Dragonbound - 4. Das Triumvirat

Dragonbound - 3. Der Murog

Dragonbound - 2. Seeschrecken

Dragonbound - 1. Die Prophezeiung


Dragonbound - 4. Das Triumvirat



Erster Eindruck: Auge in Auge

Die düstere Prophezeiung schwebt wie ein Damoklesschwert über Lea - doch erst jetzt erfährt sie, dass ihr Tod vorausgesagt wurde. Verstört zieht sie sich von Telon und den anderen zurück und verirrt sich in der ausgedehnten Steppe voller Gefahren. Doch das Schicksal meint es noch übler mit ihr, und so begegnet sie einem leibhaftigen Drachen...

Nach Abstechern auf die hohe See und in ein unterirdischen Höhlensystem wird in der vierten Folge der Fantasy-Reihe "Dragenbound" wieder verstärkt auf die Rahmenhandlung eingegangen - auf die Prophezeiung, die ein Bündnis mit den Drachen sowie Leas Tod voraussagt. Beide Themen spielen dabei eine wichtige Rolle, wenn auch zwei völlig verschiedene. Doch der Reihe nach: Leas Reaktion auf die Prophezeiung ist die Grundvoraussetzung für diese Folge und wird durchaus glaubhaft geschildert, ihre Reaktion sehr nachvollziehbar. Auch der folgende Kampf ist dynamisch und gut umgesetzt. Die daran anschließende Geschichte, in der Lea allein durch die Wildnis wandert, kann leider nicht ganz mithalten, zu vorausschaubar die Handlungen, zu unflexibel der Verlauf. Der Inhalt ist aber extrem wichtig für den weiteren Verlauf der Serie, und gegen Ende steigert sich die Folge auch wieder zu einem gelungenen Finale. Auch wenn nicht die beste Dragonbound-Folge vorliegt, kann mich "Das Triumvirat" überzeugen.

Die Sprecher sind auch hier wieder überzeugend. Als Lea ist nach wie vor Bettina Zoch zu hören, die die komplette Gefühlspalette ihres Charakters darstellen kann und sehr variabel wirkt. Engelbert von Nordhausen spricht den Drachen Faedrak mit tragender Stimme und geheimnisvollen Unterton. Erzähler Jürgen Kluckert überdramatisiert immer noch an einigen Stellen, kann insgesamt aber auch überzeugen. Weiterhin zu hören sind unter anderem Katja Brügger, Swen Mai und Martin Sabel.

Der Titelsong "Hide" von Mystelle am Ende der Folge ist düster, rockig und mit einem Hauch von Melancholie, was gut zu der Geschichte passt. Während der Szenen wird mehr auf eine glaubhafte Geräuschkulisse gesetzt, die die Welt von Chelandra näher rückt, aber auch hier wird immer wieder passende Musik verwendet.

Neben dem bereits bekannten Motiv in Schwarz- und Grautönen mit Leas Gesichtshälfte ist ein dunkles Gelb, fast schon Beige für die rechte Seite des Covers verwendet worden. Ein echsenartiges Auge, die Tentakel des Sumpfmonsters und eine schlafende Frau auf einem Drachen sind die gewählten Bilder. Warum der an sich gelungene Sammelrücken aber falsch herum aufgedruckt wurde, bleibt mir ein Rätsel.

Fazit: Auch wenn die Geschichte im Mittelteil etwas ins Stocken gerät, wird die Rahmenhandlung gekonnt und spannend weitergeführt.

VÖ: 21. Mai 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 886976990329


Dragonbound - 3. Der Murog



Erster Eindruck: Unter der Erde...

Lea und ihre Gefährten kommen auf ihrer Reise zwar gut voran, müssen aber langsam ihre Geldvorräte austocken. Da begegnen sie einem geheimnisvollen Mann, der ihnen von unvorstellbaren Schätzen in einem Höhlensystem berichtet. Doch die Sache hat einen Haken: Die unterirdischen Gänge werden gut bewacht...

Schon früh nach der ersten Folge ist bei der Europa-Fantasy-Reihe "Dragonbound" ein recht konstanter Veröffentlichungsrhythmus gefunden worden, sodass man nun schon in den Genuss der dritten Folge kommen kann. In "Der Murog" werden Lea und ihre Gefährten neuen Situationen entgegengestellt, ohne dass die Hauptgeschichte um den geheimnisvollen Pakt mit den Drachen sonderlich vorangetrieben wird. Vielmehr erfahren wir noch mehr über Chelandra, die fantasievolle Welt in der Lea gestrandet ist. Das Abenteuer mit dem Murog wäre an sich schon spannend, besonders gegen Ende, aber durch das Auftauchen von einer ziemlich schurkischen Bande wird die Folge noch einmal aufgewertet und erhält neue Impulse. Allerdings passt manchmal Leas umgangssprachlicher Ton nicht in die mittelalterliche Welt. Natürlich ist es logisch, dass sie als Frau aus der heutigen Zeit andere Redewendungen und Ausdrücke benutzt, dass alle anderen sie aber ohne Probleme zu verstehen scheinen, kann nicht immer nachvollzogen werden. Davon abgesehen bietet "Der Murog" kurzweilige Unterhaltung, zumal man Chelandra immer besser kennen lernt.

Als Berell, dem hinterlistigen Anführer der Bande, ist Wolfgang Noack zu hören, der mit harter Aussprache ziemlich fies wirkt und hörbar eine Bedrohung für die Helden der Geschichte darstellt. Kurt Glockzin spricht Valrotach, den geheimnisvollen Auftraggeber für die unterirdische Mission, mit sanfter, klarer Stimme und eingängiger Betonung. Jann Oltmanns ist in der Serie als Rodge zu hören, der Lea nicht immer freundlich gesonnen ist aber trotzdem nicht gänzlich unsympathisch wirkt. Weitere Sprecher sind Charles Lemming, Martin Sabel und Claudia Urbschat-Mingues.

Auch hier kann die akkustische Untermalung der Geschichte durchaus überzeugen. Oftmals werden mit lauter Musik und effektvollen Sounds dick aufgetragen - allerdings nur an den passenden Stellen. Durch die leiseren Parts kommt so eine Dynamik auf, die die Geschichte am Laufen hält und auf jede Szenerie gekonnt eingeht.

Das Artwork des Covers ist geblieben, der linke Teil ist von Leas geheimnisvoll im Schatten liegenden Gesciht geprägt, während rechts Bilder aus der Handlung gezeigt werden, dieses mal ganz in Rottönen gehalten. Das kleine Booklet liefert mit Texten über die wichtigsten Charaktere und die bisherigen Ereignisse einen guten Wiedereinstieg in die Handlung.

Fazit: Eine gute Folge der Serie, die mit einer kurzweiligen Geschichte zu unterhalten weiß.

VÖ: 15. Januar 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 886975741823


Dragonbound - 2. Seeschrecken



Erster Eindruck: Magische Wesen aus der Tiefe...

Von dem Drachenangriff geschwächt ist das Schiff, auf dem sich auch Lea befindet, in schlechten Zustand und hat kaum noch ein Hoffen auf einen glücklichen Ausgang. Als eine Nixe an Bord gezogen wird, wird die Mannschaft gründlich durcheinandergewirbelt. Doch auch von anderer Seite droht höchste Gefahr...

Die neue Fantasy-Serie von Europa mit dem Titel "Dragnbound - Die Prophezeiung" geht kurze Zeit nach dem Erstlingwerk mit "Seeschrecken" in die zweite Runde. Mit einer Introszene, die die drohende Gefahr für Lea verdeutlicht und einiges an Hintergrundwissen über die magische Welt bietet, legt die Folge einen gelungenen Start hin. Auch Leas Reise auf dem Schiff mit den Querelen, die die Nixe Lavinia mit sich bringt, sind nicht nur unterhaltsam, sondern werden mit der Zeit auch immer spannender. Lavinia ist der Beweis dafür, welche Vielfalt die Welt Chelandra birgt, aber auch dafür, dass vorrangig bekannte Themen aus anderen Fantasy-Werken eingebaut werden, die hier zu etwas Neuem zusammengestrickt wurden. Wer sich daran nicht stört, darf sich auf durchaus unterhaltsame 70 Minuten Hörspiel einlassen, bei dem allerdings die oft neuzeitliche Sprache merkwürdig und manchmal aufgesetzt scheint. Schön, dass es hier weiter geht, denn auch der zweite Teil ist durchaus hörenswert.

Als Lavinia, die betörende Nixe, gab es wohl keine bessere Wahl als Ulrike Stürzbecher. Mit ihrer klaren, freundlichen Stimme stellt sie das hinterlistige Wesen gut dar, kann aber auch die Wandlung ihres Charakters glaubwürdig erscheinen lassen. Als Sandrina, einer skrupellosen Kopfgeldjägerin, kann Claudia Urbschat-Mingues mit harter Stimmverfärbung und intensiver Betonung vollkommen überzeugen. Christian Rudolf spricht Telon, Leas kriegerischen Begleiter, auch er fügt sich gut in die magische Welt ein. Weitere Sprecher sind unter anderem Jann Ottmanns, Bettina Zech und Bernd Hölscher.

Auch vom Sounddesign des zweiten Teils bin ich durchaus angetan. Die musikalische Begleitung ist oft sehr präsent, kann sich in den richtigen Momenten aber auch zurückziehen und den Sprechern den Vorrang lassen. Zusammen mit den vielfältigen Geräuschen ergibt sich eine glaubhafte uund dichte Atmosphäre. Der Titelsong "Hide" am Ende des Hörspiels von Mytelle passt gut zu der düsteren Grundstimmung und rundet das Gehörte gut ab.

Bei der Covergestaltung von Anne Stokes wurde ein einheitliches Bild geschaen, der linke und obere Teil sind mit dem des Vorgängers identisch, während auf der rechten Seite drei kleinere Illustrationen mit Themen aus dem Hörspiel zu sehen sind. Im Booklet findet sich neben Kommentaren zu den wichtigsten Charakteren Noch ein Rückblick auf die vorige Folge, die den Einstieg wesentlich vereinfacht.

Fazit: Die abenteuerliche Reise von Lea und ihren Gefährten kann in dieser zwieten Folge mit einer guten Geschichte überzeugen. Mal schauen, wie es weitergeht...

VÖ: 20. November 2009
Label: Europa
Bestellnummer: 886975741724


Dragonbound - 1. Die Prophezeiung



Erster Eindruck: In einem Reich der Fantasie

In der fernen Zukunft haben Wissenschafter einen Weg zu Zeitreisen entdeckt. Doch die junge Lea landet nicht im neuzeitlichen Paris, sondern in einer mittelalterlichen Welt voller Magie, ohne Hoffnung auf Rückkehr. Der mächtige Zauberer Malrik sieht in ihr die Person, die den Frieden auf Chelandra wieder herstellen kann...

Erneut versucht das Hörspiellabel Europa, eine Fantasy-Serie auf dem Markt zu platzieren und geht dabei teilweise neue Wege: Nur direkt über den verlagseigenen Shop und zum Download war "Dragonbound" vorerst erhältlich. Erzählt wird die Geschichte der jungen Lea und spielt in einer gefahrvollen Welt, in der Magie und fantastische Wesen wahrhaft existieren - leider wirkt das Ganze ziemlich zusammengeschustert, die meisten Elemente sind einfach zu gut bekannt und bieten nichts wirklich Neues. Die Handlung vollzieht einen durchaus gelungenen Bogen, die fast 80 Minuten sind aber zu lang. Öfters denkt man, dass die Geschichte in einem tollen Cliffhanger endet, nur um danach doch noch fortgesetzt zu werden. Vorteilhaft daran ist natürlich, dass man viel Hörspiel für sein Geld bekommt. Insgesamt ist "Die Prophezeiung" aber kein schlechtes Hörspiel, die Figuren werden gut dargestellt, die Handlung ist abwechslungsreich. Besonders die drohende Gefahr, die über Lea schwebt und von der Prophezeiung ausgeht, ist ein reizvoller Grundgedanke. "Dragonbound" ist nicht gerade innovativ, ist aber durchaus kurzweilig anzuhören und bietet an einigen Stellen spannende Momente.

Hauptfigur Lea wird von Bettina Zoch gesprochen, die ihre Figur mit durchaus überzeugender Sprechweise darstellt und eine große Breite an Emotionen darbieten kann. Wunderbar ist Martin Sabel als tollpatschiger Zauberlehrling Dogo, er trifft seinen Charakter genau auf den Punkt und sorgt dabei für ironische Momente. Erzähler des Hörspiels ist Jürgen Kluckert. Für meinen Geschmack trägt er hier etwas zu dick auf und will Dramatik erzeugen, wo keine ist. Weitere Sprecher sind Christian Rudolf, Jann Oltmann und Robert Lenkey.

In Sachen akkustischer Gestaltung ist der erste Teil dieser neuen Serie sehr solide produziert worden. Die Musik kann wuchtig sein, aber auch ganz zurückgezogen und sanft. So wird auf die einzelnen Szenen eingegangen, unterstützt von Geräuschen, die einzelne Dinge glaubhafter machen, ergibt sich dadurch eine schöne Atmosphäre.

Düster und mysteriös ist das Cover geworden. Leas halb beleuchtetes Gesicht prangt auf der einen Hälfte, auf der andere bekommen wir einen Kampf zwischen Ritter und Drache zu sehen. Die Gestaltung in Blautönen und der gelungene Schriftzug runden das Cover ab. Das kleine Booklet bietet neben stimmungsvollen Texten ein paar Worte über die wichtigsten Charaktere.

Fazit: Alt Bekanntes wird hier lediglich variiert, trotzdem ist Dragonbound unterhaltsam und hat keinen schlechten Start hingelegt.

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