John Sinclair Classics – 9. Die Nacht des Schwarzen Drachen

John Sinclair Classics – 8. Das Rätsel der gläsernen Särge

John Sinclair Classics - 7. Die Töchter der Hölle

John Sinclair Classics – 6. Friedhof der Vampire

John Sinclair Classics - 5. Sakuro, der Dämon

John Sinclair Classics - 4. Das Leichenhaus der Lady L.

John Sinclair Classics - 3. Dr. Satanos

John Sinclair Classics - 2. Mörder aus dem Totenreich (22.März 2010)

John Sinclair Classics - 1. Der Anfang (22.März 2010)


John Sinclair Classics – 9. Die Nacht des Schwarzen Drachen



Erster Eindruck: Ein neuer alter Bekannter

Li Tse Feng, ein Freund von Inspector John Sinclair, verliert seine Tochter an einen Geheimbund, der den Namen „Schwarzer Drache“ gewählt hat. Er weiß um die Macht des Clans, nimmt aber trotzdem den Kampf auf. Auch John Sinclair will schlimmeres verhindern und stürzt sich halsbrecherisch in ein neues Abenteuer – und lernt einen jungen chinesischen Mann kennen...

Wie ist John Sinclair zu dem Geisterjäger geworden, den wir aus der Hörspielserie kennen? Diese Frage stellt sich die Spin-Off Serie mit dem Untertitel „Classics“, die mit der neunten Folge einen großen Schritt in eben diese Richtung macht. Nicht nur, dass Johns Mutter Mary das berühmte silberne Kreuz findet, die aus der Serie nicht mehr wegzudenken ist. Viel mehr lernt Sinclair hier seinen späteren Freund und Kollegen Suko kennen. Die anfänglich eher komplizierte Beziehung der beiden wird hier gut beleuchtet und stellt das Highlight dieser Folge dar. Eingebettet ist das Ganze in eine Geschichte, die passenderweise viele chinesische Motive bietet und daraus auch an Stimmung gewinnt. Der Kampf gegen den Geheimbund ist flüssig dargestellt und hat einen stringenten Aufbau, hat durchaus spannende Stellen zu bieten – insbesondere natürlich das Finale, das den Kampf gegen ein mächtiges Wesen zum Inhalt hat. Eine Folge, die die hohe Qualität der Serie betont und ihr eine weitere starke Folge hinzufügt.

Natürlich wird Suko auch in diesem Ableger von Martin May gesprochen, die Sprecher des Hauptcastes sind alle gleich geblieben. Auch hier klingt er kämpferisch und hat schon viel von der Stärke des späteren Charakters. Karlheinz Tafel ist als Sir James Powell zu hören und spielt besonders in den Wortgefechten mit seinem Angestellten John Sinclair seine große Stärke aus. Bernd Rumpf ist als Li Tse Feng eine sehr gute Wahl und bringt mit glaubhafter und akzentuierter Aussprache eine gute Leistung. Auch Christian Schult, Tobia Kluckert und Reiner Schöne machen eine gute Figur.

Die Musik hält sich im Gegensatz zu den vorigen Folgen mehr im Hintergrund und ist etwas leiser als gewohnt. Das mag auch daran liegen, dass auch hier chinesische Elemente eingebaut sind, die insgesamt einen ruhigeren Eindruck machen – an der einen oder anderen Stelle darf es aber auch hier richtig krachen. Eine runde und in sich stimmige Produktion.

Der mächtige schwarze Drache, der eine so wichtige Rolle in dem Hörspiel einnimmt, ist auch auf dem Cover dargestellt. Dies ist sehr fantasievoll geschehen und macht einen sehr modernen Eindruck, besonders der stimmungsvolle Hintergrund mit dem dichten Neben und dem Beschwörer des Drachen. Das schlichte Artwort lässt das Motiv gut zur Geltung kommen.

Fazit: Hier passt alles gut ineinander, besonders die Fortschritte der Serie zu den heutigen Umständen.

VÖ: 14.Oktober 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857- 4375-1


John Sinclair Classics – 8. Das Rätsel der gläsernen Särge



Erster Eindruck: Mama und Menschenfresser

Der Bestattungsunternehmer William Abbot ist bekannt für seine Särge aus Glas und gilt im allgemeinen als ausgesprochener Wohltäter. Doch als eine Bekannte von Sheila Hopkins stirbt und äußerst merkwürdige Dinge geschehen, die mit Abbot im Zusammenhang stehen, wird Geisterjäger John Sinclair auf den Plan gerufen...

„Ein Hörspiel für Erwachsene“ steht golden eingerahmt auf der Rückseite dieser CD, und tatsächlich beinhaltet auch diese Folge der Classics von John Sinclair – einer eigenständigen Serie ohne roten Faden und mit in sich abgeschlossenen Folgen – einige gruselige Szenen und brutale Vorgänge, die nichts für Kinderohren sind. Nummer acht der Serie dreht sich um einen unheimlichen Bestatter, der mit seinen gläsernen Särgen einiges an Unheil heraufbeschwört. Menschenfressende Ghouls sind hier die Gegner vom beliebten Geisterjäger, und das ist in sich stimmig und macht Spaß zu hören, auch wenn die eigentliche Geschichte ein wenig konstruiert wirkt. Wesentlich interessanter sind jedoch die kleinen, aber wirkungsvollen Details, die hier eingebaut sind. So ist zum ersten mal Johns Mutter zu hören, und auch weitere Silberkugeln befinden sich nun in seinem Besitz. Eine runde Sache, die in sich sehr stimmig ist und einen großen Unterhaltungswert beinhaltet.

Überraschend wenige Sprecher sind hier zu hören – 9 Stimmen liegen an der unteren Grenze für diese Serie. Dazu gehört auch Luise Lunow als Johns Mutter Mary, deren angenehm rauer Klang auch für diese Rolle sehr passend ist. Kaspar Eichel macht als William Abbot eine sehr gute Figur, klingt unheimlich und sorgt für jede Menge gruselige Stimmung. Er spricht prägnant und eindrucksvoll. Die wunderbare Daniela Hoffmann bringt auch hier wieder Sheila Hopkins (spätere Conolly) sehr gut herüber und passt gut in die Stimmung der Folge. Weitere Sprecher sind Tanja Geke, Gerrit Schmidt-Foss und Karlheinz Tafel.

Die Stimmung der Folge ist recht unheimlich, was sich auch in der Gestaltung der Musik widerspiegelt. Zwar ist sie auch hier wieder geprägt von harten Gitarrenriffen und lauten Melodien, doch auch die leisen Töne sind hier durchaus vorhanden, während die Geräusche meist recht knallig sind und für kleine Schockmomente sorgen.

Im Gegensatz zu der eigentlichen Serie wurde den Classics ein neuer, modernerer Look verpasst, die Cover werden von Timo Würz neu gestaltet. Hier sind zahlreiche ziemlich grauenerregende Monstren zu sehen, nur im unteren linken Viertel ist eine ängstliche Frau zu sehen. Die angestrebte Wirkung wird hier nicht verfehlt, das Motiv kommt gut zur Geltung.

Fazit: Unheimliche Stimmung, stimmiger Handlungsverlauf, spannende Szenen – eine insgesamt gelungene Produktion.

VÖ: 19.August 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4293-8


John Sinclair Classics - 7. Die Töchter der Hölle



Erster Eindruck: Auferstehung im uralten Gemüter

Immer noch umgibt Lady Barhony ein großes Geheimnis. Als zwei junge Menschen die Gruft der längst verstorbenen Frau öffnen, beschwören sie eine Kette von unheilvollen Ereignissen herauf, die nicht nur ihr Leben in Gefahr bringt. John Sinclair will in dem alten Schloss nach dem Rechten sehen, aber wird von der Besitzerin unfreundlich abgewiesen. Wie tief ist sie in die ganze Sache verwickelt?

Bevor John Sinclair der gefürchtete Geisterjäger geworden ist, der gegen den Schwarzen Tod, Die Mordliga, Asmodina und Konsorten kämpft, hat er natürlich zahlreiche Abenteuer erlebt, die nicht in der Hauptserie von Lübbe Audio zu hören sind. Um auch diese dem Hörspielfreund nicht Geschichten aus eben dieser Anfangszeit erzählen - die aber in Sachen Dramatik und Spannung locker mit den aktuellen Ereignissen mithalten können. Die siebte Folge der Serie ist eine sehr stimmungsvolle, in der zahlreiche atmosphärisch dichte Szenen für Gänsehaut sorgen können. Dafür sorgt schon die anfängliche Situation, in der das Grab der Lady geöffnet wird. Auch danach gibt es immer wieder „hnlich gelagerte Szenen, die für eine düstere Grundstimmung sorgen. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Geschichte nicht ganz so vorhersehbar ist wie einige andere Folgen der Serie. Immer wieder überraschen die handelnden Personen mit unerwarteten Handlungen und lassen ihre Pläne nicht allzu offensichtlich wirken. Hinzu kommt gegen Ende ein Hinweis, der auch die aktuellen Ereignisse beeinflusst - das freut den treuen Fan und stellt einen noch engeren Bezug zu der Serie her. Dass sich die Figur der Lady Barthony an einer bekannten Figur aus einer bekannten Gruselgeschichte orientiert und sogar einen ähnlichen Namen hat, stört nicht weiter sondern sorgt für eine interessante Neuinterpretation des Stoffes, der organisch in die Handlung einfließt. Eine sehr gelungene Folge der Serie, die mir von den Classics bisher am besten gefallen hat.

Lady Vivian Cheldman, die tief in die dunklen Machenschaften verstrickt ist, wird von Liane Rudolph gesprochen, die ihr einen geheimnisvollen Eindruck verleiht und am Ende ihr ganzes schauspielerisches Talent zeigen kann. Thomas Nero Wolff kann ihren Mann, Lord Gerald Cheldman ebenso überzeugend und gekonnt darstellen. Einen ganz großen Auftritt hat im Finale die wunderbare Sandra Schwittau, die mit ihrer sehr rauen und einprägsamen Stimme für intensive Gruselstimmung sorgt. Auch Jan Spitzer, Hans-Georg Panczak und Marion von Stengel tragen zum Gelingen des Hörspiels bei.

Große Stärke der großen Vorlage wie dieses Ablegers ist das Sounddesign mit der glaubhaften und vielfältigen Geräuschkulisse und den wunderbar stimmungsvollen Melodien, die mal härter, mal gruselig stimmungsvoll in die Handlung eingebaut sind. Diese Symbiose schafft immer wieder dynamische Wechsel, überraschende Momente und einen durchgängig kurzweiligen Hörgenuss.

Im Gegensatz zur Hauptserie wurde hier für das Cover ein neues Titelbild geschaffen. Auch wenn die Figuren von Timo Wuerz immer ähnlich aussehen, hat er auch hier wieder ein stimmungsvolles Motiv mit der passenden Farbwahl geschaffen, das wesentlich unheimlicher wirkt als die meisten der Vorlage. Die restliche Aufmachung ist dagegen ziemlich ähnlich, die wichtigsten Informationen sind übersichtlich dargestellt.

Fazit: Sehr atmosphärisch und mit vielen gruseligen Szenen angereichert, eine recht undurchsichtige Story mit einigen überraschungen - eine sehr gelungene Folge der Classics!

VÖ: 24.Juni 2011
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4292-1


John Sinclair Classics – 6. Friedhof der Vampire



Erster Eindruck: Ein schauriges Haus mit finsteren Bewohnern...

In der kleinen Stadt Bradbury gehen finstere Gerüchte um, in einem Haus sollen grausame Kreaturen ihr Unwesen treiben. Trotzdem will ein junger Scotland Yard-Ermittler gerade ein paar Tage in dem Gasthof übernachten – mit schrecklichen Folgen. John Sinclair wird zur Hilfe gerufen, als Charles Mannering nach den Erlebnissen Selbstmord begeht...

Neben der Haupt-Serie hat sich mittlerweile auch der Ableger „John Sinclair Classics“ etabliert, in der Geschichten des Geisterjägers erzählt werden, die sich nicht mehr sinnvoll oder chronologisch glaubhaft in den roten Faden der Serie einbauen lassen. Die Classics bieten zudem keine eigenständige Handlung über mehrere Folgen, die Geschichten sind also stets in sich abgeschlossen. Und das ist besonders erfreulich, wenn sie so stark sind wie die sechste Folge „Friedhof der Vampire“. Gleich zu Beginn wird hier einiges an gruseliger Spannung geboten, die Introszene ist hervorragend gelungen und ist wirklich schaurig anzuhören. Daran schließen sich nicht nur Geschichten um weitere Menschen an, die mit dem unheimlichen Haus verbunden sind, sondern natürlich auch Ermittlungen der coolen Hauptfigur John Sinclair. Alles greift gut ineinander und baut aufeinander auf, die einzelnen Erzählstränge profitieren hier voneinander – und nicht nur, weil wie immer an den spannendsten Stellen umgeschwenkt wird. Hier geht es recht witzig und auch mal rabiater zu, ein sehr solider Part. Doch die eigentliche Stärke zieht die Folge aus den vielen unheimlichen Szenen, die immer wieder eingebaut sind und eine wunderbar gruselige Atmosphäre heraufbeschwören – besonders eine Szene im Wald ist dabei mehr als nur gelungen. Wer sich nicht daran stört, dass das Highlight der Folge hier gleich zu Beginn stattfindet, wird mit einer sehr guten und düsteren Folge belohnt, die mal wieder richtig Spaß gemacht hat.

Das liegt unter anderem natürlich auch an der wie immer hervorragenden Sprecherleistung, die die Serie nach wie vor ausmacht und die Geschichte zum Leben erweckt. Frank Glaubrecht ist da selbstverständlich als erstes zu nennen, seine coole, charmante, manchmal auch recht hitzköpfige Sprechweise kann er völlig variabel verwenden und so den Charakter des John Sinclair prägen. In dieser Folge ist Marion von Stengel als Lilian Mannering zu hören, besonders in den gruseligen Szenen kann sie ihr Potenzial voll ausschöpfen. Marianne Rogee spricht die Pythia, mit ihrer intensiven Stimme kann sie zusätzliche Stimmung schaffen. Weitere Sprecher sind beispielsweise Peter Flechtner, Jörg Hengstler und Marianne Groß.

Die Produktion ist auch bei dieser Folge tadellos gelungen, durch das dynamische Zusammenspiel von Musik, Geräuschen und Sprechern entsteht die einzigartige Atmosphäre der Serie, die mit ihren vielen Schockeffekten und damit einhergehenden lauten Sounds immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt. Die Musik ist erneut ein guter Mix aus Gitarren- und Elektroklängen.

Im Gegensatz zur Haupt-Serie wird hier nicht das Motiv der Heftroman-Vorlage genutzt, Timo Wuerz hat in seinem unverwechselbaren Stil neue Cover geschaffen – hier das verzerrte und blutbesudelte Gesicht eines Vampirs, der boshaft wirkt und somit eine gute Wahl ist, um genügend Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Der Rest ist wie immer schlicht, aber übersichtlich gestaltet.

Fazit: Eine dynamische und sehr gruselige Folge mit einem exzellenten Anfang und einem starken Verlauf.

VÖ: 18.Februar 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4291-4


 John Sinclair Classics - 5. Sakuro, der Dämon

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Erster Eindruck: Dämon aus alten Zeiten

Bei einer feierlichen Einäscherung geschieht etwas Schreckliches: Die Anwesenden bemerken, dass der Mann nicht tot ist, sondern nur in eine merkwürdige Starre verfallen ist. John Sinclair wird zu Rate gezogen, um den Fall aufzuklären, da ein übernatürlicher Hintergrund vermutet wird. Und er stößt auf einen Gefährlichen Dämonen - und eine neue Verbündete...

Die "John Sinclair Classics" erzählen Geschichten aus der John Sinclair Reihe, die zeitlich noch vor der aktuellen Serie angesiedelt sind und chronologisch nicht mehr ins Konzept passen würden. So tauchen einige Charaktere hier zum ersten mal auf - auch bei Folge 5, "Sakuro, der Dämon", in der eine gewisse Sheila Hopkins eine wichtige Rolle spielt und Bill Conolly kennenlernt. Der Rest ist dann, wie man so schön sagt, Geschichte. Das ist ein schönes Gimmick, über das sich Sinclair-Fans sicherlich freuen werden, aber selbstverständlich nicht Kernpunkt der Folge. Vielmehr bekommt der Geisterjäger es dieses mal mit einem ganz besonders grausamen Höllenwesen zu tun, was kurzweilig und spannend aufgebaut ist. Nach der gelungenen Introszene mit der Einäscherung geht es zunächst eher beschaulich zur Sache, Einführungen der neuen Charaktere und Gegebenheiten nehmen hier relativ viel Raum ein. Zudem ist der Actionanteil fast vollständig in das hintere Drittel gelegt worden, sodass die Ermittlungsarbeit im Vordergrund steht. Das tut der Serie gut und ist eine tolle Abwechslung, diese Folge ist für Fans des Genres also mal wieder ein Volltreffer.

Wie in der Hauptserie ist als Sheila die wunderbare Daniela Hoffmann zu hören, deren sanfte, helle Stimme einen effektvollen Kontrast zu den zahlreichen markanten Männerstimmen bildet und sehr positiv heraussticht. Viktor Neumann spricht Sakuro, den Dämonen und kann viel von der Grausamkeit der Figur aus in seiner Performance anklingen lassen. Eine Gastrolle hat Oliver Kalkofe als Kenneth Brandon, die er glaubhaft und überzeugend meistert. Weitere Sprecher sind unter anderem Engelbert von Nordhausen, Martin Keßler und Thomas Petrou.

In gewohnt hoher Qualität präsentiert sich die akustische Gestaltung des Hörspiels, hier passt alles zusammen, und auch auf die passende Stimmung wurde stets geachtet. Allerdings ist der Mittelteil aufgrund der ruhigeren Geschichte auch hier nicht ganz so laut umgesetzt, was sich aber wieder an der Geschichte orientiert.

Beim Coverdesing wurde zur eigentlichen Serie einiges verändert, der grellgelbe Schriftzug ist aber geblieben und ist das Markenzeichen der Serie. Für diesen Ableger werden eigens neue Zeichnungen angefertigt, die hier in sehr düsteren Farben ein unheimliches Bild von Sakuro zeigt. Besonders der Schattenschleier ist hier sehr gelungen.

Fazit: Das erste Kennenlernen mit Sheila ist interessant, der Dämon dieses mal besonders grausam, die Geschichte nicht nur auf Action angelegt - eine rundum gelungene Folge.

VÖ: 12. November 2010
Label: Wort Art / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4290-7

 

 


John Sinclair Classics - 4. Das Leichenhaus der Lady L.



Erster Eindruck: Bedrohung aus dem Jenseits

Grauenvolles geht in einem zum Mädcheninternat umgebauten Schloss vor, seltsame Todesfälle ereignen sich. Denn Jahre zuvor wurde die Hexe Lady Laduga von ihrem Mann zum Tode verurteilt und hat schreckliche Rache geschworen. Nur John Sinclair scheint sie jetzt noch aufhalten zu können...

Die "John Sinclair Classics" behandeln Abenteuer aus der Anfangszeit des Geisterjägers, die aufgrund des chronologischen Ablaufes nicht mehr in die eigentliche Serie passen würden. Und viele Fans hat es gefreut, dass auch "Das Leichenhaus der Lady L." umgesetzt wurde, die Geschichte zählt auch in der Serie von TSB zu den beliebtesten. Hohe Erwartungen also - doch diese kann die Folge locker erfüllen. Schon das Intro mit der lüsternen Lady Laduga ist sehr gut in Szene gesetzt, von der Entdeckung ihrer Liebeleien durch ihren Mann über ihre leidvolle Gefangenschaft bis zu ihrem Tod ist diese Mini-Geschichte ein phänomenaler Start in die Geschichte. Dass es danach nicht nachlässt, dafür sorgt neben der coolen Figur des John Sinclair ein unterhaltsamer und wirklich spannender Verlauf der Folge, die neben wirklich gelungenen Schockeffekten auch eine ordentliche Portion Grusel bietet. Das spektakuläre Ende trägt weiter dazu bei, dass hier die bisher beste Folge der Classics vorliegt. Ein rundum gelungenes und unterhaltsames Hörspiel, das lockere Unterhaltung bietet.

Lady Laduga wird von Marion Stengel gesprochen und sorgt mit ihrer variationsreichen Stimme für ein gelungenes Intro, welches sie mit verschiedensten Gefühlsregungen spricht. Als ihr Mann Istvan Laduga ist Raimond Krone zu hören, dessen harte Stimme gut zu der Rolle passt. Und natürlich darf Frank Glaubrecht als John Sinclair nicht fehlen, seine gelassene Art und der schwarze Humor in seiner Stimme gefallen nach wie vor. Weitere Sprecher sind Ilya Welter, Dennis Schmidt-Foss und Tina Haseney.

An der akustischen Umsetzung hat sich im Vergleich zu der eigentlichen John Sinclair-Serie fast nichts verändert, nur das Intro ist ein leicht anderes. Ansonsten sind wieder harte musikalische Klänge und glaubhafte, atmosphärische Geräusche zu hören, die einen sehr plastischen Eindruck des Geschehens vermitteln.

Unverkennbar ist, dass Timo Würz für die Gestaltung der Cover verantwortlich ist. Er drückt dem Titelbild mit Lady Laduga seinen ganz eigenen Stil auf und hat ein ansprechendes Cover geschaffen. Im kleinen Booklet sind nur die nötigsten Informationen zu finden, wobei dies sehr übersichtlich und klar strukturiert ausgefallen ist.

Fazit: Ein geniales und stimmungsvolles Intro, danach geht es spannend und kurzweilig weiter. Bisher die beste Classics-Folge!

VÖ: 27. August 2010
Label: WortArt / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4242-6


John Sinclair Classics - 3. Dr. Satanos



Erster Eindruck: Tödlicher Plan...

Alwine Jackson findet auf einer Landstraße einen abgetrennten Menschenkopf. Auch Geisterjäger John Sinclair erfährt von dem Fall und forscht nach. Er stößt auf Dr. Satanos, der mit den vielen menschlichen Schädeln einen finsteren Plan verfolgt. Kann Sinclair ihn aufhalten?

Die Vorgeschichte eines Helden zu erzählen ist beliebt - nicht nur im Kino als Prequel, sondern auch in Hörspielen. So ist "John Sinclair Classics" entstanden, die übersprungene Geschichte aus der Heftromanreihe vertont und so auch der Hörspielwelt in der neuen Produktion von Wort Art zugänglich macht. Hier sollte man allerdings nicht erwarten, eine Änderung zur eigentlichen Serie vorzufinden, das Sounddesign ist fast identisch, auch die Sprecher sind die gleichen. Die Geschichte dieser Folge ist recht spannend, der Verlauf kurzweilig. Keine tiefgründigen Gedanken, keine Verfolgung eines roten Fadens, sehr actionorientiert, "Dr. Satanos" ist für kurzfristige Unterhaltung gedacht. Die ??? Minuten vergehen dann auch recht schnell, immer wieder wird die Geschichte mit Wendungen und neuen Ereignissen interessant gehalten. Besonders der immer weiter aufgedeckte Plan von Dr. Satanos kann hier überzeugen. Das Finale ist im typischen John Sinclair-Stil recht bombastisch in Szene gesetzt, Fans von Geisterjäger-Hörspielen kommen so schnell auf ihre Kosten. Eine gute Folge dieser neuen Spin-Off-Serie, hier wird gleich zu Anfang Qualität vorgelegt.

Karlheinz Tafel spricht auch in dieser Serie Sinclairs Vorgesetzten Sir James Powell, dessen markante Stimme und teilweise witzige Art sehr unterhaltsam ist. Dr. Satanos bekommt in dieser Folge die kratzige Stimme von Jürgen Thormann gesprochen, der auch diese fiese Rolle wunderbar gestaltet. Sonja Deutsch gibt als Alwine Jackson einen tollen Einstieg in die Handlung. Weitere Sprecher sind Peter Flechtner, David Turba und Alexandra Lange.

Wie oben bereits erwähnt gibt es im Vergleich zur Originalserie beim Sounddesign kaum Änderungen. Laute Musik, meist mit rockigen Klängen sorgen für die typische Atmosphäre, ebenfalls recht wuchtige Sounds ergänzen sie zum Sinclair-Klang. Ideal, um die Geschichten spannungsgeladen zu untermalen.

Das Cover wirkt im Gegensatz zum recht reduzierten Titelmotiv der letzten Folge ein wenig überladen. Viele grafische Elemente lassen die Darstellung des grinsenden Totenkopfes unruhig wirken, lassen aber kaum Details erkennen. Auch der Schriftzug, der einem sonst ins Auge springt, kann seine Wirkung hier nicht entfalten.

Fazit: Kurzweilige Unterhaltung wird hier geboten, nicht mehr und nicht weniger. Die Classics gehen gut weiter.

VÖ: 28. Mai 2010
Label: Wort Art / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4241-9


John Sinclair Classics - 2. Mörder aus dem Totenreich



Erster Eindruck: London, New York und Mexiko

Ein Amoklauf erschüttert in London Bevölkerung und Scotland Yard, doch nur kurze Zeit später macht ein Nachahmungstäter New York unsicher. Bei ihren Recherchen stoßen John Sinclair und sein Freund Bill Conolly auf eine Gemeinsamkeit der beiden Täter, die sie tief ins Reich der Maya führt. Und genau darauf wartet ein finsterer Mann...

Nachdem der erste Teil der neuen "John Sinclair Classics"-Serie von Wort Art und Lübbe Audio die Neuauflage eines bereits veröffentlichen Hörspiels war, ist "Mörder aus dem Totenreich" die erste Produktion, die extra für die Serie entstanden ist. Hier zeigt sich also, wie sie später klingen wird - und zwar genau so wie die Originalserie. Tatsächlich wurde an der akkustischen Erscheinung kaum etwas geändert, die Sprecher der wiederkehrenden Rollen sind identisch, und auch die Story könnte locker aus den Anfängen der Reihe stammen. Die Geschichte um die Amokläufe und den geheimnisvollen Herren der Toten hat viele Höhepunkte und wird mit immer neuen Winkelzügen der Handlung nie langweilig. Vielmehr tritt löblicherweise die Action an einigen Stellen zugunsten eines leichten Gruselns zurück, um danach wieder einem echten Spektakel zu weichen. Der übermächtige Gegenspieler sowie Bills kurzzeitige Verwandlung tun ihr Übriges, um diese Folge wirklich hörenswert zu machen. Ob nun "Classics" oder nicht, John Sinclair ist weiterhin ein Garant für spannende und unterhaltsame Hörspiele.

Auch hier wurden wieder viele hochkarätige Sprecher versammelt, die den Figuren Leben einhauchen. Detlef Bierstedt ist auch in diesem Ableger als Bill Conolly zu hören und liefert eine sehr treffsichere Darstellung des Reporters ab. In kleineren Rollen können hier Dorette Hugo und Ilona Otto punkten, die beide unverkennbare Stimmen haben und mit ihnen umzugehen wissen. Auch Engelbert von Nordhausen kann mit einer sehr guten Interpretation seines Charakters überzeugen. Weitere Sprecher sind Simon Jäger, Anja Rybiczka und Philipp Schepmann.

Das Intro wurde musikalisch nicht verändert, aber einige andere, sehr stimmungsvolle Sätze wurden zur Einleitung eingesprochen. Auch ansonsten ähneln sich Original und Ableger ziemlich, die harte Musik, die lauten Sounds und die Überraschungsmomente lassen sich wohl nicht von John Sinclair trennen, sodass auch hier ein stimmiges Gesamtpaket geboten wird.

Das Cover stammt erneut aus der Feder von Timo Würz, der die magische Beschwörung - einer Kernszene des Hörspiels - optisch einwandfrei umgesetzt hat. Der typische Schriftzug durfte natürlich nicht fehlen. Auch hier sind im Booklet keinerlei Zusatzinformationen geboten, aber ein Ausblick auf die nächsten Folgen lässt sich erhaschen.

Fazit: Kaum Unterschiede zur normalen Serie, aber eine spannende und actiongeladene Folge, die überzeugen kann.

VÖ: 19. März 2010
Label: Lübbe / Wort Art
Bestellnummer: 978-3-7857-4240-2


John Sinclair Classics - 1. Der Anfang



Erster Eindruck: Wie alles begann...

John Sinclair, Oberinspector beim Scotland Yard, hat sich schon seit langem für Aspekte des Übernatürlichen interessiert. Doch was ihn in seinem nächsten Fall erwartet, sprengt fast seine Vorstellungskraft: In einem kleinen, schottischen Dorf geschieht ein grausamer Mord. Was hat der zurückgezogen lebende Mann damit zu tun, vor dem die ganze Gemeinde Angst zu haben scheint?

"John Sinclair" gehört zu den erfolgreichsten Hörspielserien der letzten Jahre, ungebrochen lauschen seine Fans dem Mix aus Action, Horror und Grusel. Die Heftromane, die den Produktionen zugrunde liegen, scheinen schier unerschöpflich, sodass nicht jede Vorlage auch umgesetzt wurde. Um einige Lücken zu schließen und die ersten Abenteuer des Gesiterjägers umzusetzen, die chronologisch nicht mehr in die Hauptserie passen würden, wurde nun die Serie "John Sinclair Classics" ins Leben gerufen, die diesen Missstand beseitigen soll. Den Anfang macht passenderweise "Der Anfang", John Sinclairs ersten Kontakt mit den Mächten der Hölle, der bereits als Sonderedition der normalen Serie erhältlich war und hier nun sein Comeback feiert. Obwohl das Hörspiel reichlich lang läuft, hat man nie das Gefühl, es würde Leerlauf in der Handlung entstehen, da die abwechslungsreiche Geschichte immer neue Aspekte oder Ereignisse aufkommen lässt. Vom übermächtigen Burgherren über lebende Leichen bis hin zu einem schrecklichen Zugunglück - Langeweile kommt hier sicher nicht auf. Besonders das Finale, in der das ganze Dorf von Wesen der Dunkelheit bedroht wird, hat mir sehr gut gefallen, aber auch die engagierte Reporterin Ann Baxter hat der Geschichte den gewissen Pfiff verliehen. Ein sehr guter Aufakt für die "Classics"-Serie, die jedoch schon früher entstanden ist. Was wirklich dahinter steht, kann erst Teil zwei zeigen.

Die Sprecherauswahl ist hervorragend und reichlich bestückt mit Top-Sprechern der deutschen Hörspielszene. Allen voran natürlich Frank Glaurecht als John Sinclair, der den Geisterjäger unglaublich cool und dynamisch wirken lässt, in den richtigen Situationen aber auch einen gewissen Ernst nicht vermissen lässt. Als Ann Baxter überzeugt in dieser Folge Nana Spier, die ihre einprägsame Stimme sehr gut nutzt, um die Reporterin lebendig wirken zu lassen. Tilo Schmitz spricht Ivan Orgov und lässt dabei sein ganzes Können heraus. Weitere Sprecher sind unter anderem Rita Engelmann, Marianne Groß und Boris Tessmann.

Die akkustische Begleitung der Serie hat neue Maßstäbe gesetzt, und auch in dieser Folge funktioniert der Mix aus harter Rockmusik und krachenden Geräuschen sehr gut. Die Szenerie wirkt so sehr lebhaft und temporeich, während besonders die spannenden Szenen und die Kämpfe gegen die Dämonen sehr gut umgesetzt sind.

Für die Neuauflage wurde auch ein neues Titelbild erstellt, und das von Timo Würz, der schon andere erfolgreiche Serien gestaltet hat. Ganz im Gegensatz zum Thema Classics ist die Gestaltung wesentlich modernisiert worden, lediglich der Schriftzug ist der gleiche. Der moderne Zeichenstil passt aber sehr gut und gibt ein stimmiges Gesamtbild ab.

Fazit: Eine vielseitige Geschichte, viel Action und eine gute Portion Horror machen aus "Der Anfang" ein packendes Hörspiel. Toller Auftakt!

VÖ: 19. März 2010
Label: Lübbe / Wort Art
Bestellnummer: 978-3-7857-4239-6