Gabriel Burns - 35. Das Haus der Seele

Gabriel Burns - 34. Ich weiss, was Angst ist

Gabriel Burns - 33. Schmerz

Gabriel Burns - 32. die, die nicht bluten

Gabriel Burns - 31. Rand der Gezeiten

Gabriel Burns - 30. Weiss

Gabriel Burns - 29.Zwei Horizonte

Gabriel Burns - 28.Im Kreis des Vertrauens

Gabriel Burns - 27.Zwiespalt


Gabriel Burns - 35. Das Haus der Seele



Erster Eindruck: Wird er fallen?

10 fahle Orte, die dem Bösen anheim fallen werden - und auch Jangal Mandir wird bald dazu gehören. Als Bakerman und Schmidt einem Plan entwickeln, dies zu verhindern, werden sie von einem mächtigen Wesen angegriffen. Steven Burns hingegen findet seine Freiheit - auf der anderen Seite...

Wie kaum ein anderer versteht es Volker Sassenberg, Produzent von Gabriel Burns, sein Publikum anzuheizen und die Spannung auf die Spitze zu treiben. Kein Wunder also, das Teil 34 der Serie an der aufregendsten Stelle endete, "Das Haus der Seele" knüpft nun an die Ereignisse im indischen Jangal Madir an. Und diese beginnt - wie sollte es anders sein - mit stimmungsvollen Anfangsszenen, die einen Ausblick auf das Kommende enthalten und die Auflösung von Geheimnissen enthalten. Tatsächlich wird in dieser Folge der Hintergrund einer der Hauptpersonen aufgedeckt, Fans werden sich über diese weitreichende Offenbarung sicherlich freuen. Doch auch ansonsten ist diese Folge besonders gut gelungen, ein recht flüssiger Handlungsverlauf mit vielen spannenden Stellen, atmosphärisch wie schon lange nicht mehr. Stevens Veränderung im Laufe der Folge lassen kaum noch an den einstigen Buchautor erinnern, seine Wut wird sehr nachvollziehbar dargestellt und sorgt für einen Höhepunkt der Folge. Eine wunderbare Folge, dramatisch, spannend und mit weiteren Erklärungen.

Jürgen Kluckerts eindringliche Stimme setzt wieder starke Akzente, seine stimmungsvollen Textpassagen tragen viel zur Spannung bei, besonders seine Worte im Intro zu dieser Folge. Bernd Vollbrecht kann hier als Steven Burns weitere seiner vielen Facetten ausnutzen und mit verzerrter Stimme Gänsehaut hinaufbeschwören. Mario von Jascheroff ist wieder als Julien Cardieux zu hören und passt wunderbar in die düster-faszinierende Welt der Serie. Weitere Sprecher sind Norman Matt, Andreas Ksienzyk und Silke Super.

Neue Maßstäbe wurden mit der Veröffentlichung von Gabriel Burns gesetzt, und auch wenn einige hervorragende Serien hinzugekommen sind, hat das Sounddesign der Serie nichts von seiner Faszination verloren. Neben den düsteren Klängen und der dichten Atmosphäre sind besonders die langen Pausen, die wahrlich Nerven zerfetzend sein können, herausstechend.

Auf dem Cover wird die Zusammengehörigkeit der Folgen 34 und 35 deutlich gemacht. Denn während bei "Ich weiss, was Angst ist" nur der obere Teil des Wesens zu sehen ist, kann man neben Augen und Bindhi nun auch das verzerrte Maul sehen. Eine einfallsreiche Idee, die mich vollkommen überzeugt hat.

Fazit: Durch neue, weitreichende Erkenntnisse und einen spannenden Handlungsverlauf wird aus dieser Folge eine der besten der letzten Zeit.

VÖ: 23. Juli 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2378-5


Gabriel Burns - 34. Ich weiss, was Angst ist



Erster Eindruck: Im Schatten des Himalaya

In Indien rettet Steven Burns die junge Frau April Carradine vor einem mächtigen Wurmwesen. Doch schnell wird ihm klar, dass die Grauen Engel ihn gefunden haben und flieht. Auch Bakerman, Joyce Kramer und Schmidt halten sich dort auf und geraten in mysteriöse Ereignisse - denn sie haben einen weiteren fahlen Ort gefunden...

Seit über 30 Folgen zieht uns die Geschichte um Steven Burns mit ihrer dunklen, mysteriösen Stimmung und der verwobenen Geschichte in ihren Bann. Zwei Merkmale, die auch die 34. Folge der Serie ausmachen. Hier spielt die Handlung in einer indischen Stadt, und schon in den ersten Minuten fühlt man sich auf einen der typischen Basare versetzt, die düstere Atmosphäre zieht einen schon früh in ihren Bann. Entsprechend rasant entwickelt sich anfangs auch die Geschichte, kein langes Intro, kein Vorgeplänkel, sondern sofort der Start in ein neues Horror-Szenario. Denn das ist es, was Burns so besonders und einzigartig macht. Dass im Mittelteil die Geschichte etwas an Fahrt verliert, gleich das spektakuläre Gänsehaut-Ende wieder locker aus. Ein fieser Cliffhanger zur nächsten Folge macht Lust auf mehr - bleibt zu hoffen, dass man nicht allzu lang auf eine Fortsetzung warten muss. Denn nach dem Hören dieser Folge war ich einmal mehr völlig gefangen.

Wie immer sind sämtliche Sprecher hervorragend ausgesucht und gestalten ihre Rollen mit intensiver Eindringlichkeit. Mario von Jascheroff spricht beispielsweise den Julien Cardieux sehr langsam und sehr betont, was die Figur unvergesslich werden lässt. Silke Super ist als April Carradine zu hören und sorgt in der ersten Szene mit glaubhaften Geschrei für Spannung. Immer noch kann Andreas Ksienzyk die Figur des Schmidt undurchschaubar und geheimnisvoll wirken lassen. Weitere Sprecher sind Norman Matt, Karl Schulz und Daniela Thuar.

Wie oben bereits erwähnt zieht die Hörspielserie ihre große Faszination besonders aus der einzigartigen und dunklen Stimmung. Das Flair des indischen Basars ist da anfangs schon ungewohnt fröhlich, doch mit Fortlauf der Handlung werden die Melodien immer tragender und geheimnisvoller, passen sich immer dynamisch dem Spannungsbogen an.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das Coverdesign erneut mehr als gelungen ist. Eine Frau blickt dem Betrachter düster ins Gesicht, heraus sticht das rote Bindi, das eine wichtige Rolle in dem Hörspiel einnimmt. Ein außergewöhnliches und intensives Coverdesign. Das kleine Booklet enthält wieder kleinere Charakterbeschreibungen.

Fazit: Eine weitere hervorragende Folge von Gabriel Burns, düster stimmungsvoll und mit einer spannenden Geschichte ausgestattet.

VÖ: 23. April 2010
Label: Universal / Folgenreich
Bestellnummer: 0602517944206


Gabriel Burns - 33. Schmerz



Erster Eindruck: Der Leuchtturm und der Radiosender

Neue, mysteriöse Vorkommnisse beschäftigen Bakerman, der Joyce Kramer und Larry Newman auf den Fall ansetzt und sie in ein kleines Küstendorf der USA schickt. Doch drei Jungen kreuzen immer wieder den Weg der beiden Ermittler. Zudem trauen sie Schmidt, einem weiteren von Bakermans Mitarbeitern, nicht über den Weg...

Schon früher gab es Crossover-Folgen zweier Serien, doch dass ein und die selbe Geschichte in zwei Serien so erzählt wird, dass sie vollkommen zu den Reihen passen und ein vollkommen anderes Licht auf die Handlung werfen, dürfte einzigartig sein. So geschenen ist dies bei der 33. Gabriel Burns-Folge "Schmerz", dass die Ereignisse der 25. Point Whitmark-Folge "Die fiebrigen Tränen" aufgreift und weitererzählt. Dort schien das Auftauchen der Figuren aus Gabriel Burns noch ein kleiner Gag zu sein, was alles dahintersteckt hören wir hier. Die Geschichte ist wesentlich härter erzählt und enthält wieder einige schockierende Szenen, die noch immer nichts von ihrem Schrecken und der düsteren Faszination verloren haben. Auch wenn "Schmerz" eine eher in sich abgeschlossene Folge ist, sind Vorkenntnisse wie immer von Nöten und auch die Rahmenhandlung um Schmidt wird hier nicht vernachlässigt. Das alles würde diese Folge schon zu einer guten machen, hinzu kommt aber, dass sie auch noch richtig spannend ist und die Hörer einzufangen weiß. Ein tolles und geglücktes Experiment, die beiden Serien zu vereinen und trotzdem jede für sich allein stehen zu lassen. Und genau das macht "Schmerz" für mich so interessant und hörenswert.

Ein wie immer fantastischer Sprechercast sorgt für zusätzliche geheimnisvolle Atmosphäre. Sabine Krause, die schon in "Die fiebrigen Tränen" hervorstach, kann auch hier überzeugen und wirkt sehr fanatisch. Eberhardt Prüter spricht Mr Sorka und kann seine einprägsame Stimme wieder wunderbar einsetzen. Natürlich dürfen Gerrit Schmidt-Foss, Sven Plate und Kim Hasper nicht fehlen und interpretieren ihre Rollen wieder äußerst gekonnt. Weitere Sprecher sind Thomas Kuhlmann, Heinz Ostermann und Gerald Paradies.

Müßig zu erwähnen, wie grandios Mittel zur atmosphärischen Gestaltung eingesetzt werden, um die intensive, düstere Stimmung der Serie zu erzeugen. Trotzdem sei das geschaffene Klangbild aus tragenden Melodien und realistischen Geräuschen im Zusammenspiel mit den Sprechern gelobt, denn so wird auch diese Folge zu einem wahren Erlebnis.

Auch die Covergestaltung verdient dieses mal besonderes Lob. Die Darstellung der durchbohrten menschlichen Haut in Übergröße ist ein schockierend und eindringlich, die äußerst klare Ansicht sticht aus der Reihe an Coverbildern noch einmal heraus. Die restliche Gestaltung ist mittlerweile bekannt und wieder gut gelungen.

Fazit: Spannend, schockierend und gerade durch das Zusammentreffen mit den Point Whitmark-Charakteren sehr reizvoll. Ich bin fasziniert!

VÖ: 27. November 2009
Label: Universal / Folgenreich
Bestellnummer: 0602517944190


Gabriel Burns - 32. die, die nicht bluten



Erster Eindruck: Vergangene Ereignisse und neue Schrecken…

Jana, die Tochter von Sonny Haseltine, ist während ihrer Reha ins Koma gefallen, weswegen Sonny auf der Suche nach Gabriel Burns ist. Larry Newman und Joyce Kramer sind eher widerwillig hinzugestoßen und treffen auf immer mehr verstümmelte Menschen und auf einen alten Bekannten…

Vergangene Ereignisse ziehen wieder weite Kreise in der neuen Gabriel Burns-Folge mit dem verheißungsvollen Titel Die, die nicht bluten. Zwar werden die wichtigsten zurückliegenden Fakten kurz zusammengefasst, doch ohne diese zu kennen wird man kaum die Zusammenhänge dieser Folge verstehen können. Selbst für geübte Hörer, die die vorigen Teile kennen, ist eine Übersicht über die gesamte Serie extrem schwierig. Trotzdem ist wieder ein wunderbares und einzigartiges Hörspiel entstanden. Volker Sassenberg versteht es einmal mehr, die Story rund um das Burns Team voranzutreiben und neue den Weg zu einem weiteren fahlen Ort zu ebnen. Das gewisse Kribbeln, das mittlerweile zum Markenzeichen der Serie gewesen ist, stellt sich schnell ein und weiß sich bis zum bedrückenden und mysteriösen Ende immer weiter zu steigern. Dabei werden verschiedene Themen wie Wiedergeburt aufgegriffen und gekonnt variiert. Mysteriös, atmosphärisch und spannend ist die Folge geworden allerdings keine Folge der leichen Hörspielkost.

Auch wenn in jeder Folge immer wieder die selben Sätze von ihm zu hören sind eröffnet Hans Paetsch mit seinen berühmten Sätzen die Geschichte, läuft mir immer noch und immer wieder ein Schauer über den Rücken. Niemand hätte besser auf das Kommende einstimmen können als er. Als Tamara Green, eine aufdringlichen und geheimnisvollen Autorin, ist Kerstin Sanders-Dornseif zu hören, die mit einer gewissen Härte in der Stimme ihrer Figur Profil und Glaubwürdigkeit verleiht. Als Sonny Heseltine hören wir den großartigen Engelbert von Nordhausen, der dieses mal seine ernste und düstere Site zeigen kann. Weitere Sprecher sind Andrea Aust, Tobias Kluckert und Peter Köhler.

Die atmosphärische Gestaltung ist wieder zu einem kleinen Meisterwerk geworden. Zusammen mit der Geschichte dringt sie immer mehr auf den Hörer ein, umhüllt und fasziniert in gleichermaßen, sodass man sich völlig auf die Geschichte einlassen kann. Die feinen musikalischen Arrangements und die sehr variablen Soundeffekte sind fest in der Story verwurzelt und gehen eine enge Verbindung mit ihr ein.

Wieder überzeugt das neue Coverdesign ohne Rahmen, wobei auch die Illustration wieder realistischer wirkt als in den früheren Folgen. Der Blick auf den See und die Berge ist in einem kühlen Eisblau eingefärbt und wirkt so sehr eindrucksvoll. Auch der Sammelrücken der CD wird fortgeführt, was ein sehr schönes Bild im Regal abgibt.

Fazit: Eine düstere und grausame Folge, die durch einen gekonnten Spannungsbogen und die Fortführung der letzten Ereignisse jeden Fan der Serie begeistern dürfte.

 


Gabriel Burns - 31. Rand der Gezeiten



Erster Eindruck: Mysteriös wie eh und je

Bakerman schickt seinen Mitarbeiter Schmidt, um Joyce Kramer und Larry Newman einen neuen Auftrag zu erteilen: Ein lange gesunkenes Schiff ist wieder aufgetaucht, die drei sollen es untersuchen. Doch auf dem Schiff angelangt machen sie eine schreckliche Entdeckung...

Nach den Ereignissen der letzten Folge, die für die Serie sehr aufschlussreich waren, startet die 31. Folge der "Gabriel Burns"-Reihe einen kleinen Neuanfang. Sehr löblicherweise werden am Anfang in einem Gespräch zwischen Bakerman und Schmidt die bisherigen Ereignisse noch einmal zusammengefasst, der Spielraum der Serie ausgelotet. Das ist nicht nur hilfreich für Leute, die nach Längerem wieder eine Folge hören wollen, sondern bietet theoretisch auch Neueinsteigern die Chance, die Serie zu verstehen. Doch die Geschichte, die danach kommt, wirkt keineswegs gebremst, vielmehr ist sie wieder kaum an Mystik und unheimlichen Momenten zu überbieten. Ganz im Stil der Serie geraten unsere liebgewonnenen Charaktere Larry und Joyce (von Steven ist nichts zu hören) zu einem geheimnisvollen Schauplatz, der sie vor neue Herausforderungen stellt, aber auch alte Ereignisse aufgreift. Und wieder ist alles anders, als es zunächst scheint... Ebenfalls sehr interessant ist die neue Figur des "Schmidt", der zunächst noch vollkommen undurchsichtig ist und uns sicherlich noch eine Weile begleiten wird. Ich jedenfalls habe diese Folge in vollen Zügen genossen und jede der 55 Minuten in mich aufgesogen.

Diese Folge kommt mit relativ wenigen Sprecher und auch wenigen Gästen aus, die dafüraber eine umso beeindruckende Leistung abliefern. Als Joyce Kramer ist wieder Bianca Krahl zu hören, die ihre Stimme sehr hart und abgeklärt wirken lässt, eine fulminante Vorstellung! Schmidt wird von Andreas Ksienzyk gesprochen, der den jungen Mann glaubhaft und mit einer punktierten Betonung spricht. Mein persönliches Highlight in dieser Folge war aber Esther Münch als Maureen, die für schauerliche Momente gesorgt hat. Außerdem zu hören sind Gerald Paradies, Ernst Meincke und natürlich Jürgen Kluckert als Erzähler.

In Verbindung mit der poetischen Erzählart und dem recht langsamen Tempo der Sprecher schafft die geniale Musik einen unheimlichen, düsteren Klangraum voller Spannung. Dass diese so intensiv auf den Hörer übergreift und ihn gefangen nimmt, ist ja schon Markenzeichen der Serie und wurde von Volker
Sassenberg und seinem Team wieder phänomenal umgesetzt.

Zur Abgrenzung des neuen Abschnittes der Serie wurde auch die Covergestaltung leicht überarbeitet, der rote Rahmen um das Bild ist verschwunden. So wirkt es viel klarer, und von der gelungenen Zeichnung des Schiffes bekommen wir nun mehr zu Gesicht. Geblieben ist natürlich der tolle Schriftzug und der Sammlerücken.

Fazit: Eine absolut gelungene, spannende und mysteriöse Folge der Serie, die einen gelungenen Mittelweg aus Altem und Neuen schafft.


Gabriel Burns - 30. Weiss



Erster Eindruck: Der Wahrheit ein Stück näher...

Bakerman, Joyce Kramer und Doktor Phillips suchen mit Hilfe von Julien Cardieux die weiße Villa auf. Dort treffen sie in einem Ballsaal auf eine alte Bekannte die ihnen eröffnet das sich die Zauberer für das Ritual bereit machen.... In der Villa werden die Familien der Zauberer beschützt...Während sich Dr. Phillips auf die Suche nach Bakerman macht, der seit Betreten der Villa verschwunden ist, machen sich Joyce und Julien auf in den Wald, um die Zauberer zu suchen....Gabriel ist immer noch in der "Parallelwelt" die ihn zu seinem Elternhaus führt. Steven erhofft er sich Erkenntnisse über seinen Bruder Daniel... Und dann wird ihm ein verlockendes Angebot unterbreitet...

Wohl keine andere Folge der "Gabriel Burns"-Reihe wurde so sehnsüchtig erwartet wie die Jubiläumsfolge "Weiss". Schon allein das Cover versprach eine besondere Story. Und tatsächlich: Besonders in der Geschichte um Steven treten wichtige und entscheidende Ereignisse ein, die die komplette Serie verändern werden. Aber auch das Ritual der Zauberer bildet einen Spannungsbogen, der förmlich die Luft zum knistern bringt. Produzent und Regisseur Volker Sassenberg schafft es wieder, die Geschichte greifbar zu machen, um dann im letzten Moment auf eine andere Szene umzuschwenken. Allein das spektakuläre Intro, das in seiner Art in der Serie einzigartig und dem Bericht einer Nachrichtenreporterin nachempfunden ist, weckt die Lust auf das Hörspiel und lässt einen erstmal sprachlos dem Kommenden lauschen. Eine absolute Top-Folge der preisgekrönten Mystery-Serie, die ein absoluter Ohrenschmaus ist.

Auch wenn Jürgen Kluckert in den vorigen Folgen schon als Erzähler glänzte und durchweg hervorragende Leistungen erbrachte, kann er sich in dieser Folge tatsächlich noch einmal steigern. Langsam und mit intensiver Betonung spricht er jedes einzelne Wort, jeden einzelnen Satz und erreicht schon so eine greifbare Spannungslinie. Sein Einsatz ist ausgeweitet worden, sodass er streckenweise lange Passagen allein bestreitet. Viola Sauer ist nach einigen Folgen wieder als Lil Hastings zu hören, die ihre einprägsame Stimme wieder auf betonungsreiche Art zur Geltung bringt. Großes Lob gebührt außerdem Max Oskar Schälte, der Stevens Bruder Daniel trotz seines jungen Alters treffsicher und gekonnt umsetzt. Weitere Sprecher sind unter anderem Karin Buchholz, Mario von Jascheroff und Barbara Ratthey.

Auch das Sounddesign der Serie ist unübertroffen. Wie der roten Faden sich durch die Story, so zieht sich auchdie Musik als begleiter durch das Hörspiel, meist träumend im Hintergrund, mal etwas lauter, mal völlig verschwunden. Feinfühlige Klaviermelodien, ausgedehnte, leise elektronische Elemente, Orchesterklänge, all das vereint sich zu einem intensiven und stimmungsvollen Klanggewebe, das allein zu hören im Zusammenfluss mit Jürgen Kluckerts Stimme schon ein echtes Erlebnis ist und einen in seinen Bann zieht.

Wie schon erwähnt: Das Cover sticht durch seine Farbe deutlich aus seinen Vorgängern heraus. Die effektvollen roten Blütenblättern (die Szene mit der zerbrochenen Vase wird übrigens aus dem Hörspiel aufgegriffen) bilden mit dem strahlenden weiß einen krassen Kontrast und somit das außergewöhnlichste Cover bisher.

Fazit: Was für eine grandiose Produktion, was für eine stimmungsvolle Story, was für phantastische Sprecher! Wer hätte gedacht, dass sich Gabriel Burns noch so stark steigern könnte?


Gabriel Burns - 29.Zwei Horizonte

Erster Eindruck: Es entdröselt sich

Joyce Kramer steht am Ufer von Douglas Island und hängt ihren Gedanken über die Ereignissen der letzten Wochen und ihrer Therapie nach. Bakerman, der auf der Suche nach ihr war, findet sie dort. Beide machen sich auf in eine große Fabrikhalle, in der Akten gelagert werden, die sie erneut nach einer Schwachstelle ihrer Feinde untersuchen wollen. Bakerman ahnt das einer der 10 Pfahlen Orte schon gefallen ist.... In Bukarest sind immer noch Larry und Anahita in der Gefangenschaft von Victor Zeysen. Als er befiehlt sie zu erschießen müssen sie fliehen. Über eine Treppe gelangen die beiden in einen Atomkeller, kaum darin schließt sich die dicke Eisentür. Mit letzter Kraft schaffen die beiden auch hier die Flucht, die verletzte Anahinta und Larry gelangen in ein Zimmer das für ein Kellergewölbe exquisit eingerichtet ist. Hinter einen Vorhang findet Larry eine gefesselte Frau in einer Wanne liegend, die durch Schläuche etwas in ihren Körper gepumpt bekommt. Auf was für ein grauenvolles Experiment ist Steven hier gestoßen? Wird Vancouver fallen und wird Steven Burns die zwei Horizonte miteinander verschmelzen können?

Endlich geht sie weiter, die wohl erfolgreichste deutsche Hörspielproduktion. Die nunmehr 29. Folge aus der mehrfach mit dem Hörspielaward ausgezeichneten Serie Gabriel Burns treibt die Geschichte um Steven gnadenlos voran. Einige der lang gehüteten Geheimnisse werden aufgedeckt, man erfährt mehr über die grauen Engel, das so kostbare Wolfram und die Zauberer, aber auch in dieser Folge kommen wieder neue Geheimnisse hinzu und es gibt ein Wiederhören mit einem alten Bekannten: dem Flüsterer. Die Story von "Zwei Horizonte" hat mich vollkommen begeistert, hier stellt sich heraus, dass die Serie nach einer kleinen Durststrecke wieder an Fahrt gewinnt. Nicht dass man mich hier jetzt falsch versteht: Ich fand die Serie zu keinen Zeitpunkt langweilig oder festgefahren, aber ich habe den Eindruck, dass die Serie besonders mit dieser Folge wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt, weniger Action und mehr Mystery. Mir gefällt das ganz wunderbar.

Die altbekannte Sprecherriege kommt hier wieder geschlossen zum Einsatz: Bernd Vollbrecht, Ernst Meincke, Bianca Krahl und Björn Schalla, alle vier seit der ersten Folge dabei. Dass sie nach wie vor immer noch Spaß an ihren Rollen haben, merkt man beim Zuhören sehr deutlich. Was ich sehr löblich finde ist, dass seit einigen Folgen auch wieder regelmäßig Dr. Phillips vorkommt, die grandios von Babara Ratthey dargeboten wird. In dieser Rolle ist sie einfach unschlagbar. Hasso Zorn legt all seine Energie in die Figur des Bösewichts Victor Zeysen, auch hier wieder hervorragend umgesetzt. Weiter zu hören sind Wolfgang Kühne als Flüsterer, Mario von Jascheroff und Reinhard Scheunemann. Allesamt sind mit vollem Einsatz dabei, wie nicht anders zu erwarten.

Was soll ich zu den Geräuschen und der Musik noch schreiben? Wie immer wird auch hier das gewohnt hohe Niveau der Sassenberg Produktionen gehalten. Besonders beeindruckt hat mich die Eröffnungszene: Hier wird durch die Musik eine solche Atmosphäre geschaffen wie man sie in nur den wenigsten Produktionen findet. Die Geräusche sind vortrefflich ins Gesamthörspiel eingefügt und bilden eine gelungene Symbiose mit der Musik aus der Hand von Matthias Günthert.

Das Cover, das diesmal ein einem Grünton gehalten ist, finde ich wieder gelungen, ich möchte sogar sagen, dass es das beste Cover seit langem ist. Es ist wieder sehr geheimnissvoll gehalten und spricht einen sofortan. Ansonsten gibt es die gewohne Gabriel Burns Aufmachung.

Fazit: In dieser Folge kommt alles wieder ins Rollen, die Story nimmt wieder mächtig Fahrt auf, sie wirkt zu keinem Zeitpunkt in die Länge gezogen oder undurchdacht. Als die Folge vorbei war, hätte ich schreien können dass es nun wieder heißt: Warten bis es weitergeht. Gabriel Burns gilt nicht zu Unrecht als Hörspiel der Superlative.


Gabriel Burns - 28.Im Kreis des Vertrauens

Erster Eindruck: Der Kreis der Wahrheit öffnet sich

Steven Burns und Larry Newman sind aus Mexico nach Vancouver zurückgekehrt und suchen dort das St. Pauls Hospital auf, in dem seit 8 Tagen alle elektrischen Geräte verrückt spielen. Aus dem verwaisten Flügel des Krankenhauses begeben sich die beiden in die Gewölbe der Nachkathedrale, die sich darunter erstrecken. Dort finden sie ein zahnloses Mädchen. Steven, der die Anwesenheit der Fahlen spürt, läuft immer weiter in die Tiefen der Nachtkethedrale, bis er letztlich in deren Weiten verschwindet... Als Larry Newman am Krankenbett des geheimnisvollen Kindes wacht, kommt Razvan Gulesco, ein Jünger des Pandialo-Ordens, ins Zimmer und sucht das Mädchen, welches er in Sicherheit bringen will. Nach dem Angriff eines geheimnisvollen Fremden flüchten sie zu dritt nach Rumänien. Nach einigen gefährlichen Umwegen kommen sie endlich an ihrem Ziel an, Pnadialos Geburtsstätte. Dort trifft Larry auf einen alten Bekannten, den totgeglaubten Dorgan Fink. Kann er ihm mehr zu Stevens Verschwinden sagen?

Im Oktober kurzfristig verschoben, jetzt endlich da: Die 28. Folge von Gabriel Burns mit dem Titel "Im Kreis des Vertrauens". Dieses mal begleiten wir vorallem Larry Newman auf seinem Weg, doch auch hier erhält man wieder einige wichtige Informationen, zum Beispiel über den Pandialo-Orden und den zwielichtigen Dorgan Fink. Auch an dieser Folge gibt es atmosphärisch nichts zu beklagen, die schlüssige Story ist ebenfalls spannend und dicht, wenngleich sich einige Einzelheiten wohl ersten in den nächsten Folgen enträtseln werden.

In gewohnt intensiver Weise gehen die Hauptsprecher an ihre Rollen heran. Doch es lohnt immer wieder ein genauerer Blick auf die Nebendarsteller: Rasvan Gulesco, dem Uli Krohm seine Stimme leiht, bekommt durch den überzeugenden rumänischen Akzent einen unverwechselbaren Charakter. Volker Sassenberg himself hat wieder einen tollen Auftritt als Aaron Cutter. Als Stargast zu hören ist in dieser Folge Titus alias Eberhard Dittmann

Die musikalische Untermalung sowie die eingefügten Soundeffekte bieten ein Hörerlebnis, wie man es von kaum einer anderen Produktion kennt. Das ist es, was aus einer außergewöhnlichen Story und tollen Sprechern ein Extraklasse-Hörspiel macht.

Nach den in düsteren Farben gehaltenen Covern der vorigen Folgen überzeugt dieses mal die ungewöhnliche Covergestaltung aus nur zwei Farben mit gelb. Die nebelverhangene Tempellandschaft ist stimmungsvoll und Gänsehaut erzeugend.

Fazit: Das Tuch der Geheimnise fängt hebt sich weiter. Auf diese Folge hat es sich gelohnt zu warten. Mit Spannung erwarte ich die Fortsetzung, die für Mai angekündigt ist.


Gabriel Burns - 27.Zwiespalt

Erster Eindruck: Und noch mehr offene Fragen

Steven Burns steht im "Zwiespalt" mit sich selber, so sehr dass er erst sein Geheimniss an jemanden völlig Fremdes weitergibt und sich sogar das Leben nehmen will, wovon ihn ein doch sehr guter Freund noch abhalten kann! Es hat den Anschein als sei Steven völlig auf sich allein gestellt. Bakermann bleibt nach wie vor verschwunden.

Mehr möchte ich nicht zum Inhalt verraten, jeder soll selber hören wie es weitergeht, es bleibt spannend. Die Folge schliesst ziemlich nahtlos an die letzte Folge an. Zwei mehr oder weniger "Nebenfiguren" tauchen wieder auf, ich muss sagen dass ich davon dann doch äußerst überrascht war. Im Mittelpunkt der nun mehr 27 Folge aus der Gabriel Burns Reihe steht vor allem der Kampf, den Steven Burns mit sicher selber austrägt.

Auch in der 27sten Folge überzeugen die Sprecher nach wie vor. Bernd Vollbrecht hat diesmal den Hauptpart zu sprechen was durchaus lobenswert zu erwähnen ist. Zwei neue Charaktere werden hier diesmal eingeführt: Charlie und Chap die gesprochen werden von Stefan Krause und Martina Treger. Was mir unangenehm aufgefallen ist sind die doch wirklich vielen und langen Erzählertexte von Jürgern Kluckert, es werden streckenweise völlig belanglose Dinge beschrieben auf die man sicher auch hätte verzichten können!

Die Gabriel Burns Macher verstehen es wie fast kein anderer mit Musik und Geräuschen eine Atmosphäre zu erzeugen, die trefflicher nicht sein kann, auch hier wieder. Ein Genuss für alle die auf gute Effekte in Hörspielen nicht verzichten möchten. Diesmal gibt es als Zugabe so zusagen, den zweiten Teil des Soundtracks noch oben drauf.

Das Cover ist extrem rot gehalten was dem ganzen auch wieder das doch sehr düstere Ausstrahlung gibt. Zu sehen ist im Hintergrund ein Totenkopf im Schein von edlichen Kerzen.

Fazit: Zwiespalt ist mit Sicherheit ein gelungens Hörspiel, aber leider geht es hier auch wieder den offenen Fragen nur wenig entgegen oder dafür kommen mal wieder einige neue hinzu. Schade, ich würde mir mehr Aufklärung wünschen. Bleibt zu hoffen dass es in der nächsten Folge mehr Antworten als Fragen gibt.