Gordon Black – 4. Der Monstermacher

Gordon Black - 3. Friedhof der Hexen

Gordon Black - 2. Die Augen des Dämonen

Gordon Black - 1. Der Spiegel des Grauens


Gordon Black – 4. Der Monstermacher



Erster Eindruck: Rückkehr des Geisterjägers

Professor Ruskin will in Begleitung seines Assistenten Albert einen alten Freund in der walisischen Kleinstadt Hillbroke besuchen. Doch ein heftiges Unwetter lässt sie Schutz bei Familie Keever suchen, die ihnen von unheimlichen Vorgängen im Dorf berichten: Ein brutales Ungeheuer hat nun nach mehreren Rindern auch eine junge Frau getötet. Auch Gordon Black wird auf den Fall aufmerksam, muss sich jedoch mit einigen Vorurteilen der Bewohner herumschlagen...

2009 erschienen die ersten drei Hörspiele zu Gordon Black, danach wurde es wieder ruhig um den „Gruselkrimi aus der Geisterwelt“. Und so ist Nocturna Entertainment durchaus eine kleine Überraschung gelungen, dass fünf Jahre später mit „Der Monstermacher“ eine vierte Folge auf den Markt gebracht wurde. Die Geschichte startet dabei recht gemächlich und lässt auch erst einmal die Titelfigur außen vor, berichtet wird von der Stimmung in Hillbroke, worüber sich langsam die ersten übernatürlichen und durchaus gut platzierten Gruselmomente platzieren. Doch es braucht hier einfach zu lang, bis die Handlung richtig in Schwung kommt, die Dialoge sind zu lang geraten und so bleibt die Dynamik auf der Strecke. Auch mit dem Auftauchen von Gordon Black bleibt ein zwiespältiger Eindruck: Auch hier gefällt mit die Atmosphäre in dem kleinen Dorf sehr gut, doch auch hier dauert es lange, bis die Geschichte zum Punkt kommt. Erst das letzte Drittel wirkt spannender und packender, der Kampf gegen das Ungeheuer ist gut beschrieben. Gut gefällt auch der Rückblick in Gordons Vergangenheit, hier werden weitere Details um die Rahmenhandlung offenbart. Und so können durchaus einige Schwächen der ersten drei Folgen ausgebügelt werden, besonders die Atmosphäre wurde gelungen weiterentwickelt, eine knackiger erzählte Handlung hätte der Folge aber gut getan.

Robert Missler ist hier wieder als Gordon Black mit von der Partie und kann seine markante Stimme effektvoll einsetzen, um eine düstere Aura um den Geisterjäger zu schaffen. Auch Tanja Dohse ist erneut als seine Mitstreiterin Hanako Kamara zu hören, die intelligente Japanerin ist ebenso gelungen dargestellt. Ingrid Steeger ist in einer Gastrolle als Dawn Kneever zu hören und kann mit ausdrucksstarker Stimme und glaubhaftem Agieren überzeugen. Weitere Sprecher sind Tim Knauer, Horst Janson und Jannik Endemann.

Atmosphärisch werden hier recht düstere Töne angeschlagen, wobei die Musik sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern eher für sanftere Szenenübergänge sorgt. Sie ist gut ausgewählt und kann die Stimmung der Folge gut unterstützen. Auch die Geräusche sind passend eingefügt und lassen die einzelnen Szenen lebendiger wirken.

Das Coverdesign hat sich nicht geändert, wieder ist am oberen Rand ein schwarzer Balken mit dem Schriftzug samt Fledermaus abgesetzt, während das eigentliche Motiv – eine rennende Frau in weißem Kleid, die vor einer Geistererscheinung davon rennt – in violetten Tönen eingefärbt ist und so eine mystische Wirkung erzielt. Im Inneren des Booklets sind zahlreiche Fotos der Sprecher abgedruckt.

Fazit: Zwar wird hier streckenweise recht schwerfällig erzählt und der Handlung so viel Dynamik genommen, dank der gut dargestellten Stimmung im Dorf und der unheimlichen Atmosphäre ist dennoch eine recht gelungene Folge entstanden, die zu ihren Vorgängern durchaus eine Verbesserung darstellt.

VÖ: 16.Januar 2015
Label: Nocturna Entertainment
Bestellnummer: 603877114629


Gordon Black - 3. Friedhof der Hexen



Erster Eindruck: Ein Hexenmeister aus der Vergangenheit

Zur Zeit er Hexenverfolgung wurde in Salem ein Hexenmeister samt seiner Anhängerschaft verbrannt. Heute ist er zurückgekehrt, um blutige Rache zu nehmen, doch erst wenn er seine sieben Hexen wieder erweckt hat, ist seine Macht unbesiegbar. Gordon Black wird in die kleine Stadt gerufen, um dies zu verhindern. Da beginnen die Kirchenglocken zu läuten...

"Friedhof der Hexen" komplettiert die drei zuerst veröffentlichten Folgen der neuen Gordon Black-Reihe über einen Anwalt, der dazu bestimmt ist, Dämonen zu bekämpfen. Die Folgen haben keinen roten Faden und können somit alle für sich allein gehört werden, auch wurden bisher nicht weitere Details von Gordons Weg zum Dämonenjäger enthüllt als die - sehr gelungene - Introszene, die vor jeder Geschichte steht. Auch hier fehlt mir wieder das Besondere, das eine Serie einzigartig macht, ansonsten ist diese dritte Folge die bisher stärkste. In der Geschichte finden sich keine Ungereimtheiten, alles ist logisch und gut nachvollziehbar aufgebaut. Die Darstellung der Dämonen ist schariger als in den beiden Vorgängern, Gordon steht aufgrund des Versagens seiner Waffen in Zgzwang, was neue Perspktiven für den Handlungsverlauf bietet. Auch hier schlägt die Handlung immer wieder Wendungen ein, sodass trotz der Laufzeit von 68 Minuten kein Leerlauf entsteht. Ich jedenfalls habe mich gut unterhalten gefühlt und möchte diese Folge Fans des Genres gerne nahe legen.

Auch in dieser dritten Folge ist der Sprechercast wieder hervorragend. Als Noah Rush hören wir den wunderbaren Martin Sabel, der den Dämonen sehr düster und rachsüchtig wirken lässt. Gleiches gilt für Petra Goßmann und Heidi Lepies als seine Hexen, auch sie schaffen eine gruselige Atmosphäre. Auch Santiago Ziesmer, dessen Stimme wohl unverwechselbar ist, macht als Inspector Ranking eine sehr gute Figur. Weitere Sprecher sind Konrad Halver, Klaus-Dieter Klebsch und Reinhilt Schneider.

Ebenso wie in den ersten beiden Folgen kann sich hier die atmosphärische Gestaltung wieder behaupten. Die musikalischen Arrangements sind treffend zu den einzelnen Szenen ausgesucht und unterstützen sie in ihrer Wirkung auf den Hörer. Besonders während der Kampfszenen mit dem Dämonen wird hier einiges für die Ohren geboten. Weiter so!

Eine Frau, die scheinbar zu Tode erschreckt und schreiend auf einem Friedhof davonläuft ziert das Cover von "Friedhof der Hexen". Wieder wurde das Titelbild des Heftromans mit dem insatz von Violetttönen verfremdet. Lediglich der Schriftzug wirkt etwas angestaubt, wird Nostalgiker aber wohl erfreuen.

Fazit: Eine insgesamt sehr gute Folge des Genres, die mit einigen spannenden Höhepunkten aufwarten kann.


Gordon Black - 2. Die Augen des Dämonen



Erster Eindruck: Spielsüchtiger Dämon

Durch Zufall stößt der Anwalt und Dämonenjäger Gordon Black auf einen neuen Fall: Ein Dämon kontrolliert die Gedanken von Mariette Hammond und lässt sie einen Mann ermorden. Doch auch im Gefängnis ist die angehende Schauspielerin nicht sicher vor den schädlichen Einflüssen. So beauftragt er Hanako auf Mariette aufzupassen. Ein schwerer Fehler...

"Ein Gruselkrimi aus der Geisterwelt" lautet der Untertitel der neuen Serie von Nocturna Entertainment "Gordon Black", was die Serie insgesamt gut umschreibt. In dieser zweiten von bisher drei veröffentlichten Folgen hat er der Dämonenjäger wieder mit einen gefährlichen Geschöpf aus der Unterwelt zu tun, wobei die Geschichte teilweise nicht ganz nachvollziehbar ist. Was nämlich ein Dämon aus der Vergangenheit mit Glücksspielen zu tun hat, wird nicht ganz deutlich. Die Geschichte hingegen schlägt recht viele Winkelzüge, was sie durchaus interessant und abwechslungsreich erscheinen lässt. Auch handwerklich ist nichts auszusetzen, der Spannungsbogen ist gut aufgebaut, die akkustische Ausstattung gut bis hervorragend. Dennoch sind die Geschichten zu gleichförmig und vorhersehbar und die Charaktere sind bisher zu stereotyp. Trotzdem: Es ist eine gute Produktion und eine Steigerung zur ersten Folge.

Wieder sind über 40 Sprecher im Einsatz, die neben den üblichen Sprecherrollen im Hintergrund immer wieder für realistische Gesprächsfetzen sorgen. Erzähler der Serie ist Wolf Frass, der mit seiner eingängigen Stimme und klarer Sprechweise für eine gute Stimmung bei seinen Texten sorgt. Sehr gut gefallen hat mir Katja Brügger als Mariette Hammond, die sehr wandlungsfähig ihre Stimme an verschiedene Situationen anpassen kann. Im Intro ist Stephan Schwarz als Earl of Blackinverness in seiner kurzen Passage sehr beeindruckend. Weitere Sprecher sind unter anderem Patrick Bach, Monty Arnold und Lea Kohns.

We dieie erste Folge kann auch "Die Augen des Dämonen" mit einer gelungenen Atmosphäre überzeugen. Die ausgewählten Musikstücke tragen zur Spannung bei, die Geräusche sind recht realistisch und beschreiben das Geschehen gut und nachvollziehbar. Wieder sind die vielen Sprecher im Hintergrund hervorragend umgesetzt, sodass beispielsweise das Casino sehr plastisch und greifbar wirkt.

Für das Cover wurde wieder er die Originalzeichnung des Heftromans mit einem schmucken Lilaton eingefärbt, was mir persönlich sehr gut gefällt und die Idee aus den 80er Jahren mit dr heutigendeodernen Hörspielwelt verbindet. Auch der Rest der Aufmachung ist durchaus ansehnlich und wird in den selben Farbtönen fortgeführt.

Fazit: Ein solides, gut produziertes Hörspiel für Fans von Dämonenjägern, und eine deutliche Steigerung zur ersten Folge.


Gordon Black - 1. Der Spiegel des Grauens



Erster Eindruck: Neue Geisterjägergeschichten

Beim Spiel auf einem gewöhnlichen Spinett stirbt eine junge Frau unter mysteriösen Umständen und wird völlig blutleer zurückgelassen. Da Mel Teeler verdächtigt wird, den Mord an Linda begangen zu haben, sucht er den Anwalt Gordon Black auf, von dem er weiß, dass er außerdem ein Dämonenjäger ist. Zusammen mit seiner Assistentin und Geliebten Hanako stößt er auf ein schreckliches Geheimnis...

Ein weiterer Kämpfer gegen die Unterwelt betritt die Hörspiellandschaft, die Romane über Gordon Black von Horst W. Hübner werden von Nocturna Entertainment umgesetzt, gleich drei Folgen wurden zum Auftakt veröffentlicht. Den Anfang macht "Der Spiegel des Grauens", und dort bekommen wir erst einmal ein gelungenes Intro aus den Kindertagen des Helden, bevor wir und längere Zeit die Ausgangssituation mit dem merkwürdigen Todesfall lauschen dürfen. Zwar braucht es seine Zeit, um richtig Fahrt aufzunehmen, doch gegen Ende wird es sehr stimmungsoll, das extatische Spiel auf dem Spinett ist hervorragend umgesetzt. Leider folgen wieder lange Gespräche mit Gordon Black, in denen weder sonderlich viel passiert noch großartige Erkenntisse bieten. Positiv anzumerken ist hier die Figur der Hanako Kamara, die mit flotten Sprüchen für Abwechslung sorgt. Doch auch hier fängt sich die Story wieder, der Rest der Geschichte ist interessant und durchaus spannend. Leider fehlt mir aber das gewisse Etwas, das diese Serie von anderen des selben Genres unterscheidet. Auch die Motivation von Gordon Black, also warum er Dämonenjäger ist, kommt nicht wirklich herüber. Kein schlechter Auftakt für die Serie, insgesamt sogar ein recht guter, aber um dauerhaften Erfolg zu haben muss noch dazugelegt werden.

Über 40 Sprecher (!) wirken bei dieser Produktion mit. Das ist besonders darauf zurückzuführen, dass ein vorbildlicher Background für die Serie geschaffen wird, die so sehr lebendig wirkt. Robert Missler ist als Gordon Black besetzt worden, und mit seiner eingängigen Stimme gestaltet er seine Rolle gut aus. Die selbstbewusste Hanako Kamara wird von Tanja Dohse gesprochen, die mit ihrer spröden Art und unverkennbaren Einsatz sehr gut herüberkommt. In dieser Folge hören wir auch Regisseur Sven M. Schreivogel, der als Mel Teeler sin Talent als Sprecher beweist und wirklich sehr gute Arbeit leistet. Weitere Sprecher sind Rainer Schmitt, Reinhilt Schneider und Wolf Frass als Erzähler.

Produktionstechnisch gibt es an diesem Hörspiel nichts auszusetzen. Auffallend gut ist der oben bereits erwähnte Einsatz von Sprechern zur Gestaltung des Hintergrundes, sodass die so entstehende Atmosphäre sehr realistisch und lebendig wirkt. Doch Musik und Geräusche haben ihren festen Platz und setzen Akzente an den richtigen Stellen.

Die Coverzeichnung sowie das Logo wirken herrlich nostalgisch, mit der lilafarbenen Einfärbung aber alles andere als altbacken. Ein toller Kompromiss, der sehr gu funktioniert. Im kleinen Booklet finden wir neben ausführlichen Angaben zur Produktion noch eine Widmung für den Autor Horst W. Hübner und Informationen zu den drei Hauptsprechern.

Fazit: Obwohl es mich nicht wirklich mitgerissen hat, Gordon Black ist ein gut produziertes Hörspiel mit einer guten Story. Aber der letzte Funke sprang bei mir bisher nicht über