John Sinclair Classics – 28. Die Geisterhöhle

John Sinclair Classics – 27. Wenn der Werwolf heult

John Sinclair Classics – 26. Der Fluch aus dem Dschungel

John Sinclair Classics – 25. Dr. Tods Höllenfahrt

John Sinclair Classics – 24. Hochzeit der Vampire

John Sinclair Classics – 23. In Satans Diensten

John Sinclair Classics – 22. Der See des Schreckens

John Sinclair Classics – 21. Bruderschaft des Satans

John Sinclair Classics – 20. Doktor Tod

John Sinclair Classics – 19. Horrorfest am Galgenhügel

John Sinclair Classics – 18. Die Armee der Unsichtbaren

John Sinclair Classics – 17. Die teuflischen Schädel

John Sinclair Classics – 16. Der Gnom mit den Krallenhänden

John Sinclair Classics – 15. Die Bräute des Vampirs

John Sinclair Classics – 14. Dämonos

John Sinclair Classics – 13. Amoklauf der Mumie

John Sinclair Classics – 12. Das Höllenheer

John Sinclair Classics – 11. Der Blutgraf

John Sinclair Classics – 10. Die Insel der Skelette

John Sinclair Classics – 9. Die Nacht des Schwarzen Drachen

John Sinclair Classics – 8. Das Rätsel der gläsernen Särge

John Sinclair Classics - 7. Die Töchter der Hölle

John Sinclair Classics – 6. Friedhof der Vampire

John Sinclair Classics - 5. Sakuro, der Dämon

John Sinclair Classics - 4. Das Leichenhaus der Lady L.

John Sinclair Classics - 3. Dr. Satanos

John Sinclair Classics - 2. Mörder aus dem Totenreich

John Sinclair Classics - 1. Der Anfang


John Sinclair Classics – 28. Die Geisterhöhle



Erster Eindruck: Pause für John Sinclair – vorerst...

Das kleine Örtchen Scalfort wird seit einigen Jahren von einer Rockerbande unsicher gemacht, die Bewohner leben in Angst vor dem Clan. Doch die Situation verschärft sich dratisch, als die Gang durch Zufall einen Dämon heraufbeschwört, denn mit neuen Kräften ausgestattet, verbreitet sie noch mehr Terror. Fast scheint das Dorf im Chaos zu versinken, doch dann taucht John Sinclair auf der Bildfläche auf...

Dass die Hauptfigur einer Serie für längere Zeit mal nicht auftaucht, ist der geneigte Hörspielhörer ja bereits aus anderen Produktionen gewohnt. Doch für die 28. Folge der John Sinclair Classics ist das recht neu, hier konzentrierte sich die Handlung bisher sehr stark auf ihren Protagonisten. Der Hörer bekommt in „Die Geisterhöhle“ aber erst einmal die Grundsituation der Folge dargeboten, was durchaus atmosphärisch gelungen ist. Er darf hautnah dabei sein, wenn eine neue dämonische Macht entsteht, bekommt den Schrecken der Dorfbewohner sowohl vor als auch nach der Wandlung mit und lernt die Charaktere schon mal gut kennen. Dennoch ist dieser Teil etwas zu lang geraten, denn richtig los geht es eigentlich erst nach etwa zwei Dritteln der Zeit, wenn auch der Geisterjäger die Bühne betritt. Dieser Teil ist dann sehr solide erzählt, und enthält einige spannende Szenen. Dabei sind allerdings auch zahlreiche Ideen eingebaut, die so oder so ähnlich schon in einigen anderen Episoden zu hören waren, wirkliche Überraschungen bleiben dementsprechend leider aus. Dennoch: „Die Geisterhöhle“ ist atmosphärische und kurzweilige Gruselunterhaltung.

Viel zum Gelingen tragen wie immer auch die Sprecher bei, die wieder sehr gut ausgewählt wurden. Nadine Schreier bringt als Sarah beispielsweise eine sehr lebendige und eindringliche Vorstellung herüber und kann den Schrecken der jungen Frau glaubhaft darstellen. Bert Franzke ist als Muff Potter zu hören, seine tiefe Stimme bringt viel Dramatik mit sich, sodass seine Szenen bestens zur Geltung kommen. Auch Konstantin Graudus ist mit viel Energie und Engagement mit dabei, er wirkt spontan und flüssig. Weitere Sprecher sind Fjodor Olev, Nils Rieke und Jacob Weigert.

In Sachen atmosphärische Gestaltung muss sich „Die Geisterhöhle“ nicht vor ihren Vorgängern verstecken, auch hier ist alles stimmig ineinander gefügt. Die einzelnen Szenen werden wie immer von viel passender Musik begleitet, die mal dräuend im Hintergrund, mal aber auch zur Steigerung der Dramatik deutlich lauter eingesetzt wird. Ähnliches gilt für die Geräusche, die sich dynamisch anpassen.

Das Cover dieser Folge stammt natürlich wieder von Timo Wuerz, der eine wahrhaft düstere Szenerie geschaffen hat. Gitterstäbe, schwebende Kreuze, ein dämonisches Wesen mit rot leuchtenden Augen und spitzen Zähnen – das ist sehr ansehnlich geworden. Das Innere ist wieder übersichtlich aufgebaut und enthält die üblichen Produktionsinformationen.

Fazit: Lange Zeit kommt dieses Hörspiel ohne die Titelfigur aus, und auch wenn der Start atmosphärisch erzählt wurde, geht die Handlung mit seinem Auftauchen erst richtig los. Dann wird wieder in Actionszenen und einem kurzweiligen Handlungsbogen ein wahres Feuerwerk gezündet, welches die Folge gekonnt abschließt.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5247-0


John Sinclair Classics – 27. Wenn der Werwolf heult



Erster Eindruck: Horror im abgelegenen Dörfchen...

Die Gerüchte, dass ein Werwolf in dem verschlafenen Ort Harwick sein Unwesen treibt, reißen einfach nicht ab. Und so macht sich auch John Sinclair auf, um unter anderem die nahe gelegene Irrenanstalt zu untersuchen. Noch vor seiner Ankunft lernt er die ebenso sympathische wie attraktive Vivian Delano kennen – nicht ahnend, dass beide bald in einen wahren Strudel dämonischer Ereignisse verwickelt sein werden...

Auch der Classics-Abelger von John Sinclair hat einen roten Faden und erzählt von den jungen Jahres des Geisterjägers. Doch auch wenn die 27. Folge beispielsweise die aufkommende Liason zwischen John und Jane thematisiert oder einen kleinen Kommentar zu Suko hinterlässt, ist „Wenn der Werwolf heult“ eine in sich abgeschlossene Folge, die auch gut allein gehört werden kann. Der Anfang ist wie immer harmonisch, aber zumindest was die Szenen in London betrifft auch etwas zu langwierig geraten – hier hätte die Handlung schneller zum Punkt kommen können, zumal die eingestreuten düsteren Szenen so etwas an Wirkung verlieren. Doch schon bald baut sich eine dichte Atmopshäre auf, die die Spannung immer weiter steigern kann. Denn die Ereignisse in dem kleinen Dorf sind sehr intensiv geschildert und verbreiten eine schaurige Grundstimmung, die lange Zeit ohne Actionsequenzen auskommt und so ihre unheilvolle Wirkung entfalten kann. Toll ist auch eine sehr gut beschriebene Szene, in der John fast machtlos ist und geschlagen scheint – auch wenn man sich denken kann, dass er mit dem Leben davonkommt, ist dies packend gelungen. Das Ende ist dann wieder etwas konventioneller, was bei der temporeichen und gut erzählten Auflösung aber nichts negatives ist. Wieder eine starke Folge der Serie, die mich packen konnte.

Bianca Krahl ist hier in der Rolle der Vivian Delano zu hören, mit ihrer kraftvollen Stimme kann sie die toughe Frau sehr intensiv in Szene setzen und ihr in jeder Szene die passende Attitüde verleihen. Sascha Draeger hat ebenfalls einen denkwürdigen Auftritt, den er mit seiner markanten Sprechweise und viel Energie gekonnt umsetzt. Franziska Pigulla hat hier als Jane zwar nur einen recht kurzen Auftritt als Jane Collins, dennoch habe ich mich gefreut, sie hier zu hören, ihre klangvolle Stimme passt erneut wunderbar in die Szenerie. Weitere Sprecher sind Jan-David Rönfeld, Robin Brosch und Daniela Thuar.

Akustisch wird wieder eine sehr saubere Leistung abgeliefert, sodass alles wieder wie aus einem Guss wirkt und die Handlung gekonnt unterstützt. Die Musik hat immer einen mysteriösen Unterton und verstärkt damit die Grundstimmung, aber natürlich hat sie ihren harten, rockigen Klang nicht verloren. Auch die Geräusche sind wieder passgenau eingefügt und lassen insbesondere die Actionsequenzen wuchtig erscheinen.

Klar, dass bei diesem Titel einer der blutrünstigen Bestien auf dem Cover zu sehen ist, ein Mann verwandelt sich gerade in ein Wolfswesen – die Hände werden zu Klauen, das Gesicht zu einer Fratze, die Zähne zu langen Reißern. Das alles wird durch die zerfetzte Kleidung und den riesigen Mond im Hintergrund noch verstärkt. Die restliche Aufmachung ist wie immer unauffällig und übersichtlich geworden.

Fazit: Eine Folge, deren Aufbau sehr gelungen ist, da die vielen mysteriösen Ereignisse sehr gut zur Geltung kommen. Das macht richtig Spaß, zumal auch die Nebencharaktere dieser Folge sehr gelungen sind – weder überzeichnet noch graumäusig. Es entsteht schnell eine dichte Atmosphäre, die die Spannung bis zum Ende halten kann.

VÖ: 18. November 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5246-3


John Sinclair Classics – 26. Der Fluch aus dem Dschungel



Erster Eindruck: Eine Maske aus Amsterdam

Bill Conolly und seine Freundin Sheila entspannen sich nach dem Kampf gegen Dr. Tod für einige Tage in Amsterdam, wo Sheila bei einem Antiqitätenhändler eine alte Maske findet. Sie ersteht diese für ihren gemeinsamen Freund John Sinclair, doch ahnt sie nicht, welches Unheil sie damit heraufbeschwört. Denn schon bald entfaltet sich die gesamte Macht des alten Artefakts...

Nachdem die letzten Folgen der John Sinclair Classics einen roten Faden im dämonischen Doktor Tod gefunden haben, ist der direkte Nachfolger „Der Fluch aus dem Dschungel“ eine in sich abgeschlossene Geschichte. Auch wenn diese noch einmal Bezug auf den zeitlichen Verlauf der Serie nimmt, Themenwahl und Figuren kommen in keiner anderen Handlung vor. Diese baut von Anfang an eine sehr dichte Stimmung auf und kann so einen gelungenen Spannungsbogen über der Folge ausbreiten. Das ist temporeich und dynamisch umgesetzt, erinnert aber streckenweise mit seinen intensiven Ermittlungen eher an einen guten Krimi mit einigen übernatürlichen Elementen als an ein Horror-Hörspiel. Mir gefällt dabei insbesondere das letzte Drittel der Handlung, hier wird eine sehr prägnante Atmosphäre aufgebaut und durch viele eindrucksvolle Szenen im Dschungel angereichert. Und nicht fehlen darf natürlich nicht eine große Portion trockener Humor, der meist von der lässigen Hauptfigur ausgeht und auch hier wieder für eine treffende Stimmung sorgt. Die Erzählweise ist sehr gelungen und überzeugt mit einer sich ständig steigernden Spannung, sodass auch diese Folge wieder sehr hörenswert gelungen ist.

Die wunderbare Daniela Hoffmann ist in der Rolle der Sheila zu hören, die hier mit Nachnamen noch Hopkins heißt. Ihre helle und freundliche Stimme ist auch hier wieder ein gelungener Kontrast zur düsteren Atmosphäre, ihre glaubhafte Betonung kommt ebenfalls gut zur Geltung. Uli Krohm ist als Johan van Dohlen zu hören, der mit seiner unangenehmen und unsympathischen Art einen sehr ausdrucksstarken Charakter schafft, mit seiner Stimme sorgt er immer für gekonnte Akzente. Auch Dirk Hardegen ist als Mandra Korab hier wieder mit dabei, spricht sehr eingängig und mit einer präzisen Betonung. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Gordon Piedesack und Michael Bideller.

John Sinclair steht auch für eine sehr eindringliche atmosphärische Gestaltung, was auch hier wieder bestens zur Geltung kommt. Mit vielen düsteren und harten Melodien und einer sehr lebendigen Geräuschkulisse sind die Szenen nahbar und mit viel Nachdruck umgesetzt. Besonders im Urwald sorgt Regisseur Dennis Ehrhardt mit seinem Team für eine stimmige Atmosphäre.

Die Maske, die das Unheil in dieser Folge erst auslöst, ist auf dem Cover abgebildet. Golden schimmernd und aufwändig verziert zieht sie schnell die Blicke auf sich, doch auch die detaillierte Zeichnung des Arbeitszimmers samt Globus, düsteren Portraits und der aufwändig verzierten Tapete sind sehr ansehnlich gelungen. Ein gelungenes Gesamtkonzept, das mal in eine ganz andere Richtung geht.

Fazit: Diese Folge setzt von Anfang an auf eine sehr eingängige Stimmung, baut schnell eine rätselhafte Atmosphäre auf und setzt diese gekonnt fort. Der Spannungsbogen trägt die Folge bis zum Schluss und setzt eher auf die Ermittlungen denn auf Schockmomente, was gemeinsam mit dem trockenen Humor eine sehr hörenswerte Folge ergibt.

VÖ: 10. Juni 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5245-6


John Sinclair Classics – 25. Dr. Tods Höllenfahrt



Erster Eindruck: Gleich zwei Geschichten aus der Vergangenheit

John Sinclair ist gemeinsam mit den Reporter Boll Conolly zur Premiere eines neuen Horrorfilms eingeladen. Für das Event haben sich die Produzenten etwas ganz besonderes einfallen lassen und entertainen das Publikum mit unheimlichen Einlagen. Doch der Geisterjäger merkt schnell, dass etwas nicht stimmt – und steht schon bald seinem Erzfeind, dem totgeglaubten Dr. Tod, gegenüber...

In der eigentlichen Hörspielserie um John Sinclair ist Dr. Tod nicht mehr als eine Randnotiz, dabei hat er den Anfang der Heftromanserie mitbestimmt und hatte zahlreiche Auftritte. Dafür widmet sich mittlerweile seit einigen Folgen die Classics-Serie dem morbiden Wissenschaftler, was in Folge 25 in einem Showdown endet. Doch auch hier gibt es wieder einen Querverweis zu Hauptserie, denn die Schauspielerin Nadine Berger hat hier ihren ersten Auftritt – was später aus ihr werden soll ist ja mittlerweile bekannt. Die Geschichte ist gewohnt solide umgesetzt, hier passt alles gut zusammen, und auch langwierige Szenen konnte ich nicht entdecken. Dennoch konnte mich die Handlung nicht so sehr mitreißen wie andere Episoden, es fehlte etwas Biss. Denn obwohl flüssig erzählt wurde, fehlen die echten Highlights, sogar der große Showdown wird etwas stiefmütterlich behandelt und in wenigen Momenten erzählt. Zu einer Top-Bewertung reicht es also dieses mal nicht, doch zum 25. Jubiläum gibt es noch zusätzlich eine weitere Episode oben drauf: „Mein erster Fall“ ist ziemlich ironisch erzählt und hat gerade zu Beginn eine hohe Gagdichte, nimmt sich selbst ziemlich auf die Schippe und wird am Ende auch recht albern, wobei dennoch einige spannende Szenen vorhanden sind. Das ist sicherlich nicht jedermans Geschmack, ist aber kurzweilig geraten und hat mir viel Spaß bereitet.

Elisabeth Günther ist in der eigentlichen Geschichte als Nadine Berger zu hören, sie schafft es sehr gut, die Frau sympathisch darszustellen, aber eben auch die leicht divenhafte Art der Schauspielerin einzubringen. Peter Weis ist als Haduk zu hören, er setzt seine Stimme sehr gekonnt ein, um eine düstere und bedrückende Stimmung zu erschaffen. Gerlinde Dill ist in der Bonusgeschichte als Mrs. Osbourne zu hören, die eine sehr variable Stimmung hat und diese sehr präzise einsetzt. Weitere Sprecher sind Wolfgang Rüter, Ursula Sieg und Björn Schalla als junger John Sinclair.

An der akustischen Umsetzung gibt es wieder rein gar nichts auszusetzen, diese ist atmosphärisch dicht und eingängig, sodass die Szenen sehr gut unterstützt werden, besonders die actiongeladenen Momente bekommen einen sehr lebendigen Ausdruck. Etwas anders ist natürlich auch „Mein erster Fall“, hier wird durch den Einsatz von witzigen oder nostalgischen Klängen noch einmal eine ganz andere Stimmung erzeugt.

Ein riesiger Totenkopf ist auf dem Cover zu sehen, blutig und roh, durch die halb geöffneten Augenlider schimmert milchiges weiß hevor – ein beeindruckendes und auffälliges Cover, welches nach dem Hören der Handlung noch einmal eine andere Bedeutung bekommt. Doch auch für „Mein erster Fall“ wurde ein Cover entworfen, im Comicstil und mit übergroßen Köpfen ist hier eine Szene aus der Geschichte zu sehen.

Fazit: Die Umsetzung der Geschichte ist zwar gewohnt flüssig und unterhaltsam, entfaltet aber eben nicht ein so großes Feuerwerk, wie man es von anderen Folgen der Serie kennt. So bleibt für das kleine Jubiläum der Classics ein solider, aber nicht herausragender Eindruck. Eine witzige Dreingabe ist „Mein erster Fall“, eine recht ungewöhnlich umgesetzte Vorlage, die mir Spaß gemacht hat.

VÖ: 15.April 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4992-0


John Sinclair Classics – 24. Hochzeit der Vampire



Erster Eindruck: Eine fröhliche Reise in die Karpaten

Eigentlich hat es John Sinclair nicht ganz ernst genommen, als Bill Conolly ihn zu einer Kurzreise mit „Horror-Tours“ zu einer schwarzen Hochzeit eingeladen hat. Doch als sich in London mysteriöse Dinge ereignen, die ebenfalls in Verbindung mit dem merkwürdigen Reiseveranstalter gebracht werden müssen, packt der Geisterjäger seine Koffer und macht sich mit Bill auf in die Karpaten. Eine Mitreisende erregt schnell seine Aufmerksamkeit: Jane Collins...

Jane Collins ist ein fester Bestandteil der John Sinclair-Reihe und nicht mehr aus ihr wegzudenken. Wie sich die engagierte Reporterin und der Geisterjäger kennengelernt haben, wird darin jedoch nie wirklich aufgeklärt – und genau diese Lücke schließt nun die 24. Folge der Classics-Reihe. „Hochzeit der Vampire“ lässt sich anfangs etwas Zeit, sodass vor der Reise in die Karpaten noch eine stimmige Szene in London zu hören ist. Das bremst den Start etwas, doch die spätere Handlung kann diesen kleinen Makel locker wieder wett machen. Die Stimmung auf der Horror-Tour ist sehr dicht, und auch wenn mit Werwölfen, Blutsaugern und einem alten Schloss wohl sämtliche Klischees erfüllt wurden, ist eine ganz neue und unverbrauchte Stimmung aufgekommen. Das liegt einerseits an dem Auftauchen eines wohl bekannten Gegenspielers, der noch einmal eine ganz neue Facette mit einbringt, andererseits aber auch an der sehr dichten, stellenweise wirklich gruseligen Atmosphäre, die gerade die zweite Hälfte der Produktion dominiert. Die Handlung geht – nach der Ankunft im Schloss – ziemlich flott voran und auch das Auftauchen von Jane ist sehr reizvoll, sodass eine sehr hörenswerte Produktion entstanden ist.

Die unvergleichliche Franziska Pigulla ist natürlich auch hier als Jane Collins zu hören. Ihre dunkle und rauchige Stimme passt wunderbar zu der toughen Reporterin, der sie mit feinen Nuancen in der Stimme zum Leben erweckt. Andreas Mannkopffs einzigartiger Klang ist hier mal wieder sehr prägnant als Haduk eingesetzt, er bringt wieder viel Energie und Leidenschaft mit und passt sich der Rolle sehr gut an. Katja Brügger hat als Vera Montesi einen sehr interessanten Auftritt, sie erzeugt eine düstere und bedrückende Atmosphäre, die mich vollkommen überzeugt hat. Weitere Sprecher sind Walter Wigand, Frank Felicitti und Achim Schülke.

Bei dieser Handlung kommt es sehr stark auf die atmosphärische Gestaltung an, und diese ist wieder sehr rund und eingängig gelungen. Insbesondere die Musik sorgt dabei für eine passende Stimmung und passt sich bestens an die verschiedenen Szenen an, während die Geräusche mehr Schwung einbringen und für eine gewisse Tiefe sorgen. Besonders die Szenen um die schwarze Hochzeit bleiben so nachhaltig im Gedächtnis haften.

Timo Wuerz hat ein grandioses Cover zu dieser Folge geschaffen, das sehr düster wirkt und Moderne und Altmodische Elemente wunderbar miteinander vereint. Die vampirische Braut ist hell beleuchtet, scheint fast selbst in grellem Licht zu strahlen, während ihr Bräutigam eher im Dunkeln gelassen wird – ebenso wie der Wolfskopf, der gerade noch so am unteren Rand zu erkennen ist.

Fazit: Sehr düster, atmosphärisch und voller gruseliger Momente – bis auf den etwas schleppenden Anfang entwickelt sich hier eine spannende Geschichte, die sich immer weiter zu steigern versteht. Dabei läuft alles auf den Höhepunkt mit der schwarzen Hochzeit hinaus, die dann auch sehr eingängig erzählt wurde.

VÖ: 10.Dezember 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4991-3


 

John Sinclair Classics – 23. In Satans Diensten



Erster Eindruck: Zwischen Traum und Realität

Es sollte eigentlich ein entspannter Abend in netter Runde werden, den John Sinclair mit seinen Freunden Bill und Sheila in weiblicher Begleitung verbringen wollte. Doch als er in dem Restaurant die als verschwunden geltende Opernsängerin Ramona Navarra sieht und ihr auf die Toilettenräume folgt, geschieht etwas schreckliches, und seine Freunde können nur noch seinen Leichnam auffinden...

Nachdem die ersten Folgen eher jeweils für sich allein stehen konnten, gibt es nun bei den „John Sinclair Classics“ einen roten Faden, der sich um einen den charismatischsten Gegenspieler des Geisterjägers dreht: Dr. Tod. Schon die Vorgänger von „In Satans Diensten“ haben sich mit dem diabolischen Wissenschaftler beschäftigt, hier schlägt er wieder mit einem ziemlich teuflischen Plan zu. Dabei kommt die Handlung schnell zum Punkt und liefert am Anfang nur wenige Introszenen, und auch danach geht es recht temporeich weiter. John findet sich dabei in einer äußerst prekären Lage wieder, die er selbst nicht mehr beeinflussen kann, die dabei verbauten magischen Elemente verstärken den Reiz noch einmal. Noch besser gefällt mir allerdings, dass später noch einmal eine ganz andere Stimmung aufkommt, der Geisterjäger und sein Team sich einer recht merkwürdigen Situation stellen müssen. Hier geht es dann auch in Sachen Action wieder richtig zur Sache, das typische Flair der Serie kommt dabei bestens zur Geltung. Schon beide Abschnitte für sich genommen sind sehr lohnenswert, in der Kombination liefern sie aber eine sehr gelungene und atmosphärisch dichte Folge, die sehr abwechslungsreich und voller düsterer Momente ist.

Tanja Dohse ist in der Gastrolle der Ramona Navarro, der scheinbar verschwundenen Opernsängerin, zu hören. Sie legt dabei viel Energie in ihre Stimme und bleibt immer sehr authentisch, sodass eine sehr ansprechende Leistung entstanden ist. Jürgen Holdorf ist als Hugh Morton zu hören, seine tiefe Stimme passt sehr gut zu dem Charakter und setzt seine Szenen sehr eindringlich um. Detlef Bierstedt ist mal wieder als Bill Conolly zu hören, auch er passt sich sehr gut an die Szenerie an und überzeugt mit seiner eingängigen Sprechweise. Weiterhin zu hören sind Frank Gustavus, Walter Wigand und Dagmar Dreke.

Dennis Ehrhardt und sein Team haben auch diese Folge sehr gelungen produziert, alles passt hier bestens zusammen und sorgt für eine nachdrückliche Inszenierung. Die Musik ist gewohnt hart und rockig, die Geräusche vielfältig und passend. So wird eine lebendige Klangkulisse erschaffen, die den Hörer trotz bekannter Elemente immer wieder zu überraschen versteht.

Das Konterfei eines Mannes, düster beleuchtet, ist auf dem Cover zu sehen, er scheint den Betrachter durchdringend zu beobachten. Im Hintergrund, der rötlich eingefärbt ist, ist noch ein schwertschwingender Mann zu sehen. Die restliche Aufmachung ist bereits bekannt und wieder sehr übersichtlich gestaltet.

Fazit: „in Satans Diensten“ ist eine sehr packende und temporeiche Folge, die mit ganz unterschiedlichen Situationen eingängige Stimmungen schaffen kann. Von Anfang an wird die Handlung sehr reizvoll und spannend gestaltet, mir hat die Folge deswegen äußerst gut gefallen.

VÖ: 13.August 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4990-6


John Sinclair Classics – 22. Der See des Schreckens



Erster Eindruck: Schlag auf Schlag

Bill Conolly stößt bei seinen Recherchen als Reporter auf merkwürdige Vorgänge im Umfeld eines Sees, das Verschwinden eines jungen Campers ist da nur die Spitze des Eisberges. Schnell wird Geisterjäger John Sinclair zu dem Fall hinzugezogen, sodass ihm nach seinem letzten Kampf kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt. Bald ahnt er, wer hinter den Angriffen stecken könnte...

Hinterließ der Start der John Sinclair-Classics-Reihe noch den Eindruck von Einzelhörspielen, hat sich dies mittlerweile deutlich gewandelt. Vielmehr hat sich eine zweite, parallele Serienhandlung als Ergänzung zu der eigentlichen Reihe entwickelt, sodass „Der See des Schreckens“ nahtlos an die vorige Folge anschließt und zahlreiche Ereignisse und Informationen aufgegriffen werden. Das vermag zu gefallen, zumal dies in einer sehr spannenden und packenden Handlung verpackt ist. Schon kurz nach dem Start geht es hier richtig zur Sache, der manchmal sonst eher gemächlich wirkende Aufbau weicht hier einer schnellen und temporeichen Geschichte. In typischer Sinclair-Manier deckt der Geisterjäger langsam die Hintergründe auf, wobei Bill Conolly hier als Katalysator dient und die Handlung schnell vorantreibt. Viele spannende und teilweise atmosphärische Szenen reihen sich aneinander und sorgen für einen sehr flüssigen Verlauf, wobei sich die Handlung am Ende noch einmal deutlich zu steigern weiß. Das „Monster der Folge“ wirkt dann aber insgesamt doch recht konventionell, wobei der Aspekt mit den tätowierten Rockern durchaus zu gefallen weiß und neue Würze einbringt. So entsteht ein solider und ansprechender Gesamteindruck, der von der gelungenen Produktion abgerundet wird.

Detlef Bierstedt bekommt hier als Bill Conolly mal wieder einen recht großen Part, den er wie immer routiniert und mit einer glaubhaften Gefühlsbetonung meistert. Katharina von Keller hat mir als Shirley Adams gut gefallen, sie kann die junge Frau mit viel Energie und authentischer Panik in der Stimme überzeugen. Lutz Mackensy zeigt als Huxley mal wieder eine ganz andere Seite von sich zeigen und passt wunderbar in das düstere Ambiente der Folge. Weitere Sprecher sind Torben Liebrecht, Klaus Dittmann und Tim Kreuer.

Das Team und Regisseur Dennis Ehrhardt beweist einmal mehr, dass er die Serie sehr eingängig umsetzen kann und sorgt mit einer düsteren Klangwelt für den passenden Hintergrund für die Handlung. Die Musik greift dabei die Stimmung der jeweiligen Folge auf, während die zahlreichen und stets präsenten Geräusche für mehr Dynamik und Tiefe sorgen.

Der grell-gelbe Schriftzug dominiert auch das Cover zu dieser Folge und sticht aus der ansonsten sehr düsteren Szenerie deutlich hervor. Zu sehen sind einige Leichen in verzerrten Posen, die Gesichter im Schatten verborgen. Besonders die diffus gezeichnete Hintergrund von Timo Wuerz sorgt dabei für die passende Stimmung. Das Innere ist sehr schlicht gestaltet und enthält keine zusätzlichen Informationen.

Fazit: Schön, dass die fortlaufende Handlung der Ableger-Serie hier weiter fortgeführt wird – zumal wenn es in einer solch spannenden und kurzweiligen Geschichte geschieht. Der schnelle Einstieg und viele unheimliche Szenen sorgen dabei für eine gelungene Folge, die mit zahlreichen kleinen Überraschungen punkten kann.

VÖ: 15.Mai 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4989-0


John Sinclair Classics – 21. Bruderschaft des Satans



Erster Eindruck: Düstere Vorgänge im Kloster

Um ein altes, abgelegenen Kloster ranken sich düstere Geheimnisse: Die Mönche sollen einen Pakt mit dem Herrscher der Hölle höchst persönlich geschlossen haben. Roger Busceau will in dem alten Gemäuer Nachforschungen anstellen, doch kurz darauf wird er tot aufgefunden. John Sinclair wird auf den Fall aufmerksam und beginnt mit seinen Recherchen – nicht ahnend, welche Ereignisse er damit auslöst...

Anfangs waren die Classics-Folgen von John Sinclair als einzelne Geschichten konzipiert, doch mehr und mehr hat sich ein roter Faden durch die Handlung herauskristallisiert. Nach dem Auftauchen mit Doktor Tod geht es jedoch mit einer Episode weiter, die für sich allein stehen kann, aber dennoch große Ereignisse für die kommenden Folgen ankündigt. Wie so oft wird die Folge zu Anfang düster und unheimlich erzählt, die Stimmung in dem alten Kloster wird gekonnt umgesetzt. Schön ist, dass sich dies durch das gesamte Hörspiel zieht, wobei die Handlung immer mehr an Fahrt aufnimmt und sich in typischer Sinclair-Manier zu einem kleinen Inferno entwickelt. Besonders das Ende ist dabei beeindruckend umgesetzt und offenbart einen neuen Gegner für Sinclair. Dass dabei von Anfang an der Bösewicht feststeht nimmt keinesfalls den Schwung aus der Handlung, da wie immer noch einige Überraschungen und kleine Nebenarme eingebaut sind. Eine sehr solide Folge für den Geisterjäger, bei dem besonders die Stimmung hervorsticht.

Dietmar Wunder konnte mich als John Sinclair hier erneut überzeugen und mit seiner sehr präsenten Stimme für zusätzliche Atmosphäre sorgen. Trotz aller Coolness kann er glaubhafte Gefühle vermitteln und nahbar wirken. Die wunderbare Celine Fontanges ist als Lili Busceau zu hören, ihr sanfte und angenehme Klang passt sehr gut zu dem Charakter, zumal sie sehr authentisch agiert. Erik Schäffler ist als Pierre Saval eine ebenso gut Wahl und kann mit seiner eingängigen Sprechweise punkten. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Michael Harck und Jürgen Holdorf.

Unter der Regie von Dennis Ehrhardt ist erneut ein sehr sauber produziertes Hörspiel entstanden, die passende musikalischen Untermalung kann besonders die Szenen im Kloster düster und bedrohlich wirken lassen. Dazu kommen – wie immer – zahlreiche wohl platzierte Geräusche, die auch mal etwas lauter sein dürfen und so die Dramatik der Geschichte noch weiter steigern.

Das Cover stammt erneut von Timo Wuerz und hat eine sehr moderne und düstere Optik, verbunden mit dem auffälligen Schriftzug und der gelungenen Covergestaltung ergibt sich ein sehr ansehnliches Titelbild. Zu sehen sind natürlich einige der düsteren Mönche, die meisten Gesichter unter weiten Kapuzen versteckt, während der Herr im Vordergrund eine entstellte Fratze präsentiert.

Fazit: Eine klassische Sinclair-Geschichte: Ein Kloster als unheimlicher Schauplatz, ein Pakt mit dem Bösen, eine tempo- und wendungsreiche Handlung. „Bruderschaft den Satans“ ist düster, nimmt schnell Fahrt auf und setzt auf kurzweilige und lockere Unterhaltung. Die Ausblicke auf weitere Ereignisse ist passend eingebaut.

VÖ: 15.Januar 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4972-2


John Sinclair Classics– 20. Doktor Tod



Erster Eindruck: Erster Auftritt eines alten Bekannten

John Sinclair bekommt eine unheimliche Nachricht von einem ihm unbekannten Mann, der sich dazu bekennt, eine Gruppe von Jugendlichen in einem Spiegelkabinett hingerichtet zu haben. Er kündigt weitere Bluttaten an und fordert den übernatürlichen Ermittler zu einem Duell auf. Sofort schreitet Sinclair ein und beginnt mit seinen Ermittlungen und stößt bald auf den Mann hinter der Nachricht: Doktor Tod...

Doktor Tod ist wohl eine der bekanntesten und beliebtesten Figuren des John Sinclair-Iniversums, sodass sein Auftauchen in der „Classics“-Serie von vielen heiß erwartet wurde. Mit Folge 20 ist es nun so weit, was auch gleich im Titel der Folge angekündigt wird. Und tatsächlich kann die große Erwartungshaltung hier erfüllt werden, denn die Geschichte wurde sehr spannend und ziemlich unheimlich umgesetzt. Besonders in den ersten Szenen, die die Situation im Spiegelkabinett darstellen, sind sehr gut in Szene gesetzt, brutal und wie aus einem amerikanischen Horrorfilm entsprungen. Und auch im weiteren Verlauf geht es atmosphärisch und temporeich weiter, zumal die Bedrohung durch Doktor Tod gut zur Geltung kommt, hier wird eine sehr imposante Figur mit interessantem Hintergrund geschaffen. Mir hat diese Folge sehr gut gefallen, was besonders an der stimmigen Umsetzung gelegen hat.

Wolfgang Rüter übernimmt die Rolle des Doktor Tod und setzt diese sehr gekonnt und mit einer ganz eigenen Interpretation um. Er klingt sehr bedrohlich und setzt nicht auf donnernde Lautstärke, sondern auf feine Nuancen und eine markante Aussprache. Celine Fontages trägt als Jessica Clay einen großen Teil zum Gelingen der ersten Szenen, mit glaubhafter Panik und viel Energie fesselt sie den Zuhörer sofort. Dietmar Wunder hat mir als John Sinclair wieder sehr gut gefallen, mit leicht ironischem Unterton und viel Coolness kann er den Geisterjäger sehr präsent wirken lassen. Weitere Sprecher sind Bert Franzke, Achim Schülke und Eva Meckbach.

Die Musik von Andreas Meyer wurde eigens für die Serie produziert und kommt hier gut zur Geltung. Immer wieder wird sie zwischen den Szenen eingesetzt, um die jeweilige Stimmung zu unterstreichen. Dies gelingt gut, zumal sie auch mal etwas länger erklingen darf. Die Geräusche sind wie immer wuchtig, aber hier nicht zu übertrieben einbaut, sodass eine eindrucksvolle Szenerie entsteht.

Timo Wuerz hat auch dieses Cover mit seinem typischen Stil geprägt, wobei die schwarzhaarige Schöne hier sehr geisterhaft wirkt. Die sie operierenden Hände mit dem Reagenzglas, der Totenschädel und der diffuse Hintergrund sind hierfür passende Ergänzungen, wobei der grellgelbe Schriftzug wieder etwas aus dem ansonsten ziemlich düsteren Bild heraussticht.

Fazit: Mir hat der erste Auftritt von Doktor Tod in der Classics-Serie sehr gut gefallen. Das liegt zum einen an der sehr düsteren und unheimlichen Stimmung, zum anderen an der spannenden Geschichte, die den hinterhältigen Doktor Tod ins rechte Licht zu rücken weiß. Eine sehr gelungene Folge!

VÖ: 8.Oktober 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4620-2


John Sinclair Classics – 19. Horrorfest am Galgenhügel



Erster Eindruck: Grauenvoller Besuch zu Hause

Sarah Duffy, die Bibliothekarin des kleinen Ortes Foynes findet durch Zufall einen alten Brief in einem Buch – doch kurz nachdem sie ihn gelesen hat stirb sie unter mysteriösen Umständen. Doch sie sollte nicht die letzte Tote sein, immer mehr Menschen segnet in dem Dorf das Zeitliche. Und so wird der Besuch zu Hause für Fred Young und seine Verlobte Christine zu einem wahren Horrortrip...

Während sich die eigentliche Serie gleich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gegner beschäftigt und so gleich mehrere Handlungsstränge verfolgt werden, ist die Rahmenhandlung bei der Classics-Serie deutlich einfacher gestrickt, in Folge 19 beispielsweise wird lediglich gegen Ende ein kleiner, wenn auch sehr interessanter Ausblick auf die kommende Episode erlaubt. Die Handlung an sich ist dafür in sich abgeschlossen und erzählt eine ziemlich spannende und actiongeladene Story, an denen an der einen oder anderen Stelle neben all dem Horror auch etwas Grusel hindurch schimmert. Schon die Introszene wirft einige Fragen auf, doch richtig los geht es kurz darauf mit einem Überfall auf die oben erwähnten Fred und Christine. Von da an wechseln sich Actionsequenzen und Dialoge ab, in denen die Geschichte immer weiter entwickelt und deren Hintergründe weiter aufgedeckt werden. Dazu gibt es kleine Rückblenden in die Vergangenheit, schnelle Wechsel zu anderen Schauplätzen und einen sehr unheimlich umgesetzten Charakter, der viel Stimmung in die Handlung bringt. Gegen Ende steigert sich alles zu einem für die Serie typischen Showdown, der es in sich hat und sich in einem großen Knall entlädt. Zugegeben, wirkliche Innovation oder die große Überraschung ist hier nicht geglückt, aber das ist auch gar nicht notwendig, denn „Horrorfest am Galgenhügel“ kann mit der spannenden und kurzweiligen Geschichte auch so überzeugen.

Bereits zum zehnten Mal spricht Dietmar Wunder hier die Rolle de John Sinclair, und das macht er mit lässiger Coolness und seinem ganz eigenen Charisma, das sehr gut zur Geltung kommt. Mich hat es gefreut, mal wieder Kaspar Eichel zu hören, der in der Rolle des Horace Kennan mit sehr intensiver und eingängiger Betonung glänzt. Grandios ist hier Michael von Rospatt als Leichenbestatter O'Donnel, mit recht hoher, eindringlicher Stimme setzt er sehr gekonnte Akzente und sorgt für die nötige Gruselstimmung. Weitere Sprecher sind Thomas Wenke, Linda Fölster und Karin Rasenack.

Auch die Umsetzung von Dennis Ehrhardt und seinem Team ist wieder äußerst gelungen. Die Folge, die nur so vor packenden Actionszenen strotzt, bietet natürlich eine große Spielwiese für laute und knallige Effekte, die mit viel Gefühl für das richtige Timing umgesetzt wurde. Durch den Einsatz atmosphärischer Musik wird eine harte und effektvolle Stimmung erzeugt, die durch passende und recht laute Sounds noch weiter vervollständigt wird.

Das Cover orientiert sich wie gewohnt nicht an den Heftromanen von John Sinclair, sondern stammt aus der Feder von Timo Wuerz, der wieder ein stimmungsvolles und passende Bild gezeichnet hat. In unheimlichen Grautönen wird die Armee der Skelette dargestellt, die auf den Betrachter zuzulaufen scheinen, umhüllt von dichtem Nebel. Besonderer Blickfang ist dabei die Schlinge, die von oben herab zu baumeln scheint.

Fazit: Die ganz großen Überraschungen oder Wendungen bleiben zwar aus, doch durch die sehr dichte und packende Handlung ist ein sehr unterhaltsames Hörspiel entstanden. Zahlreiche Actionsequenzen und ein düsterer Charakter sorgen dabei für unterschiedliche Stimmungen.

VÖ: 13.Juni 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4619-6


John Sinclair Classics – 18. Die Armee der Unsichtbaren



Erster Eindruck: Dämonenpause für John Sinclair

Mitten in einem feinen Londoner Restaurant wird einem Gast vor den anderen Anwesenden die Kehle aufgeschlitzt – von einem Messer, das scheinbar in der Luft zu schweben scheint. Während der allgemeinen Unruhe bemerkt keiner die eher unscheinbare Frau, die völlig ruhig den Tatort verlässt. Als John Sinclair auf den Fall aufmerksam wird, ahnt er nicht, dass es zu einem seiner ungewöhnlichsten Aufträge wird…

Was macht ein Geisterjäger, wenn gerade keine Dämonen oder übernatürlichen Wesen zu besiegen hat? Er nimmt sich den irdischen Problemen an, die aber zugegebenermaßen nicht sehr alltäglich sind. John Sinclair hat in seinem 18. Classics-Fall jedenfalls mit einer durchgedrehten Wissenschaftlerin zu tun, die mit einer ganz besonderen Methode versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen – sie hat eine Methode entwickelt, Menschen unsichtbar zu machen und hat dies auch erfolgreich an einer Gruppe Schwerkrimineller angewendet. Das mag auf den ersten Blick unglaubwürdig klingen, wird aber durch einige weitere Übertreibungen und Ungereimtheiten nicht gerade realitätsnäher. Besonders eine James Bond-Szene und die Wahl der Waffe gegen die Armee der Unsichtbaren stechen da hervor. Wer dies alles ausblendet, bekommt ein kurzweiliges und unterhaltsames Actionspektakel geboten. Schnelle Szenenwechsel und zahlreiche spannende Szenen sorgen für eine gewisse Dramatik, während die wunderbare Gegenspielerin eine sehr interessante Aura ausstrahlt. Durch ihr ruhiges, analytisches Verhalten unterscheidet sie sich stark von den oft so heißblütigen Dämonen, die Sinclair ansonsten bekämpft. Mir gefällt, wie anders diese Folge wirkt, wie ungewöhnlich Thema und Handlungsverlauf sind. Mit den oben genannten Einschränkungen eine wirklich hörenswerte Folge.

Karin Rasenack macht hier als Jessica Moron, der Gegenspielerin der Folge, eine wirklich gute Figur. Mit sehr unterkühlter Stimme und einigen scharfzüngigen Kommentaren schafft sie einen interessanten Charakter, der viel zu der Stimmung des Hörspiels beiträgt. David Monteiro ist als ihr Gehilfe Jorge zu hören, mit tiefer, brummiger Stimme kann er das Bild eines harten und gnadenlosen Mannes schaffen. Detlef Bierstedt kann als Bill Conolly mit seiner markanten Ausdrucksweise wieder überzeugen. Weitere Sprecher sind unter anderem Achim Schülke, Torsten Michaelis und Stefan Krause.

Auf absolut hohem Niveau ist die akustische Gestaltung des Hörspiels, hier ist man wieder hochprofessionell und gleichzeitig mit Leidenschaft bei der Sache gewesen. Eine sehr dichte Stimmung wird durch die zahlreichen eingebauten Musikstücke erzeugt, die meist durch harte Gitarrenriffs geprägt sind. Durch eine passende Gestaltung des Hintergrundes wirkt die Handlung zudem sehr lebendig und greifbar.

Die Armee der Unsichtbaren ist auch auf dem Cover zu sehen. Was wie ein ziemlicher Widerspruch klingt, wird durch Kleidung ermöglicht, die die Unsichtbaren tragen und die scheinbar durch die Luft zu schweben scheinen – ebenso wie das große, spitz gebogene Messer, mit dem eine vor Angst schreiende junge Frau bedroht wird. Ein düsteres Cover, das nur wenige Lichteffekte hat und so seine Wirkung nicht verfehlt.

Fazit: Einige Ungereimtheiten und Übertreibung trüben etwas den Eindruck dieses ansonsten sehr gelungenen Hörspiels. Hier wird die Serie mal von einer ganz anderen Seite gezeigt, statt Dämonen gibt es einen menschlichen Gegner zu bekämpfen. Dies geschieht durch interessante Nebencharaktere und eine spannend erzählte Handlung.

VÖ: 14.Februar 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4618-9


John Sinclair Classics – 17. Die teuflischen Schädel



Erster Eindruck: Lebende Schädel und ein dunkler Brunnen

Der Reporter Bill Conolly recherchiert in einer sehr brutalen Mordserie in Glasgow, in der der Täter die Köpfe seiner Opfer vom Körper trennt. Bald muss Bill erfahren, dass unheiliges Leben in die Köpfe fährt. Er kann gerade noch einen Anruf an seinen Freund John Sinclair absetzen, als er fast ohne Spur verschwindet. Der Geisterjäger macht sich sofort auf den Weg, doch die Ermittlungen gestalten sich anfangs recht schwierig…

Dreieinhalb Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Folge der John Sinclair Classics-Hörspielreihe ist nun bereits die 17. Folge erschienen. Hier werden die Anfänge des beliebten Geisterjägers erzählt, doch während es auch einen losen roten Faden gibt – hierin wird berichtet, wie das silberne Kreuz in den Besitz von Sinclair gerät – gibt es auch immer wieder Einzelfolgen, die in keinem wirklichen Zusammengang zu anderen Geschichten stehen und auch allein gehört werden können. „Die teuflischen Schädel“ gehört in diese Kategorie. Zu Anfang werden die teuflischen Schädel in einer kleinen Szene beschrieben, und auch das Auftauchen von Bill Conolly ist hier gut eingebunden. Der Start ist sehr atmosphärisch und gruselig erzählt, die bedrohliche Stimmung, die von den Schädeln ausgeht, prägt sich schnell beim Hörer ein und schafft eine gelungene Grundlage für den weiteren Fall. Der Schnitt zu Sinclair ist dann recht hart, zumal der Mittelteil eine ganz andere Stimmung vermittelt. Hier wird viel auf die Ermittlerarbeit von John Sinclair geschaut, unheimliche Momente treten vorerst in den Hintergrund. Obwohl dieser Teil einige etwas langwierige Szenen beinhaltet, ist er gut gelungen und kann insgesamt gut unterhalten. Zwischendurch wird immer wieder zu Bill Conolly und seinem ziemlich nassen Gefängnis geschaltet, und diese federn den Mangel an Grusel gut ab. Das Finale hingegen ist wieder typisch für die Serie, ist sehr actionbetont und bombastisch in Szene gesetzt. Insgesamt eine sehr gelungene Folge des noch etwas jüngeren Geisterjägers.

Anders als in der Hauptserie von John Sinclair wird der Geisterjäger hier seit einigen Folgen von Dietmar Wunder gesprochen. Dieser findet immer weiter in die Rolle herein und gibt sich gekonnt sehr cool und abgehärtet, kann mit seiner Stimme aber auch Emotionen vermitteln. Detlef Bierstedt hat hier als Bill Conolly mal wieder einen größeren Auftritt, den er sehr gut meistert. Er kann besonders die Szenen in dem dunklen Brunnen mit viel Energie umsetzen. Stefan Staudinger hat einen gelungenen Auftritt als Inspektor Shaugnessy, den er mit Witz ausstattet und gut in Szene setzt. Weitere Sprecher sind Torsten Michaelis, Nele Mueller-Stöfen und Achim Buch.

Hier zeigt sich erneut, wie behutsam das neue Produzententeam um Dennis Ehrhardt die Geschichten umsetzt. Die einzelnen Szenen bekommen durch den Einsatz von Musik und Geräuschen die passende Stimmung verliehen, zudem entsteht durch die schnellen Wechsel eine gewisse Dynamik. Besonders gekonnt sind die Szenen um Bill gelungen, die klaustrophobische Atmosphäre kommt sehr gut herüber.

Anstatt hier die Motive der alten Heftromane zu übernehmen und an das Format des Hörspiels anzupassen, werden für die Classics-Folgen eigene Cover von Timo Wuerz in seinem unverwechselbaren Zeichenstil angefertigt. Zu sehen sind hier – natürlich – einige der teuflischen Schädel, aufgespießt auf die kahlen Äste eines Baumes und die Münder weit aufgerissen. Ein sehr stimmungsvolles und gelungenes Titelbild.

Fazit: Die Handlung um den verschwundenen Bill Conolly und die abgetrennten Köpfe trotz einiger kleinerer Längen gut erzählt und vermittelt in vielen Szenen eine sehr gruselige und unheimliche Atmosphäre. Der mystische Hintergrund fügt sich wunderbar ein und bringt ein sehr düsteres Element mit ein. Besonders die Wechsel in den dunklen Brunnen sind ein Highlight der Folge.

VÖ: 11.Oktober 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4617-2


John Sinclair Classics – 16. Der Gnom mit den Krallenhänden



Erster Eindruck: Zaubervorstellung mit Folgen…

In einem kleinen französischen Dorf geht immer noch die Legende des mächtigen Zauberers Sourette um, der vor hunderten Jahren für Schrecken gesorgt hat. Auch der missgestaltete und körperlich schwache Cascabel fürchtet sich vor der Geschichte, als ein Blitz in die Mühle der Familie einschlägt. 30 Jahre später besucht John Sinclair nach einem Hinweis von Sir James Powell die Vorstellung eines Magiers, der wahrhaftige schwarze Magie praktizieren soll…

Die John Sinclair Classics-Serie widmet sich insbesondere dem Erhalt des silbernen Kreuzes, macht in der 16. Folge aber eine kleine Pause von diesem Thema und widmet sich einer völlig in sich abgeschlossenen Geschichte, die mit kleineren Anpassungen durchaus auch in die Hauptserie gepasst hätte. Zu Anfang ist eine recht atmosphärische Szene zu hören, die die Legende von Sourette erstmals thematisiert und Cascabel vorstellt. Beide finden erst im weiteren Verlauf wieder Erwähnung, was gleich Spannung aufbaut. Mit einer kleinen weiteren Szene, deren Sinn sich erst später erschließt, wird zu John Sinclair übergeleitet, der die geheimnisvolle Magiervorstellung anschaut – und an dort scheint die Story am Anschlag angekommen. Die Show wird sehr unheimlich und atmosphärisch umgesetzt und wird durch ein heftiges Finale gekrönt. In der nachfolgenden Handlung hat der Geisterjäger erst einmal mit einer sehr verschlossenen Dorfgemeinschaft u kämpfen, hier baut sich die Handlung langsam auf und verdichtet sich immer weiter, wobei die unheimliche Stimmung immer weiter nachzuhallen scheint. Das Finale erstreckt sich dann über mehrere Minuten und ist packend und dicht geschildert. Ganz am Ende gibt es dann eine recht deutlich beschriebene Szene, die nichts für schwache Nerven ist. Eine sehr gelungene Folge mit einer spannenden und gradlinigen Handlung, die wirklich gut erzählt wird.

Bodo Wolf ist hier in der Rolle des Antagonisten zu hören, der seiner Stimme einen sehr harten und bösartigen Klang verleiht und so eine interessante und nachhaltige Figur schafft, die diese Folge stark zu prägen weiß. Cascabel wird von Jens Bohsack gesprochen, der eine gekonnte Leistung abliefert und die Rolle gekonnt zu formen weiß. Besonders gegen Ende kann er noch einmal richtig aufdrehen. Kathrin Nelson, die von John Sinclair gerettet werden muss, wird von Nadine Wrietz gesprochen und kann die Angst und die Panik der jungen Frau vermitteln. Weitere Sprecher sind Walter Wiegand, Boris Tessmann und Ilya Welter.

Schön, dass trotz wohl bekanntem Sounddesign der Serie auch immer wieder kleine Überraschungen eingebaut werden. Dass in dem Setting der französischen Landschaft ein Blues-angehauchtes Musikstück untergebracht ist, klingt vorerst recht ungewöhnlich, passt aber ganz gut und vermittelt die etwas ruhigere Stimmung nach dem Nervenaufreibenden Auftritt des Magiers. Ansonsten geht es wie gewohnt düster, laut und temporeich weiter.

Natürlich ist der Titel gebende Gnom mit den Krallenhänden auf dem Cover zu sehen – auch wenn sich die meisten Zuhörer unter diesem Titel etwas ganz anderes vorstellen dürften. Mit vor dem Gesicht verschränkten Händen blickt er den Zuschauer diabolisch an. Was allerdings der Falke auf der rechten Seite des Covers dort zu suchen hat, erschließt sich mit nicht so ganz, denn ein Raubvogel spielt in dieser Folge keine Rolle.

Fazit: Eine sehr gradlinig erzählte Folge, die ohne Schlenker eine spannende und interessante Geschichte erzählt. Gut eingebaute Gruselelemente und mehrere Höhepunkt spannen einen packenden Bogen. Der mächtige Gegner von Sinclair wird gut dargestellt. Für mich eine der besten Folgen der Classic-Serie des Geisterjägers.

VÖ: 19.Juli 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4382-9


John Sinclair Classics – 15. Die Bräute des Vampirs



Erster Eindruck: Möchtegern-Dracula auf Beutezug

Der junge John Sinclair beginnt gerade damit, die Macht seines silbernen Kreuzes zu entdecken, als sein Vorgesetzter Sir James Powell ihn über einen neuen Fall informiert. Dass er es mit Vampiren zu tun bekommt, wird schnell klar. Er folgt der Spur von Boris Barrow, der in Rotlichtkreisen verkehrte. Doch die Call-Girls, die Sinclair befragt, scheinen ein Geheimnis zu bewahren…

Jon Sinclair und sein Silberkreuz – ist das eine ohne das andere in der regulären Hörspielserie noch undenkbar, ist dies in der Classics-Serie nicht selbstverständlich. In den vorigen 14 Folgen war es immer wieder Thema, wie der Geisterjäger das Kreuz erlangt hat. Auch in Nummer 15 mit dem Titel „Die Bräute des Vampirs“ wird dies thematisiert, aber nicht mehr zur Hauptsache gemacht. Hier fließt eher die Entdeckung der Macht des machtvollen Artefaktes organisch in die Handlung ein, die sich um einen gefährlichen Neu-Vampir dreht. Dabei gibt es einige starke Szenen, und auch der Hintergrund, die Entstehung des Vampirs, werden gut erklärt und können unterhalten. Leider wirkt der Verlauf dabei nicht sehr spannend sondern plätschert an einigen Stellen eher vor sich hin. Hier schaffen es die Produzenten leider nicht, den Hörer wirklich abzuholen, ihn in die düstere Welt zu ziehen. Das ist bei anderen Folgen der Serie schon besser gelungen. Allerdings gibt es auch viele positive Seiten, so ist der Kampf gegen den Vampir gut dargestellt und bringt mehr Dynamik in die Handlung. Eine insgesamt mittelmäßige Folge, die nicht ganz mit den starken Vorgängern mithalten kann.

Robin Brosch ist hier als Boris Barrow zu hören und schafft es, seinem Charakter einen düsteren und unheilvollen Ausdruck zu verleihen – eine überzeugende Leistung, die einen wunderbaren Bösewicht entstehen lässt. Freya Trampert spricht die buchbare Dame Brenda Porter, sie wechselt geschickt zwischen den verschiedenen Stimmungen und kann besonders die aufsteigende Paik der jungen Frau darstellen. Santiago Ziesmer ist als ständig plappernder Gefangener zu hören, seine Kommentare bringen einen gewissen Witz mit in die Handlung. Weitere Sprecher sind Walter Wiegand, Katharina von Keller und Achim Schülke.

Musikalisch ist die Folge wieder auf absolut hohem Niveau. Zahlreiche, spannungsgeladene Stücke sorgen für eine dichte und intensive Atmosphäre, die so typisch für die Machweise von Regisseur Dennis Ehrhardt ist. Und auch die Geräuschkulisse kann überzeugen, die vielfältigen und treffenden Sounds können einen lebendigeren Eindruck der Szenen erzeugen, sodass alles gut auf den Hörer wirken kann.

Wie immer bei der Classics-Serie wurde das Covermotiv von Timo Wuerz gestaltet, der als Hauptaugenmerk wieder eine dunkelhaarige Frau gewählt hat, die sich durch zahlreiche seiner Entwürfe ziehen. Der spitzohrige Mann im roten Sakko, der bedrohlich im Hintergrund steht, ist hier eine gute Ergänzung und passt bestens zu der Handlung. Die restliche Aufmachung ist schon bekannt und wie immer übersichtlich gestaltet.

Fazit: Zwar einige sehr gelungene Szenen, dafür wirkt der Verlauf nicht so spannend wie gewohnt. Eine eher durchschnittliche Folge der Serie, für Fans aber natürlich ein Muss.

VÖ: 17.Mai 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4381-2


John Sinclair Classics – 14. Dämonos



Erster Eindruck: Der Augenjäger

Als die Leiche einer jungen Frau aus der Themse gefischt wird, denkt man zuerst an einen Selbstmord – doch ihre Augen wurden aus dem Kopf geschnitten. Und das klingt dann doch eher nach einem Fall für den übernatürlichen Ermittler John Sinclair, der bei den Recherchen in dem Fall noch über einen gewissen Garry Santer stolpert, und der soll seinen Eltern einen Besuch abgestattet haben – und das mächtige Kreuz an sich genommen haben…

Dachte man zu Anfang der „John Sinclair Classics“ noch, es würde sich um in sich abgeschlossene Geschichten aus der Anfangszeit des Geisterjägers handeln, hat sich dies in den letzten Folgen stark gewandelt, vielmehr geht es nun schon über mehrere Folgen darum, wie Sinclair an sein magisches Kreuz gelangt ist. In dieser 14. Folge findet der rote Faden nun einen vorläufigen Höhepunkt, da der Fall sehr eng mit dem Artefakt verbunden ist, zusätzliche Informationen werden hier offenbart, die selbst aus der Hauptserie noch nicht bekannt waren. Doch auch der Kampf gegen Dämonos, der geprägt ist von viel Ermittlungsarbeit am Anfang, gestaltet sich unterhaltsam und spannend. Gerade, wenn die Folge später Fahrt aufnimmt und eine interessante, abwechslungsreiche Dynamik präsentiert, wird klar, dass hier eine starke Folge produziert wurde. Die Geschichte endet mit einem Knall, die unheimliche und teilweise an Krimis erinnernde Stimmung während der Handlung sorgen für einen spannenden Vorlauf. Mir hat diese Classcis-Folge richtig gut gefallen.

Anders als in der Hauptserie wird John Sinclair hier von Dietmar Wunder gesprochen, der sich zunehmend wohler in der Rolle fühlt und immer glaubwürdiger, spontaner agiert. Merete Brettschneider ist in einer Nebenrolle als Sarah Boyd zu hören, ihre Stimme wirkt einprägsam und kann mit einem angenehmen Klang überzeugen, den sie aber immer wieder gekonnt variiert. Florian Krüger-Shantin spricht als Dämonos mit einer typischen, dunklen und herrischen Stimme und schafft damit einen gekonnten Bösewicht. Weitere Sprecher sind unter anderem Osman Ragheb, Gerald Paradies und Feya Trampert.

In Sachen Musik und Geräusche ist dieses Hörspiel ganz vorne mit dabei, die anfänglichen Startschwierigkeiten nach dem Wechsel des Produzententeams scheinen endgültig überwunden. Die Musik gibt gut die Stimmung des Hörspiels wieder und kann diese noch intensivieren, wirkt stimmig und unheimlich. Die Geräusche dürfen hier auch mal etwas lauter sein und können die Handlung glaubhafter und lebendiger machen.

Sehr gelungen ist dieses mal das Cover, das erneut von Timo Wuerz gestaltet wurde. Dämonos ist hier in rotem, hautengen Anzug mit dämonischem Ausdruck zu sehen, während der Hintergrund ebenfalls in düsteren Rottönen gehalten ist. Das Bild verströmt eine unheimliche und machtvolle Atmosphäre, alles spielt hier gut zusammen. Weitere Extras wie Infos zu den Sprechern oder zusätzliches Artwork ist hier leider nicht vorhanden.

Fazit: Viel Ermittlungsarbeit, viel Vorankommen im roten Faden der Serie, viele eindrucksvolle Szenen und ein sehr spannendes Ende – mich konnte “Dämonos” voll überzeugen.

VÖ: 15.Februar 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4380-5


John Sinclair Classics – 13. Amoklauf der Mumie



Erster Eindruck: Der Fluch kommt nach London

Professor Cornelius gräbt mit einem kleinen Team eine ägyptische Grabstätte aus. Doch statt im Auftrag der Wissenschaft zu arbeiten, ist er lediglich auf Geld und Ruhm aus und geht dabei auch über Leichen – wortwörtlich. Doch die ausgegrabene Mumie entwickelt bald ein grauenhaftes Eigenleben und macht nach ihrem Transport auch London unsicher. Und obwohl John Sinclair eigentlich auf der Suche nach seinem Kreuz ist, nimmt er sich des Falles an…

Mumiengeschichten sind in vielen Werken der Horrorliteratur fester Bestandteil, und auch in Hörspielen ist das Thema sehr beliebt. Auch Nummer 13 der John Sinclair Classics nimmt sich einer bandagierten Gestalt an und setzt gleich in der Introszene auf die passende Stimmung. Hier wird nicht nur Professor Cornelius als der ehrgeizige und unsympathische Forscher dargestellt, der er ist, sondern auch eine passende Atmosphäre aufgezeigt, die das Innere der Grabkammer lebendig und präsent erscheinen lässt. Dies wird gut ausgekostet und ist ein guter Start in die Handlung. Der weitere Verlauf ist sehr auf Action fixiert und präsentiert mit vielen Szenenwechseln eine dynamische und abwechslungsreiche Geschichte, neben der Haupthandlung wird auch der kleine Nebenstrang um das verloren gegangene Kreuz weiter vorangetrieben, der zu einem roten Faden in der Serie zu werden scheint. Einzig negativ fällt auf, dass die meisten Motive schon aus anderen Geschichten bekannt sind und nicht allzu viel Varianz dazu geboten wird. Doch die Rolle des grantigen Professors und einige andere Elemente sorgen für Action und einige gruselige Szenen, sodass eine gelungene Folge der Serie entstanden ist.

Peter Weis ist hier als Professor Cornelius zu hören und stellt mit viel Enthusiasmus die Boshaftigkeit und Arroganz des Mannes dar, sorgt dabei immer für die passende Stimmung. Seine Assistentin Tessa Mallay, die auch eine tragende Rolle in dem Hörspiel einnimmt, wird von Christine Pappert gesprochen, die ihre helle und klare Stimme punktgenau einsetzt, um in den verschiedenen Situationen passend zu reagieren. Erzählerin Alexandra Lange greift die verschiedenen Stimmungen auf und zögert Spannungsmomente mit einer langsamen Sprechweise gekonnt in die Länge. Weitere Sprecher sind Hasso Zorn, Thomas Nero Wolff und Andreas Mannkopff.

Gut gelungen ist die musikalische Untermalung, die die Szenen gut unterstützen und verstärken. So ist gerade während den ersten Szenen Wert auf eine unheimliche und altägyptische Atmosphäre gelegt worden, während im späteren Verlauf die schnellen Szenenwechsel mit entsprechender Musik unterlegt werden. Das weiß zu gefallen und ist ein weiterer Beweis für die gute szenische Umsetzung des neuen Produzententeams.

Wie immer ist Timo Wuerz für die Covergestaltung zuständig, und dieses mal hat er keine leichtbekleidete und nachdenklich dreinschauende Brünette gezeichnet, denn natürlich ist hier die Mumie zu sehen, die die Hände unheilvoll dem Betrachter entgegenstreckt. Die abgerissenen Fetzen entblößen einen Teil seines Gesichts, das grausam entstellt ist. Wie immer ist die restliche Gestaltung schlicht und übersichtlich wie immer.

Fazit: Auch wenn das Thema bereits bekannt ist, werden durch den unsympathischen Professor und die temporeiche Erzählung neue Akzente gesetzt. So entsteht ein gut erzähltes und unterhaltsames Hörspiel.

VÖ: 1.Dezember 2012
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4379-9


John Sinclair Classics – 12. Das Höllenheer



Erster Eindruck: Gegen eine Göttin

Wieder kommt John Sinclair nicht dazu, das geweihte Kreuz bei seiner Mutter abzuholen. Denn ein anonymer Hinweis bringt ihn auf die Spur der vermissten Mary Nikuta, deren letztes Lebenszeichen eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter ihre Bruders ist. Darin berichtet sie von einer dämonischen Sekte, die der Todesgöttin Kali huldigt und von ihr einen Mord verlangt – den Mord an John Sinclair…

Anfangs scheinbar nur dafür gedacht, die früheren Abenteuer des berühmten Geisterjägers John Sinclair zu erzählen, hat sich „John Sinclair Classics“ mittlerweile einen eigenständigen roten Faden entwickelt und setzt die einzelnen Episoden so in Bezug zueinander. Anfangs war dies nur dezent, nun nimmt es immer mehr Raum ein – gut so, denn das verleiht dieser Serie das gewisse Extra, das viele Fans bei der Stange hält. Zu Beginn dieser zwölften Folge geschieht dies ebenso wie am Ende, hier wird ein deutlicher Vorlauf für die nächste Folge geleistet. Als besonders stark habe ich hier die erste Viertelstunde empfunden, sehr dynamische Szenenwechsel, immer an der spannendsten Stelle – das weiß zu gefallen. Später flaut dieses zwar etwas ab, doch immer noch ist die Handlung gut erzählt und weiß den Hörer gespannt auf die nächsten Ereignisse zu halten. Und ganz am Finale findet die Handlung zu ihrer anfänglichen Stärke zurück und begeistert mit einem dramatischen Verlauf. Der geplante Überraschungseffekt, wer denn nun der Bösewicht ist, bleibt zwar aus und ist schon vorher erkennbar, dennoch ist hier eine sehr starke und unterhaltsame Folge der Serie entstanden.

Zum ersten mal ist hier Achim Schülke als Sir James Powell zu hören. Den durchsetzungsfähigen Chef von John Sinclair kann er ebenso lebendig und dynamisch darstellen, seine oftmals schlechte Laune ist besonders gut getroffen. Neu hinzugekommen ist auch Dirk Herdegen als Mandra Korab, ebenfalls Geisterjäger, der uns anscheinend noch ein wenig begleiten wird. Seine markante Stimme passt sehr gut in die Atmosphäre der Serie, er kann stark und standhaft wirken. Andreas Schmidt ist als Jack Nikuta zu hören, dessen schluffiger Ton mit dem leichten Akzent einen interessanten Charakter formen. Weitere Sprecher sind Simona Brahmann, Konstantin Graudus und Luise Lunow.

Akustisch wird wieder ausgefeilte Kost geboten, besonders die Musik kann hier an einigen Stellen überraschen und überzeugen, indem sie erst langsam und ruhig erscheint, um dann in aller Wucht zuzuschlagen. Auch die Geräusche sind wie immer sehr gut eingefügt und sorgen für den einen oder anderen Schockmoment, können sich aber auch mal ganz zurückziehen.

Einer der unheimlichen Mönche ist auf dem Cover zu sehen, die rot glühenden Augen, die dunkle Maske, die Kapuze, die große Teile des Gesichts verhüllt, all das ergibt ein sehr atmosphärisches und gelungenes Cover. Die restliche Aufmachung ist gleich geblieben und enthält alle wichtigen Informationen, darüber hinaus gibt es aber leider keine zusätzlichen Extras.

Fazit: Eine Folge, die mir richtig gut gefallen hat, was an der dynamischen Erzählweise und der spannenden Geschichte liegt.

VÖ: 21.September 2012
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4378-2


John Sinclair Classics – 11. Der Blutgraf



Erster Eindruck: Das Schiff der Schrecken

Ein Team von Archäologen hat in der Slowakei einen alten Sarkophag gefunden und ist begeistert von dem guten Zustand der Mumie. Auf einem Luxusliner soll er zu weiteren Untersuchungen nach Amerika gebracht werden. Doch plötzlich erwacht die Leiche zu neuem Leben und entpuppt sich als blutrünstiger Vampir. Gut, dass Geisterjäger John Sinclair zufällig auch mit an Bord ist...

Der Wechsel des Produzententeams hat weitreichende Folgen für John Sinclair und dessen Ableger, die John Sinclair Classics. Und wenn ich mich in den vorigen Rezensionen immer zu Sprechern und Produktion geäußert habe, wird in der elften Folge „Der Blutgraf“ noch ein weiterer Punkt deutlich: Im Gegensatz zu den ersten Episoden, in der zumindest ein kleiner roten Faden zu finden ist, wurde die Kontinuität der Serie hier über den Haufen geworfen. Das geweihte Silberkreuz, dass in einer der letzten Folgen aufgetaucht ist, wird ebenso wenig erwähnt wie der kürzlich hinzugestoßene Suko, die Familienverhältnisse von Bill und Sheila sind etwas wirr und die zeitliche Einordnung will auch nicht so ganz passen – eine Anspielung auf aktuelle Ereignisse und die Erwähnung von Facebook, wenn vielleicht auch witzig gemeint, wirken fehl am Platze. Kleine Schnitzer, die man bei einer guten Geschichte vernachlässigen könnte, aber auch hier ist nicht alles eitel Sonnenschein. Nach einer gelungenen Introszene will sich nicht so recht Spannung aufbauen, die Geschichte dümpelt mit wenigen guten Szenen so vor sich hin und scheint nie richtig Fahrt aufzunehmen, alles zieht sich hier ein wenig. Dabei ist das Setting auf einem Schiff, von dem man ja nicht so leicht fliehen kann, eine sehr gute Idee, und auch die Atmosphäre weiß zu gestalten, aufgrund der lahmen Geschichte kann diese Folge mich aber leider nicht überzeugen.

Graf Tomaso, der mächtige Blutgraf, wird von Klaus-Dieter Klebsch gesprochen, dessen kratziger Klang wie geschaffen für bösartige Rollen ist. Auch hier kann er mit seinem intensiven Ausdruck und immer ein wenig Irrsinn in der Stimme eine tolle Performance abliefern. Peter Franke ist als Dr. Fulmer eine ebenfalls gute Wahl, seine Rolle kann er lebhaft und glaubwürdig erscheinen lassen. Und dann ist da ja immer noch Dietmar Wunder als John Sinclair, der eine absolut gelungene Leistung abliefert und besonders den trockenen Humor der Figur aufgreifen kann. Weitere Sprecher sind Konstantin Graudus, Raimund Krone und Daniela Hoffmann.

In Sachen Musik und Geräusche ist man hier weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und erschafft damit eine dichte, tragende Atmosphäre, die von schnellen Wechseln und lauten Stileffekten geprägt ist. Die meist rockige Musik ist passend ausgewählt und unterstreicht einige Passagen der Handlung, während die Geräusche meist vordergründig für Stimmung sorgen.

Sehr gut gefällt mir das Titelbild der Folge, das zwar im typischen Stil von Timo Wuerz gehalten ist, aber von seinem üblichen Schema durchaus abweicht. Der Blutgraf ist hier mit diabolischem Grinsen vor einem Bullauge zu sehen, die Farbwahl unterstreicht die unheimliche Wirkung. Der Rest ist wie immer hübsch und recht schlicht gestaltet worden.

Fazit: Leider kommt hier keine rechte Spannung auf, nur einige wenige Szenen sind richtig gelungen. Da hätte man mehr draus machen können.

VÖ: 22.Juni 2012
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4377-5


John Sinclair Classics – 10. Die Insel der Skelette



Erster Eindruck: Auch hier Wechsel in der Personalriege

Eine Gruppe machthungriger Männer verschreibt sich in einem Ritual dem Bösen, muss aber einen hohen Preis dafür zahlen. Mitten bei einer Dinnerparty verwandelt sich einer der Teilnehmer in ein mörderisches Skelett. John Sinclair, der sich einen Namen bei übernatürlichen Fällen gemacht hat, wird aus seinem Urlaub zurückbeordert und findet sogleich eine heiße Spur...

Auch bei den Classics der John Sinclair-Serie ist Oliver Döring ausgestiegen, Dennis Ehrhardt hat nun das Zepter (und die Klangregler) in der Hand. Und siehe da: Hier hat er eine hörenswerte Folge gezaubert, die mit einigen Neuerungen überrascht. So liegt die Betonung nun mehr auf dem Gruselfaktor denn auf schmissiger Action, was dem Wunsch einiger Fans entspricht. Die Geschichte beginnt dann auch gleich mit einer stimmungsvollen Szene, das Unheil nimmt gleich seinen Lauf. So wird gleich zu Beginn ein markanter Ausgangspunkt gesetzt, der Reiz über die gesamte Folge recht hoch gehalten. Auffällig ist die wellenförmig verlaufende Spannung, doch auch in den ruhigeren Passagen scheint immer ein wenig Unheimliches mitzuschwingen. Immer weiter steigert sich die Handlung und endet in einem Finale, das mit dem positiven Mittelteil mithalten kann. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, immer wieder sind Gags eingestreut, die die Handlung auflockern können. Allerdings wirkt John Sinclair hier teilweise noch abgebrühter und cooler als seine ältere Ausgabe, was nicht so ganz in die Chronologie der Serie passen mag. Auch, dass keinerlei Bezug zu anderen Folgen der Classics gemacht wird, ist merkwürdig, hat mit Suko doch gerade erst ein wichtiger Verbündeter das Feld betreten. Eine gelungene Folge, ein guter Start des neuen Produktionsteam bei den Classic Fogen.

Gleich zwei wichtige Änderungen hat es in der Besetzung der Sprecher gegeben: John Sinclair wird ab hier von Dietmar Wunder gesprochen, der einen ernsthafteren Weg einschlägt und eher die düstere Seite der Serie betont. Das ist vorerst etwas ungewöhnlich, hat aber auch seinen Reiz. Alexandra Lange-Baehr übernimmt wie in die eigentlichen Serie die Rolle der Erzählerin, kann jedoch (noch) nicht so sehr fesseln wie ihre Vorgänger, manchmal bleibt sie einfach zu blass. Volker Brandts eigenwillige Stimme ist hier als Michael Douglas zu hören, er kann wieder eine neue Facette seines Könnens zeigen. Auch Hans Teuscher, Jürgen Holdorf und Tim Kreuer sind zu hören.

Natürlich gibt es auch in Sachen Sounddesign neues zu berichten. Die bekannte Introsequenz wurde durch stimmungsvolle Musik ersetzt, und auch sonst wirkt alles gemäßigter, aber düsterer und unheilvoller. Auch de Geräusche sind nicht mehr ganz so wuchtig inszeniert, dafür realitätsnäher. Das ist Geschmackssache, aber allemal interessant zu hören.

Timo Wuerz ist weiterhin für die Titelbilder verantwortlich, hier ist mal keine diabolisch blickende dunkelhaarige Frau zu sehen, sondern menschliche Schädel in Großaufnahme. Für den richtigen Gruseleffekt sorgt hier ein Auge, das in einer Höhle sitzt. Ein gelungenes Titelbild, das immer noch wesentlich moderner wirkt als der „große Bruder“ der Serie.

Fazit: Atmosphärisch und gruselig geht es hier zu, die Geschichte ist gut erzählt und bietet lockere Unterhaltung.

VÖ: 17.Februar 2012
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4376-8


John Sinclair Classics – 9. Die Nacht des Schwarzen Drachen



Erster Eindruck: Ein neuer alter Bekannter

Li Tse Feng, ein Freund von Inspector John Sinclair, verliert seine Tochter an einen Geheimbund, der den Namen „Schwarzer Drache“ gewählt hat. Er weiß um die Macht des Clans, nimmt aber trotzdem den Kampf auf. Auch John Sinclair will schlimmeres verhindern und stürzt sich halsbrecherisch in ein neues Abenteuer – und lernt einen jungen chinesischen Mann kennen...

Wie ist John Sinclair zu dem Geisterjäger geworden, den wir aus der Hörspielserie kennen? Diese Frage stellt sich die Spin-Off Serie mit dem Untertitel „Classics“, die mit der neunten Folge einen großen Schritt in eben diese Richtung macht. Nicht nur, dass Johns Mutter Mary das berühmte silberne Kreuz findet, die aus der Serie nicht mehr wegzudenken ist. Viel mehr lernt Sinclair hier seinen späteren Freund und Kollegen Suko kennen. Die anfänglich eher komplizierte Beziehung der beiden wird hier gut beleuchtet und stellt das Highlight dieser Folge dar. Eingebettet ist das Ganze in eine Geschichte, die passenderweise viele chinesische Motive bietet und daraus auch an Stimmung gewinnt. Der Kampf gegen den Geheimbund ist flüssig dargestellt und hat einen stringenten Aufbau, hat durchaus spannende Stellen zu bieten – insbesondere natürlich das Finale, das den Kampf gegen ein mächtiges Wesen zum Inhalt hat. Eine Folge, die die hohe Qualität der Serie betont und ihr eine weitere starke Folge hinzufügt.

Natürlich wird Suko auch in diesem Ableger von Martin May gesprochen, die Sprecher des Hauptcastes sind alle gleich geblieben. Auch hier klingt er kämpferisch und hat schon viel von der Stärke des späteren Charakters. Karlheinz Tafel ist als Sir James Powell zu hören und spielt besonders in den Wortgefechten mit seinem Angestellten John Sinclair seine große Stärke aus. Bernd Rumpf ist als Li Tse Feng eine sehr gute Wahl und bringt mit glaubhafter und akzentuierter Aussprache eine gute Leistung. Auch Christian Schult, Tobia Kluckert und Reiner Schöne machen eine gute Figur.

Die Musik hält sich im Gegensatz zu den vorigen Folgen mehr im Hintergrund und ist etwas leiser als gewohnt. Das mag auch daran liegen, dass auch hier chinesische Elemente eingebaut sind, die insgesamt einen ruhigeren Eindruck machen – an der einen oder anderen Stelle darf es aber auch hier richtig krachen. Eine runde und in sich stimmige Produktion.

Der mächtige schwarze Drache, der eine so wichtige Rolle in dem Hörspiel einnimmt, ist auch auf dem Cover dargestellt. Dies ist sehr fantasievoll geschehen und macht einen sehr modernen Eindruck, besonders der stimmungsvolle Hintergrund mit dem dichten Neben und dem Beschwörer des Drachen. Das schlichte Artwort lässt das Motiv gut zur Geltung kommen.

Fazit: Hier passt alles gut ineinander, besonders die Fortschritte der Serie zu den heutigen Umständen.

VÖ: 14.Oktober 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857- 4375-1


John Sinclair Classics – 8. Das Rätsel der gläsernen Särge



Erster Eindruck: Mama und Menschenfresser

Der Bestattungsunternehmer William Abbot ist bekannt für seine Särge aus Glas und gilt im allgemeinen als ausgesprochener Wohltäter. Doch als eine Bekannte von Sheila Hopkins stirbt und äußerst merkwürdige Dinge geschehen, die mit Abbot im Zusammenhang stehen, wird Geisterjäger John Sinclair auf den Plan gerufen...

„Ein Hörspiel für Erwachsene“ steht golden eingerahmt auf der Rückseite dieser CD, und tatsächlich beinhaltet auch diese Folge der Classics von John Sinclair – einer eigenständigen Serie ohne roten Faden und mit in sich abgeschlossenen Folgen – einige gruselige Szenen und brutale Vorgänge, die nichts für Kinderohren sind. Nummer acht der Serie dreht sich um einen unheimlichen Bestatter, der mit seinen gläsernen Särgen einiges an Unheil heraufbeschwört. Menschenfressende Ghouls sind hier die Gegner vom beliebten Geisterjäger, und das ist in sich stimmig und macht Spaß zu hören, auch wenn die eigentliche Geschichte ein wenig konstruiert wirkt. Wesentlich interessanter sind jedoch die kleinen, aber wirkungsvollen Details, die hier eingebaut sind. So ist zum ersten mal Johns Mutter zu hören, und auch weitere Silberkugeln befinden sich nun in seinem Besitz. Eine runde Sache, die in sich sehr stimmig ist und einen großen Unterhaltungswert beinhaltet.

Überraschend wenige Sprecher sind hier zu hören – 9 Stimmen liegen an der unteren Grenze für diese Serie. Dazu gehört auch Luise Lunow als Johns Mutter Mary, deren angenehm rauer Klang auch für diese Rolle sehr passend ist. Kaspar Eichel macht als William Abbot eine sehr gute Figur, klingt unheimlich und sorgt für jede Menge gruselige Stimmung. Er spricht prägnant und eindrucksvoll. Die wunderbare Daniela Hoffmann bringt auch hier wieder Sheila Hopkins (spätere Conolly) sehr gut herüber und passt gut in die Stimmung der Folge. Weitere Sprecher sind Tanja Geke, Gerrit Schmidt-Foss und Karlheinz Tafel.

Die Stimmung der Folge ist recht unheimlich, was sich auch in der Gestaltung der Musik widerspiegelt. Zwar ist sie auch hier wieder geprägt von harten Gitarrenriffen und lauten Melodien, doch auch die leisen Töne sind hier durchaus vorhanden, während die Geräusche meist recht knallig sind und für kleine Schockmomente sorgen.

Im Gegensatz zu der eigentlichen Serie wurde den Classics ein neuer, modernerer Look verpasst, die Cover werden von Timo Würz neu gestaltet. Hier sind zahlreiche ziemlich grauenerregende Monstren zu sehen, nur im unteren linken Viertel ist eine ängstliche Frau zu sehen. Die angestrebte Wirkung wird hier nicht verfehlt, das Motiv kommt gut zur Geltung.

Fazit: Unheimliche Stimmung, stimmiger Handlungsverlauf, spannende Szenen – eine insgesamt gelungene Produktion.

VÖ: 19.August 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4293-8


John Sinclair Classics - 7. Die Töchter der Hölle



Erster Eindruck: Auferstehung im uralten Gemüter

Immer noch umgibt Lady Barhony ein großes Geheimnis. Als zwei junge Menschen die Gruft der längst verstorbenen Frau öffnen, beschwören sie eine Kette von unheilvollen Ereignissen herauf, die nicht nur ihr Leben in Gefahr bringt. John Sinclair will in dem alten Schloss nach dem Rechten sehen, aber wird von der Besitzerin unfreundlich abgewiesen. Wie tief ist sie in die ganze Sache verwickelt?

Bevor John Sinclair der gefürchtete Geisterjäger geworden ist, der gegen den Schwarzen Tod, Die Mordliga, Asmodina und Konsorten kämpft, hat er natürlich zahlreiche Abenteuer erlebt, die nicht in der Hauptserie von Lübbe Audio zu hören sind. Um auch diese dem Hörspielfreund nicht Geschichten aus eben dieser Anfangszeit erzählen - die aber in Sachen Dramatik und Spannung locker mit den aktuellen Ereignissen mithalten können. Die siebte Folge der Serie ist eine sehr stimmungsvolle, in der zahlreiche atmosphärisch dichte Szenen für Gänsehaut sorgen können. Dafür sorgt schon die anfängliche Situation, in der das Grab der Lady geöffnet wird. Auch danach gibt es immer wieder „hnlich gelagerte Szenen, die für eine düstere Grundstimmung sorgen. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Geschichte nicht ganz so vorhersehbar ist wie einige andere Folgen der Serie. Immer wieder überraschen die handelnden Personen mit unerwarteten Handlungen und lassen ihre Pläne nicht allzu offensichtlich wirken. Hinzu kommt gegen Ende ein Hinweis, der auch die aktuellen Ereignisse beeinflusst - das freut den treuen Fan und stellt einen noch engeren Bezug zu der Serie her. Dass sich die Figur der Lady Barthony an einer bekannten Figur aus einer bekannten Gruselgeschichte orientiert und sogar einen ähnlichen Namen hat, stört nicht weiter sondern sorgt für eine interessante Neuinterpretation des Stoffes, der organisch in die Handlung einfließt. Eine sehr gelungene Folge der Serie, die mir von den Classics bisher am besten gefallen hat.

Lady Vivian Cheldman, die tief in die dunklen Machenschaften verstrickt ist, wird von Liane Rudolph gesprochen, die ihr einen geheimnisvollen Eindruck verleiht und am Ende ihr ganzes schauspielerisches Talent zeigen kann. Thomas Nero Wolff kann ihren Mann, Lord Gerald Cheldman ebenso überzeugend und gekonnt darstellen. Einen ganz großen Auftritt hat im Finale die wunderbare Sandra Schwittau, die mit ihrer sehr rauen und einprägsamen Stimme für intensive Gruselstimmung sorgt. Auch Jan Spitzer, Hans-Georg Panczak und Marion von Stengel tragen zum Gelingen des Hörspiels bei.

Große Stärke der großen Vorlage wie dieses Ablegers ist das Sounddesign mit der glaubhaften und vielfältigen Geräuschkulisse und den wunderbar stimmungsvollen Melodien, die mal härter, mal gruselig stimmungsvoll in die Handlung eingebaut sind. Diese Symbiose schafft immer wieder dynamische Wechsel, überraschende Momente und einen durchgängig kurzweiligen Hörgenuss.

Im Gegensatz zur Hauptserie wurde hier für das Cover ein neues Titelbild geschaffen. Auch wenn die Figuren von Timo Wuerz immer ähnlich aussehen, hat er auch hier wieder ein stimmungsvolles Motiv mit der passenden Farbwahl geschaffen, das wesentlich unheimlicher wirkt als die meisten der Vorlage. Die restliche Aufmachung ist dagegen ziemlich ähnlich, die wichtigsten Informationen sind übersichtlich dargestellt.

Fazit: Sehr atmosphärisch und mit vielen gruseligen Szenen angereichert, eine recht undurchsichtige Story mit einigen überraschungen - eine sehr gelungene Folge der Classics!

VÖ: 24.Juni 2011
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4292-1


John Sinclair Classics – 6. Friedhof der Vampire



Erster Eindruck: Ein schauriges Haus mit finsteren Bewohnern...

In der kleinen Stadt Bradbury gehen finstere Gerüchte um, in einem Haus sollen grausame Kreaturen ihr Unwesen treiben. Trotzdem will ein junger Scotland Yard-Ermittler gerade ein paar Tage in dem Gasthof übernachten – mit schrecklichen Folgen. John Sinclair wird zur Hilfe gerufen, als Charles Mannering nach den Erlebnissen Selbstmord begeht...

Neben der Haupt-Serie hat sich mittlerweile auch der Ableger „John Sinclair Classics“ etabliert, in der Geschichten des Geisterjägers erzählt werden, die sich nicht mehr sinnvoll oder chronologisch glaubhaft in den roten Faden der Serie einbauen lassen. Die Classics bieten zudem keine eigenständige Handlung über mehrere Folgen, die Geschichten sind also stets in sich abgeschlossen. Und das ist besonders erfreulich, wenn sie so stark sind wie die sechste Folge „Friedhof der Vampire“. Gleich zu Beginn wird hier einiges an gruseliger Spannung geboten, die Introszene ist hervorragend gelungen und ist wirklich schaurig anzuhören. Daran schließen sich nicht nur Geschichten um weitere Menschen an, die mit dem unheimlichen Haus verbunden sind, sondern natürlich auch Ermittlungen der coolen Hauptfigur John Sinclair. Alles greift gut ineinander und baut aufeinander auf, die einzelnen Erzählstränge profitieren hier voneinander – und nicht nur, weil wie immer an den spannendsten Stellen umgeschwenkt wird. Hier geht es recht witzig und auch mal rabiater zu, ein sehr solider Part. Doch die eigentliche Stärke zieht die Folge aus den vielen unheimlichen Szenen, die immer wieder eingebaut sind und eine wunderbar gruselige Atmosphäre heraufbeschwören – besonders eine Szene im Wald ist dabei mehr als nur gelungen. Wer sich nicht daran stört, dass das Highlight der Folge hier gleich zu Beginn stattfindet, wird mit einer sehr guten und düsteren Folge belohnt, die mal wieder richtig Spaß gemacht hat.

Das liegt unter anderem natürlich auch an der wie immer hervorragenden Sprecherleistung, die die Serie nach wie vor ausmacht und die Geschichte zum Leben erweckt. Frank Glaubrecht ist da selbstverständlich als erstes zu nennen, seine coole, charmante, manchmal auch recht hitzköpfige Sprechweise kann er völlig variabel verwenden und so den Charakter des John Sinclair prägen. In dieser Folge ist Marion von Stengel als Lilian Mannering zu hören, besonders in den gruseligen Szenen kann sie ihr Potenzial voll ausschöpfen. Marianne Rogee spricht die Pythia, mit ihrer intensiven Stimme kann sie zusätzliche Stimmung schaffen. Weitere Sprecher sind beispielsweise Peter Flechtner, Jörg Hengstler und Marianne Groß.

Die Produktion ist auch bei dieser Folge tadellos gelungen, durch das dynamische Zusammenspiel von Musik, Geräuschen und Sprechern entsteht die einzigartige Atmosphäre der Serie, die mit ihren vielen Schockeffekten und damit einhergehenden lauten Sounds immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt. Die Musik ist erneut ein guter Mix aus Gitarren- und Elektroklängen.

Im Gegensatz zur Haupt-Serie wird hier nicht das Motiv der Heftroman-Vorlage genutzt, Timo Wuerz hat in seinem unverwechselbaren Stil neue Cover geschaffen – hier das verzerrte und blutbesudelte Gesicht eines Vampirs, der boshaft wirkt und somit eine gute Wahl ist, um genügend Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Der Rest ist wie immer schlicht, aber übersichtlich gestaltet.

Fazit: Eine dynamische und sehr gruselige Folge mit einem exzellenten Anfang und einem starken Verlauf.

VÖ: 18.Februar 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4291-4


 John Sinclair Classics - 5. Sakuro, der Dämon

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Erster Eindruck: Dämon aus alten Zeiten

Bei einer feierlichen Einäscherung geschieht etwas Schreckliches: Die Anwesenden bemerken, dass der Mann nicht tot ist, sondern nur in eine merkwürdige Starre verfallen ist. John Sinclair wird zu Rate gezogen, um den Fall aufzuklären, da ein übernatürlicher Hintergrund vermutet wird. Und er stößt auf einen Gefährlichen Dämonen - und eine neue Verbündete...

Die "John Sinclair Classics" erzählen Geschichten aus der John Sinclair Reihe, die zeitlich noch vor der aktuellen Serie angesiedelt sind und chronologisch nicht mehr ins Konzept passen würden. So tauchen einige Charaktere hier zum ersten mal auf - auch bei Folge 5, "Sakuro, der Dämon", in der eine gewisse Sheila Hopkins eine wichtige Rolle spielt und Bill Conolly kennenlernt. Der Rest ist dann, wie man so schön sagt, Geschichte. Das ist ein schönes Gimmick, über das sich Sinclair-Fans sicherlich freuen werden, aber selbstverständlich nicht Kernpunkt der Folge. Vielmehr bekommt der Geisterjäger es dieses mal mit einem ganz besonders grausamen Höllenwesen zu tun, was kurzweilig und spannend aufgebaut ist. Nach der gelungenen Introszene mit der Einäscherung geht es zunächst eher beschaulich zur Sache, Einführungen der neuen Charaktere und Gegebenheiten nehmen hier relativ viel Raum ein. Zudem ist der Actionanteil fast vollständig in das hintere Drittel gelegt worden, sodass die Ermittlungsarbeit im Vordergrund steht. Das tut der Serie gut und ist eine tolle Abwechslung, diese Folge ist für Fans des Genres also mal wieder ein Volltreffer.

Wie in der Hauptserie ist als Sheila die wunderbare Daniela Hoffmann zu hören, deren sanfte, helle Stimme einen effektvollen Kontrast zu den zahlreichen markanten Männerstimmen bildet und sehr positiv heraussticht. Viktor Neumann spricht Sakuro, den Dämonen und kann viel von der Grausamkeit der Figur aus in seiner Performance anklingen lassen. Eine Gastrolle hat Oliver Kalkofe als Kenneth Brandon, die er glaubhaft und überzeugend meistert. Weitere Sprecher sind unter anderem Engelbert von Nordhausen, Martin Keßler und Thomas Petrou.

In gewohnt hoher Qualität präsentiert sich die akustische Gestaltung des Hörspiels, hier passt alles zusammen, und auch auf die passende Stimmung wurde stets geachtet. Allerdings ist der Mittelteil aufgrund der ruhigeren Geschichte auch hier nicht ganz so laut umgesetzt, was sich aber wieder an der Geschichte orientiert.

Beim Coverdesing wurde zur eigentlichen Serie einiges verändert, der grellgelbe Schriftzug ist aber geblieben und ist das Markenzeichen der Serie. Für diesen Ableger werden eigens neue Zeichnungen angefertigt, die hier in sehr düsteren Farben ein unheimliches Bild von Sakuro zeigt. Besonders der Schattenschleier ist hier sehr gelungen.

Fazit: Das erste Kennenlernen mit Sheila ist interessant, der Dämon dieses mal besonders grausam, die Geschichte nicht nur auf Action angelegt - eine rundum gelungene Folge.

VÖ: 12. November 2010
Label: Wort Art / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4290-7

 

 


John Sinclair Classics - 4. Das Leichenhaus der Lady L.



Erster Eindruck: Bedrohung aus dem Jenseits

Grauenvolles geht in einem zum Mädcheninternat umgebauten Schloss vor, seltsame Todesfälle ereignen sich. Denn Jahre zuvor wurde die Hexe Lady Laduga von ihrem Mann zum Tode verurteilt und hat schreckliche Rache geschworen. Nur John Sinclair scheint sie jetzt noch aufhalten zu können...

Die "John Sinclair Classics" behandeln Abenteuer aus der Anfangszeit des Geisterjägers, die aufgrund des chronologischen Ablaufes nicht mehr in die eigentliche Serie passen würden. Und viele Fans hat es gefreut, dass auch "Das Leichenhaus der Lady L." umgesetzt wurde, die Geschichte zählt auch in der Serie von TSB zu den beliebtesten. Hohe Erwartungen also - doch diese kann die Folge locker erfüllen. Schon das Intro mit der lüsternen Lady Laduga ist sehr gut in Szene gesetzt, von der Entdeckung ihrer Liebeleien durch ihren Mann über ihre leidvolle Gefangenschaft bis zu ihrem Tod ist diese Mini-Geschichte ein phänomenaler Start in die Geschichte. Dass es danach nicht nachlässt, dafür sorgt neben der coolen Figur des John Sinclair ein unterhaltsamer und wirklich spannender Verlauf der Folge, die neben wirklich gelungenen Schockeffekten auch eine ordentliche Portion Grusel bietet. Das spektakuläre Ende trägt weiter dazu bei, dass hier die bisher beste Folge der Classics vorliegt. Ein rundum gelungenes und unterhaltsames Hörspiel, das lockere Unterhaltung bietet.

Lady Laduga wird von Marion Stengel gesprochen und sorgt mit ihrer variationsreichen Stimme für ein gelungenes Intro, welches sie mit verschiedensten Gefühlsregungen spricht. Als ihr Mann Istvan Laduga ist Raimond Krone zu hören, dessen harte Stimme gut zu der Rolle passt. Und natürlich darf Frank Glaubrecht als John Sinclair nicht fehlen, seine gelassene Art und der schwarze Humor in seiner Stimme gefallen nach wie vor. Weitere Sprecher sind Ilya Welter, Dennis Schmidt-Foss und Tina Haseney.

An der akustischen Umsetzung hat sich im Vergleich zu der eigentlichen John Sinclair-Serie fast nichts verändert, nur das Intro ist ein leicht anderes. Ansonsten sind wieder harte musikalische Klänge und glaubhafte, atmosphärische Geräusche zu hören, die einen sehr plastischen Eindruck des Geschehens vermitteln.

Unverkennbar ist, dass Timo Würz für die Gestaltung der Cover verantwortlich ist. Er drückt dem Titelbild mit Lady Laduga seinen ganz eigenen Stil auf und hat ein ansprechendes Cover geschaffen. Im kleinen Booklet sind nur die nötigsten Informationen zu finden, wobei dies sehr übersichtlich und klar strukturiert ausgefallen ist.

Fazit: Ein geniales und stimmungsvolles Intro, danach geht es spannend und kurzweilig weiter. Bisher die beste Classics-Folge!

VÖ: 27. August 2010
Label: WortArt / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4242-6


John Sinclair Classics - 3. Dr. Satanos



Erster Eindruck: Tödlicher Plan...

Alwine Jackson findet auf einer Landstraße einen abgetrennten Menschenkopf. Auch Geisterjäger John Sinclair erfährt von dem Fall und forscht nach. Er stößt auf Dr. Satanos, der mit den vielen menschlichen Schädeln einen finsteren Plan verfolgt. Kann Sinclair ihn aufhalten?

Die Vorgeschichte eines Helden zu erzählen ist beliebt - nicht nur im Kino als Prequel, sondern auch in Hörspielen. So ist "John Sinclair Classics" entstanden, die übersprungene Geschichte aus der Heftromanreihe vertont und so auch der Hörspielwelt in der neuen Produktion von Wort Art zugänglich macht. Hier sollte man allerdings nicht erwarten, eine Änderung zur eigentlichen Serie vorzufinden, das Sounddesign ist fast identisch, auch die Sprecher sind die gleichen. Die Geschichte dieser Folge ist recht spannend, der Verlauf kurzweilig. Keine tiefgründigen Gedanken, keine Verfolgung eines roten Fadens, sehr actionorientiert, "Dr. Satanos" ist für kurzfristige Unterhaltung gedacht. Die ??? Minuten vergehen dann auch recht schnell, immer wieder wird die Geschichte mit Wendungen und neuen Ereignissen interessant gehalten. Besonders der immer weiter aufgedeckte Plan von Dr. Satanos kann hier überzeugen. Das Finale ist im typischen John Sinclair-Stil recht bombastisch in Szene gesetzt, Fans von Geisterjäger-Hörspielen kommen so schnell auf ihre Kosten. Eine gute Folge dieser neuen Spin-Off-Serie, hier wird gleich zu Anfang Qualität vorgelegt.

Karlheinz Tafel spricht auch in dieser Serie Sinclairs Vorgesetzten Sir James Powell, dessen markante Stimme und teilweise witzige Art sehr unterhaltsam ist. Dr. Satanos bekommt in dieser Folge die kratzige Stimme von Jürgen Thormann gesprochen, der auch diese fiese Rolle wunderbar gestaltet. Sonja Deutsch gibt als Alwine Jackson einen tollen Einstieg in die Handlung. Weitere Sprecher sind Peter Flechtner, David Turba und Alexandra Lange.

Wie oben bereits erwähnt gibt es im Vergleich zur Originalserie beim Sounddesign kaum Änderungen. Laute Musik, meist mit rockigen Klängen sorgen für die typische Atmosphäre, ebenfalls recht wuchtige Sounds ergänzen sie zum Sinclair-Klang. Ideal, um die Geschichten spannungsgeladen zu untermalen.

Das Cover wirkt im Gegensatz zum recht reduzierten Titelmotiv der letzten Folge ein wenig überladen. Viele grafische Elemente lassen die Darstellung des grinsenden Totenkopfes unruhig wirken, lassen aber kaum Details erkennen. Auch der Schriftzug, der einem sonst ins Auge springt, kann seine Wirkung hier nicht entfalten.

Fazit: Kurzweilige Unterhaltung wird hier geboten, nicht mehr und nicht weniger. Die Classics gehen gut weiter.

VÖ: 28. Mai 2010
Label: Wort Art / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4241-9


John Sinclair Classics - 2. Mörder aus dem Totenreich



Erster Eindruck: London, New York und Mexiko

Ein Amoklauf erschüttert in London Bevölkerung und Scotland Yard, doch nur kurze Zeit später macht ein Nachahmungstäter New York unsicher. Bei ihren Recherchen stoßen John Sinclair und sein Freund Bill Conolly auf eine Gemeinsamkeit der beiden Täter, die sie tief ins Reich der Maya führt. Und genau darauf wartet ein finsterer Mann...

Nachdem der erste Teil der neuen "John Sinclair Classics"-Serie von Wort Art und Lübbe Audio die Neuauflage eines bereits veröffentlichen Hörspiels war, ist "Mörder aus dem Totenreich" die erste Produktion, die extra für die Serie entstanden ist. Hier zeigt sich also, wie sie später klingen wird - und zwar genau so wie die Originalserie. Tatsächlich wurde an der akkustischen Erscheinung kaum etwas geändert, die Sprecher der wiederkehrenden Rollen sind identisch, und auch die Story könnte locker aus den Anfängen der Reihe stammen. Die Geschichte um die Amokläufe und den geheimnisvollen Herren der Toten hat viele Höhepunkte und wird mit immer neuen Winkelzügen der Handlung nie langweilig. Vielmehr tritt löblicherweise die Action an einigen Stellen zugunsten eines leichten Gruselns zurück, um danach wieder einem echten Spektakel zu weichen. Der übermächtige Gegenspieler sowie Bills kurzzeitige Verwandlung tun ihr Übriges, um diese Folge wirklich hörenswert zu machen. Ob nun "Classics" oder nicht, John Sinclair ist weiterhin ein Garant für spannende und unterhaltsame Hörspiele.

Auch hier wurden wieder viele hochkarätige Sprecher versammelt, die den Figuren Leben einhauchen. Detlef Bierstedt ist auch in diesem Ableger als Bill Conolly zu hören und liefert eine sehr treffsichere Darstellung des Reporters ab. In kleineren Rollen können hier Dorette Hugo und Ilona Otto punkten, die beide unverkennbare Stimmen haben und mit ihnen umzugehen wissen. Auch Engelbert von Nordhausen kann mit einer sehr guten Interpretation seines Charakters überzeugen. Weitere Sprecher sind Simon Jäger, Anja Rybiczka und Philipp Schepmann.

Das Intro wurde musikalisch nicht verändert, aber einige andere, sehr stimmungsvolle Sätze wurden zur Einleitung eingesprochen. Auch ansonsten ähneln sich Original und Ableger ziemlich, die harte Musik, die lauten Sounds und die Überraschungsmomente lassen sich wohl nicht von John Sinclair trennen, sodass auch hier ein stimmiges Gesamtpaket geboten wird.

Das Cover stammt erneut aus der Feder von Timo Würz, der die magische Beschwörung - einer Kernszene des Hörspiels - optisch einwandfrei umgesetzt hat. Der typische Schriftzug durfte natürlich nicht fehlen. Auch hier sind im Booklet keinerlei Zusatzinformationen geboten, aber ein Ausblick auf die nächsten Folgen lässt sich erhaschen.

Fazit: Kaum Unterschiede zur normalen Serie, aber eine spannende und actiongeladene Folge, die überzeugen kann.

VÖ: 19. März 2010
Label: Lübbe / Wort Art
Bestellnummer: 978-3-7857-4240-2


John Sinclair Classics - 1. Der Anfang



Erster Eindruck: Wie alles begann...

John Sinclair, Oberinspector beim Scotland Yard, hat sich schon seit langem für Aspekte des Übernatürlichen interessiert. Doch was ihn in seinem nächsten Fall erwartet, sprengt fast seine Vorstellungskraft: In einem kleinen, schottischen Dorf geschieht ein grausamer Mord. Was hat der zurückgezogen lebende Mann damit zu tun, vor dem die ganze Gemeinde Angst zu haben scheint?

"John Sinclair" gehört zu den erfolgreichsten Hörspielserien der letzten Jahre, ungebrochen lauschen seine Fans dem Mix aus Action, Horror und Grusel. Die Heftromane, die den Produktionen zugrunde liegen, scheinen schier unerschöpflich, sodass nicht jede Vorlage auch umgesetzt wurde. Um einige Lücken zu schließen und die ersten Abenteuer des Gesiterjägers umzusetzen, die chronologisch nicht mehr in die Hauptserie passen würden, wurde nun die Serie "John Sinclair Classics" ins Leben gerufen, die diesen Missstand beseitigen soll. Den Anfang macht passenderweise "Der Anfang", John Sinclairs ersten Kontakt mit den Mächten der Hölle, der bereits als Sonderedition der normalen Serie erhältlich war und hier nun sein Comeback feiert. Obwohl das Hörspiel reichlich lang läuft, hat man nie das Gefühl, es würde Leerlauf in der Handlung entstehen, da die abwechslungsreiche Geschichte immer neue Aspekte oder Ereignisse aufkommen lässt. Vom übermächtigen Burgherren über lebende Leichen bis hin zu einem schrecklichen Zugunglück - Langeweile kommt hier sicher nicht auf. Besonders das Finale, in der das ganze Dorf von Wesen der Dunkelheit bedroht wird, hat mir sehr gut gefallen, aber auch die engagierte Reporterin Ann Baxter hat der Geschichte den gewissen Pfiff verliehen. Ein sehr guter Aufakt für die "Classics"-Serie, die jedoch schon früher entstanden ist. Was wirklich dahinter steht, kann erst Teil zwei zeigen.

Die Sprecherauswahl ist hervorragend und reichlich bestückt mit Top-Sprechern der deutschen Hörspielszene. Allen voran natürlich Frank Glaurecht als John Sinclair, der den Geisterjäger unglaublich cool und dynamisch wirken lässt, in den richtigen Situationen aber auch einen gewissen Ernst nicht vermissen lässt. Als Ann Baxter überzeugt in dieser Folge Nana Spier, die ihre einprägsame Stimme sehr gut nutzt, um die Reporterin lebendig wirken zu lassen. Tilo Schmitz spricht Ivan Orgov und lässt dabei sein ganzes Können heraus. Weitere Sprecher sind unter anderem Rita Engelmann, Marianne Groß und Boris Tessmann.

Die akkustische Begleitung der Serie hat neue Maßstäbe gesetzt, und auch in dieser Folge funktioniert der Mix aus harter Rockmusik und krachenden Geräuschen sehr gut. Die Szenerie wirkt so sehr lebhaft und temporeich, während besonders die spannenden Szenen und die Kämpfe gegen die Dämonen sehr gut umgesetzt sind.

Für die Neuauflage wurde auch ein neues Titelbild erstellt, und das von Timo Würz, der schon andere erfolgreiche Serien gestaltet hat. Ganz im Gegensatz zum Thema Classics ist die Gestaltung wesentlich modernisiert worden, lediglich der Schriftzug ist der gleiche. Der moderne Zeichenstil passt aber sehr gut und gibt ein stimmiges Gesamtbild ab.

Fazit: Eine vielseitige Geschichte, viel Action und eine gute Portion Horror machen aus "Der Anfang" ein packendes Hörspiel. Toller Auftakt!

VÖ: 19. März 2010
Label: Lübbe / Wort Art
Bestellnummer: 978-3-7857-4239-6