Dragonbound – 7. Saras Dämonen

Dragonbound – 6. Inkognito

Dragonbound - 5. Das Fest der Weihe

Dragonbound - 4. Das Triumvirat

Dragonbound - 3. Der Murog

Dragonbound - 2. Seeschrecken

Dragonbound - 1. Die Prophezeiung


Dragonbound – 7. Saras Dämonen



Erster Eindruck: Zauberer und Dämonen

Nach langem und gefährlichem Weg sind Lea und ihre Freunde in Liluell, dem Ziel ihrer Reise angekommen. Eine Schlacht mit den Vargonen scheint kurz bevor zu stehen, und so befragen sie mit Hilfe des Magiers Tomar einen gefangenen Offizier der mächtigen Wesen. Doch das Auftauchen eines Geistes beschwört aus der Vergangenheit eine schreckliche Zukunft hervor...

Dragonbound, die Fantasy-Serie von Europa, kommt in „Saras Dämonen“ einen großen Schritt weiter. In den bisherigen Folgen war es so, dass zwar ein roter Faden verfolgt wurde, aber immer noch ein kleines, in sich abgeschlossenes Abenteuer stattgefunden hat. Die siebte Folge geht da etwas andere Wege und befasst sich fast ausschließlich mit der Rahmenhandlung, sodass die neuen Entwicklungen im Vordergrund stehen. Das hat selbstverständlich zur Folge, dass Neueinsteiger mit dieser Folge nur wenig anfangen können, denn es werden etliche Themen aus der Vergangenheit aufgegriffen. Hier zeigt sich, wie gut die einzelnen Zahlräder ineinander passen und ein sehr stimmiges Gesamtbild ergeben. Auch hier werden etliche Highlights gesetzt, die die Folge unterhaltsam und kurzweilig werden lassen, beispielsweise die Befragung des Vargonen. Das alles geschieht recht temporeich und überzeugt mit schnellen Wechseln. Gegen Ende steht dann Saras Schicksal doch recht abgeschlossen für sich, doch auch hier wurde sehr gutes geleistet – ihr innerer Kampf wird durch magische Mittel nach außen gekehrt und beschert die eine oder andere Überraschung und etliche stimmungsvolle Szenen. Mir hat diese siebte Folge fast noch ein wenig besser gefallen als seine Vorgänger, da der Schwerpunkt auf den Entwicklungen der Welt Chelandra liegt, eine rundum gelungene Geschichte der Serie!

Die Wahl der Sprecher ist wieder gelungen, sodass die Charaktere vor der vielfältigen Fantasy-Welt nicht verblassen. Martin Sabel ist beispielsweise als junger Magier Dogo eine hervorragende Wahl, schafft er es doch, die Gewichtung zwischen Schwermut und Heiterkeit immer wieder gekonnt zu verlagern. Mogens von Gadow spricht in dieser Folge Tomar, mit seiner betonten Sprechweise kann er einen guten Eindruck des Zauberer hinterlassen. Gut gefallen hat mir auch Bernd Hölscher als Vargone, der das Bedrohliche dieser Wesen gut in den Vordergrund stellen kann. Annina Braunmiller, Frank-Otto Schenk und Udo Schenk sind ebenfalls zu hören.

Die musikalische Umsetzung der Geschichte kann auch in dieser siebten Folge überzeugen. Die eigens für die Serie konzipierte Musik schafft eine düstere und etwas pompöse Stimmung, die die Welt Chelandra gut einfangen kann. Impulse werden immer wieder von den vielfältigen Geräuschen gesetzt, die auch mal etwas lauter sein dürfen und so gefährliche Szenen besonders kraftvoll wirken lassen.

Das Artwork des Covers hat sich seit der ersten Folge bewährt und wirkt dieses mal mit den Türkistönen besonders mysteriös. Neben Leas Gesicht, das wie immer halb im Schatten verborgen liegt, sind einige Motive aus der Handlung abgebildet, von denen die unheilvolle Glaskugel und der Magier besonders gut zur Geltung kommen.

Fazit: Die Konzentration auf den Fortlauf des Handlungsstranges und Saras Schicksal macht aus dieser siebten Folge eine der besten der bisherigen Serie.

VÖ: 6. Mai 2011
Label: Europa
Bestellnummer: 88697 574242 4


Dragonbound – 6. Inkognito



Erster Eindruck: Verräter in dem engsten Kreise

Lea und ihre Gefährten sind weiter auf dem Weg quer durch Celandra und retten eine einsame Frau vor dem Übergriff der Vargonen. Sie nehmen Sandrina in ihre verschworene Gemeinschaft auf und begleiten sie auf ihrem Weg. Was sie allerdings nicht wissen: Sandrina ist die Jägerin, die beauftragt wurde, Lea zu töten...

Mit Dragonbound erscheint bei Europa eine Serie, die das momentan nicht sonderlich ausgeprägte Genre Fantasy bedient und mit Chelandra eine ganz neue Welt erschaffen hat. Mit Heldin Lea nimmt die Geschichte Bezug auf die heutige Zeit, da sie durch einen Unfall in der magischen Welt gelandet ist. In Episode 6 „Inkognito“ ist die Geschichte logischerweise schon recht fortgeschritten, wobei jede Folge eine eigene Handlung erzählt. Hier ist es die Geschichte der Jägerin Sandrina, die sich in die Gruppe um Lea einschleicht, um diese zu töten – und das ist logischerweise der große Spannungsmoment der Folge und sorgt immer wieder für intensive Situationen. Die Gefahr für Lea ist permanent greifbar und lässt die Folge insgesamt recht spannend wirken. Für sehr gelungen halte ich die Abstecher in Sandrinas Vergangenheit, die die Geschichte der harten Jägerin erzählt und sie so von einem eher eindimensionalen Charakter zu einem lebenden Wesen mit Gefühlen und Handlungsmotiven werden lässt, man lernt sie zu verstehen. Allerdings tritt hier leider der rote Faden der Serie nicht wirklich in der Vordergrund – die Geschichte ist sehr auf sich selbst beschränkt und bringt den neugierigen Hörer kaum voran. Ansonsten eine gelungene Folge, die mit zahlreichen spannenden Momenten unterhaltsam ist.

Großes Augenmerk ist natürlich auf Sandrina gelegt, die von der hervorragenden Claudia Urbschat-Mingues gesprochen wird. Ihre geheimnisvolle Stimme kann von sanft bis hart etliche Facetten annehmen und so immer die richtige Färbung annehmen. Jann Oltmanns Interpretation des Rodge, dem treuen Begleiter von Telon, ist auch hier sehr gelungen, er schafft es von seinem Charakter immer neue Seiten zu zeigen. Faedrak, der mächtige Drache, ist zwar nicht sonderlich häufig zu hören, ist mit der donnernden Stimme von Engelbert von Nordhausen aber immer wieder interessant zu hören. Weitere Sprecher sind unter anderem Bernd Hölscher, Annina Braunmiller und Martin Sabel.

Das Team der Serie hat es auch hier wieder geschafft, der Folge eine einzigartige Stimmung zu verleihen. So steigern die treffenden Musikstücke immer wieder genau die jeweilige Atmosphäre der Szene und steigern so deren Wirkung auf den Hörer noch weiter. Auch die Geräusche tragen ihren Teil zur Glaubwürdigkeit der phantastischen Welt bei.

Wie immer ist das Cover zweigeteilt: Links ist Leas geheimnisvolles Gesicht, halb im Schatten, zu sehen, während recht das Motiv zur jeweiligen Folge ist. Hier sieht man die kämpferische Sandrina und den Ring, der in dieser Folge eine wichtige Rolle spielt. Etwas besonderes ist zu finden, wenn man das Booklet aufklappt, eine detailreiche Karte von Chelandra ist ein tolles Extra zur ganzen Serie und hilft zukünftig bei der Orientierung.

Fazit: Eine Folge mit vielen spannenden Momenten, in der auch die Bösewichte von ihrer menschlichen Seite beleuchtet werden. Eine gute Folge!

VÖ: 28. Januar 2011
Label: Europa
Bestellnummer: 978-3-8032-3425-4


Dragonbound - 5. Das Fest der Weihe

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Erster Eindruck: Die Reise geht weiter

Lea hat die Ereignisse beim Triumvirat noch nicht ganz verdaut, als sie in einer großen Stadt auf eine junge Diebin treffen. Nur mit Hilfe ihres neuen, mächtigen Gefährten gelingt es ihnen, das Leben von Sara zu retten. Auf ihrer Reise nach Liluell müssen sie Rast in einem kleinen Dorf machen, in dem die Feierlichkeiten einer Weihe stattfinden. Doch ein dunkles Geheimnis umgibt den Tempel des Gottes Akuul...

In nur fünf Folgen hat Dragonbound bisher eine sehr umfangreiche Geschichte erzählt, viele Charaktere werden eingeführt und zu wichtigen Eckpfeilern der Handlung aufgebaut. Trotzdem lässt sich auch die fünfte Folge "Die Weihe" gut und verständlich verfolgen, da eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse in die anfänglichen Szenen eingeflochten ist. Nachfolgend werden im Prinzip gleich zwei Geschichten erzählt. Zuerst treffen Lea, Telon, Rodge und Dogo auf Sara und müssen die junge Frau retten, zudem wird ihre Vergangenheit erklärt - und schon ist ein neuer Wegefährte hinzugestoßen, samt eigenen Zielen und Charakterzügen. Das Ganze ging vielleicht etwas zu schnell, gern hätte ich hier einen spannenderen Aufbau gehört. Der zweite Abschnitt der Geschichte, der Aufenthalt in dem kleinen Dorf, nimmt den wesentlich größeren Teil der Handlung ein. Hier werden die wenigen wichtigen Charaktere gründlich vorgestellt, und hier wird viel Spannung aufgebaut. Ein rauschendes Fest reißt auch den Hörer mit, danach wird es mysteriös und gefährlich, ein heftiger Kampf am Ende schließt die Folge sinnvoll ab. Die Darstellung der unterschiedlichen Charaktere und ein starker und kurzweiliger Hauptteil machen diese Folge zu einer sehr starken, der ich gern gelauscht habe.

Annina Braunmiller ist als Sara zu hören und lässt die junge Diebin mal verzweifelt, mal kämpferisch klingen, könnte aber manchmal etwas prägnanter sprechen. Insgesamt hinterlässt sie aber einen positiven Eindruck. Julia Casper ist in dieser Folge als Dorfbewohnerin Taria zu hören und kann gut die Gefühlswelt ihres Charakters darstellen. Wunderbar hat mir wieder Engelbert von Nordhausen als Faedrak gefallen. Der Drache wirkt durch die einprägsame Stimme mächtig und gutmütig zugleich. Weitere Sprecher sind Swen Mai, Sylvia Nogler und - in einer witzigen Mini-Rolle - Santiago Ziesmer.

Die Gestaltung der Geschichte ist wie in den vorangegangenen Folgen sehr gelungen, immer neue Stimmungen verleihen der geheimnisvollen Welt Chelandra viele Facetten. Besonders gut gelungen ist dies bei dem Dorffest, das mit harter Mittelaltermusik von Sven The Axe und vielfältigen Geräuschen sehr mitreißend gestaltet wurde - eine hervorragende Szene.

Neben Leas halb verdunkelten Gesicht ist auf die rechte Hälfte des Covers wieder mit einigen Zeichnungen versehen - die leider meiner Meinung nach zu viel von der Geschichte vorweg nehmen. Im Inneren ist eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse nachzulesen, sodass auch bei längerer Abstinenz wieder schnell in die Geschichte gefunden werden kann.

Fazit: Eine neue Gefährtin, ein stimmungsvoller Hauptteil und dieses mal auch eine Portion Charme - "Das Fest der Weihe" hat mit sehr gut gefallen!

VÖ: 10. September 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 886975742226


Dragonbound - 4. Das Triumvirat



Erster Eindruck: Auge in Auge

Die düstere Prophezeiung schwebt wie ein Damoklesschwert über Lea - doch erst jetzt erfährt sie, dass ihr Tod vorausgesagt wurde. Verstört zieht sie sich von Telon und den anderen zurück und verirrt sich in der ausgedehnten Steppe voller Gefahren. Doch das Schicksal meint es noch übler mit ihr, und so begegnet sie einem leibhaftigen Drachen...

Nach Abstechern auf die hohe See und in ein unterirdischen Höhlensystem wird in der vierten Folge der Fantasy-Reihe "Dragenbound" wieder verstärkt auf die Rahmenhandlung eingegangen - auf die Prophezeiung, die ein Bündnis mit den Drachen sowie Leas Tod voraussagt. Beide Themen spielen dabei eine wichtige Rolle, wenn auch zwei völlig verschiedene. Doch der Reihe nach: Leas Reaktion auf die Prophezeiung ist die Grundvoraussetzung für diese Folge und wird durchaus glaubhaft geschildert, ihre Reaktion sehr nachvollziehbar. Auch der folgende Kampf ist dynamisch und gut umgesetzt. Die daran anschließende Geschichte, in der Lea allein durch die Wildnis wandert, kann leider nicht ganz mithalten, zu vorausschaubar die Handlungen, zu unflexibel der Verlauf. Der Inhalt ist aber extrem wichtig für den weiteren Verlauf der Serie, und gegen Ende steigert sich die Folge auch wieder zu einem gelungenen Finale. Auch wenn nicht die beste Dragonbound-Folge vorliegt, kann mich "Das Triumvirat" überzeugen.

Die Sprecher sind auch hier wieder überzeugend. Als Lea ist nach wie vor Bettina Zoch zu hören, die die komplette Gefühlspalette ihres Charakters darstellen kann und sehr variabel wirkt. Engelbert von Nordhausen spricht den Drachen Faedrak mit tragender Stimme und geheimnisvollen Unterton. Erzähler Jürgen Kluckert überdramatisiert immer noch an einigen Stellen, kann insgesamt aber auch überzeugen. Weiterhin zu hören sind unter anderem Katja Brügger, Swen Mai und Martin Sabel.

Der Titelsong "Hide" von Mystelle am Ende der Folge ist düster, rockig und mit einem Hauch von Melancholie, was gut zu der Geschichte passt. Während der Szenen wird mehr auf eine glaubhafte Geräuschkulisse gesetzt, die die Welt von Chelandra näher rückt, aber auch hier wird immer wieder passende Musik verwendet.

Neben dem bereits bekannten Motiv in Schwarz- und Grautönen mit Leas Gesichtshälfte ist ein dunkles Gelb, fast schon Beige für die rechte Seite des Covers verwendet worden. Ein echsenartiges Auge, die Tentakel des Sumpfmonsters und eine schlafende Frau auf einem Drachen sind die gewählten Bilder. Warum der an sich gelungene Sammelrücken aber falsch herum aufgedruckt wurde, bleibt mir ein Rätsel.

Fazit: Auch wenn die Geschichte im Mittelteil etwas ins Stocken gerät, wird die Rahmenhandlung gekonnt und spannend weitergeführt.

VÖ: 21. Mai 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 886976990329


Dragonbound - 3. Der Murog



Erster Eindruck: Unter der Erde...

Lea und ihre Gefährten kommen auf ihrer Reise zwar gut voran, müssen aber langsam ihre Geldvorräte austocken. Da begegnen sie einem geheimnisvollen Mann, der ihnen von unvorstellbaren Schätzen in einem Höhlensystem berichtet. Doch die Sache hat einen Haken: Die unterirdischen Gänge werden gut bewacht...

Schon früh nach der ersten Folge ist bei der Europa-Fantasy-Reihe "Dragonbound" ein recht konstanter Veröffentlichungsrhythmus gefunden worden, sodass man nun schon in den Genuss der dritten Folge kommen kann. In "Der Murog" werden Lea und ihre Gefährten neuen Situationen entgegengestellt, ohne dass die Hauptgeschichte um den geheimnisvollen Pakt mit den Drachen sonderlich vorangetrieben wird. Vielmehr erfahren wir noch mehr über Chelandra, die fantasievolle Welt in der Lea gestrandet ist. Das Abenteuer mit dem Murog wäre an sich schon spannend, besonders gegen Ende, aber durch das Auftauchen von einer ziemlich schurkischen Bande wird die Folge noch einmal aufgewertet und erhält neue Impulse. Allerdings passt manchmal Leas umgangssprachlicher Ton nicht in die mittelalterliche Welt. Natürlich ist es logisch, dass sie als Frau aus der heutigen Zeit andere Redewendungen und Ausdrücke benutzt, dass alle anderen sie aber ohne Probleme zu verstehen scheinen, kann nicht immer nachvollzogen werden. Davon abgesehen bietet "Der Murog" kurzweilige Unterhaltung, zumal man Chelandra immer besser kennen lernt.

Als Berell, dem hinterlistigen Anführer der Bande, ist Wolfgang Noack zu hören, der mit harter Aussprache ziemlich fies wirkt und hörbar eine Bedrohung für die Helden der Geschichte darstellt. Kurt Glockzin spricht Valrotach, den geheimnisvollen Auftraggeber für die unterirdische Mission, mit sanfter, klarer Stimme und eingängiger Betonung. Jann Oltmanns ist in der Serie als Rodge zu hören, der Lea nicht immer freundlich gesonnen ist aber trotzdem nicht gänzlich unsympathisch wirkt. Weitere Sprecher sind Charles Lemming, Martin Sabel und Claudia Urbschat-Mingues.

Auch hier kann die akkustische Untermalung der Geschichte durchaus überzeugen. Oftmals werden mit lauter Musik und effektvollen Sounds dick aufgetragen - allerdings nur an den passenden Stellen. Durch die leiseren Parts kommt so eine Dynamik auf, die die Geschichte am Laufen hält und auf jede Szenerie gekonnt eingeht.

Das Artwork des Covers ist geblieben, der linke Teil ist von Leas geheimnisvoll im Schatten liegenden Gesciht geprägt, während rechts Bilder aus der Handlung gezeigt werden, dieses mal ganz in Rottönen gehalten. Das kleine Booklet liefert mit Texten über die wichtigsten Charaktere und die bisherigen Ereignisse einen guten Wiedereinstieg in die Handlung.

Fazit: Eine gute Folge der Serie, die mit einer kurzweiligen Geschichte zu unterhalten weiß.

VÖ: 15. Januar 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 886975741823


Dragonbound - 2. Seeschrecken



Erster Eindruck: Magische Wesen aus der Tiefe...

Von dem Drachenangriff geschwächt ist das Schiff, auf dem sich auch Lea befindet, in schlechten Zustand und hat kaum noch ein Hoffen auf einen glücklichen Ausgang. Als eine Nixe an Bord gezogen wird, wird die Mannschaft gründlich durcheinandergewirbelt. Doch auch von anderer Seite droht höchste Gefahr...

Die neue Fantasy-Serie von Europa mit dem Titel "Dragnbound - Die Prophezeiung" geht kurze Zeit nach dem Erstlingwerk mit "Seeschrecken" in die zweite Runde. Mit einer Introszene, die die drohende Gefahr für Lea verdeutlicht und einiges an Hintergrundwissen über die magische Welt bietet, legt die Folge einen gelungenen Start hin. Auch Leas Reise auf dem Schiff mit den Querelen, die die Nixe Lavinia mit sich bringt, sind nicht nur unterhaltsam, sondern werden mit der Zeit auch immer spannender. Lavinia ist der Beweis dafür, welche Vielfalt die Welt Chelandra birgt, aber auch dafür, dass vorrangig bekannte Themen aus anderen Fantasy-Werken eingebaut werden, die hier zu etwas Neuem zusammengestrickt wurden. Wer sich daran nicht stört, darf sich auf durchaus unterhaltsame 70 Minuten Hörspiel einlassen, bei dem allerdings die oft neuzeitliche Sprache merkwürdig und manchmal aufgesetzt scheint. Schön, dass es hier weiter geht, denn auch der zweite Teil ist durchaus hörenswert.

Als Lavinia, die betörende Nixe, gab es wohl keine bessere Wahl als Ulrike Stürzbecher. Mit ihrer klaren, freundlichen Stimme stellt sie das hinterlistige Wesen gut dar, kann aber auch die Wandlung ihres Charakters glaubwürdig erscheinen lassen. Als Sandrina, einer skrupellosen Kopfgeldjägerin, kann Claudia Urbschat-Mingues mit harter Stimmverfärbung und intensiver Betonung vollkommen überzeugen. Christian Rudolf spricht Telon, Leas kriegerischen Begleiter, auch er fügt sich gut in die magische Welt ein. Weitere Sprecher sind unter anderem Jann Ottmanns, Bettina Zech und Bernd Hölscher.

Auch vom Sounddesign des zweiten Teils bin ich durchaus angetan. Die musikalische Begleitung ist oft sehr präsent, kann sich in den richtigen Momenten aber auch zurückziehen und den Sprechern den Vorrang lassen. Zusammen mit den vielfältigen Geräuschen ergibt sich eine glaubhafte uund dichte Atmosphäre. Der Titelsong "Hide" am Ende des Hörspiels von Mytelle passt gut zu der düsteren Grundstimmung und rundet das Gehörte gut ab.

Bei der Covergestaltung von Anne Stokes wurde ein einheitliches Bild geschaen, der linke und obere Teil sind mit dem des Vorgängers identisch, während auf der rechten Seite drei kleinere Illustrationen mit Themen aus dem Hörspiel zu sehen sind. Im Booklet findet sich neben Kommentaren zu den wichtigsten Charakteren Noch ein Rückblick auf die vorige Folge, die den Einstieg wesentlich vereinfacht.

Fazit: Die abenteuerliche Reise von Lea und ihren Gefährten kann in dieser zwieten Folge mit einer guten Geschichte überzeugen. Mal schauen, wie es weitergeht...

VÖ: 20. November 2009
Label: Europa
Bestellnummer: 886975741724


Dragonbound - 1. Die Prophezeiung



Erster Eindruck: In einem Reich der Fantasie

In der fernen Zukunft haben Wissenschafter einen Weg zu Zeitreisen entdeckt. Doch die junge Lea landet nicht im neuzeitlichen Paris, sondern in einer mittelalterlichen Welt voller Magie, ohne Hoffnung auf Rückkehr. Der mächtige Zauberer Malrik sieht in ihr die Person, die den Frieden auf Chelandra wieder herstellen kann...

Erneut versucht das Hörspiellabel Europa, eine Fantasy-Serie auf dem Markt zu platzieren und geht dabei teilweise neue Wege: Nur direkt über den verlagseigenen Shop und zum Download war "Dragonbound" vorerst erhältlich. Erzählt wird die Geschichte der jungen Lea und spielt in einer gefahrvollen Welt, in der Magie und fantastische Wesen wahrhaft existieren - leider wirkt das Ganze ziemlich zusammengeschustert, die meisten Elemente sind einfach zu gut bekannt und bieten nichts wirklich Neues. Die Handlung vollzieht einen durchaus gelungenen Bogen, die fast 80 Minuten sind aber zu lang. Öfters denkt man, dass die Geschichte in einem tollen Cliffhanger endet, nur um danach doch noch fortgesetzt zu werden. Vorteilhaft daran ist natürlich, dass man viel Hörspiel für sein Geld bekommt. Insgesamt ist "Die Prophezeiung" aber kein schlechtes Hörspiel, die Figuren werden gut dargestellt, die Handlung ist abwechslungsreich. Besonders die drohende Gefahr, die über Lea schwebt und von der Prophezeiung ausgeht, ist ein reizvoller Grundgedanke. "Dragonbound" ist nicht gerade innovativ, ist aber durchaus kurzweilig anzuhören und bietet an einigen Stellen spannende Momente.

Hauptfigur Lea wird von Bettina Zoch gesprochen, die ihre Figur mit durchaus überzeugender Sprechweise darstellt und eine große Breite an Emotionen darbieten kann. Wunderbar ist Martin Sabel als tollpatschiger Zauberlehrling Dogo, er trifft seinen Charakter genau auf den Punkt und sorgt dabei für ironische Momente. Erzähler des Hörspiels ist Jürgen Kluckert. Für meinen Geschmack trägt er hier etwas zu dick auf und will Dramatik erzeugen, wo keine ist. Weitere Sprecher sind Christian Rudolf, Jann Oltmann und Robert Lenkey.

In Sachen akkustischer Gestaltung ist der erste Teil dieser neuen Serie sehr solide produziert worden. Die Musik kann wuchtig sein, aber auch ganz zurückgezogen und sanft. So wird auf die einzelnen Szenen eingegangen, unterstützt von Geräuschen, die einzelne Dinge glaubhafter machen, ergibt sich dadurch eine schöne Atmosphäre.

Düster und mysteriös ist das Cover geworden. Leas halb beleuchtetes Gesicht prangt auf der einen Hälfte, auf der andere bekommen wir einen Kampf zwischen Ritter und Drache zu sehen. Die Gestaltung in Blautönen und der gelungene Schriftzug runden das Cover ab. Das kleine Booklet bietet neben stimmungsvollen Texten ein paar Worte über die wichtigsten Charaktere.

Fazit: Alt Bekanntes wird hier lediglich variiert, trotzdem ist Dragonbound unterhaltsam und hat keinen schlechten Start hingelegt.