Gabriel Burns – 45. Ich passe auf dich auf

Gabriel Burns - 44 . Die ewige Nacht der See

Gabriel Burns – 43. Fern von allen Tiefen

Gabriel Burns – 42. Träume vom Schneiden

Gabriel Burns – 39. Der Ruf des Leviathans

Gabriel Burns – 38. Der Tod ist eine Lektion

Gabriel Burns – Die grauen Engel

Gabriel Burns – 37. Der Atem der Fahlen

Gabriel Burns – 36. Am Ende aller Tage

Gabriel Burns - 35. Das Haus der Seele

Gabriel Burns - 34. Ich weiss, was Angst ist

Gabriel Burns - 33. Schmerz

Gabriel Burns - 32. die, die nicht bluten

Gabriel Burns - 31. Rand der Gezeiten

Gabriel Burns - 30. Weiss

Gabriel Burns - 29.Zwei Horizonte

Gabriel Burns - 28.Im Kreis des Vertrauens

Gabriel Burns - 27.Zwiespalt


Gabriel Burns – 45. Ich passe auf dich auf



Erster Eindruck: Unerwartete Rückkehr

Tief unter der Wasseroberfläche gleitet die Tesseract One durch die nachtschwarze See, um einen weiteren fahlen Ort aufzusuchen. Doch schon die Reise dorthin birgt zahlreiche Gefahren, fast scheitert die Besatzung an den Hindernissen. Am Ziel angekommen erfahren sie mehr über die gefallenen Orte – und bekommen einen kleinen Einblick in eine Welt, in der ein alter Bekannter nun weilt: Steven Burns...

Seit einigen Folgen wird in der düsteren Mystery-Serie „Gabriel Burns“ ein Handlungsstrang verfolgt, der sich um den geheimnisvollen Leviathan dreht und diesen Teil der komplexen Geschichte weiter aufklärt. In der 45. Folge „Ich passe auf dich auf“ findet dieses nun seinen großen Höhepunkt, hier läuft alles zusammen, hier werden viele weitere Details aufgedeckt, hier wird der Kern dieser Sache behandelt – und viele weitere Fragen aufgeworfen. Es ist die große Stärke der Serie, so die Spannung aufrecht zu erhalten und den Hörern immer neue Häppchen des Gesamtbildes hinzuwerfen. Ein kleiner Teil dieser Episode widmet sich deswegen auch der eigentlichen Titelfigur Gabriel Burns, gibt einen kleinen Einblick in seine derzeitige Situation und setzt dabei wieder auf diese düstere und unheilvolle Stimmung, die die ganze Serie begleitet. Im Vordergrund steht jedoch das Geschehen auf der Tesseract, welches sehr spannend und bedrückend umgesetzt wurde. Viele kleine Spannungsmomente, aber auch pompöse Szenen sorgen für einen sehr eindringlichen Handlungsverlauf. Ich war absolut gefesselt und habe die Handlung förmlich in mich aufgesogen, wieder wurden die Stärken der Serie sehr gelungen ausgespielt.

Ernst Meincke hat als Bakerman hier wieder einen sehr großen Part und setzt diesen mit viel Präsenz und einer eindringlichen Aussprache sehr gekonnt und prägnant in Szene. Als Yolanda Fuentes ist wieder Silke Werner zu hören, sie lässt ihre Stimme sehr hart und unnachgiebig klingen und kann die Rolle dabei wunderbar umsetzen. Bianca Krahl ist als Joyce Kramer wieder mit viel Engagement und Professionalität bei der Sache, ihre dynamische Aussprache passt sehr gut zu der Rolle. Weitere Sprecher sind Thomas Petrou, Björn Schalla und Jürg Löw.

Seit über 10 Jahren setzt die Produktion dieser Serie neue Maßstäbe in der Hörspiellandschaft, und auch diese Folge ist sehr eindringlich in Szene gesetzt worden. Zahlreiche atmosphärische Musikstücke, die auch während der Dialoge eingesetzt wurden, sorgen für eine mitreißende und sehr dichte Stimmung, die durch wuchtige Geräusche und sehr gelungen eingesetzte Effekte ergänzt wird.

Das Cover zu dieser Folge ist – mit Ausnahme des roten Rahmens und Logos – in dunklen Violett-Tönen gehalten. Gezeigt wird im typisch surrealistischen Stil der Serie die Kombination des engen Tunnels zum fahlen Ort unter der See und eine Uhr, deren zwei Zeiger auf die Zahl zwei weisen. Ein sehr ansprechendes Cover, dessen Sinn sich im Laufe der Folge immer mehr erschließt.

Fazit: Eine packende Umsetzung, die den Handlungsstrang um den Leviathan und den unterseeischen fahlen Ort sehr eindrucksvoll umsetzt. Viele Fragen werden beantwortet, doch ebenso viele wieder neu aufgeworfen. So ergibt sich eine typische Folge der Serie, die vom ersten bis zum letzten Moment fesseln kann.

VÖ: 19.Dezember 2014
Label: Decision Products
Bestellnummer: 888430130524


Gabriel Burns - 44 . Die ewige Nacht der See



Erster Eindruck: Bedrückendes aus der Tiefsee

In einer stürmischen Nacht steht eine kleine Gruppe von Menschen auf einer Luftkissenplattform und wartet auf die Ankunft von Bakerman, der sich bald in einer Tauchkugel nähert. Doch während Cesar Suarez und Yolanda Fuentes an Bord gehen, entschließt sich Pater Miguel seinen eigenen Weg zu gehen. Doch gerade als das Unterseegefährt aufbricht, erkennt der Geistliche riesige graue Schwingen, und die Hölle bricht über ihn herein...

Die Komplexität, die Gabriel Burns mittlerweile erreicht hat, ist beeindruckend, zahlreiche Handlungsstränge und Nebenarme sind fein miteinander verzahnt. So ist auch zu Beginn der 44. Folge „Die ewige Nacht der See“ einiges an Vorwissen erforderlich, denn neben einigen Themen tauchen auch bereits bekannte Figuren wieder auf. Kern dieser Folge ist hier die Reise tief unter dem Meeresspiegel, der Bakerman, Joyce Kramer, Larry Newman und die anderen immer weiter in ein unterseeisches Gebirge auf der Suche nach dem legendären Leviathan führt. So kommt schnell eine beklemmende Stimmung auf, die Gefahren der Tiefsee wirken sehr präsent und vermischen sich mit der sehr düsteren und melodiösen Grundstimmung der Serie. Mit einigen gelungenen Kniffen schafft Volker Sassenberg noch andere Stimmungen, die sich sehr gut einfügen. „Die ewige Nacht der See“ ist recht dialoglastig erzählt, kostet jeden Augenblick aus, bringt aber auch die Rahmenhandlung zumindest ein Stück weiter. Es wird düster, bedrückend und spannend erzählt, also genau so, wie Fans der Serie es sich wünschen.

Cesar Suarez wird wieder von Uve Teschner gesprochen, der sich erneut standfest in dieser Rolle behauptet. Mit seiner eindringlichen Stimme kann er die verschiedenen Situationen sehr intensiv darstellen und besonders in den dramatischen Szenen überzeugen. Ernst Meincke ist als Bakerman wieder wunderbar, verleiht ihm trotz des souveränen Auftretens wieder eine sehr mysteriöse und undurchdringliche Aura. Tirzha Hasse kann als Yolanda Fuentes ebenso überzeugen und passt sich bestens an die düstere Atmosphäre der Folge an. Weitere Sprecher sind unter anderem Gerald Paradies, Björn Schalla und Timmo Niesner.

In Sachen atmosphärischer Gestaltung ist hier wieder ein kleines Meisterwerk gelungen, das absolut perfekt aufeinander abgestimmt wurde. Die akzentuierte Musik, die während der dramatischeren Szenen besonders in den Vordergrund tritt, ist allgegenwärtig und sorgt so für eine sehr dichte Stimmung, die durch gut platzierte und effektvolle Geräusche unterstützt wird.

Mir gefällt auch das Cover dieser Folge außerordentlich gut. Das kräftige Rot des Schriftzuges und des Rahmens steht in krassem Kontrast zu den verwendeten Blautönen der Motivs, die kühl wirken und durch die dunkle Farbgebung etwas sehr Geheimnisvolles ausstrahlen. Während im Hintergrund die Weiten des Meeres angedeutet werden, ist im Vordergrund ein nicht gerade freundlich wirkender Bewohner der See zu sehen.

Fazit: Im Mittelpunkt dieser Serie steht die finstere Reise durch die tiefe See, unterbrochen von einigen sehr stimmungsvollen Szenen und angereichert mit einer sehr spannenden Handlung. Wieder fließt hier einiges zusammen und klärt neue Details der Rahmenhandlung, wirft aber wieder neue Fragen auf – eine sehr gelungene Folge Gabriel Burns.

VÖ: 31.Oktober 2014
Label: Decision Products
Bestellnummer: 8884130425


Gabriel Burns – 43. Fern von allen Tiefen



Erster Eindruck: Kurze Blicke auf das Gesamtbild

Joyce Cramer und Larry Newman sind nach schockierenden Ereignissen in Steven Burns' Heimatdorf weiterhin im Auftrag von Bakerman unterwegs. In einem unterirdischen Gewölbe stoßen sie auf fünf nebeneinanderliegende Löcher in der Wand. Währenddessen bereitet Bakerman auf der mysteriösen Baustelle weiter das machtvolle Gefährt vor, doch dafür muss er den Objektleiter Joe Camara weiter beeinflussen...

Die Folgen 42 bis 45 der Dark-Mystery-Serie Gabriel Burns gehören zusammen und bilden gemeinsam einen Vierteiler. Nach einem furiosen Start mit „Träume vom Schneiden“ geht es mit „Fern von allen Tiefen“ direkt mit der Handlung weiter. Die Fäden wurden schon in der ersten Episode ausgelegt, sodass man hier ohne große Umschweife die nächsten Ereignisse präsentiert bekommt. Die Entwicklung der Handlung ist während der gesamten Laufzeit von unter einer Stunde recht langsam, kostet aber jeden Moment aus. Jede Szene wird mit einer sehr intensiven Stimmung versehen, die die Serie so sehr auszeichnet und in dieser Folge besonders gut zur Geltung kommt. Bedrückend, gefahrenträchtig und voller eindringlicher Momente, übernatürlicher und beängstigender Figuren, prägende Szenen. Und dabei kommen weitere Details der Hintergrundgeschichte, der Mythologie hinter der Serie ans Licht, besonders durch Szenen von Bakerman oder Lil Hastings dringt der Hörer immer weiter vor. Dabei rückt die Handlung immer weiter vor, beeindruckend ist, wie Handlungsstränge hier zusammenlaufen und sich langsam ein Bild zusammensetzt, man einen Blick auf die Richtung bekommt, in der dieser Vierteiler gehen wird. Eine weitere sehr gelungene Folge, die mit ihren starken Bildern, ihren gewaltigen Gegnern und ihrer düsteren Stimmung vollkommen überzeugt.

Viola Sauer ist hier erneut als Lil Hastings zu hören. Der interessante und geheimnisvolle Charakter bekommt hier erneut einige prägnante Szenen, die durch Sauer lebendig wirken und eine sehr spezielle Stimmung entwickeln. Andreas Ksienzyk ist als Schmidt zu hören, mit viel Energie und einem starken Anklang von Wahnsinn in der Stimme fügt er seine Stimme bestens in das schaurig-eindringliche Ambiente ein. Bestens gefallen hat mir auch Melanie Brinkmann als Maggie die zwar nur in zwei kurzen Szenen zu hören ist, wegen ihres unheimlichen Auftretens aber viel Nachdruck hinterlässt – eine tolle Jungschauspielerin! Weitere Sprecher sind Thomas Petrou, Ernst Meincke und Volker Sassenberg.

Eben dieser zeichnet sich in dieser Serie auch wieder als Produzent aus, er und sein Team haben wieder jene besondere Stimmung geschaffen, die die Serie seit Beginn eindrucksvoll wirken lässt. Hier gibt es gleich mehrere Szenen, die besonders herausstechen und mit zahlreichen gelungenen Elementen ausgeschmückt wurden. Hier steigert sich die Lautstärke, fährt zu einem wahren Orkan auf oder verkehrt sich genau ins Gegenteil, lässt die ständigen Hintergrundgeräusche verstummen und fügt eine lange, nervenaufreibende Pause ein.

Der rot- schwarze Rahmen und der geschwungene Schriftzug sind die festen Elemente des Covers, das Motiv selbst ist in dunklen, kühlen Türkistönen gehalten. Riesige Wellen türmen sich in einer sturmumtosten Nacht auf, ein Leuchtturm versucht gegen die Finsternis anzukommen. Warum am Rand ein kleiner, orangefarbener Delfin durch die Wasser schwimmt, klärt sich im Laufe der Folge.

Fazit: Die Ereignisse überschlagen sich nicht, sondern werden langsam und betont fortgeführt. So wird jede Nuance ausgekostet, wird viel Wert auf Details und das eindringliche Klima der Folge gelegt. Mehrere Szenen mit den Gegnern sind dabei besonders eindrucksvoll umgesetzt, während dem Hörer immer wieder ein kleiner Ausschnitt eines Gesamtbildes geboten wird. Hervorragend!

VÖ: 1.August 2014
Label: Decision Products
Bestellnummer: 0888430130326


Gabriel Burns – 42. Träume vom Schneiden



Erster Eindruck: Blut, Tauben und ein fahler Ort

Joyce Cramer und Larry Newman führen einen ganz besonderen Auftrag für Bakerman aus und kehren nach Vancouver zurück, das mittlerweile zum fahlen Ort geworden ist. Dort setzen sie die sterblichen Überreste von Steven Burns Bruder Daniel bei, um ihrem alten Freund einen Anker zu bieten. Doch die düstere Energie des Ortes bricht schnell darauf aus und reißt die beiden in einen schrecklichen Sog – nicht ohne dass sie kurz zuvor ein bekanntes Gesicht erblickt haben...

Volker Sassenberg schafft es immer wieder, die Hörer seiner beliebten Dark-Mystery-Serie zu überraschend und mit Wendungen bei Laune zu halten. In letzter Zeit gab es Exkursionen zu anderen Schauplätzen, sodass man rätseln musste, wohin er die Geschichte führen würde. In Folge 42. wird dann wieder ein Sprung weit zurück in die Vergangenheit gemacht und einer der ersten Szenen um den verschwundenen Daniel erweitert – hier hatte die Serie einst ihren Startpunkt. Und wie Larry und Joyce in den machtvollen Strudel hineingezogen werden, wird dies auch der Hörer im Laufe dieser Folge. Es wird vorerst zwischen zwei Handlungssträngen gewechselt, neben den oben beschriebenen Szenen ist noch der Bau einer speziellen Kapsel Thema, bei dem auf mysteriöse Weise Arbeiter verschwinden. Dies steigert sich immer weiter, wird zu einer sehr packenden und eindringlichen Geschichte, die den Hörer völlig vereinnahmt. Für schwache Nerven ist dies allerdings nichts, die Rückkehr eines bereits bekannten Charakters wird es nicht nur blutig, sondern hat schon fast kleine Splatter-Elemente in sich. Später ist dann noch eine wichtige Szene mit Bakerman zu hören, die nicht nur hilft, das Gehörte noch besser einzuordnen, sondern auch noch zusätzliche Brisanz mit einbringt. Beachtenswert ist, dass trotz allen Anspruchs und den stark miteinander verwobenen Charaktere und Handlungsstränge hier alles sehr gut verständlich und logisch aufgebaut ist. Hier setzen sich viele Puzzleteile zusammen, die Handlung endet mit einem krassen Cliffhanger, die Atmosphäre kann wieder fesseln und begeistern – eine grandiose Folge.

Wie immer ist auch die Auswahl der Sprecher herausragend. Bianca Krahl setzt Joyce Kramer wieder mit viel Energie, ihrer mysteriösen Art und der typischen, leicht rauchigen Stimmung um, sodass sie viel von der düsteren Atmosphäre umsetzen kann. Viola Sauer ist wieder als Lil Hastings dabei, sie spricht eindringlich und sehr markant, setzt die Betonungen gekonnt und eingängig, hier entsteht zusätzliche Spannung. Christoph Birx und Thomas Petrou geben ein gutes Gespann ab und gestalten die Szenen um die Unterseekapsel sehr kurzweilig. Weitere Sprecher sind Kim Hasper, Rainer Fritzsche und Melanie Brinkmann.

Volker Sassenberg beweist hier einmal mehr, dass er einer der Meister des atmosphärischen Hörspiels ist und eine sehr dichte Stimmung schafft. Der Grundton ist dabei stets düster und wabernd, wobei die einzelnen Szenen noch einmal in ihrer Stimmung angepasst sind. Neben zahlreichen Geräuschen, die an den passenden Stellen auch mal lauter sein dürfen, sind hierfür die Musikstücke verantwortlich, die immer im Hintergrund zu hören sind.

Das Cover trägt wie immer den markanten Schriftzug der Serie, der das rot des Rahmens aufgreift und als Fokus am oberen Rand steht. Als Motiv wurden einige Tauben ausgewählt, die auch in der Folge eine wichtige Rolle spielen, doch wie in der Handlung haben nicht alle Tiere überlebt. Ein blutiger Fleck spielt auf die Horror-Elemente an und ist ein gelungener Eyecatcher auf dem tollen Motiv.

Fazit: Eine grandiose Folge mit zwei sehr fesselnden Handlungssträngen, die sowohl bekannte Themen fortsetzen als auch Neues einführen. Dabei ist die Geschichte klar strukturiert, sodass man sehr gut folgen kann, dennoch geht nichts von der Komplexität und dem Anspruch verloren. Sehr gut produziert und packend.

VÖ: 30.Mai 2014
Label: Decision Products
Bestellnummer: 0888430130128


Gabriel Burns – 39. Der Ruf des Leviathans



Erster Eindruck: Im Bann der riesenhaften Wesen

Bei einem wissenschaftlichen Experiment werden zahlreiche Männer künstlich beatmet. Doch fast alle sterben, ihre Schädel werden extrem aufgeblasen und explodieren schließlich. Der einzig Überlebende gerät natürlich unter Verdacht und wird vor Gericht gestellt, jedoch mit einigen Auflagen vorerst wieder freigelassen. Doch dann beginnt erst der richtige Alptraum für ihn…

Volker Sassenberg nimmt sich in seiner mittlerweile zum Kult avancierten Mystery-Serie Gabriel Burns immer wieder die Freiheiten heraus, um die Geschichte um die fahlen Orte aus seine ganz eigene Weise zu erzählen. Auch die 39. Folge der Serie bricht mit einigen Konventionen und setzt an einem ganz anderen Punkt an. Über weite Teile der Folge taucht kaum eine bekannte Figur der Serie auf, sodass eher der Eindruck eines Einzelhörspiels mit vorerst nur losem Bezug zur Serie entsteht. Schon die Eingangsszene bietet die sehr stimmungsvolle und düstere Atmosphäre und stellt ein übernatürliches Phänomen in den Vordergrund, sodass der Hörer gleich wie gefangen ist und den detailliert beschriebenen Schrecken in den Knochen sitzen hat. Der weitere Verlauf setzt wieder auf fast schon poetische, anspruchsvolle Erzähltexte und Dialoge, die sehr scharf umrissen sind und die Handlung immer deutlich nach vorne treiben. Dabei ist auch die Landschaft am Amazonas sehr gut beschrieben, ein unheimliches Nonnenkloster bietet einen sehr guten Ausgangspunkt für die weitere Handlung. Man kann oft nur ganz leicht erahnen, in welche Richtung einen das Hörspiel entführen möchte, was uns Sassenberg für seine Geschichte mitteilen möchte. Zudem hängt man immer in der Luft und fiebert den nächsten Ereignissen entgegen. Die hervorragende Erzählweise, die leisen Anknüpfungspunkte der Serie und die unglaublich dichte und intensive Atmosphäre machen auch diese Folge sehr hörenswert.

Kaum ein Sprecher hat eine Erzählerrolle so sehr geprägt wie Jürgen Kluckert in dieser Serie. Mit seiner tiefen, oft knarzigen Stimme und leisem, bedrohlichen Ausdruck schafft er eine sehr unterschwellige Spannung und sorgt mit seiner sehr punktierten Stimme für die passende Atmosphäre. Ferdinand Schrink spricht Almirante Corsa und kann mit seinem facettenreichen und vielseitigen Klang einen prägnanten Charakter formen. Silke Werner hat mir als Yolanda Fuentes sehr gut gefallen, sie passt sich sehr gut an die hier herrschende Atmosphäre an und verstärkt diese mit ihrer präzisen Sprache. Weitere Sprecher sind Uve Teschner, Thomas Nero Wolff und Andreas Richter.

Schon in der ersten Szene zeigt das Produktionsteam, was den Hörer erwartet und setzt diese sehr eindringlich und präsent um. Mit der melodiösen, mal sehr organischen, mal elektronischen Musik werden die Szenen in dunklen Farben ausgemalt, die passenden Geräusche spielen hier eher eine untergeordnete Rolle, können aber an den passenden Stellen durchaus wirkungsvolle Effekte erzielen.

Das auffällige Logo in kräftigem Rot ziert natürlich auch das Cover zu dieser Folge, lässt zusammen mit dem gleichfarbigen Rahmen aber auch dem Motiv genügend Raum, um zu wirken. Hier schaut einem ein riesiges Auge entgegen, dunkelgelb leuchtend, von zahlreichen Adern durchzogen. Umgeben wird das Auge von einer steinigen, abgebrochen wirkenden Mauer. Die restliche Aufmachung ist bereits bekannt und gut aufgeteilt.

Fazit: Auch wenn Hauptfigur Steven Burns gar nicht auftaucht und auch andere bekannten Figuren nur kurz auftauchen, wird das Universum der Serie um weitere Facetten erweitert. Schon die erste Szene steigert die Spannung deutlich und schafft Raum für eine unheimliche und mystische Handlung, die von den hervorragenden Schauspielern und der packenden Atmosphäre gut ausgestaltet wird.

VÖ: 6.Dezember 2013
Label: Decision Products
Bestellnummer: 888837090421


Gabriel Burns – 38. Der Tod ist eine Lektion



Erster Eindruck: Nebenschauplatz der eigentlichen Handlung

Clam Island, eine kleine Insel nahe Neufundland mit gerade einmal 200 Bewohnern, wurde nach einer Ölkatastrophe vor einigen Jahren fast entvölkert. Doch bei den alteingesessenen Bewohnern herrscht großes Misstrauen den Hinzugezogenen. Als eines Tages eine Serie von mysteriösen Todesfällen beginnt und das erste Kind unter seltsamen Umständen ums Leben kommt, beginnt sich Patricia Donovan einige Fragen zu stellen…

Immer wieder sorgt Gabriel Burns für Überraschungen, zwar gibt es auch Folgen, die als typisch bezeichnet werden können, doch häufig werden bekannte Erzählschemata durchbrochen und neue Wege erkundet. So auch die mittlerweile 38 Folge der Serie, die einen völlig neuen Schauplatz und neue Charaktere einführt – von Joyce Kramer, Larry Newman, Bakerman und sogar Hauptfigur Steven Burns ist hier kaum etwas zu hören. Auch der Bezug zur eigentlichen Handlung der Serie kann hier nur schwer gezogen werden, anfänglich vermutet man kaum Berührungspunkte – dies ändert sich gegen Ende jedoch deutlich und zahlreiche bekannte Themen werden aufgegriffen. Der neue Schauplatz hat für diese Folge auch eine neue Erzählerin mit sich gebracht, aus deren Sicht erzählt wird und die auch Bewohnerin der kleinen Insel Clam Island ist. Sie betrachtet nicht nur ihre Erlebnisse, sondern auch die ihrer Freundin, der Dorflehrerin Patricia Donovan, die ebenfalls tief mit den verstörenden Ereignissen verbunden scheint. Die Serie an unerklärlichen Todesfällen, das sich immer weiter steigernde Misstrauen der Alteingesessenen, spätere mysteriöse Ereignisse – alles verbindet sich zu einer dichten, atmosphärischen Erzählung. Die Stimmung auf Calm Island kommt sehr intensiv herüber, die Entwicklung der Geschichte ist gerade gegen Ende sehr gut gelungen, der Höhepunkt einer grausamen, apokalyptischen Infernos macht betroffen und ist nicht ganz so einfach zu verdauen. Das tröstet dann auch über den an einigen Stellen etwas zähen Verlauf der Handlung hinweg.

Fast komplett wird diese Folge von bisher nicht in der Serie auftauchenden Figuren und Stimmen getragen. Als Patricia Donovan ist Heidi Weigelt zu hören, sie übernimmt den größten Teil und tritt nicht nur als handelnde Figur sondern auch als Erzählerin auf. Sie wirkt sehr präsent und kann mit ihrer getragenen, eindringlichen Stimme für einen gelungenen Verlauf sorgen. Ihre Freundin Judy Alexander wird von der nicht minder großartigen Anita Hopt gesprochen, sie kann die verschiedenen Emotionen der jungen Frau gut darstellen, auch über ihrer Stimme scheint stets ein düsterer Schleier zu wehen. Melanie Brinkmann spricht das Grundschulmädchen Maggie, klingt sie anfangs noch etwas hölzern, dreht sie am Ende richtig auf und vollbringt eine Gänsehauterzeugende Leistung, hier hat sie größtes Lob verdient. Weitere Sprecher sind Dennis Krüger, Martin Kesici und Bodo Henkel.

Volker Sassenberg stellt sich wieder einmal als einer der Meister des atmosphärischen Hörspiels heraus, auch diese Folge, die theoretisch auch für sich allein gehört werden kann, ist von ihm sehr dicht und eindringlich umgesetzt. Die stellenweise poetisch gehaltenen Dialoge und Erzählteile werden mit düsterer Musik untermalt, die stets dräuendes Unheil verkündet und sich sehr gut mit der Handlung verbindet. Besonders gelungen ist das die Inferno-Szene, in der es auch mal ungewohnt laut wird und so noch eindringlicher wirkt.

Eben diese Szene ist auch auf dem Cover zu sehen, auf dem ein giftig wirkendes Grün die Hauptfarbe ist. Wie in einem Sturm sind gekrümmte Gestalten zu sehen, die sich als Silhouetten abzeichnen. Wie immer wird hier mehr angedeutet als ausgeführt, und gerade dies macht auch den Reiz des Konzeptes aus. Die restliche Gestaltung mit dem roten Rahmen und dem bekannten Schriftzug ist natürlich erhalten geblieben.

Fazit: Die Handlung der Serie wird hier auf einen weiteren Nebenarm ausgeweitet, neue Figuren und eine neue Erzählerin betreten hier die Bühne. So kann man sich recht unbefangen auf die neue Handlung einlassen und erkennt erst im Laufe der Zeit, wie die Folge mit der Serienhandlung zusammenhängt. Sehr eindringlich gelungen, die Stimmung auf der Insel bestens erfassend und am Ende in einer intensiven Szene gipfelnd – die Folge ist mal wieder richtig gut geworden.

VÖ: 13. September 2013
Label: Desicion
Bestellnummer: 88883709032


Gabriel Burns – Die grauen Engel



Erster Eindruck: Zurück zu den Anfängen

Carl Abrahams hatte schon als Kind Todesvisionen und konnte den Tod seiner Lehrerin und seiner Eltern vorhersagen – natürlich hat ihm keiner geglaubt. Doch dieses Ereignis sollte sein ganzes Leben verändern und in Kontakt mit übernatürlichen Wesen treten, bis er schließlich tot in seiner Heimatstadt Vancouver vorgefunden wird. Das ruft den erfolglosen Autor und Taxifahrer Steven Burns auf den Plan, der eine Story über den rätselhaften Tod schreiben soll…

Gabriel Burns gehört zu den am meisten beachteten und diskutierten Hörspielserien der letzten Jahre, nach einer kleinen Zwangspause gibt es mittlerweile neue Folgen der Mystery-Horror-Serie. Und auch das erste Hörbuch mit dem Titel „Die grauen Engel“ ist nun erhältlich, hier wird die Vorgeschichte erzählt, was es einem erlaubt, noch tiefer in die düstere Geschichte einzudringen. Ausgangspunkt ist das Leben von Carl Abrahams, das im Prolog erzählt wird. Seine Erlebnisse in der Kindheit steht im Mittelpunkt, die weitere Entwicklung wird nur angerissen, enthält aber schon einige Motive, die Hörern der Serie ziemlich bekannt vorkommen dürften. In diesen ersten etwa 25 Minuten wird eine sehr düstere, stimmige Atmosphäre geschaffen, die sehr neugierig auf das Kommende macht – und das enttäuscht die Erwartungen keineswegs. Die Zeit wird quasi wieder auf null gestellt, man erlebt den Anfang von Steven Burns als Taxifahrer und erfolgloser Autor mit, der immer weiter in die unheilvollen Ereignisse hineingezogen wird. Das Ganze ist sehr spannend erzählt, die Steigerung der Dramatik hält den Hörer stets am Ball. Dabei ist die Geschichte anspruchsvoll und komplex, wie man es auch von den Hörspielen gewohnt ist, ist aber nicht so schwer zu durchdringen und verwirrend. Das liegt vielleicht auch an der Länge der Produktion (die immerhin 4 CDs enthält), sodass die einzelnen Zusammenhänge ausführlicher dargestellt werden können. Eine sehr eindringliche Lesung mit zahlreichen spannenden Szenen und einem sehr gelungenen Verlauf.

Sprecher des Hörbuchs ist Engelbert von Nordhausen, der schon in den Hörspielen als Sonny Heseltine zu hören war. Hier tritt er jedoch als externer Erzähler auf und setzt seine markante Stimme sehr gekonnt ein. Er hat seine Lautstärke etwas reduziert, sodass seinen Worten stets etwas Bedrohliches innewohnt, er aber auch plötzlich wieder laute sprechen kann und damit einige Stellen besonders betont. Er spricht sehr eindringlich und kann die unheilvolle Stimmung der Geschichte nicht nur aufgreifen, sondern verstärken – eine sehr gute Leistung!

Hier handelt es sich zwar um ein Hörbuch, dennoch sind hier einige akustische Elemente eingebaut. Dabei handelt es sich um kurze Musikstücke, die an die Umsetzung der Hörspielserie erinnern, die an besonders dramatischen Szenen eingesetzt wurden. So werden hier die Spannung und die Atmosphäre gesteigert. Geräusche sind allerdings nicht zu hören, sodass der Sprecher größtenteils allein zu hören ist.

Das Titelbild ist im gleichen Stil gehalten wie die Serie, das Artwork des Covers wurde ohne Veränderungen übernommen. Das stärkt natürlich die Marke Gabriel Burns, könnte aber natürlich auch für Verwirrungen sorgen. Ein kleiner Hinweis, dass es sich hier um ein Hörbuch handelt, wäre in diesem Punkt hilfreich gewesen. Zu sehen ist ein seltsames Feuerwesen, das sich kontrastreich von dem rein schwarzen Hintergrund absetzt.

Fazit: Eine sehr spannende Erzählung, die beweist, dass Gabriel Burns auch als Lesung bestens funktioniert. Hier sind keine Vorkenntnisse aus der Serie nötig, sodass auch Neueinsteiger angesprochen werden. Diese erhalten so einen Einstieg in die Dramaturgie der Serie, während Fans noch tiefer in die düstere Welt eintauchen können. Sehr dramatisch, sehr spannend und sehr düster.

VÖ: 12.Juli 2013
Label: Decision Records
Bestellnummer: 88883709062


Gabriel Burns – 37. Der Atem der Fahlen



Erster Eindruck: Der nächste fahle Ort…

Larry und Joyce befinden sich weiterhin in den Fängen der Schergen der Fahlen. Entführt in eine Zwischenwelt erfassen sie den ganzen Schrecken, den die unheimlichen Wesen verbreiten. Sie entziehen den Menschen allen Lebenswillen, alle Kraft und schaffen so einen Zustand, der schlimmer als der Tod ist. Doch es gibt einen Weg, sich ihrem Einfluss zu entziehen – einen tödlichen Weg…

Nach der langen Zwangspause von Gabriel Burns und der erst vor kurzem erschienenen Folge 36 geht es nun ziemlich schnell weiter mit der Veröffentlichung der Serie, sodass schon kurz darauf auch „Der Atem der Fahlen“ in den Startlöchern steht. Hier wird direkt an die Vorgängerfolge angeknüpft, sodass entsprechende Vorkenntnisse noch bedeutsamer zum Verständnis sind, als man es sowieso schon von der Serie kennt. Dafür steigt man dann auch mitten in die Handlung ein und kann sich von Anfang an von dieser eindringlichen Schreckensvision, die hier gezeichnet wird, einnehmen lassen. Larry entdeckt hier immer mehr, was hinter den Fahlen und ihren Absichten steht, was in eindringlichen Bildern und erschreckenden Szenen dargestellt wird. Endlich gibt es mehr Antworten als Fragen, und auch die Führung der Geschichte wirkt klarer strukturiert, ohne Atmosphäre oder Anspruch zu verlieren. Schon der erste Teil kann absolut überzeugen, doch auch die weiteren Ereignisse sind packend geschildert und lassen einen nicht mehr los – bis am Ende ein Riesen-Knall durch die ganze Serie ertönt und eine überraschende Wendung ganz neue Voraussetzungen für den weiteren Verlauf schafft und die einige bisherige Ereignisse in Frage stellt. Dass dabei auch hier wieder ohne Steven Burns selbst ausgekommen wird, fällt nicht negativ auf, seine Abwesenheit wird durch Joyce und insbesondere Larry komplett kompensiert. Eine weitere, sehr starke Folge der Serie, die den Verlauf der Serie deutlich nach vorne bringt.

Wieder ist es Björn Schalla als Larry Newman, der einen großen Teil der Handlung trägt und meist im Mittelpunkt steht. Seine ebenso überzeugende wie variable Stimme erlaubt es ihm auch hier, viele verschiedene Regungen zu vermitteln und die Spannung über die gesamte Laufzeit zu halten. Erzähler Jürgen Kluckert spricht seine Texte mit dem schon bekannten düsteren Unterton und dem dräuenden Klang, bezieht sich auch selbst wieder in die Handlung mit ein. Beeindruckend auch, was Stefan Krause auch in dieser Serie in der Rolle des Elijah bewirken kann, seine leicht entrückte Art passt bestens in die düstere Atmosphäre. Weitere Sprecher sind Bianca Krahl, Bert Stevens und Timmo Niesner.

Auch die akustische Gestaltung kann wieder auf voller Linie begeistern, eindringliche musikalische Klänge und treffende, stimmungsvolle Geräusche sorgen für eine ebenso dichte wie unheimliche Atmosphäre, die den Hörer völlig in ihren Bann zieht und mit der Geschichte zu verschmelzen scheint. Besonders die Szenen mit dem Erzähler sind besonders gut vertont worden.

Sehr gelungen ist das Cover, das dieses Mal in tristen Beigetönen gehalten ist, die sich schummerig vom schwarzen Hintergrund absetzen. Eine schrecklich verzerrte Fratze blickt dem Betrachter entgegen, scheinbar verbunden mit dem Wurzelwerk knorriger Pflanzen. Die restliche Ausmachung ist schon von früheren Folgen bekannt – nur dass der Sammelrücken nicht weitergeführt wird, sondern ein neuer mitten im Schriftzug angefangen wird, ist recht schade.

Fazit: Die sehr bedrückende Atmosphäre unterstützt bestens die spannende und vielschichtige Story, die viele Antworten auf einige Fragen liefert und mit vielen starken Szenen einen sehr guten Eindruck hinterlässt.

VÖ: 14.Juni 2013
Label: Decision
Bestellnummer: 88883709022


Gabriel Burns – 36. Am Ende aller Tage



Erster Eindruck: Das Warten hat sich gelohnt

Larry Newman und Joyce Cramer begegnen einander nach einiger Zeit, doch der junge Mann zeigt keinerlei Alterungserscheinungen. Gemeinsam geraten die beiden an einen weiteren fahlen Ort, an dem sie ohne die Atemschutzmasken nicht überleben können. Immer wieder begegnen die Menschen, die von den grauen Engeln manipuliert wurden – und können sich dem gewaltigen Sog aus Macht selbst kaum entziehen…

Gute zweieinhalb Jahre ist es her, dass die letzte Folge von Gabriel Burns erschienen ist – und nun ist es endlich soweit: Folge 36 mit dem Titel „Am Ende aller Tage“ ist bei Decision Records erschienen. Das wurde auch Zeit, den schon bei den ersten Klängen des Intros merkt man, was man in dieser Zeit vermisst hat: Eine Stimmung, die ihresgleichen sucht, dicht, intensiv, bedrückend, atmosphärisch. Alles fügt sich zusammen und kommt ganz ohne gehobene Lautstärke oder Schockeffekte aus, sondern zieht seinen Reiz aus dem leise Bedrohlichen. Dazu diese Geschichte, in die man trotz der langen Zeit erstaunlich schnell hereinfindet. Zwar sind sicherlich einige Details nicht mehr präsent, die Grundhandlung erschließt sich aber dennoch problemlos. Der Kampf von Larry und Joyce gegen den fahlen Ort und die Häscher der grauen Engel, die Begegnungen mit verwahrlosten, unterdrückten Menschen und insbesondere einige Gewaltszenen machen die Handlung sehr kurzweilig. Große Zeitsprünge sind hier nicht zu verzeichnen, die Handlung wirkt sehr kompakt und intensiviert. So entsteht von Anfang bis Ende diese typische Stimmung der Serie, ganz ohne langwierige Szenen. Eine sehr starke Rückkehr der Serie, ohne den Titelhelden, aber mit umso mehr Spannung und Fortschritt in der Handlung der Serie.

Ein großer Teil der Handlung wird von Björn Schalla getragen, der wieder in die Rolle des Larry Newman geschlüpft ist. Er versteht sich prächtig darauf, die verschiedenen Stimmungen aufzugreifen und zu verstärken, formt so einmal mehr einen eindringlichen Charakter, der mitreißen kann. Auch Bianca Krahl hat als Joyce Kramer nichts von ihrer Faszination verloren, ihr Misstrauen gegenüber der Welt und die langen Leiden sind deutlich aus ihrer Stimme herauszuhören. Timmo Niesner legt hier einen mehr als gelungenen Gastauftritt als Dorgan Fink hin und passt sich sehr genau an die Stimmung der Serie an. Weitere Sprecher sind Sabrina Heuer, Norbert Schmidt und Jürgen Kluckert.

Am Sounddesign hat sich glücklicherweise nichts geändert, sodass auch hier wieder diese unglaubliche, intensive Stimmung geboten wird. Schon beim Intro bekommt man Gänsehautschauer, und das zieht sich durch die gesamte Handlung. Dabei sind keine vordergründigen Melodien eingesetzt, sondern eher Soundkulissen, die sich eng um die Handlung schmiegen und diese noch weiter ausgestalten.

Das Cover zeigt im recht abstrakten Stil zwei Menschen in Gasmasken, die Farben sind schmutzig grau und leicht verschwommen. Im Hintergrund ist die im Hörspiel beschriebene Landschaft de fahlen Ortes zu sehen. Der knallig rote Rahmen und der prägnante Schriftzug setzen dazu einen heftigen Kontrast, sodass wieder ein sehr gelungenes Cover entstanden ist.

Fazit: Düstere, intensive Stimmung und eine spannende Handlung ohne die Hauptfigur. Überraschend, wie schnell man nach dieser langen Zeit wieder in die Handlung hereinfindet.

VÖ: 19. April 2013
Label: Decision Products
Bestellnummer: 888837090124


Gabriel Burns - 35. Das Haus der Seele



Erster Eindruck: Wird er fallen?

10 fahle Orte, die dem Bösen anheim fallen werden - und auch Jangal Mandir wird bald dazu gehören. Als Bakerman und Schmidt einem Plan entwickeln, dies zu verhindern, werden sie von einem mächtigen Wesen angegriffen. Steven Burns hingegen findet seine Freiheit - auf der anderen Seite...

Wie kaum ein anderer versteht es Volker Sassenberg, Produzent von Gabriel Burns, sein Publikum anzuheizen und die Spannung auf die Spitze zu treiben. Kein Wunder also, das Teil 34 der Serie an der aufregendsten Stelle endete, "Das Haus der Seele" knüpft nun an die Ereignisse im indischen Jangal Madir an. Und diese beginnt - wie sollte es anders sein - mit stimmungsvollen Anfangsszenen, die einen Ausblick auf das Kommende enthalten und die Auflösung von Geheimnissen enthalten. Tatsächlich wird in dieser Folge der Hintergrund einer der Hauptpersonen aufgedeckt, Fans werden sich über diese weitreichende Offenbarung sicherlich freuen. Doch auch ansonsten ist diese Folge besonders gut gelungen, ein recht flüssiger Handlungsverlauf mit vielen spannenden Stellen, atmosphärisch wie schon lange nicht mehr. Stevens Veränderung im Laufe der Folge lassen kaum noch an den einstigen Buchautor erinnern, seine Wut wird sehr nachvollziehbar dargestellt und sorgt für einen Höhepunkt der Folge. Eine wunderbare Folge, dramatisch, spannend und mit weiteren Erklärungen.

Jürgen Kluckerts eindringliche Stimme setzt wieder starke Akzente, seine stimmungsvollen Textpassagen tragen viel zur Spannung bei, besonders seine Worte im Intro zu dieser Folge. Bernd Vollbrecht kann hier als Steven Burns weitere seiner vielen Facetten ausnutzen und mit verzerrter Stimme Gänsehaut hinaufbeschwören. Mario von Jascheroff ist wieder als Julien Cardieux zu hören und passt wunderbar in die düster-faszinierende Welt der Serie. Weitere Sprecher sind Norman Matt, Andreas Ksienzyk und Silke Super.

Neue Maßstäbe wurden mit der Veröffentlichung von Gabriel Burns gesetzt, und auch wenn einige hervorragende Serien hinzugekommen sind, hat das Sounddesign der Serie nichts von seiner Faszination verloren. Neben den düsteren Klängen und der dichten Atmosphäre sind besonders die langen Pausen, die wahrlich Nerven zerfetzend sein können, herausstechend.

Auf dem Cover wird die Zusammengehörigkeit der Folgen 34 und 35 deutlich gemacht. Denn während bei "Ich weiss, was Angst ist" nur der obere Teil des Wesens zu sehen ist, kann man neben Augen und Bindhi nun auch das verzerrte Maul sehen. Eine einfallsreiche Idee, die mich vollkommen überzeugt hat.

Fazit: Durch neue, weitreichende Erkenntnisse und einen spannenden Handlungsverlauf wird aus dieser Folge eine der besten der letzten Zeit.

VÖ: 23. Juli 2010
Label: Folgenreich / Universal
Bestellnummer: 978-3-8291-2378-5


Gabriel Burns - 34. Ich weiss, was Angst ist



Erster Eindruck: Im Schatten des Himalaya

In Indien rettet Steven Burns die junge Frau April Carradine vor einem mächtigen Wurmwesen. Doch schnell wird ihm klar, dass die Grauen Engel ihn gefunden haben und flieht. Auch Bakerman, Joyce Kramer und Schmidt halten sich dort auf und geraten in mysteriöse Ereignisse - denn sie haben einen weiteren fahlen Ort gefunden...

Seit über 30 Folgen zieht uns die Geschichte um Steven Burns mit ihrer dunklen, mysteriösen Stimmung und der verwobenen Geschichte in ihren Bann. Zwei Merkmale, die auch die 34. Folge der Serie ausmachen. Hier spielt die Handlung in einer indischen Stadt, und schon in den ersten Minuten fühlt man sich auf einen der typischen Basare versetzt, die düstere Atmosphäre zieht einen schon früh in ihren Bann. Entsprechend rasant entwickelt sich anfangs auch die Geschichte, kein langes Intro, kein Vorgeplänkel, sondern sofort der Start in ein neues Horror-Szenario. Denn das ist es, was Burns so besonders und einzigartig macht. Dass im Mittelteil die Geschichte etwas an Fahrt verliert, gleich das spektakuläre Gänsehaut-Ende wieder locker aus. Ein fieser Cliffhanger zur nächsten Folge macht Lust auf mehr - bleibt zu hoffen, dass man nicht allzu lang auf eine Fortsetzung warten muss. Denn nach dem Hören dieser Folge war ich einmal mehr völlig gefangen.

Wie immer sind sämtliche Sprecher hervorragend ausgesucht und gestalten ihre Rollen mit intensiver Eindringlichkeit. Mario von Jascheroff spricht beispielsweise den Julien Cardieux sehr langsam und sehr betont, was die Figur unvergesslich werden lässt. Silke Super ist als April Carradine zu hören und sorgt in der ersten Szene mit glaubhaften Geschrei für Spannung. Immer noch kann Andreas Ksienzyk die Figur des Schmidt undurchschaubar und geheimnisvoll wirken lassen. Weitere Sprecher sind Norman Matt, Karl Schulz und Daniela Thuar.

Wie oben bereits erwähnt zieht die Hörspielserie ihre große Faszination besonders aus der einzigartigen und dunklen Stimmung. Das Flair des indischen Basars ist da anfangs schon ungewohnt fröhlich, doch mit Fortlauf der Handlung werden die Melodien immer tragender und geheimnisvoller, passen sich immer dynamisch dem Spannungsbogen an.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das Coverdesign erneut mehr als gelungen ist. Eine Frau blickt dem Betrachter düster ins Gesicht, heraus sticht das rote Bindi, das eine wichtige Rolle in dem Hörspiel einnimmt. Ein außergewöhnliches und intensives Coverdesign. Das kleine Booklet enthält wieder kleinere Charakterbeschreibungen.

Fazit: Eine weitere hervorragende Folge von Gabriel Burns, düster stimmungsvoll und mit einer spannenden Geschichte ausgestattet.

VÖ: 23. April 2010
Label: Universal / Folgenreich
Bestellnummer: 0602517944206


Gabriel Burns - 33. Schmerz



Erster Eindruck: Der Leuchtturm und der Radiosender

Neue, mysteriöse Vorkommnisse beschäftigen Bakerman, der Joyce Kramer und Larry Newman auf den Fall ansetzt und sie in ein kleines Küstendorf der USA schickt. Doch drei Jungen kreuzen immer wieder den Weg der beiden Ermittler. Zudem trauen sie Schmidt, einem weiteren von Bakermans Mitarbeitern, nicht über den Weg...

Schon früher gab es Crossover-Folgen zweier Serien, doch dass ein und die selbe Geschichte in zwei Serien so erzählt wird, dass sie vollkommen zu den Reihen passen und ein vollkommen anderes Licht auf die Handlung werfen, dürfte einzigartig sein. So geschenen ist dies bei der 33. Gabriel Burns-Folge "Schmerz", dass die Ereignisse der 25. Point Whitmark-Folge "Die fiebrigen Tränen" aufgreift und weitererzählt. Dort schien das Auftauchen der Figuren aus Gabriel Burns noch ein kleiner Gag zu sein, was alles dahintersteckt hören wir hier. Die Geschichte ist wesentlich härter erzählt und enthält wieder einige schockierende Szenen, die noch immer nichts von ihrem Schrecken und der düsteren Faszination verloren haben. Auch wenn "Schmerz" eine eher in sich abgeschlossene Folge ist, sind Vorkenntnisse wie immer von Nöten und auch die Rahmenhandlung um Schmidt wird hier nicht vernachlässigt. Das alles würde diese Folge schon zu einer guten machen, hinzu kommt aber, dass sie auch noch richtig spannend ist und die Hörer einzufangen weiß. Ein tolles und geglücktes Experiment, die beiden Serien zu vereinen und trotzdem jede für sich allein stehen zu lassen. Und genau das macht "Schmerz" für mich so interessant und hörenswert.

Ein wie immer fantastischer Sprechercast sorgt für zusätzliche geheimnisvolle Atmosphäre. Sabine Krause, die schon in "Die fiebrigen Tränen" hervorstach, kann auch hier überzeugen und wirkt sehr fanatisch. Eberhardt Prüter spricht Mr Sorka und kann seine einprägsame Stimme wieder wunderbar einsetzen. Natürlich dürfen Gerrit Schmidt-Foss, Sven Plate und Kim Hasper nicht fehlen und interpretieren ihre Rollen wieder äußerst gekonnt. Weitere Sprecher sind Thomas Kuhlmann, Heinz Ostermann und Gerald Paradies.

Müßig zu erwähnen, wie grandios Mittel zur atmosphärischen Gestaltung eingesetzt werden, um die intensive, düstere Stimmung der Serie zu erzeugen. Trotzdem sei das geschaffene Klangbild aus tragenden Melodien und realistischen Geräuschen im Zusammenspiel mit den Sprechern gelobt, denn so wird auch diese Folge zu einem wahren Erlebnis.

Auch die Covergestaltung verdient dieses mal besonderes Lob. Die Darstellung der durchbohrten menschlichen Haut in Übergröße ist ein schockierend und eindringlich, die äußerst klare Ansicht sticht aus der Reihe an Coverbildern noch einmal heraus. Die restliche Gestaltung ist mittlerweile bekannt und wieder gut gelungen.

Fazit: Spannend, schockierend und gerade durch das Zusammentreffen mit den Point Whitmark-Charakteren sehr reizvoll. Ich bin fasziniert!

VÖ: 27. November 2009
Label: Universal / Folgenreich
Bestellnummer: 0602517944190


Gabriel Burns - 32. die, die nicht bluten



Erster Eindruck: Vergangene Ereignisse und neue Schrecken…

Jana, die Tochter von Sonny Haseltine, ist während ihrer Reha ins Koma gefallen, weswegen Sonny auf der Suche nach Gabriel Burns ist. Larry Newman und Joyce Kramer sind eher widerwillig hinzugestoßen und treffen auf immer mehr verstümmelte Menschen und auf einen alten Bekannten…

Vergangene Ereignisse ziehen wieder weite Kreise in der neuen Gabriel Burns-Folge mit dem verheißungsvollen Titel Die, die nicht bluten. Zwar werden die wichtigsten zurückliegenden Fakten kurz zusammengefasst, doch ohne diese zu kennen wird man kaum die Zusammenhänge dieser Folge verstehen können. Selbst für geübte Hörer, die die vorigen Teile kennen, ist eine Übersicht über die gesamte Serie extrem schwierig. Trotzdem ist wieder ein wunderbares und einzigartiges Hörspiel entstanden. Volker Sassenberg versteht es einmal mehr, die Story rund um das Burns Team voranzutreiben und neue den Weg zu einem weiteren fahlen Ort zu ebnen. Das gewisse Kribbeln, das mittlerweile zum Markenzeichen der Serie gewesen ist, stellt sich schnell ein und weiß sich bis zum bedrückenden und mysteriösen Ende immer weiter zu steigern. Dabei werden verschiedene Themen wie Wiedergeburt aufgegriffen und gekonnt variiert. Mysteriös, atmosphärisch und spannend ist die Folge geworden allerdings keine Folge der leichen Hörspielkost.

Auch wenn in jeder Folge immer wieder die selben Sätze von ihm zu hören sind eröffnet Hans Paetsch mit seinen berühmten Sätzen die Geschichte, läuft mir immer noch und immer wieder ein Schauer über den Rücken. Niemand hätte besser auf das Kommende einstimmen können als er. Als Tamara Green, eine aufdringlichen und geheimnisvollen Autorin, ist Kerstin Sanders-Dornseif zu hören, die mit einer gewissen Härte in der Stimme ihrer Figur Profil und Glaubwürdigkeit verleiht. Als Sonny Heseltine hören wir den großartigen Engelbert von Nordhausen, der dieses mal seine ernste und düstere Site zeigen kann. Weitere Sprecher sind Andrea Aust, Tobias Kluckert und Peter Köhler.

Die atmosphärische Gestaltung ist wieder zu einem kleinen Meisterwerk geworden. Zusammen mit der Geschichte dringt sie immer mehr auf den Hörer ein, umhüllt und fasziniert in gleichermaßen, sodass man sich völlig auf die Geschichte einlassen kann. Die feinen musikalischen Arrangements und die sehr variablen Soundeffekte sind fest in der Story verwurzelt und gehen eine enge Verbindung mit ihr ein.

Wieder überzeugt das neue Coverdesign ohne Rahmen, wobei auch die Illustration wieder realistischer wirkt als in den früheren Folgen. Der Blick auf den See und die Berge ist in einem kühlen Eisblau eingefärbt und wirkt so sehr eindrucksvoll. Auch der Sammelrücken der CD wird fortgeführt, was ein sehr schönes Bild im Regal abgibt.

Fazit: Eine düstere und grausame Folge, die durch einen gekonnten Spannungsbogen und die Fortführung der letzten Ereignisse jeden Fan der Serie begeistern dürfte.

 


Gabriel Burns - 31. Rand der Gezeiten



Erster Eindruck: Mysteriös wie eh und je

Bakerman schickt seinen Mitarbeiter Schmidt, um Joyce Kramer und Larry Newman einen neuen Auftrag zu erteilen: Ein lange gesunkenes Schiff ist wieder aufgetaucht, die drei sollen es untersuchen. Doch auf dem Schiff angelangt machen sie eine schreckliche Entdeckung...

Nach den Ereignissen der letzten Folge, die für die Serie sehr aufschlussreich waren, startet die 31. Folge der "Gabriel Burns"-Reihe einen kleinen Neuanfang. Sehr löblicherweise werden am Anfang in einem Gespräch zwischen Bakerman und Schmidt die bisherigen Ereignisse noch einmal zusammengefasst, der Spielraum der Serie ausgelotet. Das ist nicht nur hilfreich für Leute, die nach Längerem wieder eine Folge hören wollen, sondern bietet theoretisch auch Neueinsteigern die Chance, die Serie zu verstehen. Doch die Geschichte, die danach kommt, wirkt keineswegs gebremst, vielmehr ist sie wieder kaum an Mystik und unheimlichen Momenten zu überbieten. Ganz im Stil der Serie geraten unsere liebgewonnenen Charaktere Larry und Joyce (von Steven ist nichts zu hören) zu einem geheimnisvollen Schauplatz, der sie vor neue Herausforderungen stellt, aber auch alte Ereignisse aufgreift. Und wieder ist alles anders, als es zunächst scheint... Ebenfalls sehr interessant ist die neue Figur des "Schmidt", der zunächst noch vollkommen undurchsichtig ist und uns sicherlich noch eine Weile begleiten wird. Ich jedenfalls habe diese Folge in vollen Zügen genossen und jede der 55 Minuten in mich aufgesogen.

Diese Folge kommt mit relativ wenigen Sprecher und auch wenigen Gästen aus, die dafüraber eine umso beeindruckende Leistung abliefern. Als Joyce Kramer ist wieder Bianca Krahl zu hören, die ihre Stimme sehr hart und abgeklärt wirken lässt, eine fulminante Vorstellung! Schmidt wird von Andreas Ksienzyk gesprochen, der den jungen Mann glaubhaft und mit einer punktierten Betonung spricht. Mein persönliches Highlight in dieser Folge war aber Esther Münch als Maureen, die für schauerliche Momente gesorgt hat. Außerdem zu hören sind Gerald Paradies, Ernst Meincke und natürlich Jürgen Kluckert als Erzähler.

In Verbindung mit der poetischen Erzählart und dem recht langsamen Tempo der Sprecher schafft die geniale Musik einen unheimlichen, düsteren Klangraum voller Spannung. Dass diese so intensiv auf den Hörer übergreift und ihn gefangen nimmt, ist ja schon Markenzeichen der Serie und wurde von Volker
Sassenberg und seinem Team wieder phänomenal umgesetzt.

Zur Abgrenzung des neuen Abschnittes der Serie wurde auch die Covergestaltung leicht überarbeitet, der rote Rahmen um das Bild ist verschwunden. So wirkt es viel klarer, und von der gelungenen Zeichnung des Schiffes bekommen wir nun mehr zu Gesicht. Geblieben ist natürlich der tolle Schriftzug und der Sammlerücken.

Fazit: Eine absolut gelungene, spannende und mysteriöse Folge der Serie, die einen gelungenen Mittelweg aus Altem und Neuen schafft.


Gabriel Burns - 30. Weiss



Erster Eindruck: Der Wahrheit ein Stück näher...

Bakerman, Joyce Kramer und Doktor Phillips suchen mit Hilfe von Julien Cardieux die weiße Villa auf. Dort treffen sie in einem Ballsaal auf eine alte Bekannte die ihnen eröffnet das sich die Zauberer für das Ritual bereit machen.... In der Villa werden die Familien der Zauberer beschützt...Während sich Dr. Phillips auf die Suche nach Bakerman macht, der seit Betreten der Villa verschwunden ist, machen sich Joyce und Julien auf in den Wald, um die Zauberer zu suchen....Gabriel ist immer noch in der "Parallelwelt" die ihn zu seinem Elternhaus führt. Steven erhofft er sich Erkenntnisse über seinen Bruder Daniel... Und dann wird ihm ein verlockendes Angebot unterbreitet...

Wohl keine andere Folge der "Gabriel Burns"-Reihe wurde so sehnsüchtig erwartet wie die Jubiläumsfolge "Weiss". Schon allein das Cover versprach eine besondere Story. Und tatsächlich: Besonders in der Geschichte um Steven treten wichtige und entscheidende Ereignisse ein, die die komplette Serie verändern werden. Aber auch das Ritual der Zauberer bildet einen Spannungsbogen, der förmlich die Luft zum knistern bringt. Produzent und Regisseur Volker Sassenberg schafft es wieder, die Geschichte greifbar zu machen, um dann im letzten Moment auf eine andere Szene umzuschwenken. Allein das spektakuläre Intro, das in seiner Art in der Serie einzigartig und dem Bericht einer Nachrichtenreporterin nachempfunden ist, weckt die Lust auf das Hörspiel und lässt einen erstmal sprachlos dem Kommenden lauschen. Eine absolute Top-Folge der preisgekrönten Mystery-Serie, die ein absoluter Ohrenschmaus ist.

Auch wenn Jürgen Kluckert in den vorigen Folgen schon als Erzähler glänzte und durchweg hervorragende Leistungen erbrachte, kann er sich in dieser Folge tatsächlich noch einmal steigern. Langsam und mit intensiver Betonung spricht er jedes einzelne Wort, jeden einzelnen Satz und erreicht schon so eine greifbare Spannungslinie. Sein Einsatz ist ausgeweitet worden, sodass er streckenweise lange Passagen allein bestreitet. Viola Sauer ist nach einigen Folgen wieder als Lil Hastings zu hören, die ihre einprägsame Stimme wieder auf betonungsreiche Art zur Geltung bringt. Großes Lob gebührt außerdem Max Oskar Schälte, der Stevens Bruder Daniel trotz seines jungen Alters treffsicher und gekonnt umsetzt. Weitere Sprecher sind unter anderem Karin Buchholz, Mario von Jascheroff und Barbara Ratthey.

Auch das Sounddesign der Serie ist unübertroffen. Wie der roten Faden sich durch die Story, so zieht sich auchdie Musik als begleiter durch das Hörspiel, meist träumend im Hintergrund, mal etwas lauter, mal völlig verschwunden. Feinfühlige Klaviermelodien, ausgedehnte, leise elektronische Elemente, Orchesterklänge, all das vereint sich zu einem intensiven und stimmungsvollen Klanggewebe, das allein zu hören im Zusammenfluss mit Jürgen Kluckerts Stimme schon ein echtes Erlebnis ist und einen in seinen Bann zieht.

Wie schon erwähnt: Das Cover sticht durch seine Farbe deutlich aus seinen Vorgängern heraus. Die effektvollen roten Blütenblättern (die Szene mit der zerbrochenen Vase wird übrigens aus dem Hörspiel aufgegriffen) bilden mit dem strahlenden weiß einen krassen Kontrast und somit das außergewöhnlichste Cover bisher.

Fazit: Was für eine grandiose Produktion, was für eine stimmungsvolle Story, was für phantastische Sprecher! Wer hätte gedacht, dass sich Gabriel Burns noch so stark steigern könnte?


Gabriel Burns - 29.Zwei Horizonte

Erster Eindruck: Es entdröselt sich

Joyce Kramer steht am Ufer von Douglas Island und hängt ihren Gedanken über die Ereignissen der letzten Wochen und ihrer Therapie nach. Bakerman, der auf der Suche nach ihr war, findet sie dort. Beide machen sich auf in eine große Fabrikhalle, in der Akten gelagert werden, die sie erneut nach einer Schwachstelle ihrer Feinde untersuchen wollen. Bakerman ahnt das einer der 10 Pfahlen Orte schon gefallen ist.... In Bukarest sind immer noch Larry und Anahita in der Gefangenschaft von Victor Zeysen. Als er befiehlt sie zu erschießen müssen sie fliehen. Über eine Treppe gelangen die beiden in einen Atomkeller, kaum darin schließt sich die dicke Eisentür. Mit letzter Kraft schaffen die beiden auch hier die Flucht, die verletzte Anahinta und Larry gelangen in ein Zimmer das für ein Kellergewölbe exquisit eingerichtet ist. Hinter einen Vorhang findet Larry eine gefesselte Frau in einer Wanne liegend, die durch Schläuche etwas in ihren Körper gepumpt bekommt. Auf was für ein grauenvolles Experiment ist Steven hier gestoßen? Wird Vancouver fallen und wird Steven Burns die zwei Horizonte miteinander verschmelzen können?

Endlich geht sie weiter, die wohl erfolgreichste deutsche Hörspielproduktion. Die nunmehr 29. Folge aus der mehrfach mit dem Hörspielaward ausgezeichneten Serie Gabriel Burns treibt die Geschichte um Steven gnadenlos voran. Einige der lang gehüteten Geheimnisse werden aufgedeckt, man erfährt mehr über die grauen Engel, das so kostbare Wolfram und die Zauberer, aber auch in dieser Folge kommen wieder neue Geheimnisse hinzu und es gibt ein Wiederhören mit einem alten Bekannten: dem Flüsterer. Die Story von "Zwei Horizonte" hat mich vollkommen begeistert, hier stellt sich heraus, dass die Serie nach einer kleinen Durststrecke wieder an Fahrt gewinnt. Nicht dass man mich hier jetzt falsch versteht: Ich fand die Serie zu keinen Zeitpunkt langweilig oder festgefahren, aber ich habe den Eindruck, dass die Serie besonders mit dieser Folge wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt, weniger Action und mehr Mystery. Mir gefällt das ganz wunderbar.

Die altbekannte Sprecherriege kommt hier wieder geschlossen zum Einsatz: Bernd Vollbrecht, Ernst Meincke, Bianca Krahl und Björn Schalla, alle vier seit der ersten Folge dabei. Dass sie nach wie vor immer noch Spaß an ihren Rollen haben, merkt man beim Zuhören sehr deutlich. Was ich sehr löblich finde ist, dass seit einigen Folgen auch wieder regelmäßig Dr. Phillips vorkommt, die grandios von Babara Ratthey dargeboten wird. In dieser Rolle ist sie einfach unschlagbar. Hasso Zorn legt all seine Energie in die Figur des Bösewichts Victor Zeysen, auch hier wieder hervorragend umgesetzt. Weiter zu hören sind Wolfgang Kühne als Flüsterer, Mario von Jascheroff und Reinhard Scheunemann. Allesamt sind mit vollem Einsatz dabei, wie nicht anders zu erwarten.

Was soll ich zu den Geräuschen und der Musik noch schreiben? Wie immer wird auch hier das gewohnt hohe Niveau der Sassenberg Produktionen gehalten. Besonders beeindruckt hat mich die Eröffnungszene: Hier wird durch die Musik eine solche Atmosphäre geschaffen wie man sie in nur den wenigsten Produktionen findet. Die Geräusche sind vortrefflich ins Gesamthörspiel eingefügt und bilden eine gelungene Symbiose mit der Musik aus der Hand von Matthias Günthert.

Das Cover, das diesmal ein einem Grünton gehalten ist, finde ich wieder gelungen, ich möchte sogar sagen, dass es das beste Cover seit langem ist. Es ist wieder sehr geheimnissvoll gehalten und spricht einen sofortan. Ansonsten gibt es die gewohne Gabriel Burns Aufmachung.

Fazit: In dieser Folge kommt alles wieder ins Rollen, die Story nimmt wieder mächtig Fahrt auf, sie wirkt zu keinem Zeitpunkt in die Länge gezogen oder undurchdacht. Als die Folge vorbei war, hätte ich schreien können dass es nun wieder heißt: Warten bis es weitergeht. Gabriel Burns gilt nicht zu Unrecht als Hörspiel der Superlative.


Gabriel Burns - 28.Im Kreis des Vertrauens

Erster Eindruck: Der Kreis der Wahrheit öffnet sich

Steven Burns und Larry Newman sind aus Mexico nach Vancouver zurückgekehrt und suchen dort das St. Pauls Hospital auf, in dem seit 8 Tagen alle elektrischen Geräte verrückt spielen. Aus dem verwaisten Flügel des Krankenhauses begeben sich die beiden in die Gewölbe der Nachkathedrale, die sich darunter erstrecken. Dort finden sie ein zahnloses Mädchen. Steven, der die Anwesenheit der Fahlen spürt, läuft immer weiter in die Tiefen der Nachtkethedrale, bis er letztlich in deren Weiten verschwindet... Als Larry Newman am Krankenbett des geheimnisvollen Kindes wacht, kommt Razvan Gulesco, ein Jünger des Pandialo-Ordens, ins Zimmer und sucht das Mädchen, welches er in Sicherheit bringen will. Nach dem Angriff eines geheimnisvollen Fremden flüchten sie zu dritt nach Rumänien. Nach einigen gefährlichen Umwegen kommen sie endlich an ihrem Ziel an, Pnadialos Geburtsstätte. Dort trifft Larry auf einen alten Bekannten, den totgeglaubten Dorgan Fink. Kann er ihm mehr zu Stevens Verschwinden sagen?

Im Oktober kurzfristig verschoben, jetzt endlich da: Die 28. Folge von Gabriel Burns mit dem Titel "Im Kreis des Vertrauens". Dieses mal begleiten wir vorallem Larry Newman auf seinem Weg, doch auch hier erhält man wieder einige wichtige Informationen, zum Beispiel über den Pandialo-Orden und den zwielichtigen Dorgan Fink. Auch an dieser Folge gibt es atmosphärisch nichts zu beklagen, die schlüssige Story ist ebenfalls spannend und dicht, wenngleich sich einige Einzelheiten wohl ersten in den nächsten Folgen enträtseln werden.

In gewohnt intensiver Weise gehen die Hauptsprecher an ihre Rollen heran. Doch es lohnt immer wieder ein genauerer Blick auf die Nebendarsteller: Rasvan Gulesco, dem Uli Krohm seine Stimme leiht, bekommt durch den überzeugenden rumänischen Akzent einen unverwechselbaren Charakter. Volker Sassenberg himself hat wieder einen tollen Auftritt als Aaron Cutter. Als Stargast zu hören ist in dieser Folge Titus alias Eberhard Dittmann

Die musikalische Untermalung sowie die eingefügten Soundeffekte bieten ein Hörerlebnis, wie man es von kaum einer anderen Produktion kennt. Das ist es, was aus einer außergewöhnlichen Story und tollen Sprechern ein Extraklasse-Hörspiel macht.

Nach den in düsteren Farben gehaltenen Covern der vorigen Folgen überzeugt dieses mal die ungewöhnliche Covergestaltung aus nur zwei Farben mit gelb. Die nebelverhangene Tempellandschaft ist stimmungsvoll und Gänsehaut erzeugend.

Fazit: Das Tuch der Geheimnise fängt hebt sich weiter. Auf diese Folge hat es sich gelohnt zu warten. Mit Spannung erwarte ich die Fortsetzung, die für Mai angekündigt ist.


Gabriel Burns - 27.Zwiespalt

Erster Eindruck: Und noch mehr offene Fragen

Steven Burns steht im "Zwiespalt" mit sich selber, so sehr dass er erst sein Geheimniss an jemanden völlig Fremdes weitergibt und sich sogar das Leben nehmen will, wovon ihn ein doch sehr guter Freund noch abhalten kann! Es hat den Anschein als sei Steven völlig auf sich allein gestellt. Bakermann bleibt nach wie vor verschwunden.

Mehr möchte ich nicht zum Inhalt verraten, jeder soll selber hören wie es weitergeht, es bleibt spannend. Die Folge schliesst ziemlich nahtlos an die letzte Folge an. Zwei mehr oder weniger "Nebenfiguren" tauchen wieder auf, ich muss sagen dass ich davon dann doch äußerst überrascht war. Im Mittelpunkt der nun mehr 27 Folge aus der Gabriel Burns Reihe steht vor allem der Kampf, den Steven Burns mit sicher selber austrägt.

Auch in der 27sten Folge überzeugen die Sprecher nach wie vor. Bernd Vollbrecht hat diesmal den Hauptpart zu sprechen was durchaus lobenswert zu erwähnen ist. Zwei neue Charaktere werden hier diesmal eingeführt: Charlie und Chap die gesprochen werden von Stefan Krause und Martina Treger. Was mir unangenehm aufgefallen ist sind die doch wirklich vielen und langen Erzählertexte von Jürgern Kluckert, es werden streckenweise völlig belanglose Dinge beschrieben auf die man sicher auch hätte verzichten können!

Die Gabriel Burns Macher verstehen es wie fast kein anderer mit Musik und Geräuschen eine Atmosphäre zu erzeugen, die trefflicher nicht sein kann, auch hier wieder. Ein Genuss für alle die auf gute Effekte in Hörspielen nicht verzichten möchten. Diesmal gibt es als Zugabe so zusagen, den zweiten Teil des Soundtracks noch oben drauf.

Das Cover ist extrem rot gehalten was dem ganzen auch wieder das doch sehr düstere Ausstrahlung gibt. Zu sehen ist im Hintergrund ein Totenkopf im Schein von edlichen Kerzen.

Fazit: Zwiespalt ist mit Sicherheit ein gelungens Hörspiel, aber leider geht es hier auch wieder den offenen Fragen nur wenig entgegen oder dafür kommen mal wieder einige neue hinzu. Schade, ich würde mir mehr Aufklärung wünschen. Bleibt zu hoffen dass es in der nächsten Folge mehr Antworten als Fragen gibt.