Gespensterjäger – 4. in großer Gefahr

Gespensterjäger - 3. in der Gruselburg

Gespensterjäger - 2. im Feuerspuk

Gespensterjäger - 1. auf eisiger Spur


Gespensterjäger – 4. in großer Gefahr

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Erster Eindruck: Toms schwere Prüfung

Nach etlichen Aufträgen ist Gespensterjäger-Lehrling Tom nun bereit für sein drittes Diplom. Dazu wird er in das Dörfchen Moorweiher geschickt, darf aber nur einen Begleiter mitnehmen. Hedwig gibt sich natürlich alle Mühe, beim Fangen des Gespenst zu helfen, doch auch ein ungebetener Gast hat sich eingeschlichen – Hugo kommt natürlich doch mit. Und der Gegner stellt sich als mächtiger heraus als gedacht...

Aus dem Hause Jumbo erreichen uns nur wenige neue Hörspiele, doch „Gespensterjäger“ von Autorin Cornelia Funke bildet da eine Ausnahme, die vom NDR produzierte Reihe wurde in das Verlagsprogramm aufgenommen. Auch in der vierten Folge „Gespensterjäger in großer Gefahr“ müssen sich Hedwig Kümmelsaft, Tom und das mittelmäßig unheimliche Gespenst Hugo gegen einen mächtigen Feind erwehren – was für den Hörer einen spannenden, witzigen und unterhaltsamen Hörspaß bereit hält. Die vielen kleinen heiteren Einfälle, die Funke in ihr Werk eingebunden hat, der fröhliche Grundton und die charmanten Figuren auf der einen Seite, der Kampf gegen ein durchaus mächtiges Gespenst und viele spannende und gruselige Szenen auf der anderen Seite. Beides ergänzt sich hier wunderbar und verschmilzt zu einem unterhaltsamen und kindgerechten Abenteuer, dem auch Erwachsene nicht abgeneigt sein dürften. Als geschicktes storytechnisches Element erweist sich der Verrat, der an dem Gespensterjäger-Trio begangen wird, aber auch Hugo bringt jede Menge Schwung in die Handlung. Auch diese Folge der Serie hat mir sehr gut gefallen und hat mir viel Freude bereitet.

Das Sprecherteam um die drei Gespensterjäger, bestehend aus Leon Alexander Rathje als Tom, Katja Brügger als Hedwig und Ernst H. Hilbich als Hugo kann auch hier wieder wunderbar gemeinsam agieren und eine Einheit bilden. Doch auch die Gastsprecher sind hervorragend ausgewählt. Konstantin Graudus gelingt als Neprospeg der richtige Grad an Gruseligkeit, ohne für zuhörende Kinder allzu bedrohlich zu wirken. Jürgen Uthers variable Stimme eignet sich sehr gut für die Rolle des Schleimblatt, welche er mit viel Ausdrucksvermögen spricht. Der wunderbare Douglas Welbat bereichert auch dieses Hörspiel mit seiner einprägsamen Stimme als Hornhobel.

Bernd Keuls Musik, die eigens für diese Folge komponiert wurde, schmiegt sich sehr eng um die Handlung, folgt dem Spannungsbogen und gibt dazu zusätzliche Impulse. Die erzeugten Stimmungen sind sehr atmosphärisch und unterstützen die Sprecher in ihrer Wirkung. Auch die Geräusche sind sehr gut eingefügt und auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten, ohne auf Erwachsene nervig zu wirken.

Eine simple, aber wirkungsvolle Zeichnung ist auf dem Cover zu sehen. Tom, der auf Hugo fliegt, Hedwig, die die beiden von unten beobachtet, im Hintergrund ein Steinkreis samt Sonnenuntergang. Insgesamt ist die Aufmachung eher schlicht, kann aber mit zusätzlichen Informationen zu den Sprechern sowie einem stimmungsvollen Einleitungstext und einem Lexikon über die verwendeten Abkürzungen punkten.

Fazit: Auch im vierten Teil geht es spannend und heiter weiter. Besonders die kleinen Kniffe in der Geschichte sorgen für einen sehr unterhaltsamen Verlauf.

VÖ: 25. November 2010
Label: Jumbo
Bestellnummer: 978-3-8337-2629-3


Gespensterjäger - 3. in der Gruselburg



Erster Eindruck: Vergangenes und Elektrisierendes

Nach einigen Überredungskünsten darf Tom Tomsky seine Freundin und Partnerin bei der Gespensterjagd Hedwig Kümmelsaft zu ihrem neuen Fall begleiten. Das Ehepaar Wurm hat das Team, das durch das MUG (mittelmäßig unheimliches Gespenst) Hugo ergänzt wird, um Hilfe gebeten. Denn ein wütender Geist treibt in ihrem Haus sein Unwesen. Tief in der Vergangenheit finden die drei eine Spur...

Cornelia Funke schickt wieder ihre drei ungewöhnlichen Gespensterjäger ins Rennen, das dritte Hörspiel der Serie ist wieder bei Jumbo erhältlich. Hier ist der Aufbau der Geschichte besonders gelungen, da sich der Spuk des Geistes immer weiter steigert und vom anscheinend harmlosen Unfug zu einer gewaltigen und tödlichen Erscheinung ausweitet. So wird auch die Spannung immer intensiver, man beginnt schnell mit den Charakteren mitzufiebern. Diese sind übrigens wieder sehr gut dargestellt, neben den drei Hauptfiguren des Gespensterjäger-Teams ist hier das Ehepaar Wurm sehr unterhaltsam und ein wenig schräg. Doch besonders überzeugt hat mich der SPUMIDUV, der finstere Geist aus dieser Folge, der den dreien das Leben schwer macht. Hier wird auch auf ihre Hintergründe als Sterbliche eingegangen, sodass sie nicht einfach nur böse wirkt, sondern einen eigenständigen Charakter bekommt. Die Abkürzungen (wie die oben genannte) und die damit angedeutete wissenschaftliche Außeinandersetzung mit Geistern wirken wieder charmant und einfallsreich. Ein tolles Hörspiel, sehr zu empfehlen!

Die Besetzung der Sprecher ist sehr gut gelungen. Als Frau Wurm ist Susanne Schrader zu hören, die leicht überdreht wirkt, was wunderbar zu ihrem Charakter passt. Ihren langanhaltenden Schluckauf lässt sie zwar witzig, aber glücklicherweise nicht albern erscheinen. Ihre Ehemann wird von Jürgen Uter gesprochen, der eine ebenso solide Leistung abliefert. Wunderbar ist Marion Breckwoldt als böses und mächtiges Gespenst, das sie perfekt darzustellen weiß. Und natürlich dürfen Katja Brügger, Leon Alexander Rathje und Ernst H. Hilbich als Gespensterjäger-Team nicht fehlen.

Bernd Keul ist verantwortlich für die Musik und gestaltet diese angenehm und unterhaltsam. Die wichtigen Szenen werden so sinnvoll unterstrichen, während dem Hörer auch mal kleine Pausen zum "sacken lassen" gegönnt werden. Auch die Geräusche sind sehr treffend eingefügt und lassen die Handlung lebendiger wirken.

Dem Buchcover wurde auch das Titelbild für diese Folge entnommen. Die drei Hauptfiguren betreten darauf anscheinend zum ersten mal die Gruselburg. Die Zeichnung ist ansehnlich, der Rest wirkt leider etwas unkoordiniert. Schön, dass im Inneren wieder einige zusätzliche Texte über die Sprecher, aber auch über SPUMIDUVs abgedruckt sind.

Fazit: Eine schöne Hintergrundgeschichte, ein steigender Spannungsbogen und liebevolle Charaktere machen auch die dritte Gespensterjäger-Folge ziemlich unterhaltsam.

VÖ: 26. März 2010
Label: Jumbo
Bestellnummer: 978-3-8337-2528-9

 


Gespensterjäger - 2. im Feuerspuk



Erster Eindruck: Jetzt wirds heiß...

Tom hat etwas Mühe, seine Mutter zu überzeugen, dass er mit Hedwig Kümmelsaft verreisen darf. Denn in einem Hotel treibt ein ziemlich mächtiger Geist sein Unwesen und versetzt die Gäste in Panik. Zusammen mit Gespenst Hugo beginnen sie schließlich den Kampf und ihre schlimmsten Befürchtungen werden wahr: Es handelt sich um den schrecklichen Grubligei!

Mit "Gespensterjäger auf eisiger Spur" hat Jumbo eine überzeugende erste Folge der neuen Hörspielserie nach Büchern von Cornelia Funke vorgelegt. Nummer zwei der Reihe trägt den Titel "im Feuerspuk" und hat eine grundsätzlich andere Ausgangssituation, denn die drei Gespensterjäger bekämpfen nicht mehr in ihrem unmittelbaren Umfeld fiese Geister, sondern werden zu einem Fall als "Kümmelsaft & Co" gerufen. Wieder verläuft der Kampf gegen den Geist mit einigen Tücken, denn die einfallsreichen Fahigkeiten des Feuergespentes machen den drei das Leben schwer und halten das Hörspiel am Laufen - es geht immer zwischen neuem Mut und Rückschlägen hin und her. Allerdings kommt die Geschichte ab und an ins Stocken, um einen dynamischeren Verlauf zu bekommen, wäre die Kürzung einiger Szenen hilfreich gewesen. Die Übetragung von Buch zu Hörspiel hat gut funktioniert, Erzählerin ist dieses mal eine eifrige Reporterin, und statt dem Buch über Geisterbekämpfung hat ein Komplize von Hedwig Kümmelsaft kurzerhand das zugehörige Hörbuch geschickt. Auch hier ist wieder solide Handwerkskunst mit einer einfallsreichen Geschichte gepaart, sodass mir auch dieser Teil insgesamt zugesagt hat.

Ganz wundervoll ist Katja Brügger als Hedwig Kümmelsaft: Mit ihrer kratzbürstigen und äußerst resoluten Art rückt sie meist in den Mittelpunkt des Geschehens und lässt die Gespensterjägerin zum Leben erwachen. Erzählerin Monique Schwitter könnte an einigen Stellen kraftvoller sprechen und lässt teilweise die Wirkung ihrer Passagen verpuffen. Horst Arenthold ist als Grubligei eine tolle Wahl und wirkt auf Kinder sicherlich ziemlich gruselig. Weitere Sprecher sind Nina Kreß, Birte Kretschmer und Ingeborg Kallweit.

Bernd Keul ist für die Musik verantwortlich und lässt beschwingte Stücke entstehen, die in den Szenenübergängen für Auflockerung sorgen. Ansonsten hat man sich gegen den Einsatz von Musik und für mehr Geräusche entschieden, was die Geschichte insgesamt plastischer wirken lässt. An einigen Stellen hätte die Produktion jedoch runder sein können.

Das Coverbild ist dem Buch entnommen und um einen feurigeren Hintergrund ergänzt worden. Hedwig, Tom und Hugo kommen aber ebenso gut zur Geltung wie der Feuergeist. Neben Fotos, Infotexten und einer kleinen Vorstellung der drei Gespensterjäger findet sich im Booklet auch ein Text aus dem Hörspiel, dass und Informationen zu Grubligeis liefert.

Fazit: Auch wenn ein wenig Feinschliff fehlt, ist auch das zweite Abenteuer der Gespensterjäger spannend, witzig und unterhaltsam.

VÖ: 28. Januar 2010
Label: Jumbo
Bestellnummer: 978-3-8337-2533-3


Gespensterjäger - 1. auf eisiger Spur



Erster Eindruck: MUGs und UEGs

Tom wird in dem Keller im Haus seiner Eltern von einem Gespenst mächtig erschreckt, doch nur seine Oma will ihm glauben. Sie schickt ihn zu Hedwig Kümmelsaft, einer erfahrenen Gespensterjägerin, die ihm wertvolle Tipps gibt. Tapfer stellt sich Tom dem MUG, dem mittelmäßig unheimlichen Gespenst. Doch die eigentliche Gefahr lauert an einem ganz anderen Ort...

Cornelia Funke ist die momentan wohl populärste deutsche Kinderbuchautorin. Eine ihrer Buchserien wird nun von Jumbo vertont und als Hörspiel veröffentlicht: "Gespensterjäger", die in ihrem ersten Fall "auf eisiger Spur" ermitteln. Der Kampf gegen den MUG ist eigentlich nur Aufwärmphase und dient der Vorstellung der Charaktere - trotzdem ist auch dieser Abschnitt unterhaltsam und spaßig. Tom ist ein ganz normaler Junge, aber ziemlich mutig und gewitzt. Hedwig Kümmelsaft ist ein wenig kratzbürstig, aber eine hervorragende Gespensterjägerin und macht Tom viel Mut. Und schließlich Hugo, das mittelmäßig unheimliche Gespenst, ein wenig tollpatschig und ängstlich. Diese drei bilden das Team, das uns in den nächsten Folgen begleiten wird, und in der ungewöhnlichen Kombination machen sie viel Spaß beim Kampf gegen ein viel mächtigeres Gespenst. Interessant ist auch die Kategorisierung der Gespenster, denn mit den verschiedenen Bezeichnungen und Eigenheiten beweist Funke einmal mehr ihr kreatives Talent. Toll gelöst ist auch der Part der Erzählerin - sie wird als äußerst neugierige Nachbarin dargestellt, die so zwar eng am Geschehen ist, aber trotzdem noch den nötigen Abstand hat. Eine sehr gelungene Geschichte, voller spaßiger Einfälle und mit für Kinder durchaus gruseligen Szenen.

Leon Alexander Rathje spricht den Tom, und das macht er für sein junges Alter schon sehr engagiert und klingt meist glaubwürdig, könnte aber manchmal spontaner wirken. Ernst H. Hilbich ist als Gespenst Hugo zu hören, er legt immer ein gewisses Jaulen in seine Stimme und setzt die komische Figur damit sehr gut um. Gisela Trowe ist seit Jahren im Hörspielgeschäft dabei und hier als Toms Oma zu hören, sie klingt warmherzig und verständnisvoll wie eh und je. Weitere Sprecher sind Katja Brügger, Monty Arnold und Katja Danokowski.

Musikalisch ist das Hörspiel eher unauffällig, immer wieder sind in den Szenenübergängen kleinere Stücke platziert, die zur Auflockerung dienen. Die Geschichte reicht meist aus, um die richtige Stimmung zu erzeugen, wobei mit passenden Geräuschen nachgeholfen wird, sodass besonders die Gespensterszenen gut umgesetzt sind.

Auf dem witzigen Cover sind unsere drei Titelhelden zu sehen, die sich zur Gespensteraustreibung aufmachen. Ein schlichtes, aber angenehmes Cover. Lobenswert ist das umfangreiche Booklet, denn hier finden sich nicht nur Infotexte zu Autorin, Sprechern und Hörspielmachern, sondern auch der Auszug aus dem Buch, der MUGs und UEGs gegenüberstellt.

Fazit: Eine sehr schöne Geschichte mit vielen witzigen Einfällen, das jedoch an einigen Stellen effektvoller hätte gestaltet werden können.

VÖ: 29. Oktober 2009
Label: Jumbo
Bestellnummer: 978-3-8337-2475-6