Hier findet ihr alle meine Rezis zu "Offenbarung 23" 

Offenbarung 23 - 37. Hexensabbat

Offenbarung 23 - 36. Liebesgrüße nach Moskau

Offenbarung 23 - 35.Im Namen des Volkes

Offenbarung 23 - 34. Gesundes Toxin

Offenbarung 23 - 33. Der Schatz der Loge

Offenbarung 23 - 32. Sehnsucht

Offenbarung 23 - 31. Im Netz der Lügen

Offenbarung 23 - 30. Lazarus

Offenbarung 23 - 29. 9/11

Offenbarung 23 - 28. Der Untergang der MS Estonia

Offenbarung 23 - 27. Der Mann im Mond

Offenbarung 23 - 26. Wer hat Angst vor Norma Jeane?

Offenbarung 23 - 25. Sex and Crime

Offenbarung 23 - 24. Ausgespäht und Ausgetrickst

Offenbarung 23 - 23.Der Jungbrunnen

Offenbarung 23 - 22.Der Fluch des Tutanchamun

Offenbarung 23 - 21.Jack the Ripper - Live aus Berlin

Offenbarung 23 - 20.Die Pyramiden-Saga

Offenbarung 23 - 19.Angst

Offenbarung 23 - 16.Krauts und Rüben

Offenbarung 23 - 13.Das Wissen der Menschheit


Offenbarung 23 - 37. Hexensabbat



Erster Eindruck: Ein Plan wird ausgeführt...

Der Vorsitzende der adeligen Pretorianerloge Graf Eberhardt von Hohensalzer hat viele Rückschläge einstecken müssen. Die geheimnisvolle Nadja Uljanow unterstützt ihn mit einem mächtigen Hilfsmittel sein Ziel zu erreichen und beschwört dabei ein unglaubliches Phänomen herauf. Auch als Tom, Pia und Florian hinter Graf Eberhardts Plan kommen, können sie es kaum fassen...

Nach einer extrem starken Vorgängerfolge waren die Erwartungen an Nummer 37 "Hexensabbat", die zeitgleich erschienen ist, relativ hoch. Auch hier wird wieder mehr Wert auf Toms Vorgeschichte mit der Entführung gelegt, die Thematik wird nicht wie in einigen anderen Folgen lediglich am Anfang erwähnt. Gut so, denn hier liegt das größte Potential der Serie. Statt um Nadja Uljanow wird dieses mal der Faden um Graf Eberhardt weitergesponnen, und das auf äußerst interessante Art. Denn hier wird sein eigentlicher Plan offenbart, der ziemlich ungewöhnlich für die Serie ist und gerade deshalb eine interessante Abwechslung bietet. Erstmals werden mysteriöse Elemente in die Serie eingespeist, sodass es an einigen Stellen richtig gruselig wird. Schön, dass dabei an dem sachlichen Grundtenor festgehalten wird. Die Abgedrehtheit des Planes und der faszinierende Grundgedanke sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, ich jedoch habe auch diese Folge als sehr stark empfunden und gerne gelauscht.

Lutz Riedel vollführt mit seiner Stimme als Graf Eberhardt wahre Wunderdinge, indem er die schizophrene Seite seines Charakters wunderbar herausarbeitet. Tilo Schmitz ist wieder als Alexander Andropow zu hören, auch er liefert als ehemaliger Geheimagent eine tadellose Leistung ab. Denise Gorzelanny spricht die resolute Kneipenwirtin Jutta erneut sehr sympathisch. Weitere Sprecher sind Udo Schenk, Detlef Bierstedt und Regina Lemnitz.

Die akkustische Gestaltung hält sich auch in dieser Folge eher zurück, was einen recht nüchternen Ton ergibt. Lediglich in den spannungsgeladenen Szenen ist Musik als Stilmittel eingesetzt worden, was gut gelungen ist und diese Szenen besonders hervorhebt. Der Einsatz der Geräusche ist ebenfalls lobenswert.

Ein mysteriöser brennender Hexenstern, mit Kerzen in den fünf Spitzen und einem Tierschädel im Inneren - das Motiv der Covergestaltung zu "Hexensabbat" hätte treffender nicht sein können, weicht aber fast von dem schlichten Grundgedanken der Covergestaltung ab. Trotzdem ein toller Blickfang und ein stimmungsvolles Äußeres.

Fazit: Auch die 37. Folge der "Offenbarung 23"-Serie ist wie der Vorgänger sehr spannend geworden und geht mehr auf die Hintergrundgeschichte ein.

VÖ: 13. November 2009
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4204-4


Offenbarung 23 - 36. Liebesgrüße nach Moskau



Erster Eindruck: Dunkelheit all überall

Ein Stromausfall legt Berlin außer Gefecht, Tom, Pia und Florian suchen in Jürgen Schubert Imbissbude mit Notstromaggregat Zuflucht. Als im Radio Details über die geplante Übernahme des deutschen Stromnetzes durch russische Investoren bekannt werden, ist Tom schockiert: Er kennt diese Stimme - aus seiner Gefangenschaft!

Nach den letzten Folgen kam leise die Frage auf, warum man Toms Verschwinden so aufwändig konstruiert hat, wurde dieses Thema an sich doch gar nicht weiter beachtet. Dies ändert sich - endlich - mit der 36. Folge von "Offenbarung 23", denn hier wird diese Geschichte weiter vertieft und um neue Elemente bereichert. Mittelpunkt hiervon in die Russin Nadja Uljanow, die von Tom als seine Entührerin identifiziert wird. Eine hochgefährliche Jagd auf die hinterlistige und machthungrige Frau wird gestartet, und so können sich auch die verschiedenen Personen der geheimen Organisation besser entfalten und ihre einzigartigen Fähigkeiten einbringen. Dass dies in eine weitere thematische Einbindung mit den Stromausfall geschieht, ist umso lobenswerter und steigert den beängstigenden Bezug zur Realität noch weiter. Die gebotenen Details über die russische Verbrecherorganisation heizen die Stimmung des Hörspiels weiter an und steigern Spannung ind Interesse der Rahmenhandlung deutlich. So sollte es mit "Offenbarung 23" weitergehen, denn trotz der vielen Passagen, die vom Erzähler Helmut Krauss in fast jeder Folge wiederholt werden und dem inlationären Gebrauch der Vornamen der Hauptpersonen, sind auch die Dialoge besser und glatter gelungen.

Erneut sind die Sprecher der Serie Vollprofis und können ihre Charaktere gut erfassen. Besonders gut gefallen hat mir dabei Arianne Borbach als Nadja Uljanow, die wunderbar hinterhältig wirkt. Als Karl von Stetten ist Marcel Collé zu hören, auch er schafft ein umfassendes Bild seiner Rolle. Christin Marquitan spricht erneut als Grace Jones und überzeugt einmal mehr mit prägnanter Stimme. Weitere Rollen übernehmen Andy Martern, Michael Pan und Tilo Schmitz.

Das Sounddesign der Serie hat sich grundsätzlich nur minimal variiert. Der veränderte Introsatz, gesprochen von Franziska Pigulla, ist mit dramatischerer Musik unterlegt, ansonsten wird wieder die eher nüchterne Produktionsweise von einigen Musikstücken unterbrochen, was eine angemessene Grundstimmung für die Geschichte schafft.

Gewohnt schlicht ist die Covergestaltung, neben dem auffälligen Schriftzug sind vor schwarzem Hintergrund die typischen russischen Puppen zu sehen. Dass die dritte Puppe durch eine Handgranate ersetzt wurde, ist ein witziger optischer Anreiz. Gewohnt schlicht ist das Innere der Hülle, auf dem Klappentexte sind wieder kaum Informationen über den Folgeninhalt zu finden.

Fazit: Eine wirklich gute Folge, die endlich die Hintergrundgeschichte vorantreibt und dabei spannend und unterhaltsam ist. Weiter so!

VÖ: 13. November 2009
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4203-7


Offenbarung 23 - 35.Im Namen des Volkes



Erster Eindruck: Das Hörspiel zur Bundestagswahl

Woran liegt es, dass in Deutschland immer weniger Leute zur Wahl gehen - ihrer einfachsten Möglichkeit, die Politik des Landes mitzubestimmen? Als Tom Baumann und seine Freunde Pia und Florian auf das Thema aufmerksam werden, geraten sie an eine riesige Verschwörung, die die Zukunft der Welt verändern könnte...

Ein kommerzielles Hörspiel mit aktuellem politischem Hintergrund - in welcher Serie ist dies denkbar wenn nicht in "Offenbarung 23"? Und so dreht sich in der 35. Folge mit dem Titel "Im Namen des Volkes" alles um das sinkende politische Interesse in Deutschland. Um es vorweg zu nehmen: An den unglücklichen Formulierungen der Dialoge hat sich wenig getan, sodass der Einstieg nicht einfach fällt. Auch eine Fortführung der Ereignisse um Toms Entführung findet nicht statt. Davon abgesehen ist "Im Namen des Volkes" eine wesentliche Verbesserung zu den vorigen Folgen. Das Thema ist genauso interessant wie brisant, der Bezug zur Realität größer denn je. Ob die Verschwörungstheorie so wirklich umsetzbar wäre sei einmal dahingestellt - schließlich ist Offenbarung immer noch ein fiktionales Hörspiel und kann mit Themen spielen und auf die Spitze treiben. Trotzdem ist die Geschichte sinnvoll aufgebaut und bietet am Ende einige Spannungsmomente. Auch wenn auch hier noch einige Sachen hätten verbessert werden können, "Im Namen des Volkes" ist ein echter Lichtblick für die Serie und lässt Hoffnung auf eine wesentliche Verbesserung aufkommen.

Auch hier wurde wieder viel Wert auf eine ausgewogene Mischung von Sprechern gelegt, die allesamt eine gute Leistung abliefern. Gelobt werden muss an dieser Stelle einmal Helmut Krauss als Erzähler. Er schafft in seinen Texten die richtige Mischung aus Ruhe und Sachlichkeit. Lutz Riedel ist als Graf Eberhard zu hören und überzeugt mit einer dynamischen Aussprache. In einer kleinen Nebenrolle als Museumsführer ist Storyerfinder und Regisseur Lars Peter Lueg zu hören. Zudem darf man sich noch auf Lutz Mackensy, Björn Schalla und Andy Martern freuen.

Letztgenannter ist auch für die Musik in dem Hörspiel zuständig. Er schafft eine eher schlichte Atmosphäre, die mit dem Einsatz weniger Musikstücke ein wenig Pepp erhält. Auch in dieser Folge hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr akkusitische Stilmittel gewünscht.

Der erhabende deutsche Bundestag ist das gewählte Covermotiv für diese Folge - sehr passend, wie ich finde. Die restliche Gestaltung ist wieder extrem schlicht und unauffällig, der Klappentext verrät einmal mehr nur wenig über die Folge, indem er nur das Thema nennt.

Fazit: Eine recht gute Folge für "Offenbarung 23" mit hochaktuellem Thema und spannenden Theorien.

 


Offenbarung 23 - 34. Gesundes Toxin



Erster Eindruck: Impfungen auf dem Prüfstand

Tom ist entsetzt als er hört, dass Pia gegen keine einzige Krankheit geimpft ist. Doch bei einem Gespräch mit ihrem Vater erhält er einen ganz anderen Blick auf die Dinge. Das Interesse für das Thema ist entfacht, und schnell recherchieren Florian, Pia und Tom, bis sie auf eine neue Verschwörung stoßen...

Die 34. Folge der "Offenbarung 23"-Reihe widmet sich ganz dem Thema Impfschutz und hinterfragt dieses auf vielfältige Weise. Nach einem durchaus humorigen Einstieg mit einer kleinen Warnung vor dem Hörspiel verläuft die Geschichte nicht uninteressant und liefert durchaus kleine Gedankenanstöße. Zwar könnte mit einer Steigerung des Tempos die Spannung erhöht werden, aber insgesamt ist die Geschichte recht gut gelungen. Das größte Problem der Serie ist aber nach wie vor die Dialogführung: Konstruierte Gespräche mit Sätzen, die völlig unnatürlich wirken, verhindern ein wirkliches Mitfühlen oder -fiebern, durch holprige Formulierungen wird man immer wieder aus der Geschichte gerissen. Hinzu kommt, dass die drei Hauptfiguren sich unwahrscheinlich oft mit dem Vornamen anreden - allein in dieser Folge über 40 mal bei einer Laufzeit von unter 60 Minuten! Auch dies ist so auffällig, dass man sich nicht wirklich in die Story hineinversetzen kann. Auch fehlt mir eine Weiterenwicklung der Hauptgeschichte um Toms Entführung. Schade, denn der gute Ansatz der Handlung wird so im Keim erstickt. Vielleicht sollten Autor und Verlag noch an der einen oder anderen Stelle etwas herumfeilen.

Die Sprecher sind allesamt erfahrene Vollprofis und gut in Form, können aber die unglaubwürdigen Dialoge nicht wirklich retten. Mit seiner ungewöhnlichen und einprägsamen Stimme sticht Michael Pan als Hendrik von Boysen wieder hervor und spricht seinen Charakter mit viel Leidenschaft. Als geheimnisvolle Nadja Uljanow ist Arianne Borbach zu hören, die mit ihrer tiefen Stimme immer wieder ein Genuss ist. Auch Detlef Bierstedt ist erneut als Jürgen Schubert wieder mit dabei und überzeugt mit treffsicherer Aussprache. Weitere Sprecher sind unter anderem Dietmar Wunder, David Nathan und Marie Bierstedt.

Die atmosphärische Gestaltung des Hörspiels ist recht zurückgezogen und setzt nur während weniger Szenen einige Akzente, meist jedoch sind nur die Dialoge an sich zu hören. An der einen oder anderen Stelle hätte die Musik mehr in den Vordergrund treten können, um zusätzliche Spannung aufzubauen, insgesamt ist die Akkustik aber gelungen.

Eine Hand, die gerade eine Spritze setzt, dazu das verschnörkelte Logo, der Folgentitel und ein schlicht schwarzer Hintergrund - auch bei der 34. Folge geht das Coverkonzept auf und sorgt für einen kleinen Blickfang im Hörspielregal.

Fazit: Die Geschichte ist gut, die Dialoge sind es nicht. Schade, denn so bleibt "Gesundes Toxin" hinter seinen Möglichkeiten zurück.


Offenbarung 23 - 33. Der Schatz der Loge



Erster Eindruck: Waffengeschäfte und Wiederholungen

Tom, Pia und Flo leben sich immer noch in ihrer neuen WG ein, die von Operation 13 zur Verfügung gestellt wurde. Gerade diese Geheimorganisation bittet die drei, Nachforschungen zu den Prätoritanern anzustellen, die plötzlich in illegale Waffengeschäfte verwickelt sind. Pias Vater, Hendrik van Boysen, der am Messie- Syndrom leidet, bringt sie auf eine erste Spur. Doch auch das Böse ruht nicht…

Mit Folge vier des Neustarts der "Offenbarung 23"-Serie, beziehungsweise Folge 33 in der eigentlichen Nummerierung, wurde der eigentlich gute Auftakt direkt wieder in den Sand gesetzt. Das liegt aus meiner Sicht weiterhin nicht an der neuen Konstruktion der Geschichte, diese birgt weiterhin großes Potenzial und kann durchaus spannend sein, wie die ersten beiden Folgen erahnen ließen. Doch leider gesellen sich hier zu den nach wie vor holperigen Dialogen etliche Wiederholungen aus den vorigen Folgen - teilweise Wort für Wort. So bekommen wir erneut jedes Detail der Imbissbude zu hören, genauso wie über den Laden zur Sicherung der Privatsphäre. Das kommt insgesamt recht ermüdend und langatmig herüber, dass einem der Spaß an der Folge genommen wird. Auch die Handlung ist auf ein Minimum herabgesenkt und bietet fast nur Variationen des Altbekannten. Die vorher aufgebaute Spannung kann nur am Ende wieder aufgegriffen werden, als einige wohl gewählte Sätze von Schwester Augusta das Verschwinden und die Gehirnwäsche von Tom Baumann wieder aufgreifen und weitere Hintergründe offenbaren. Ich bin gespannt, ob die Pause bis zur Veröffentlichung der neuen Folgen sinnvoll genutzt werden, um die bisherigen Fehler auszubessern (insbesondere die Dialogführung) und wieder spannendere Geschichten zu schaffen, denn ansonsten wird das Interesse an dem neuen Abschnitt wohl schnell wieder abflauen.

Wieder gibt es keinerlei Kritik an den durch und durch professionellen Sprechern, die sicherlich das Beste aus den Dialogen herausholen. Erzähler Helmut Krauss mit seiner ruhigen und besonnenen Stimme führt dabei gekonnt durch die Handlung, nur die oben erwähnten Wiederholungen stören hier. Detlef Bierstedt ist als Jürgen Schubert zu hören und füllt die Rolle des ehemaligen Agenten sehr gut aus und bleibt immer glaubwürdig. Und auch Arianne Borbach hat als Nadja Uljanow ihre Rolle in dem neuen Abschnitt und hat dabei kaum etwas von ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung verloren. Weitere Sprecher sind unter anderem Tilo Schmitz, Michael Pan und Andy Martern.

Weiterhin Gefallen finde ich an der Musik, die mit entspanntem Sound für eine lockere Atmosphäre sorgt. Auch der kleine Fehler der vorigen Folge, sich zu einer zu hohen Lautstärke hinreißen zu lassen, wurde glücklicherweise nicht wiederholt, sodass einer guten Untermalung - insbesondere der Szenenübergänge - nichts mehr im Wege steht.

Das Cover gefällt mir dieses mal richtig gut - durch das spritzende Wasser wirkt alles sehr beweglich und dynamisch, obwohl es weiterhin die gelungene Schlichtheit und die geheimnisvolle Ausstrahlung versprüht. Der Klappentext könnte meiner Meinung nach aber etwas mehr von der eigentlichen Handlung verraten und nicht nur einen - wenn auch sehr gelungenen - allgemeinen Text enthalten.

Fazit: Leider am guten Hörspiel vorbeigeschrammt. Trotzdem bin ích gespannt, wie es mit Tom weitergeht weil ich glaube das immer noch Potenzial in der Serie steckt


Offenbarung 23 - 32. Sehnsucht



Erster Eindruck: Alexandra und Marianne

Die Verbindung von ehemaligen Geheimagenten verschiedenster Organisationen macht Tom Baumann und seine Freunde auf merkwürdige Machenschaften in einem Casino und besonders auf die Mitarbeiterin Meike Hannsen aufmerksam. Da auch Toms Chefin, die Ordensschwester Augusta, die junge Frau kennt, ermitteln die drei. Doch was sie entdecken, führt sie auf ganz andere Spuren, auf die der Stasi...

Harte Kritik hat der "Neustart" der Offenbarung 23-Reihe einstecken müssen und auch die dritte Folge, bzw. die 32. in der laufenden Nummerierung, wird sich diesem Schicksal stellen müssen - für mich nur teilweise verständlich! Natürlich ist es nicht mehr die Serie, wie man sie gewohnt ist. Natürlich holpern die Dialoge an vielen Stellen arg. Natürlich wirkt einiges recht unglaubwürdig. Doch wenn man sich damit abfindet, dass der alte Handlungsstrang nun beendet ist und versucht, sich auf das Hörspiel einzulassen, wird auch positive Seiten entdecken. Hier wird beispielsweise der Gedanke der Verschwörungstheorien aufgegriffen, der Tod der Sängerin Alexandra wird man aus einer anderen Perspektive beleuchtet (auch wenn dies ein wenig zu kurz und undramatisch geraten ist). Mir persönlich gefällt der Grundgedanke der neuen Serie insgesamt sehr gut - verschiedene Organisationen in Berlin, darunter Ex-Agenten die im Untergrund für eine bessere Welt kämpfen. Die Figuren schwanken zwischen Glaubwürdigkeit und ein wenig Übertreibung, agieren aber größtenteils glaubwürdig. Das hohe Tempo der beiden Vorgängerfolgen wird leider nicht eingehalten, sodass stellenweise zähe Abschnitte auftauchen. Aufgrund dieser Tatsache halte ich diese Folge für etwas schwächer als Lazarus und Im Netz der Lügen, bin aber recht sicher, dass es noch einmal bergauf geht. Trotzdem: Ein wenig Arbeit an der einen oder anderen Stelle ist noch nötig.

Wie nicht anders gewohnt wird wieder eine hochwertige Sprecherriege geboten, die jedoch mit den teilweise hölzernen Dialogen zu kämpfen haben. Dabei wird nun endgültig klar, dass Regina Lemnitz als Schwester Augusta eine wichtige Rolle haben wird, worauf ich mich aufgrund der hervorragenden Leistung und der angenehmen Stimme schon freue. In einer weiteren Hauptrolle ist Dietmar Wunder als Florian Bogner zu hören, auch er spricht tadellos sauber und betont. Eine Gastrolle hat Schlagerstar Marianne Rosenberg als Marianne, die sich hörbar Mühe gibt, ihre Rolle auszukleiden, aber verständlicherweise nicht mit den anderen Vollprofis mithalten kann. Zu diesen zählen auch Ulrike Stürzbecher, Tobias Kluckert und Michael Pan.

Die Musik ist wieder recht entspannt und in den Szenenübergängen sehr gut platziert, stört aber teilweise die Dialoge durch eine zu hohe Lautstärke und zu große Präsenz. Als kleines Extra sind nach der Hauptstory noch zwei Song von der mitsprechenden Marianne Rosenberg zu hören. Mir persönlich haben sie ganz gut gefallen, werden aber nicht jedermanns Geschmack sein. Ein nettes kleines Gimmick, nicht mehr und nicht weniger.

Passend zur Alexandra-Verschwörungstheorie ist auch die Covergestaltung ganz in diesem Thema gehalten. Eine zerbrochene Schallplatte und ein Foto, dass den Flair der 50er und 60er Jahre versprüht sorgen inmitten der üblichen Aufmachung mit dem auffälligen Schriftzug für einen gelungenen Gesamteindruck.

Fazit: Vollkommen überzeugt bin ich von dieser Folge nicht, da ein wenig mehr Tempo gefehlt hat. Der Grundtenor ist aber nicht zu verachten.


Offenbarung 23 - 31. Im Netz der Lügen



Erster Eindruck: Bielefeld gibt es nicht?

Tom Baumann und seine Freunde Pia von Boysen und Florian Bogner sind mittlerweile in eine abhörsichere WG gezogen, als sie auf ein neues Computerbetriebssystem stoßen, dass völlig kostenlos zum Download bereit steht und alle Vorteile der bisherigen Systeme vereint. Doch irgendetwas stimmt damit nicht, uns die drei beginnen, sich Fragen zu stellen. Doch auch der neue Geheimdienst eines ehemaligen Ministers scheint eine Bedrohung für die Freiheit und die Privatsphäre aller Menschen zu sein...

Ein radikaler Schnitt wurde nach der Trennung von Jan Gaspard bei der Erfolgsserie "Offenbarung 23" gemacht, der zu einem völlig neuen Handlungsstrang geführt hat. Der Thematik um die Verschwörungstheorien ist mehr in den Hintergrund gerückt worden, dafür widmen man sich einer Rahmenhandlung rund um Tom Baumann, der in die Fänge eines mysteriösen Geheimbundes geraten ist und eigentlich als tot gilt. Neue Konflikte sind vorprogrammiert, und so erleben wir hier die Geschichte um den einen neuen Geheimdienst "Agentur für Datensicherheit", der mit zweifelhaften Methoden (und sehr unterhaltsam) nach Macht strebt. Erzählt wird das alles aus der Sicht von Tom Baumann, wieder wird besonders das Internet als Mittel zur Recherche genutzt, auch die Bedrohung des Abhörens und den Datendiebstahls wird spannend umgesetzt. Eine gelungene Spannungskurve, die in einem Aufsehen erregenden Finale enden, gespickt mit einer ordentlichen Portion trockenem Humor, tatsächlich existierenden Lokalitäten, interessanten Charakteren und dem Einfließen des Geheimbundes in Berlin - es ist ein wirklich sehr gutes Hörspiel geworden. Doch warum nicht ein wirklicher Neuanfang gemacht wurde (also ein neuer Serientitel mit einer neuen Nummerierung ab Folge 1) ist mir immer noch schleierhaft.

Nachwievor hervorragend sind die Sprecher, die größtenteils aus dem alten Handlungsverlauf übernommen wurden. So ist Marie Bierstedt nun als Pia von Boysen zu hören, die auch die junge Psychologiestudentin sehr glaubhaft und in ihrer bezaubernden Art zum Leben erweckt. Auch Till Hagen hat seinen Platz als Chef der Agentur für Datensicherheit Wolfgang Heinemann gefunden, seine bekannt markante Stimme mit der präzisen Betonung sticht wieder positiv hervor. Eine liebevolle Nebenrolle als resolute Barbesitzerin Jutta wird von Denise Gorzelanny äußerst charmant und ziemlich deftig gesprochen. Weitere Sprecher sind Arianne Borbach, Björn Schalla und Helmut Krauss als Erzähler.

Obwohl die Musik deutlich an den ersten Abschnitt angelehnt ist, weist sie deutliche Unterschiede auf. Alles ist ein bisschen extremer geworden, die schnellen Stücke wirken härter, die langsamen relaxter. Dabei ist alles sehr stimmig, sehr gut an die Geschichte angepasst, wobei der Fokus glücklicherweise weiterhin auf den Sprechern liegt. Abgerundet wird dieser Eindruck von realistischen Effekten.

Das Cover spielt auf das Gerücht an, Bielefeld würde es gar nicht geben, das tatsächlich Einzug in diese Geschichte gefunden hat. Eine spaßige Idee! Die restliche Aufmachung ist fast gleich geblieben. Doch meiner Meinung nach fehlt ein Hinweis auf den neuen Handlungsabschnitt, selbst im Klappentext ist kein Wort von den neuen Charakteren zu lesen.

Fazit: Gelungene Fortführung des ersten Teils, der mit spannenden Momenten und einer stimmigen und aufregenden Rahmenhandlung punkten kann.


Offenbarung 23 - 30. Lazarus



Erster Eindruck: Der Start eines neuen Abschnittes

Der Rettungssanitäter Tom Baumann wird von seinen Freunden Florian Bogner und Pia von Boysen mit Hilfe des Imbissbudenbesitzers Jürgen Schubert aus einer schrecklichen Anstalt befreit - dabei galt er lange Zeit als tot. Er selbst hat nach einer Gehirnwäsche nur verschwommene Erinnerungen und kann nicht mehr zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden. Jetzt will er unbedingt sein altes Ich zurück...

Nachdem bekanntlich Lübbe und der bisherige Autor Jan Gaspard getrennte Wege gehen, wurde der Storyverlauf von "Offenbarung 23" völlig neu begonnen, sämtliche Charaktere ausgewechselt und ein neues Thema gefunden. Geblieben sind lediglich die Hauptsprecher, die Atmosphäre sowie das allgemeine Thema "Verschwörungstheorien". Auch wenn an der einen oder anderen Stelle die Dialoge etwas steif wirken, ist die Geschichte um Tom Baumann interessant und gut umgesetzt, nach vielen etwas wirren Folgen des alten Abschnittes wird wieder eine erkennbare Linie sichtbar, die einen spannenden Verlauf verspricht. Natürlich wirkt auch hier einiges etwas unglaubwürdig, aber schließlich ist es ein Hörspiel, das unterhalten soll, keine Dokumentation. Doch warum wurde diesem gelungenen Neustart kein eigener Serientitel gegönnt? Die weitere Verwendung des Namens "Offenbarung 23" suggeriert weitere Folgen um T-Rex, da nützt auch der neue Untertitel "Das Ende aller Lügen" nichts. Natürlich möchte man eine erfolgreich aufgebaute Marke nicht einfach wegen eines Streits mit dem Autor aufgeben, deswegen wäre eine Nähe an den Titel durchaus verständlich gewesen.Aber was hier präsentiert wird ist zwar ein gut produziertes, unterhaltsames und wirklich spannendes Hörspiel, aber es ist eben NICHT "Offenbarung 23".

Die Sprecher haben sich in 29 Folgen bewährt, und auch mit der neuen Situation finden sie sich schnell zurecht. Allerdings hat man gerade in dieser Konstellation eher T-Rex und Nolo statt Tom und Pia im Ohr. David Nathan ist wieder in der Hauptrolle als Tom Baumann zu hören, den er mit seiner recht sachlichen Art auch diese Rolle gut auskleidet. Detlef Bierstedt ist als Imbissbudenbesitzer mit großem Geheimnis Jürgen Schubert zu hören, den er wie immer sehr professionell und betont spricht. Einen kleinen Auftritt als Ordensschwester Augusta hat die reizende Regina Lemnitz, die ihre warme, freundliche und kratzige Stimme wieder bestens zur Geltung bringt. Viele weitere Sprecher hatten auch schon bei ersten Handlungsverlauf der Serie eine feste Rolle, zum Beispiel Dietmar Wunder, Helmut Krauss und Lutz Mackensy.

Das neue Intro zur Serie wirkt härter und bombastischer, was auch an dem tollen Einsatz von Franziska Pigulla als neue "Stimme der Wahrheit" liegt. Ansonsten hat sich nicht sonderlich viel an der atmosphärischen Gestaltung des Hörspiels getan, an dem gelungenen Grundkonzept wurden nur Feinheiten verändert. So ist die eingesetzte Musik insgesamt etwas härter, die Qualität der eingesetzten Geräusche ist glücklicherweise so hoch geblieben.

Fast eins zu eins wurde die Gestaltung der CD übernommen, auch hier sind es nur Kleinigkeiten, die verändert wurden. Dass auch hier eine zu hohe Verwechslungsgefahr herrscht ändert nichts an der Tatsache, dass die Menschen mit den roten Kapuzen vor dem typischen schwarzen Hintergrund sehr stimmungsvoll wirken und definitiv ein gelungener Blickfang sind.

Fazit: Ein neuer Serientitel wäre hier wünschenswert gewesen, um die Folge richtig zu würdigen und sie als etwas eigenständiges zu deklarieren. Gefallen hat mir das gehört gut, man darf gespannt sein wie es weitergeht


Offenbarung 23 - 29. 9/11



Erster Eindruck: Fragen über Fragen...

Wieder entdecken T-Rex und sein Freund Kim Schmittke eine heiße Spur, die sie im Internet nachverfolgen: Der Anschlag auf das World Trade Center in New York soll schon vorher bekannt gewesen sein, unter anderem von Hackern und einer Nachrichtenreporterin. Doch sie werden wieder beobachtet, und Nat Mickler und Tron fragen sich, wer für wen arbeitet...

Lang erwartet wurde die 29. Folge von "Offenbarung 23", hat sie doch mit "9/11" einen vielversprechenden Titel zu einem brisanten, noch recht aktuellen Thema: Die Anschläge auf das World Trade Center. Doch das, was sich aus dem interessanten Ansatz entwickelt, fällt leider ins alte Schema zurück: Statt einer spannenden Handlung und einem langsamen Herantasten an das große Finale wird wieder endlos geredet - mal T-Rex und Kim Schmittke, mal Nat Mickler. Dabei gerät die Theorie vorerst in den Hintergrund, und erst nach einigen Minuten geht es langsam um die Anschläge, aber auch hier hätte wesentlich mehr herausgeholt werden können. Ein bisschen mehr Handlung, weniger langwierige Dialoge, und die Folge hätte zu einem echten Knaller werden können. So rutscht sie leider ins Mittelmaß ab und kann mich nicht vollkommen überzeugen.

Die Sprecher versuchen, die Dialoge so lebendig wie möglich zu gestalten, und aufgrund ihrer Professionalität gelingt dies sogar ansatzweise. Helmut Krauss bestreitet als Nat Mickler einen großen Teil dieser Folge und spielt mit der angenehmen Ruhe in seiner Stimme die Rolle des Undurchsichtigen perfekt. Auch Jaron Löwenberg, der die Rolle des Tron übernommen hat, kann mit einer betonten und ruhigen Sprechweise überzeugen. Toll ist auch Michael Pan als Miles Davison, dessen außergewöhnliche Stimme unverwechselbar ist. Weitere Rollen übernehmen Jan Spitzer, Björn Schalla und natürlich David Nathan als T-Rex.

Musikalisch hat sich nicht viel geändert, und so sind die meisten Stücke und Effekte schon bekannt. Diese sorgen für Auflockerung neben dem vielen Gesprochenen, könnten aber ab und an ruhig etwas abwechslungsreicher sein. Insgesamt ist die Umsetzung aber wieder gelungen.

Ein Blutverschmiertes Handy mit der amerikanischen Notrufnummer 911, ein paar Steinbrocken - das ist die bildliche Umsetzung des Themas. Schlicht, und doch weckt es viele Assoziationen und erzielt somit auf hintersinnige weise den gewünschten Effekt.

Fazit: Ich hatte mir von dieser Folge mehr versprochen als endlose Dialoge. Zwar ist das Thema interessant, an der Umsetzung hätte es jedoch einige Änderungen geben können.


Offenbarung 23 - 28. Der Untergang der MS Estonia



Erster Eindruck: Nach der Titanic nun die Estonia

Gemeinsam mit seinem Freund Kim Schmittke stößt Georg Brand alias T-Rex in den gestohlenen NSA-Daten auf eine Seekarte der Ostsee, eingezeichnet wurde der Untergangsort des gesunkenen Passagierschiffs MS Estonia. Doch warum hat sich die NSA, ein amerikanischer Sicherheitsdienst, für diese Katastrophe interessiert? Als sie einige Ungereimtheiten entdecken, buchen sie den nächsten Flug nach Helsinki, wo sie einen Zeitzeugen befragen wollen…

Viereinhalb Minuten kryptische Funksprüche, die die letzten Minuten der MS Estonia verdeutlichen sollen, eröffnen diese 28. Folge der Verschwörungs-Serie Offenbarung 23. Dies soll anscheinend spannend und aufregend wirken, verfehlt die Wirkung auf mich jedoch völlig. Nichts gegen aufschlussreiche und gut gemachte Intros, aber dieses ist wesentlich zu lang geraten! Danach jedoch entwickelt sich eine interessante Geschichte um den Untergang der Fähre, die sich nicht in den weiten Fängen der großen Story verfängt, sondern sich hauptsächlich auf den Titel gebenden Fall konzentriert. An verschiedenen Stellen erfahren die zwei immer weitere Informationen, die sich zwar nicht zu dem spektakulärsten Fall überhaupt zusammenfügen, aber dennoch insgesamt sehr unterhaltsam sind. Mit dem Prädikat zurück zur altem Stärke möchte ich dennoch vorsichtig sein, denn die Qualität der ersten Folgen ist wohl nicht mehr zu erreichen, dafür ist die Geschichte zu sehr aus den Rudern gelaufen, trotzdem kommt eine ordentliche Folge heraus, die auch Neulinge in der Serie, die am Thema interessiert sind, überzeugen dürfte.

Der Stammcast ist wie immer überzeugend, besonders David Nathan und Dietmar Wunder wirken gut aufgelegt und gestalten den ersten Teil sehr unterhaltsam und witzig. Als überlebendes Besatzungsmitglied des MS Estonia bekommen wir Lutz Schnell zu Ohr, der wie immer eine perfekte, ausgeklügelte Vorstellung abliefert. Lob gebührt auch Ulrike Hübschmann, die als Nachrichtensprecherin die harten Fakten sachlich und konzentriert vorträgt. Weitere Sprecher sind Tobias Kluckert, Michael Pan und Rainer Fritsche.

Die Musik ist wieder gut eingesetzt. Auch wenn während vieler Szenen auf einen akustischen Hintergrund verzichtet wird, setzt sie in genau den richtigen Momenten an, an denen Wichtiges für die Folge geschieht. So horcht auch der Hörer noch einmal auf und bekommt gut gestaltete Szenenübergänge und außerdem gelungene Geräusche zu Ohr.

Betont schlicht ist wieder die Covergestaltung: Schwarzer Hintergrund, das verschlungene Logo der Serie, und ein Foto, welches mehr andeutet als bestimmte Szenen ein Gesicht zu geben. Das alles passt zur Grundstimmung der Serie und wird auch hier wieder gut ausgeführt.

Fazit: Eine durchaus schlüssige Verschwörungstheorie, eine recht lockere Erzählweise, kein großes Verwirrspiel, sondern eine gradlinig erzählte Geschichte. So mag ich die Serie sehr!


Offenbarung 23 - 27. Der Mann im Mond



Erster Eindruck: Waren sie dort oder nicht?

Bei einem Einbruch, bei dem T-Rex und Kim Schmittke die alten Server von Ian G. hacken, stoßen die beiden auf ein weiteres Mysterium: Ist am 21. Juli 1969 tatsächlich ein amerikanisches Raumschiff auf dem Mond gelandet, ohne war das alles nur eine Show, um den Wettlauf mit Russland zu gewinnen? Doch die Auflösung dieses Rätsels ist für T-Rex fast zu teuer, denn er bleibt nicht lange allein…

Nach Folge 26 der Verschwörungsserie Offenbarung 23 standen viele Fragen im Raum, die nun aufgegriffen und weitergeführt werden. Natürlich wird auch hier wieder eine angebliche Verschwörung behandelt, dieses mal geht es um die Mondlandung von 1969. Ob sie nun gelandet sind oder nicht, und welche Konsequenzen das Wettfliegen hatte, wird wieder einmal schlüssig und spannend aufgearbeitet. Die Verflechtung von diesem einzelnen Fall und der Hauptstory der Serie ist einmal mehr äußerst gelungen, da keines von beiden vernachlässigt wird und sich die Handlung so ein Stück nach vorn bewegt. Eine wirklich gelungene Folge, die Lust auf die weiteren Ent- und Verwicklungen um den Hacker T-Rex macht.

Eben jener wird wie immer von David Nathan verkörpert, der wieder mit der nötigen Inbrunst spielt und so seine Rolle glaubhaft erscheinen lässt. Auch Michael Pan ist wieder als Miles Davidson zu hören, der eine gewisse Härte in der Stimme nicht vermissen lässt. Auch Helmut Krauss ist als Nat Mickler eine gute Wahl und spricht überzeugend und punktgenau. Weitere Sprecher sind Dietmar Wunder, Lutz Schnell und Tobias Kluckert.

Auch wenn die Grundstruktur der Musik die selbe ist wie in den vorangegangenen Folgen, kann man einige Varianzen, kleine Spielereien am Hauptthema ausmachen. So kommt frischer Wind in die Sache, ohne dass die passende und bekannte Musik zu weit verändert werden würde.

Das Cover ist wie immer: Schwarzer Hintergrund, vorne zum Thema passende Fotografie, ansonsten schlicht in schwarz, weiß und gold gehalten. Diese Aufmachung ist etwas Besonderes und steht der Serie äußerst gut.

Fazit: Offenbarung 23 wartet hier wieder mit einer gelungenen und spannenden Folge auf, die endlich wieder gut hörbar ist und sich nicht verstrickt. Weiter so!


Offenbarung 23 - 26. Wer hat Angst vor Norma Jeane?



Erster Eindruck: T-Rex in alter Stärke

Am 5. August wird die Leiche einer der berühmtesten Schauspielerinnen aller Zeiten in ihrer Villa aufgefunden: Norma Jean alias Marilyn Monroe. Nun stößt Hacker T-Rex auf einige Ungereimtheiten im Fall und kommt einer verstörenden Wahrheit auf die Spur. Wie ist die Schauspielerin, die soviel Leid in ihrem Leben ertragen musste, wirklich gestorben? Und was hat das mit der verschwundenen Nolo zu tun?

Offenbarung 23 nähert sich mit dem Thema Marilyn Monroe wieder allgemein bekannteren Gefilden und versucht anscheinend wieder, an alte Stärke anzuknüpfen und nicht nur im großen, allumfassenden Weltverschwörungsuniversum, sondern wieder über bekanntere Ereignisse oder Personen zu berichten. Und das ist mit dieser Folge gelungen! Die Aufarbeitung des Falls ist zwar (wie immer) leicht haarsträubend, wird aber durchaus überzeugend und schlüssig dargestellt. Auch die Einbettung in die Storyline, den roten Faden des Hörspiels, ist gelungen und am Ende wird noch eine Wendung eingebaut, die alles umwirft, völlig neue Fragen und Konstellationen aufstellt. Diese Folge kann an die genialität der ersten Folgen anschließen und die Serie bekommt somit wieder Aufwind.

Zuerst sei Dietmar Wunder erwähnt, der T-Rex treuen Freund und Helfer Kim Schmittke spricht. Er hat sich von Folge zu Folge gesteigert und weiß nun vollkommen zu überzeugen. Marie Bierstedt zeigt als Nolo mal ihre harte Seite, was trotz ihrer hellen Stimme wunderbar gelingt. Auch Till Hagen gibt als Ian G. wieder alles und spricht die Verwirrung über die neuesten Ereignisse sehr überzeugend. Weitere Sprecher sind unter anderem Jaron Löwenberg, Reinhard Kuhnert und Oliver Siebeck.

Dass die Hintergrundmusik bei den Dialogen in den letzten Folgen oft zu laut war, hat sich in dieser Folge gebessert, nun können wir wieder in Ruhe den tollen Schauspielern lauschen. Völlig verschwunden ist sie glücklicherweise nicht, sodass auch die nötige Spannung erzeugt wird. Die Geräuschkulisse ist wie immer glaubhaft gelungen.

Ganz im Stile der Serie sehen wir auf dem Cover lediglich ein Glas mit Wasser (und knallrotem Lippenstift) sowie leeren Medikamentkapseln, Gegenstände, die bei Monroes Tod eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Aufmachung ist schlicht, wird dem Hörspiel aber durchaus gerecht.

Fazit: Wieder eine Top-Folge der Offenbarung 23-Reihe mit einem interessanten Thema, schlüssigem Handlungsverlauf und einen spannenden Ende. So kann es weitergehen!


Offenbarung 23 - 25. Sex and Crime



Erster Eindruck: Ein Mordfall, der Aufsehen erregte…

Das Mannequin Rosemarie Nitribitt wird im Jahr 1957 ermordet - von einem Mann, der bestimmte Tonbänder von ihr verlangt. Der Mord konnte nie aufgeklärt werden, doch 50 Jahre später forscht der Berliner Hacker T-Rex in der Sache. Schnell findet er einige Ungereimtheiten. So konnte beispielsweise der genaue Todeszeitpunkt nicht festgestellt werden, weil die Polizeibeamten nicht die genaue Temperatur protokolliert haben. Bei den Archiven der Polizei stößt er auf weitere Besonderheiten: Eine gefälschte Briefmarke ist Jahre später aufgetaucht und zeigte die Ermordete. Auch ihr Schädel gibt einigen Aufschluss...

"Offenbarung 23 - Die Wahrheit ist unsterblich" Der Untertitel verrät, dass auch weit in die Vergangenheit zurückliegende Ereignisse gründlich beleuchtet werden. Auch hier geht es um einen Aufsehen erregenden Vorfall, der immerhin vor über 50 Jahren passiert ist. Vielleicht liegt es daran, dass das Thema dieses mal leider nicht so packend ist wie die des Vorgängers. Vielleicht auch daran, dass wieder die Drehbuchautoren wieder in die alte Erzählweise mit langen Dialogen zurückgefallen sind. Aber wirklich packend war die Folge nicht. Irritierend war, dass die Erzähltexte von Ian G. quasi als Dialoge vorgetragen sind. Nachdem man sich allerdings daran gewöhnt hat, ist die innovative Idee recht gelungen umgesetzt. Insgesamt eine durchaus solide Folge, die allerdings nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten kann.

Bei den Sprechern wurde wieder auf die qualitativ hochwertige, bereits bekannte Mischung gesetzt. Immer noch gefällt mir David Nathan als Georg Brand sehr gut, der wie immer eine ordentliche Leistung abliefert. Marie Bierstedt ist als Nitribitt zu hören, was etwas irritierend ist, weil man sie in dieser Serie Nolo zuordnet. Jaron Löwenberg ersetzt als Tron Benjamin Völz, was anscheinend leider nicht zu vermeiden war. Dennoch gefällt er mir recht gut und spricht seine kurzen Passagen engagiert und lebhaft. Ebenfalls zu hören sind Helmut Krauss, Maria Koschny und Rainer Fritsche.

Auch in Sachen Musik ist man beim Altbewährten geblieben. Auch wenn Kontinuität für eine Serie gut und wichtig wäre, wäre hier die ein oder andere Abänderung wünschenswert, wie zum Beispiel andere und besonders leisere Hintergrundmusik, während die Charaktere ihre Dialoge haben. Die Geräuschkulisse ist wie immer gelungen und glaubhaft geworden.

Das Coverfoto ist dieses mal ein echtes Highlight und ein wirklicher Hingucker: Interessant beleuchtet und erst auf den zweiten Blick ist die Blutung zu erkennen. Eine tolle Inszenierung der focoloco studios. Auch die restliche Aufmachung ist im gewohnt schlichten, aber schönen Stil gehalten.

Fazit: Ordentlich, aber nicht überragend. Für Fans der Serie sowieso ein Muss!


Offenbarung 23 - 24. Ausgespäht und Ausgetrickst



Erster Eindruck: Zurück in alter Stärke

Georg Brand ist mit Tatjana Junk und Nat Mickler in dessen Auto unterwegs, als er eine Reklametafel bemerkt, die ihn direkt anspricht - im Namen von Tron. Durch immer neue Anzeigen und Signale durch die Stadt gelotst, kommen sie schließlich an einem Gepäckband im Flughafen an und finden dort einen Laptop, der für Georg bestimmt ist. Was sie darauf entdecken, offenbart ein großes Geheimnis: Jeder Mensch wird ständig überwacht. Sie entdecken sogar diejenigen, die sie in diesem Moment beobachten, nämlich der totgeglaubte Ian G. und ein geheimnisvoller Fremder. Doch Georg entdeckt noch mehr: Eine Person seines Vertrauens ist nicht das, was sie zu sein vorgibt...

Mittlerweile 23 Folgen der Verschwörungstheorie-Serie "Offenbarung 23" wurden bisher veröffentlicht, wobei die letzten Folgen doch eher geschwächelt haben. Doch mit der nun vorliegenden 24. Folge "Ausgespäht und Ausgetrickst" scheint dieses Tief überwunden zu sein und findet zu alter Stärke zurück. Ein spannendes Puzzlestück wird der großen Verschwörungstheorie hinzugefügt: Die ständige Überwachung der Menschen ist nicht bloß möglich, sondern wird tatsächlich ausgeführt. Leider haben sich auch hier kleinere Schwächen eingeschlichen: Teilweise fällt es wieder in die langwierigen Dialoge zurück, ein großes Geheimnis um eine Person wird aufgedeckt, aber nicht weiter darauf eingegangen (ich hoffe, dass dieses in einer der nächsten Folgen getan wird) und der wuchtige Cliffhanger aus der letzten Folge wird mit ein paar Worten abgehandelt. Trotzdem - es bleibt ein wahrlich positiver Gesamteindruck: Große Teile des Hörspiels - besonders die anfängliche Jagd durch die Stadt - gestalten sich spannend und temporeich. Und es handelt sich wieder um aktuelle Geschehnisse statt jahrhundertealter Geheimnisse. Hoffen wir, dass diese neue Stärke beibehalten wird.

An dieser Stelle sei zuallererst Till Hagen gelobt! Nachdem er in den letzten Folgen, nachdem er angeblich gestorben ist, als Erzähler fungiert hat, ist er neben dieser Rolle auch wieder als Ian G. zu hören und liefert eine beeindruckende Leistung des scheinbar Allwissenden ab. Jaron Löwenberg ist wieder als Tron zu hören - dieses mal in einer längeren Szene. Er hat sich mittlerweile gut in seinen Charakter hereingefunden und bleibt glaubwürdig und bodenständig. Wie immer sind auch hier wieder David Nathan, Marie Bierstedt und Helmuut Krauss zu hören.

Die eingesetzte musikalische Untermalung bleibt dem alten Stil treu und erfüllt ihren Zweck, die Spannung zu steigern, sehr gut. Leider ist sie streckenweise für mein Empfinden etwas zu laut geraten und steht dann in Konkurrenz zu den Sprechern. Die Geräuschkulisse ist gelungen und gut in das Hörspiel eingebaut.

Das Titelbild ist in gewohnter Weise schlicht gehalten und so ein echter Hingucker geworden. Auch die restliche Aufmachung ist eher sachlich, erfüllt aber ihren Zweck. Das Hörspiel ist leider bei einer Dauer von 72 Minuten in nur 9 Tracks unterteilt, die somit recht lang geraten sind. So ist das Wiederfinden bestimmter Stellen mit viel Spulen verbunden.

Fazit: Offenbarung 23 wie ich es mag! Spannend, temporeich und großen Geheimnissen auf der Spur. So kann es weiter gehen!


Offenbarung 23 - 23.Der Jungbrunnen



Erster Eindruck: Trend nach oben…

T-Rex und Nolo beschäftigt immer das Schicksal des Tutanchamun. Bei weiteren Recherchen stoßen sie unter anderem auf die Tatsache, dass mit ihm zwei Kinder beerdigt wurden eine Totgeburt und ein Mädchen, dem das Gehirn entfernt wurde. Nur eine Anspielung auf den Fruchtbarkeitsgott? Mitnichten, stellen die beiden Hobbyverschwörungsaufdecker bald fest, denn in dem Hotelzimmer des immer noch uneinschätzbaren Nat Mickler finden sie auf eine alte Legende, die bis in die heutige Zeit große Faszination ausübt und eng mit den Geschehnissen in Ägypten zusammenzuhängen scheint: Der Rattenfänger von Hameln…

Offenbarung 23, Folge 23. Na, wenn das nicht mal eine Steilvorlage für eine besondere, herausragende Folge ist. Aber Pustekuchen, die Geschichte um Nat Mickler und Tutanchamun wird recht gradlinig fortgeführt und knüpft eng an die vorige Folge an, Kenntnisse der Handlung werden vorausgesetzt. Und auch hier hängt die Serie irgendwie fest und kommt nicht so recht in Schwung. Auf fast schon zwanghafte Weise werden hier unterschiedlichste Sagen und Legenden miteinander verknüpft, immer in der festen Überzeugung, dass diese Wort für Wort geschehen sein müssen. Die ersten beiden Drittel ziehen sich mal wieder nur so dahin (besonders der Vorausblick als erste Szene ist zu lang geraten), aber dann kommt der große Knall, das Unerwartete, etwas, das einen nicht mehr loslässt und nichts mehr mit dem bloßen Aufzählen von Fakten zu tun hat. Herrlich, genau diese Wendung tut der Serie unglaublich gut, mal ist gefesselt und fiebert den nächsten Folgen entgegen. Über die Tatsache, dass der Schluss etwas abgehackt wirkt, sei aufgrund dieser enormen Steigerung hinweggesehen.

Till Hagen, bis vor kurzem Seriencharakter, nun Erzähler, beweist, dass er auch in dieser Besetzung glänzen kann. Seine angenehme Stimme, die den richtigen Ausgleich zwischen Ruhe und Energie zu schaffen weiß, führt den Hörer durch das Geschehen. Einen tollen kleineren Auftritt hat Hannelore Fabry, die als Hexe T-Rex und Nolo in einige alte Geheimnisse einweiht. Eben genanntes Gespann aus David Nathan und Marie Bierstedt weiß in dieser Folge wieder völlig zu überzeugen. Den absoluten Hammerauftritt hat allerdings soviel sei verraten mal wieder Arianne Borbach als Margo, die den Schluss wunderbar schaurig gestaltet.

Die Musik wurde beibehalten und passt auch in dieser Folge, ist eher im Hintergrund und überdeckt nicht die Sprecherleitung. Auch die Geräusche sind realistisch und punktgenau eingesetzt.

Die Gestaltung des Covers ist dieses mal nun wirklich Geschmackssache. Mir persönlich sagt eine derart realistische Darstellung eines Gehirns nicht in vollem Maße zu, mir hätte die Flöte vollkommen ausgereicht. Dennoch ist die thematische Übereinstimmung gegeben und auch die diesmal goldene CD ist schick anzusehen.

Fazit: Trotz einiger Startschwierigkeiten aufgrund des fantastischen Endes eine gelungene Folge. Wenn das Produzententeam es schafft, diese Spannung wieder auf den normalen Hörspielverlauf zu übertragen, steht einem tollen Hörgenuss nichts mehr im Wege!


Offenbarung 23 - 22. Der Fluch des Tutanchamun



Erster Eindruck: Auf den Spuren des Pharaos

In einem ägyptischen Museum lernen der Hacker Georg Brand und Tatjana Junk den Hobbyägyptologen Nat Mickler kennen, der ihr Interesse an der Arbeit von Howard Carter und seiner Suche nach dem Grab des Tutanchamuns weckt. Seit der berühmte Forscher die Grabkammer des Pharaos geöffnet hat, ist das Gerücht eines Fluchs im Umlauf, der jeden tötet, der die Ruhe des Herrschers stört. Auf einer Bootsfahrt auf dem Nil erfahren T-Rex und Nolo mehr über diesen Fluch, und kommen schließlich dem Geheimnis auf die Schliche...

Nach der Live-Folge zum Thema "Jack the Ripper" kehrt die 22. Folge der Verschwörungstheorien-Serie "Offenbarung 23" wieder zu ihrer gewohnten Dramaturgie und Machart zurück. An sich ist das Thema "altägyptische Pharaonen und ihre angeblichen Flüche" ja kein gänzlich uninteressantes, allerdings ist es hier bei weitem nicht so spannend aufgeaarbeitet, wie es hätte sein können. Der größte Teil besteht aus aneinander gereihten Fakten und Vermutungen, die teilweise heruntergerasselt wirken. Die Leidenschaft aus den ersten Folgen scheint leider ziemlich aufgebraucht. Es scheint nur noch darum zu gehen, zu irgendwelchen Themen, die kaum noch einen Bezug zu unserem T-Rex zu haben scheinen, mehr oder weniger haarsträubende Verschwörungen zu präsentieren. Das ist schade um den wirklich tollen und innovativen Ansatz, aber so wirkt es leider wie in einem mäßig spannenden Geschichtsbuch.

Keine Frage, die Sprecher sind wie immer professionell und glaubwürdig. Allerdings wirken besonders David Nathan als T-Rex und Marie Bierstedt als Nolo etwas unterfordert, die bloße Aufzählung einer Mischung aus Fakten und Vermutungen ist für die an dramatische Rollen gewohnten Sprecher wohl zu wenig. Die zauberhafte Ulrike Hübschmann hat wieder einen Auftritt als Zeitungsreporterin Marianne Benedit, ihre angenehme Stimme bildet einen schönen Ruhepol in dem Hörspiel. Außerdem hören wir Maria Koschny, Jaron Löwenberg und Helmut Krauss. Till Hagen hat als Ian G. die Rolle des Erzählers übernommen, auch hier überzeugt er vollkommen.

Die musikalische Unterlegung ist gut gelungen, kann aber die Dialoge nicht wirklich retten oder aufwerten. Die dramatischen Arragements würden bei anderer Storyführung sicherlich den Zweck erfüllen, die spannensten Stellen noch temporeicher zu gestalten und in den ruhigeren Passagen den Hörer in Sicherheit zu wiegen. Die Geräusche sind wie immer glaubhaft und passend eingesetzt.

Ich finde die Gestaltung mit dem Bild vor schwarzem Hintergrund immer noch sehrschön, dieses Mal sehen wir die berühmten Darstellung des Tutanchamun mit verschiedenen altägyptischen Hiroglyphen. So wird eine gewisse Mystik erzeugt. Die schlichte Aufmachung, auch im Inneren, passt zum sachlichen Thema der Serie.

Fazit: Leider kein Volltreffer aus einer Serie mit einem tollen Grundkonzept. Viel zu emotionslos und nüchtern. Hoffen wir auf die nächste Folge!


Offenbarung 23 - 21.Jack the Ripper - Live in Berlin

Erster Eindruck: Auf den Spuren eines Massenmörders

Jan Gaspard hat in seine Residenz geladen. Das Außergewöhnliche: Seine Gäste sind seine eigenen Romanfiguren T-Rex, seinen besten Freund Kim Schmittke, die Ex-Freundin von Hackerlegende Tron, Tatjana Junk sowie den Zeitungsreporter Kai Sickmann. Zusammen wollen sie diesmal einem der Aufsehen erregendsten Kriminalfälle aller Zeiten auf den Grund gehen: Wer ist Jack the Ripper wirklich, der im Jahre 1888 im Londoner Stadtteil Whitechapel fünf grauenvolle Morde an Prostituierten beging. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden: Sir Artur Conan Doyle, Autor der Sherlock Holmes-Romane. Doch ist diese gewagte Theorie wirklich haltbar? Jan Gaspard versucht seine Gäste zu überzeugen. Seine Beweise: Eine Kriminalstatistik, Briefe, die von Jack the Ripper persönlich stammen – und ein Bild mit Elfen…

Eine höchst ungewöhnliche Offenbarung 23, die sich rund um die Verbrechen des wohl mysteriösesten Widerholungstäters der Welt, Jack the Ripper dreht. Erstmal wäre da die Tatsache, dass sich der Autor der Geschichten um Hacker T-Rex selbst mit seinen Romanfiguren unterhält und sich somit quasi selbst in die Handlung geschrieben hat. Als Figur und Autor gibt Jan Gaspard seinen Gästen immer wieder Hinweise, die sie brauchen, um der Vermutung, Jack the Ripper sei Arthur Conan Doyle gewesen, nachzugehen. Weiterhin ist dieses Hörspiel nicht im Studio entstanden, sondern mit den Sprechern vor Live-Publikum aufgezeichnet worden. Das ergab einige komische bis absurde Momente („Improvisiert ruhig weiter und gebt mir mein Stichwort nicht!“) sowie eine eher lockere Atmosphäre. Die dritte Auffälligkeit ist die Tatsache, dass die Rahmenhandlung der Offenbarung 23-Reihe nicht weiterverfolgt wird. Das ist gut für Leute, die die Serie noch nicht kennen, die so trotzdem ohne Schwierigkeiten zuhören können, ohne die regelmäßigen Käufer zu langweilen. An sich ist das Gespräch gut durchdacht, allerdings ist sie aber durch die Nennung des Hauptverdächtigen gleich zu Beginn nicht sonderlich spannend. Trotzdem ist die Folge definitiv hörenswert, da sie wieder eine sehr interessante Theorie bietet und der Gedankengang der „Überführung“ von Doyle gut nachvollziehbar ist.

Auch für die Sprecher war diese Live-Veranstaltung hörbar etwas Besonderes. Der neu zum Team hinzu gestoßene Oliver Rohrbeck, der anfangs als Erzähler und Moderator, später als Jan Gaspard dient, überzeugt nicht nur durch seine außergewöhnliche Stimme, mit der er von urkomisch bis spannungsgeladen sämtliche Stimmungen erzeugt, sondern vor allem durch seine Situationskomik. Aber auch das Stammensemble ist in Hochform.

Natürlicherweise sind Musik und Geräusche in dieser Folge eher rar gesät. Wegen der Live- Lesung, die nur die Sprecher bestreiten, können nicht wie sonst beliebige Geräusche eingefügt werden. Das stört aber nicht weiter, die Sprecher an sich sind schon eine Ohrenweide. Auf die Titelmelodie am Anfang müssen wir aber nicht verzichten.

Auch die Aufmachung unterscheidet diese von anderen Offenbarung 23-Folgen. Neben einem etwas dickeren Booklet mit Fotos der Beteiligten bei der Aufführung finden wir vor allem einen Ausschnitt des oben erwähnten Briefs, damit der geneigte Zuhörer die angesprochenen Schriftauffälligkeiten auch betrachten kann, sowie diverse Internetlinks, um gewisse Fakten zu überprüfen. Eine gute Idee, die man auch für weitere Serienfolgen verwenden könnte.

Fazit: Eine außergewöhnliche Folge der Serie, die sowohl für hart gesottene Fans als auch für Neulinge interessant sein dürfte.


Offenbarung 23 - 20.Die Pyramiden-Saga

Erster Eindruck: Verwirrendes aus dem Land des Nils

T-Rex, der unermüdliche Hacker, ist dieses mal einem ganz großen Geheimnis auf der Spur. Im fernen Ägypten bekommt er immer neue Hinweise über das Mysterium der Pyramiden von Gizeh. Im Laufe der vielen Gespräche mit alten Bekannten fügt sich alles immer mehr zu einem großen Gesamtbild. Aber so ruhig soll es nicht bleiben! Steht einem seiner Weggefährten ein schlimmes Schicksal bevor?

Leider kann sich der durchweg positive Eindruck der 19. Folge nicht wiederholen. Die Story an sich ist eher langatmig statt spannend, eher wirr als gut strukturiert, eher schlecht nachvollziehbar als interessant. Auch ein Zusammenhang zu anderen Folgen und der „großen“ Verschwörung lässt sich nur schwer herstellen. Außerdem ist eine Länge von 76 Minuten zu ausgedehnt, als dass man ihm durchgehend die nötige Aufmerksamkeit widmen könnte, sprich: Man driftet leicht ab!

Die Sprecher versuchen, das wirre Skript durch besonders gute Leistungen zu retten. Zwar sind alle Passagen auf hohem Niveau gesprochen, aber auch das reicht leider nicht zu einem wirklich gutem Hörspiel. Gefreut habe ich mich über das Wiederhören mit Arianne Borbach, die die Rolle der Margo mit ihrer unverwechselbaren Stimme interpretiert. Doch auch Steven Merting als Walid und Hasso Zorn als Kopte ergänzen das Stammensemble mit tollen Einlagen.

Die Musik und die Geräusche, die sich in den 19 Vorgängerfolgen bewährt haben, schaffen auch in dieser Folge die typische Offenbarung-Atmosphäre.

Das Cover ist dieses mal besonders gelungen. Der ägyptische Sternenhimmel über den Silhouetten der Pyramiden vor blauem Hintergrund wirkt sehr mystisch und beeindruckend.

Fazit: Leider nicht so gut wie die anderen Folgen. Fans wird es aber nicht sonderlich stören.


Offenbarung 23 - 19.Angst

Erster Eindruck: Highlight der Serie!

T-Rex, gefesselt auf einem Zahnarztstuhl, ein wahnsinniger Arzt, ein Bohrer… Glücklicherweise handelt es sich hier nur um einen Albtraum des neugierigen Hackers. Nach einem Sturz bringt ihn sein Freund Kim sofort ins Krankenhaus. Doch später stellt er fest, dass er eine falsche Chipkarte zurückbekommen hat. Als er ein wenig nachforscht, stößt er auf eine unglaubliche Tatsache: Auf seiner Chipkarte ist er für tot erklärt…

Nach den teilweise recht langatmigen Vorgängerfolgen in den Machern von Offenbarung 23 mit Folge 19 wieder ein äußerst spannendes Hörspiel gelungen. Hier wird nicht so sehr auf diverse politische Verstrickungen eingegangen, sondern mit einem der Urtriebe des Menschen gespielt: Angst! So jagt einem die Eingangsszene schon den einen oder anderen Schauer über den Rücken, in der T-Rex von einem nicht grade zimperlichen Zahnarzt „behandelt“ wird. Doch auch die Verschwörungstheorie um die Chipkarten der Krankenkassen und den darauf gespeicherten Daten in interessant umgesetzt. So könnte es weitergehen!

Wie immer ein großes Lob an die Sprecher dieser Serie! David Nathan hat nicht umsonst den Publikums-Hörspielaward in der Kategorie „Bester Sprecher in einer Hauptrolle“ gewonnen, seine Leistung ist besonders in der oben erwähnten ersten Szene beeindruckend. Erzähler Helmuth Krauss lässt seine Passagen immer informativ und spannend wirken. Als Gastrollen sind Lutz Schnell und Ernst Meincke als Ärzte zu hören.

Auch in dieser Folge sind die Geräusche und Musik im altbewährten, beeindruckenden Stil gehalten.

Das Cover, das wie immer schlicht und doch ansprechend gestaltet ist, gibt mit dem blutverschmierten Zahnarztstuhl einen gruseligen Vorgeschmack.

Fazit: Eine der bisher besten Folgen der kompletten Serie, weswegen der Hörspielaward für die beste Serienfolge vollkommen gerechtfertigt ist!


Offenbarung 23 - 16.Krauts und Rüben

Erster Eindruck: Verwirrend

Eine Postkarte lockt T-Rex und Nolo nach Saarbrücken, in einem kleinen Waldstück treffen sie dann aber nicht wie erwartet auf Tron, sondern auf die undurchsichtige Margo. Nach einer insezenierten Festnahme bei der Georg und Tanjana getrennt werden macht sich Margo mit T-Rex auf zu einer kleinen Stadtführung. Währenddessen sie ihn über einige deutscher Spendenaffären aufklärt, keimt in unserem Hacker ein übler Verdacht auf. Ist er nur Mittel zum Zweck?

Die Folge 16 bildet den Abschluss der vierten Staffel aus der Reihe "Offenbarung 23". Mir hat diese Folge nicht sonderlich gut gefallen. Ellenlange Dialoge zwischen T-Rex und Margo, seltsame Anfälle seitens Georg Brand - alles nicht das Wahre. Mir wirkte das alles etwas arg überzogen. Manchmal ist weniger eben mehr. Zwar sind die Verschwörungstheorien, die hier gesponnen werden, durchaus alle sehr interesannt und geben zu Denken aber nach all den anderen Folgen wirkt diese doch eher unspektakulär.

Die Sprecher sind auch in dieser etwas schwachen Folge dennoch wieder erste Sahne. David Nathan wirkt als T-Rex nach wie vor überzeugend, wenn hier auch angemerkt sei dass seine Anfälle, von denen gleich mehere zu hören sind, alle überzogen wirken. Ob das so sein sollte? Ariane Borbach ist einmal mehr als ominöse Margo im Einsatz. Tolle Sprecherin und tolle Rolle. Helmut Krauss passt als Erzähler einfach wunderbar in die Serie. Einen kleinen Gastauftritt gibt es auch noch: Oliver Rohrbeck ist am Ende zu hören.

Musik ist hier in den 74 Minuten Spielzeit durchgänig zu hören. Vielleicht etwas zu viel des Guten!? Die Geräusche sind nach wie vor erstklassig.

Auch das Cover glänzt wieder durch das Minimalistische, zu sehen ist ein Eisbein mit Sauerkraut. Ein Pfälzer Saumagen hätte vielleicht besser gepasst, der wird in der Handlung 2-3 mal erwähnt. Ansonsten ist die Aufmachung, die goldene CD, das Inlay top.

Fazit: Die ganze Staffel war insgesamt nicht so dolle, ausgenommen die Folge "Durst". Am Ende dieser Folge gibt es einen Cliffhanger zur nächsten Folge, der aber mit dem Auftritt von Oliver Rohrbeck auch gleich mehr oder weniger aufgelöst wird.


Offenbarung 23 - 13.Das Wissen der Menschheit

Erster Eindruck: Nicht immer ist weniger mehr

Kim Schmidtke hält diesmal die nächste Chiffre für T-Rex bereit. Es handelt sich um eine Melodie, die wie Kim meint ein geheimnis birgt. Also machen sich die beiden Freunde auf nach Schottland um in einer Kirche die Melodie auf einem Dudelsack zu spielen. Wie es das Schicksal so will treffen die dabei auf Saint Clair. Er nimmt die beiden mit in das Schloss seiner Familie, dort weiht er die beiden in die Bedeutungen des Tarots ein und enthüllt ihnen das Geheimnis einer Tafel.

Eine selbst für "Offenbarung 23" ungewöhnliche Hörspielfolge! Großteile der Handlung bestehen aus einem Gespräch zwischen T-Rex, seinem Freund Kim und dem nach wie vor undurchsichtigen Saint Clair. Dieser klärt über die Bedeutung des Tarot auf und legt schließlich auch dem ungläubigen Georg die Karten, was streckenweise zwar recht langgezogen wird, an sich aber durchaus einige interessante Aspekte ans Licht bringt und einen Ausblick auf die Zukunft von unserem beliebten Hacker gibt. Eine unheimliche Geisterbeschwörung am Ende, die T-Rex einige merkwürdige Minuten beschert, erinnert dann schon eher an den Rest der Serie.

Zum Glück sind alle Sprecher in Topform, sodass sogar das ausführliche - vielleicht sogar etwas zu lang geratene - Gespräch gut nachvollziehbar ist. Lutz Mackensy, der hier die meisten Einsätze hat, leiht dem Druiden Saint Clair seine unverwechselbare Stimme. Aber auch der allanwesende David Nathan und Dietmar Wunder können mithalten.

Die Geräusche sind bei der Folge doch eher weniger zu hören, aber wenn dann auch eher im Hintergrund. Die Musik setzt sich aus dem typischen Offenbarung-Sound und einem opulenten Dudelsackszenario zusammen. Vielleicht hätte man doch mehr machen können? Wie bei den Vorgänger Folgen gezeigt, ist das ja durchaus möglich.

Das Cover zeigt den Dudelsack, der die ganze Handlung ins Rollen bringt, aber ich würde sagen, dass der dann doch eher weniger mit dem Ganzen zu tun hat. Von daher hätte man vielleicht lieber die Tarotkarten abbilden sollen, denn die haben schon eher eine tragende Rolle.

Fazit: Nicht die beste Folge aus der Reihe aber immer noch hörbar und sicherlich auch wichtig für den weiteren Handlungsverlauf.