Offenbarung 23 – 70. Psycho

Offenbarung 23 – 69. Diesel

Offenbarung 23 – 68. Der Nostradamus-Code

Offenbarung 23 – 67. Auf der Suche nach Atlantis

Offenbarung 23 – 66. Kornkreise

Offenbarung 23 – 64. Der schwarze Tod

Offenbarung 23 – 62. Phantomzeit

Offenbarung 23 -59. Schwarzes Gold

Offenbarung 23 – 58. AIDS

Offenbarung 23 – 57. Der Metatron

Offenbarung 23 – 56. Die Matrix

Offenbarung 23 – 55. Heiliger Gral 2.0

Offenbarung 23 – 54. Mozart, oder: Mitternacht in Wien

Offenbarung 23 – 53. Die Klima-Maschine

Offenbarung 23 – 52. Area 51

Offenbarung 23 – 51. The Mad Scientists

Offenbarung 23 – 50. Im Zeichen der Mistel

Offenbarung 23 – 49. Sündenfall

Offenbarung 23 – 48. Das brisanteste Paket der Welt

Offenbarung 23 – 47. Rüde Gebrüder

Offenbarung 23 – 46. Lizenz zum Gelddrucken

Offenbarung 23 – 45. Rheingold

Offenbarung 23 – 44. Die Zahl des Tieres

Offenbarung 23 – 43. Totale Vernichtung

Offenbarung 23 – 42. Die Illuminaten

Offenbarung 23 - 37. Hexensabbat

Offenbarung 23 - 36. Liebesgrüße nach Moskau

Offenbarung 23 - 35.Im Namen des Volkes

Offenbarung 23 - 34. Gesundes Toxin

Offenbarung 23 - 33. Der Schatz der Loge

Offenbarung 23 - 32. Sehnsucht

Offenbarung 23 - 31. Im Netz der Lügen

Offenbarung 23 - 30. Lazarus

Offenbarung 23 - 29. 9/11

Offenbarung 23 - 28. Der Untergang der MS Estonia

Offenbarung 23 - 27. Der Mann im Mond

Offenbarung 23 - 26. Wer hat Angst vor Norma Jeane?

Offenbarung 23 - 25. Sex and Crime

Offenbarung 23 - 24. Ausgespäht und Ausgetrickst

Offenbarung 23 - 23.Der Jungbrunnen

Offenbarung 23 - 22.Der Fluch des Tutanchamun

Offenbarung 23 - 21.Jack the Ripper - Live aus Berlin

Offenbarung 23 - 20.Die Pyramiden-Saga

Offenbarung 23 - 19.Angst

Offenbarung 23 - 16.Krauts und Rüben

Offenbarung 23 - 13.Das Wissen der Menschheit


Offenbarung 23 – 70. Psycho



Erster Eindruck: Die Stimme im Kopf

T-Rex wacht in einer Hamburger Nervenheilanstalt auf, kann sich jedoch nicht mehr an seinen gewalttätigen Ausbruch erinnern. Und langsam beginnt er tatsächlich zu zweifeln, ob er sich die vielen Hinweise von Tron und seinen Recherchen zu den Verschwörungstheorien tatsächlich nur eingebildet haben könnte...

Normalerweise wird eine bestimmte Verschwörungstheorie in den Mittelpunkt der Offenbarung 23-Folgen gestellt, doch Nummer 70 der Reihe geht einen anderen Weg. Kein geschichtlicher Bezug, kein aktuelles Thema, das aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird. Vielmehr rückt T-Rex noch mehr in den Vordergrund und wird in einer gänzlich neuen Situation dargestellt, und das Thema betrifft ihn direkt. Denn plötzlich wird seine geistige Gesundheit in Frage gestellt, was ganz neue Fragen und Herangehensweisen an die Serie mit sich bringt. So sind keine der sonst manchmal recht langwierigen Interviews vorhanden, sondern in sehr interessanten Gedankenspielen das ganze Serienkonstrukt auf den Kopf gestellt. Das ist sehr reizvoll, wobei diese Szenen durch die Suche von Nolo und Kim aufgelockert werden und mehr Dynamik in die Handlung bringen. Schön ist, dass trotz der reduzierten Handlung keine Langeweile aufkommt, im Gegenteil, die Spannung zieht gegen Ende noch weiter an. Das ist ein sehr gelugenes Experiment für die Serie, die beweist, dass noch viel Potenzial in der Szenerie und den Charakteren steckt.

Alexander Turrek zeigt hier mal eine ganz andere Seite von sich und hat mich mit der fortschreitenden Verunsicherung seiner Figur vollkommen begeistert. Er legt hier alte Sprechmuster ab, sodass sich der Hörer der Hauptfigur mal von einer ganz anderen Seite zeigen kann. Uschi Hugos sehr prägnante Stimme kommt auch hier bestens zur Geltung, wobei sie einen düsteren Unterton in den sonst so hellen Klang legt. Gabrielle Peitermann hat einen sehr denkwürdigen Auftritt als Lucy und setzt ihre Stimme präzise und gekonnt ein. Weitere Sprecher sind Tobias Schmidt, Uve Teschner und Thomas Karallus.

Musik und Geräusche sind wie gewohnt eher dezent eingesetzt, verfehlen ihre Wirkung aber keineswegs und sorgen hier für eine recht düstere Stimmung. Dabei hätte ich mir allerdings eine steigende Dramatik gewünscht, die T-Rex' psychischen Verfall auch akustisch nachzeichnet. Trotz einiger stimmiger Melodien und eingebauter Geräusche liegt der Fokus allerdings voll auf den Dialogen und den Sprechern.

Auf Hermann Rorschachs berühmten Tintenklecks-Test wird auf dem Cover angespielt, das durch einen der düsteren Gebilde geziert wird. Das ist nicht nur ansehnlich und stimmig gelungen, sondern passt auch sehr gut in das Coverkonzept mit dem schwarzen Hintergrund und dem ausladenden, goldenen Schriftzug der Serie.

Fazit: Offenbarung 23 geht hier man ganz andere Wege und überzeugt mit einer dramatischen Folge, die sich nicht so offensichtlich wie sonst mit einer Verschwörung widmet, aber den Kern ihrer Hauptfigur erkundet und dabei einige psychologische Thesen hinterfragt. Das ist sehr unterhaltsam gelungen und eine der besten Folgen der Serie der letzten Zeit.

VÖ: 9. Dezember 2016
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5362-0


Offenbarung 23 – 69. Diesel



Erster Eindruck: Selbstmord, Unfall oder doch Mord?

Gerade eben erst hat T-Rex Trons Chiffre um Nostradamus entschlüsselt, da fällt ihm in dem alten Folianten über den Wahrsager ein weiterer Hinweis in die Hände. Und so beginnt er, mehr über Rudolf Diesel herauszufinden, der unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. War es tatsächlich Selbstmord oder hatte eine mächtige Lobby seine Finger im Spiel...?

Um zahlreiche historische Persönlichkeiten ranken sich auch heute noch die wildesten Gerüchte, und gerade da greift „Ofenbarung 23“ immer wieder ein und verpackt die Verschwörungstheorien in ein unterhaltsames Hörspiel. In der 69. Folge der Reihe ist der Erfinder des gleichnamigen Motors Rudolf Diesel an der Reihe, dessen Tod immer noch nicht aufgeklärt werden konnte. Genau dort greift auch die Folge ein, beschäftigt sich nur am Rande mit dem Leben und dem Werk des Erfinders, sondern stellt eher die Frage, wer einen Nutzen aus dessen Ableben haben könnte. Das Thema wird wie immer aus verschiedenen Richtungen beleuchtet, mit zahlreichen Fakten untermauert, die Theorien immer weiter verfeinert – in die eine wie in die andere Richtung. Mir fehlt etwas, dass sich T-Rex und seine Freunde auf eine bestimmte Theorie festlegen, die dann auch Auswirkungen auf das aktuelle Geschehen hat. Allerdings ist dafür ein anderer Kniff sehr gelungen, denn es wird der Bogen zu einem thematisch passenden und hochaktuellen Thema geschlagen, das ebenfalls einer genaueren Überprüfung der Seriencharaktere standhalten muss. Es ist interessant, wie sehr sich Geschichten wiederholen und wie gut beides zusammenpasst. Durch den flüssigen Verlauf der Folge ist diese zudem recht kurzweilig gelungen, auch die Rahmenhandlung wird dabei wieder mit dem Auftauchen eines bekannten Charakters berücksichtigt.

Annina Braunmiller-Jest ist in dieser Folge als Heidi zu hören, die T-Rex und Kim bei ihren Ermittlungen hilft. Ihre sanfte Stimme passt sich auch hier gut der Atmosphäre der Handlung an, ihr dargebotener Akzent wirkt glaubwürdig und nicht aufgesetzt. Peter Flechtner ist wie immer stark in der Rolle des Kim, mit nachdrücklicher Stimme und passender Attitüde gibt er den treuen Gefährten und ist damit auch hier eine Konstante. Kai Henrik Möller ist – wenn auch nur kurz – als Rudolf Diesel zu hören, er gibt einen hörenswerten Eindruck des Charakters wieder. Weitere Sprecher sind Otto Strecker, Wolfgang Hartmann und Jürgen Thormann.

Die Introszene um den Tod von Rudolf Diesel ist dieses mal reichhaltig mit Geräuschen untermalt und sehr stimmig geraten, die Seefahrer-Atmosphäre kommt dabei gut zur Geltung, die Dialoge werden davon sehr gut unterstützt. Ansonsten herrscht wie immer eine eher zurückhaltende Atmosphäre vor, die nur manchmal während besonders wichtiger Dialoge einige musikalische Fetzen im Hintergrund darbietet.

Die Zusammenstellung der einzelnen Komponenten des Cover ist auch hier wieder stimmig gelungen, das stilgebende Schwarz als dominierende Farbe und der auffällige, goldglänzende Schriftzug mit den vielen Schnörkeln setzen dieses mal die alte Fotografie von Diesel in Szene, der unauffällig und ernst in die Kamera schaut.

Fazit: Diese Folge wird nicht nur durch den rätselhaften Tod des Ingenieurs geprägt, dass aus zahlreichen Perspektiven dargestellt wird. Vielmehr wird ein sehr eleganter und spannender Bogen zu einem aktuellen Thema geschlagen, das ebenso interessant aufbereitet wird und die Zusammenhänge zwischen Politik und Wirtschaft im typischen Stil der Serie aufbereitet.

VÖ: 18. November 2016
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5361-3


Offenbarung 23 – 68. Der Nostradamus-Code



Erster Eindruck: Düstere Prophezeiungen auf dem Prüfstand

Im späten Mittelalter hat der berühmte Michel de Nostradame zahlreiche Prophezeiungen gemacht, die in Vierzeilern abgefasst sind. Erstaunlich viele seine Weissagungen sind genau so eingetroffen wie er es beschrieben hat. T-Rex bekommt ein Buch über den Franzosen zugespielt und glaubt zunächst an eine neue Chiffre von Tron. Doch dieses mal hat er von anderer Seite Informationen untergeschioben bekommen...

Nach der großen Auflösung der Haupthandlung beschäftigt sich Offenbarung 23 wieder verstärkt mit den eigentlichen Verschwörungstheorien, doch auch in Folge 68 kommen auch immer wieder die bekannten Charaktere vor, die ihre ganz eigenen Ziele verfolgen, ihre eigenen Ansichten haben. Das funktioniert in der Geschichte um den wohl bekanntesten aller Wahrsager ganz gut und bringt neue Anreize mit ein, die der Handlung an der richtigen Stelle einen Push geben. Nostradamus ist nun kein wirkliches Verschwörungs-Thema, und auch hier wird kein Bezug auf Geheimnbünde oder mysteriöse Machenschaften genommen, sondern sich intensiv mit der Glaubwürdigkeit der historischen Figur beschäftigt. Dabei werden verschiedene Möglichkeiten der Codierung thematisiert, aber auch psychologische und soziologische Aspekte eingebracht. Die dadurch in langen Dialogen entstandene Stimmung ist dicht und geheimnisvoll, das Thema aus ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Der neue Ansatz, sich rein auf die Vergangenheit zu beziehen, ist hier gut umgesetzt und bringt eine neue Note in die Serie mit ein.

Jochen Schröder ist in einer kurzen Szene als Notradamus zu hören, er setzt den Charakter hübsch geheimnisvoll um und kann so eine passende Atmosphäre gleich zu Beginn erzeugen. Lutz Mackensy setzt die Figur des Saint Clair wieder mit seiner ganz besonderen Aura um, bringt immer eine Spur des Diabolischen mit ein und reagiert auch hier sehr treffend auf die Situation. Alexander Turrek ist wieder wunderbar als T-Rex, strahlt eine sehr eindringliche Aura aus und bringt viel Dynamik mit in die Handlung ein. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Peter Flechtner und Jens Riewa.

Wie immer ist die akustische Umsetzung größtenteils ruhig, aber präzise umgesetzt. Die Musik ist stimmungsvoll und auch während einiger besonders spannungsgeladener Dialoge eingesetzt. Die Geräuschkulisse ist sehr schlicht, aber es gibt auch hier wieder einige actiongeladener Szenen, die intensiver umgesetzt sind und diese gut zur Geltung bringen.

Dass als Motiv für das Cover das Antlitz des bekannten Wahrsagers verwendet wurde, dürfte kaum überraschen. Es wirkt wie in altes Ölgemälde und hat im Hintergrund noch eine rissige Oberflächenstruktur in einem goldenen Rahmen, was sehr gut zum schwarzen Hintergrund des Covers und den verschnörkelten Schriftzug passt.

Fazit: Das Thema ist ungewöhnlich gewählt und wird sehr detailliert umgesetzt, die Dialoge zeigen verschiedene Aspekte der Prophezeiungen, sammeln Argumente für und gegen deren Stimmigkeit. Das hätte gerade am Ende noch druckvoller umgesetzt werden können, ist aber rund und unterhaltsam erzählt.

VÖ: 14.Oktober 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5360-6


Offenbarung 23 – 67. Auf der Suche nach Atlantis



Erster Eindruck: Kleiner Werbeblock am Anfang

Eine Kreuzfahrt nimmt für T-Rex, Nolo und Kim eine überraschende Wendung, als sie auf eine neue Chiffre von Tron stoßen und auf die Spur von Atlantis gebracht werden. Hat das sagenumwogene Inselreich tatsächlich existiert oder ist es nur der Phantasie des Philosophen Platon entsprungen? Auf der Suche nach Beweisen treffen sie auf alte Bekannte, die sie mit weiteren Informationen versorgen...

„Kino für die Ohren“ ist mittlerweile zum gängigen Synonym für Hörspiele geworden, und die 67. Folge von Offenbarung 23 hat dies gleich wörtlich genommen und vor den eigentlichen Film erst einmal Werbung gesetzt: Die Introszene ist originalgetreu der Maritim-Serie um Phileas Fogg entnommen, die sich ebenfalls mit dem Thema der Folge beschäftigt hat: Atlantis. Die anfängliche Spurensuche ist sehr interessant gestaltet, in recht langen Dialoge wird daraufhin ein scheinbar unerschöpflicher Fundus an verschiedenen Theorien über das untergegangene Inselreich sehr unterhaltsam aufgearbeitet. Diese sind zwar nicht gerade wissenschaftlich fundiert (was sogar selbst von den Protagonisten angemerkt wird), aber die präsentierten Ansätze sind spannend und eindrucksvoll dargeboten. Danach nimmt die Folge eine unerwartete und sehr gelungene Wendung und konzentriert sich auf das aktuelle Weltgeschehen, auf die Beziehungen der Seriencharaktere untereinander, und das in ziemlich vielseitigen Dialogen, die sehr vielfältig wirken und im typischen Stil der Serie effektvoll auf die unterschiedlichsten Themen beziehen. Diese Verknüpfung unterschiedlichster Gebiete, Mythos, Wirklichkeit und Verschwörungstheorie, schafft eine sehr lebendige Folge, die ungewöhnlich, für mich aber sehr gelungen inszeniert wurde.

Mathieu Carriere ist in dieser Folge als Gastsprecher zu hören und spricht Dr. Gaston Vierrier, der den Figuren mit etwas wissenschaftlichem Background versorgt und mit fester, angenehmer Stimme einen glaubhaften Auftritt hinlegt. Marie Bierstedt ist natürlich wieder in der Rolle der Nolo dabei, ihre sanfte und helle Stimme passt sich gut den einzelnen Szenen an und sorgt immer wieder für interessante Kontraste. Auch Peter Flechtner macht seine Sache als Kim sehr gut, seine authentische Sprechweise wirkt spontan und locker. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Johannes Berenz und Rainer Fritzsche.

Natürlich unterscheidet sich die anfängliche Szene von Phileas Fogg akustisch deutlich von der eigentlichen Handlung, die wieder angenehm, aber unauffällig geraten ist. Ein Schuss Mystik zieht sich zwar durch die Melodien, doch weder diese noch die Geräusche drängen sich zu sehr in den Vordergrund, sodass die Diaolge im Fokus stehen, manchmal aber etwas Starthilfe für eine atmosphärische Gestaltung benötigt hätten.

Das Cover zeigt eine ziemlich düstere Unterwasserszene mit Fischschwärmen, antiken Säulen und einer Meeresschildkröte, was sehr gut durch die kühle Farbgebung zur Geltung kommt. Die restliche Gestaltung ist bereits bekannt, auf der Rückseite ist wieder die Sprecherliste untergebracht, während das Booklet im Inneren in enger Schrift die weiteren Produktionsinfos untergebracht sind.

Fazit: Das Thema Atlantis entfaltet seinen faszinierenden Reiz in pointierten Dialogen und präsentiert einige interessante Ansätze. Doch die nachfolgende Entwicklung geht sehr gelungen auf die Seriencharaktere ein, schlägt einen trickreichen Bogen zu aktuellen Ereignissen und ist in dieser Vielfalt beeindruckend gelöst.

VÖ: 9.September 2016
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5359-0

 


Offenbarung 23 – 66. Kornkreise



Erster Eindruck: Ein Treffen mit Bruder und Schwester

Fast beiläufig erhalten T-Rex, Kim und Nolo eine neue Chiffre von Tron, der sie auf die geheimnisvollen Kornkreise bringen. Spontan brechen die drei nach Cornwall auf, wo die meisten der Phänomene gesichtet wurden. Noch auf der Zugfahrt treffen sie auf Jack, der sich ebenfalls mit diesem Thema auskennt und ihnen weitere Informationen zukommen lässt...

„The Lost Files“ heißt es nun schon seit einigen Folgen bei Offenbarung, bei der weiterhin Verschwörungstheorien aufgearbeitet werden, die aber nicht mehr zwingend in den Kontext einer Rahmenhandlung gesetzt werden. So ist die 66. Folge wirklich eine für sich allein stehende Folge, die sich so ganz auf die Kornkreise konzentrieren kann. Ganz im Stile der Serie werden zu Anfang die allgemein bekannte Fakten zusammengefasst, bevor immer tiefer in die Materie eingedrungen wird. Dafür sorgt ein Geschwisterpaar, das zwei gegensätzliche Meinungen hat und so die merkwürdigen Phänomene von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Während Jack eine sehr realistische Theorie präsentiert, die allerdings einige Schwächen hat, geht seine Schwester Cora von einer übernatürlichen Entstehung der Kornkreise aus. Gegen Ende erleben die Protagonisten selbst am eigenen Leibe beide Möglichkeiten, das Ende ist aber offen, keine Auflösung des Ganzen, kein abschließendes Urteil der Charaktere – der Hörer muss sich seine eigene Meinung bilden. Das tut der Folge sehr gut und bewahrt sich neben all den wissenschaftlichen Fakten einen Hauch des Übersinnlichen. Allerdings nehmen die vielen Wiederholungen bereits bekannter Fakten etwas überhand, eine kleine Straffung der Handlung hätte dem Erzählfluss sicherlich gut getan.

Norman Matt ist in der Rolle des Jack zu hören, er spricht den Skeptiker sympathisch und locker, zudem passt er sehr gut in den bereits bestehenden Cast und sorgt im „Ermittlerteam“ für einige neue Impulse. Auch mal schön zu hören, dass ein Informationsgeber nicht immer ein altender Professor sein muss. Maud Ackermann ist in der Rolle seiner Schwester Cora zu hören, die mit viel Herzblut bei der Sache ist und die leidenschaftliche Überzeugung der jungen Frau gekonnt wiedergeben kann. Alexander Turrek ist als T-Rex wieder eine Bank, sehr überzeugend und gradlinig gibt er den aufgeweckten Hacker. Weitere Sprecher sind Jürgen Holdorf, Detlef Tams und Julia Stoepel.

Akustisch ist die Folge sehr sauber umgesetzt, wobei eine eher zurückhaltende Gestaltung gewählt wurde. Die Musik fügt sich recht dezent in die Handlung ein, ist aber an den passenden Stellen etwas prägnanter und setzt so die dramatischeren Szenen gekonnt um. Besonders die letzte Szene mit dem übernatürlichen Hintergrund ist dabei sehr stimmig und voller Atmosphäre umgesetzt.

Klar, dass einer der Kornkreise auch auf dem Titelbild zu sehen ist, es ist allerdings ganz wie im Hörspiel erwähnt ein ziemlich sechseckiger Kreis geworden. Geometrische Linien und Formen sind darin eingebaut, und auch einige Menschen sind darin zu sehen. Zusammen mit dem opulenten, goldenen Schriftzug und dem pechschwarzen Hintergrund ergibt das ein sehr ansehnliches Cover, das bestens in die bisherige Gallerie passt.

Fazit: Eine Folge, die ganz für sich allein steht und mit einer interessanten Theorie aufwarten kann. Das Geschwisterpaar ist ein passender Sitekick für die Protagonisten und bringt viele aufschlussreiche Informationen ein, sodass das Thema Kornkreise von unterschiedlichen Seiten beleuchtet wird. Das offene Ende ist ungewöhnlich, passt aber sehr gut zu dieser Folge.

VÖ: 14.Juli 2016
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5358-3


Offenbarung 23 – 64. Der schwarze Tod



Erster Eindruck: Auf Spurensuche in der Vergangenheit

Eigentlich wollte sich T-Rex in einem Buch über die Pest informieren, doch stattdessen stößt er in der Bibliothek von Nolo auf einen Bericht über Ebola – eine neue Chiffre von Tron. Sollte im Mittelalter tatsächlich der Virus anstatt des schwarzes Todes gewütet haben? Doch warum sollen T-Rex und Nolo mit allen Mitteln von den geheimnisvollen, maskierten Männern von der Lösung dieses Rätsels abgehalten werden...?

„The Lost Files“ von Offenbarung 23 gehen mit der gewohnten Mischung aus aktuellen Themen und geschichtlichen Verschwörungstheorien weiter, in der 64. Folge wird wieder weit zurückgereist, in die Zeit des Mittelalters: Es geht um die Pest, dabei wird der Bogen bis hin zur heutigen Epedemie Ebola geschlagen. Dabei gibt es zu Anfang wieder einen Rückblick in die Zeiten der schrecklichen Krankheit, die tausende Menschenleben gekostet hat, und auch die nachfolgenden Szenen entwickeln sich flüssig und bieten zwischendrin einige spannende Szenen, in denen die Hauptfiguren von den Totenkopfmännern verfolgt werden, sogar eine ordentliche Prise Mystik kommt dabei auf – so kommt mehr Kribbeln in die Handlung, was ihr deutlich gut tut. Denn das Thema ist bei weitem nicht so brisant wie andere der bisherigen Serie, zumindest ich habe nicht wie gebannt vor den Boxen gesessen und auf die Auflösung des Ganzen gefiebert. Doch der flüssige Verlauf mit den ganz unterschiedlichen Dialogen und der wie immer differenzierten Betrachtung des Themas aus verschiedenen Blickwinkeln sorgt für gute Unterhaltung.

Alexander Turrek ist wie immer in der Rolle des T-Rex ein sehr guter Hauptcharakter, mit seiner ausdrucksstarken Stimme und einer glaubhaften Sprechweise bringt er die Rolle sehr professionell herüber. Bernd Rumpf ist als Dr. Gressieker zu hören, auch er konnte mich mit seiner lebendigen und nachdrücklichen Art überzeugen. Jürgen Kluckert setzt seinen markanten Klang wieder präzise ein und konnte so als Dr. Marquis punkten. Weitere Sprecher sind Wolfgang Condrus, Wolfgang Bahro und Sven Dahlem.

Da hier einige Actionszenen eingebaut sind, darf auch die akustische Gestaltung an einigen Stellen etwas mehr aufdrehen und mit recht lauten Effekten für eine prägnante Stimmung sorgen. Auch längere Dialoge werden gekonnt unterstützt, zum Beispiel mit leiser Hintergrundmusik oder eingebauten Geräuschen, sodass ein insgesamt lebendiger Ausdruck entsteht.

Das Cover zeigt eine Zeichnung, die mittelalterlich anmutet und einige Motive zum Thema bereithält: Ein Wagen voller Totenschädel, der von einem reitenden Skelett gezogen wird, ein Mann mit langem, schwarzen Umhang, Raben – das ist ungewohnt vielfältig für die Serie, aber ansehnlich und passend zu der Folge. Wie immer gibt es die Übersicht der Sprecher direkt auf der Rückseite der Hülle.

Fazit: Das Thema ist dieses mal nicht ganz so packend wie sonst, es fehlt eine gewisse Brisanz, und auch der Einfluss auf das Weltgeschehen wird erst spät offenbart. Doch durch die Verfolgung der Charaktere durch die Totenkopfmänner und einige interessante Gespräche entsteht dennoch eine gelungene Folge, die gerade in der zweiten Hälfte noch mehr Fahrt aufnimmt.

VÖ: 13.Mai 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5273-9


Offenbarung 23 – 62. Phantomzeit



Erster Eindruck: 300 Jahre eine Lüge?

Eigentlich sollte es ein gemütlicher Abend für T-Rex, Nolo und Kim werden, doch eine bisher unbekannte Chiffre von Tron hält die drei schnell auf Trab. In einer schlaflosen Nacht kommt T-Rex der Legende der Phantomzeit auf die Spur, nach der etwa 300 Jahre des Mittelalters frei erfunden sind und gar nicht stattgefunden haben. War dies wirklich der Grund für die Übernahme des gregorianischen Kalenders?

„Offenbarung 23“, die Hörspielserie voller Verschwörungstheorien, beschäftigt sich mal mit aktuellen Themen, mal aber auch mit längst vergangenen Zeiten – oder, wie im speziellen Fall bei „Phantomzeit“ eben auch mit NICHT vergangenen Zeiten. Im Intro bekommt der Hörer eine recht lange, fast schon philosophische Abhandlung über den Glauben an Gott zu hören und ist dann erst einmal überrascht, wie wenig die nachfolgende Handlung hiermit zu tun hat. Nach einer lockeren Einstiegsszene geht es dann auch schon direkt in Thema, in wie üblich langen Dialogen mit verschiedenen Protagonisten wird sich langsam den Hintergründen des Themas genähert. Das wirkt manchmal etwas starr und kann das Interesse leider nicht durchgängig hochhalten. Die Szenen, in denen durch eine Bedrohung von T-Rex etwas Dynamik eingebracht wird, sind recht kurz geraten und nur ein kurzer Sturm im Wasserglas. Und wie immer ist es nicht ganz einfach, den Dialogen zu folgen, was nicht nur an der hochgestochenen Sprache mit vielen Fachbegriffen liegt, sondern auch an einigen gedanklichen Sprüngen, denen man sich erst einmal anpassen muss. Auch diese Theorie wird weder bestätigt noch wiederlegt, sondern weitestgehend offen gehalten.

Marius Claren ist als Christoph zu hören, ein Doktorand und Freund von Kim, der den dreien bei den Ermittlungen auf die Sprünge hilft. Er wirkt mit seiner netten Art sympathisch, bleibt aber insgesamt etwas blass un dient lediglich der Beschaffung von Informationen. Professor Feldbach hingegen wird von Bernd Rumpf gesprochen, der sehr ausdrucksstark spricht und mit seiner differenzierten Betonung im Gedächtnis haften bleiben kann. Lutz Mackensy sorgt als Saint Clair wieder für einige sehr eindrucksvolle Momente. Weitere Sprecher sind Andre Beyer, Norman Matt und Jürgen Kluckert.

Auch hier ist die akustische Untermalung eher unaufdringlich, sodass die Dialoge meist für sich allein stehen. Zwar gibt es einige Monologe, die mit stimmiger und passender Musik unterlegt sind, und auch bei den Rückblenden in das Mittelalter gibt es einige gelungene Geräuschkulisse. Der nüchterne Ausdruck der Serie ist ja aber längst Markenzeichen der Serie geworden und wird auch hier wieder angewendet.

Als Symbol für die Phantomzeit wird auf dem Cover eine mystische Uhr gezeigt, die mit zahlreichen Symbolen wie den Sternzeichen aus einer sehr schrägen Perspektive gezeigt wird. Erst beim zweiten Hinsehen ist noch auf der rechten Seite ein Skelett zu sehen, das nahtlos in den tiefschwarzen Hintergrund überzugehen scheint.

Fazit: Eine Folge, die trotz einiger Anspielung auf frühere Folgen für sich allein stehen kann und ein durchaus interessantes Thema verfolgt, sich aber in zu langen Dialogen verliert und so keine Dynamik aufkommen lässt. Zudem fehlt mir ein bisschen die Relevanz für die Charaktere, und sei es nur durch eine noch deutliche Bedrohung durch die allgegenwärtigen Geheimbünde. So bleibt die Folge insgesamt zu ruhig.

VÖ: 11.März 2016
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5271-5


 


Offenbarung 23 -59. Schwarzes Gold



Erster Eindruck: Mehr von der neuen Mitspielerin

Schon seit langem ist das Thema Ölknappheit in den Fokus des Interesses gerückt, steigende Benzinpreise und schärfere Konkurrenz der ölfördernden Staaten waren die Folge. Doch T-Rex bekommt ziemlich diffuse Informationen zu dem Thema, und selbstverständlich stellt er weitere Recherchen an – nicht ohne wieder auf die geheimnisvolle Kate zu treffen, die langsam etwas von ihrer Motivation durchblicken lässt...

Die zweite Folge von „Offenbarung 23“ nach der Jan Gaspard-Ära ist gleich mal eine Doppel-CD mit deutlich erhöhter Spielzeit. Was durchaus eine gute Idee ist, wenn man viel zu erzählen hat, erweist sich bei „Schwarzes Gold“ leider als Hindernis, denn leider wirken die Dialoge recht in die Länge gezogen. Es kommen einige Stellen mit Leerlauf auf, zumal hier kaum Handlung aufkommt – Kim und T-Rex hangeln sich vielmehr von Dialog zu Dialog, bekommen weitere Informationen zugesteckt oder wirklich selbst in Aktion zu treten. Auch die sehr ausführlichen, teilweise zu wissenschaftlichen Erklärungen zum Thema Ölförderung passen nicht wirklich in ein Unterhaltungshörspiel, zumal sich jeder halbwegs interessierte Mensch schon etwas mit Fracking und Co auseinandergesetzt hat. Gut eingebaut hingegen ist die Figur der Kate, die in der letzten Folge recht kurz, hier mal etwas umfassender vorgestellt wird. Das Licht wird auf einige spannende Fragen zu ihrer Person geworfen, ein neuer Handlungsbogen angedeutet, gelungene Details eingearbeitet. Ich mag ihre undurchdringliche Aura und die Strukturen, die hinter ihr zu stehen scheinen, sodass ihre Szenen zu einem Highlight werden. Auch die „offenbarten“ Verschwörungstheorien können gefallen und sind gut recherchiert, die aufgestellten Thesen durchaus hörenswert.

Uschi Hugo ist als Kate zu hören und eine wunderbare Wahl, die verleiht ihrer hellen und klaren Stimme hier einen dunkle und mysteriösen Klang, was einen gelungenen Kontrast darstellt und eine weitere Facette ihres Könnens zeigt. Auch Annina Braunmiller hinterlässt einen sehr guten Eindruck, sie passt sich sehr gut der Atmosphäre der Serie an und kann sich und ihren Charakter gut in Szene setzen. Dietmar Wunder ist als Arthur Cornwell zu hören, seine ausdrucksstarke Stimme setzt er dynamisch ein und kann die Informationen unterhaltsam darstellen. Weitere Sprecher sind Manfred Lehmann, Tobias Lelle und Uta Dänekamp.

Die akustische Umsetzung der Serie hat sich in den Jahren ihre Laufzeit nur wenig geändert, die Konzentration liegt dabei auf den Dialogen, während Musik und Geräusche nur eine untergeordnete Rolle spielen. Hier wäre allerdings bei der sehr dialogbetonten Handlung etwas mehr Wumms wünschenswert gewesen, um die langen Passagen dynamischer wirken zu lassen.

Meist ist auf den Covern der Serie ein Motiv auf schwarzem Hintergrund zu sehen. Hier wird davon eine interessante Variation geboten, da der abgebildete Ölförderturm nur als Silhouette zu sehen ist, während dahinter ein farbenfroher Abendhimmel zu sehen ist. Die restliche Gestaltung enthält alle wichtigen Informationen und ist übersichtlich gestaltet.

Fazit: Wieder konzentriert sich die Folge auf ein Thema, die Ölknappheit wird hier von unterschiedlichen Standpunkten beleuchtet, was interessante Aspekte bietet. Leider ist dies in zu langen und zu vielen Dialogen geschehen, sodass ein eher schleppender Eindruck entsteht. Der Auftritt von Kate ist dabei wieder sehr gut eingebaut und bietet der Serie einen neuen Dreh.

VÖ: 8.Oktober 2015
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5260-9


Offenbarung 23 – 58. AIDS



Erster Eindruck: Es geht weiter, aber früher...

T-Rex sitzt vor den Toren von Area 51, muss seine Reise aber fortsetzen. Zwar könnte Kim ihm aus der Patsche helfen, doch dieser ist noch in Berlin. Doch es ergibt sich eine Mitfahrgelegenheit bei zwei jungen Männern, die durch die USA reisen und T-Rex auf ein interessantes Thema aufmerksam machen: AIDS. Und während T-Rex vor Ort Recherchen anstellt, ist auch Kim bald von dem Thema fasziniert und besucht einen Forscher, der ihm unglaubliche Informationen zur Verfügung stellt...

Jan Gaspard hat seinen Handlungsstrang bei Offenbarung 23 abgeschlossen. Das furiose Finale liegt nur kurze Zeit zurück, das Interesse der Fans an der Serie ist jedoch ungebrochen. Deswegen geht es nun mit neuer Autorin und neuem Ansatz weiter, statt der großen, allumfassenden Handlung der Serie sollen nun wieder wie ursprünglich die Verschwörungstheorien im Vordergrund stehen. Dabei sind die Folgen in den zeitlichen Ablauf der bisherigen Ereignisse integriert, Folge 58 spielt kurz nach T-Rex Flucht aus der Area 51 und hat einen Roadtrip durch Amerika als Basis, bei dem ungewöhnliche Handlungsorte besucht und neue Charaktere eingeführt werden – manche nur für diese Folge, bei anderen deutet sich aber ein längerer Part an. Es geht , wie der Titel nur unschwer vermuten lässt, um die Immunschwächekrankheit Aids, die zunächst einmal grundlegend erläutert wird, aber die Recherchen von T-Rex und Kim Schmittke auf unterschiedlichen Kontinenten bilden das Kernstück: In der üblichen Manier werden langsam immer neue Fakten und Details auf den Tisch gebracht, die zusammen ein erschreckendes Bild von der Krankheit geben, die das Wirken der Massenmedien mit einbezieht und darstellt, wer welche Vorteile von des kursierenden Virus hat – und auch, welche Bilder in der Öffentlichkeit geschaffen werden. Das ist fein zusammengefügt und wirkt – leider – gar nicht mal so unwahrscheinlich, wobei es am Hörer selbst liegt, was man sich von der Geschichte annimmt, zum Nachdenken regt sie aber allemal an. Garniert mit interessanten Zeitungsartikeln, einer kleinen Verfolgungsjagd und stimmigen Dialogen wird die eher ruhige Grundatmosphäre gut ausgestaltet. Dass ein renommierter Wissenschaftler gerade aus Wikipedia zitiert und die Darstellung der beiden Schwulen doch etwas klischeebeladen daherkommt, ist wegen der starken Handlung durchaus verkraftbar.

Alexander Turrek ist auch nach dem großen Finale weiterhin als T-Rex im Einsatz, er wählt eine recht ruhige Sprechweise, kann seine Passagen aber auch hier wieder gekonnt zur Geltung bringen. Der grandiose Jürgen Thormann ist in dieser Folge als Professor Zinner zu hören, seine Stimme wirkt hier sehr eindringlich, sodass seine Texte trotz ihrer Länge sehr kurzweilig und spannend wirken. Konrad Bösherz ist als Phil ebenfalls eine gute Wahl, er lässt sich glücklicherweise nicht zu Überspitzungen seiner Rolle hinreißen. Weitere Sprecher sind Rainer Fritzsche, Bodo Wolf und Christian Stark.

Akustisch kommt diese Folge recht unauffällig daher. Nur ab und an wird Musik eingesetzt, während der meisten Zeit stehen die Dialoge und die Sprecher klar im Vordergrund. Dennoch werden einige dynamische Momente erzeugt, die auch durch den passenden Einsatz von Geräuschen erzeugt werden. Diese werden aber ebenfalls nur sehr punktuell und nicht übermäßig viel eingespielt.

Die rote Schleife, die vor einiger Zeit zum Standartoutfit eines jeden Prominenten gehört hat und auch heute noch nicht nur zum Weltaidstag Einsatz findet, ist zum Symbol der Krankheit geworden und findet fast schon selbstverständlich auch ihren Einsatz auf dem Cover zu dieser Folge, unterstützt von einigen stark vergrößerten Krankheitserregern. Die restliche Gestaltung ist wieder sehr schlicht gehalten.

Fazit: Der Start in die neue Ära der Serie ist mit dieser Folge geglückt, die Konzentration auf das Thema tut „AIDS“ sehr gut, auch wenn anfangs wieder einige kryptische Andeutungen fallen gelassen werden. Die Verschwörungstheorie dahinter ist aber spannend und packend geschildert, sodass ein gelungener Einstieg in die Zeit nach Jan Gaspard gelungen ist.

VÖ: 10. September 2015
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-7857-5259-3


Offenbarung 23 – 57. Der Metatron



Erster Eindruck: Das Ende – zumindest fast...

Immer noch nicht sind alle Rätsel um den Tod von T-Rex geklärt, und so präsentiert nun auch Ian G. seine Sicht der Dinge, beschreibt seine Beziehung zu Tron und kann auch einiges zu den Hintergründen des Ablebens des Hackers beitragen. Und auch Nolo, die aus Berlin verschwunden und nach dem Tod ihres Freundes untergetaucht ist, spielt weiter ihre Rolle in dem Spiel...

Mit dem bedeutungsschwangeren Titel „Der Metatron“ schließt Jan Gaspard seinen Handlungsstrang von Offenbarung 23 ab. Dabei wird die Geschichte, die in der vorigen Folge „Die Matrix“ erzählt wurde, nun noch einmal aus der Perspektive von Ian G. und von Nolo, die dem Gesamtbild beide sehr interessante Aspekte hinzuzufügen haben. Dabei werden auch die Charaktere noch einmal in einem ganz anderen Licht beleuchtet und offenbaren ihre Rolle in dem Spiel, in dem großen Gesamtkonzept der Serie. Das geschieht fast völlig ohne Handlung, den weitaus größten Teil nehmen hier weitläufige Dialoge ein, die langsam immer weiter an den Kern der Dinge heranführen. Das ist jedoch durchaus spannend aufbereitet, zumal gegen Ende durch die clevere Nolo noch einmal eine neue und sehr gut erdachte Wendung eingebaut wird. Und – so viel sei verraten – wird gleich noch eine Hintertür für weitere Folgen offen gehalten, was wiederum passend in die Auflösung eingebettet ist. Doch ganz zum Schluss, noch nach dem Abspann, folgt eine etwa zehnminütige Szene, in der alle bisher gewonnenen Ansichten noch einmal auf den Kopf gestellt werden, womit auch die Erklärungen über die Hintergründe weitgehend hinfällig werden. Das ist dann doch zu viel des Guten, zu viele Erzählebenen und ein doch zu abstruses Ende. Schade, denn tatsächlich wertet dieser kurze Abschnitt das gesamte Hörspiel deutlich ab: Trotz aller Emotionalität, trotz aller sehr gelungen zusammengefügten Puzzlesteine, trotz aller sehr hörenswerten Erklärungen zu den Hintergründen bliebt durch diesen letzten Eindruck ein fader Beigeschmack.

Till Hagen, der die Serie von Anfang an mitgeprägt hat, hat einen weiteren sehr gelungenen Auftritt als Ian G., den er mit seiner markanten Stimme und sehr eindringlicher Betonung bestens zu gestalten weiß. Auch die Erzählparts, die er hier übernimmt, wirken sehr kurzweilig. Die wunderbare Marie Bierstedt zeigt sich als Nolo mal wieder äußerst facettenreich, besonders die mühsam unterdrückten Emotionen der jungen Frau kommen gut zur Geltung, aber auch ihre kühle und dominante Seite kann sie zum Vorschein bringen. Auch Alexander Turrek erklingt hier noch einmal in der Rolle des T-Rex, den er wie immer mit seiner sehr lebensnahen Art zu interpretieren versteht. Weitere Sprecher sind Jaron Löwenberg, Rüdiger Schulski sowie Holger Löwenberg.

Die sehr ruhige Ausstrahlung des Hörspiels, das aus den langen Dialogen resultiert, wird immer wieder von markanter Musik unterbrochen, die auch mal etwas lauter eingebaut ist als man es von der Serie gewohnt ist. Das bringt Schwung herein und betont die dramatischeren Stellen auf passende Weise. Geräusche sind dabei noch spärlicher eingesetzt. Insgesamt ist das Soundkonzept auch in dieser letzten Folge des Handlungsstrangs sehr stimmig.

Verschnörkeltes Logo in Gold, schwarzer Hintergrund, ein schlichtes Motiv – das Coverdesign hat auch in Folge 57 weiter bestand. Ein weißer Engel, von unten mit hellem Licht angestrahlt, wurde hier als sehr auffälliges Motiv gewählt, der Bezug zur Handlung ist allerdings nicht gleich allzu offensichtlich. Auch die restliche Gestaltung ist bereits bekannt, wobei ein Ausblick auf die weiteren Folgen bei der Coverübersicht gewährt wird.

Fazit: Die Auflösung, die in der letzten Folge begonnen wurde, wird hier aus einer anderen Perspektive beleuchtet und durch weitere sehr interessante Details ergänzt. Und auch einige Offenbarungen sind für den geneigten Zuhörer überraschend eingebaut. Nur die letzte Szene, in der erneut eine ganz andere Auflösung angeboten wird, ist leider zu viel.

VÖ: 26.Juni 2015
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 4260147774318


Offenbarung 23 – 56. Die Matrix



Erster Eindruck: Das Ende ist eingeläutet

T-Rex ist tot. Unwiederbringlich. Doch was hat zu seinem Tod geführt, wer sind die Hintermänner des Verbrechens? Diese Frage stellt sich auch sein Vater, der Georg viel zu spät kennengelernt hat und nun erst viele Details aus seinem Leben erfährt. Unterstützung bekommt er von Kim Schmittke, der das Verschwinden des Berliner Hackers mit Vehemenz aufzuklären versucht. Und auch eine weitere Dame aus Georgs Leben hilft bei der Aufklärung: Georgs Schwester...

Mit Folge 56 lässt Jan Gaspard seinen Handlungsstrang von Offenbarung 23 langsam zu Ende gehen, die ganz große Auflösung findet aber tatsächlich schon in dieser vorletzten Folge statt. Und tatsächlich wird hier schnell ein ganz anderer Blick auf die vorigen Folgen geworfen, das ganze Universum der Serie wird auf den Kopf gestellt. Das ist schon verblüffend gelöst, aber mit vielen Details geklärt. Und plötzlich lassen sich auch die unrealistischen Elemente der letzten Folge wie Zeitsprünge gut erklären. Und neben der großen Auflösung gibt es gleich zu Beginn einige überraschende Momente, in denen die Familienverhältnisse von T-Rex weiter aufgedeckt werden. So steigt der Hörer langsam hinter die „Matrix“ der Serie, wird aber auch selbst in Frage gestellt, wird aufgefordert, seinen ganz persönlichen Bezug zur Serienhandlung zu hinterfragen. Das geschieht in einer sehr ruhig erzählten Folge, die ohne die typisch humoristischen Momente auskommt – und ohne T-Rex. Die Dialoge sind noch länger als gewohnt und verbreiten eine bedrückte, nachdenklich stimmende Atmosphäre. Einige Dinge bleiben jedoch auch hier noch im Unklaren – schließlich handelt es sich ja erst um die vorletzte Folge des Erzählstranges. Diese ungewöhnliche Folge ist zudem nur durch den Tod von T-Rex mit den vorangegangenen Folgen direkt verknüpft, sodass man sie auch hören kann, wenn man bereits vor einigen Episoden aus der Handlung ausgestiegen sein sollte.

Helmut Krauss fallen hier als Nat Mickler und Erzähler nach dem Tod von Georg die meisten Passagen zu, die er routiniert und sehr professionell spricht, dabei seine markante Stimme auch mal ungewohnt emotional klingen lassen kann. Arianne Borbach hat einen weiteren Auftritt als Margo und kann der Figur weitere Facetten abgewinnen, die man so nicht unbedingt erwartet hätte. Peter Flechtner ist als Kim Schmittke mit viel Leidenschaft dabei und spricht mit viel Ausdruck und Energie. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Philine Peters-Arnolds und Thomas Petrou.

Einige der recht langen Dialoge kommen gänzlich ohne akustische Begleitung aus, sodass die sehr nüchterne Produktionsweise der ersten Folgen wieder zum Vorschein kommt. An anderen Stellen ist die Musik recht progressiv eingesetzt und tritt stärker in den Vordergrund als gewohnt, setzt gekonnt Akzente. Auch das ist eher ungewohnt, passt aber bestens zu der nachdenklichen Handlung.

Von Anfang an war die Serie auch für ihre prägnanten Cover bekannt. Neben dem ausladenden Logo ist stets ein schlichtes Motiv vor tiefschwarzem Hintergrund zu sehen. Passend zum Folgentitel sind einige grün schimmernde Buchstabenreihen zu sehen, wobei sich der Satz „T-Rex ist tot“ - versehen mit einem Fragezeichen am Ende – etwas heller absetzt.

Fazit: „Die Matrix“ ist DIE Folge, die einen großen Teil zur Aufklärung aller Zusammenhänge beiträgt, die viel Überraschendes zu Tage fördert, die aber auch alles bisher Geschehene in Frage stellt. In seiner ruhigen Machart ist das sehr angenehm zu hören und durchaus spannend.

VÖ: 22.Mai 2015
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-80-4


Offenbarung 23 – 55. Heiliger Gral 2.0



Erster Eindruck: Zahlreiche Zeit- und Ortswechsel

T-Rex entschlüsselt immer weiter die Hintergründe des globalen Spiels der Mächte, die Matrix, und sucht dieses mal nach dem Heiligen Gral – allerdings nicht dem bekannten Gefäß, sondern nach Trons Vermächtnis, dem Streben seines Tuns. Gemeinsam mit Nolo macht er sich dabei auf die Suche quer durch Europa, und schließlich kommt er einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur...

Das Haupthandlung von Offenbarung 23 nähert sich mit großen Schritten dem Ende, nach Folge 57 ist der aktuelle Handlungsrahmen beendet. Die drittletzte Folge dieses Zyklus mit dem Titel „Heiliger Gral 2.0“ beginnt recht ungewöhnlich und lässt die sieben Hauptfiguren direkt miteinander kommunizieren und dabei noch einmal grob den bisherigen Stand der Handlung zusammenfassen, dies geschieht aber außerhalb der eigentlichen Geschichte und hat eher kommentierenden Charakter. - quasi die Meta-Ebene zu der Serie. Eine gute Viertelstunde vergeht so, vielleicht ein bisschen zu lang bevor es mit der eigentlichen Handlung losgeht. Das Stilmittel der plötzlichen Zeit- und Ortswechsel sorgt auch hier wieder für Irritationen und ein hohes Maß an geforderter Aufmerksamkeit, aber eben auch für Dynamik und eine schnelle Verkettung der einzelnen Szenen. Was hinter Trons Lebenswerk steckt ist dann relativ schnell herausgefunden und ein recht interessanter und reizvoller Gedanke, hätte aber noch besser ausgekostet werden können – vielleicht geschieht dies ja noch in einer der nächsten beiden Folgen. Die Handlung ist insgesamt gut erzählt, an einigen Stellen wirkt sie aber etwas wirr und will nicht so recht auf den Punkt kommen. Das Ende ist dann wieder typisch für die Serie, eben weil es wieder ziemlich abgedreht zugeht und die dargebotenen Informationen durch eine sehr ungewöhnliche Weise präsentiert werden. Insgesamt eine gute Folge der Serie, die stellenweise aber noch Potenzial nach oben bietet.

Die bekannte Sprecherriege leistet auch hier wieder gute Dienste. Alexander Turrek kann als T-Rex mit seiner markanten Stimme überzeugen und setzt ihn sehr gradlinig um. Marie Bierstedt kann hier als Nolo wieder einige Facetten zeigen, von liebevoll und sanft über wütend und genervt bis verzweifelt kann sie glaubhafte Emotionen vermitteln. Till Hagen spricht als Ian G. wieder mit einem stetigen diabolischen Unterton und bringt eine Spur Überheblichkeit mit ein. Weitere Sprecher sind Rüdiger Schulski, Lutz Riedel und Uve Teschner.

Akustisch wird hier hier wieder solide und gut produzierte Kost geboten, wobei die Sprecher und die Dialoge immer stark im Vordergrund stehen, während die eingesetzten Sounds lediglich begleitend wirken. Dazu gehören einige eher unauffällige, aber gut passende Musikstücke sowie einige Geräusche. Ab und an während der Szenenwechsel tritt die akustische Gestaltung dann aber auch stark hervor und gibt laute und nicht gerade angenehme Geräusche wieder.

Der Heilige Gral wird auf Zeichnungen meist von hellem Licht umgegeben dargestellt – witzig, dass dies hier mit einem alten Computer ebenfalls geschieht, sodass der Hörer gleich eine Ahnung bekommt, was der „neue“ heilige Gral sein könnte. Präsentiert wird dies wie immer vor dem tiefschwarzen Hintergrund und mit dem auffälligen Logo der Serie.

Fazit: Diese Folge kratzt schon heftig an der Aufdeckung aller Geheimnisse und der Auflösung des sehr komplexen Serienhandlung. Die gemachten Fortschritte werden wie immer in langen Dialogen vorgenommen. Insgesamt ist dies gut gelungen, wobei einige irritierende Elemente vorhanden sind.

VÖ: 15.März 2015
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-66-8


Offenbarung 23 – 54. Mozart, oder: Mitternacht in Wien



Erster Eindruck: Ungewohnt leise Töne

Auf dem Rückflug nach Deutschland erhält T-Rex eine neue Chiffre, die ihn nach Wien schickt und die Spur eines musikbegeisterten Klassikfans schickt, dessen Name interessante Parallelen zu dem Mozarts aufweist. Und in der österreichischen Stadt scheinen die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu verschwimmen, sodass sich Georg gemeinsam mit Nolo auf die Spuren Mozarts heftet...

Offenbarung 23 steuert sicher auf das große Finale um den Handlungsstrang von Jan Gaspard zu – doch Folge 54 merkt man dies kaum an. Denn hier wurde nur ganz am Ende leicht auf die Rahmenhandlung um T-Rex und seine mächtigen Gegenspieler angespielt, Entscheidendes oder Klärendes ist hier nicht vorzufinden. So konzentriert sich „Mozart, oder: Mitternacht in Wien“ ganz auf den begnadeten Komponisten Mozart, sein Schaffen, sein Leben und auch seinen Tod. Dass dabei einige Verschwörungstheorien aufgegriffen werden und zusammen zu einer ganzen Geschichte verknüpft werden, mag bei Offenbarung 23 kaum überraschen. Das Tempo wirkt hier sehr gedrosselt, die Konzentration liegt auf recht langen Dialogen. Das ist eine wohltuende Abwechslung zu sonstigen Folgen, so schleichen sich aber auch einige zu langwierige Passagen ein. Es ist interessant, im Leben Mozarts zu forschen, ihn kennenzulernen, zumal der Blick in die Vergangenheit sehr stimmungsvoll geraten ist. Eine ungewöhnliche Folge der Serie, an die man sich erst ein bisschen gewöhnen muss, die dann aber gelungen ist.

Da die Folge sehr ruhig erzählt ist, hat sich auch Alexander Turrek als T-Rex deutlich zurückgenommen und spricht meist ernst und mit eingängiger Betonung. Tammo Kaulbarsch ist in der Rolle des Mozart zu hören und bringt die Dramatik der damaligen Zeit sehr gut zur Geltung. Helmut Krauss ist als Erzähler hier nicht allzu oft im Einsatz, kann diese Passagen aber eindringlich wie immer gestalten. Weitere Sprecher sind unter anderem Martin Oberleitner, Klaus Dittmann und Lutz Riedel.

Musik des großen Komponisten Mozart zu verwenden bietet sich bei diesem Thema natürlich an, sodass immer wieder klassische Stücke zu hören sind. Besonders gut ist dies in der Introszene gelungen, in der Mozart selbst eine seiner Inszenierungen kommentiert und somit auch dem ungeübten Hörer Klassik etwas näher bringt. Geräusche sind hier nicht allzu laut zu hören, sorgen aber immer wieder für die passende Atmsphäre.

Natürlich ist das Konterfei von Mozart in einem sehr berühmten Gemälde auch auf dem Cover abgebildet, dass als einziger heller Farbklecks vor dem dunklen Hintergrund auftaucht. Zu sehen ist neben dem ausladenden Logo noch ein altes Gemäuer und eine Straße in Wien, die wie im Hörspiel noch mit einem alten Fiaker befahren wird.

Fazit: Die Abkehr von der Rahmenhandlung und die ruhige Erzählweise dieser Geschichte sind eine gelungene Abwechslung in der sonst so hochtrabenden Serie. Mozarts Leben, Wirken und Tod stehen hier im Mittelpunkt, was in langen und informativen Dialogen geschieht. Erst am Ende geht es ein wenig um die Rahmenhandlung, was wieder Lust auf mehr macht.

VÖ: 12.Dezember 2014
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-62-0


Offenbarung 23 – 53. Die Klima-Maschine



Erster Eindruck: Zusammenhänge werden klarer...

Nach seinem Aufenthalt in der Area 51 erhält Georg Brand eine neue Chiffre, die ihm von Tron zugespielt wurde. Sie enthält Wetterkarten, die ein ungewöhnlich konstantes Klima über einem bestimmten Gebiet in den USA beweisen. Doch bevor sich T-Rex richtig in die Ermittlungen stürzen kann, gerät er wieder in die Fänge der amerikanischen Geheimdienste, die weitere Informationen von ihm erpressen wollen. Doch dies läuft ganz anders als geplant...

Mit großen Schritten geht der momentane Handlungsstrang von Offenbarung 23 dem Ende entgegen, und das merkt man der 53. Folge „Die Klima-Maschine“ deutlich an – und das nicht nur, weil hierauf auch im ersten Dialog hingewiesen wird. Die Dialoge beschäftigen sich viel mit den Hintergründen der Handlung und decken weitere Zusammenhänge auf, tauchen noch tiefer ein und stellen das Spiel der Geheimdienste und deren Gegenspieler immer wieder in den Mittelpunkt. Das ist zwar spannend und sorgt für einige Aha-Effekte, ist mir aber oft zu dialoglastig und hätte dynamischer gestaltet werden können. Und auch das eigentliche Thema, die Verschwörungstheorie um die Klima-Maschine, kommt etwas zu kurz und kann sich kaum entfalten. Nichtsdestotrotz ist durch die spannend geschriebenen Dialoge und die packenden Hintergründe eine gelungene Folge entstanden, die Fans doch noch überraschen kann und die Rahmenhandlung weit nach vorn treibt.

Die wunderbare Ulrike Stürzbecher lässt ihre sonst so warme Stimme einen sehr kalten Klang annehmen und verleiht Starling so einen sehr interessanten Klang, den sie mit gekonnter Betonung und viel Kraft weiter nach vorn treibt. Holger Löwenberg ist als FBI-Agent zu hören und kann sich unter all den starken Stimmen mit prägnanter Aussprache behaupten. Alexander Turrek spricht natürlich wieder Georg Brand alias T-Rex und kann erneut eine sehr gekonnte und professionelle Performance abliefern. Weitere Sprecher sind Rüdiger Schulski, Gordon Piedesack und Helmut Krauss.

Durch die teilweise recht langen und ruhigen Dialoge liegt der Fokus hier klar auf den Sprechern, die den größte Teil der Atmosphäre bestimmen. Doch an mehreren Stellen bleibt auch genügend Raum für passende und präzise eingefügte Geräusche, die die Szenen lebendiger oder dramatischer wirken lassen. Musikalisch hält sich das Produzententeam hier wieder größtenteils zurück.

Das ausladende und verschnörkelte Logo prangt natürlich auch wieder hier an der Oberseite des Covers, der tiefschwarze Hintergrund wird hier jedoch zu großen Teilen von dem eigentlichen Motiv verdeckt. Eine einsame Landstraße verläuft hier vom Betrachter weg, während am Horizont Blitze zucken und ein gigantischer Wirbelsturm die Landschaft verwüstet – eine gelungene Anspielung auf das Thema der Folge.

Fazit: Die Rahmenhandlung der Serie wird hier wieder um große Schritte vorangetrieben, was allerdings etwas dialoglastig geraten ist und so nicht immer die übliche Dynamik präsentiert. Dafür ist das ganze spannend erzählt und macht einige Zusammenhänge noch klarer.

VÖ: 17.Oktober 2014
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-53-8


Offenbarung 23 – 52. Area 51



Erster Eindruck: Amerikas Staatsgeheimnis

T-Rex ist in der geheimnisumwitterten Area 51 gelandet, in der die USA der Legende nach außerirdische Lebensformen untersuchen – und eine absolute Sperrzone errichtet haben. Und auch T-Rex ist alles andere als erwünscht, seine professionelle Spionageausrüstung erweckt zusätzliches Misstrauen. Und da er keine plausible Erklärung für seinen Aufenthalt hat, wird zu deutlich rabiateren Methoden gegriffen....

Seit dem Relaunch von Offenbarung 23 bei Highscore Music hat sich die Erzählweise leicht geändert, und dazu gehören auch krasse Cliffhanger als Überleitung zur nächsten Folge. Und so wurde der Hörer in Folge 51 mit der großen Frage allein gelassen, warum sich Serienheld Georg Brand plötzlich in Area 51 wiederfindet. Genau dort schließt die gleichnamige nächste Episode an, freilich ohne den mysteriösen Transport zu dem Sperrgebiet aufzuklären, das wird sich für etwas später aufgespart und dann immer noch recht holprig erklärt. Statt die Handlung in den Mantel der Rahmengeschichte einzuquetschen, funktioniert diese Folge wieder weitgehend losgelöst vom Rest und kann auch für sich selbst stehen. Das tut der Handlung sehr gut, denn so kann man sich ganz auf die Geheimnisse der Area 51 konzentrieren. Zudem wurde hier etwas Tempo herausgenommen, sodass die einzelnen Sequenzen besser ausgekostet werden können. Und so wird ein abwechslungsreicher Verlauf geboten, der mit zahlreichen Wendungen sehr kurzweilig gestaltet ist. Thematisiert werden dabei in einer recht heftigen Szene auch Foltermethoden, doch auch eine sehr humorvolle Gestalt mischt das Geschehen auf und sorgt für einige Lacher. Mir hat das Hörspiel Spaß gemacht, der Abwechslungsreichtum und auch die geschliffenen Gedankenanstöße zu den Hintergründen von Area 51 konnten mich überzeugen.

Hörspielurgestein Douglas Welbat ist als Derrick Orb zu hören, mit seiner markanten Stimme und der ausdrucksstarken Betonung kann er sehr gekonnt und glaubwürdig sprechen. Santiago Ziesmer ist in einer sehr interessanten Rolle zu hören und verbindet gekonnt Härte und Stärke mit bissigem Humor, wobei er seine außergewöhnliche Stimme dunkel und volltönend klingen lässt und ihr damit nch weitere Facetten entlocken kann. Thomas Petrou spricht die Rolle des William Brazel nicht weniger aussagekräftig und präsentiert sich von einer sehr professionellen Seite. Weitere Sprecher sind Gordon Piedesack, Rüdiger Schulzki und Philipp Draeger.

Die akustische Umsetzung hält sich an das Sounddesign der gesamten Serie und verbindet die Dialoge mit ein wenig harter, prägnanter Musik, die sich allerdings während der Szenen zurückhält und vor allem während der Szenenwechsel erklingt. Einige deutlich zurückhaltendere Melodien erklingen aber auch während der Handlung und verliehen dem Hörspiel eine gekonnte Atmosphäre, die nicht zu aufdringlich erscheint.

Die Cover zur Serie sind für ihre Schlichheit bekannt, auch hier wurden der goldene, verschnörkelte Schriftzug und der schwarze Hintergrund mit einem simplen Motiv kombiniert, hier steht ein Schild mit dem Schriftzug „Entering Area 51“ auf einem Maschendrahtzaun im Vordergrund, hinten sich einige typische Gebäude zu sehen. Auch hier ist die Sprecherliste direkt auf der Rückseite abgedruckt.

Fazit: Diese Folge funktioniert auch losgelöst von der Serienhandlung und hält sich nicht an die enge Einbindung der Folgen, sodass man sich ganz auf die Verschwörungstheorien um Area 51 konzentrieren kann. Das ist mit Spannung, bedrohlichen Szenen, gelungenen Dialogen und auch einer Prise Humor umgesetzt worden – eine Kombination, die mir hier sehr gut gefallen hat.

VÖ: 1.August 2014
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 4260147772819


Offenbarung 23 – 51. The Mad Scientists



Erster Eindruck: Seiner Zeit Voraus

T-Rex ist zu Besuch in den Babelsberger Filmstudios, um sich noch einmal für die gelungenen Special Effects für seinen inszenierten Tod zu bedanken. Rick Brode bringt ihn dabei auf die Spur des fast vergessenen Erfinders Nikola Tesla, der seiner Zeit deutlich voraus schien und heutige Technologie bereits als realistisch bewertet hat. Doch auch Ian G und Tron sind nicht untätig und beobachten T-Rex aus der Ferne...

Die Cliffhanger in der Verschwörungstheorienserie „Offenbarung 23“ werden gerade seit der Wiederauferstehung bei Highscore Music immer heftiger und rätselhafter – um sich in der nächsten Folge als deutlich harmloser herauszustellen als gedacht. Auch in der 51. Folge der Serie wird der Cliffhanger des Vorgängers aufgeklärt – nicht ohne vorher eine ausführliche Rede des Erfinders Nikola Tesla zu hören, der eine so wichtige Rolle einnimmt. Hier lernt man langsam, den Charakter zu durchschauen, seine Weltanschauung zu begreifen, doch dieses wird im Laufe der Folge immer deutlicher, ohne dass er selbst jemals wieder auftritt. Schön, wie das Schaffen, das Wirken und das Leben des Mannes immer weiter aufgedeckt wird. Auch die Rahmenhandlung ist gelungen, geschickt wird diese mit den Theorien über Tesla verwoben. Die Grundbedingungen über das Verhältnis von T-Rex, Ian G., Tron und den anderen wird weiter beleuchtet, ein echtes Schmankerl für Fans der Serie, aber jedes neue Detail wirft auch weitere Fragen auf. Der Verlauf der Folge bleibt recht ruhig, wobei immer wieder zwischen den verschiedenen Handlungen gewechselt wird. Zum Schluss wird es mit dem technischen Fortschritt doch etwas zu sehr übertrieben, endet aber immerhin in einem – wie sollte es anders sein – interessanten Cliffhanger, der direkt auf die nächste Folge anspielt. Eine kurzweilige Folge mit einem sehr interessanten und gut aufbereiteten Thema.

Mit JayJay tritt ein neuer Kommilitone von T-Rex auf, der bisher unerwähnt blieb, dafür aber reichlich über die gesamte Konstellation zu wissen scheint. Gesprochen wird er von Patrick Bach, der sich auch dieser Szenerie gut anpassen kann und eine gekonnte Vorstellung abliefert. Till Hagen spricht mit seiner markanten, ausdrucksstarken Stimme wieder den Ian G. mit leicht diabolischem Unterton und der gewohnten Dynamik. Udo Schenk ist in der oben erwähnten anfänglichen Szene als Nikola Tresla zu hören, die er mit Kraft und viel Ausdruck gestalten kann. Weitere Sprecher sind unter anderem Robert Kotulla, Douglas Welbat und Uwe Hügle.

Auch in Sachen Inszenierung kann diese Folge überzeugen, die Stimmung wurde gekonnt umgesetzt, die einzelnen Szenen mit passender Musik begleitet und so unterstrichen. Doch diese hält sich insgesamt eher zurück und lässt mehr Raum für Geräusche, die einige Stellen markant ausstaffieren, ansonsten eher aus dem Hintergrund die Atmosphäre beeinflussen.

Ein gezeichneten Portrait des Wissenschaftlers Nikola Tresla ist auf dem Cover zu sehen, dieses wurde mit hellen Punkten und Linien interessant ausgestaltet. Neben ihm ist ein Energieblitz in einem blauen Kreis zu sehen, der auf die Bedeutung Treslas für entsprechende Forschungen anspielt. Der Rest ist schlicht wie immer gestaltet, das Innere des Booklets wird wieder vorrangig für Werbezwecke genutzt.

Fazit: Eine sehr interessante Folge, in der besonders Nikola Tresla gut zur Geltung kommt, seine Sicht auf die Welt und die Weitsicht seiner Erfindungen sind spannend aufbereitet. Auch die Handlung kann mit einigen Höhepunkten aufwarten, deckt weitere Hintergrundinfos über die große Verschwörung auf und kann so für gute Unterhaltung sorgen.

VÖ: 6.Juni 2014
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-51-4


Offenbarung 23 – 50. Im Zeichen der Mistel



Erster Eindruck: Chemiewaffen gegen das römische Imperium

Bei einem Kauf über eine Internetplattform entdeckt T-Rex eine neue Chiffre von Tron, die den Bogen bis in die Zeit der römischen Feldzüge reicht. Andeutungen, dass die Kelten den Untergang des römischen Reiches heraufbeschworen hätten, bringen ihn auf eine heiße Spur in der Gegenwart. Die Folgen für die gesamte Bevölkerung sind heftig, und damit ruft T-Rex natürlich wieder seine Gegner auf den Plan…

Mit „Im Zeichen der Mistel“ ist die Jubiläums-Folge Nummer 50 der Verschwörungstheorien-Serie Offenbarung 23 erschienen und präsentiert sich hier mit einem sehr bekannten Thema, das in witziger Umsetzung im Stil der 80er Jahr-Hörspiele umgesetzt wurde. Doch dies ist nur ein Aufhänger, ein Reizpunkt denn eigentlich hat „Im Zeichen der Mistel“ viel mehr zu erzählen. Es geht um eine sehr aktuelle Verschwörungstheorie, die sehr umfassend ist und die gesamte Bevölkerung direkt betrifft. Der Bogen bis in die lang entfernte Vergangenheit wird dabei mühelos geschlagen und noch sinnvoll mit aktueller Informationstechnik verknüpft. Sehr gelungen, zudem wird hier viel Potenzial zur eigenen Recherche und zum eigenen Nachdenken geboten. Leider kann die Story da nicht in allen Punkten mithalten. Auch hier werden wieder Szenen eingestreut, die der Hörer vorerst gar nicht einordnen kann, die nicht zum bisherigen Verlauf der Serie zu passen scheinen. Eine Auflösung dieser Punkte lässt dann auch noch auf sich warten, sodass man einige Szenen doch recht skeptisch betrachtet. Das ist ein Stilmittel, das mir persönlich nicht so recht gefallen mag, das aber seine Wirkung nicht verfehlt und das Interesse hoch halten kann. Einige Fragen, die schon länger im Raum stehen, werden beantwortet, allerdings dann auch wiederum neue gestellt, sodass man als Hörer der Serie mit gerade so vielen Informationen auskommen muss, um alles verstehen zu können. Eine abwechslungsreiche und insgesamt gut erzählte Folge mit interessantem Thema, die aber mit einigen Stolpersteinen umgesetzt wurde.

Der Stammcast dominiert auch hier wieder das Hörspiel, nur wenige Gastrollen sind in dem Konzept der Folge vorgesehen. So ist wieder Arianne Borbach als undurchsichtige Margo zu hören, mit ihrer tiefen, markanten Stimme kann sie die Rolle geheimnisvoll und oft überraschend wirken lassen. Lutz Mackensy hat wieder viel Hinterlist in seinen Klang verwoben, sodass St. Clair wieder eine ganz besondere Aura erhält. Helmut Krauss beweist einmal mehr, wie spannend auch die Rolle eines Erzählers sein kann, er spricht hier teilweise direkt zum Publikum und gestaltet seine Passagen sehr atmosphärisch. Weitere Sprecher sind Dominik Pobot, Jürgen Holdorf und Peter Flechtner.

Die akustische Umsetzung des Hörspiels ist wieder auf einem recht hohen Niveau. Der Fokus liegt deutlich auf den Dialogen und wird dabei nur von wenig Musik unterbrochen, und auch die Geräusche halten sich insgesamt zurück, sind aber durchaus passend eingebaut. Besonders auffällig ist die Erinnerung an die 80er-Jahre-Hörspiele geworden, diese sind sehr auffällig mit verschiedenen Sounds unterlegt und heben sich deutlich vom Rest ab.

Schlicht und doch gekonnt wie eh und je ist das Coverdesign auch für diese Folge. Der tiefschwarze Hintergrund vermittelt einen Eindruck von Geheimnis, hat aber auch etwas Edles. Das wird durch das auffällige goldene Logo noch unterstützt. Als Motiv wurde dieses mal – passend zum Titel – ein kleiner Mistelzweig gewählt, dessen weiße Beeren hell in der sanften Belichtung schimmern.

Fazit: Die Einbindung des bekannten Themas und die sehr interessante Verschwörungstheorie, die mit der heutigen Zeit verknüpft wird, sind zwei ansprechende Aufhänger für diese Folge. Allerdings wird der Hörer auch immer wieder irritiert zurückgelassen, was den Erzählfluss hemmt. Insgesamt aber eine gelungene Folge mit einigen sehr starken Szenen.

VÖ: 4.April 2014
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-50-7


Offenbarung 23 – 49. Sündenfall



Erster Eindruck: T-Rex und der Vatikan

Durch eine weitere Chiffre von Tron stößt T-Rex auf ein Geheimnis, dass die Welt in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Die Spur ist eine Ungereimtheit in der Bibel und führt den Hacker in die tiefsten Wirren des Vatikans, in der Korruption herrscht und die mächtigen die Geschicke der Menschheit bestimmen. Doch ein uralter Orden versucht, die Institution Kirche zu stürzen – mit der Hilfe von T-Rex…

Es sind immer wieder brisante Themen, die die Hörspielserie Offenbarung 23 aufgreift. Die auf Verschwörungstheorien basierenden Handlungen scheuen kaum ein Tabu und integrieren es in eine Haupthandlung, die durch das Zusammenspiel verschiedener Mächte seinen Reiz gewinnt. In der 49. Folge mit dem Titel „Sündenfall“ ist das Thema besonders vielversprechend, es geht um die katholische Kirche und insbesondere auch um Kardinal Ratzinger, der später zum Papst gewählt wurde. Die Handlung ist deutlich gesprächsorientierter als in früheren Folgen, Actionelemente sind deutlich heruntergefahren und nehmen hier keinen nennenswerten Platz ein. Viele, lange Dialoge bilden das Kernstück der Geschichte und offenbaren so einige Gedankengänge über die Kirche. Das ist zwar spannend aufbereitet, teilweise aber auch etwas verwirrend, weil der Hörer sehr viel Input bekommt und sich die einzelnen Elemente kaum richtig festsetzen, richtig wirken können. Und wer sich selbst schon mal mit Kirchenkritik befasst hat, bekommt hier nur wenig Neues geboten. Die Rahmenhandlung wird hier deutlich nach vorn getrieben und enthält wieder einige Informationen über das Zusammenspiel der verschiedenen Mächte um Georg Brand, was besonders eingefleischte Fans freuen dürfte. „Sündenfall“ ist eine sehr gut erzählte und spannende Folge, die den Hörer an einigen Stellen verblüffen und mit starken Dialogen überzeugen kann.

Der weitaus größte Teil der Sprecher ist schon aus vorigen Folgen bekannt und agiert wie immer sehr professionell. Im Mittelpunkt natürlich wieder Alexander Turrek als T-Rex, der mit seiner markanten und eingängigen Stimme den dynamischen Hacker sehr lebendig darstellen kann. Till Hagen ist wieder als Ian G. zu hören und gibt dem Hörer mit seiner geheimnisvollen Stimme ebenso viele Rätsel auf, wie er löst. Friedrich Georg Beckhaus ist in dieser Folge neu dabei, seine sehr eindringliche Stimme setzt er gekonnt ein und sorgt für Gänsehautstimmung. Weitere Sprecher sind Philine Peters-Arnolds, Lutz Mackensy und Marie Bierstedt.

Dadurch, dass die Handlung vorrangig auf Dialogen basiert und Actionelemente deutlich reduziert sind, wirkt die akustische Gestaltung wesentlich unauffälliger als in anderen Folgen. Doch leise Musik im Hintergrund beeinflusst die Stimmung doch deutlich und sorgt für einen atmosphärischen Gesamteindruck, der durch wenige Geräusche, die zur Handlung passen, ergänzt wird.

Am auffälligsten an den Covern der Serie ist immer der verschnörkelte Schriftzug, der in glänzendem Gold auf schwarzem Untergrund prangt. Das hier gewählte Motiv sieht bei näherer Betrachtung aus wie einem alten Gemälde übernommen, gezeigt werden die nach vorn gestreckten Hände eines katholischen Würdenträgers, die Arme durch eine weiße Kutte verdeckt. Das kleine beiliegende Booklet enthält recht viel Werbung.

Fazit: Die Konzentration auf die Dialoge ist zwiespältig: Einerseits ist diese Folge deutlich stimmungsvoller als actionbetonte Vorgänger, wirkt aber auch verwirrender aufgrund der Vielzahl der präsentierten Theorien und Aussagen. Eine sehr dichte Erzählweise und das Vorantreiben der Haupthandlung macht diese Folge aber zu einer gelungenen, die mit ihrem brisanten Thema überzeugen kann.

VÖ: 7.Februar 2014
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-32-3


Offenbarung 23 – 48. Das brisanteste Paket der Welt



Erster Eindruck: Kollision in der Luft

Georg Brandt und Kim Schmittke werden wieder von ihren Feinden verfolgt und nehmen eine Boeing Richtung Budapest. Dort erhalten sie eine weitere Chiffre, die sie auf den Fall zweier kollidierten Flugzeuge bringt – eine russische Passagiermaschine und ein Flugzeug der DHL. Wie immer zeihen sie daraus die ersten Schlüsse, doch auf einem weiteren Flug gibt es plötzlich Turbulenzen…

Äußerst erfolgreich und insbesondere engagiert wird die schon beinahe für tot erklärte Serie „Offenbarung 23“ unter der Federführung des Autors Jan Gaspard bei Highscore Music fortgeführt. Auch Folge 48 kombiniert wieder das Recherchieren im Umfeld einer konkreten Verschwörungstheorie mit der spannenden Fortführung der Rahmenhandlung um Georg Brandt. Dieser muss sich wieder gegen die dunklen Mächte in Gestalt schon einiger bekannter Personen erwehren, was hier in recht großen Schritten vorangetrieben ist und die bekannte Atmosphäre aus Intrigen und bedeutungsschwangeren Dialogen mit sich bringt. Neu ist dies nicht – muss es aber auch nicht, da dieser Part wieder sehr gelungen ist. Doch auch die hier verarbeitete Verschwörungstheorie kann sich hören lassen. Mit dem rasanten Einstieg und der ebenso schnell Einführung in das Thema wird die Spannung direkt hoch gehalten. Immer weitere Hinweise kommen ans Licht und geben Hinweise darauf, warum die beiden Maschinen zusammengestoßen sein könnten. Dabei wird der Fall nicht ins letzte Detail aufgeklärt, sondern dem Hörer einiges selbst zur Interpretation überlassen. Eine sehr gute Methode, die der Serie durchaus steht. Lediglich Georgs scheinbare Superheldenfähigkeiten wirken hier ab und an etwas zu übersteigert, Fehler oder Schwächen werden ihm anscheinend nicht mehr zugestanden. Eine runde und spannende Folgen, die die Stärken der Serie in sich vereint.

Auch die Sprecher überzeugen wieder mit positivem Ausdruck und unterstützen sowohl die Spannung als auch den Verlauf der Handlung. Allen voran natürlich wieder der wunderbare Alexander Turrek, der als Georg Brand mit seinem standfesten Auftreten eine gekonnte Leistung abliefert. Uve Teschner hat einen weiteren Auftritt als Amman Sachs, den er mit sehr markanter Stimme und extrovertierten Ausdruck meistert. Michael Harck, den man schon seit einiger Zeit nicht mehr in kommerziellen Hörspielen gehört hat, kann als Peter Nielsen ein gelungenes Comeback feiern. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Jan-David Rönfeld und Uwe Hügle.

Die akustische Umsetzung ist wieder der Handlung angemessen und präsentiert einen präzisen, realistischen Klang, der mehr auf Geräusche und Sounds setzt als auf atmosphärische Musik. So bekommt alles einen recht harten und scharfen Ausdruck. Nur bei einigen Szenen wurden kleine Melodien als Hintergrund eingesetzt, um die Betonung auf die dortigen Dialoge zu richten.

Seit Veröffentlichung der Serie hat sich das Coverdesign kaum verändert, der verschlungene und goldene Schriftzug prangt auch hier über allem und hebt sich vor dem rein schwarzen Hintergrund ab. Als Motiv wurde die explodierende Feuerkugel beim Flugzeugzusammenstoß gewählt. Das Innere unterscheidet sich nicht von den vorigen Folgen und ist für Werbung und die Mitwirkenden reserviert, während die Sprecher auf der Rückseite zu finden sind.

Fazit: Das Thema dieser Folge und die Fortführung der Rahmenhandlung stehen hier in einem sehr ausgewogenen Verhältnis zueinander und ergänzen sich gegenseitig. Dabei entsteht nicht nur die typische Stimmung dieser Folge, sondern auch eine ordentliche Portion Spannung. Das Ende, das nicht alles restlos aufdeckt, passt sehr gut dazu.

VÖ: 6.Dezember 2013
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-27-9


Offenbarung 23 – 47. Rüde Gebrüder



Erster Eindruck: Ein Geheimnis aus Schweden

1986 wird der schwedische Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße erschossen. Zwar gibt es einige Zeugenaussagen, aber ein Täter konnte nie gefasst werden. Auf diese Geschichte stößt Georg Brand bei einem Besuch bei seiner Mutter, die ein mysteriöses Videoband für ihn parat hält. Noch ahnt Georg nicht, welche Bahnen der Fall bis in die Gegenwart zieht…

Folge 46 der wieder von Jan Gaspard verfassten Serie Offenbarung 23 endete mit dem wohl unglaublichsten und merkwürdigsten Cliffhanger der ganzen bisherigen Serie. Umso verständlicher, dass die Fans in Folge 47 mit dem klangvollen Titel „Rüde Gebrüder“ auf eine Auflösung harrten – und diese wird auch recht zu Beginn geliefert, konnte mich aber nicht so recht überzeugen. Zu nebenbei wird dies dem Hörer präsentiert, zu unaufgeregt wirkt das Ganze im Vergleich zum Cliffhanger, zu wenig erfährt er über die Hintergründe (und die klingen vom Grundsatz her sehr spannend und hätten sicherlich noch reichlich Gesprächsstoff geboten). Dafür ist die erzählte Handlung sehr gut gelungen. Das Intro schildert auf Grundlage eines Zeitungsartikels die Vorfälle um den Mord an Olof Palme, gibt minutengenaue Beobachtungen verschiedener Zeugen an und geben so einen umfassenden und recht temporeichen Einblick in die damaligen Ereignisse, sodass diese sehr präsent wirken. Danach entwickelt sich – mit der oben genannten Ausnahme – eine gut erzählte und spannende Geschichte, die nicht nur immer tiefergehend von dem Mordanschlag berichtet, sondern auch die Rahmenhandlung deutlich nach vorne treibt. Die Verwicklungen um die bereits bekannten Charaktere sind dramatisch geschildert und in bester Manier der Serie dargestellt, packend, intensiv und eindringlich. Nur der inflationäre Einsatz diverser Kraftausdrücke in einer Actionszene wirken etwas fehl am Platze – dadurch wirkt die Situation weder dynamischer noch spannender. Eine gut produzierte und gut erzählte Folge.

Philine Peters-Arnolds hat zu Anfang der Folge einen sehr gelungenen Auftritt als Georgs Mutter. Diesen absolviert sie sehr resolut und tatkräftig, durch ihre raue, etwas keifende Stimme bringt sie einen gewissen Humorfaktor mit ein. Eine gelungene Rolle, die ich gern noch einmal hören würde. Die restlichen Hauptsprecher sind schon hinlänglich aus den vorigen Folgen bekannt und können wieder voll überzeugen. Dazu gehört auch der wunderbare Helmut Krauss als Erzähler Nat Mickler, mit seiner tragenden, sonoren Stimme, der seine Parts sehr treffsicher und mit perfektem Timing spricht. Peter Flechtner ist als Kim Schmittke zu hören, der von völliger Ahnungslosigkeit und kämpferischem Mut eine breite Palette an verschiedenen Ausdrucksweisen parat hat. Weitere Sprecher sind Lutz Mackensy, Till Hagen und Robert Missler.

Sehr gekonnt wurde das Geschehen hier in Szene gesetzt, die Handlung wirkt durch den geschickten Einsatz von verschiedenen Geräuschen sehr präsent, die verschiedenen Vorgänge werden nahe an den Zuhörer getragen. Die Musik hält sich – typisch für die Serie – eher zurück, hinterlässt aber ab und an dezenten Spuren und kann die Atmosphäre besonders während der Erzählpassagen gut gestalten.

Überraschend direkt ist die sehr Darstellung auf dem Cover, normalerweise wird das Motiv zur jeweiligen Folge immer nur angedeutet. Gezeigt wird ein erschossener Mann, der ausgestreckt und mit dem Gesicht nach unten auf einer Straße liegt. Der Hintergrund verschwimmt immer mit dem dunklen Schwarz, welches das Cover dominiert. Die Aufteilung der restlichen Aufmachung ist recht ungewöhnlich und etwas unübersichtlich, enthält aber alle notwendigen Informationen.

Fazit: Auch wenn der Cliffhanger der letzten Folge etwas stiefmütterlich aufgelöst wird, ist die Folge wegen der guten Haupthandlung gut gelungen. Die Ermordung von Schwedens Ministerpräsident wird hier genau nachgezeichnet, zudem platzieren sich wieder die verschiedenen Mächte der Serie in spannenden Szenen und einem flüssigen Verlauf.

VÖ: 4.Oktober 2013
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-25-5


Offenbarung 23 – 46. Lizenz zum Gelddrucken



Erster Eindruck: Verfolgungsjagd auf T-Rex und Kim

Ein kleiner Bauernhof mitten in Deutschland wird des Nachts brutal überfallen. Zwar kommen die Bewohner mit dem Leben davon, doch der Schrecken soll sie bald aus ihrem Haus treiben. Hinter alledem steckt Margo mit ihren Anhängern, sie will wegen Immobilienspekulationen an das Grundstück herankommen. Doch T-Rex ist ihr auf den Fersen und erfährt wieder Erschreckendes…

Dass „Offenbarung 23“ nach der Rückkehr zu der alten Storylinie einige Neuerungen und Umstrukturierungen erfahren hat, ist ja erst einmal nicht wirklich tragisch. Im Gegenteil: Dass T-Rex aus der reinen Opferrolle heraustritt und aktiv im Spiel aus Macht und Überwachung, Intrigen und Spielchen mitmischt, tut der Serie sehr gut und bringt sie auf eine neue Ebene. Was allerdings in der 46. Folge dazu geboten wird, mag dann so gar nicht zum Rest der Serie passen. Die Hauptfigur zeigt hier eine Härte, die man von ihm gar nicht erwartet hätte, ist beinahe genauso skrupellos wie seine Gegner und hat auch fast deren technische Mittel und durchschaut die Dinge genauso gut – und das wirkt dann eben doch eher unpassend. Besonders am Ende kommt dies zum Tragen, spätestens hier ist der Entwicklung der Charaktere schwer zu folgen. Das ist schade, denn die Ansätze, die hier präsentiert werden, sind durchaus lohnenswert und bieten interessante Gedankenspiele. Gern hätte man mehr von Margos Machenschaften erfahren, doch nach der sehr gut inszenierten Introszene auf dem Bauernhof ist hiermit auch schon wieder Schluss. Das Thema ist die weltumfassende Wirtschaftskrise und dabei insbesondere die Rolle der Banken. Hierbei wird viel Hintergrundwissen vermittelt, das wirkt aber eher wie aus einer öffentlich-rechtlichen Talkshow als aus einem Unterhaltungshörspiel. Zu trocken wird dies teilweise vermittelt. Einige spannende Szenen und das Versteckspiel von T-Rex und seinem Freund Kim Schmittke können zwar noch etwas Dynamik in die Handlung bringen, insgesamt ist die Entwicklung dieser Folge aber nicht sehr erfreulich.

Alexander Turrek, der in den letzten Folgen eine so positive Leistung gezeigt hat, scheint die plötzliche Wandlung seines Charakters T-Rex nicht ganz nachvollziehen zu können und überzieht an einigen Stellen deutlich. Peter Flechtner steht ihm in den meisten Szenen als Kim Schmittke hilfreich zur Seite, er kann die Dialoge erden und bringt Glaubwürdigkeit mit ein. Auch Amman Sachs hat wieder einen Auftritt, Uve Teschner kann den geheimnisvollen Mann gut zur Geltung bringen. Weitere Sprecher sind Arianne Borbach, Stefan Friedrich und Peter Weis.

Die akustische Umsetzung ist auch hier wieder gut geglückt, wie immer herrscht hier in den meisten Szenen eine eher nüchterne Atmosphäre vor, sodass die Dialoge für sich allein wirken können. Die eingesetzte Musik setzt dann gekonnte Akzentpunkte und überrascht mit einigen gelungenen Elementen. Auch die Geräuschkulisse wirkt stimmig und ist gut an den Verlauf der Handlung angepasst.


Ziemlich symbolisch und bedeutungsschwanger kommt das Motiv des Covers daher. Abgebildet ist – wie immer vor dem rein schwarzen Hintergrund – die Flagge der europäischen Union fällt in sich zusammen, gebildet ist sie aus vielen Puzzleteilen, die nach unten wegbrechen. An der restlichen Aufmachung hat sich nichts geändert, wie schon bei den vorigen Folgen sind die Sprecher wieder auf der Rückseite angegeben.

Fazit: Die plötzliche und starke Veränderung des Hauptcharakters wirkt hier sehr deplatziert und unglaubwürdig, dabei werden die guten Ansätze der Geschichte leider negiert.

VÖ: 21.Juni 2013
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-23-1


Offenbarung 23 – 45. Rheingold



Erster Eindruck: Auf der Suche nach dem Schatz

Im Reisebüro, in dem Nolo arbeitet, wartet eine neue Chiffre auf T-Rex, die wieder von Tron stammt. Ein Modell eines alten Zuges führt ihn ins Rheintal, doch nur langsam kommt er dem großen Geheimnis um das sagenhafte Nibelungengold auf die Schliche. Zahlreiche Hinweise auf das Versteck des Schatzes wollen entschlüsselt werden, und natürlich tauchen auch wieder alte Bekannte im Spiel auf…

Die Themenvielfalt von Offenbarung 23 ist schon erstaunlich. Neben aktuellen Themen über Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit geht die Serie auch gerne mal auf längst vergangene Historie oder alte Sagen ein. Auch die 45. Folge der Serie widmet sich einem solchen Thema: Dem Nibelungenschatz und der damit verbundenen Mythologie. Und somit startet die Folge auch mit einer etwas längeren Szene, die die Geschichte um Hagen von Tronje erzählt, natürlich wieder verknüpft mit den Stimmen von T-Rex, Margo und Co. Dieses dient zwar gut zur Einstimmung auf das Thema, ist aber etwas zu lang geraten und wirkt mit seiner altertümlichen, aber unnatürlichen Sprachwahl leicht fehlplatziert. Danach baut sich in typischer Manier der Serie langsam die Geschichte auf und intensiviert sich immer mehr, lässt sich aber auch Zeit und geht intensiv auf die kleinsten Hinweise und Chiffren ein. Auffällig dabei auch die langsame Sprache mit den häufigen Wiederholungen, die zwar gut zum Verständnis der Zusammenhänge sind, aber auch Tempo aus der Geschichte nehmen. Gegen Ende zieht die Handlung natürlich an, die Handlung wird dichter, das Geheimnis wird entschlüsselt und nimmt spannende Wendungen, aber es bleibt das Gefühl, dass in der Stunde Laufzeit etwas mehr hätte erzählt werden können. Die Handlung ist dafür wirklich gut erzählt, die Zusammenhänge spannend und lebendig zusammengefasst.

Kim Schmittke, der Georg Brand auf seiner Suche nach dem Rheingold begleitet, wird von Peter Flechtner gesprochen, der glaubwürdig klingt und auch die manchmal etwas komplizierten Satzbauten oder Ausdrucksweisen spontan wirken lässt. Helmut Krauss ist wie immer der Erzähler, seine prägnante Stimme trägt viel zu der gelungenen Gesamtstimmung des Hörspiels bei. Und auch Ariane Borbach ist mal wieder kurz zu hören, ihre geheimnisvolle Stimme mit dem tiefen Klang ist wieder sehr angenehm zu hören. Auch Alexandr Turrek, Marie Bierstedt und Jaron Löwenberg sind zu hören.

Die akustische Untermalung hat sich in den bisherigen Folgen gut bewährt, und auch ebendiese wird hier auch gesetzt. Das bedeutet, dass die Szenen teilweise mit leiser Musik unterlegt sind, um den dortigen Informationen mehr Gewicht zu verleihen. Und auch die Geräusche sind passend, aber eher dezent eingesetzt, um die Dialoge mehr in den Mittelpunkt zu rücken und so die Handlung stärker zu betonen.

Die Aufteilung ist immer noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig: Während auf der Rückseite der Hülle der meiste Raum für die Sprecherangaben reserviert sind und die Handlung in die rechte obere Ecke gequetscht wurde, sind im kleinen Booklet viel Werbung und die übrigen Produktionsangaben zu finden, die überraschend viel Platz einnehmen. Das Titelbild mit einigen wertvollen Schmuckstücken und dem wie immer rein schwarzen Hintergrund passt gut zum Thema und in die Optik der Serie.

Fazit: Insgesamt eine gute Folge der Serie die gut aufgebaut ist allerdings fehlt es grad im Mittelteil etwas an Schwung und so hängt sie dort leicht durch. Vielleicht hätte man hier und da alles etwas straffen können und dadurch viellcht 10-15 Minuten eingespart da am Ende schon irgendwie das Gefühl bleibt das in den 60 Minuten Laufzeit wenig Story erzählt wurde.

VÖ: 1.Februar 2013
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 978-3-943166-17-0


Offenbarung 23 – 44. Die Zahl des Tieres



Erster Eindruck: Dreimal die sechs all überall

In letzter Zeit wird T-Rex von Alpträumen geplagt, die ihm einen Einblick in einen vergessenen Teil seiner Kindheit gewähren. Zusammen mit Nolo fährt er quer durch Belgien, um das Schloss zu finden, das in seinen Träumen eine zentrale Rolle einnimmt – und kommt ausgerechnet durch ein Videoband, das Tron von einer Autobahn gemacht hat, auf eine heiße Spur, die auch heute nichts von ihrer Brisanz verloren hat...

Dass Offenbarung 23 noch nie vor brenzligen Themen halt gemacht hat, wurde schon des öfteren in der bewegten Vergangenheit der Serie bewiesen. Doch dieses mal legt Autor Jan Gaspard noch einmal eine Schippe drauf und verbirgt hinter einem recht harmlosen Anfang ein wirklich heißes Eisen: Pädophilie und Sadismus. Die Suche nach einem bestimmten Schloss und die eher unspektakuläre Aufzeichnung von Tron lassen bei weitem nicht auf die Tragweite dieser Folge schließen. Das Ganze ist dann auch richtig spannend aufbereitet und steigert sich immer mehr, bis in einer bizarren Party und einem heftigen Gefühlsausbruch von Nolo der Höhepunkt erreicht wird. Glücklicherweise wird hier nicht mit wirklichem Schrecken und deutlichen Worten auf billige Schockmomente gesetzt, sondern ganz auf die Phantasie des Hörers gesetzt, die schon schrecklich genug sein kann. Auch wenn einiges an der Zahlensymbolik doch ein bisschen weit hergeholt klingt und eine Szene mit den typischen, recht schwer zu verfolgenden Verschwörungstheorien in Kurzform vorkommt, ist hier eine sehr starke Folge der Serie entstanden, die sich wieder intensiv mit einem Thema beschäftigt und eine – zumindest ansatzweise – gar nicht mal so unrealistisch klingende Verschwörung an den Tag fördert. So kann es gern weitergehen!

Alexander Turrek hat als neuer Hauptsprecher gleich zwei Vorzüge für die Fans: Einerseits klingt er wirklich zum Verwechseln ähnlich wie der ehemalige Sprecher David Nathan, andererseits (und das ist der wesentlich größere Pluspunkt) macht er seine Sache richtig gut und kann die Rolle mit Glaubwürdigkeit ausstatten. Marie Bierstedt beweist einmal mehr ihre große Palette an Gefühlen und Ausdrücken als Nolo und kann Spannung, Genervtheit und tiefem Schrecken sehr gut darstellen. Fans dürfen sich über den kurzen Auftritt von Arianne Borbach als Margo freuen, der wieder mal sehr gelungen und aussagekräftig ist. Weitere Sprecher sind Peter Flechtner, Till Hagen und Helmut Krauss.

Highscore Music beweist hier, dass auch sie die Geschichte um T-Rex gekonnt inszenieren können. Die Musik bleibt zu großen Teilen im Hintergrund und überlässt den Dialogen und den Sprechern den Vortritt, kann aber mit gut platzierten Melodien Akzente setzen. Die Geräusche lassen die einzelnen Szenen plastischer wirken und hinterlassen einen durchaus positiven Eindruck.

Der ausladende Schriftzug ist geblieben und dominiert auch hier wieder das Cover, der rein schwarze Hintergrund ist ebenso zum Markenzeichen der Serie geworden. Das Motiv ist dieses mal ein wenig zweideutig: Auf den ersten Blick wirkt es wie eine der berühmten venezianischen Masken, man kann aber durchaus auch ein Kindergesicht darin erkennen. Die von Tränen getrübten Augen sind dann aber wieder eindeutig auf das Thema der Folge bezogen.

Fazit: Ein mitreißendes Thema, das einem sehr nahe geht, spannend aufbereitet und mit vielen starken Szenen gespickt – eine sehr gelungene Folge der Serie!

VÖ: 16.November 2012
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 4260147771966


Offenbarung 23 – 43. Totale Vernichtung



Erster Eindruck: Der Brand im Montblanc-Tunnel

T-Rex wähnt sich in der Obhut von Amman Sachs, immerhin Mitglied der Schweizer Garde, recht sicher und geht wieder seinen Recherchen nach. Er beschäftigt sich mit dem schrecklichen Brand im Montblanc-Tunnel, der zahlreichen Menschen das Leben gekostet hat. Vor Ort macht er sich ein Bild davon, ob es wirklich nur ein Unfall war – oder eben doch mehr als nur das…

Offenbarung ist bei einem neuen Label zurückgekehrt und greift die Handlung um Hacker Georg Brand wieder auf. Folge 42 war die erste, die bei Highscore Music erschienen ist, und diese war nicht ganz glücklich gewählt. Mit Nummer 43 geht es nun bedeutend stärker weiter, zumal wieder auf ein konkretes Ereignis angespielt wird. Und so ist der Prolog auch eine Szene von den schrecklichen Brand, kurz danach richtet Erzähler Helmut Krauss das Wort direkt an den Hörer, um die verstorbenen Helfer zu ehren – einerseits natürlich eine gute Sache, andererseits natürlich auch ein wenig pathetisch. Die nachfolgende Handlung ist gut erzählt und kann gut unterhalten, die Handlung ist vorrangig auf die Verschwörungstheorie über den Brand bezogen, die Ränkespiele um T-Rex sind begleitendes Werk – so soll es sein, so entstehen die stärksten Folgen der Serie. Die Spannung weiß sich zu steigern, die Ereignisse aus einem anderen Licht betrachtet und sogar Bezug auf ein weiteres Ereignis nimmt. Auch dass Koordinaten des Tunnels durchgegeben werden, sodass der Hörer im Internet nachrecherchieren und sich die Orte anschauen kann, weiß zu gefallen. Das wurde gut aufbereitet und ist eine sehr hörenswerte Folge der Serie, selbst wenn an der Sprache durchaus noch hätte gefeilt werden können.

Helmut Krauss fungiert in seiner Rolle Nat Mickler als Erzähler, seine unverwechselbare Stimme führt den Hörer durch das Hörspiel, seine Beschreibungen der Umgebung sind immer wieder Anspielung auf das Kommende beigefügt, mit denen Krauss die Spannung steigert. Marie Bierstedt gefällt mir als Nolo nach wie vor sehr gut, wirkt in einer Szene aber etwas zu hysterisch, ist sie doch sonst zur coolen jungen Frau geworden. Ulrike Stürzbecher ist als Starling zu hören und stellt die undurchsichtige Agentin gekonnt dar, bewahrt ihr immer einen Touch an Geheimnisvollem. Weitere Sprecher sind unter anderem Jaron Löwenberg, Martin Kessler und Nachrichtensprecher Jens Riewa.

Die erste Szene, in der der Brand im Tunnel aus der Sicht eines Retters thematisiert wird, ist akustisch sehr eindrucksvoll umgesetzt worden. Geräusche und die Schreie der Menschen erschaffen eine sehr bedrückende Szenerie, in der der Schrecken nachempfunden werden kann. Auch die restliche Umsetzung kann überzeugen, Musik und Sounds passen gut zueinander und sind auf die Handlung abgestimmt.

Das Cover mit dem auffälligen und hübsch verschnörkelten Logo zeigt vor dem typischen schwarzen Hintergrund ein brennendes Auto, davor ein Mann, der abwehrend die Arme hochhält. Die restliche Gestaltung ist ein wenig unorthodox, setzt beispielsweise die Sprecherliste auf die Rückseite und die Produktionsinfos im Fließtext im Inneren. Zudem ist die Seitenlasche nicht sehr hübsch gelungen.

Fazit: Diese Folge von Offenbarung hat mir gut gefallen, und diese Richtung wünsche ich mir auch vom Produzententeam: Auf ein konkretes Ereignis bezogen und trotzdem noch integrierte Rahmenhandlung.

VÖ: 21.September 2012
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 4260147771898


Offenbarung 23 – 42. Die Illuminaten



Erster Eindruck: Rückkehr von T-Rex, Nolo und Co

Georg Brand alias T-Rex hält sich weiter in der Schweiz versteckt, in einem unbedachten Moment wird er allerdings entführt und in einen unterirdischen Bunker gebracht. Dort erfährt er von den Illuminaten, dem legendären Geheimbund. Aber T-Rex wäre nicht T-Rex, wenn es ihm nicht gelingen würde, seinen Entführer wieder zu entkommen…

29 Folgen von Offenbarung 23 gab es bisher aus der Feder von Jan Gaspard, danach wurde mit einer komplett neuen Geschichte angefangen. Nach dem Aus der Serie bei Lübbe Audio setzt Highscore Music nun wieder am alten Handlungsstrang an und hat auch den Autor wieder mit im Produktionsteam. Tatsächlich setzt diese Folge genau dort an, wo Nummer 29 aufgehört hat, sogar eine kurze Einführung über einige wichtige Ereignisse entfällt. Gut, wer die letzte Folge noch einmal gehört hat, um sich alles in Erinnerung zu rufen, ansonsten dürfte nach der langen Pause der Einstige wieder recht schwer fallen. Die Story ist gar nicht so sehr auf ein großes Geheimnis oder ein Thema bezogen wie ansonsten, vielmehr stolpert T-Rex von einer Gefangenschaft in die nächste, teilweise haarsträubende und sehr unrealistische Rettungsaktionen trüben immer wieder das Gesamtbild. Hinzu kommen immer wieder Dialoge, die gespickt sind mit Namen und Andeutungen, die man nicht unbedingt gleich versteht, einige Formulierungen wirken recht merkwürdig, einige Sätze ziemlich abgehackt. Doch auch das alte Flair der Serie kommt wieder auf, wenn T-Rex in einem Dialog gegen Ian G. zurückfeuert. Eine eher durchwachsene Folge der Serie, zu viele Winkelzüge wirken zu überfrachtet.

Zum Neustart beim neuen Label gibt es auch einige Umbesetzungen der einzelnen Rollen. So ist als T-Rex Alexander Turrek zu hören, der David Nathan bei der Hauptrolle ablöst. Stimmlich klingen die beiden recht ähnlich, und auch von Ausdruck her gibt es zahlreiche Parallelen. Turrek kann die Rolle glaubhaft wirken lassen und hinterlässt einen durchaus positiven Eindruck. Tupac wird von nun an von Xavier Naidoo gesprochen, nur leider wirkt er gekünstelt und ein wenig übertrieben geheimnisvoll, diese Besetzung hat mir leider nicht gefallen. Uve Teschner ist als Amman Sachs zu hören, dessen markanter Klang gut zu der interessanten Rolle passt. Immer noch dabei sind Marie Bierstedt, Till Hagen und Helmut Krauss.

In Sachen Akustik muss sich der geneigte Hörer der Serie nicht groß umstellen, das Sounddesign ist in weiten Teilen gleich geblieben. Neben der gitarrenlastigen Titelmelodie wird nur wenig Musik eingesetzt, meist nur im Hintergrund oder als Szenenübergang. Die Geräuschen sind etwas lauter und prägnanter als gewohnt, was aber auch an der Actionlastigkeit dieser Geschichte liegen mag.

Auch das Coverdesign ist übernommen worden, das Logo ist gleich geblieben. Passend zum Illuminaten-Thema ist darauf die bekannte Pyramide mit dem Auge darin zu sehen. Die schlichte Abbildung ist durchaus reizvoll, der Aufdruck „Das Original von Jan Gaspard“ darf anscheinend auch nicht fehlen. Im Inneren ist sehr viel Platz für Werbung verwendet worden, die Produktionsinfos wirken dabei etwas gequetscht.

Fazit: Der Neustart verläuft mit dieser überfrachteten und unglaubwürdigen Folge etwas unglücklich, auch wenn es natürlich freut, dass die Geschichte um T-Rex weiter erzählt wird.

VÖ: 21.September 2012
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 4260147771881


Offenbarung 23 - 37. Hexensabbat



Erster Eindruck: Ein Plan wird ausgeführt...

Der Vorsitzende der adeligen Pretorianerloge Graf Eberhardt von Hohensalzer hat viele Rückschläge einstecken müssen. Die geheimnisvolle Nadja Uljanow unterstützt ihn mit einem mächtigen Hilfsmittel sein Ziel zu erreichen und beschwört dabei ein unglaubliches Phänomen herauf. Auch als Tom, Pia und Florian hinter Graf Eberhardts Plan kommen, können sie es kaum fassen...

Nach einer extrem starken Vorgängerfolge waren die Erwartungen an Nummer 37 "Hexensabbat", die zeitgleich erschienen ist, relativ hoch. Auch hier wird wieder mehr Wert auf Toms Vorgeschichte mit der Entführung gelegt, die Thematik wird nicht wie in einigen anderen Folgen lediglich am Anfang erwähnt. Gut so, denn hier liegt das größte Potential der Serie. Statt um Nadja Uljanow wird dieses mal der Faden um Graf Eberhardt weitergesponnen, und das auf äußerst interessante Art. Denn hier wird sein eigentlicher Plan offenbart, der ziemlich ungewöhnlich für die Serie ist und gerade deshalb eine interessante Abwechslung bietet. Erstmals werden mysteriöse Elemente in die Serie eingespeist, sodass es an einigen Stellen richtig gruselig wird. Schön, dass dabei an dem sachlichen Grundtenor festgehalten wird. Die Abgedrehtheit des Planes und der faszinierende Grundgedanke sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, ich jedoch habe auch diese Folge als sehr stark empfunden und gerne gelauscht.

Lutz Riedel vollführt mit seiner Stimme als Graf Eberhardt wahre Wunderdinge, indem er die schizophrene Seite seines Charakters wunderbar herausarbeitet. Tilo Schmitz ist wieder als Alexander Andropow zu hören, auch er liefert als ehemaliger Geheimagent eine tadellose Leistung ab. Denise Gorzelanny spricht die resolute Kneipenwirtin Jutta erneut sehr sympathisch. Weitere Sprecher sind Udo Schenk, Detlef Bierstedt und Regina Lemnitz.

Die akkustische Gestaltung hält sich auch in dieser Folge eher zurück, was einen recht nüchternen Ton ergibt. Lediglich in den spannungsgeladenen Szenen ist Musik als Stilmittel eingesetzt worden, was gut gelungen ist und diese Szenen besonders hervorhebt. Der Einsatz der Geräusche ist ebenfalls lobenswert.

Ein mysteriöser brennender Hexenstern, mit Kerzen in den fünf Spitzen und einem Tierschädel im Inneren - das Motiv der Covergestaltung zu "Hexensabbat" hätte treffender nicht sein können, weicht aber fast von dem schlichten Grundgedanken der Covergestaltung ab. Trotzdem ein toller Blickfang und ein stimmungsvolles Äußeres.

Fazit: Auch die 37. Folge der "Offenbarung 23"-Serie ist wie der Vorgänger sehr spannend geworden und geht mehr auf die Hintergrundgeschichte ein.

VÖ: 13. November 2009
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4204-4


Offenbarung 23 - 36. Liebesgrüße nach Moskau



Erster Eindruck: Dunkelheit all überall

Ein Stromausfall legt Berlin außer Gefecht, Tom, Pia und Florian suchen in Jürgen Schubert Imbissbude mit Notstromaggregat Zuflucht. Als im Radio Details über die geplante Übernahme des deutschen Stromnetzes durch russische Investoren bekannt werden, ist Tom schockiert: Er kennt diese Stimme - aus seiner Gefangenschaft!

Nach den letzten Folgen kam leise die Frage auf, warum man Toms Verschwinden so aufwändig konstruiert hat, wurde dieses Thema an sich doch gar nicht weiter beachtet. Dies ändert sich - endlich - mit der 36. Folge von "Offenbarung 23", denn hier wird diese Geschichte weiter vertieft und um neue Elemente bereichert. Mittelpunkt hiervon in die Russin Nadja Uljanow, die von Tom als seine Entührerin identifiziert wird. Eine hochgefährliche Jagd auf die hinterlistige und machthungrige Frau wird gestartet, und so können sich auch die verschiedenen Personen der geheimen Organisation besser entfalten und ihre einzigartigen Fähigkeiten einbringen. Dass dies in eine weitere thematische Einbindung mit den Stromausfall geschieht, ist umso lobenswerter und steigert den beängstigenden Bezug zur Realität noch weiter. Die gebotenen Details über die russische Verbrecherorganisation heizen die Stimmung des Hörspiels weiter an und steigern Spannung ind Interesse der Rahmenhandlung deutlich. So sollte es mit "Offenbarung 23" weitergehen, denn trotz der vielen Passagen, die vom Erzähler Helmut Krauss in fast jeder Folge wiederholt werden und dem inlationären Gebrauch der Vornamen der Hauptpersonen, sind auch die Dialoge besser und glatter gelungen.

Erneut sind die Sprecher der Serie Vollprofis und können ihre Charaktere gut erfassen. Besonders gut gefallen hat mir dabei Arianne Borbach als Nadja Uljanow, die wunderbar hinterhältig wirkt. Als Karl von Stetten ist Marcel Collé zu hören, auch er schafft ein umfassendes Bild seiner Rolle. Christin Marquitan spricht erneut als Grace Jones und überzeugt einmal mehr mit prägnanter Stimme. Weitere Rollen übernehmen Andy Martern, Michael Pan und Tilo Schmitz.

Das Sounddesign der Serie hat sich grundsätzlich nur minimal variiert. Der veränderte Introsatz, gesprochen von Franziska Pigulla, ist mit dramatischerer Musik unterlegt, ansonsten wird wieder die eher nüchterne Produktionsweise von einigen Musikstücken unterbrochen, was eine angemessene Grundstimmung für die Geschichte schafft.

Gewohnt schlicht ist die Covergestaltung, neben dem auffälligen Schriftzug sind vor schwarzem Hintergrund die typischen russischen Puppen zu sehen. Dass die dritte Puppe durch eine Handgranate ersetzt wurde, ist ein witziger optischer Anreiz. Gewohnt schlicht ist das Innere der Hülle, auf dem Klappentexte sind wieder kaum Informationen über den Folgeninhalt zu finden.

Fazit: Eine wirklich gute Folge, die endlich die Hintergrundgeschichte vorantreibt und dabei spannend und unterhaltsam ist. Weiter so!

VÖ: 13. November 2009
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4203-7


Offenbarung 23 - 35.Im Namen des Volkes



Erster Eindruck: Das Hörspiel zur Bundestagswahl

Woran liegt es, dass in Deutschland immer weniger Leute zur Wahl gehen - ihrer einfachsten Möglichkeit, die Politik des Landes mitzubestimmen? Als Tom Baumann und seine Freunde Pia und Florian auf das Thema aufmerksam werden, geraten sie an eine riesige Verschwörung, die die Zukunft der Welt verändern könnte...

Ein kommerzielles Hörspiel mit aktuellem politischem Hintergrund - in welcher Serie ist dies denkbar wenn nicht in "Offenbarung 23"? Und so dreht sich in der 35. Folge mit dem Titel "Im Namen des Volkes" alles um das sinkende politische Interesse in Deutschland. Um es vorweg zu nehmen: An den unglücklichen Formulierungen der Dialoge hat sich wenig getan, sodass der Einstieg nicht einfach fällt. Auch eine Fortführung der Ereignisse um Toms Entführung findet nicht statt. Davon abgesehen ist "Im Namen des Volkes" eine wesentliche Verbesserung zu den vorigen Folgen. Das Thema ist genauso interessant wie brisant, der Bezug zur Realität größer denn je. Ob die Verschwörungstheorie so wirklich umsetzbar wäre sei einmal dahingestellt - schließlich ist Offenbarung immer noch ein fiktionales Hörspiel und kann mit Themen spielen und auf die Spitze treiben. Trotzdem ist die Geschichte sinnvoll aufgebaut und bietet am Ende einige Spannungsmomente. Auch wenn auch hier noch einige Sachen hätten verbessert werden können, "Im Namen des Volkes" ist ein echter Lichtblick für die Serie und lässt Hoffnung auf eine wesentliche Verbesserung aufkommen.

Auch hier wurde wieder viel Wert auf eine ausgewogene Mischung von Sprechern gelegt, die allesamt eine gute Leistung abliefern. Gelobt werden muss an dieser Stelle einmal Helmut Krauss als Erzähler. Er schafft in seinen Texten die richtige Mischung aus Ruhe und Sachlichkeit. Lutz Riedel ist als Graf Eberhard zu hören und überzeugt mit einer dynamischen Aussprache. In einer kleinen Nebenrolle als Museumsführer ist Storyerfinder und Regisseur Lars Peter Lueg zu hören. Zudem darf man sich noch auf Lutz Mackensy, Björn Schalla und Andy Martern freuen.

Letztgenannter ist auch für die Musik in dem Hörspiel zuständig. Er schafft eine eher schlichte Atmosphäre, die mit dem Einsatz weniger Musikstücke ein wenig Pepp erhält. Auch in dieser Folge hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr akkusitische Stilmittel gewünscht.

Der erhabende deutsche Bundestag ist das gewählte Covermotiv für diese Folge - sehr passend, wie ich finde. Die restliche Gestaltung ist wieder extrem schlicht und unauffällig, der Klappentext verrät einmal mehr nur wenig über die Folge, indem er nur das Thema nennt.

Fazit: Eine recht gute Folge für "Offenbarung 23" mit hochaktuellem Thema und spannenden Theorien.

 


Offenbarung 23 - 34. Gesundes Toxin



Erster Eindruck: Impfungen auf dem Prüfstand

Tom ist entsetzt als er hört, dass Pia gegen keine einzige Krankheit geimpft ist. Doch bei einem Gespräch mit ihrem Vater erhält er einen ganz anderen Blick auf die Dinge. Das Interesse für das Thema ist entfacht, und schnell recherchieren Florian, Pia und Tom, bis sie auf eine neue Verschwörung stoßen...

Die 34. Folge der "Offenbarung 23"-Reihe widmet sich ganz dem Thema Impfschutz und hinterfragt dieses auf vielfältige Weise. Nach einem durchaus humorigen Einstieg mit einer kleinen Warnung vor dem Hörspiel verläuft die Geschichte nicht uninteressant und liefert durchaus kleine Gedankenanstöße. Zwar könnte mit einer Steigerung des Tempos die Spannung erhöht werden, aber insgesamt ist die Geschichte recht gut gelungen. Das größte Problem der Serie ist aber nach wie vor die Dialogführung: Konstruierte Gespräche mit Sätzen, die völlig unnatürlich wirken, verhindern ein wirkliches Mitfühlen oder -fiebern, durch holprige Formulierungen wird man immer wieder aus der Geschichte gerissen. Hinzu kommt, dass die drei Hauptfiguren sich unwahrscheinlich oft mit dem Vornamen anreden - allein in dieser Folge über 40 mal bei einer Laufzeit von unter 60 Minuten! Auch dies ist so auffällig, dass man sich nicht wirklich in die Story hineinversetzen kann. Auch fehlt mir eine Weiterenwicklung der Hauptgeschichte um Toms Entführung. Schade, denn der gute Ansatz der Handlung wird so im Keim erstickt. Vielleicht sollten Autor und Verlag noch an der einen oder anderen Stelle etwas herumfeilen.

Die Sprecher sind allesamt erfahrene Vollprofis und gut in Form, können aber die unglaubwürdigen Dialoge nicht wirklich retten. Mit seiner ungewöhnlichen und einprägsamen Stimme sticht Michael Pan als Hendrik von Boysen wieder hervor und spricht seinen Charakter mit viel Leidenschaft. Als geheimnisvolle Nadja Uljanow ist Arianne Borbach zu hören, die mit ihrer tiefen Stimme immer wieder ein Genuss ist. Auch Detlef Bierstedt ist erneut als Jürgen Schubert wieder mit dabei und überzeugt mit treffsicherer Aussprache. Weitere Sprecher sind unter anderem Dietmar Wunder, David Nathan und Marie Bierstedt.

Die atmosphärische Gestaltung des Hörspiels ist recht zurückgezogen und setzt nur während weniger Szenen einige Akzente, meist jedoch sind nur die Dialoge an sich zu hören. An der einen oder anderen Stelle hätte die Musik mehr in den Vordergrund treten können, um zusätzliche Spannung aufzubauen, insgesamt ist die Akkustik aber gelungen.

Eine Hand, die gerade eine Spritze setzt, dazu das verschnörkelte Logo, der Folgentitel und ein schlicht schwarzer Hintergrund - auch bei der 34. Folge geht das Coverkonzept auf und sorgt für einen kleinen Blickfang im Hörspielregal.

Fazit: Die Geschichte ist gut, die Dialoge sind es nicht. Schade, denn so bleibt "Gesundes Toxin" hinter seinen Möglichkeiten zurück.


Offenbarung 23 - 33. Der Schatz der Loge



Erster Eindruck: Waffengeschäfte und Wiederholungen

Tom, Pia und Flo leben sich immer noch in ihrer neuen WG ein, die von Operation 13 zur Verfügung gestellt wurde. Gerade diese Geheimorganisation bittet die drei, Nachforschungen zu den Prätoritanern anzustellen, die plötzlich in illegale Waffengeschäfte verwickelt sind. Pias Vater, Hendrik van Boysen, der am Messie- Syndrom leidet, bringt sie auf eine erste Spur. Doch auch das Böse ruht nicht…

Mit Folge vier des Neustarts der "Offenbarung 23"-Serie, beziehungsweise Folge 33 in der eigentlichen Nummerierung, wurde der eigentlich gute Auftakt direkt wieder in den Sand gesetzt. Das liegt aus meiner Sicht weiterhin nicht an der neuen Konstruktion der Geschichte, diese birgt weiterhin großes Potenzial und kann durchaus spannend sein, wie die ersten beiden Folgen erahnen ließen. Doch leider gesellen sich hier zu den nach wie vor holperigen Dialogen etliche Wiederholungen aus den vorigen Folgen - teilweise Wort für Wort. So bekommen wir erneut jedes Detail der Imbissbude zu hören, genauso wie über den Laden zur Sicherung der Privatsphäre. Das kommt insgesamt recht ermüdend und langatmig herüber, dass einem der Spaß an der Folge genommen wird. Auch die Handlung ist auf ein Minimum herabgesenkt und bietet fast nur Variationen des Altbekannten. Die vorher aufgebaute Spannung kann nur am Ende wieder aufgegriffen werden, als einige wohl gewählte Sätze von Schwester Augusta das Verschwinden und die Gehirnwäsche von Tom Baumann wieder aufgreifen und weitere Hintergründe offenbaren. Ich bin gespannt, ob die Pause bis zur Veröffentlichung der neuen Folgen sinnvoll genutzt werden, um die bisherigen Fehler auszubessern (insbesondere die Dialogführung) und wieder spannendere Geschichten zu schaffen, denn ansonsten wird das Interesse an dem neuen Abschnitt wohl schnell wieder abflauen.

Wieder gibt es keinerlei Kritik an den durch und durch professionellen Sprechern, die sicherlich das Beste aus den Dialogen herausholen. Erzähler Helmut Krauss mit seiner ruhigen und besonnenen Stimme führt dabei gekonnt durch die Handlung, nur die oben erwähnten Wiederholungen stören hier. Detlef Bierstedt ist als Jürgen Schubert zu hören und füllt die Rolle des ehemaligen Agenten sehr gut aus und bleibt immer glaubwürdig. Und auch Arianne Borbach hat als Nadja Uljanow ihre Rolle in dem neuen Abschnitt und hat dabei kaum etwas von ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung verloren. Weitere Sprecher sind unter anderem Tilo Schmitz, Michael Pan und Andy Martern.

Weiterhin Gefallen finde ich an der Musik, die mit entspanntem Sound für eine lockere Atmosphäre sorgt. Auch der kleine Fehler der vorigen Folge, sich zu einer zu hohen Lautstärke hinreißen zu lassen, wurde glücklicherweise nicht wiederholt, sodass einer guten Untermalung - insbesondere der Szenenübergänge - nichts mehr im Wege steht.

Das Cover gefällt mir dieses mal richtig gut - durch das spritzende Wasser wirkt alles sehr beweglich und dynamisch, obwohl es weiterhin die gelungene Schlichtheit und die geheimnisvolle Ausstrahlung versprüht. Der Klappentext könnte meiner Meinung nach aber etwas mehr von der eigentlichen Handlung verraten und nicht nur einen - wenn auch sehr gelungenen - allgemeinen Text enthalten.

Fazit: Leider am guten Hörspiel vorbeigeschrammt. Trotzdem bin ích gespannt, wie es mit Tom weitergeht weil ich glaube das immer noch Potenzial in der Serie steckt


Offenbarung 23 - 32. Sehnsucht



Erster Eindruck: Alexandra und Marianne

Die Verbindung von ehemaligen Geheimagenten verschiedenster Organisationen macht Tom Baumann und seine Freunde auf merkwürdige Machenschaften in einem Casino und besonders auf die Mitarbeiterin Meike Hannsen aufmerksam. Da auch Toms Chefin, die Ordensschwester Augusta, die junge Frau kennt, ermitteln die drei. Doch was sie entdecken, führt sie auf ganz andere Spuren, auf die der Stasi...

Harte Kritik hat der "Neustart" der Offenbarung 23-Reihe einstecken müssen und auch die dritte Folge, bzw. die 32. in der laufenden Nummerierung, wird sich diesem Schicksal stellen müssen - für mich nur teilweise verständlich! Natürlich ist es nicht mehr die Serie, wie man sie gewohnt ist. Natürlich holpern die Dialoge an vielen Stellen arg. Natürlich wirkt einiges recht unglaubwürdig. Doch wenn man sich damit abfindet, dass der alte Handlungsstrang nun beendet ist und versucht, sich auf das Hörspiel einzulassen, wird auch positive Seiten entdecken. Hier wird beispielsweise der Gedanke der Verschwörungstheorien aufgegriffen, der Tod der Sängerin Alexandra wird man aus einer anderen Perspektive beleuchtet (auch wenn dies ein wenig zu kurz und undramatisch geraten ist). Mir persönlich gefällt der Grundgedanke der neuen Serie insgesamt sehr gut - verschiedene Organisationen in Berlin, darunter Ex-Agenten die im Untergrund für eine bessere Welt kämpfen. Die Figuren schwanken zwischen Glaubwürdigkeit und ein wenig Übertreibung, agieren aber größtenteils glaubwürdig. Das hohe Tempo der beiden Vorgängerfolgen wird leider nicht eingehalten, sodass stellenweise zähe Abschnitte auftauchen. Aufgrund dieser Tatsache halte ich diese Folge für etwas schwächer als Lazarus und Im Netz der Lügen, bin aber recht sicher, dass es noch einmal bergauf geht. Trotzdem: Ein wenig Arbeit an der einen oder anderen Stelle ist noch nötig.

Wie nicht anders gewohnt wird wieder eine hochwertige Sprecherriege geboten, die jedoch mit den teilweise hölzernen Dialogen zu kämpfen haben. Dabei wird nun endgültig klar, dass Regina Lemnitz als Schwester Augusta eine wichtige Rolle haben wird, worauf ich mich aufgrund der hervorragenden Leistung und der angenehmen Stimme schon freue. In einer weiteren Hauptrolle ist Dietmar Wunder als Florian Bogner zu hören, auch er spricht tadellos sauber und betont. Eine Gastrolle hat Schlagerstar Marianne Rosenberg als Marianne, die sich hörbar Mühe gibt, ihre Rolle auszukleiden, aber verständlicherweise nicht mit den anderen Vollprofis mithalten kann. Zu diesen zählen auch Ulrike Stürzbecher, Tobias Kluckert und Michael Pan.

Die Musik ist wieder recht entspannt und in den Szenenübergängen sehr gut platziert, stört aber teilweise die Dialoge durch eine zu hohe Lautstärke und zu große Präsenz. Als kleines Extra sind nach der Hauptstory noch zwei Song von der mitsprechenden Marianne Rosenberg zu hören. Mir persönlich haben sie ganz gut gefallen, werden aber nicht jedermanns Geschmack sein. Ein nettes kleines Gimmick, nicht mehr und nicht weniger.

Passend zur Alexandra-Verschwörungstheorie ist auch die Covergestaltung ganz in diesem Thema gehalten. Eine zerbrochene Schallplatte und ein Foto, dass den Flair der 50er und 60er Jahre versprüht sorgen inmitten der üblichen Aufmachung mit dem auffälligen Schriftzug für einen gelungenen Gesamteindruck.

Fazit: Vollkommen überzeugt bin ich von dieser Folge nicht, da ein wenig mehr Tempo gefehlt hat. Der Grundtenor ist aber nicht zu verachten.


Offenbarung 23 - 31. Im Netz der Lügen



Erster Eindruck: Bielefeld gibt es nicht?

Tom Baumann und seine Freunde Pia von Boysen und Florian Bogner sind mittlerweile in eine abhörsichere WG gezogen, als sie auf ein neues Computerbetriebssystem stoßen, dass völlig kostenlos zum Download bereit steht und alle Vorteile der bisherigen Systeme vereint. Doch irgendetwas stimmt damit nicht, uns die drei beginnen, sich Fragen zu stellen. Doch auch der neue Geheimdienst eines ehemaligen Ministers scheint eine Bedrohung für die Freiheit und die Privatsphäre aller Menschen zu sein...

Ein radikaler Schnitt wurde nach der Trennung von Jan Gaspard bei der Erfolgsserie "Offenbarung 23" gemacht, der zu einem völlig neuen Handlungsstrang geführt hat. Der Thematik um die Verschwörungstheorien ist mehr in den Hintergrund gerückt worden, dafür widmen man sich einer Rahmenhandlung rund um Tom Baumann, der in die Fänge eines mysteriösen Geheimbundes geraten ist und eigentlich als tot gilt. Neue Konflikte sind vorprogrammiert, und so erleben wir hier die Geschichte um den einen neuen Geheimdienst "Agentur für Datensicherheit", der mit zweifelhaften Methoden (und sehr unterhaltsam) nach Macht strebt. Erzählt wird das alles aus der Sicht von Tom Baumann, wieder wird besonders das Internet als Mittel zur Recherche genutzt, auch die Bedrohung des Abhörens und den Datendiebstahls wird spannend umgesetzt. Eine gelungene Spannungskurve, die in einem Aufsehen erregenden Finale enden, gespickt mit einer ordentlichen Portion trockenem Humor, tatsächlich existierenden Lokalitäten, interessanten Charakteren und dem Einfließen des Geheimbundes in Berlin - es ist ein wirklich sehr gutes Hörspiel geworden. Doch warum nicht ein wirklicher Neuanfang gemacht wurde (also ein neuer Serientitel mit einer neuen Nummerierung ab Folge 1) ist mir immer noch schleierhaft.

Nachwievor hervorragend sind die Sprecher, die größtenteils aus dem alten Handlungsverlauf übernommen wurden. So ist Marie Bierstedt nun als Pia von Boysen zu hören, die auch die junge Psychologiestudentin sehr glaubhaft und in ihrer bezaubernden Art zum Leben erweckt. Auch Till Hagen hat seinen Platz als Chef der Agentur für Datensicherheit Wolfgang Heinemann gefunden, seine bekannt markante Stimme mit der präzisen Betonung sticht wieder positiv hervor. Eine liebevolle Nebenrolle als resolute Barbesitzerin Jutta wird von Denise Gorzelanny äußerst charmant und ziemlich deftig gesprochen. Weitere Sprecher sind Arianne Borbach, Björn Schalla und Helmut Krauss als Erzähler.

Obwohl die Musik deutlich an den ersten Abschnitt angelehnt ist, weist sie deutliche Unterschiede auf. Alles ist ein bisschen extremer geworden, die schnellen Stücke wirken härter, die langsamen relaxter. Dabei ist alles sehr stimmig, sehr gut an die Geschichte angepasst, wobei der Fokus glücklicherweise weiterhin auf den Sprechern liegt. Abgerundet wird dieser Eindruck von realistischen Effekten.

Das Cover spielt auf das Gerücht an, Bielefeld würde es gar nicht geben, das tatsächlich Einzug in diese Geschichte gefunden hat. Eine spaßige Idee! Die restliche Aufmachung ist fast gleich geblieben. Doch meiner Meinung nach fehlt ein Hinweis auf den neuen Handlungsabschnitt, selbst im Klappentext ist kein Wort von den neuen Charakteren zu lesen.

Fazit: Gelungene Fortführung des ersten Teils, der mit spannenden Momenten und einer stimmigen und aufregenden Rahmenhandlung punkten kann.


Offenbarung 23 - 30. Lazarus



Erster Eindruck: Der Start eines neuen Abschnittes

Der Rettungssanitäter Tom Baumann wird von seinen Freunden Florian Bogner und Pia von Boysen mit Hilfe des Imbissbudenbesitzers Jürgen Schubert aus einer schrecklichen Anstalt befreit - dabei galt er lange Zeit als tot. Er selbst hat nach einer Gehirnwäsche nur verschwommene Erinnerungen und kann nicht mehr zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden. Jetzt will er unbedingt sein altes Ich zurück...

Nachdem bekanntlich Lübbe und der bisherige Autor Jan Gaspard getrennte Wege gehen, wurde der Storyverlauf von "Offenbarung 23" völlig neu begonnen, sämtliche Charaktere ausgewechselt und ein neues Thema gefunden. Geblieben sind lediglich die Hauptsprecher, die Atmosphäre sowie das allgemeine Thema "Verschwörungstheorien". Auch wenn an der einen oder anderen Stelle die Dialoge etwas steif wirken, ist die Geschichte um Tom Baumann interessant und gut umgesetzt, nach vielen etwas wirren Folgen des alten Abschnittes wird wieder eine erkennbare Linie sichtbar, die einen spannenden Verlauf verspricht. Natürlich wirkt auch hier einiges etwas unglaubwürdig, aber schließlich ist es ein Hörspiel, das unterhalten soll, keine Dokumentation. Doch warum wurde diesem gelungenen Neustart kein eigener Serientitel gegönnt? Die weitere Verwendung des Namens "Offenbarung 23" suggeriert weitere Folgen um T-Rex, da nützt auch der neue Untertitel "Das Ende aller Lügen" nichts. Natürlich möchte man eine erfolgreich aufgebaute Marke nicht einfach wegen eines Streits mit dem Autor aufgeben, deswegen wäre eine Nähe an den Titel durchaus verständlich gewesen.Aber was hier präsentiert wird ist zwar ein gut produziertes, unterhaltsames und wirklich spannendes Hörspiel, aber es ist eben NICHT "Offenbarung 23".

Die Sprecher haben sich in 29 Folgen bewährt, und auch mit der neuen Situation finden sie sich schnell zurecht. Allerdings hat man gerade in dieser Konstellation eher T-Rex und Nolo statt Tom und Pia im Ohr. David Nathan ist wieder in der Hauptrolle als Tom Baumann zu hören, den er mit seiner recht sachlichen Art auch diese Rolle gut auskleidet. Detlef Bierstedt ist als Imbissbudenbesitzer mit großem Geheimnis Jürgen Schubert zu hören, den er wie immer sehr professionell und betont spricht. Einen kleinen Auftritt als Ordensschwester Augusta hat die reizende Regina Lemnitz, die ihre warme, freundliche und kratzige Stimme wieder bestens zur Geltung bringt. Viele weitere Sprecher hatten auch schon bei ersten Handlungsverlauf der Serie eine feste Rolle, zum Beispiel Dietmar Wunder, Helmut Krauss und Lutz Mackensy.

Das neue Intro zur Serie wirkt härter und bombastischer, was auch an dem tollen Einsatz von Franziska Pigulla als neue "Stimme der Wahrheit" liegt. Ansonsten hat sich nicht sonderlich viel an der atmosphärischen Gestaltung des Hörspiels getan, an dem gelungenen Grundkonzept wurden nur Feinheiten verändert. So ist die eingesetzte Musik insgesamt etwas härter, die Qualität der eingesetzten Geräusche ist glücklicherweise so hoch geblieben.

Fast eins zu eins wurde die Gestaltung der CD übernommen, auch hier sind es nur Kleinigkeiten, die verändert wurden. Dass auch hier eine zu hohe Verwechslungsgefahr herrscht ändert nichts an der Tatsache, dass die Menschen mit den roten Kapuzen vor dem typischen schwarzen Hintergrund sehr stimmungsvoll wirken und definitiv ein gelungener Blickfang sind.

Fazit: Ein neuer Serientitel wäre hier wünschenswert gewesen, um die Folge richtig zu würdigen und sie als etwas eigenständiges zu deklarieren. Gefallen hat mir das gehört gut, man darf gespannt sein wie es weitergeht


Offenbarung 23 - 29. 9/11



Erster Eindruck: Fragen über Fragen...

Wieder entdecken T-Rex und sein Freund Kim Schmittke eine heiße Spur, die sie im Internet nachverfolgen: Der Anschlag auf das World Trade Center in New York soll schon vorher bekannt gewesen sein, unter anderem von Hackern und einer Nachrichtenreporterin. Doch sie werden wieder beobachtet, und Nat Mickler und Tron fragen sich, wer für wen arbeitet...

Lang erwartet wurde die 29. Folge von "Offenbarung 23", hat sie doch mit "9/11" einen vielversprechenden Titel zu einem brisanten, noch recht aktuellen Thema: Die Anschläge auf das World Trade Center. Doch das, was sich aus dem interessanten Ansatz entwickelt, fällt leider ins alte Schema zurück: Statt einer spannenden Handlung und einem langsamen Herantasten an das große Finale wird wieder endlos geredet - mal T-Rex und Kim Schmittke, mal Nat Mickler. Dabei gerät die Theorie vorerst in den Hintergrund, und erst nach einigen Minuten geht es langsam um die Anschläge, aber auch hier hätte wesentlich mehr herausgeholt werden können. Ein bisschen mehr Handlung, weniger langwierige Dialoge, und die Folge hätte zu einem echten Knaller werden können. So rutscht sie leider ins Mittelmaß ab und kann mich nicht vollkommen überzeugen.

Die Sprecher versuchen, die Dialoge so lebendig wie möglich zu gestalten, und aufgrund ihrer Professionalität gelingt dies sogar ansatzweise. Helmut Krauss bestreitet als Nat Mickler einen großen Teil dieser Folge und spielt mit der angenehmen Ruhe in seiner Stimme die Rolle des Undurchsichtigen perfekt. Auch Jaron Löwenberg, der die Rolle des Tron übernommen hat, kann mit einer betonten und ruhigen Sprechweise überzeugen. Toll ist auch Michael Pan als Miles Davison, dessen außergewöhnliche Stimme unverwechselbar ist. Weitere Rollen übernehmen Jan Spitzer, Björn Schalla und natürlich David Nathan als T-Rex.

Musikalisch hat sich nicht viel geändert, und so sind die meisten Stücke und Effekte schon bekannt. Diese sorgen für Auflockerung neben dem vielen Gesprochenen, könnten aber ab und an ruhig etwas abwechslungsreicher sein. Insgesamt ist die Umsetzung aber wieder gelungen.

Ein Blutverschmiertes Handy mit der amerikanischen Notrufnummer 911, ein paar Steinbrocken - das ist die bildliche Umsetzung des Themas. Schlicht, und doch weckt es viele Assoziationen und erzielt somit auf hintersinnige weise den gewünschten Effekt.

Fazit: Ich hatte mir von dieser Folge mehr versprochen als endlose Dialoge. Zwar ist das Thema interessant, an der Umsetzung hätte es jedoch einige Änderungen geben können.


Offenbarung 23 - 28. Der Untergang der MS Estonia



Erster Eindruck: Nach der Titanic nun die Estonia

Gemeinsam mit seinem Freund Kim Schmittke stößt Georg Brand alias T-Rex in den gestohlenen NSA-Daten auf eine Seekarte der Ostsee, eingezeichnet wurde der Untergangsort des gesunkenen Passagierschiffs MS Estonia. Doch warum hat sich die NSA, ein amerikanischer Sicherheitsdienst, für diese Katastrophe interessiert? Als sie einige Ungereimtheiten entdecken, buchen sie den nächsten Flug nach Helsinki, wo sie einen Zeitzeugen befragen wollen…

Viereinhalb Minuten kryptische Funksprüche, die die letzten Minuten der MS Estonia verdeutlichen sollen, eröffnen diese 28. Folge der Verschwörungs-Serie Offenbarung 23. Dies soll anscheinend spannend und aufregend wirken, verfehlt die Wirkung auf mich jedoch völlig. Nichts gegen aufschlussreiche und gut gemachte Intros, aber dieses ist wesentlich zu lang geraten! Danach jedoch entwickelt sich eine interessante Geschichte um den Untergang der Fähre, die sich nicht in den weiten Fängen der großen Story verfängt, sondern sich hauptsächlich auf den Titel gebenden Fall konzentriert. An verschiedenen Stellen erfahren die zwei immer weitere Informationen, die sich zwar nicht zu dem spektakulärsten Fall überhaupt zusammenfügen, aber dennoch insgesamt sehr unterhaltsam sind. Mit dem Prädikat zurück zur altem Stärke möchte ich dennoch vorsichtig sein, denn die Qualität der ersten Folgen ist wohl nicht mehr zu erreichen, dafür ist die Geschichte zu sehr aus den Rudern gelaufen, trotzdem kommt eine ordentliche Folge heraus, die auch Neulinge in der Serie, die am Thema interessiert sind, überzeugen dürfte.

Der Stammcast ist wie immer überzeugend, besonders David Nathan und Dietmar Wunder wirken gut aufgelegt und gestalten den ersten Teil sehr unterhaltsam und witzig. Als überlebendes Besatzungsmitglied des MS Estonia bekommen wir Lutz Schnell zu Ohr, der wie immer eine perfekte, ausgeklügelte Vorstellung abliefert. Lob gebührt auch Ulrike Hübschmann, die als Nachrichtensprecherin die harten Fakten sachlich und konzentriert vorträgt. Weitere Sprecher sind Tobias Kluckert, Michael Pan und Rainer Fritsche.

Die Musik ist wieder gut eingesetzt. Auch wenn während vieler Szenen auf einen akustischen Hintergrund verzichtet wird, setzt sie in genau den richtigen Momenten an, an denen Wichtiges für die Folge geschieht. So horcht auch der Hörer noch einmal auf und bekommt gut gestaltete Szenenübergänge und außerdem gelungene Geräusche zu Ohr.

Betont schlicht ist wieder die Covergestaltung: Schwarzer Hintergrund, das verschlungene Logo der Serie, und ein Foto, welches mehr andeutet als bestimmte Szenen ein Gesicht zu geben. Das alles passt zur Grundstimmung der Serie und wird auch hier wieder gut ausgeführt.

Fazit: Eine durchaus schlüssige Verschwörungstheorie, eine recht lockere Erzählweise, kein großes Verwirrspiel, sondern eine gradlinig erzählte Geschichte. So mag ich die Serie sehr!


Offenbarung 23 - 27. Der Mann im Mond



Erster Eindruck: Waren sie dort oder nicht?

Bei einem Einbruch, bei dem T-Rex und Kim Schmittke die alten Server von Ian G. hacken, stoßen die beiden auf ein weiteres Mysterium: Ist am 21. Juli 1969 tatsächlich ein amerikanisches Raumschiff auf dem Mond gelandet, ohne war das alles nur eine Show, um den Wettlauf mit Russland zu gewinnen? Doch die Auflösung dieses Rätsels ist für T-Rex fast zu teuer, denn er bleibt nicht lange allein…

Nach Folge 26 der Verschwörungsserie Offenbarung 23 standen viele Fragen im Raum, die nun aufgegriffen und weitergeführt werden. Natürlich wird auch hier wieder eine angebliche Verschwörung behandelt, dieses mal geht es um die Mondlandung von 1969. Ob sie nun gelandet sind oder nicht, und welche Konsequenzen das Wettfliegen hatte, wird wieder einmal schlüssig und spannend aufgearbeitet. Die Verflechtung von diesem einzelnen Fall und der Hauptstory der Serie ist einmal mehr äußerst gelungen, da keines von beiden vernachlässigt wird und sich die Handlung so ein Stück nach vorn bewegt. Eine wirklich gelungene Folge, die Lust auf die weiteren Ent- und Verwicklungen um den Hacker T-Rex macht.

Eben jener wird wie immer von David Nathan verkörpert, der wieder mit der nötigen Inbrunst spielt und so seine Rolle glaubhaft erscheinen lässt. Auch Michael Pan ist wieder als Miles Davidson zu hören, der eine gewisse Härte in der Stimme nicht vermissen lässt. Auch Helmut Krauss ist als Nat Mickler eine gute Wahl und spricht überzeugend und punktgenau. Weitere Sprecher sind Dietmar Wunder, Lutz Schnell und Tobias Kluckert.

Auch wenn die Grundstruktur der Musik die selbe ist wie in den vorangegangenen Folgen, kann man einige Varianzen, kleine Spielereien am Hauptthema ausmachen. So kommt frischer Wind in die Sache, ohne dass die passende und bekannte Musik zu weit verändert werden würde.

Das Cover ist wie immer: Schwarzer Hintergrund, vorne zum Thema passende Fotografie, ansonsten schlicht in schwarz, weiß und gold gehalten. Diese Aufmachung ist etwas Besonderes und steht der Serie äußerst gut.

Fazit: Offenbarung 23 wartet hier wieder mit einer gelungenen und spannenden Folge auf, die endlich wieder gut hörbar ist und sich nicht verstrickt. Weiter so!


Offenbarung 23 - 26. Wer hat Angst vor Norma Jeane?



Erster Eindruck: T-Rex in alter Stärke

Am 5. August wird die Leiche einer der berühmtesten Schauspielerinnen aller Zeiten in ihrer Villa aufgefunden: Norma Jean alias Marilyn Monroe. Nun stößt Hacker T-Rex auf einige Ungereimtheiten im Fall und kommt einer verstörenden Wahrheit auf die Spur. Wie ist die Schauspielerin, die soviel Leid in ihrem Leben ertragen musste, wirklich gestorben? Und was hat das mit der verschwundenen Nolo zu tun?

Offenbarung 23 nähert sich mit dem Thema Marilyn Monroe wieder allgemein bekannteren Gefilden und versucht anscheinend wieder, an alte Stärke anzuknüpfen und nicht nur im großen, allumfassenden Weltverschwörungsuniversum, sondern wieder über bekanntere Ereignisse oder Personen zu berichten. Und das ist mit dieser Folge gelungen! Die Aufarbeitung des Falls ist zwar (wie immer) leicht haarsträubend, wird aber durchaus überzeugend und schlüssig dargestellt. Auch die Einbettung in die Storyline, den roten Faden des Hörspiels, ist gelungen und am Ende wird noch eine Wendung eingebaut, die alles umwirft, völlig neue Fragen und Konstellationen aufstellt. Diese Folge kann an die genialität der ersten Folgen anschließen und die Serie bekommt somit wieder Aufwind.

Zuerst sei Dietmar Wunder erwähnt, der T-Rex treuen Freund und Helfer Kim Schmittke spricht. Er hat sich von Folge zu Folge gesteigert und weiß nun vollkommen zu überzeugen. Marie Bierstedt zeigt als Nolo mal ihre harte Seite, was trotz ihrer hellen Stimme wunderbar gelingt. Auch Till Hagen gibt als Ian G. wieder alles und spricht die Verwirrung über die neuesten Ereignisse sehr überzeugend. Weitere Sprecher sind unter anderem Jaron Löwenberg, Reinhard Kuhnert und Oliver Siebeck.

Dass die Hintergrundmusik bei den Dialogen in den letzten Folgen oft zu laut war, hat sich in dieser Folge gebessert, nun können wir wieder in Ruhe den tollen Schauspielern lauschen. Völlig verschwunden ist sie glücklicherweise nicht, sodass auch die nötige Spannung erzeugt wird. Die Geräuschkulisse ist wie immer glaubhaft gelungen.

Ganz im Stile der Serie sehen wir auf dem Cover lediglich ein Glas mit Wasser (und knallrotem Lippenstift) sowie leeren Medikamentkapseln, Gegenstände, die bei Monroes Tod eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Aufmachung ist schlicht, wird dem Hörspiel aber durchaus gerecht.

Fazit: Wieder eine Top-Folge der Offenbarung 23-Reihe mit einem interessanten Thema, schlüssigem Handlungsverlauf und einen spannenden Ende. So kann es weitergehen!


Offenbarung 23 - 25. Sex and Crime



Erster Eindruck: Ein Mordfall, der Aufsehen erregte…

Das Mannequin Rosemarie Nitribitt wird im Jahr 1957 ermordet - von einem Mann, der bestimmte Tonbänder von ihr verlangt. Der Mord konnte nie aufgeklärt werden, doch 50 Jahre später forscht der Berliner Hacker T-Rex in der Sache. Schnell findet er einige Ungereimtheiten. So konnte beispielsweise der genaue Todeszeitpunkt nicht festgestellt werden, weil die Polizeibeamten nicht die genaue Temperatur protokolliert haben. Bei den Archiven der Polizei stößt er auf weitere Besonderheiten: Eine gefälschte Briefmarke ist Jahre später aufgetaucht und zeigte die Ermordete. Auch ihr Schädel gibt einigen Aufschluss...

"Offenbarung 23 - Die Wahrheit ist unsterblich" Der Untertitel verrät, dass auch weit in die Vergangenheit zurückliegende Ereignisse gründlich beleuchtet werden. Auch hier geht es um einen Aufsehen erregenden Vorfall, der immerhin vor über 50 Jahren passiert ist. Vielleicht liegt es daran, dass das Thema dieses mal leider nicht so packend ist wie die des Vorgängers. Vielleicht auch daran, dass wieder die Drehbuchautoren wieder in die alte Erzählweise mit langen Dialogen zurückgefallen sind. Aber wirklich packend war die Folge nicht. Irritierend war, dass die Erzähltexte von Ian G. quasi als Dialoge vorgetragen sind. Nachdem man sich allerdings daran gewöhnt hat, ist die innovative Idee recht gelungen umgesetzt. Insgesamt eine durchaus solide Folge, die allerdings nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten kann.

Bei den Sprechern wurde wieder auf die qualitativ hochwertige, bereits bekannte Mischung gesetzt. Immer noch gefällt mir David Nathan als Georg Brand sehr gut, der wie immer eine ordentliche Leistung abliefert. Marie Bierstedt ist als Nitribitt zu hören, was etwas irritierend ist, weil man sie in dieser Serie Nolo zuordnet. Jaron Löwenberg ersetzt als Tron Benjamin Völz, was anscheinend leider nicht zu vermeiden war. Dennoch gefällt er mir recht gut und spricht seine kurzen Passagen engagiert und lebhaft. Ebenfalls zu hören sind Helmut Krauss, Maria Koschny und Rainer Fritsche.

Auch in Sachen Musik ist man beim Altbewährten geblieben. Auch wenn Kontinuität für eine Serie gut und wichtig wäre, wäre hier die ein oder andere Abänderung wünschenswert, wie zum Beispiel andere und besonders leisere Hintergrundmusik, während die Charaktere ihre Dialoge haben. Die Geräuschkulisse ist wie immer gelungen und glaubhaft geworden.

Das Coverfoto ist dieses mal ein echtes Highlight und ein wirklicher Hingucker: Interessant beleuchtet und erst auf den zweiten Blick ist die Blutung zu erkennen. Eine tolle Inszenierung der focoloco studios. Auch die restliche Aufmachung ist im gewohnt schlichten, aber schönen Stil gehalten.

Fazit: Ordentlich, aber nicht überragend. Für Fans der Serie sowieso ein Muss!


Offenbarung 23 - 24. Ausgespäht und Ausgetrickst



Erster Eindruck: Zurück in alter Stärke

Georg Brand ist mit Tatjana Junk und Nat Mickler in dessen Auto unterwegs, als er eine Reklametafel bemerkt, die ihn direkt anspricht - im Namen von Tron. Durch immer neue Anzeigen und Signale durch die Stadt gelotst, kommen sie schließlich an einem Gepäckband im Flughafen an und finden dort einen Laptop, der für Georg bestimmt ist. Was sie darauf entdecken, offenbart ein großes Geheimnis: Jeder Mensch wird ständig überwacht. Sie entdecken sogar diejenigen, die sie in diesem Moment beobachten, nämlich der totgeglaubte Ian G. und ein geheimnisvoller Fremder. Doch Georg entdeckt noch mehr: Eine Person seines Vertrauens ist nicht das, was sie zu sein vorgibt...

Mittlerweile 23 Folgen der Verschwörungstheorie-Serie "Offenbarung 23" wurden bisher veröffentlicht, wobei die letzten Folgen doch eher geschwächelt haben. Doch mit der nun vorliegenden 24. Folge "Ausgespäht und Ausgetrickst" scheint dieses Tief überwunden zu sein und findet zu alter Stärke zurück. Ein spannendes Puzzlestück wird der großen Verschwörungstheorie hinzugefügt: Die ständige Überwachung der Menschen ist nicht bloß möglich, sondern wird tatsächlich ausgeführt. Leider haben sich auch hier kleinere Schwächen eingeschlichen: Teilweise fällt es wieder in die langwierigen Dialoge zurück, ein großes Geheimnis um eine Person wird aufgedeckt, aber nicht weiter darauf eingegangen (ich hoffe, dass dieses in einer der nächsten Folgen getan wird) und der wuchtige Cliffhanger aus der letzten Folge wird mit ein paar Worten abgehandelt. Trotzdem - es bleibt ein wahrlich positiver Gesamteindruck: Große Teile des Hörspiels - besonders die anfängliche Jagd durch die Stadt - gestalten sich spannend und temporeich. Und es handelt sich wieder um aktuelle Geschehnisse statt jahrhundertealter Geheimnisse. Hoffen wir, dass diese neue Stärke beibehalten wird.

An dieser Stelle sei zuallererst Till Hagen gelobt! Nachdem er in den letzten Folgen, nachdem er angeblich gestorben ist, als Erzähler fungiert hat, ist er neben dieser Rolle auch wieder als Ian G. zu hören und liefert eine beeindruckende Leistung des scheinbar Allwissenden ab. Jaron Löwenberg ist wieder als Tron zu hören - dieses mal in einer längeren Szene. Er hat sich mittlerweile gut in seinen Charakter hereingefunden und bleibt glaubwürdig und bodenständig. Wie immer sind auch hier wieder David Nathan, Marie Bierstedt und Helmuut Krauss zu hören.

Die eingesetzte musikalische Untermalung bleibt dem alten Stil treu und erfüllt ihren Zweck, die Spannung zu steigern, sehr gut. Leider ist sie streckenweise für mein Empfinden etwas zu laut geraten und steht dann in Konkurrenz zu den Sprechern. Die Geräuschkulisse ist gelungen und gut in das Hörspiel eingebaut.

Das Titelbild ist in gewohnter Weise schlicht gehalten und so ein echter Hingucker geworden. Auch die restliche Aufmachung ist eher sachlich, erfüllt aber ihren Zweck. Das Hörspiel ist leider bei einer Dauer von 72 Minuten in nur 9 Tracks unterteilt, die somit recht lang geraten sind. So ist das Wiederfinden bestimmter Stellen mit viel Spulen verbunden.

Fazit: Offenbarung 23 wie ich es mag! Spannend, temporeich und großen Geheimnissen auf der Spur. So kann es weiter gehen!


Offenbarung 23 - 23.Der Jungbrunnen



Erster Eindruck: Trend nach oben…

T-Rex und Nolo beschäftigt immer das Schicksal des Tutanchamun. Bei weiteren Recherchen stoßen sie unter anderem auf die Tatsache, dass mit ihm zwei Kinder beerdigt wurden eine Totgeburt und ein Mädchen, dem das Gehirn entfernt wurde. Nur eine Anspielung auf den Fruchtbarkeitsgott? Mitnichten, stellen die beiden Hobbyverschwörungsaufdecker bald fest, denn in dem Hotelzimmer des immer noch uneinschätzbaren Nat Mickler finden sie auf eine alte Legende, die bis in die heutige Zeit große Faszination ausübt und eng mit den Geschehnissen in Ägypten zusammenzuhängen scheint: Der Rattenfänger von Hameln…

Offenbarung 23, Folge 23. Na, wenn das nicht mal eine Steilvorlage für eine besondere, herausragende Folge ist. Aber Pustekuchen, die Geschichte um Nat Mickler und Tutanchamun wird recht gradlinig fortgeführt und knüpft eng an die vorige Folge an, Kenntnisse der Handlung werden vorausgesetzt. Und auch hier hängt die Serie irgendwie fest und kommt nicht so recht in Schwung. Auf fast schon zwanghafte Weise werden hier unterschiedlichste Sagen und Legenden miteinander verknüpft, immer in der festen Überzeugung, dass diese Wort für Wort geschehen sein müssen. Die ersten beiden Drittel ziehen sich mal wieder nur so dahin (besonders der Vorausblick als erste Szene ist zu lang geraten), aber dann kommt der große Knall, das Unerwartete, etwas, das einen nicht mehr loslässt und nichts mehr mit dem bloßen Aufzählen von Fakten zu tun hat. Herrlich, genau diese Wendung tut der Serie unglaublich gut, mal ist gefesselt und fiebert den nächsten Folgen entgegen. Über die Tatsache, dass der Schluss etwas abgehackt wirkt, sei aufgrund dieser enormen Steigerung hinweggesehen.

Till Hagen, bis vor kurzem Seriencharakter, nun Erzähler, beweist, dass er auch in dieser Besetzung glänzen kann. Seine angenehme Stimme, die den richtigen Ausgleich zwischen Ruhe und Energie zu schaffen weiß, führt den Hörer durch das Geschehen. Einen tollen kleineren Auftritt hat Hannelore Fabry, die als Hexe T-Rex und Nolo in einige alte Geheimnisse einweiht. Eben genanntes Gespann aus David Nathan und Marie Bierstedt weiß in dieser Folge wieder völlig zu überzeugen. Den absoluten Hammerauftritt hat allerdings soviel sei verraten mal wieder Arianne Borbach als Margo, die den Schluss wunderbar schaurig gestaltet.

Die Musik wurde beibehalten und passt auch in dieser Folge, ist eher im Hintergrund und überdeckt nicht die Sprecherleitung. Auch die Geräusche sind realistisch und punktgenau eingesetzt.

Die Gestaltung des Covers ist dieses mal nun wirklich Geschmackssache. Mir persönlich sagt eine derart realistische Darstellung eines Gehirns nicht in vollem Maße zu, mir hätte die Flöte vollkommen ausgereicht. Dennoch ist die thematische Übereinstimmung gegeben und auch die diesmal goldene CD ist schick anzusehen.

Fazit: Trotz einiger Startschwierigkeiten aufgrund des fantastischen Endes eine gelungene Folge. Wenn das Produzententeam es schafft, diese Spannung wieder auf den normalen Hörspielverlauf zu übertragen, steht einem tollen Hörgenuss nichts mehr im Wege!


Offenbarung 23 - 22. Der Fluch des Tutanchamun



Erster Eindruck: Auf den Spuren des Pharaos

In einem ägyptischen Museum lernen der Hacker Georg Brand und Tatjana Junk den Hobbyägyptologen Nat Mickler kennen, der ihr Interesse an der Arbeit von Howard Carter und seiner Suche nach dem Grab des Tutanchamuns weckt. Seit der berühmte Forscher die Grabkammer des Pharaos geöffnet hat, ist das Gerücht eines Fluchs im Umlauf, der jeden tötet, der die Ruhe des Herrschers stört. Auf einer Bootsfahrt auf dem Nil erfahren T-Rex und Nolo mehr über diesen Fluch, und kommen schließlich dem Geheimnis auf die Schliche...

Nach der Live-Folge zum Thema "Jack the Ripper" kehrt die 22. Folge der Verschwörungstheorien-Serie "Offenbarung 23" wieder zu ihrer gewohnten Dramaturgie und Machart zurück. An sich ist das Thema "altägyptische Pharaonen und ihre angeblichen Flüche" ja kein gänzlich uninteressantes, allerdings ist es hier bei weitem nicht so spannend aufgeaarbeitet, wie es hätte sein können. Der größte Teil besteht aus aneinander gereihten Fakten und Vermutungen, die teilweise heruntergerasselt wirken. Die Leidenschaft aus den ersten Folgen scheint leider ziemlich aufgebraucht. Es scheint nur noch darum zu gehen, zu irgendwelchen Themen, die kaum noch einen Bezug zu unserem T-Rex zu haben scheinen, mehr oder weniger haarsträubende Verschwörungen zu präsentieren. Das ist schade um den wirklich tollen und innovativen Ansatz, aber so wirkt es leider wie in einem mäßig spannenden Geschichtsbuch.

Keine Frage, die Sprecher sind wie immer professionell und glaubwürdig. Allerdings wirken besonders David Nathan als T-Rex und Marie Bierstedt als Nolo etwas unterfordert, die bloße Aufzählung einer Mischung aus Fakten und Vermutungen ist für die an dramatische Rollen gewohnten Sprecher wohl zu wenig. Die zauberhafte Ulrike Hübschmann hat wieder einen Auftritt als Zeitungsreporterin Marianne Benedit, ihre angenehme Stimme bildet einen schönen Ruhepol in dem Hörspiel. Außerdem hören wir Maria Koschny, Jaron Löwenberg und Helmut Krauss. Till Hagen hat als Ian G. die Rolle des Erzählers übernommen, auch hier überzeugt er vollkommen.

Die musikalische Unterlegung ist gut gelungen, kann aber die Dialoge nicht wirklich retten oder aufwerten. Die dramatischen Arragements würden bei anderer Storyführung sicherlich den Zweck erfüllen, die spannensten Stellen noch temporeicher zu gestalten und in den ruhigeren Passagen den Hörer in Sicherheit zu wiegen. Die Geräusche sind wie immer glaubhaft und passend eingesetzt.

Ich finde die Gestaltung mit dem Bild vor schwarzem Hintergrund immer noch sehrschön, dieses Mal sehen wir die berühmten Darstellung des Tutanchamun mit verschiedenen altägyptischen Hiroglyphen. So wird eine gewisse Mystik erzeugt. Die schlichte Aufmachung, auch im Inneren, passt zum sachlichen Thema der Serie.

Fazit: Leider kein Volltreffer aus einer Serie mit einem tollen Grundkonzept. Viel zu emotionslos und nüchtern. Hoffen wir auf die nächste Folge!


Offenbarung 23 - 21.Jack the Ripper - Live in Berlin

Erster Eindruck: Auf den Spuren eines Massenmörders

Jan Gaspard hat in seine Residenz geladen. Das Außergewöhnliche: Seine Gäste sind seine eigenen Romanfiguren T-Rex, seinen besten Freund Kim Schmittke, die Ex-Freundin von Hackerlegende Tron, Tatjana Junk sowie den Zeitungsreporter Kai Sickmann. Zusammen wollen sie diesmal einem der Aufsehen erregendsten Kriminalfälle aller Zeiten auf den Grund gehen: Wer ist Jack the Ripper wirklich, der im Jahre 1888 im Londoner Stadtteil Whitechapel fünf grauenvolle Morde an Prostituierten beging. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden: Sir Artur Conan Doyle, Autor der Sherlock Holmes-Romane. Doch ist diese gewagte Theorie wirklich haltbar? Jan Gaspard versucht seine Gäste zu überzeugen. Seine Beweise: Eine Kriminalstatistik, Briefe, die von Jack the Ripper persönlich stammen – und ein Bild mit Elfen…

Eine höchst ungewöhnliche Offenbarung 23, die sich rund um die Verbrechen des wohl mysteriösesten Widerholungstäters der Welt, Jack the Ripper dreht. Erstmal wäre da die Tatsache, dass sich der Autor der Geschichten um Hacker T-Rex selbst mit seinen Romanfiguren unterhält und sich somit quasi selbst in die Handlung geschrieben hat. Als Figur und Autor gibt Jan Gaspard seinen Gästen immer wieder Hinweise, die sie brauchen, um der Vermutung, Jack the Ripper sei Arthur Conan Doyle gewesen, nachzugehen. Weiterhin ist dieses Hörspiel nicht im Studio entstanden, sondern mit den Sprechern vor Live-Publikum aufgezeichnet worden. Das ergab einige komische bis absurde Momente („Improvisiert ruhig weiter und gebt mir mein Stichwort nicht!“) sowie eine eher lockere Atmosphäre. Die dritte Auffälligkeit ist die Tatsache, dass die Rahmenhandlung der Offenbarung 23-Reihe nicht weiterverfolgt wird. Das ist gut für Leute, die die Serie noch nicht kennen, die so trotzdem ohne Schwierigkeiten zuhören können, ohne die regelmäßigen Käufer zu langweilen. An sich ist das Gespräch gut durchdacht, allerdings ist sie aber durch die Nennung des Hauptverdächtigen gleich zu Beginn nicht sonderlich spannend. Trotzdem ist die Folge definitiv hörenswert, da sie wieder eine sehr interessante Theorie bietet und der Gedankengang der „Überführung“ von Doyle gut nachvollziehbar ist.

Auch für die Sprecher war diese Live-Veranstaltung hörbar etwas Besonderes. Der neu zum Team hinzu gestoßene Oliver Rohrbeck, der anfangs als Erzähler und Moderator, später als Jan Gaspard dient, überzeugt nicht nur durch seine außergewöhnliche Stimme, mit der er von urkomisch bis spannungsgeladen sämtliche Stimmungen erzeugt, sondern vor allem durch seine Situationskomik. Aber auch das Stammensemble ist in Hochform.

Natürlicherweise sind Musik und Geräusche in dieser Folge eher rar gesät. Wegen der Live- Lesung, die nur die Sprecher bestreiten, können nicht wie sonst beliebige Geräusche eingefügt werden. Das stört aber nicht weiter, die Sprecher an sich sind schon eine Ohrenweide. Auf die Titelmelodie am Anfang müssen wir aber nicht verzichten.

Auch die Aufmachung unterscheidet diese von anderen Offenbarung 23-Folgen. Neben einem etwas dickeren Booklet mit Fotos der Beteiligten bei der Aufführung finden wir vor allem einen Ausschnitt des oben erwähnten Briefs, damit der geneigte Zuhörer die angesprochenen Schriftauffälligkeiten auch betrachten kann, sowie diverse Internetlinks, um gewisse Fakten zu überprüfen. Eine gute Idee, die man auch für weitere Serienfolgen verwenden könnte.

Fazit: Eine außergewöhnliche Folge der Serie, die sowohl für hart gesottene Fans als auch für Neulinge interessant sein dürfte.


Offenbarung 23 - 20.Die Pyramiden-Saga

Erster Eindruck: Verwirrendes aus dem Land des Nils

T-Rex, der unermüdliche Hacker, ist dieses mal einem ganz großen Geheimnis auf der Spur. Im fernen Ägypten bekommt er immer neue Hinweise über das Mysterium der Pyramiden von Gizeh. Im Laufe der vielen Gespräche mit alten Bekannten fügt sich alles immer mehr zu einem großen Gesamtbild. Aber so ruhig soll es nicht bleiben! Steht einem seiner Weggefährten ein schlimmes Schicksal bevor?

Leider kann sich der durchweg positive Eindruck der 19. Folge nicht wiederholen. Die Story an sich ist eher langatmig statt spannend, eher wirr als gut strukturiert, eher schlecht nachvollziehbar als interessant. Auch ein Zusammenhang zu anderen Folgen und der „großen“ Verschwörung lässt sich nur schwer herstellen. Außerdem ist eine Länge von 76 Minuten zu ausgedehnt, als dass man ihm durchgehend die nötige Aufmerksamkeit widmen könnte, sprich: Man driftet leicht ab!

Die Sprecher versuchen, das wirre Skript durch besonders gute Leistungen zu retten. Zwar sind alle Passagen auf hohem Niveau gesprochen, aber auch das reicht leider nicht zu einem wirklich gutem Hörspiel. Gefreut habe ich mich über das Wiederhören mit Arianne Borbach, die die Rolle der Margo mit ihrer unverwechselbaren Stimme interpretiert. Doch auch Steven Merting als Walid und Hasso Zorn als Kopte ergänzen das Stammensemble mit tollen Einlagen.

Die Musik und die Geräusche, die sich in den 19 Vorgängerfolgen bewährt haben, schaffen auch in dieser Folge die typische Offenbarung-Atmosphäre.

Das Cover ist dieses mal besonders gelungen. Der ägyptische Sternenhimmel über den Silhouetten der Pyramiden vor blauem Hintergrund wirkt sehr mystisch und beeindruckend.

Fazit: Leider nicht so gut wie die anderen Folgen. Fans wird es aber nicht sonderlich stören.


Offenbarung 23 - 19.Angst

Erster Eindruck: Highlight der Serie!

T-Rex, gefesselt auf einem Zahnarztstuhl, ein wahnsinniger Arzt, ein Bohrer… Glücklicherweise handelt es sich hier nur um einen Albtraum des neugierigen Hackers. Nach einem Sturz bringt ihn sein Freund Kim sofort ins Krankenhaus. Doch später stellt er fest, dass er eine falsche Chipkarte zurückbekommen hat. Als er ein wenig nachforscht, stößt er auf eine unglaubliche Tatsache: Auf seiner Chipkarte ist er für tot erklärt…

Nach den teilweise recht langatmigen Vorgängerfolgen in den Machern von Offenbarung 23 mit Folge 19 wieder ein äußerst spannendes Hörspiel gelungen. Hier wird nicht so sehr auf diverse politische Verstrickungen eingegangen, sondern mit einem der Urtriebe des Menschen gespielt: Angst! So jagt einem die Eingangsszene schon den einen oder anderen Schauer über den Rücken, in der T-Rex von einem nicht grade zimperlichen Zahnarzt „behandelt“ wird. Doch auch die Verschwörungstheorie um die Chipkarten der Krankenkassen und den darauf gespeicherten Daten in interessant umgesetzt. So könnte es weitergehen!

Wie immer ein großes Lob an die Sprecher dieser Serie! David Nathan hat nicht umsonst den Publikums-Hörspielaward in der Kategorie „Bester Sprecher in einer Hauptrolle“ gewonnen, seine Leistung ist besonders in der oben erwähnten ersten Szene beeindruckend. Erzähler Helmuth Krauss lässt seine Passagen immer informativ und spannend wirken. Als Gastrollen sind Lutz Schnell und Ernst Meincke als Ärzte zu hören.

Auch in dieser Folge sind die Geräusche und Musik im altbewährten, beeindruckenden Stil gehalten.

Das Cover, das wie immer schlicht und doch ansprechend gestaltet ist, gibt mit dem blutverschmierten Zahnarztstuhl einen gruseligen Vorgeschmack.

Fazit: Eine der bisher besten Folgen der kompletten Serie, weswegen der Hörspielaward für die beste Serienfolge vollkommen gerechtfertigt ist!


Offenbarung 23 - 16.Krauts und Rüben

Erster Eindruck: Verwirrend

Eine Postkarte lockt T-Rex und Nolo nach Saarbrücken, in einem kleinen Waldstück treffen sie dann aber nicht wie erwartet auf Tron, sondern auf die undurchsichtige Margo. Nach einer insezenierten Festnahme bei der Georg und Tanjana getrennt werden macht sich Margo mit T-Rex auf zu einer kleinen Stadtführung. Währenddessen sie ihn über einige deutscher Spendenaffären aufklärt, keimt in unserem Hacker ein übler Verdacht auf. Ist er nur Mittel zum Zweck?

Die Folge 16 bildet den Abschluss der vierten Staffel aus der Reihe "Offenbarung 23". Mir hat diese Folge nicht sonderlich gut gefallen. Ellenlange Dialoge zwischen T-Rex und Margo, seltsame Anfälle seitens Georg Brand - alles nicht das Wahre. Mir wirkte das alles etwas arg überzogen. Manchmal ist weniger eben mehr. Zwar sind die Verschwörungstheorien, die hier gesponnen werden, durchaus alle sehr interesannt und geben zu Denken aber nach all den anderen Folgen wirkt diese doch eher unspektakulär.

Die Sprecher sind auch in dieser etwas schwachen Folge dennoch wieder erste Sahne. David Nathan wirkt als T-Rex nach wie vor überzeugend, wenn hier auch angemerkt sei dass seine Anfälle, von denen gleich mehere zu hören sind, alle überzogen wirken. Ob das so sein sollte? Ariane Borbach ist einmal mehr als ominöse Margo im Einsatz. Tolle Sprecherin und tolle Rolle. Helmut Krauss passt als Erzähler einfach wunderbar in die Serie. Einen kleinen Gastauftritt gibt es auch noch: Oliver Rohrbeck ist am Ende zu hören.

Musik ist hier in den 74 Minuten Spielzeit durchgänig zu hören. Vielleicht etwas zu viel des Guten!? Die Geräusche sind nach wie vor erstklassig.

Auch das Cover glänzt wieder durch das Minimalistische, zu sehen ist ein Eisbein mit Sauerkraut. Ein Pfälzer Saumagen hätte vielleicht besser gepasst, der wird in der Handlung 2-3 mal erwähnt. Ansonsten ist die Aufmachung, die goldene CD, das Inlay top.

Fazit: Die ganze Staffel war insgesamt nicht so dolle, ausgenommen die Folge "Durst". Am Ende dieser Folge gibt es einen Cliffhanger zur nächsten Folge, der aber mit dem Auftritt von Oliver Rohrbeck auch gleich mehr oder weniger aufgelöst wird.


Offenbarung 23 - 13.Das Wissen der Menschheit

Erster Eindruck: Nicht immer ist weniger mehr

Kim Schmidtke hält diesmal die nächste Chiffre für T-Rex bereit. Es handelt sich um eine Melodie, die wie Kim meint ein geheimnis birgt. Also machen sich die beiden Freunde auf nach Schottland um in einer Kirche die Melodie auf einem Dudelsack zu spielen. Wie es das Schicksal so will treffen die dabei auf Saint Clair. Er nimmt die beiden mit in das Schloss seiner Familie, dort weiht er die beiden in die Bedeutungen des Tarots ein und enthüllt ihnen das Geheimnis einer Tafel.

Eine selbst für "Offenbarung 23" ungewöhnliche Hörspielfolge! Großteile der Handlung bestehen aus einem Gespräch zwischen T-Rex, seinem Freund Kim und dem nach wie vor undurchsichtigen Saint Clair. Dieser klärt über die Bedeutung des Tarot auf und legt schließlich auch dem ungläubigen Georg die Karten, was streckenweise zwar recht langgezogen wird, an sich aber durchaus einige interessante Aspekte ans Licht bringt und einen Ausblick auf die Zukunft von unserem beliebten Hacker gibt. Eine unheimliche Geisterbeschwörung am Ende, die T-Rex einige merkwürdige Minuten beschert, erinnert dann schon eher an den Rest der Serie.

Zum Glück sind alle Sprecher in Topform, sodass sogar das ausführliche - vielleicht sogar etwas zu lang geratene - Gespräch gut nachvollziehbar ist. Lutz Mackensy, der hier die meisten Einsätze hat, leiht dem Druiden Saint Clair seine unverwechselbare Stimme. Aber auch der allanwesende David Nathan und Dietmar Wunder können mithalten.

Die Geräusche sind bei der Folge doch eher weniger zu hören, aber wenn dann auch eher im Hintergrund. Die Musik setzt sich aus dem typischen Offenbarung-Sound und einem opulenten Dudelsackszenario zusammen. Vielleicht hätte man doch mehr machen können? Wie bei den Vorgänger Folgen gezeigt, ist das ja durchaus möglich.

Das Cover zeigt den Dudelsack, der die ganze Handlung ins Rollen bringt, aber ich würde sagen, dass der dann doch eher weniger mit dem Ganzen zu tun hat. Von daher hätte man vielleicht lieber die Tarotkarten abbilden sollen, denn die haben schon eher eine tragende Rolle.

Fazit: Nicht die beste Folge aus der Reihe aber immer noch hörbar und sicherlich auch wichtig für den weiteren Handlungsverlauf.