere Melodie trotz passendem Ausdruck etwas zu lang wirkt. Die Geräusche sorgen für einen lebendigeren Ausdruck der Szenen.

Der Rahmen des Covers ist seit dem Start der Serie gleich geblieben, trotzdem passt die Grundfarbe Orange hier herrlich zum Titel der Serie. Beim Motiv wurde wieder auf Schlichtheit gesetzt, der Schatten einer verkrümmten Hand auf einer Steinmauer ist aber durchaus ansprechend und wirkt unheimlich. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben den Produktionsangaben keine weiteren Informationen.

Fazit: Die bekannte Geschichte von Edgar Allan Poe wurde hier um einige Elemente bereichert und in anderen Punkten passend variiert, die wesentlichen Züge der Erzählung sind jedoch beibehalten. Das ist alles stimmig zusammengestellt und ist mit sehr guten Sprechern besetzt, wobei die Handlung erst in der zweiten Hälfte richtig ins Rollen kommt.

VÖ: 13.März 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-157-0


Sherlock Holmes & Co – 13. Das flammende Phantom



Erster Eindruck: Geistererscheinung im alten Anwesen

Hutchinson Hatch wird von einem befreundeten Journalisten auf das alte Anwesen der Familie Weston aufmerksam gemacht, dass gerade für ein frisch vermähltes Paar umgebaut wird. Immer wieder wird dort eine unheimliche Geistererscheinung gesichtet, die die Bauarbeiter in Angst und Schrecken versetzt. Ein erster Besichtigungstermin bei Tage bleibt ohne Erfolg, doch als Hatch Professor van Dusen einschaltet, bekommen sie zusammen das flammende Phantom zu Gesicht...

„Klassische Detektivgeschichten“ hat sich die Reihe Sherlock Holmes & Co auf die Fahne geschrieben und hält dies auch. Bei den wechselnden Ermittlern ist in Folge 13 wieder man Professor van Dusen zu hören, der wie immer von seinem Freund und Reporter Hutchinson Hatch unterstützt wird. Dieser ist in den ersten Szenen des Hörspiel sehr präsent und steckt die Rahmenbedingungen ab, was recht ruhig und mit der Betonung auf einigen recht langen Dialogen geschieht. Auch der restliche Fall ist auf diese Art geschrieben, was aber dennoch sehr unterhaltsam und kurzweilig gelungen ist. Vielleicht weil statt Action viele Hinweise auf die Hintergrundgeschichte die Handlung vorantreiben und auch immer wieder versteckter, hintergründiger Humor für gute Unterhaltung sorgt. Besonders gelungen ist dies, weil die Ermittlungen von Szenen mit dem flammenden Phantom aufgelockert werden – und diese sind sehr düster und unheimlich gelungen. Die passende Aufklärung des Ganzen mit einer schlüssigen Erklärung schließt die Folge gekonnt ab, die mich sehr gut unterhalten konnte.

Thomas Schmuckerts markante Stimme passt sehr gut zu der Rolle des Floyd Parker, er wird durch ihn sehr gradlinig umgesetzt und kann mit einer sehr beachtenswerten Sprechweise überzeugen. Auch Martin Kautz kann als George Weston punkten, er wirkt sehr glaubwürdig und kann die Gefühle des Mannes sehr gekonnt darstellen. Das Gespann aus Martin Kessler und Norbert Langer als van Dusen und Hatch funktioniert auch hier bestens, die beiden Stimmen harmonieren gut miteinander und setzen passende Kontraste. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Tobias Kluckert und Jens Wendland.

Die akustische Gestaltung bleibt hier zu großen Teilen eher unauffällig, ist aber gut dem Geschehen angepasst und kann mit unterschiedlichen Melodien verschiedene Stimmungen ausdrücken. Besonderes Augenmerk gilt hier aber den Szenen mit dem flammenden Phantom, die sehr eindringlich umgesetzt wurden und einen großen Schuss Gruselatmosphäre mit einbringen. Die entstandene Geräuschkulisse ist dabei sehr ausdrucksstark.

Das alte Anwesen der Familie Weston ist auch auf dem Cover abgebildet, an malerischen Hängen gelegen wirkt es durchaus ansehnlich. Die schwarz-weiße Fotografie passt zu der Folge, ist aber nicht sonderlich prägnant. Die restliche Gestaltung mit der orangenen Farbgebung ist wieder sehr schlicht, aber ansprechend aufbereitet worden.

Fazit: Die sehr dialoglastige Folge wird durch die sehr eindringlichen Szenen mit dem flammenden Phantom deutlich aufgelockert und durch eine geschickte Erzählweise sehr interessant. Die sich stetig anhäufenden Hinweise und der fein verwobene Humor machen aus der Folge eine sehr hörenswerte.

VÖ: 30.Januar 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-126-6


Sherlock Holmes & Co – 12. Das Blut junger Frauen



Erster Eindruck: Mystik und Kriminalistik

Auguste Dupin wird zu einem ebenso erschreckenden wie brutalen Fall hinzugezogen: In Frankreich verschwinden junge Frauen, die einige Zeit später tot aufgefunden werden, ihre Körper mit geheimnisvollen Zeichen übersät. Zusammen mit seinem Assistenten Edgar Allan Poe nimmt er die Ermittlungen auf und ahnt erst nicht, dass diese sie sogar bis nach England führen werden...

Auguste Dupin hatte bereits in der vorletzten Folge von „Sherlock Holmes & Co“ einen ersten Auftritt, Nummer 12 mit dem Titel „Das Blut junger Frauen“ widmet sich ganz dem französischen Detektiv. Besonders interessant dabei ist, dass der bekannte Autor Edgar Allen Poe als sein Assistent dient – zumal der Fall in Sachen Düsternis den Dichtungen des Engländers in kaum etwas nachsteht. Schon gleich zu Beginn werden die Morde an den jungen Frauen thematisiert, immer wieder kommt dadurch während der Handlung durch eingeschobene Szenen eine sehr düstere und unheimliche Stimmung auf, die zusätzliche Brisanz einbringen. Und auch die Ermittlungen von Dupin und Poe sind sehr gut erzählt, trotz der über 70 Minuten Laufzeit wirkt keine Passage überflüssig, alles baut aufeinander auf und führt Ermittler und Hörer näher an die Auflösung heran. Diese ist sehr actionbetont und Schlag auf Schlag erzählt, dabei werden einige ungewöhnliche Wege beschritten. Eine sehr gelungene Folge der Serie, die mit packender Szenerie überzeugen kann.

Manfred Lehmann ist mit seiner sehr markanten und einprägsamen Stimme eine sehr gute Wahl für die Rolle des Auguste Dupin, neben einer gewissen Härte bringt er auch Dynamik und Glaubwürdigkeit mit. Uve Teschner steht ihm als Edgar Allan Poe in nichts nach, bringt seine Szenen gut zur Geltung und kann besonders am Ende die Dramatik noch einmal steigern. Erzähler Douglas Welbat wirkt während seiner Passagen sehr präsent und kann diese eindringlich vertonen. Weitere Sprecher sind unter anderem Helmut Krauss, Christian Rudolf und Eva Michaelis.

Wie oben bereits erwähnt ist die wunderbare Stimmung des Hörspiels sehr düster und kann so den Grundtenor des Hörspiels wiedergeben. Besonders die Szenen um die entführten Damen sind natürlich dementsprechend packend umgesetzt, neben den ausdrucksstarken Stimmen kommt hier dräuende Musik zum Einsatz. Die restlichen Szenen sind etwas zurückhaltender, aber nicht minder gekonnt ausgestaltet worden.

Ein orangefarbener Rahmen, in dem ein Foto eingeklebt zu sein scheint – der Look der Cover wurde natürlich auch hier übernommen. Dabei strotzt das eigentliche Motiv, das in erdigen Beigetönen gehalten ist, nur so vor satanistischen Motiven. Ein gehörnter Totenschädel, ein umgedrehtes Pentagramm sowie mehrere mysteriöse Symbole – gut zusammengestellt und passend zu der Folge.

Fazit: Ein spannender und packend erzählter Krimi mit starken Charakteren wird hier um eine große Portion Mystik angereichert. So entsteht eine sehr eindringliche Stimmung, die durch eingeschobene Szenen der Opfer noch intensiviert wird. Durch viele starke Stimmen und eine passende akustische Umsetzung ist dieses auch noch sehr gut umgesetzt worden.

VÖ: 28.November 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-125-9


Sherlock Holmes & Co – 11. Ein Fall vom Kontinent



Erster Eindruck: Verzwickter als anfangs gedacht

Für Sherlock Holmes ist die Lösung seines neuesten Falles ein Kinderspiel, für den Einbruch bei einem Juwelier reicht eine simple Falle, um die Verbrecher dingfest zu machen. Doch das kommt den Meisterdetektiv zu simpel vor, und tatsächlich sind die Einbrecher bald wieder auf freiem Fuß. Und so geraten Holmes und Watson in einen Fall von deutlich größerer Tragweite als gedacht...

„Sherlock Holmes & Co“ nennt sich Krimihörspielserie aus dem Hause Romantruhe Audio, die sich zwar ausführlich, aber nicht ausschließlich um den wohl bekanntesten Detektiv der Welt drehen. Und auch in der elften Folge mit dem Titel „Ein Fall vom Kontinent“ wird in der gelungenen Introszene wird ein kleiner Schwenk zu einem anderen, ebenfalls bekannten Ermittler geschlagen. Und auch der eigentliche Fall bietet einige sehr interessante Punkte. So wird eine deutliche Verknüpfung zu einer früheren Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle gezogen, die einen passenden Ausgangspunkt bildet. Die sich daraus entwickelnde Handlung ist deutlich komplexer als vorher gedacht, schlägt immer neue Bahnen ein und steigert sich so immer weiter. Je mehr Rätsel gelöst werden, desto mehr neue Fragen tun sich auf – und am Ende der 70 Minuten wundert man sich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Dabei ist alles sehr logisch aufgebaut und wird gelungen aufgeklärt, sodass mich die Geschichte vollkommen überzeugen konnte. Lediglich den Anteil von Dr. Watson als Erzähler ist stellenweise etwas zu groß geraten.

Charles Rettinghaus findet auch hier wieder seinen ganz eigenen Weg, um Sherlock Holmes darzustellen und wählt eine etwas hochnäsige, blasierte Art, bringt aber auch das grüblerische der bekannten Figur sehr gut zur Geltung. Der wunderbare Helmut Krauss setzt seine sonore, einprägsame Stimme gekonnt ein, um Monsier G. eine kräftige Aura zu verleihen. Jürgen Thormann kann als Hans Kupfer mit einer gekonnten Sprechweise und einer gelungenen Charakterdarstellung überzeugen, seine kratzige Stimme rückt er für den grantigen alten Mann ins rechte Licht.. Weitere Sprecher sind Manfred Lehmann, Uve Teschner und Tobias Kluckert.

Während der Dialoge liegt der Fokus ganz auf den Sprechern, sodass die Musik ausgespart wird, dafür gestalten einige passende und glaubwürdige Geräusche das Geschehen lebendiger. Während der Szenenübergänge jedoch sind immer wieder stimmungsvolle Melodien zu hören, die trotz ihres eher seltenen Einsatz die Atmosphäre sehr gut beeinflussen können und für eine rundere Wirkung sorgen.

Das Titelbild zu den früheren Folgen ist immer recht schlicht gehalten, und genau das gilt natürlich auch hier. Auf dem orangefarbenen Rahmen, der an den Ausschnitt einer Akte erinnert, ist eine Fotografie in schwarz-weiß zu sehen, die die engen Gassen einer alten Stadt samt Gaslatenen zeigt. An der restlichen Gestaltung hat sich nichts geändert, im Inneren des kleinen Booklets sind noch Kurzbiographien zu zwei Sprechern zu finden.

Fazit: Ein Fall mit einer sehr gelungenen Erzählweise, die simpel beginnt und sich immer weiter nach oben schraubt, sich stetig weiterentwickelt und dabei so einige Überraschungen präsentiert. Für Kurzweil ist dabei ebenso gesorgt wie für viel Spannung. Schön auch die Bezüge zu einem früheren Fall des Originalautors und die passende Charaktergestaltung der bekannten Hauptfiguren.

VÖ: 26.September 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-112-9


Sherlock Holmes & Co – 10. Der Griff des Todes



Erster Eindruck: Professor van Dusen in Hochform

Die Polizei scheint hilflos überfordert, als in einer dunklen Nacht Fred Boyd in seiner Wohnung ermordet wird. Die Würgemale an seinem Hals schließen einen natürlichen Tod, doch der Reporter Hutchinson Hatch entdeckt zahlreiche Logiklücken in der Erklärung der Polizei. Er hält den Fall interessant genug für die Denkmaschine Professor van Dusen, der gleich einige ungewöhnliche Fragen zu dem Mord hat...

Nachdem Sherlock Holmes und Professor van Dusen in einer der letzten Folgen von „Sherlock Holmes & Co“ zusammengetroffen sind und an einem gemeinsamen Fall ermittelten, ist die zehnte Folge der Romantruhe-Serie wieder ganz der Denkmaschine gewidmet. Doch dieser kommt erst vergleichsweise spät ins Spiel, bei der Einleitung in den Fall begleitet der geneigte Hörer lediglich Hutchinson Hatch. Gleich in der ersten kurzen Szene wird der Mord in einer dunklen Nacht thematisiert, sodass schon nach wenigen Momenten der Reporter auf den Plan tritt und erste Ungereimtheiten entdeckt. Dass er die Polizei mit seiner scharfen Beobachtungsgabe auf die Palme treibt, sorgt für einige erheiternde Momente. Der Verlauf ist sehr flüssig, und auch als van Dusen die Ermittlungen übernimmt wird gute Unterhaltung geboten. Einige seiner Fragen dienen als kleine Hinweise an den Hörer, da diese jedoch nicht zu offensichtlich gelegt werden bleibt die Folge spannend. Die Ermittlungen laufen mal in die eine, mal in die andere Richtung, sodass man langsam einen Blick auf die Umstände des Todes werfen kann. Hervorragend dabei, wie arrogant und selbstherrlich van Dusen die Menschen in seiner Umgebung herumkommandiert und ihnen seine scharfe Kombinationsgabe unter die Nase reibt, ohne selbst allzu viel preiszugeben. Immer geheimnisvoller werden seine Andeutungen und enden in einer gut inszenierten Szene, in der van Dusen allein am Tatort ist. Die Auflösung ist gut erzählt und klärt alle rätselhaften Andeutungen auf.


Professor van Dusen wird hier wieder von Martin Kessler gesprochen, der der Denkmaschine einen ausdrucksstarken Klang verleiht und dabei stets einen leicht arroganten, überheblichen Unterton anschlägt – sehr gelungen. Norbert Langner ist als Hutchinson Hatch zu hören, mit viel Energie und Anleihen an das klassische Theaterspiel liefert er eine ebenso gekonnte wie expressive Darbietung ab. Jürgen Holdorf überzeugt als Inspektor Wilson und schlägt dabei eine etwas gemäßigtere Herangehensweise an, die aber gut zu dem Charakter passt. Weitere Sprecher sind Martin Sabel, Wolf Frass und Jennifer Böttcher.

Das Team um Regisseur Sebastian Pobot wählt eine gelungene Soundmischung, um die Handlung spannend zu gestalten. Dabei stehen zu jedem Zeitpunkt klar die Dialoge und die Sprecher im Vordergrund, Musik und Geräusche dienen dabei zur leisen szenischen Untermalung. Gleichwohl sind diese gut ausgewählt und können die Stimmung gelungen beeinflussen und einen harmonischen Gesamteindruck vermitteln.

Wie die vorigen Folgen auch umgibt das eigentliche Motiv auf dem Cover ein orangefarbene Rahmen, der an eine alte Akte erinnert, in der unteren Ecke ist ein stilisierter Detektiv mit der Folgenzahl zu sehen. Ein einsamer Raum ist auf einem Foto zu sehen, das in erdigen Tönen gehalten ist und ein karg eingerichtet ist. Dies erinnert an das Zimmer, in dem Fred Boyd gestorben ist und streift so die Handlung.

Fazit: Nach dem gelungenen Intro und dem ersten Teil mit Hutchinson Hatch nimmt die Folge noch mehr an Fahrt auf, präsentiert einen gut durchdachten und spannenden Fall, in dem van Dusen seine Stärken voll ausspielen kann. Unterhaltsam und kurzweilig.

VÖ: 1.August 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-111-2


Sherlock Holmes & Co – 9. Die Hexe von Whitechapel



Erster Eindruck: Geheimbund mit finsteren Plänen

Mitten in London werden zwei Morde verübt, zu denen auch Sherlock Holmes zu Rate gezogen wird. Doch während Scotland Yard von Auftragsmorden ausgeht, ermittelt der bekannte Detektiv in eine andere Richtung und ist bald einem Geheimbund auf der Spur, der seit langem im Vorborgenen agiert. Sein Weg führt ihn auch zu einer Frau, die in Whitechapel als Hexe verschrien ist…

Bisher wurden die Geschichte, die in Sherlock Holmes & Co erzählt wurden, mit Original-Fällen von Arthur Conan Doyle auf die eine oder andere Wiese verknüpft. In der neunten Folge „Die Hexe von Whitechapel“ hat sich Autor und Produzent Markus Winter davon aber frei gemacht und spielt nur in kleinen Kommentaren auf frühere Ereignisse an, die von der Geschichte aber völlig unabhängig sind. Und so ist eine außergewöhnliche Folge entstanden, die über ganz unterschiedliche Stationen einen komplexen, aber sehr runden Fall erzählt. Der Anfang ist recht ruhig, die Todesfälle interessant, aber nicht sonderlich außergewöhnlich umgesetzt. Richtig Fahrt nimmt die Folge mit dem Besuch bei der titelgebenden Hexe von Whitechapel auf, die eine mysteriöse Stimmung mit einbringt und auch ansonsten ein interessanter Charakter ist. Die Verknüpfung zum Geheimbund ist elegant eingebaut und lässt Sherlock Holmes in diese Richtung ermitteln, dem Hörer werden die Informationen jedoch nur tröpfchenweise zugespielt, sodass sich das Gesamtbild nur langsam zusammensetzt – und gerade das macht die große Spannung dieses Falles aus. Besonders gelungen ist die überraschende Wendung in der Auflösung, die noch einmal in eine ganz andere Richtung weist und dennoch sehr organisch eingebaut ist, sodass alle losen Erzählfäden zusammengeführt werden. Eine sehr starke Folge der Serie, die einen überraschenden und sehr gut erzählten Kriminalfall mit ganz eigener Wirkung erzählt.

Corinna Dorenkemp spricht Violet Westbury, die Hexe von Whitechapel und kann diese Figur sehr intensiv umsetzen. Durch sie bekommt die Figur eine unheimliche, machtvolle, aber auch sehr abweisende Ausstrahlung, die trotz des vergleichsweise kurzen Auftritts eine nachhaltige Wirkung hat. Andreas Conrad ist als Inspector Lestrade zu hören, der eine gelungene Mischung aus Ernsthaftigkeit und leichten humoristischen Elementen präsentiert. Florian Halm macht seine Sache als Dr. Watson sehr gut, sowohl die Dialoge als auch die Erzähltexte kommen authentisch und einprägsam zur Wirkung. Weitere Sprecher sind Petra Mott, Yvonne Greitzke und Frank Röth.

In Sachen Akustik hat Winterzeit wieder eine runde und gelungene Produktionsweiseumgesetzt. Mit kleinen, eher ruhigen Melodien bekommt die Geschichte zusätzliche Atmosphäre verpasst, die Geräusche sind glaubhaft eingebaut und verleihen mehr Lebendigkeit. Beides bleibt jedoch eher im Hintergrund und lässt den Fokus auf den Dialogen, nur einige Szenen werden durch eine kräftigere Umsetzung stärker betont.

Der bekannte Rahmen der Serie wurde auch hier wieder verwendet, die erdigen Orangetöne und das scheinbar daraufgelegte Foto sind mittlerweile eng mit der Serie verknüpft. Die schwarz-weiße Aufnahme zeigt hier eine der engen Gassen des Londoner Stadtteils Whitechapel, hier wird ein ansehnliches Spiel aus Licht und Schatten gezeigt. Im Inneren sind wieder Fotos und Kurzinformationen zu zwei der Sprecher enthalten.

Fazit: Eine spannend und kurzweilig erzählte Geschichte, die mit der sehr guten Darstellung der Hexe von Whitechapel und dem skrupellosen Geheimbund zwei markante Reizpunkte hat. Die Ermittlungen von Holmes und Watson haben zahlreiche Höhepunkte und offenbaren immer nur kleine Teile der Auflösung, die hinterher in eine gänzlich andere Richtung führt. Sehr gelungen!

VÖ: 25.April 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-054-2


Sherlock Holmes & Co – 8. Loge 341



Erster Eindruck: Der Blick in die Vergangenheit

Vor langer Zeit ist ein Fremder namens McMurdo ins sogenannte „Tal der Angst“ gezogen und ist dort wegen seiner charmanten Art schnell bei den Freimaurern aufgestiegen. Doch als die Köpfe des Geheimbundes alle an einem Ort versammelt sind, wendet sich das Blatt. Dieses Ereignis hallt noch zahlreiche Jahre wieder, als sowohl Sherlock Holmes als auch Professor van Dusen im Fall eines ermordeten Mannes ermitteln…

Viele Premieren bei „Sherlock Holmes & Co“: Das erste Mal treffen zwei voneinander unabhängige Romanfiguren aufeinander, das erste Mal wird hierfür eine Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle adaptiert und zum ersten Mal ist ein Zweiteiler erschienen. „Loge 341“ setzt die Ereignisse aus der siebten Folge „Die Tragödie von Birlstone“ fort – allerdings nicht gerade nahtlos. Denn statt weiter die Ermittlungen der beiden Meisterdetektive zu verfolgen, wird ein großer Sprung in die Vergangenheit gemacht und die oben beschriebenen Ereignisse geschildert. Das ist durchaus spannend und atmosphärisch geschildert und schlägt einen gekonnten Bogen zu dem aktuellen Fall. Danach geht es recht launig weiter, die Ermittlungen werden von Holmes und van Dusen auf ähnlich unterhaltsame Weise wie im Vorgänger weitergeführt. Zwar vereinbaren die beiden Detektive einen Waffenstillstand bis zur Lösung des Falles, den einen oder anderen bissigen Spruch können sie sich dabei aber ebenso wenig verkneifen wie einen erbitterten Konkurrenzkampf um die endgültige Lösung des Falles – was der Unterhaltung des Hörers sehr dienlich ist. Dabei teilen sich Holmes und van Dusen die Aufklärung des Falles, jeder trägt seinen eigenen Teil dazu bei und arbeitet auf seine eigene Weise daran. Das ist alles stimmig komponiert und kann gut unterhalten.

Charles Rettinghaus legt die Rolle des Sherlock Holmes recht extrovertiert an und versieht sie mit bissigem Humor und mehr als nur einer Spur von Arroganz, was insgesamt eine außergewöhnliche und einprägsame Figur schafft. Norbert Langer spricht Hutchinson Hatch, den Chronisten von Professor van Dusen. Er hat eine recht zurückhaltende Art gewählt und spricht die Rolle routiniert und sehr professionell. Frank Roth spricht in der Rückblende den McMurdo und kann den charismatischen jungen Mann dynamisch und lebhaft sprechen. Weitere Sprecher sind unter anderem Yvonne Greitzke, Wolfgang Rüter und Rüdiger Schulski.

Insgesamt sind die einzelnen Szenen recht zurückhaltend gestaltet, sodass die Dialoge und die Sprecher zu jeder Zeit im Vordergrund stehen. Eingebaut sind einige stimmige und passende Melodien, die insbesondere die Szenenübergänge passend gestalten und die Atmosphäre positiv beeinflussen können. Und auch die eingefügten Geräusche passen gut in die Handlung und können die Aktionen lebendiger darstellen.

Auch dieses Cover wird von einem kräftigen orangefarbenen Rahmen umgeben und von einem großen schwarz-weiß Foto dominiert, das ein schlichtes altes Gebäude zeigt. Der schlichte Schriftzug am oberen Rand sowie die stilisierte Detektivfigur passen gut dazu. Im beiliegenden kleinen Booklet sind Informationen und Bilder zu vier der Sprecher zu finden.

Fazit: Der ausführliche Blick in die Vergangenheit bringt Schwung in die Handlung, was diese auch anschließen noch nutzen kann und die Ereignisse der vorigen Folge gekonnt fortsetzen. Die Kabbeleien der beiden Detektive sind sehr unterhaltsam und können Würze in die Geschichte bringen. Insgesamt eine gelungene Folge mit interessanten Ansätzen.

VÖ: 28.Februar 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-053-5


Sherlock Holmes & Co – 7. Die Tragödie von Birlstone



Erster Eindruck: Detektive unter sich

Professor Moriaty bereitet eine List vor, mit dem er gleich zwei seiner Feinde zu eliminieren vorhat. Zu dem einen schickt er eine junge Frau mit einer tragischen Geschichte, Sherlock Holmes hingegen bekommt einen Hinweis, der durch ein Buch verschlüsselt ist. Selbstverständlich löst er das Rätsel schnell und macht sich auf den Weg zu einem alten Herrenhaus um die Polizei zu unterstützen und trifft dort auf das zweite Opfer Moriatys – den bekannten Meisterdetektiv Professor van Dusen…

„Aus den Geheimakten der Meisterdetektive“ ist der Untertitel der „Sherlock Holmes & Co“-Serie von Romantruhe Audio, in dem klassische Detektivfiguren. Die neuen Fälle wurden bisher entweder für Sherlock Holmes oder Professor van Dusen als Denkmaschine erdacht – doch die Doppelfolge, die mit Nummer 7 der Serie beginnt und „Die Tragödie von Birlstone“ heißt, bricht gleich in zweifacher Weise. Erstens wird hier ein bereits bekannter Fall von Holmes nacherzählt und angepasst, der besser unter „Das Tal der Furcht“ bekannt ist. Zweitens sind hier gleich beide Meisterdetektive im Einsatz und ermitteln beide im gleichen Fall. Dabei ist ein Zusammentreffen natürlich unvermeidlich, und das ist die wohl größte Stärke dieser Folge. Beide gehen mit unverhohlener Abneigung, Arroganz und Überheblichkeit aufeinander los und lassen in ihren Wortgefechten kein gutes Wort am anderen. Dieser wirklich reizvolle Teil kommt erst im letzten Drittel dieser Produktion vor, davor werden die Grundlagen für den Fall geklärt. Beide Detektivduos werden dabei gekonnt charakterisiert und gehen auf ihre Weise an die Aufklärung heran, doch so wirklich in Schwung kommt die Folge hier nicht – da hilft auch der anfängliche Appetithäppchen mit Professor Moriaty nichts. Vielleicht liegt es daran, dass der Fall schon hinlänglich bekannt ist, denn zumindest die Anpassung der Gegebenheiten ist gelungen. Auch der Spannungsaufbau bei der Untersuchung der Hinweise mit Holmes‘ scharfen Verstand kann punkten. Die Neugier auf den zweiten Teil wird jedenfalls geweckt..

Florian Halm spricht klassischerweise nicht nur den Dr. Watson, sondern übernimmt in dieser Rolle auch die Erzählparts. Dies kann er recht launig und sehr sympathisch herüberbringen, mit seiner leicht verwirrten Art kann er Holmes‘ Assistenten gut in Szene setzen. Martin Keßler ist als Professor van Dusen zu hören, er wählt eine eher steife Sprechweise, die gut zu dem hochintelligenten Mann passt, kann im Wortgefecht mit Holmes und Watson aber auch Emotionen zeigen. Till Hagen, der stets als Idealbesetzung für den Bösewicht scheint, kann auch hier mit seiner markanten, ausdrucksstarken Stimme punkten. Weitere Sprecher sind unter anderem Yvonne Greitke, Petra Mott und Bert Stevens.

Durchaus ansprechend ist die akustische Gestaltung des Hörspiels geworden, die mit passenden Geräuschen eine stimmige und glaubhafte Atmosphäre erzeugen kann, sich meist aber deutlich auf die Sprecher und die Dialoge konzentriert. Dementsprechend ist auch nicht übermäßig viel Musik im Einsatz, sondern ist eher sparsam und treffsicher eingesetzt worden.

Das Anwesen, das eine zentrale Rolle in der Handlung spielt und Ort des Verbrechens und der späteren Beweisaufnahme ist, wird auch auf dem Cover gezeigt. Eine auf alt getrimmten Fotografie in schwarz-weiß ist als Titelbild gewählt worden und ist auch auf die CD gedruckt. Die orangefarbene Gestaltung ist schlicht und übersichtlich, im kleinen Booklet sind Fotos und Kurzinfos zu vier der Sprecher zu finden.

Fazit: Anfangs will die Folge nicht so recht in Schwung kommen, trotz der gelungenen Szene mit Moriatys finsterem Plan. Erst im späteren Verlauf entwickelt sich eine spannende und kurzweilige Handlung, deren unbestrittener Höhepunkt das unharmonische Zusammentreffen der beiden Detektive sein dürfte.

VÖ: 28.Februar 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-009-2

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