Gruselkabinett – 63. Besessen

Gruselkabinett – 62. Rappaccinis Tochter

Gruselkabinett – 61. Der Ring des Thot

Gruselkabinett – 60. Der Grabhügel

Gruselkabinett – 59. Das violette Automobil

Gruselkabinett – 58. Pickmans Modell

Gruselkabinett – 57. Aylmer Vance – Neue Abenteuer eines Geistersehers -2-

Gruselkabinett – 56. Aylmer Vance – Neue Abenteuer eines Geistersehers -1-

Gruselkabinett – 55. Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers -2-

Gruselkabinett – 54. Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers -1-

Gruselkabinett – 53. Die Herrenlose

Gruselkabinett – 52. Tauben aus der Hölle

Gruselkabinett – 51. Die Mumie

Gruselkabinett – 50. Das Gespenst von Canterville

Gruselkabinett - 49. Der weiße Wolf

Gruselkabinett - 48. Die Squaw

Gruselkabinett - 47. Verhext

Gruselkabinett - 46. Die Maske des roten Todes

Gruselkabinett - 45. Berge des Wahnsinns -2-

Gruselkabinett - 44. Berge des Wahnsinns -1-

Gruselkabinett - 43. Das Haus des Richters

Gruselkabinett - 42. Der Sandmann

Gruselkabinett - 41. Northanger Abbey -2-

Gruselkabinett - 40. Northanger Abbey -1-

Gruselkabinett - 39. Der Tempel

Gruselkabinett - 38. Die Spinne

Gruselkabinett - 37. Das Bildnis des Dorian Gray -2-

Gruselkabinett - 36. Das Bildnis des Dorian Gray -1-

Gruselkabinett - 35. Das Schloss des weißen Lindwurms

Gruselkabinett - 34. Die obere Koje

Gruselkabinett - 33. Jagd der Vampire -2-

Gruselkabinett - 32. Jagd der Vampire -1-

Gruselkabinett - 31. Die Gespenster-Rikscha 

Gruselkabinett - 30. Der Vampir

Gruselkabinett - 29. Der Glöckner von Notre Dame - Teil 2

Gruselkabinett - 28. Der Glöckner von Notre Dame - Teil 1

Gruselkabinett - 27.Der Leichendieb

Gruselkabinett - 26. Die liebende Tote

Gruselkabinett - 25.Der Fall Charles Dexter Ward -2-

Gruselkabinett - 24.Der Fall Charles Dexter Ward -1-

Gruselkabinett - 23.Die Bilder der Ahnen

Gruselkabinett - 22.Der fliegende Holländer

Gruselkabinett - 21.Der Hexenfluch

Gruselkabinett - 20.Der Werwolf

Gruselkabinett - 19. Dracula -3-

Gruselkabinett - 18. Dracula -2-

Gruselkabinett - 17. Dracula -1-

Gruselkabinett - 16. Draculas Gast

Gruselkabinett - 15. Der Freischütz

Gruselkabinett - 14. Die Blutbaronin

Gruselkabinett - 13. Frankenstein -2-

Gruselkabinett - 12. Frankenstein -1-

Gruselkabinett - 11. Der Untergang des Hauses Usher- 10. Dr.Jekyll und Mr. Hyde

Grusekabinett - 10. Dr.Jekyll und Mr. Hyde

Gruselkabinett - 9. Spuk in Hill House -2-

Gruselkabinett - 8. Spuk in Hill House -1-

Gruselkabinett - 7. Die Totenbraut

Gruselkabinett - 6. Das verfluchte Haus

Gruselkabinett - 5. Die Unschuldsengel

Gruselkabinett - 3. Die Familie des Vampirs

Gruselkabinett - 2. Das Amulett der Mumie

Gruselkabinett - 1. Carmilla, der Vampir


Gruselkabinett – 63. Besessen



Erster Eindruck: Vollmondnächte in Afrika

In einem Schloss an der afrikanischen Westküste hat sich eine kleine Gesellschaft eingefunden, um aus deren Leben kurzzeitig zu entfliehen und sich gegenseitig die Zeit zu vertreiben. Doch merkwürdige Dinge gehen in den mondbeschienenen Nächten vor sich, und schließlich muss der junge Pierre eine schockierende Entdeckung um seinen besten Freund machen...

Werwolfmythen haben gerade Hochkonjunktur, nicht nur aufgrund des großen Erfolges der Twilight-Saga. Und auch im Gruselkabinett von Titania Medien gibt es immer wieder Geschichten um die pelzigen Nachttiere, mit „Besessen“ kommt als 63. Folge eine weitere hinzu. Schade nur, dass dies auf dem Cover gleich klar wird, denn ansonsten hätte man einiges mehr an Überraschungseffekt herausholen können. Die Handlung beginnt – wie so oft bei dieser Serie – eher ruhig und beschaulich, bis sich erste Anzeichen übernatürlicher Aktivitäten ankündigen. Immer neue Informationen und Ereignisse lassen diese Geschichte recht lebendig und dynamisch wirken, Spannung wird immer weiter aufgebaut. Der Mittelteil ist so sehr gelungen und qualitativ so hochwertig, wie man es von dem Label getrost erwarten darf. Der eigentliche Höhepunkt ist dann aber etwas vorgelagert, sodass es danach einen kleinen Spannungsabfall gibt, danach folgen noch einige Minuten, in denen der Fortlauf der Lykanthropie beschrieben wird. Auch das ist interessant und gut in Szene gesetzt. Gut gefällt mir, dass wieder auf einen externen Erzähler verzichtet wird, was einen wesentlich lebendigeren und dynamischeren Eindruck hinterlässt. Eine solide und unterhaltsame Folge des Gruselkabinetts.

Roman Wolko hat als Pierre die Hauptrolle ergattert und überzeugt mit seiner weichen und angenehmen Stimme, die immer wieder andere Färbungen annimmt und die Gefühlswelt des jungen Mannes so sehr genau widerspiegeln kann. Tobias Lelle spricht de Montour mit glaubwürdiger Intensität und sehr präziser Aussprache. Kai Taschner ist als Dom Vincente da Lusto Initiator der illustren Runde und passt mit seinem Ausdruck sehr gut in die Stimmung dieser Folge. Weiterhin zu hören sind Tim Schwarzmaier, Patrick Roche und Gabrielle Pietermann.

Atmosphärisch haben Marc Gruppe und Stephan Bosenius hier wieder die Nase vorn und präsentieren ein sehr rundes und intensives Hörspiel. Die ausgewählte Musik passt perfekt zu der Handlung und kann die Stimmung weiter herausstellen, obwohl sie nicht eigens für das Label produziert wurde. Auch die Geräusche sind stimmig wie immer.

Wie bereits erwähnt verrät das Cover dem Hörer zu viel von der Handlung. Zwar ist der Werwolf hier in etwas romantisierter Weise, wie es die Art der Serie ist, lebendig und ansehnlich dargestellt. Doch ohne diese Information wäre den Hörer lange Zeit nicht klar gewesen, dass es sich um eine Werwolfgeschichte handelt, was einen Überraschungseffekt verhindert.

Fazit: Lebendig, spannend, unterhaltsam. Der vorgelagerte Höhepunkt mit der anschließenden Entwicklung erlaubt eine ganz andere Betrachtungsweise der Werwolfmythen.

VÖ: 6.April 2012
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4640-0


Gruselkabinett – 62. Rappaccinis Tochter



Erster Eindruck: Ein verwunschener Garten

Giovanni Guasconti zieht des Studiums wegen nach Padua und mietet ein Zimmer bei der freundlichen Hauswirtin Lisabetta. Nach einigen Tagen entdeckt er in dem Ziergarten seines Nachbarn Dr. Rappaccini eine hübsche junge Frau, die sich als seine Tochter herausstellt und eine enge Bindung zu den Pflanzen zu haben scheint. Nur warum vermeidet der Doktor jede Berührung mit den Blumen?

Für das Gruselkabinett suchen sich Marc Gruppe und Stephan Bosenius auch immer wieder Geschichten der Schauerromantik aus, die in Deutschland nur wenig populär sind. „Rappaccinis Tochter“ des amerikanischen Autors Nathaniel Hawthorne gehört dazu, was sich mit der 62. Folge der Serie für die Kurzgeschichte aus dem Jahr 1844 zumindest in Hörspielkreisen ändern dürfte. In der Erzählung steht die entbrennende Liebe des jungen Studenten Giovanni zu der geheimnisvollen Schönheit im benachbarten Garten im Vordergrund, die allerdings durch einen düsteren Hintergrund überschattet wird. So ist es kaum ein Wunder, dass oft romantische und manchmal etwas kitschige Anklänge zu finden sind – was jedoch keinesfalls stört, sondern dem ganzen eine andere Würze gibt. Schon frühere Folgen spielten erfolgreich mit diesem Thema. Es geht um Faszination und die Entfremdung von der Gesellschaft, am Ende auch um den Wahnsinn, der aus dem Verlust eines Menschen entstehen kann. Neben den Szenen, in denen Giovanni seine Beatrice anhimmelt, gibt es auch immer wieder Einschübe, in denen Dr. Rappaccini in unerfreulichen Gesprächen charakterisiert wird. Beides ist umso wichtiger, um das faszinierende Ende verstehen zu können, das alles zusammen in einen ebenso sinnvollen wie dramatischen Kontext setzt. Allerdings wirkt es am Ende doch etwas abgehackt, der Hörer wird sehr unsanft aus der Geschichte entlassen – was aber auch ein interessantes Stilmittel ist. Eine sehr gelungene Folge der Serie mit romantischem Grundton und einem leisem Schauer, der einem immer wieder über den Rücken jagt.

Im Gegensatz zu den beiden vorigen Folgen ist hier kein Erzähler eingesetzt worden, sodass lediglich fünf Sprecher zu hören sind. Den Hauptteil übernimmt Max Felder als Giovanni Guasconti, der die tiefe Liebe, aber auch die Verunsicherung des jungen Mannes sehr genau thematisiert. Manfred Erdmann spricht Dr. Rappaccini mit kalter, abweisender Stimme, kann sich gegen Ende in seinen Fanatismus herein steigern und einen gebrochenen Mann präsentieren, was beim Hörer vielfältige Gefühle hervorrufen kann. Sehr gut hat mir Jacqueline Bellle als Beatrice gefallen, deren sanfte Stimme sehr gut zu der Stimmung der Folge passt. Auch Reinhard Glemnitz und Angelika Bender machen ihre Sache sehr gut.

Titania Medien bleibt hier auch seinem Ruf treu, immer die geeignete Atmosphäre durch den Einsatz stimmungsvoller Musik zu schaffen. Und gerade mit dieser romantischen Geschichte harmonieren die orchestralen Klänge mit klassischen Instrumenten hervorragend. Die Geräusche sind nicht übermäßig, sondern passend und zielgerichtet eingesetzt.

Firuz Aksin hat wieder genau die Stimmung der Geschichte in seiner Illustration eingefangen. Beatrcie streift hier durch den wundervollen Garten und wirkt dabei nicht nur sehr anmutig, sondern auch wehmutsvoll und leidend. Im Hintergrund ist Giovanni auf seinem Balkon zu sehen, italienisches Flair entsteht aufgrund der detailgetreuen Darstellung des Hintergrundes.

Fazit: Eine außergewöhnliche und sehr gelungene Folge der Reihe mit romantischer Stimmung und einem wunderbaren Geheimnis.

VÖ: 6.April 2012
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4639-4


Gruselkabinett – 61. Der Ring des Thot



Erster Eindruck: Ein kostbares Elexier

John Vansittart Smith ist völlig in seine Forschungen über das alte Ägypten vertieft. So kommt er auch mit dem Museumswächter Sosra ins Gespräch, der ihm seine Lebensgeschichte offenbart. Und die begann damit, dass Sosra ebenfalls diverse Forschungen angestellt hat und eine unglaubliche Entdeckung in aus der Bahn geworfen hat...

Definitiv gehört das Gruselkabinett zu den momentan beliebtesten und erfolgreichsten Serien im Hörspielsektor, und darauf hat auch immer die geschickte Auswahl der Stücke seinen Teil zu beigetragen. Hier werden ganz unterschiedliche Geschichten präsentiert, die die ganze Bandbreite des Genres zeigen. Die 61. Folge stammt wieder aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle und ist anfangs sehr erzählerlastig. Teilweise hat man schon fast das Gefühl, einer inszenierten Lesung zu lauschen. Und auch wenn Thomas Pieper seine Sache recht gut macht und versucht, den Hörer bei Laune zu halten, sind seine Passagen einfach zu lang geraten. Da wird in großer Ausführlichkeit über John Smith berichtet – der in der eigentlichen Kerngeschichte keine Rolle spielt. Nicht, dass diese Teile unbedeutend oder langweilig wären, aber ein wenig mehr Schwung hätte dem Ganzen hier doch gut getan. In der eingebauten Erzählung von Sosra geht es dann aber richtig zur Sache, mythische Elemente paaren sich hier mit einer spannenden und dramatischen Handlung. Diese Kernerzählung ist es, was die Folge ausmacht und was ihr auch zu Spannung verleiht, sie ist perfekt gelungen und bleibt lange im Gedächtnis. Hätte man die Rahmenhandlung etwas knapper gefasst, hätte eine weitere Knaller-Folge entstehen können, so bleibt aber immer noch eine sehr gute und atmosphärische Erzählung.

Bei der Besetzung der Sprecher ist wie immer Großartiges geleistet worden, jede Rolle hat einen passenden Sprecher bekommen. Patrick Roche spricht den John Vansittart Smith mit einer glaubwürdigen Intensität, den etwas kauzigen Mann nimmt man ihm sofort ab. Sosra wird von Christian Weygand gesprochen, der seine Passagen sehr lebendig und vielfältig erscheinen lässt. Annina Braunmiller gefällt mit in der Rolle der Atma äußerst gut, hier kann sie die ganze Melancholie in ihrer Stime präsentieren. Weitere Sprecher sind Tim Schwarzmaier, Thomas Pieper und Max Felder.

Die atmosphärische Musik tritt hier an einigen Stellen zugunsten einer etwas nüchterneren Darstellungsweise in den Hintergrund, ist aber immer noch das prägende Stilelement der Serie. Wieder werden genau Stimmungen herausgearbeitet, die der Geschichte Leben verleihen. Einige Szenen wirken so besonders intensiv und werden in ihrer Wichtigkeit betont.

Das altägyptische Hintergrundthema wird natürlich auf dem Cover aufgegriffen, Sosra steht dabei vor einem Sarkophag und beschwört mit gewichtigem Blick. Wieder wirkt die verspielte Romantik passend und anziehend, viele Details lassen die Zeichnung alles andere als langweilig wirken. Die restliche Aufmachung ist schon von den vorigen Folgen bekannt.

Fazit: Hier hätte alles etwas gestaucht werden können, die eigentliche Geschichte gehört aber zu den Highlights der Serie.

VÖ: 16.März 2012
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4638-7


Gruselkabinett – 60. Der Grabhügel



Erster Eindruck: Unerwartete Entdeckung

Der Grabhügel auf dem Grundstück von Steve Brill ist seit langer ungeöffnet, und zahlreiche Mythen rankten sich um den Erdhaufen. Doch entgegen aller Warnungen beschließt Brill, gemeinsam mit seinem Sohn dort nach Schätzen zu suchen. Nie hätten sie sich träumen lassen, welches Unheil sie damit heraufbeschwören...

Das Frühjahr steht in den Startlöchern, und das ist auch immer die Zeit, in der Titania Medien ins Jahr startet und in erfreulicher Kontinuität seine ersten Hörspiele veröffentlicht. Den Anfang macht dieses mal die 60. Folge der Gruselkabinett-Reihe mit dem Titel „Der Grabhügel“. Zu hören ist eine recht klassische Geschichte mit ebenso klassischem Aufbau – und das bedeutet für den Hörer leider anfangs etwas Leerlauf, indem der Hörer die Grundsituation kennen lernt, aber nicht wirklich an die Geschichte gebunden wird. Das ändert sich jedoch nach etwa einem Drittel der Laufzeit, danach geht es mit wahrlich unheilvoller Stimmung los, die mit stets drohendem Unterton erzeugt wird. Und schließlich erreicht die Story hier auch einen heftigen Höhepunkt, die vor Energie nur so sprudelt und einen völlig in seinen Bann zieht. Hier wird wieder alles richtig gemacht, alles fließt ineiander und ermöglicht dem Hörer, völlig in der Geschichte zu versinken. All die Andeutungen geben nun einen Sinn, der Spannungsbogen geht voll auf und verzeiht die ein oder andere anfängliche Schwäche. Mal wieder ein sehr gelungenes Hörspiel der Reihe, die Fans überzeugen wird.

Thomas Piper, den meisten wohl als Sprecher von Alf bekannt, übernimmt hier die Rolle des Erzählers. Seine markante Stimme ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, man kann sich aber schnell damit anfreunden. Patrick Schröder spricht die Hauptrolle des Steve Brill und kann von seiner anfänglichen Coolness immer weitere Seiten entwickeln und sorgt immer wieder für zusätzliche Spannung. Sein Sohn Tommy wird von Maximilian Belle, dessen jugendliche Stimme gut in die Atmosphäre passt. Weitere Sprecher sind Alexander Turrek, Patrick Roche und Kai Taschner.

Musikalisch wird wieder eine tadellose Leistung abgeliefert, wie man es glücklicherweise immer von Titania erwarten kann. Die Musik wirkt – obwohl sie nicht eigens hierfür produziert wurde – nicht nur sehr passend zur Handlung, sondern auch wie aus einem Guss. Die Geräusche passen sich sehr gut an und verleihen mehr Lebendigkeit und Dramatik.

Das Cover spiegelt gut das Gefühl der Folge wieder, der erschrockene Steve Brill hält hier eine altmodische Laterne in die Höhe und einen Spaten in der Hand. Dieses Motiv ist mit zahlreichen Totenköpfen umrankt, die sehr gut mit der Umrahmung mit Säulenmotiv passen. Im Inneren sind wie immer nur die notwendigen Angaben zur Produktion zu finden.

Fazit: Ein sich immer weiter steigerndes Hörspiel, das zu einem packenden und grandiosen Finale führt, das sehr intensiv wirken kann.

VÖ: 13.März 2012
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4637-0


Gruselkabinett – 59. Das violette Automobil



Erster Eindruck: Ein Geheimnis aus der Vergangenheit

Georgia Kane wird von einem älteren Ehepaar gerufen, um bei der Betreuung eines erkrankten Menschen zu helfen. Doch obwohl sie von den Eldriges warmherzig aufgenommen wird, kommen schnell Zweifel an ihrem Daseinszweck auf. Denn beide Ehepartner behaupten, der jeweils andere benötige ihre Hilfe. Was ist das Geheimnis, das die beiden miteinander teilen?

Nach der ungewöhnlichen und etwas experimentellen 58. Folge ist mit „Das violette Automobil“ eine etwas klassischere Gruselgeschichte in der wunderbaren Reihe „Gruselkabinett“ erschienen. Der – wie so oft harmlose – Beginn sät erste Ungereimtheiten und Verdachtsmomente in einem lockeren und atmosphärisch gestalteten Gespräch, ohne jedoch zu viel vorneweg zu nehmen. Und das ist es auch, das einen die nächsten Minuten begleitet: Die Gewissheit, dass etwas nicht stimmt, aber die völlige Ahnungslosigkeit, in welche Richtung die Geschichte steuern wird. Die ersten Tage von Georgia, die eine recht typische und ein wenig naive Hauptfigur für diese Art von Geschichte ist, in der neuen Umgebung beschäftigen sich vorrangig mit der Frage, welches Geheimnis die beiden verbergen, und nur ganz langsam kommt dieses ans Licht. Bis zu diesem Zeitpunkt sind keine offensichtlich übernatürlichen Elemente erkennbar, diese offenbaren sich erst im letzten Drittel der Folge. Sie hinterlassen – genauso wie die gesamte Folge – kein verblüfftes Gefühl, das einen völlig in seinen Bann zieht. Hier wird eher auf stimmungsvolle Unterhaltung gesetzt, die das langsame Aufdecken einer nicht ganz reinen Lebensgeschichte in den Vordergrund stellt, aber immer dieses unheimliche Gefühl mit sich zieht.

Wie immer ist die Sprecherliste hervorragend besetzt, jeder einzelne trägt hier zum Gelingen des Gesamtpaketes bei. Den Hauptteil mit Georgia Kane trägt hierbei allerdings Solveig Duda, deren sentimentale Stimme genau zu der gefühlvollen jungen Frau passt. Sowohl die Dialoge als auch die erzählten Texte kann sie mit Leben füllen. Sehr gut gefallen hat mir Doris Gallart als Marian Eldridge, deren warmer und etwas rauer Klang die ältere Dame sehr gut zur Geltung bringt. Ihr Gatte Robert wird von Eckart Dux mit der ihm eigenen Präsenz gesprochen, die er wirkungsvoll platziert. In kleineren Rollen zu hören sind Roland Hemmo, Monika Barth und Sophia Abtahi.

Auch in Sachen Atmosphäre geht diese Folge zwar keine neuen, aber bewährten und immer wieder wirkungsvolle Wege. So kann die Musik die Aura der jeweiligen Szene sehr genau abbilden und so ihre Wirkung unterstützen, während die passgenau eingesetzten Geräusche für zusätzliche Stimmung sorgen können – und das in bewährter Titania-Qualität.

Ein wenig kitschig durfte es auf den Titelbildern zu der Serie ja schon immer sein, und das ist auch bei dieser Folge der Fall. Natürlich ist das namensgebende violette Automobil zu sehen, dass nicht nur in Sachen Zeichenstil recht altmodisch anmutet. Schade nur, dass durch die Abbildung des Fahrers schon einiges von der Auflösung des Ganzen verraten wird.

Fazit: Eine sehr solide Folge der Serie, die zwar keine sonderlich überraschenden Elemente birgt und trotzdem eine gute Stunde lang gut unterhalten kann.

VÖ: 11.November 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4530-4


Gruselkabinett – 58. Pickmans Modell



Erster Eindruck: Dämonische Bilder

Henry Thurber, Mitglied in einem Kunstverein, ist fasziniert von den Gemälden von Richard Upton Pickman, die wahre Schreckensbegebenheiten darstellen und aus den eher konservativen Werken der anderen Teilnehmer herausstechen. Eines Tages lädt der Künstler ihn in sein Atelier ein, um ihm weitere Skizzen und Arbeiten zu zeigen. Immer tiefer dringen die beiden ins Kellergewölbe vor...

Die vielen Geschichten, die das Gruselkabinett bisher erzählt hat, sind ganz unterschiedlich und zeigen zahlreiche Facetten des Genres. Eine weitere steuert auch die 58. Folge der Erfolgsreihe von Titania Medien bei, die den Titel „Pickmans Modell“ trägt und der erneut eine Vorlage von H.P. Lovecraft zugrunde liegt. Hier steht keine Handlung im eigentlichen Sinne im Vordergrund, langsam wird hier auf die Schlüsselszene am Ende hingearbeitet. Unheimliche Andeutungen, stimmungsvolle Dialoge, alles nicht wirklich tempogeladen, sondern auf den jeweiligen Moment bedacht, der seine Wirkung auf den Hörer nicht verfehlt und ihn in eine durchaus gruselige Stimmung versetzt. Erst ganz am Ende, als Henry Thurber durch Pickmans Atelier geführt wird, nimmt die Handlung an Dramatik zu, diese Szene ist von intensiven Beschreibungen und vielen Eindrücken geprägt, die den Schrecken voll offenbaren. Vom leisen Grusel im Hauptteil bis zum schreckensgeladenen Finale, diese Folge hat eine ganz eigene Stimmung und bereichert die Serie mit einer weiteren Variation.

Dietmar Wunders ausdrucksstarke Stimme steht im Mittelpunkt des Hörspiels, mit Henry Thurber hat er die Rolle ergattert, die neben Dialogen auch einiges an Erzähltext beinhaltet. Er ist im Wesentlichen dafür verantwortlich, die unheimlichen Beschreibungen auf den Hörer zu übertragen, was ihm vorzüglich gelingt. Aber auch Sascha Rotermund sorgt als Richard Pickman für viel Grusel und lässt die düstere Seite des Künstlers immer weiter durchscheinen, steigert sich bis zum Finale immer weiter. Stefan Kaminski ist ein guter Gesprächspartner von Dietmar Wunder und hält sich seiner Rolle angemessen eher im Hintergrund. Ansonsten sind noch Matti Klemm, Hans Teuscher und Friedrich Georg Beckhaus zu hören.

Atmosphärisch spielt diese Produktion wieder auf höchstem Niveau mit. An diesem Beispiel wird besonders deutlich, wie eng das Produzententeam den Sound an die Geschichte anpasst: Ist die Musik im Hauptteil noch eher dezent, aber stimmungsvoll, schallt nach dem großen Finale eine donnernde Melodie aus den Boxen, die die Offenbarung der Szene eindrucksvoll zu unterstreichen weiß.

Wie füreinander geschaffen ergänzen sich hier die übliche Covergestaltung mit dem Säulenrahmen und das eigentliche Motiv, das einen der spärlich beleuchteten Kellergänge zeigt, den Thruber hier herab schreitet. Viele kleine Gemälde hängen an den kahlen Steinmauern und geben einen kleinen Eindruck von den vielfältigen Werken Pickmans und zeigen die Detailverliebtheit von Illustrator Firuz Askin.

Fazit: Ein sehr langsamer, aber stimmungsvoller Aufbau, der zu einem eindrucksvollen Finale führt – wieder eine hervorragende Folge aus dieser Reihe.

VÖ: 11.November 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4529-8


Gruselkabinett – 57. Aylmer Vance – Neue Abenteuer eines Geistersehers -2-



Erster Eindruck: Ohnmachtsanfälle und ein altes Schloss

Colonel Verriker ist ratlos. Seine Tochter Beryl fällt immer wieder unerwartet in eine Art Trance, an die sie sich später nicht mehr erinnern kann. Er zieht Aylmer Vance und einen Freund Dexter zu Rate, die einige Zeit mit der jungen Dame verbringen und bald tatsächlich einen der seltsamen Anfälle beobachten. Ein zweiter Fall führt die beiden in ein altes Schloss, in dem so allerlei ungewöhnliche Dinge vor sich gehen...

Mit der 57. Folge der Reihe „Gruselkabinett“ von Titania Medien ist gleichzeitig auch der vierte und somit letzte angekündigte Teil um Aylmer Vance erschienen, der in übernatürlichen Fällen ermittelt und mit seinem treuen Begleiter Dexter ein unschlagbares Duo bildet. Auch hier sind wieder gleich zwei voneinander getrennte Fälle geschildert, die nur die beiden Hauptfiguren gemeinsam haben. Erzählt wird auch hier wieder aus der Sicht von Dexter, der die bereits vergangenen Fälle schildert, aber immer in die Entscheidungsprozesse von Aylmer Vance eingebunden wird und so tiefe Einblicke in den Verlauf der Geschichte gewährt. Schön ist, dass hier anfangs vieles im Unklaren gehalten, die einzelnen Modalitäten der Fälle nur langsam aufgedeckt werden. So entsteht eine sehr unheimliche Stimmung, die sich immer weiter zu steigern weiß. Auch dass im ersten Fall rund um Beryl Verriker vorerst gar nicht klar ist, ob es sich um ein übersinnliche Phänomen handelt, ist der Wirkung der Geschichte sehr zuträglich. Diese Episode ist recht außergewöhnlich und rundum gut gelungen. Der zweite Teil dieser CD um das unheimliche Schloss ist da schon etwas klassischer und kombiniert bereits bekannte Motive, ist aber ebenso unterhaltsam und kurzweilig umgesetzt worden. Die Mini-Serie um Vance und Dexter hat insgesamt frischen Wind in das Gruselkabinett gebracht und mal eine andere Seite des Genres gezeigt, nun freue ich mich aber auch wieder auf den weiteren Verlauf mit ganz neuen Geschichten.

Ekkehardt Belle kann wie in den vergangenen drei Folgen die Figur des Dexter sehr lebendig gestalten und den medial begabten Mann sowie die interessante Beziehung zu Aylmer Vance genau ausloten. Maria Koschny ist als Gastsprecherin in der Rolle der Beryl Verriker zu hören, deren warme und einprägsame Stimme sehr gut zu der zerbrechlich wirkenden Frau passt. In der zweiten Episode fällt die grandiose Regina Lemnitz wie immer positiv auf, vielleicht auch, weil sie die Figur der Mrs. Smith trotz ihrer Kürze sehr lebendig gestaltet. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Hannes Maurer und Michael Pan.

Stephan Bosenius und Marc Gruppe, die beiden Köpfe hinter Titania Medien, schaffen es immer wieder, die richtige stimmungsvolle Musik für die Geschichten zu finden und sie sanft darin einzubetten, sodass sie eine enge Symbiose eingehen. So wirken die beiden Episoden noch intensiver und haben eigene Nuancen, die sie voneinander unterscheiden. Wie immer eine hervorragende Leistung auf diesem Gebiet.

Die Gestaltung der Serie hat sich seit Beginn stark gefestigt und überzeugt neben der Übersichtlichkeit und dem hübschen Rahmen auf dem Cover auch mit den romantischen Zeichnungen von Firuz Askin. Hier sind die geisterhaften Erscheinungen einer Mutter mit ihrem Kind dargestellt, die das alte Anwesen der zweiten Geschichte heimsuchen. Schön ist, wie immer wieder die längst vergangene Zeit lebendig wird.

Fazit: Die letzte Folge des Detektivduos hat zwei sehr unterschiedliche Geschichten parat, die beide ihren ganz eigenen Reiz entfalten können.

VÖ: 16.September 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4563-2


Gruselkabinett – 56. Aylmer Vance – Neue Abenteuer eines Geistersehers -1-



Erster Eindruck: Rückkehr des übersinnlichen Detektivgespanns

Aylmer Vance und sein medial begabter Freund Dexter werden zu einem mysteriösen Fall nach Schottland gerufen. Paul Devenant klagt über Blutarmut, doch die Ärzte sind ratlos. Seine Frau, eine ätherische Schönheit, scheint der Schlüssel zu sein. Auch ein lärmender Poltergeist macht dem übersinnlichen Detektivduo zu schaffen und fordert ihre ganzen Fähigkeiten...

Doppelfolgen haben seit geraumer Zeit Tradition im titanschen Gruselkabinett. Dass sich vier Folgen um die gleichen Protagonisten drehen, ist aber seit der grandiosen Umsetzung von Dracula aber noch nicht passiert. „Aylmer Vance“, eine Art Sherlock Holmes des Übernatürlichen, hat schon in zwei Folgen überzeugt und ist nun als Nummer 56 und 57 der Serie zurück. Jeweils zwei kürzere Episoden finden Platz auf einer CD, sodass die Themenwahl immer recht abwechslungsreich ist und viele Gebiete der Geisterwelt abdecken können. Vampirismus und Geistererscheinungen werden in der 56. Folge behandelt, und wieder kann diese einzigartige Atmosphäre der Serie heraufbeschworen werden, die sie so unvergleichlich macht. Schnell kann man sich in der Geschichte versinken lassen und wird völlig in sie hineingezogen. Doch leider ist die erste Episode zu sehr großen Teilen nur auf Erzählungen verschiedener Personen aufgebaut, sodass alles ein wenig gemächlich wirkt und kaum Gefühle transportieren kann. Sie wirkt statisch und ist kaum von dem Leben erfüllt, das man von der Serie erwarten kann. Das ist in der zweiten Episode mit dem unheimlichen Poltergeist schon viel besser gelöst, hier gefällt der langsame Aufbau, der sich zu einem ansehnlichen Finale steigert. Aylmer Vance ist nicht gerade typisch für die Serie und kombiniert atmosphärischen Grusel mit Detektivarbeit, ist ein gelungenes Experiment, kann aber hier nicht seine volle Stärke ausspielen.

Lobenswert ist wieder der Einsatz der Sprecher, die allesamt ihre Rollen mit Leben erfüllen können. Simon Jäger ist als Paul Devenant zu hören, seine markante Stimme kann die Gefühlslage des Mannes gut widerspiegeln, auch in den längeren Erzählpassagen kann er überzeugen. Sehr gut gefällt mir Eva Michaelis als Jessica Devenant, die mit ihrer weichen, klaren Stimme die geheimnisvolle Frau sehr überzeugend darstellt. Hans-Georg Panczak ist natürlich wieder als Aylmer Vance zu hören und der interessanten Figur neue Seiten abgewinnen. Weitere Sprecher dieser Folge sind Axel Lutter, Schaukje Könning und Henri Färber.

Wie oben bereits gesagt kann die akustische Umsetzung der Geschichte wieder voll überzeugen. Sanfte Melodien legen sich um die Handlung wie eine weiche Decke und malen die einzelnen Szenen weiter aus. Dabei greifen sie immer die Stimmung der jeweiligen Passage auf und verbinden sich gekonnt mit den eingesetzten Geräuschen zu einem homogenen Gemisch.

Sehr ansehnlich ist auch die Covergestaltung gelungen, mit diesem Motiv wird wieder die Aufmerksamkeit der Käufer erweckt. Jessica Devenant beugt sich über ihren Geliebten, der schlaff in ihren Armen liegt. Die weißen und roten Farbtöne bilden einen reizvollen Kontrast, und ergänzt sich sehr gut mit dem hübschen Rahmen mit der Säulengestaltung.

Fazit: Nicht unbedingt die stärkste Folge der Serie, da die erste Geschichte zu statisch wirkt. Die Atmosphäre kann aber wieder überzeugen.

VÖ: 16.September 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4562-5


Gruselkabinett – 55. Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers -2-



Erster Eindruck: Ein übersinnliches Detektivduo

Aylmer Vance wird von seinem Freund Mike auf einen Maskenball mitgenommen – eher gegen seinen Willen. Doch kurz nach ihrer Ankunft erblickt er eine wunderschöne Frau in einem altertümlichen grünen Gewand, doch schnell verliert er sie aus den Augen. Er begibt sich auf die Suche nach der unbekannten Schönen, die ihm immer wieder entwischt...

Weiter geht es mit den „Abenteuern eines Geistersehers“ Aylmer Vance, die einige Folgen des Gruselkabinetts von Titania Medien füllen werden. Diese zweite Geschichte beginnt erneut mit einem Gespräch zwischen Aylmer und seinem treuen Freund Dexter, was den Rahmen für die eigentliche Handlung bildet – der Geisterseher berichtet von den vergangenen Ereignissen. Die sind von Beginn an schon sehr atmosphärisch, was an der besonderen Stimmung des Maskenballes liegt. Mit dem Auftauchen der fremden Frau, die das Mysteriöse in die Geschichte bringt, ist man dann auch als Hörer schon völlig in die Geschichte versunken und lauscht den stimmungsvollen und unheimlichen Begegnungen. Wieder wurde es geschafft, in eine andere Welt zu entführen und dort mit mysteriösen Ereignissen zu spielen. In einer zweiten Episode auf dieser CD wird das Genre Detektivhörspiel stärker betont. Hier kommt tatsächlich so etwas wie „Holmes und Watson“-Stimmung auf, die auf der Hülle angepriesen wird. Mir persönlich gefallen beide Teile – die melancholische erste Erzählung und das Detektiv-Abenteuer, beide haben ihren Reiz und bieten kurzweilige Unterhaltung. Und das wie immer auf dem besten Standard, den das Label seit mittlerweile 55 Folgen halten kann.

Auch in dieser Folge des Gruselkabinetts sind die Sprecher wieder wunderbar, sämtliche Rollen sind mit professionellen und engagierten Schauspielern besetzt. So kann beispielsweise Ekkehardt Belle als Dexter überzeugen, versprüht er doch einen etwas spröden Charme und eine gekonnte Mischung aus Neugierde und vornehmer Zurückhaltung. Marie Bierstedt spricht die unbekannte Schöne und kann die Melancholie der Figur vortrefflich einfangen, ihre angenehm sanfte Stimme passt auch hier ganz hervorragend. Uschi Hugos unverwechselbarer Klang im zweiten Teil der Folge ist ebenfalls ein kleines Highlight. Weitere Sprecher sind Johannes Berenz, Almut Egert und Michael Deffert.

Die musikalische Umsetzung der beiden Episoden ist gut gelungen, hat doch jede neben der unheimlichen Grundstimmung ihre eigenen Nuancen passend zum jeweiligen Verlauf zu bieten. Einige ausgewählte Geräusche lassen hingegen alles noch eindringlicher und glaubwürdiger wirken – wieder einmal eine nahezu perfekte Umsetzung des gegebenen Stoffes.

Eine einsame Dame schreibt an einem Pult in ein Buch, während vor ihrem Fenster eine geisterhafte Erscheinung zu sehen ist – das Besondere erhält das Titelbild allerdings durch den ganz eigenen Look, der stets in vergangenen Zeiten angesiedelt ist. Auch hier funktioniert das Coverkonzept mit den Säulen gepaart mit der romantischen Darstellung sehr gut.

Fazit: Auch die zweite Folge rund um Aylmer Vance kann mit ihrer besonderen Stimmung überzeugen und vereint das klassische Genre mit neuen, ungewöhnlichen Elementen.

VÖ: 20.Mai 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4504-5


 

Gruselkabinett – 54. Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers -1-



Erster Eindruck: Seancen mit Folgen

Das junge Ehepaar Annie und George Sinclair entdeckt ein altes Schmuckstück. Bei einem Medium, das sie nach der ursprünglichen Besitzerin fragen, bekommen sie lediglich eine Warnung vor weiteren Nachforschungen. Und tatsächlich – nach einigen Seance mit Annie brauchen die beiden dringend die Hilfe von Aylmer Vance, der in übernatürlichen Dingen sehr bewandert ist...

Das Gruselkabinett von Titania Medien ist immer wieder dafür bekannt, auch unbekannte Geschichten zu vertonen und so einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dazu gehören nun auch die Geschichten von Alice & Claude Askew, die von dem Geisterseher Aylmer Vance erzählen. Vier Folgen sind mit ihm geplant, die ersten beiden sind nun in einer Box erschienen. Im Mittelpunkt der ersten Folge steht ein Drama um ein junges Ehepaar, welches in ihrem Interesse für das Übernatürliche große Schrecken zu erdulden haben. Durch die Figur des Aylmer Vance kommt ein wenig Detektiv-Flair hinzu, der auf seine ganz spezielle Art ermittelt und eine sympathische Hauptfigur abgibt. Den eigentlichen Reiz zieht die Geschichte aber aus ihrer schaurigen Stimmung, ein leichter Hauch von Grusel umgibt die Handlung. Stets ist einem bewusst, dass sich die Protagonisten nicht in Sicherheit wiegen können, stets ist das Übernatürliche spürbar, mal vordergründiger, mal weniger. Diese Kombination aus Schauerromantik und deutlichen Spuren von Detektiv-Geschichten ist neuartig und spannend, zumal diese erste Geschichte eine gute Grundlage bietet. Und schon hat man Lust, sich auch die anderen Abenteuer von Aylmer Vance anzuhören.

Wie immer ist die Besetzung der einzelnen Personen hervorragend, sodass alles sehr organisch und glaubhaft wirkt. Hans-Georg Panczak ist in der Rolle des Aylmer Vance zu hören und es macht richtig Spaß, der gekonnten Mischung aus Coolness, dem Sinn für das Übernatürliche und seiner markanten Stimme zu lauschen. Sabine Arnhold spricht Annie Sinclair, die beide Seiten der jungen Frau mit Hingabe und treffender Betonung spricht. Ihr Gatte George wird von Matti Klemm gesprochen, der besonders gut seinen Eifer und das leicht Fanatische für das Übersinnliche darstellen kann. Weiterhin zu hören sind auch Antje von der Ahe, Eva-Maria Werth und Monika Barth.

Die große Stärke der Serie liegt neben der Auswahl der passenden Geschichten und den wunderbaren Sprechern insbesondere auch in der atmosphärischen Gestaltung liegt. Eine dustere, aber nicht dunkle Klangwelt wird hier geschaffen, die die geheimnisvollen Elemente, das Hintergründige betont und völlig ohne heftige Effekte oder allzu laute Musik auskommt, sondern die Geschichte sachte begleitet.

Das Titelbild dieser ersten Folgen ziert zugleich auch die Box, die die ersten beiden Folgen von Aylmer Vance' Abtenteuern umfasst. Zu sehen ist – natürlich im typischen Stil der Serie – eine Seance, bei der in kühlen Blautönen im Hintergrund der Geist einer verstorbenen Frau zu sehen ist. Nur die Titelbeschreibung auf den Rückseiten hätte etwas variabler ausfallen können.

Fazit: Wieder überrascht die Serie mit einer ungewöhnlichen Geschichte, schön schaurig, abwechslungsreich, aber mit einigen klassischen Elementen. Schön, dass es hier weitergehen wird!

VÖ: 20.Mai 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4503-8


Gruselkabinett – 53. Die Herrenlose



Erster Eindruck: Unheimliches auf hoher See

Nach einem schweren Sturm entdeckt die Besatzung der Bheopte ein herrenloses Schiff. Die Neugierde der beiden Passagiere Cantance und Eleanor Main ist geweckt, und so überreden sie Captain Gannington und einige Mitglieder der Mannschaft, das Wrack zu erkunden – und erleben eine schreckliche Nacht, die sie so schnell nicht mehr vergessen werden...

Mit „Die Herrenlose“ reiht sich die mittlerweile 53. Folge in das Gruselkabinett von Titania Medien ein, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Meisterwerke der Schauerromantik als aufwändig produzierte Hörspiele umzusetzen. Dabei werden durchgängig sehr starke Folgen produziert – doch was hier geboten wird, gehört eindeutig zu den besten Folgen der Serie. Der Anfang startet noch recht gemächlich, nach der stimmungsvollen Einleitung des Erzählers werden vorerst die Charaktere vorgestellt. Diese Szenen sind kurzweilig und interessant erzählt, doch spätestens mit der Entdeckung des herrenlosen Schiffs wird auch der letzte Hörer gebannt zuhören, eindeutig gibt es hier einige Geheimnisse aufzudecken. Und schon die ersten Schritte auf dem Schiff verstärken dieses Gefühl, alles wird noch mystischer, ohne verworren zu wirken. Immer neue Ereignisse fügen schließlich ein beeindruckendes Gesamtbild zusammen, welches auch für Geübte Mystery-Hörer überraschend anders sein dürfte. Diese Folge lebt von dem stets Ungewissen, den Vermutungen der Besatzung und den neuen Schrecken, die sich immer wieder auftun – so atmosphärisch dicht war die Reihe schon lang nicht mehr, trotz hervorragender Vorgängerfolgen. Eine ganz klare Empfehlung auch für Leute, die diese Serie bisher nicht kannten.

Die Besetzung der Rollen ist erneut mehr als nur gelungen, viele altbekannten Stimmen sorgen für die richtige Stimmung. Almut Eggert beispielsweise, die Eleanor Main mit der ihr eigenen Stimmfarbe etwas Einzigartiges verleiht und in jeder Situation konsequent ihren Charakter formt. Constance, Eleanors Tochter, wird von Antje von der Ahe gesprochen, auch die kann mit fein nuancierter Stimme Feinheiten der Geschichte erkunden. Johannes Berenz spricht Dr. Dark, aus dessen Sicht die Handlung erzählt wird, seine einprägsame Stimme und intensive Sprechweise macht jede Szene zu einem Erlebnis. Weitere Sprecher sind Hans Teuscher, Stefan Kaminski und Friedrich Georg Beckhaus.

Die richtige Atmosphäre zieht „Die Herrenlose“ neben den stimmungsvollen Dialogen und der gewählten Ausdrucksweise insbesondere aus passend ausgewählter Musik. Mal verschwindet sie leise im Hintergrund, mal tritt sie laut nach vorne und gestaltet die Szenen offensiver, was einen sehr dynamischen Eindruck verleiht. Dazu trägt auch die vielfältige Geräuschkulisse bei.

Auf dem Cover ist die Szene zu sehen, in der die Gruppe Erkundungswilliger mit einem kleinen Ruderboot richtig herrenlosem Segelschiff fährt – wieder einmal in stimmungsvollen Farben umgesetzt. Der Sonnenuntergang verleiht in Tönen von intensivem Gelb bis zu Violett einen ganz eigenen Look und stellt „Die Herrenlose“ auch optisch in den Mittelpunkt.

Fazit: Eine extrem stimmungsvolle Folge, die einen sofort in ihren Bann zieht und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Ein Highlight, nicht nur innerhalb der Serie!

VÖ: 15. April 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4477-2


Gruselkabinett – 52. Tauben aus der Hölle



Erster Eindruck: Merkwürdiger Titel, tolle Folge

Auf einer Reise durch die USA entdecken die beiden Freunde Griswell und John ein verlassenes Anwesen, in dem sie die folgende Nacht verbringen wollen. Doch schon bald schlägt die Freude in Schrecken um, denn unheimliche Erscheinungen plagen Griswell. Und schon bald wird er vom Sheriff eines schrecklichen Mordes bezichtigt...

Die Veröffentlichungen von Titania Medien konzentrieren sich immer auf zwei Zeiträume im Jahr, weswegen nun schon, kurz nach den beiden letzten Folgen, wieder neue Geschichten aus dem Gruselkabinett erzählt werden. Den Anfang macht dieses mal „Tauben aus der Hölle“ - hier wird glücklicherweise weit mehr gehalten als der beim ersten mal hören seltsame Titel verspricht. Denn hier treiben keineswegs blutgierige Vögel ihr Unwesen, es ist eine lupenreine Geistergeschichte, die mit ihrer unheimlichen Atmosphäre zu überzeugen weiß. Schon kurz nach dem Beginn findet eine sehr düstere Szene statt, auf die die gesamte Geschichte basiert und die im typisch dichten Titania-Stil umgesetzt wurde, vielleicht mit ein wenig mehr Schock-Effekten als üblich. Auch danach geht es ziemlich schaurig zu, eine Geistererscheinung sucht das Haus heim, wovon auch der Zuhörer nicht verschont wird. Das bietet Potenzial für viele wunderbare Szenen, die für ein sehr intensives Hörerlebnis sorgen. Diese Folge bietet eine wirkliche Auflösung, was hinter diesem rachsüchtigen Geist steckt, die Ereignisse der Vergangenheit werden aufgeklärt. Im Gegensatz zu anderen Folgen nimmt es der Geschichte etwas die Mystik, trotzdem vermag auch dieser Ansatz zu gefallen und bringt Abwechslung in die Serie. Eine Folge, die sich sehr gut in diese wunderbare Reihe einfügt und solide fortführt.

Die Besetzung der Rollen mit fähigen und zu den Charakteren passenden Sprecher hat Titania immer sehr wichtig genommen, diese Folge bildet da keine Ausnahme. Tim Schwarzmaier spricht Griswell und kann den jungen Mann in allen Facetten beleuchten, vom unternehmungslustigen Abenteurer bis zum psychisch Labilen, nachdem er einige Schrecken erdulden musste, trifft er jede Situation auf den Kopf. Sein Vater, Micael Schwarzmaier, spricht hier den Sheriff Buckner, der etwas nüchterner an sie Sache heran geht und dieses auch mit seiner Stimme ausdrückt – ein guter Gegenpart. Patrick Roche sorgt anfangs als John Branner für die oben erwähnte, unheimliche Anfangsszene. Weitere Sprecher sind Friedrich Georg Beckhaus sowie Katharina und Caroline Schwarzmaier.

Die Atmosphäre der Serie ist unverwechselbar, und auch hier wurde trotz aller Kontinuität wieder etwas ganz eigenes geschaffen, welches die Geschichte zum Wirken bringt. Dazu wurden Musikstücke ausgesucht, die sich eng um die Szenen legen und ihnen die düstere Stimmung verleihen und die Sprecher unterstützen. Auch Geräusche sind zahlreich und wohl platziert eingefügt.

Das große, verfallene Herrenhaus, in dem sich der Großteil der Handlung abspielt, ist auf dem Cover in dem romantischen Look der Serie zu sehen, auch die Tauben aus dem Titel haben ihren Platz darauf gefunden – obwohl sie in der Handlung kaum eine Rolle spielen. Die Atmosphäre der Geschichte ist wieder einmal ziemlich gut eingefangen worden.

Fazit: Eine wunderbare Grundstimmung, viele schaurige Szenen und ein Ende, welches kaum eine Frage offen lässt – die Zutaten wurden hier fein aufeinander abgestimmt.

VÖ: 15. April 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4476-5


Gruselkabinett – 51. Die Mumie



Erster Eindruck: Die andere Seite des Arthur Conan Doyle

Seit einiger Zeit lebt der junge Student Abercrombie Smith in einem Wohnheim, doch mit seinen Nachbarn hatte er bisher kaum etwas zu tun. Das ändert sich, als er sich mit Edward Bellingham und William Monkhouse Lee anfreundet und bald deren dunkles Geheimnis kennenlernt: Eine alte ägyptische Mumie, die mehr Geheimnisse birgt, als es auf den ersten Blick scheint...

Sir Arthur Conan Doyle – wer kennt ihn nicht? Der britische Autor ist durch seine Geschichten über den genialen Privatdetektiv Sherlock Holmes weltberühmt geworden. Doch abseits dieser Figur hat er sich auch anderer Werke gewidmet – und eine davon ist als 51. Folge des Gruselkabinetts von Titania Medien umgesetzt worden: Die Mumie. Wie immer beginnt das Hörspiel – nach einer unheilvollen Ankündigung von Abercrombie Smith – eher ruhig und beschaulich, indem die Grundzüge der Charaktere vorgestellt werden. Erst langsam vermag sich die Geschichte zu steigern, spätestens ab der Beschreibung der Mumie schwingt aber viel unheilvolle Stimmung mit. Der Mittelteil zieht seine Spannung aus der Tatsache, dass vieles ungewiss ist, man aber das drohende Unheil förmlich greifen kann. Im letzten Drittel zieht die Handlung dann noch einmal richtig an, und dann wird es richtig spannend und gruselig – ein wunderbarer Abschluss, der den Hörer etwas erstaunt zurücklässt und ihn in seinen Bann ziehen kann. Eine wunderbare Folge der Serie, die mal wieder so wichtig unheimlich und düster ist.

Wie eigentlich immer setzt Titania Medien nicht zwingend auf berühmte Namen, sondern auf professionelle und äußerst fähige Sprecher. Bene Gutjan ist in der Hauptrolle des Abercrombie Smith wunderbar aufgehoben, schafft mit seiner intensiven Sprechweise zusätzliche dramatische Stimmung und kommt auch mit der Doppelrolle als Erzähler und handelnde Person gut zurecht. Hannes Maurer spricht Edward Bellingham und glänzt besonders am Ende mit einer sehr glaubwürdigen und flüssigen Sprechweise. Max Felder macht das Herrentrio komplett, auch er geht auf die Eigenheiten seines Charakters besonders gut ein und rückt so das Geschehen näher an den Hörer heran. In weiteren Rollen sind unter anderem Alexander Turrek, Frank Schaff und Dagmar von Kurmin zu hören.

In Sachen Atmosphäre geht man beim Gruselkabinett seit jeher sehr genau auf die jeweilige Folge ein, und so ist es nicht verwunderlich, hier teilweise Klänge zu hören, die Einflüsse des alten Ägyptens haben und orientalische Stimmung verbreiten. So entsteht mal wieder eine sehr dichte und eingängige Atmosphäre, die durch den geschickten Einsatz von Geräuschen unterstützt und verstärkt wird.

Die Titel gebende Mumie ist auf dem Cover abgebildet und verleiht gleich einen ersten Eindruck von seinem Aussehen. Auch Teile des Sarkophages sind zu sehen – eine typische Illustration für die Serie, die mal wieder sehr stimmungsvoll geraten ist. Die übrige Gestaltung orientiert sich wieder an dem Coverdesign mit den imposanten Säulen.

Fazit: Die unheilvolle Stimmung des Mittelteils und die sich stetig steigernde Spannung, die sich in einem grandiosen Finale entlädt, machen „Die Mumie“ zu einer hervorragenden Folge des Gruselkabinetts.

VÖ: 18. März 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4471-0


Gruselkabinett – 50. Das Gespenst von Canterville



Erster Eindruck: Spuk in alten Gemäuern

Um in England einen angemessenen Wohnsitz beziehen zu können, kauft Familie Otis ein altes Schloss, trotz der Warnungen des Besitzers. Anfangs können die Amerikaner bis auf einen störenden Blutfleck nichts Schlechtes erkennen, doch dann offenbart sich ein Gespenst, dass seit langer Zeit das Schloss bewohnt – aber Familie Otis wird sich doch von so einer Kleinigkeit nicht unterkriegen lassen...

Atmosphärische Dichte, unheimliche Szenen, unerklärliche Ereignisse, die Konfrontation mit dem Übernatürlichen – das ist es, was man vom Gruselkabinett von Titania Medien meist erwarten darf. Ganze 50 Folgen wurden bisher veröffentlicht, und zum Jubiläum gibt es eine besondere Geschichte, die sich viele Hörer gewünscht haben: Das Gespenst von Canterville des britischen Autors Oscar Wilde. Zugegeben, es ist keine wirkliche Gruselgeschichte, die da zum Jubiläum präsentiert wird, dazu ist das Gespenst einfach nicht unheimlich genug. Im Gegenteil, schnell schließt man den etwas tollpatschigen Geist in sein Herz, genau wie es die Familie Otis schon nach kurzer Zeit tut. Es gibt viele recht beschwingte Momente – wobei hier alles daran gesetzt wurde, alles zumindest ein bisschen gruselig wirken zu lassen. So ist beispielsweise der erste Auftritt des Geistes effektvoll und recht laut in Szene gesetzt worden, die typische, warme Atmosphäre und die gediegene Sprache der Serie sind auch hier wieder vorhanden und machen das Ganze zu guten und unterhaltsamen Hörspiel. Und mal ganz ehrlich: Interessiert es da wirklich, ob die Geschichte wirklich in die Serie passt? Mir jedenfalls hat es mal wieder äußerst gut gefallen.

Natürlich darf man sich auch in der Jubiläumsfolge auf einige wunderbare Sprecher freuen, die der Geschichte Leben einhauchen. Stolz auf der Rückseite der CD wird Gudrun Landgrebe präsentiert, die auch im Medium Hörspiel zeigt, was sie kann – ein glanzvoller Auftritt in der Rolle der Lucretia Otis, den sie mit viel Präsenz darbietet. Boris Tessmann spricht ihren Gatten Hiriam und ergänzt sie sehr gut, auch er kann seine Rolle glaubwürdig gestalten. Im Mittelpunkt steht aber Fiedroch Georg Beckhaus als Sir Simon de Canterville, seine vielfältige Interpretation umfasst viele Facetten und gibt der Handlung die die richtige Würze. Wunderbar auch die vier Kinder der Familie Otis, gesprochen von Jan Panczak, Annina Braunmiller, Mathis Färber und Alexander Mager.

Das wohl größte Steckenpferd des Gruselkabinetts ist wohl immer noch die bestechende Atmosphäre, die auch in der 50. Folge außerordentlich einnehmend ist. Wie ein dichter Mantel legt sich die anmutige Musik um die Geschichte und entführt den Hörer in eine vergangene Zeit, fängt die Stimmung in dem alten Schloss ein und kann sowohl erheiternde wie dramatische Szenen entstehen lassen – hervorragend!

Natürlich ist auch hier wieder Firuz Askin für die Coverillustration verantwortlich, seine Werke geben seit 50 Folgen der Serie ein Gesicht. Blau schimmernd und durchscheinend sitzt das Gespenst auf einer Treppe und zeigt gleich, dass hier nicht mit allzu viel Grusel gerechnet werden darf. Und auch hier bewährt sich das Design mit den alten Säulen ganz hervorragend.

Fazit: Nicht gerade typisch für die Serie, kaum wirklich gruselige Stimmung, aber eine wunderbare Geschichte mit hervorragenden Stimmen und der typischen Atmosphäre – eine gelungene Jubiläumsfolge!

VÖ: 18. März 2011
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4470-3


Gruselkabinett - 49. Der weiße Wolf

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Erster Eindruck: Wind- und Wolfsgeheul

Im verschneiten Harzgebirge lebt der gestrenge Vater Krantz mit seinen Kindern, insbesondere seine Tochter Kristina hat unter seinen Launen zu leiden. Doch das Leben der kleinen Familie ändert sich schlagartig, als Ludmilla und Wilfired ankommen, die dringend Unterkunft und Schutz vor den umherziehenden Wölfen suchen. Die Kinder bemerken eines nachts etwas sehr Merkwürdiges...

Viele Geschichten des Gruselkabinetts sind schon bekannt, vielleicht hat man auch nur den Titel schon einmal gehört, bei anderen ist zu mindestens der Autor ein Begriff. Doch immer wieder werden hier auch Überraschungen präsentiert, bei denen beides ganz und gar unbekannt ist. Die 49. Folge trägt beispielsweise den Titel "Der weiße Wolf" und stammt von Frederick Marryat. Der Aufbau ist eigentlich typisch für diese Serie, doch die anfängliche Szene erklärt vorerst die Hintergründe der Familie und deren Struktur, was immer wieder Einfluss auf den weiteren Verlauf haben wird. Danach geht es etwas gemächlicher - aber keinesfalls langwierig - zu, die Spannung auf das Kommende stiegt dabei trotzdem. Und man wird nicht enttäuscht, die merkwürdigen Ereignisse häufen sich und führen den Hörer in eine mysteriöse Welt mit interessanten und undurchsichtigen Charakteren. Dies steigert sich immer weiter und führt vielleicht nicht zu einem Herzschlag-Finale, aber zu einem dramatischen Höhepunkt und einem wirklich gelungenen Schlusspunkt. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger stehen hier mehr die Entwicklung der Ereignisse im Vordergrund, wodurch die Geschichte ihre Wirkung durch gänzlich andere Mittel erzielt. "Der weiße Wolf" ist wohl nicht die stärkste Folge, die es je im Gruselkabinett gab, ist aber immer noch auf höchstem Niveau und mit einer packenden Geschichte ausgestattet.

Der noch recht junge Nicolas Artajo, der schon in vielen anderen Produktionen positiv auffiel, kann auch hier wieder begeistern und mit einer anderen Facette seines Könnens überraschen. Sowohl in der Rolle des Armin als auch in den Passagen, in denen er als Ich-Erzähler fungiert, macht er eine sehr gute Figur und verleiht der Geschichte durch seine intensive Sprechweise zusätzliche Dramatik. Als Ludmilla ist die wunderbare Bettina Weiß zu hören, die mysteriös und geheimnisvoll klingt, ohne zu sehr abzuheben oder zu übertreiben - sehr gute Leistung! Auch Peter Reinhardt verdient als herrischer Krantz großes Lob, stellt er dies doch gekonnt und überzeugend dar. Weitere Sprecher sind unter anderem Max Felder, Petra Barthel und Gabrielle Pietermann.

Die einsame Stimmung des verschneiten Harzgebirges wird wieder von einer intensiven und stimmungsvollen Atmosphäre eingefangen. Leise Musik schallt aus den Boxen, meist klassischer Natur, und sorgt für schaurige Stimmung, während die passenden Geräusche das Geschehen greifbarer machen, so ist zum Beispiel viel Windgeheul zu hören.

Beim Cover hat Firuz Askin sich mal wieder selbst übertroffen. Die geheimnisvolle Frau mit dem weißen Pelz, den langen, krallenartigen Fingernägeln und den gelb leuchtenden Pupillen hat beim Betrachten eine starke Wirkung auf den geneigten Hörspielkäufer und scheint diesen direkt anzusehen - sehr ansprechend gestaltet.

Fazit: Diese Geschichte versprüht eine geheimnisvolle Aura und stellt die Geschehen in den Bergen in den Vordergrund - Spannung und Unterhaltung ist so garantiert.

VÖ: 12. November 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4392-8


Gruselkabinett - 48. Die Squaw

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Erster Eindruck: Schwarze Katzen und eiserne Jungfrauen

In den Flitterwochen bereisen George und Amelia Price Deutschland und sind gerade im malerischen Ort Frankfurt angekommen. Dort lernen sie Elias Hutcheson kennen, der das junge Paar zu einer Besichtigung einer alten Burg inklusive Folterkammer überredet. Besonders Amelias Unmut wächst, als sie die Grausamkeit des Mannes entdeckt...

Bram Stoker ist zweifellos einer der berühmtesten Autoren von Schauerromanen, doch Dracula ist und bleibt sein berühmtestes Werk. Das er durchaus noch andere, wunderbare Geschichten geschrieben hat beweist "Die Squaw", die als 48. Folge Einzug in das Gruselkabinett von Titania Medien gefunden hat. Diese Geschichte lebt von ihren starken, emotionsgeladenen Bildern, die geradezu zelebriert werden - Momente, die in der Wirklichkeit vielleicht einige Sekunden dauern, werden hier minutenlang und in kleinsten Einzelheiten beschrieben. So überträgt sich die schaurige Stimmung sehr intensiv auf den Hörer, der sich ganz in den genauen Beschreibungen verlieren kann. Es werden starke emotionale Reaktionen, insbesondere von Amelia Price, benutzt, um den Hörer das Geschehen näher zu bringen. Die Geschichte ließe sich dabei in wenigen Sätzen zusammenfassen, sie lebt absolut vom Moment und gewinnt gerade dadurch ihre Stärke. Die vielen unterschiedlichen mystischen Motive fügen sich am Ende überraschend sinnvoll zusammen, woraus die Folge weitere Stärke zieht. Eine wirklich gruselige Geschichte, gepaar mit der wunderbaren Atmosphäre - das ergibt wieder einen Volltreffer für Titania Medien.

Gerade einmal sechs Sprecher sind für dieses Hörstück notwendig, wobei man auf altbekannte wie unverbrauchte Stimmen gleichfalls trifft. Besonders beeindruckend ist Reinhilt Schneider, die trotz des nicht mehr ganz jugendlichen Alters perfekt die Rolle der frisch verheirateten Amelia Price vertont und gerade die intensive Gefühlswelt der jungen Frau hörbar macht. Ihr Mann George wird von Viktor Neumann gesprochen, er stellt den etwas ruhigeren Gegenpol zur aufgebrachten Amelia dar und kann dies mit sehr überzeugender Leistung tun. Sehr stimmungsvoll ist der Einsatz von Axel Lutter als Museumsführer, er sorgt für die gruselige Atmosphäre bei den genauen Beschreibungen der Folterinstrumente. Die anderen drei Sprecher sind Frank Gustavus, Bettina Weiß und Boris Tessmann.

Zu der absolut hohen Qualität der akustischen Gestaltung von Stephan Bosenius und Marc Gruppe muss kaum noch ein Wort verloren werden, längst haben sie ihren Ruf als hervorragende Produzenten erlangt. Einmal mehr beweisen sie hier, dass Gruselhörspiele besonders gut mit den leisen Tönen harmonieren und keine lauten, knalligen Effekte von Nöten sind.

Die eiserne Jungfrau, die eine entscheidende Rolle in dem Hörspiel spielt, ist auf dem fantastischen Cover ebenso zu entdecken wie die ebenfalls wichtige schwarze Katze. Die Stimmung des Museums wird hier sehr gut deutlich, es gibt viele Details zu entdecken. Die restliche Aufmachung besticht dann durch gekonnte Zurückhaltung.

Fazit: Sehr intensive Stimmungen und genaueste Beschreibungen lassen das ein oder andere mal Gänsehautschauer entstehen - ein sehr guter Teil des Gruselkabinetts.

VÖ: 12. November 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4391-1


Gruselkabinett - 47. Verhext

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Erster Eindruck: Rückkehr aus dem Totenreich

Die Rutledges leben zurückgezogen in einer kleinen Gemeinde und schätzen nicht den Umgang mit ihren Nachbarn. Umso erstaunter sind die drei Männer, als sie an einem verschneiten Winterabend von Prudence Rutledge in das Anwesen gebeten werden. Und was sie ihnen offenbart, hat seinen Ursprung in der Vergangenheit ihres Mannes...

Die Geschichte der mir bis dato völlig unbekannten Autorin Edith Wharton mit dem verheißungsvollen Titel "Verhext" ist die Grundlage für die 47.Folge der fantastischen Reihe "Gruselkabinett" aus dem Hause Titania Medien. Das Hörspiel ist eigentlich typisch für die Serie, was Aufbau und Stimmung betrifft. Zuerst geht es recht ruhig zu, das Eintreffen der drei Männer auf dem Anwesen der Rutledges gestaltet sich eher rätselhaft, da niemand den Grund der Einladung kennt. Auch das nachfolgende Gespräch mit der abweisenden Prudence bringt erst nach und nach einige Fakten ans Licht, die die Stimmung immer weiter anheizen und den Gruselfaktor ab einem gewissen Punkt ansteigen lassen. Doch spätestens ab dem Bericht von ihrem Gatten Saul ist man voll in der Handlung, das lange Gespräch ist dabei sehr kurzweilig und unterhaltsam. Der weitere Verlauf bietet wieder die gewohnt düstere Atmosphäre voller gruseliger Momente, die Spannung steigt immer weiter, ist aber eher hintergründig anglelegt. Kein großes Geknalle, keine um Aufmerksamkeit heischende Effekte, dafür jede Menge Grusel. Ein Highlight ist auch die kleine Erzählung aus den Kindertagen von Orrin Bosworth, der auch die aktuellen Ereignisse aus seiner Sicht schldert. Die umheimliche Stimmung macht auch diese Folge zu einem äußerst hörenswerten Hörspiel.

Die Sprecher sind zahlreich und allesamt perfekt zu den jeweiligen Rollen ausgewählt. Sehr gut gefallen hat mir Susanne Uhlen als Prudence Rutledge, die unnahbar und kühl klingt, nur ab und an die Emotionen der Frau durchscheinen lässt. Als Sylvester Brand ist Uli Krohm zu hören, der mit präziser Betonung und dynamischen Wechsel die aufbrausende Gefühlswelt des Mannes sehr glaubhaft wirken lässt. Frank Schaff spricht Orrin Bosworth mitsehr intensiv und kann in jeder Szene überzeugen. Weiterhin zu hören sind Ernst Meincke, Annina Braunmiller und Reinhilt Schneider.

Wieder ist es gelungen, das Geschehen feinsinnig zu untermalen. Meist zarte, kleine Melodien setzten leise Akzente und lassen den Gruselfaktor in die Höhe schnellen, perfekt sich sie an die einzelnen Szenen und Stimmungen angepasst. So sorgen sie für perfekten Hörgenuss, in den man sich leicht versinken lassen kann.

Das Cover ist wieder ein kleines Highlight in der wunderbaren Galerie der Serie. Die weiß gekleidete Frau wirkt ätherisch, während die verschneite Winterlandschaft im Hintergrund wunderschön anzusehen ist. Durch den eingebauten Windzug wirkt alles lebendig und echt. Eine großartige Arbeit!

Fazit: Eine eher leise Folge mit viel Hintergründigem und langen Gesprächen, sehr stimmungsgeladen und atmosphärisch.

VÖ: 15. Oktober 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4390-4


 Gruselkabinett - 46. Die Maske des roten Todes

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Erster Eindruck: Zwei Geschichten, ein wunderbares Hörspiel

Eine schreckliche Seuche, genannt "Der rote Tod", lässt im ganzen Land die Leute einem schmerzvollen Tod sterben. Doch Prinz Prospero ist nicht etwa gewillt, etwas für seine leidenden Untertanen zu tun, sondern schließt sich mit einer Schar genusssüchtiger Menschen ein. Zur Belustigung hat er den kleinwüchsigen "Hopp-Frosch" und seine hübsche Freundin Tripetta mitgebracht...

Viele Schriftsteller haben mit Gruselgeschichten Ruhm und Bekanntheit erlangt, so auch Edgar Allan Poe, der oft als Meister des Schreckens bezeichnet wird. Grund genug, ihm im Gruselkabinett eine zweite Folge zu widmen, und so ist der 46. Teil der Reihe ein Gemisch aus zwei seiner Werke geworden - die Geschichte um den roten Tod wird mit der Erzählung über den kleinwüchsigen Hopp-Frosch verschmolzen. Hiermit beginnt auch die Geschichte, in den ersten Szenen wird das Zusammentreffen von Hopp-Frosch und Prinz Prospero behandelt, die Grundlagen geklärt und der schreckliche rote Tod beschrieben. Die Demütigungen, die Hopp-Frosch und Tripetta erleiden müssen, steigern sich immer weiter, die Grausamkeit und der Egoismus von Prospero und seinen Anhängern überträgt sich intensiv auf den Hörer. Stets ist ein subtiler Horror, ein leiser, gruseliger Unterton vorhanden, der den Hörer packt und nicht merh loslässt. Immer weiter steigern sich Genusssucht des Prinzen, Qualen von Hopp-Frosch und Tripetta und natürlich auch die Spannung, die sich in einem grandios inszenierten Finale entlädt und der Geschichte die Krone aufsetzt. Eine wahrhaft grandiose Folge des Gruselkabinetts, für mich eine der besten der ganzen Serie.

Sven Plate spricht Hopp-Frosch, seine außergewöhnliche Stimme passt gut zu der Vorstellung eines Kleinwüchsigen. Er stellt ihn sehr intensiv und mit vollkommenen Ernst dar und kann somit jede Situation perfekt herüberbringen. Ernst Meincke spricht Prinz Prospero, den arroganten und selbstsüchtigen Mann kann er ebenfalls gut vortragen. Richtig gruselig wird es mit Axel Lutter als Roter Tod, seine anfangs dahingehauchten Worte und die intensive Betonung bringen ein herrliches Schauerelement mit ein. Weitere Sprecher sind Daniela Reidies, Reinhilt Schneider und Hasso Zorn.

Schon immer haben es Stephan Bosenius und Marc Gruppe verstanden, den Geschichten mit einer passenden akustischen Untermalung den Feinschliff zu geben. Hier ist dies noch besser gelungen als sonst, besonders das Fest mit den dröhnenden Uhrschlägen ist wunderbar eindringlich umgesetzt worden. Die stets passende Musik steigert die unheimliche Spannung noch weiter.

Der unheimliche Mann mit der Maske des roten Todes ist mit der gerade angesprochenen Uhr auf dem Cover zu sehen - zwei starke Symbole, die zusammen ein ungewöhnliches Cover ergeben. Das Motiv fügt sich wieder prächtig in den Säulenrahmen ein, während im Inneren etwas weniger Werbung genügen würde.

Fazit: Die bekannte Geschichte wurde intensiv und stimmungsvoll umgesetzt, entstanden ist eine der besten Folgen der ganzen Serie.

VÖ: 15. Oktober 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4389-8

 

Gruselkabinett - 45. Berge des Wahnsinns -2-

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Erster Eindruck: Grauen tief verborgen

Nachdem die ersten Hürden auf dem Weg in die Antarktis genommen wurden steht das Expeditionsteam rund um Professor William Dyer vor immer neuen Schwierigkeiten. Verschwundene Hunde sind da noch ihre geringstes Problem, denn auf einmal fehlen sogar Mitglieder der kleinen Truppe. Schnell befinden sich alle am Rande des Wahnsinns...

Eine Forschungsreise in die Weiten der Antarktis ist der Hintergrund für den neuesten Zweiteiler aus dem Gruselkabinett aus dem Hause Titania Medien, die wieder einen äußerst atmosphärischen ersten Teil geschaffen haben, in dem die interessanten Charaktere wunderbar dargestellt werden. Dieser erste Teil war eher ruhig, was sich im Laufe dieser Fortsetzung völlig ändert. Nahtlos knüpft die Handlung am Vorgänger an, die zu bewältigenden Probleme sind vorerst noch natürlichen Ursprungs. Trotzdem befällt den Hörer immer wieder ein leichter Grusel, und sei es nur aufgrund des Erahnens nahender Gefahr. Sehr kurzweilig vergehen die guten 60 Minuten Laufzeit, doch ab circa der Hälfte nimmt die Geschichte noch einmal ordentlich an Fahrt auf und präsentiert dem Hörer, warum diese Folge ins Gruselkabinett gehört: Übernatürliche Gefahren lauern in der Eiswüste, und die Expeditionsteilnehmer mittendrin. Ein schauriges und bedrückendes Ende runden diesen wunderbaren Zweiteiler in höchster Titania-Qualität ab. Man kann sich von der Geschichte völlig fangen lassen und den sich steigernden Schrecken mitfühlen - und gerade das ist es, was diese Folge so besonders und gelungen macht.

Die komplette Geschichte kommt mit gerade einmal sechs Sprechern aus, und allesamt leisten einen hervorragenden Job. Rainer Schöne ist als Professor William Dyer auch für einige Erzählpassagen zuständig, seine ruhige, feste Stimme passt hier sehr gut, während er in den eigentlichen Szenen mit einer sehr intensiven Darstellungsweise hervortut. Annina Braunmillers klangvolle Stimme verleiht der Rolle der Leslie Carroll eine melancholische Note, auch sie kann mit glaubhafter Darstellungsweise überzeugen. Alexander Turrek hat als Professor Atwood eine etwas kleinere Rolle, die er jedoch mit Leidenschaft gestaltet. Jan Panczak, Bettina Weiß und Eckart Dux komplettieren das Sextett.

Hier kann das Team hinter der Serie mal wieder zeigen, zu welch toller Atmosphäre sie doch im Stande sind. Nicht nur die drückende Stimmung in der Antarktis können sie perfekt einfangen, auch die machtvolle Bedrohung ist mit stimmungsvoller Musik und glaubhaften Geräuschen eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Eben jene Bedrohung ist auch auf dem Cover wunderbar eingefangen - allerdings nur als Schatten angedeutet und in den Gesichtern der fliehenden Menschen zu sehen. Das Farbenspiel ist wunderschön umgesetzt und verleiht dem Bild einen zusätzlichen Reiz. Da beide Folgen auch gemeinsam erhältlich sind, wurde zudem noch ein ansprechender Pappschuber gestaltet.

Fazit: Welch ein Genuss für die Ohren! Der zweite Teil ist packend und sehr spannungsgeladen, die Atmosphäre einmal mehr hervorragend!

VÖ: 24. September 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4415-4


 Gruselkabinett - 44. Berge des Wahnsinns -1-

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Erster Eindruck: Aufbruch ins ewige Eis

William Dyer plant mit seinem Team aus Physikern und Geologen eine Expedition in die Antarktis, wovon er sich Erkenntnisse über die Erdgeschichte verspricht. Gezwungenermaßen nimmt er auch die Biologin Dr. Leni Lake und ihre Assistentin mit. Doch bei einem eher harmlosen Ausflug im Eis verschwinden die beiden auf merkwürdige Weise...

Die Reihe "Gruselkabinett" gilt bei vielen Hörspielfans als Standart in Sachen schauriger Unterhaltung und definiert diese immer wieder über die unterschiedlichsten Vorlagen neu. Erneut hat Titania Medien sich nun an ein Werk von H.P. Lovecraft gemacht, der als Meister des Grauens gilt und aus "Berge des Wahnsinns" gleich einen Zweiteiler gemacht. Und der erste Teil beginnt sehr vielversprechend, indem die anfängliche Szene einen Ausblick auf das Kommende gibt. Jahre nach den eigentlichen Ereignissen wird der Expeditionsteilnehmer Larry Danforth von Albträumen geplagt - ein wunderbarer Einstieg in die Geschichte, die den Gruselfaktor nach oben schnellen lässt. Danach folgen die eher ruhigeren Charaktervorstellungen, die während der Vorbereitungen für die beschwerliche Reise geschehen. Hier kommt mehr Ruhe in die Handlung, doch aufgrund der Anfangsszene hängt immer ein Hauch von Gefahr in der Luft. Dieser verstärkt sich wieder zu dem Zeitpunkt, an dem die ersten merkwürdigen Ereignisse in der Antarktis beginnen, unterstützt von der wie immer großartigen Atmosphäre, die die unwirtliche Gegend vor dem Auge des Hörer hinaufbeschört. Ein kleiner Höhepunkt der Handlung ist gegen Ende des ersten Teils platziert, sodass man diesen ruhigeren der beiden Teile mit viel Spannung und Vorfreude auf Teil 2 beendet. Ein sehr stimmungsvolles Hörspiel, das sich mit der nachfolgenden Folge noch steigern kann.

Der großartige Eröffnungsszene wird besonders durch die großartige Leistung von Jan Panczak unterstützt, dessen außergewöhnliche Stimme hier sehr ernst und ängstlich klingt, der aber auch in den anderen Szenen mit perfekter Betonung zu glänzen vermag. Die durchsetzungsfähige Dr. Leni Lake wird von Bettina Weiß mit Feingefühl und einer wunderbaren Mischung aus Ernsthaftigkeit und Lockerheit gesprochen. Eckart Dux ist als Professor Padobie zu hören und kann mit seiner intensiven Betonung überzeugen. Die restlichen drei Sprecher bestehen aus Reiner Schöne, Annina Braunmiller und Alexander Turrek.

Zu großen Teilen lebt diese Serie von ihrer stimmungsvollen Umsetzung, und so ist auch "Berge des Wahnsinns" zu einer fantastischen Atmosphäre gekommen. Immer auf die jeweilige Situation zugeschnittene Stimmungen versetzen den Hörer in die lang vergangene Zeit versetzen und auch der fremden Welt der Antarktis greifbar werden lässt.

Eine riesige Eishöhle ziert das Cover, wie immer eingefasst von dem Rahmen mit der Säulengestaltung. In kalten Blau- und Weißtönen wird das Reiseziel treffend dargestellt, während auch die beiden Figuren gut gelungen sind. Wie bei den 43 anderen Folgen stammt das Cover auch diesmal wieder aus der künstlerischen Feder von Firuz Askin und bildet einmal mehr einen gelungenen Hingucker

Fazit: Ein ruhiger, sehr stimmungsvoller Auftakt zu dem Zweiteiler, der mit seiner punktgenauen Charakterdarstellung und einer genialen Introszene begeistert.

VÖ: 24. September 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4414-7

 

Gruselkabinett - 43. Das Haus des Richters



Erster Eindruck: Geistererscheinung in altem Haus

Um sich in Ruhe auf seine Abschlussarbeit vorzubereiten, sucht der Student Malcolm Malcolmson die Abgeschiedenheit eines lange verlassenen Hauses. Doch er wird gewarnt, der Geist eines grausamen Richters soll dort sein Unwesen treiben. In der ersten Nacht stören ihn allerdings nur die Ratten...

Bram Stoker, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Autoren von Schauerromantik, findet einmal mehr Einzug in das "Gruselkabinett", auch die Geschichte zur 43. Folge stammt von ihm. "Das Haus des Richters" ist eine klassische Geschichte für die Reihe, ein altes Haus, angeblich voller Spuk, und ein mutiger junger Mann, der das Geheimnis dahinter ergründen will. Dem gruseligen Höhepunkt vorangestellt ist jedoch eine recht lange Introszene, in der sämtliche Charaktere recht ausführlich dargestellt werden, so gering ihr Einfluss auf die Handlung auch sein mag. Hier hätte man ruhig etwas kürzen können, auch wenn dieser Abschnitt kurzweilig ist, spannend ist er nicht. Das erste kleine Highlight und der Auftakt der gruseligen Ereignisse ist dann die erste Nacht im Haus des Richters, die folgenden nehmen dann immer mehr an Spannung und Grusel zu, während am Tage weitere Informationen hinzugefügt werden. Die Schlussszene ist dann in bester Tradition der Reihe hervorragend umgesetzt und lässt dem Hörer wohlige Gänsehautschauer über den Rücken laufen. Die übermächtige Figur des Richters steuert den größten Teil des Reizes dazu bei. Der Schluss ist also mal wieder grandios gemacht, der vorige Teil ist aber leider zu lang geraten.

Timmo Niesner ist in der Rolle des Malcolm Malcolmson zu hören und hat dabei den größten Sprachanteil. Mit seiner festen Stimme und der intensiven Betonungsarbeit kann er sowohl in den Dialogen als auch in seinen Erzählpassagen die Spannung aufrecht erhalten. Hasso Zorn gelingt als Erzähler ähnliches, sein einprägsamer Klang ist auch hier eine Bereicherung. In der Schlussszene ist ein hervorragender Otto Mellies zu hören, dessen einzigartige Interpretation seiner Rolle für viel gruselige Stimmung sorgt. Weitere Rollen sprechen Ursula Sieg, Christel Merian und Norbert Langer.

Die Musik tut ihr bestes, um dem langsamen Verlauf des Anfangs mehr Stimmung und Schwung zu verleihen. Tatsächlich kann man sich schnell in die wunderbare Atmosphäre versinken lassen. Am Ende wird wieder die einzigartige Symbiose aus Sprechern, Musik und einer gruseligen Story zu einem wunderbaren Höhepunkt vereint.

Das Cover ist auch dieses mal sehr gelungen. Der Stuhl, der in einem der Räume steht, dazu die fette Ratte und das Seil - alles Motive aus dem Hörspiel. Der Schatten im Hintergrund ist dazu ein weiterer Blickfang, und zusammen mit dem roten Hintergrund wirkt alles recht diabolisch und sehr stimmungsvoll.

Fazit: Vor dem packenden und hochspannnenden Finale ist eine nicht uninteressante, aber recht langsame Einführung zu hören. Etwas mehr Tempo wäre schön gewesen.

VÖ: 28. Mai 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4269-3


Gruselkabinett - 42. Der Sandmann



Erster Eindruck: Das Schreckgespenst der Kindheit

Seit einem schrecklichen Ereignis in seiner Kindheit fürchtet sich der junge Student Nathanael vor der Sagengestalt des Sandmannes, die in einem Bekannten seines Vaters Gestalt angenommen zu haben scheint. Als er kurz vor seiner Verlobung steht, wird dies für ihn aktueller denn je...

Etwa einen Monat nach dem eher unbekannten Zweiteiler "Northanger Abbey" führt Titania Medien in seinem hochgelobten "Gruselkabinett" mit einer recht gängigen Gruselgeschichte fort, dem Klassiker "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann. Wie so oft in den Werken der Schauerromantik steht auch hier ein junger Student im Mittelpunkt, in Briefen an seinen Freund Siegmunderfährt man von seiner Kindheit. Schon allein dieser Teil vereint gekonnt Mystik und Spannung, wie sie so typisch für die Reihe ist. Das Schreckgespenst des Sandmannes, das Gestalt in dem widerwärtigen Copellius annimmt, wird Furcht einflößend geschildert, sodass sich der Grusel von Nathanael leicht auf den Hörer überträgt. Nach diesem Abschnitt folgt ein relativ harter Schnitt, der zu einem anderen Teil der Geschichte führt. Dort wendet sich Nathanael von seiner Verlobten Clara ab, um mit der merkwürdigen Olimpia ein enges Verhältnis einzugehen. Der dadurch bei Nathanael beginnende Wahnsinn, Copelius' erneutes Auftauchen und viele weitere Elemente lassen auch diesen Teil sehr kurzweilig erscheinen. Und siehe da: Das Gruselkabinett ist wieder richtig gruselig. Und zwar (fast) ganz ohne Schauergestalten, sondern wieder durch menschliche Abgründe und aufkeimenden Wahnsinn. Ein Hörspiel, dass wieder richtig fesseln kann!

Hervorragend ist auch wieder die Sprecherauswahl, die mit hervorragenden Stimmen aufwarten kann. Marius Clarén ist in der Hauptrolle des Nathanael zu hören und kann mit anfangs fester, später immer labilerer Stimme den aufkeimenden Wahnsinn des jungen Mannes sehr überzeugend darstellen und glänzt in jeder einzelnen Szene. Roland Hemmo kann als Coppellius wieder eine finstere Rolle in Anspruch nehmen und beweist einmal mehr, dass er ein eindrucksvolles Talent hierfür hat. Sehr überzeugend ist auch Polonca Olszak - mir bis dato völlig unbekannt - in der anspruchsvollen Rolle der Olimpia, die sie hervorragend meistert. Weitere Sprecher sind Wilfried Herbst, Tanya Kahana und Henri Färber - sehr glaubhaft als junger Nathanael.

Über die hohe Qualität von Musik und Geräuschen konnte man sich in den vorigen 41 Folgen schon überzeugen, auch kann die Geschichte stimmungsvoll untermalt werden. Eine der Schlüsselszenen ist Olimpias Operngesang, der dem Hörspiel eine ganz besondere Atmosphäre verleiht und mit dem eingeschobenen Dialogen sehr gut inszeniert wurde.

Auf der Cover Illustration sind gleich die wichtigsten Themen der Geschichte zusammengefasst, eine menschliche Puppe und herausfallende Augen. Beim Betrachten hat es eine außergewöhnliche Wirkung, die sich deutlich von den oft romantisch verklärten Zeichnungen der Serie unterscheidet. Das Innere ist wieder recht schlicht. Schade, dass die Trackauflistung hinter der CD für Werbung weichen musste.

Fazit: Verschiedene Themen spielen hier ineinander, der im Wahnsinn der Hauptfigur endet. Eine sehr spannende und atmosphärische Umsetzung des Klassikers.

VÖ: 28. Mai 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4269-3


Gruselkabinett - 41. Northanger Abbey -2-



Erster Eindruck: In der alten Abtei

Weil Catherine Morland mit seinen Kindern Henry und Eleanor befreundet ist, lädt General Tilney sie zu sich nach Hause nach Northanger Abbey ein, einer alten Abtei. In dem düsteren Haus fühlt sich Catherine schnell wohl, und auch die Gesellschaft der Geschwister ist ihr äußerst angenehm. Doch bald fallen Schatten auf das Geschehen...

Jane Austen ist nicht gerade bekannt für ihre Schauerromane. Trotzdem hat ihr Roman "Northanger Abbey" Einzug in das Gruselkabinett von Titania Medien gefunden, dessen zweiter Teil die Nummer 41 der Serie bildet und schon eher zu der Reihe passt als sein direkter Vorgänger. Catherines vorübergehender Einzug in das titelgebende Gebäude bildet den Startpunkt der erzählten Geschichte, und zumindestens hier ist ein Anflug von Schauer zu spüren. Im Vordergrund steht aber die Liebesgeschichte zwischen Catherine und Henry - und das ist schließlich eher das Gefilde der Autorin. Die romantische Annäherung der beiden zieht sich durch die gesamte Erzählung, hat ihre Höhen und Tiefen und wird damit interessant und abwechslungreich gehalten. Höhepunkt ist sicherlich das letzte Drittel, das mit einem einschneidenden und rührseligen Einschnitt startet und zu einem wunderbaren Finale wird. Ein wunderbares gefühlsbetontes und romantisches Hörspiel - das nur leider in diese Reihe nur bedingt passt, denn hier sind leiglich einige wenige gruselige Elemente zu finden. Trotzdem ein schönes, ein sehr schönes Hörspiel mit der gewohnt hohen Qualität von Titania Medien, das über beide CDs hinweg gut unterhalten kann.

Eleanor Tilney, Schwester von Henry und Freundin von Catherine, wird von Cathlen Gawlich gesprochen, die ihren Charakter mit ihrer gefühlvollen Stimme und gekonnter Betonung zum Leben erweckt. Norbert Langner spricht ihren Vater, der jede Gefühlsregung gut und glaubwürdig darstellt und so ein Bild vor den Augen des Hörers heraufbeschwört. Tanya Kahana ist als Isabella Thorpe mit dabei und fügt sich nahtlos in die hervorragende Sprecherriege ein. Weiterhin zu hören sind Hasso Zorn, Timmo Niesner und Luisa Wietzorek.

Kaum ein Label kann so überzeugend Stimmungen erzeugen wie Titania Medien. Mit leisen, teilweise fast schon spielerischen Hintergrundmelodien kommt der romantische Charme der Geschichte gut zur Geltung, der längst vergangenen Zeit wird zumindestens akkustisch neues Leben eingehaucht. Auch die Stimmung in der alten Abtei ist einzigartig gut umgesetzt.

Auf dem Cover ist Catherine auf einem ihrer Streifzüge durch Northanger Abbey zu sehen, die Szenerie wird atmosphärisch von ihrer Kerze erleichtet. Besonders gut gelungen ist der Hintergrund mit den vielen Bogen und Säulen, der wunderschön ist und wieder prächtig mit dem üblichen Design und dem Rahmen harmoniert.

Fazit: Ein sehr schönes und gefühlsbetontes Hörspiel, welches aus der Reihe etwas herausfällt. Auch dieses Titania Hörspiel glänzt durch schöne Stimmungen!

VÖ: 23. April 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4344-7


Gruselkabinett - 40. Northanger Abbey -1-



Erster Eindruck: Idyll im Badeort

Catherine Morland träumt im Idyll ihres Lebens als Pfarrerstochter von einer aufregenderen Zeit, wie sie in ihren geliebten Romanen stattfindet. Die Gelegenheit dazu bietet sich, als das befreundete Ehepaar Allen sie zu einem Urlaub einlädt. Dort macht sie die Bekanntschaft von Henry Tilney und verfällt ihm und seinem Charme langsam aber sicher...

Anspruchsvoller Grusel, leiser, oft hintergründiger Horror, leichte Gänsehaut auf den Armen... die wunderbare Reihe "Gruselkabinett" von Titania Medien bietet all dies, indem sie Klassiker der Schauerromantik als Hörspiele enthält und mit Stil und Liebe zum Detail umsetzt. Auch Zweiteiler sind in regelmäßigen Abständen ins Programm aufgenommen worden, sodass die Nummer 40 der Serie die erste Hälfte von Jane Austens "Northanger Abbey" erzählt. Und zumindestens hier treffen die oben beschriebenen Attribute leider nicht ganz zu. Vielmehr erzählt wird die Geschichte eines liebenswerten Mädchens aus der Zeit um 1800, die voller Träume und Leben ist. Nur gruselig oder schaurig ist die Geschichte nicht. Ständig wartet man als Hörer der Serie, dass etwas ansatzweise Übernatürliches passiert, dass auf eine Spannungssteigerung hindeuten könnte. Was überhaupt nicht heißt, dass das Hörspiel öde wäre, im Gegenteil. Die bezaubernde Atmosphäre, die interessanten Charaktere, der angenehme Verlauf der Serie, das Hineinversetzen in eine andere Zeit - all das hat seinen unabsprechbaren Reiz, zumal die Handlung recht kurzweilig erzählt wird. Kleine Andeutungen, dass Henry und seine Schwester Eleanor gehen dann doch noch in die erwartete Richtung. Ich habe gern zugehört und war gespannt, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

In der Hauptrolle der Catherine Morland ist Marie-Luise Schramm zu hören, die stets eine gewisse Melancholie mit ihrer Stimme verbreitet. So kann sie die Sehnsüchte ihrer Rolle gut verkörpern und überzeugt in sämtlichen Teilen des Hörspiels. Ihre Mutter wird von der wunderbaren Regina Lemnitz gesprochen, die ihre Stimme hier sehr warm und rauchig klingen lässt. Henry Tilney, der junge Gentleman, wird von Robin Kahnmeyer gesprochen, der sehr sicher ist und einen Hauch der alten Zeit zu vermitteln weiß. Weitere Sprecher sind unter anderem Ursula Sieg, Wilfried Herbst und Norbert Langner.

Ein großes Plus wissen sich Stephan Bosenius und Marc Gruppe immer wieder mit der akkustischen Untermalung ihrer Hörspiele einzufangen. Auch hier wird die Stimmung mit passenden Musikstücken erzeugt, die uns in die längst vergangenen Zeiten entführen und diese lebendig und greifbar machen.

Auch die Covergestaltung kann die Zeit der Jahrhundertwende einfangen. Die Kleidung von Catherine und das Schloss im Hintergrund, dazu Mondschein und Nebel - eine runde Angelegenheit. Schade ist es allerdings, dass die sonst übliche übersichtliche Trackauflistung hinter der CD schnöder Werbung weichen musste.

Fazit: Ein angenehm zu hörender erster Teil der Geschichte, der reges Interesse für die nachfolgenden Ereignisse weckt aber wenig schauerlich ist

VÖ: 23. April 2010
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4343-


Gruselkabinett - 39. Der Tempel



Erster Eindruck: Unterseeische Schrecken

Mitten im ersten Weltkrieg wird an ein deutsches U-Boot ein fremländisch aussehender Mann angespült. Um eine wertvolle Statue erleichtert wird er auf Befehl des Kapitäns wieder in die See geworfen. Doch immer mehr Mitglieder der Mannschaft glauben, von ihm verfolgt zu werden. Die Stimmung scheint schnell gegen den Kapitän umzuschlagen...

Nach "Der Fall Charles Dexter Ward" wurde erneut eine Geschichte von H.P. Lovecraft von Titania Medien vertont, "Der Tempel" ist die 39. Folge des Gruselkabinetts und unterscheidet sich stark von dem oben genannten Zweiteiler. Grundlage für die Erzählung ist das Tagebuch des Kapitänleutnants Graf von Altenberg-Ehrenstein, das die Reise des U-Boots über mehrere Monate erzählt. Dabei ist die Beschränkung auf einen derart engen Raum zusätzliches Element für die bedrückende Stimmung, die sich durch das gesamte Hörspiel zieht. Das Auftauchen des fremden Seemannes löst eine Kette von schrecklichen Ereignissen aus, die bei dem Irrsinn einiger Besatzungsmitglieder beginnt und schon früh die gruselige Komponente mit einbringt. Diese wird sehr variabel erweitert, viele schreckliche Geschehnisse bestimmen das Hörspiel und halten es so sehr dynamisch und abwechslungsreich. Besonders beeindruckend sind die letzten Szenen, in denen nur noch der Kapitän und sein erster Leutnant übrig geblieben sind. Die bedrückende Szenerie wird hier noch einmal gesteigert, der zuletzt in einer beängstigenden Kulisse am Meeresgrund ihren faszinierenden Höhepunkt findet. Wieder hat Titania Medien es geschafft, eine tolle Vorlage werkgetreu und atmosphärisch umzusetzen und ein grandioses Hörspiel geschaffen.

Gerade einmal sieben Sprecher, die allesamt Besatzungsmitglieder sind, werden für das Hörspiel gebraucht, und bei jedem wurde viel Wert auf eine entsprechend hohe Qualität gelegt. Erich Räuker ist als Hauptperson zusätzlich für einige Erzähltexte zuständig. Er sorgt mit seiner markanten Stimme für zusätzliche Atmosphäre und liefert eine erstklassige Vorstellung ab. Sein Leutnant wird von Dennis Schmidt-Foß gesprochen, der einmal mehr sein Talent für derart ernste Rollen beweist. Andreas Mannkopf, Tommy Morgenstern, Bodo Wolf, Tom Vogt und David Turba sind als Mannschaft zu hören und sorgen ale auf ihre Art für sich steigernden Schrecken.

Natürlich ist auch wieder die akkustische Untermalung wunderbar gelungen. Die Darstellung der beklemmenden Stimmung in dem U-Boot ist vorzüglich gelungen, besonders in den späteren Szenen, in denen der Strom abgeschaltet ist. Auf dem Meeresgrund wird dies noch einmal durch das laute Pochen gesteigert, das einen intensiven Ausklang beschert.

Der titelgebende Tempel auf dem Meeresgrund ist das Motiv der Coverillustration. Auch hiervon geht eine finstere und bedrückende Stimmung aus, der Hintergrund mit weiteren Häusern und der Weite des Meeres ist besonders gut gelungen. Die restliche Aufmachung ist aus den anderen Folgen schon bekannt und bietet eine kleine Kapitelübersicht.

Fazit: Sehr atmosphärisch und abwechslungsreich. Wieder einmal wurde bewiesen, dass die Macher des Gruselkabinetts ihr Handwerk verstehen.

VÖ: 13. November 2009
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4144-3


Gruselkabinett - 38. Die Spinne



Erster Eindruck: Spinnende Femme Fatale

In dem kleinen Hotel von Madame Dubonnet haben sich drei Menschen erhängt - an drei aufeinanderfolgenden Freitagen jeweils zur selben Stunde. Gelangweilt vom Leben und interessiert an dem merkwürdigen Fall mietet sich der Student Richard Bracquemont in das Zimmer ein. Zunächst entdeckt er nichts ungewöhnliches, ist aber schnell von der geheimnisvollen Frau fasziniert, die im gegenüberliegenden Haus wohnt...

"Die Spinne" von Hanns Heinz Ewers gehört zu den Geschichten des Gruselkabinetts, die vorher wahrscheinlich nur wenige Hörer gekannt haben. Dass ihre Aufnahme in die Reihe trotzdem berechtigt ist, wird durch die grandiose Umsetzung bewiesen. Die Geschichte dreht sich vordergründig um die drei Selbstmorde und deren Aufklärung, bei der in den Anfangsszenen die Charaktere kurz vorgestellt werden. Hauptperson ist Richard Bracquemont, der während seiner Zeit im Hotel ein Tagebuch geführt hat, welches die Grundlage für die Erzählung ist. Zunächst scheint er nichts merkwürdiges zu entdecken, doch in der geheimnisvollen Clarimonde - wie er sie selbst getauft hat - findet er eine faszinierende Femme Fatale vor, der er immer mehr verfällt und sich von Tag zu Tag mehr nach ihr sehnt. Diese Besessenheit ist der Kernpunkt der Geschichte und enthält in ihrer unendlichen Steigerung auch die Gruselkomponente der Folge. Der Vergleich mit einer Spinne wird immer wieder gezogen und findet in der Beobachtung Richards zweier Spinnen ihren eindeutigen Bezug. Auch wenn große Teile in Monologform vorgetragen werden, wirkt dies durch die intensive Vortragsweise niemals langgezogen, vielmehr wird der Hörer immer weiter in die Begierde von Ricard hereingezogen. Die angedeuteten Sado-Masochistischen Elemente verdeutlichen dies noch einmal auf reizvolle Weise. Das unvermeidliche Ende ist zwar nicht überraschend, überzeugt aber mit einem kleinen Winkelzug und schließt die Geschichte sinnvoll ab. Hier steht nicht der grausame Horror im Vordergrund, sondern eher hintergründiger Schrecken mit einer faszinierenden Idee, was "Die Spinne" zu einer außergewöhnlichen, aber umso interessanteren und unterhaltsameren Folge macht.

Den mit Abstand größten Anteil am Gelingen des Hörspiels hat Simon Jäger als Richard, der weite Teile der Handlung alleine trägt. Die sich steigernde Faszination, das Abgrenzen von allem außer Clarimonde und gegen Ende der grausame Schrecken, als er die Wahrheit erkennt: All dies stellt er feinfühlig und äußerst intensiv dar. Eine hervorragende Leistung! Madame Dubonnet wird von Marianne Lutz gesprochen, die die Warmherzigkeit und Liebe ihrer Figur ebenso gekonnt in Szene setzt. Bodo Wolf ist als Kommisar zu hören, der sowohl dienstlichen Eifer als auch menschliche Gefühle transportiert. Weitere Sprecher sind Tommy Morgenstern, Engelbert von Nordhausen und Cathlen Gawlich.

Wieder können Marc Gruppe und Stephan Bosenius ihre große Stärke ausspielen: Eine dichte und geschlossene Atmosphäre. Schnell kann sich der Hörer in den eingesetzten Musikstücken verlieren, die vollkommen auf die Geschichte abgestimmt sind une ein die Sprecher in ihrem Wirken unterstützen. Die Stimmung ist dabei natürlich düster und unheimlich, was sich immer weiter zu steigern weiß.

Zu der außergewöhnlichen Geschichte hat Firuz Askin ein ebenso außergewöhnliches Cover gezeichnet, das in den beiden Farben von Clarimondes Kleid gehalten ist: Schwarz und Violett. In einem menschlichen Auge spiegelt sich die faszinierende Frau und hinterlässt beim Betrachter einen edlen und hochmütigen Eindruck. Ein sehr gelungenes Cover!

Fazit: Eine eher stille Gruselkabinett-Folge, die ihren Schrecken aus der unheimlichen Figur der Clarimonde zieht. Außergewöhnlich und gerade deshalb so gut.

VÖ: 13. November 2009
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4143-6


Gruselkabinett - 37. Das Bildnis des Dorian Gray -2-



Erster Eindruck: Wenn ein Bild die Jugend erhält...

Dorian Grays Liason mit den jungen Schauspielerin Sibyl Vane nimmt ein tragisches Ende. Danach gibt er sich ganz den Lehren seines Vorbildes Lord Henry Wotton hin, der ihn zu einer zügellosen und leidenschaftlichen Lebensweise verführt. Doch beim Blick auf sein Portrait erschrickt der junge Mann...

Dr zweite Teil von "Das Bildnis des Dorian Gray" aus dem Gruselkabinett tendiert wieder stärker zu einer schaurigen Stimmung. Das sich verändernde Portrait, das die gemeinen Züge und die Spuren seines zügellosen Lebens an seiner statt aufnimmt, wird zum zentralen Aspekt der Folge gemacht. Immer weiter rutscht Dorian in menschliche Abgründe ab, was ihn an den Rande des Wahnsinns treibt. Nach dem Auslöser, dem unglücklichen Ende der Verlobung, wird ein völlig neues Bild von Gray gezeichnet, die Entwicklung nimmt immer schrecklichere Züge an, was sehr gut zu unterhalten weiß. Interessant ist der erstmalige Einsatz eines externen Erzählers, der nicht nur einige Szenen einleitet, sondern romangetreu mehrere Jahre im Zeitraffer erzählt. Besonders bemerkenswert ist das letzte Drittel, in dem sich die Handlung fast überschlägt und der zwiegespaltene Dorian vollends dem Wahnsinn verfällt, was sehr intensiv und schaurig dargestellt wird. Auch dieser zweite Teil ist trotz der klassischen Elemente des Gruselkabinetts eine eher ungewöhnliche Folge der Serie, da sie eher auf den psychischen Verfall der Hauptperson eingeht. Es ist aber auch eine extrem starke Folge, die mich von Anfang bis Ende komplett gefesselt hat.

Der bereits erwähnte Erzähler ist Hasso Zorn, der sich auch in der Stimme mit Verurteilungen zurück hält und dem Hörer so die Gelegenheit gibt, ein eigenes Urteil über die handelnden Figuren zu fällen. Kristine Walther ist wie im vorigen Teil als Sibyl Vane zu hören und liefert eine sehr dramatische und passende Darstellung der jungen, leidenschaftlichen Schauspielerin. Am eindrucksvollsten agiert jedoch David Turba als Dorian Gray. Seit der ersten Minute stellt er den schleichenden Niedergang seines Charakters facettenreich und punktiert dar, steigert sich bis zu den beiden Höhepunkten am Schluss immer mehr, um sich dann schließlich explosionsartig zu entladen und damit Gänsehautschauer zu erzeugen. Großartig! Weitere Sprecher sind Dennis Schmidt-Foss, Uschi Hugo und Tobias Nath.

Die musikalische Untermalung ist einmal mehr ein Hochgenuss. Still im Hintergrund oder dramatisch bei den bedeutenden Szenen, immer wird der richtig Ton angeschlagen, um die Geschichte vornzutreiben und passende Stimmungen zu erzeugen. Kaum ein anderes Label schafft es derzeit, jedes Hörspiel so gut auszuleuchten.

Eine interessante Idee ist bei der Auswahl des Covers realisiert worden: Statt eines völlig neuen Bildes sehen wir das Portrait von Dorian Gray, das auf dem ersten Cover entstanden ist. Gerahmt und vor dem schlichten Hintergrund wirkt es jedoch zu unauffällig. Vielleicht hätte der grausam verzerrte Zug, den das Bild mit der Zeit bekommt, eingebracht werden können.

Fazit: Eine grandiose Weiterführung der Geschichte, spannend und auch wieder gruselig. Besonders gelobt sei noch einmal David Turba als Dorian, der das Hörspiel zum Erlebnis macht.


Gruselkabinett - 36. Das Bildnis des Dorian Gray -1-



Erster Eindruck: Skandalroman des 19. Jahrhunderts

Fasziniert von und verliebt in den jungen, bildhübschen Dorian Gray fertigt der erfolgreiche Maler Basil Hallward ein Portrait von ihm an. Dorian ist so begeisterst von dem Bildnis, dass er sich wünscht, für immer seine jugendhafte Schönheit zu bewahren. Auch ein Freund von Basil, Lord Henry Wotton, ist fasziniert von dem jungen Adonis und versucht, ihm seine verdorbene Lebensphilosophie näher zu bringen...

"Das Bildnis des Dorian Gray" ist der einzige Roman des irischen Schriftstellers Oscar Wilde und wurde als Zweiteiler in das Gruselkabinett von Titania Medien aufgenommen. In diesem ersten Teil lassen sich nur wenige Elemente der Schauerromantik wiederfinden, die ja das Bild der Serie dominieren. Vielmehr ist sie ein Ausblick in die Abgründe des Menschen, die die vorherrschende Moral im späten 19. Jahrhundert in Frage stellt und bereitet natürlich auch auf den zweiten Teil vor. Eine etwas andere Folge der Serie also, die oftmals eher dramatische Züge hat. Trotzdem (oder gerade deshalb?) kann der Roman in der Reihe bestehen, denn das ungezügelte Verlangen von Henry Wotton und Basil Hallward nach Dorian Gray scheint unweigerlich auf eine große Katastrophe zuzusteuern. Zudem wird ersichtlich, warum die Vorlage zur Zeit der Veröffentlichung als Skandal-Roman galt, denn die unverhohlene Kritik an der englischen Oberschicht und die vielen angedeuteten Hinweise auf die Homosexualität der drei Hauptpersonen waren damals nicht gern gehörte Themen. Atmosphärisch wie immer und mit ungewöhnlichem Ausgangsstoff geht diese Folge andere Wege als ihre Vorgänger und hat mich dabei sehr überzeugt.

Kaum muss noch bei Titania Medien erwähnt werden, wie treffend die Sprecherauswahl geglückt ist. Als Basil Hallward ist Axel Malzacher zu hören, der den passionierten Maler mit unüberhörbarer Leidenschaft in der Stimme darstellt. Auch Tom Vogt ist als Lord Henry Wotton hervorragend besetzt und stellt den kompromisslosen Dandy mit dynamischer Sprechweise dar. Als Lady Agatha ist in dieser Folge die phantastishe Regina Lemnitz zu hören, die die Dekadenz der Oberschicht mit Humor zu nehmen weiß. Weitere Sprecher sind Dagmar von Kurmin, Lutz Mackensy und Cathlen Gawlich.

Die ausgewählte Musik ist wieder pefekt auf die Romanhandlung zugeschnitten und schmückt diese mit der unvergleichlichen Atmosphäre der Serie aus. Das ist besonders bemerkenswert, da hier nicht eigens Musik komponiert wurde, sondern aus bereits existierenden Werken die schaurige, romantische Stimmung entsteht.

Das Erschaffen des Portaits ist nicht nur der zentrale Ausgangspunkt für die Handlung, sondern ebenfalls das ausgewählte Covermotiv. In detailreichem Stil bekommen wir so einen optischen Eindruck des Schönlings, welches wieder sehr gut zu der restlichen Gestaltung passt.

Fazit: Dieser erste Teil wird nicht von Schauerelementen, sondern von einem beginnenden menschlichen Abgrund bestimmt. Eine außergewöhnliche, aber sehr überzeugende Folge.


Gruselkabinett - 35. Das Schloss des weißen Lindwurms



Erster Eindruck: Eine dunkle Lady in dunklem Schloss...

Adam Salton beschließt, von Australien nach England zu ziehen, um enger bei seinem Onkel Richard zu sein. Zusammen mit seinem engen Freund Nathaniel de Salis empfängt dieser seinen Neffen herzlich und macht ihn mit den örtlichen Begebenheiten bekommt. Besonders die attraktive, aber düstere Witwe Arabella March macht durch merkwürdiges Verhalten auf sich aufmerksam. Auch ihr Wohnsitz hat keinen guten Ruf und wird "Schloss des weißen Lindwurms" genannt...

Es ist bereits die dritte Geschichte von Bram Stoker, die ins Gruselkabinett aufgenommen wird, und nach "Das Amulett der Mumie" und natürlich "Dracula" schlägt die Nummer 35 wieder eine komplett andere Richtung ein und beweist die Vielfalt des Autors. Schon kurz nach der Ankunft von Adam wird auf die Mhyten der Gegend angespielt, die immer wieder auftauchen und einen zusätzlichen Reiz zur eigentlichen Geschichte bieten. Diese ist sehr vielschichtig und bietet mit Arabella March eine interessante und spannende Figur, die vielleicht leicht zu durchschauen ist, was ihr aber nichts von ihrer Bedrohlichkeit und Durchtriebenheit nimmt. Auch hier bildet sich eine ansteigende Spannungskurve, die mit Edgar Caswall und seinem afrikanischen Diener Oolanga geschickte Einspielungen bietet. Gegen Ende werden gleich zwei Höhepunkte angebracht, die ein Gegenpol zur ruhigen Erzählweise sind, womit ein sehr dynamisches und abwechslungsreiches Hörspiel entsteht. Aus dieser Geschichte ist bei Lausch mit "Die schwarze Sonne" eine ganze Serie gestartet, als alleinstehendes Hörspiel mit abgeschlossener Handlung bietet es in dieser Variante aber seinen ganz eigenen Reiz und ist ein sehr spannender und mysteriöser Abschnitt des Gruselkabinetts

Auch hier beweist Titania Medien ein Händchen für eine tolle Sprecherauswahl, in der sich bekannte mit neuen Stimmen mischen. Markus Pfeiffer ist als Adam Salton zu hören, wie oft bei der Serie erzählt er einige Gegebenheiten aus seiner Sicht. Er schafft es, die Rolle komplett auszufüllen und viele ihrer Aspekte umzusetzen. Als Lady Arabella March wurde Katja Nottke engagiert, die sehr düster und bedrohlich wirkt, dabei aber nie zu offensichtlich böse ist. Besonders gefallen hat mir Melanie Hinze als charmante Mimi Watford, die mit ihrer warmen Stimme das Bild einer jungen und attraktiven Frau heraufbeschwört und ein Lichtblick in der dunklen Geschichte ist. Weitere Sprecher sind David Nathan, Hasso Zorn und Joachim Pukaß.

Für die atmosphärische Gestaltunghabe ich wieder nur Lob übrig, denn mit abwechslungsreichen Melodien und passenden, realistischen Geräuschen entsteht ein stimmungsvoller Klang, der die Geschichte trägt und sie vielschichtig am Leben hält, dabei nie die Wirkung auf den Hörer verfehlt. Lediglich am Ende hätte es meiner Meinung nach etwas mehr knallen dürfen.

Auf den Punkt gebracht ist die Gestaltung des Covers. Schaurig und bedrohlich thront das alte Schloss auf seinem Felsen, der violett gefärbte Himmel unterstützt genauso wie die Schar Fledermäuse den unheimlichen und stimmungsvollen Ausdruck der Illustration von Firuz Askin. Auch hier wirkt sich der Rahmen mit den Säulen wieder äußerst positiv auf das Gesamtbild aus und scheint eine Symbiose mit der Zeichnung einzugehen.

Fazit: "Das Schloss des weißen Lindwurms" ist wieder ein absoluter Volltreffer und könnte mit einer spannenden und vielseitigen Geschichte, Sprechern in Hochform und der typisch brillanten Akkustik zu einer meiner Lieblingsfolgen avancieren.


Gruselkabinett - 34. Die obere Koje



Erster Eindruck: Unheimliche Nächte auf einem Schiff

Aldous Brisbane hat zwar schon einige Reisen mit dem Schiff hinter sich, das merkwürdige Benehmen des Stewarts Robert, als dieser von seiner Zimmernummer erfährt, verunsichert ihn aber doch. In der ersten Nacht verhält sich sein Mitbewohner der Kajüte aber sehr merkwürdig und öffnet mitten in der Nacht das Bullauge. Doch am nächsten Morgen erfährt Aldous vom Schiffsarzt, warum der Stewart so komisch reagiert hat...

Nach dem eher neueren Roman der letzten beiden Folgen widmen sich die Macher von Titania Medien in der 34. Folge des Gruselkabinetts wieder einer klassischen Geistergeschichte namens "Die obere Koje" von Francis Marion Crawford. Der Beginn ist wieder recht ruhig, erste Zweifel an der Sicherheit auf dem Schiff kommen jedoch schnell auf. Schon in der ersten Nacht steigert sich die Spannung, denn im Gegensatz zu den Akteuren ist man als Hörer der Serie ja durchaus von der Existenz übersinnlicher Phänomene überzeugt. Immer wieder wechseln sich die Nächte voller Geistererscheinungen mit ruhigen Tagen ab, in denen man den Geheimnissen stärker auf den Grund gehen kann. Das Ende ist recht ungewöhnlich, denn es bleibt offen und ein richtiges Herzschlagfinale, wie wir es aus anderen Folgen gewohnt sind, bleibt aus. Dennoch hat "Die obere Koje" seine gruseligen Momente, übrig bleibt eine solide Folge der Serie, die vielleicht nicht an die Top-Folgen heranreichen kann, aber immer noch atmosphärische Unterhaltung bietet.

Wieder sind es recht wenige Sprecher, um die Geschichte erzählen zu können, wobei wieder einige neue Stimmen auftauchen. Diese Abwechslung der oft ähnlichen Sprecherriegen halte ich für sehr sinnvoll und birgt neues Potenzial für den Hörer. Axel Malzacher ist bisher in noch keinem Hörspiel aufgetaucht, meistert aber gekonnt die Doppelbelastung als handelnde Figur und Erzähler. Er spricht den Aldous Brisbane sehr gediegen und betont, was hervorragend zu der Rolle passt. Jürgen Thormann ist dagegen langjähriger Sprecherprofi und ist hier mal wieder als Schiffsarzt Morton Hollows sehr überzeugend. Captain Grady wird von Peter Reinhardt ebenso überzeugend und eindringlich gesprochen. Außerdem sind noch Tobias Nath, Uwe Büschken, Markus Pfeiffer und Uli Krohm zu hören.

Neben der wie immer atmosphärischen Musik können in Sachen Akkustik die Geräusche sehr überzeugen. So wird über weite Teile des Hörspiel mit Möwengeschrei und Wasserplätschern eine maritime Stimmung erzeugt, während sich das übergangsweise Fehlen von Geräuschen während der Geisterszenen mit darauf folgenden Effekten abwechselt und somit ein dynamisches Gesamtbild erzeugt wird. Wieder sehr gut gelöst!

Ein Gegenpol zu den anderen Covern ist die Titelillustration. Recht schlicht prangt ein Totenkopf in dem für das Hörspiel wichtigen Bullauge und zieht schnell alle Blicke auf sich. Überzeugen kann wieder die übersichtliche Aufmachung mit den Säulenmotiven und die typische Auflistung der Tracks hinter der CD.

Fazit: Eine solide Folge aus dem Gruselkabinett mit einer gelungenen Atmosphäre. Eine klare Kaufempfehlung.´


Gruselkabinett - 33. Jagd der Vampire -2-



Erster Eindruck: Eine Vampirgeschichte einmal anders...

Zusammen mit dem Vampir Simon Ysidro ist Professor James Asher nach Paris unterwegs, um einen angeblich uralten Vampir, der dort hausen soll, zu treffen. Die ansässige Meisterin Elysée de Montadour gewährt ihnen nur widerwillig ihre Zustimmung, und so gelangen die beiden in die unterirdischen Katakomben einer alten Kirche. Doch die Begegnung mit Bruder Antonius verläuft anders, als sie es sich gewünscht haben...

Gerade einmal gute 20 Jahre ist das Werk "Jagd der Vampire" von Barbara Hambly alt, und somit gehört es zu den neueren Geschichten, die für das Gruselkabinett umgesetzt werden. Durch seine Andersartigkeit zeigt diese Folge, was alles im Gruselkabinett steckt und stellt selbst geübte Hörer der Serie vor neue Eindrücke und Situationen, denn im Prinzip ist es ein Kriminalfall im Vampirmilieu. Im Vergleich zum ersten Teil nehmen die schaurigen Momente jedoch zu, einige Schockmomente sind ebenso zu finden wie eine sich immer weiter steigernde Spannung, die ganz im Stile der Serie in einem überraschenden Finale enden. Auch wissenschaftliche Aspekte werden mit eingebracht und führen zu neuen Erkenntnissen in dem Fall. Der größte Reiz dieser Folge sind jedoch die vielen Hinweise, die vielen kleinen Elemente des Kriminalfalls, die von Hörer in Einklang gebracht werden wollen und alles andere als leicht zu durchschauen sind. Ein neuer Weg, der hier eingeschlagen wird, doch auch der führt zu einem spannenden, stimmungsvollen und gruseligen Hörspiel, das in keiner Sammlung fehlen sollte.

Wie auch schon im ersten Teil ist die Besetzung der Rollen erstklassig. Claudia Urbschat-Mingues beweist als Lydia Asher einmal mehr, warum sie zu den absoluten Top-Sprechern Deutschlands gehört und ist unglaublich vielschichtig und intensiv, was sie in beiden Teilen zeigen kann. Auch Katja Nottke, die schon seit den 80er Jahren immer mal wieder auftaucht, ist als Elysée de Montadour fabelhaft und spricht sehr punktiert und glaubwürdig. Schön, dass sie mal wieder zu hören ist! Als Lional Grippen hört man wie im ersten Teil Uli Krohm, der den Vampir bedrohlich und mächtig erscheinen lässt. Weitere Rollen übernehmen Anja Stadlober, Jürgen Thormann und David Nathan.

Im Vergleich zum ersten Teil ist die Musik wieder präsenter und vordergründiger, was sich besonders im großen Finale widerspiegelt. Dabei beweisen Stephan Bosenius und Marc Gruppe einmal mehr, dass sie die Meister des atmosphärischen Hörspiels sind und weben einen dichten Klangteppich, der den Hörer in seinen Bann zieht und somit die optimale Ergänzung der tollen Sprecher ist. So wird das Hörspiel zum Erlebnis.

Auch das Cover ist wieder sehr stimmungsvoll und dieses mal wirklich gruselig. Die vielen Totenschädel und der alte Vampir mitten unter ihnen in den alten Katakomben verfehlt seine Wirkung nicht und ist ein hoher Anreiz, die Folge zu hören. Beide Teile sind ebenfalls zusammen in einem Pappschuber im Buchhandel zu beziehen, der das gleiche Titelbild trägt und in jedem Regal eine Zierde ist.

Fazit: Ein furioser zweiter Teil, eine ganz besondere Doppelfolge des Gruselkabinetts, dass mich völlig in seinen Bann gezogen hat.


Gruselkabinett - 32. Jagd der Vampire -1-



Erster Eindruck: Schaurige Kriminalgeschichte

Professor James Asher, früher Privatdetektiv, bekommt eines nachts unheimlichen Besuch, der seine Frau und sein Personal in tiefen Schlaf versetzt hat. Simon Ysidro ist ein Vampir - und bittet Asher eine Reihe von Morden an Londoner Vampiren aufzudecken. Um seine junge Frau Lydia nicht zu gefährden nimmt Asher den Auftrag an, doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig...

Mit "Jagd der Vampire" erscheint eine weitere Doppelfolge des "Gruselkabinetts", und zwar ein recht außergewöhnlicher. Denn erstens werden hier Grusel- und Krimalelemente miteinander verknüpft, und zweitens sehen wir die Welt erstmals aus der Sicht der Vampire, es gilt sie zu retten anstatt sie zu töten. Der erste Teil beschäftigt sich logischerweise erst einmal mit der ersten Begegnung zwischen James Asher und Simon Ysidro, was allerdings keineswegs belanglos ist. Vielmehr gestaltet sich diese Einführung in die Thematik als sehr reizvoll, schon jetzt beginnt man mitzurätseln. Und das zieht sich weiter durch das gesamte Hörspiel, ständig bekommt der Hörer neue Hinweise oder Hintergründe, die er ins Gesamtbild einzufügen versucht. Wirklicher Grusel kommt dabei nur stellenweise auf und zieht seine Kraft besonders aus der ständig drohenden Gefahr, die von den Vampiren ausgeht, er ist hier noch subtiler eingesetzt als in anderen Folgen der Serie. Der Kriminalaspekt ist dafür umso ausgeprägter, sodass diese äußerst dynamische Mischung zu einem hochspannenden Hörspiel wird, zwar für die Serie ungewohnt, aber umso gelungener.

Hervorragend ist wieder die Sprecherauswahl, die nicht nur auf bekannte Namen setzt, sondern auch Neulingen im Hörspielbereich ihre Qualitäten beweisen lässt. Wolfgang Pampel gibt sein Debut im Gruselkabinett gleich mit der Hauptrolle des Professor James Asher und stellt diesen mit einer Ernsthaftigkeit und einer ruhigen, warmen Stimme dar. Großartig! Nicola Devico Mamone ist mir bisher auch nur aus Hörspielen von Titania Medien bekannt, ist aber als Simon Ysidro mit überzeugendem spanischen Akzent und treffsicherer Stimme unschlagbar. Besonders hat mir die Leidenschaft gefallen, die er bei seiner Beschreibung der Vampire hervorbringt. Als adlige Vampirin ist Astrid Bless zu hören, die bei ihrem Gastauftritt für schaurige Momente sorgt. Weitere Sprecher sind unter anderem Uwe Büschken, Monica Bielenstein und Markus Pfeiffer.

Die Musik ist in diesem ersten Teil etwas zurückhaltender als man es von der Serie gewohnt ist. Das liegt daran, dass nur wenige Schockmomente aufkommen und der Höhepunkt erst in Teil 2 auf uns wartet. Trotzdem ist wieder ein kleines Meisterwerk gelungen, das zu jeder Szene, jeder Stimmung die passende und atmosphärische Musik bietet und den Hörer in eine andere Welt versetzt. Die Geräusche tun ihr übriges, um alles plastisch und lebendig wirken zu lassen.

Auch wenn ich spontan keine Szene dem Cover zuordnen kann, ist das alte Gemäuer im Hintergrund schon ungemein stimmungsvoll, was durch die beiden Gestalten, besonders die hübsche Frau im Vordergrund noch ausgebaut wird. Die bereits bekannte restliche Aufmachung mit den Säulenmotiven passt wieder sehr gut zur Folge und rundet das Erscheinungbild gut ab.

Fazit: Eine ungewöhnliche Folge aus dem Gruselkabinett, die jedoch äußerst hörenswert ist und viel Lust auf den zweiten Teil macht. Grandios!


Gruselkabinett - 31. Die Gespenster-Rikscha



Erster Eindruck: Geistererscheinungen in Indien

Theobald Jack Pansay, ein Mitarbeiter der englischen Armee, wandert nach Indien aus. Auf der Überfahrt lernt er die verheiratete Agnes Keith-Wessington kennen und beginnt mit ihr eine Affäre - aus Abenteuerlust, nicht aus Liebe. Deswegen trennt er sich kurz darauf von der verzweifelten Frau. Diese kämpft weiter um Jack, wie ihn alle nur nennen, doch vergebens. Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf...

Auch die 31. Folge des Gruselkabinetts bietet mit "Die Gespenster-Rikscha" wieder eine Geschichte der Schauer-Romantik, diesmal aus der Feder von Dschungelbuch-Autor Rudyars Kipling. Langsam baut sich die Geschichte um die verheimlichte Affäre von Jack und Agnes auf, deren Ende in aller Heftigkeit dargestellt wird. Auch die darauf folgenden Annäherungsversuche von Agnes werden deutlich zurückgewiesen, sodass man am Ende nicht mehr weiß, wem seine Symphatien gelten: Der armen, verlassenen Frau, deren Herz so grausam gebrochen wurde, oder dem von Geistern verfolgten Mann. Spannung kommt dabei lediglich in einigen Szenen auf, doch diese braucht die Geschichte auch gar nicht, um den schleichenden Grusel, die Seelenkrise von Jack darzustellen und für den Hörer unterhaltsam zu gestalten. Im Endeffekt liegt wieder eine hervorragend produzierte Folge des Labels aus Leverkusen vor, die sich die zahlreichen Fans der Serie sowieso nicht entgehen lassen, die aber auch Neulinge absolut überzeugen dürfte.

Theobald Jack Pansay wird von Matti Klemm gesprochen, der es meisterhaft versteht, den Hörer zwischen Unsymphatie und Mitleid schwanken zu lassen. Keinesfalls gibt er seinem Charakter ein glattgebügeltes Profil, was die Figur nur umso reizvoller werden lässt. Arianne Borbach ist als Agnes Keith-Wessington zu hören, die besonders die verzweifelten Ausrufe intensiv und glaubwürdig herüberbringt. Als Jacks spätere Freundin Kitty ist Uschi Hugo zu hören, die die junge Frau mit ihrer hellen Stimme zum Inbegriff der Lebensfreude werden lässt. Weitere Rollen werden von Bodo Wolf, Wilfried Herbst und Tommy Morgenstern übernommen.

Keinerlei Kritik gibt es an der musikalischen Umsetzung dieser Folge. Im Gegenteil: Die immer eng an der Story gehaltenen Sounds verleihen Substanz und eine wohlige Atmosphäre. Von Anfang bis zum dramatischen Ende wird so die jeweilige Stimmung perfekt auf den Zuhörer übertragen. Besonders Intro und Outro sind mit den rhythmischen Klängen im indischen Stil richtig gut gelungen.

Das Cover ist dieses mal - ganz untypisch für die Serie - in recht hellen Farbtönen gehalten. Das abgebildete Motiv passt landschaftstechnisch wunderbar ins alte Indien, und auch die Titel gebende Gespenster-Rikscha mit der traurigen Agnes Keith-Wessington ist sehr gelungen. Praktisch wie immer ist die Auflistung der Tracks mit Namen hinter der CD.

Fazit: Wenn auch kein absolutes Highlight der Serie, ist "Die Gespenster-Rikscha" immer noch herausragende Grusel-Unterhaltung auf höchstem produktionstechnischen Niveau.


Gruselkabinett - 30. Der Vampir



Erster Eindruck: Schändliches Treiben in ganz Europa

Auf einem Ball zu seiner Einführung in die Gesellschaft macht der junge Adelige Percy Aubrey Bekanntschaft mit Lord Ruthven, einem Mann, der ihn sofort mit seiner düsteren Aura fasziniert. Schnell entschließen sich die beiden, zusammen auf eine ausgedehnte Reise durch ganz Europa zu gehen. Doch schnell wird die Freundschaft der beiden ungleichen Kameraden auf die Probe gestellt, denn ein Brief aus London erreicht Percy...

Auf sage und schreibe 30 Folgen hat es das ausgezeichnete Gruselkabinett von Titania Medien bereits gemacht - dazu erst einmal herzliche Glückwünsche. Nach dem eher außergewöhnlichen "Glöckner von Notre Dame" wird mit John William Polidoris "Der Vampir" wieder klassische Schauerromantik geboten. Gänsehaut ist den Hörern gerantiert, denn immer bedrohlicher und rätselhafter wird das Autauchen von Lord Ruthven. Doch auch die Psyche Percys, die durch immer neue Leiden weiter und weiter geschwächt wird, spielt in dieser Erzählung eine entscheidende Rolle. Diese beiden Komponenten lassen ein interessantes und unterhaltsames Werk entstehen, das in einem spannenden und dramatischen Ende gipfelt. Besonders der letzte Satz, ein düsterer Ausblick, lässt einen erschauern. Außergewöhnlich ist die Erzählweise, die sich teilweise aus Briefen von Percy zusammensetzt und teilweise ganz ohne Erzähler auskommt und dabei zwischen verschiedenen Perspektiven wechselt. Wieder beweisen Marc Gruppe und Stephan Bosenius, dass sie die beiden Männer für feinsinnigen Grusel sind.

Auch die Sprecher tragen einen großen Teil zum Gelingen der Produktion bei. Patrick Bach fällt als Percy Aubrey der größte Teil zu, und diesen gestaltet er mit getragener Stimme mit viel Betonung, ohne festgefahren zu wirken. Sein Gegenpart, Lord Ruthven, wird von Christian Stark gesprochen, der eine intensive und schauerliche Leistung abliefert. Auch Kristine Walther passt als Jane Aubrey, Percys Schwester, wunderbar in das hervorragende Ensemble, zu dem auch noch Sarah Riedel, Kaspar Eichel und Anita Lochner gehören.

Die Musik ist an die Zeit des frühen 19. Jahrhunderts angelehnt und überzeugt mit Orchesterarrangements, die die Story tragen und einen roten Faden bilden. Besonders in den dramatischeren Szenen ist sie auch schon mal etwas lauter und bildet so mit den Sprechern ein intensives Klangerlebnis.

Ziemlich düster ist das Cover, auf dem wir die zwei Hauptpersonen betrachten dürfen. Besonders die Vollmondszene mit der Toten auf den Armen des Mannes, dessen Gesicht im Halbschatten liegt, ist sehr gelungen. Auch die Gestaltung mit den umrahmenden Säulen und dem schönen "Gruselkabinett" Schriftzug muss an dieser Stelle noch einmal gelobt werden.

Fazit: Das Gruselkabinett mit einer bestechenden Folge, die wunderbar in die Reihe passt und feinen Grusel bietet. Für einen grusligen Winterabend genau das richtige.


Gruselkabinett - 29. Der Glöckner von Notre Dame - Teil 2



Erster Eindruck: Das Drama nimmt seinen Lauf...

La Esmeralda ist mehr durch Zufall die Ehefrau vom Dichter Pierre Gringore geworden, der ihr tiefe Ehrerbietung entgegenbringt. Quasimodo, der missgestaltete Glöckner der Pariser Kathedrale Notre Dame, ist seit seiner Bestrafung am Pranger merklich verändert und hegt tiefe Gefühle für die junge Zigeunerin. Auch sein Ziehvater und Mentor, Claude Frollo, ist fasziniert von der anmutigen Schönheit und schmiedet finstere Pläne...

Was für ein faszinierendes Hörspiel! Schon die erste Folge von "Der Glöckner von Notre Dame" bestach durch Andersartigkeit und geradezu schockierenden Ereignissen. All dieses kann auch der zweite Teil aufgreifen, fügt dem ganzen aber noch etwas Ungewöhnliches für das "Gruselkabinett" von Titania Medien hinzu: Dramatische, tiefgreifende und berührende Gefühle. In den verschiedensten Szenen werden die Verwicklungen in der mittelalterlichen Metropole derart dramatisch dargestellt, dass der Hörer regelrecht gefesselt ist und tief in die Geschichte hereingezogen wird. So entsteht ein für das Gruselkabinett ganz und gar ungewöhnliches, intensives Hörspiel, dass seinen vollen Reiz entwickelt, wenn man sich auf die beschriebenen Gefühle einlassen kann.

Neben den schon in der vorigen Kritik erwähnten Hauptakteuren, die auch im zweiten Teil ihre Charaktere zum Leben erwecken, sind es auch die vielen kleineren Rollen, die zum vollen Hörgenuss beitragen. Schon allein Gisela Fritsch, Eva-Maria Erth und Wilfried Herbst sorgen als aufgebrachte Meute für Gänsehautschauer. Anita Lochner spricht die Büßernonne, eine Frau die sich ganz dem einsamen und entbehrungsreichen Leben und dem Hass auf die Zigeuner ergeben hat, und legt damit eine der intensivsten Darstellungen überhaupt vor. Als Erzähler ist Roland Hemmo zu hören, dessen Stimme wunderbar dazu passt. Weitere Rollen übernehmen Julien Haggège, Ilona Otto und Matti Klemm.

Die Soundgestaltung ist wieder vollkommen gelungen. Atmosphärische Musik und passende, realistische Geräusche lassen das Geschehen aufleben und rücken es näher an den Zuhörer heran. Besonders das dramatische und gefühlsbetonte Ende ist absolut gelungen umgesetzt.

Das Cover zeigt Notre Dame vor dem Hintergrund der untergehenden Sonne, was stimmungsvoll und detailliert geworden ist. Auch die Gestaltung des Pappschubers ist gelungen, denn neben den einzelnen CDs sind auch beide zusammen erhältlich.

Fazit: Hier übertrifft sich das Produzententeam von Titania Medien mal wieder selbst! Unglaublich intensiv und mein neuer Höhepunkt der Serie!


Gruselkabinett - 28. Der Glöckner von Notre Dame - Teil 1



Erster Eindruck: Weltliteratur im Gruselkabinett

Das mittelalterliche Paris wird von der Pest bedroht, und Claude Frollo, ein junger Ordensbruder, kümmert sich nach dem Tod seiner Eltern um seinen Bruder Jean. Doch noch ein anderes Kind braucht Fürsorge: Völlig missgestaltet und geistig zurückgeblieben wird es von dem Bewohnern verspottet und fast getötet, bis Frollo einschreitet und das Kind in Notre Dame großzieht und später Glöckner werden lässt. Und dann kommt die junge Zigeunerin La Esmeralda in die Stadt...

Mit "Der Glöckner von Notre Dame" hat sich Titania Medien an die Umsetzung des berühmtes Werks von Victor Hugo aus dem Jahr 1831 gewagt. Fernab von Vampiren oder Werwölfen entwickelt die Geschichte ihre ganz eigene Art von Grusel: Die Abgründe der menschlichen Seele. Die Grausamkeiten, die Quasimodo, dem Glöckern, angetan werden, werden von den phantastischen Sprechern sehr intensiv vertont und übertragen sich so mit voller Wucht auf den Zuhörer. Diesem begegnet mit Claude Frollo eine sehr zwiespältige Figur: Als Geistlicher kümmert er sich aufopfernd um seinen Bruder und auch um Quasimodo, ist jedoch als Alchemist mit den dunklen Künsten verbunden und auch sonst nicht der Gutmensch, für den man ihn anfangs halten mag. Die Story besticht eher durch interessante Figuren und erschreckende Ereignisse als durch Spannung, ist aber gerade deshalb ein abwechslungsreiches und intensives Hörspiel geworden, dass - soviel sei verraten - nur noch vom zweiten Teil übertroffen werden kann.

Als Claude Frollo ist Udo Schenk zu hören, der mit Härte in der Stimme diesen Charakter mit Inbrunst und Leidenschaft charakterisiert. Die anspruchsvolle Rolle des Quasimodo hat Tommy Morgenstern übernommen. Da der Glöckner taub ist, musste für ihn eine spezielle Intonierung gefunden werden, die glaubhaft und Mitleid erregend geworden ist. Als junge Zigeunerin La Esmeralda hören wir Kristine Walter, die bisher noch nicht wirklich in Hörspielen zu hören war. Völlig unverständlich, denn auch sie agiert völlig glaubhaft und intensiv. Weitere Sprecher sind unter anderem Patrick Bach, Roland Hemmo und Inken Sommer.

Feinsinnig und atmosphärisch wie immer ist die akkustische Gestaltung von Stephan Bosenius und Marc Gruppe geworden. Orchesterarrangements, mal wuchtig, mal ganz still und verhalten, untermalen jede einzelne Szene und verpassen ihnen eine ganz eigene Stimmung, die mittlerweile typisch für das Gruselkabinett geworden ist.

Das Cover ist wieder von Firuz Askin und zeigt uns einen Quasimodo, wie er wirklich beschrieben worden ist: Abstoßend und doch Mitleid erweckend. Auch die Steinfiguren des Notre Dame sind stimmungsvoll in Szene gesetzt.

Fazit: Ein großes Stück Literatur, das mit Sinn fürs Detail wunderbar umgesetzt wurde. Mal wieder ein Highlight aus dem Gruselkabinett


Gruselkabinett - 27.Der Leichendieb



Erster Eindruck: Gruselig bis in die Nackenhaare!

Der junge Medizinstudent Fettes bekommt nach langen Bemühen eine sehr begehrte Stelle: Er darf Professor Knox, einem angesehenen Mediziner an der Universität, assistieren. Doch schon anfangs kommen ihm erste Zweifel als er erfährt, dass viele Leichen auf nicht gerade legalem Weg auf den Seziertischen der Universität landen. Immer mehr wird die Loyalität seinem Arbeitgeber gegenüber auf die Probe gestellt, besonders als die junge Prostituierte Jane Galbraith, deren Dienste Fettes ab und an in Anspruch genommen hat, vom zwielichtigen Skinner geliefert wird. Doch Dr. Macfarlane, ebenfalls Mitarbeiter Professor Knox, bringt ihn zur Einsicht, dass er schon viel zu weit mit drinsteckt. Und dann taucht auch noch ein alter Bekannter von Macfarlane auf, der diesen völlig aus der Fassung bringt…

Das Gruselkabinett macht sich daran, uns zum mittlerweile 27. Mal wohlige Gänsehautschauer über den Rücken laufen zu lassen. Die Geschichte um den Studenten Fettes wird wieder aus seiner eigenen Sicht erzählt, und wieder ist die Hauptperson um Jahre gealtert und erzählt in einer Kneipe nach der Begegnung mit Macfarlane seinen Freunden von den längst vergangenen Ereignissen. Durch diesen Trick ist kein vom Geschehen abgesonderter Erzähler nötig, ohne dass die nötige Distanz zum Geschehen fehlt. Das Hörspiel entwickelt seinen ganz eigenen Reiz, vom anfänglichen Schauern über den Handeln mit Leichen über Fassungslosigkeit über die Skrupellosigkeit einiger Charaktere bis hin zum Gruseln über ein soviel sei verraten übernatürliches Phänomen. Dass man sich durch die verwendete Sprache und die tolle Produktion in frühere Zeiten versetzt fühlt, ist ja mittlerweile schon Markenzeichen der Serie. Wieder eine extrem starke Folge einer hörens- und lobenswerten Serie.

Diese Folge ist definitiv die Folge der markanten Männerstimmen: Michael Pan ist als Fettes zu hören, der zwischen verschüchtert und beängstigend spielend wechseln kann und alle Facetten seines Charakters gut beleuchtet. Torsten Michaelis und Hans-Werner Bussinger sind in ihren Rollen des Dr. Macfarlane und des Professor Knox genauso überzeugend, besonders die Zwielichtigkeit zwischen seriöser Forschung und schrecklicher Gleichgültigkeit ist fast schon beängstigend. Als Leichenlieferant Skinner ist Andreas Mannkopf zu hören, eine ideale Wahl für den heruntergekommenen Charakter. Die beeindruckenste Leistung hat für mich allerdings Wilfried Herbst abgeliefert, vielen aus diversen Kinderhörspielen als Sekretär des Bürgermeisters bekannt: Er schreit, lallt und droht in intensiver Art und Weise, fast schon irr, aber dabei schrecklich ausdrucksstark.

In gewohnter Qualität ist auch dieses mal die musikalische Gestaltung. Eine dichte Atmosphäre, beeindruckende Hintergrundmelodien und eine Begleitung nahe an den Charakteren lässt diese Folge zum Hörerlebnis der Extraklasse werden. Auch die Geräusche wirken stimmig und sind vornehmlich zur Unterstützung der Handlung gedacht, anstatt diese zu gestalten.

Das in Grautönen gehaltene Cover von Titania- Stammzeichner Firuz Askin ist der düsteren Stimmung der Story gut angepasst und lässt die Geschehnisse vorm Auge des Betrachters greifbar werden. Absolut gelungen!

Fazit: Tolle Folge mit hintergründigem Grusel und besonders starken Sprechern. Ein Muss für jede Hörspielsammlung ist diese Serie allemal, hier kommt ein weiterer guter Grund dafür hinzu.


Gruselkabinett - 26. Die liebende Tote



Erster Eindruck: Ein Priester zwischen einer Frau und seinem Gott

Während seiner Priesterweihe erblickt der fromme Mönch Romuald eine Frau, die ihn vom ersten Moment an fasziniert und in ihren Bann zieht. Fast bricht er die Zeremonie ab, weil er glaubt, ihre Stimme zu hören, die ihn von seinem Zölibatsgelübte abhalten will. Seit diesem Moment geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Kurze Zeit später wird er als neuer Priester in einer kleinen Gemeinde eingesetzt und versucht dort, den Gedanken an die Frau zu entkommmen. Doch mitten in der Nacht kommt plötzlich ihr Diener zum Priester, weil seine Herrin Clarimonde im Sterben liege und die letzte Ölung brauche. Doch ist die Schönheit wirklich tot?

Die mittlerweile 26. Folge "Gruselkabinett" des Labels Titania Medien setzt die Reihe mit einem weiteren Meisterwerk der Schauer-Romantik fort. Und wieder einmal werden sämtliche Zutaten, die die Serie so hörenswert machen, zu einem stimmigen Ganzen zusammengemischt: Glänzende Sprecher, eine intensive Geräuschkulisse und natürlich eine ansprechende Geschichte. Besonders gelungen ist die Rolle des Erzählers: Der gealterte Romuald erzählt einem jüngeren Mönch von den weit zurückliegenden Ereignissen. So ist die Abtrennung zum Hörspielgeschehen deutlich, ohne dass der Erzähler völlig unbeteidigt wäre. Die Geschichte an sich ist dieses mal nicht das Highlight der ganzen Serie, aber unterhaltsam ist sie allemal!

Großen Wert wurde auch dieses mal auf die Auswahl der Sprecher gelegt, die ideal auf ihre Rollen besetzt wurden und ihren Charakteren Leibhaftigkeit verleihen. Als alten Romuald, also den Erzähler, hören wir Kaspar Eichel, dessen warme Stimme einen durch das Hörspiel begleitet und dabei immer präsent und intensiv ist. Als sein jüngeres Ich ist Julien Haggège im Einsatz, der die Zerissenheit seines Charakters zwischen seiner Berufung als Priester und der Liebe zu der Frau gut herausarbeitet. Als Clarimonde hören wir Sabine Arnhold, eine ausgezeichnete Wahl für die Rolle der sündigen Verführerin. In weiteren Rollen sind Christian Rode, Torsten Michaelis und Cornelia Meinhardt zu hören.

Wie immer beim Leverkusener Label kann man die musikalische Untermalung nur als äußerst gelungen bezeichnen. Auffällig waren dieses mal die choralen Gesänge, die die Zeiten des frühen 19. Jahrhunderts näher an den Zuhörer rücken. Ein dichter Klangteppich, der einen in den Bann zieht und so schnell nicht mehr loslässt. Die Geräusche sind eher spärlich, aber immer terffsicher und glaubwürdig eingesetzt.

Einen gewissen Hauch von Kitsch kann man dem Cover wohl nicht absprechen, aber es fängt die Atmosphäre des Hörspiels gut ein. Die Illustration von Firuz Askin zeigt Clarimonde auf ihrem Bett mit dem betenden Romuald, ein in angenehmen Farben gehaltenes Cover.

Fazit: Eine grundsolide Folge des Gruselkabinetts, die Fans begeistern dürfte und allen Neuzugängen ebenso ans Herz gelegt sein sollte!


Gruselkabinett - 25.Der Fall Charles Dexter Ward -2-

Erster Eindruck: Besessen oder nicht?

Charles Dexter Ward nimmt ein immer merkwürdigeres Verhalten an. Sein Umfeld ist von seinem Benehmen so fassungslos, dass besonders seine Mutter sehr darunter leidet. Dexter Ward kauft sich einen Bungalow in der Nähe seines Vorfahren Joseph Curwe. Dort setzt er seine Experimente in dem weit verzweigten System unter dem Haus fort. Aber ist es wirklich noch Charles der hier hantiert, oder ist er von seinem Ahnen besessen der sein grausiges Werk vollenden will?

Der zweite Teil der Umsetzung der H.P Lovecraft Geschichte "Charles Dexter Ward" lässt einem streckenweise das Blut in den Adern gefrieren, insbesondere die Stelle als Joseph Curwen offenbart, dass er von Charles Besitz ergriffen hat. Nach und nach werden die Geheimnisse aufgedeckt, was sich einem grandiosen Finale gipfelt. Den Machern ist es gelungen ein Hörspiel zu schaffen, dass dem Stoff würdig ist, gruselig, mysteriös und die Action kommt auch nicht zu kurz.

Wie auch schon im ersten Teil sind die Sprecher, die Marc Gruppe und Stephan Bosenius für diese Produktion gewinnen konnten, exzellent. Den größten Teil des 63 Minuten Hörspiels bestreitet Ernst Meincke, da er hier auch als Erzähler fungiert, seine Stimme passt vortrefflich zu der Figur, die er verkörpert. Cornelia Meinhard, die die Mutter von Charles Dexter Ward spricht, kommt im zweiten Teil nur sehr kurz vor, da sie auf Reisen geht, weil sie die seltsame Verwandlung von Charles nicht erträgt. Wiederum besonders hervorragend ist der vielseitige Frank Schaff, der seine Stimme virtuos zum Einsatz bringt und die Rolle des Charles Dexter Ward auf verschiedenste Weise umsetzt. Klingt die Musik im ersten Teil noch sehr vordergründig, rückt sie hier etwas in den Hintergrund, was der gruseligen Atmosphäre sehr zuträglich ist. Wenn Musik zum Einsatz kommt, ist diese sehr klassisch gehalten. Die Geräusche sind wie immer in den Titania Medien Produktion einwandfrei.

Das Cover zeigt diesmal das Elternhaus von Charles Dexter Ward. Auch hier ist das gespenstische, das von der Geschichte ausgeht, gut umgesetzt worden. Firus Askin schafft es immer wieder ein Cover zu zeichnen, das einem direkt ins Auge fällt.

Fazit: Den Fall Charles Dexter Ward möchte ich als ein Meisterwerk aus der Gruselkabinettreihe nennen. Grandios!



Gruselkabinett - 24.Der Fall Charles Dexter Ward -1-



Erster Eindruck: Zwischen Realität und Wahnsinn...

USA in den 20er Jahren: Dr. Marinus B. Willet, Hausarzt der Familie Ward, besucht deren Sprössling Charles Dexter in einer Nervenheilanstalt. Und obwohl er am nächsten Tag ohne definitve Diagnose entlassen worden wäre, ist er anscheinend am selben Abend entflohen. Das Telefongespräch mit Charles' Vater Theodore nimmt Dr. Willert zum Anlass, sich das Leben des psychisch gestörten Charles in Erinnerung zu rufen, der sich nach der Schule mit Okkultismus beschäftigt hat und mit 21 Jahren zu einer Reise quer durch Europa begonnen hat. Danach setzte er seine merkwürdigen Experimente, die er vor seinen Eltern geheim hält, fort. Was erforschte er mit dem vielen Lärm und den unangenehmen Gerüchen in seinen Zimmern? Und was hat sein Vorfahr Joseph Curwen, von dem er seit Jugendtagen fasziniert ist, damit zu tun?

Titania Medien legt mit Teil 24 und 25 der Reihe Gruselkabinett wieder einmal ein zweiteiliges Meisterwerk vor: Der Fall Charles Dexter Ward des Kultautoren H. P. Lovecraft. Und schon der erste Teil weiß zu überzeugen. In gewohnter Qualität bauen die Regiesseure Stephan Bosenius und Marc Gruppe eine unglaublich spannende Story auf, die dieses mal durch einen nicht stringenten Handlungsablauf unterstüzt wird. So hören wir zu Beginn einen äußerst vielversprechenden Prolog aus dem Jahr 1771 um die Geschehnisse des Joseph Curwen, springen dann ins Jahr 1928 zum Besuch Dr. Willets in der Heilanstalt, um kurz darauf die Jugend von Charles Dexter Ward erzählt zu bekommen. Dabei fällt es glücklicherweise trotzdem nicht schwer, dem Handlungsverlauf zu folgen. Vom verheißungsvollen Anfang bis zum spannungsgeladenen Ende ist man gefesselt von der verstörenden Story und der intensiven Produktion.

Als Sprecher des Dr. Marinus Willet konnte man Ernst Meincke gewinnen, der damit auch teilweise als Erzähler fungiert. Seine tiefe Stimme passt hervorragend zu dieser Rolle. Hans-Werner Bussinger und Cornelia Meinhardt als besorgtes Ehepaar Ward spielen ihre Rollen intensiv und glaubhaft. Doch in dieser Folge fällt besonders Frank Schaff positiv auf, der in seiner Doppelrolle als Charles Dexter Ward und Joseph Curwen brilliert. Seine überzeugende Interpretation des bemerkenswerten jungen Mannes lässt einem das ein oder andere mal wahre Gänsehautschauer über den Rücken laufen.

Auch in dieser Folge kann sich die Musik absolut hören lassen. Die orchestrale Begleitung lässt eine beklemmende Atmosphäre entstehen, die einen nicht loslässt und einen an die Lautsprecher fesselt. Sämtliche Geräusche, vom kleinen Laut bis zum größten Krachen, sind glaubhaft eingesetzt und unterstützen die Sprecher in ihrer Glaubwürdigkeit.

Das gezeichnete Cover des ersten Teil, welches die Titelfigur vor einem Portrait seines Vorfahrens Joseph Curwen zeigt, ist wieder äußerst gelungen. Ohne den Charakter der Folge zu verfremden fügt es sich in das Gesamtkonzept der Serie ein.

Fazit: Ein vielversprechender erster Teil, der an sich gesehen schon ein echter Höhepunkt der Serie ist. Höchtwertung für diese intensive und spannende Umsetzung.


Gruselkabinett - 23.Die Bilder der Ahnen

Erster Eindruck: Geisterhaftes im Gruselkabinett

Ferdinand von Panner ist auf Einladung zu Besuch auf dem Schloss eines Freundes aus der Schule. Auf dem Weg dorthin müssen sie halten und so kommt es, dass Ferdinand in eine Runde von Frauen gerät, die sich bei Tee Geistergeschichten erzählen, auch der Graf steuert eine zu der Runde bei. Auf dem Schloss seines Freundes geht eine Geistererscheinung um, vor der sich grad die männlichen Nachkommen fürchten. Was steckt hinter dem düsteren Geheimnis des Schlosses und den Bildern der Ahnen?

Anders als bei der Vorgängerfolge wird es hier wieder schön schaurig. Nach dem Freischütz sind nun die Bilder der Ahnen die zweite Geschichte aus der Feder von Johann August Apel, die das Team von Titania umsetzt. Die Story ist eine typische Geistererzählung, sie bietet nichts neues und bedient alle Klischees des Themas, aber sie wurde zu Recht in die Reihe aufgenommen.

Auch in der 23. Folge glänzen die Protagonisten wieder durch eine wunderbare Darstellung ihrer Rollen. Neben Gerrit Schmidt Foss, der hier die Hauptrollen des Ferdinand von Panner bestreitet, sind noch weitere Hörspielgröße wie Marianne Groß, Klaus Dieter Klebsch, Lutz Riedel und Heinz Ostermann zu hören. Eine hochkarätige Besetzung, wie man sie selten erlebt.

Sei es ein imposantes Orgelspiel oder das kleine leise Flötenstück, die Musik die Marc Gruppe und Stephan Bosenius in ihre Produktionen einfließen lassen, ist immer stimmungsvoll und beieindruckt durch atmosphärische Dichte.

Die bildliche Darstellung auf dem Cover ist diesmal wieder auch sehr gut getroffen. Das Cover fügt sich einwandfrei in anspruchsvolle Covergestaltung von Titania Medien ein.

Fazit: Ein Hörgenuss der Extraklasse.


Gruselkabinett - 22.Der fliegende Holländer

Erster Eindruck: Titania sticht in See

Prinz Albert Victor lädt seinen ehemaligen Leher in die Oper ein, dargeboten wird die Geschichte einen Seemannes, mit dem die beiden Herren selber eine Begegnung gehabt haben. Der Holländer und seine Mannschaft sind bis in alle Ewigkeit verflucht, da der Käptain in einer stürmischen Nacht einen unheilvollen Satz ausgesprochen hat.Unheil droht jedem der dem verfluchten Schiff zu nahe kommt. Nur alle sieben Jahre kann der Holländer an Land gehen, um sich eine Frau zu suchen die ihn bedingungslos liebt. Findet er sie kann er erlöst werden. Unheil trifft aber alle die sich mit dem verfluchten Käptain einlassen.

Vom Namen her kannte ich die Geschichte vom fliegenden Holländer, gelesen oder gehört hatte ich sie bis dato noch nicht. Mir hat die Story an sich auch wunderbar gefallen, auch wenn man vielleicht erwähnen sollte, dass die Story sicherlich gut in das Gruselkabinett passt, aber dennoch nichts wirklich Gruseliges an sich hat. Die Umsetzung ist natürlich wieder Titania Medien like: Eindrucksvoll pompös.

Simon Jäger, Nicolas Artajo und David Nathan als unheilvoller Kaptain bilden hier die Hauptcharaktere, die drei harmonieren so gut miteinander wie ich es selten erlebt habe. Die Rollen scheinen ihnen auf dein Leib geschrieben worden zu sein. In der Rolle der auserwählten Braut ist Dascha Lehmann zu hören, die auf beeindruckende Weise die Geschichte um das holländische Schiff von ihrer Großmutter, die von Barbara Adolph verkörpert wird, erzählt bekommt.

Was soll ich hier zu der Musik noch schreiben, keine andere Serie versteht es, impostane Orchestermusik mit einer schaurigen Story zu verbinden. Grad hier passt die Musik wie die Faust aufs Auge, da die Handlung in der Oper spielt. Geräusche und Eeffekt sind auch diesmal wieder perfekt eingesetzt.

Das Cover ist nett und sicherlich auch gelungen, aber hier hätte man noch etwas mehr raus holen können. Vielleicht wäre es gut gewesen, noch die Opferung Katharinas darzustellen. Die Handlung ist ja schon sehr darauf ausgerichtet, dass die beiden heiraten wollen und Katharina sich schon lange eine Begegnung mit dem Kaptiän wünscht.

Fazit: Sicherlich gehört auch diese wahre Begebenheit nach Heinrich Heine in das Gruselkabinett und sie bietet auch zweifelsohne gute Unterhaltung, aber es ist nicht die Überfolge.


Gruselkabinett - 21.Der Hexenfluch

Erster Eindruck: Mein Highlight für Halloween

Im Jahr 1662 wurde die Hexe Katrina van Kampen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, sie schwor ihren Peinigern schreckliche Rache. Immer in der letzten Nacht des Oktobers will sie sich an der Familie des Junker Harper rächen! 300 Jahre später ist es wieder Halloween: Die beiden letzten Nachfahren der Familie Harper sind die Schwestern Abigail und Emily! Die skeptische Abigail glaubt nicht an die Rache von Katrina, anders Emily die schreckliche Ängste in der letzten Oktobernacht durchstehen muss! Wird die beiden Schwestern der Fluch ereilen und steckt wirklich nur die Hexe dahinter?

Dies ist die 21 Folge der preisgekrönten Serie Gruselkabinett und auch hier lässt sich das Label Titania Medien nicht lumpen. Die Geschichte nach Per McGraup ist gruselig, spannend und überraschend zugleich. Mir hat besonders die Szene der Verbrennung Katrinas gefallen und dann die doch ziemlich überraschende Wendung ins Jahr 1962, damit hätte ich in der Form nicht gerechnet! Eine wunderbare und innovative Idee! Die weitere Story weiß aber auch genauso zu überzeugen.

Als Hauptakture hören wir Marianne Wischmann und Edith Schneider als Schwestern Harper, die beiden passen von der Tonlage als auch vom Sprechstil gut zusammen. In einer kleinen Nebenrolle wurden Lutz Riedel und Gerrit Schmidt Foss engagiert. Auch hier passen die Sprecher zu den Rollen! Die Schauspieler die für das Gruselkabinett zum Einsatz kommen sprechen ihre Charaktere immer mit Leib und Seele, sie hauchen jeder Figur auf ganze besondere Art und Weise Leben ein.

Auch bei dieser Folge stellt das Titania Medien Team ihr ganzes Können unter Beweis und bietet hier auch wieder eine wunderbare Geräuschkulisse die unter die Haut geht.

Das Cover zu dieser Folge ist ein ganz besonderer Leckerbissen, es schaut ganz hervorrangend aus und steht auch den anderen Cover optisch in nichts nach. Was ich hier hervorheben möchte ist, dass die einzelnen Trackpunkte immer noch mit einem eigenen Titel versehen werden der zu dem Abschnitt gewählt wurde.

Fazit: Ein Halloween Hörspiel wie es passender nicht sein kann. Oft wirklich gänsehautverursachend. Ich freue mich auf die nächsten Folgen die bereits im November erscheinen werden.


Gruselkabinett - 20.Der Werwolf

Erster Eindruck: Aaaaaauuuuuhhhhh

Thibaut ist ein junger Holzschuhmacher in einem Ort in Frankreich, er wäre aber lieber ein reicher Edelmann, der sich alles leisten kann! In einer Winternacht rettet er den großen Wolf vor den Jägern des Barons de Vez! Kaum gerettet verwandelt sich der Werwolf in einen Menschen und macht dem Holzschuhmacher ein Angebot, welches Thibaut in große Versuchung lockt! Wird er der Macht des Wolfes verfallen?

Endlich gibt es wieder Neues vom Gruselkabinett. Mit dem Werwolf veröffentlicht Titania-Medien die nunmehr 20 Folge aus ihrer Erfolgsreihe, die auch hier wieder nahtlos an die hohe Qualität der Vörgängerfolgen anschließt und ihnen in nichts nachsteht. Die Story ist sicherlich nicht so stark wie einige andere Folgen der Reihe aber dennoch recht kurzweilig!

In der Hauptrolle können wir Thomas Nero Wolff (Nomen est Omen?) als Thibaut und Uschi Hugo als Angnelette erleben! Die beiden Stimmen harmonieren ganz hervorragend miteinander. Als Baron ist Marco Kröger im Einsatz und als Nepomuk Magloire ist Wilfried "Sekretär Pichler" Herbst zu hören. Die Protagonisten sind wie üblich beim Gruselkabinett aller erste Wahl und passend gewählt.

Die musikalische Untermalung ist das Aushängeschild der gesamten Serie und schafft auch hier wieder die bekannt düstere Atmosphäre. Die Geräusche, sei es das leise Windsäuseln oder das Rauschen der Bäume im Wald, sind so perfekt in die Handlung eingebettet dass man meint man stünde selber im dichten Dickicht.

Das Cover ist beim Gruselkabinett immer eine Augenweide, die Zeichnungen sind so detailliert dass sie in ganz besonderer Art hervorstechen. Auf dem Cover sieht man einen heulenden Werwolf im verschneiten Wald.

Fazit: Wenn auch nicht die stärkste Folge aus dem Gruselkabinett dennoch eine hörenswerte Folge, die qualitativ den Standart halten kann.


Gruselkabinett - 19. Dracula -3-



Erster Eindruck: Showdown in den Karpaten

Unter der Leitung des Vampirjägers Dr. Abraham Van Helsing soll Graf Dracula, der so viel Unheil vollbracht hat, endgültig vernichtet werden. Dazu werden die Särge unbrauchbar gemacht, die von Dracula nach England gebracht wurden, um ihm den Aufenthalt unmöglich zu machen. Doch der teuflische Vampir hat einen weiteren Plan...

Mit großen Schritten eilt die phänomenale "Dracula"-Umsetzung von Titania Medien ihren Ende entgegen. Der dritte Teil des Romangeschehens ist an Tempo kaum zu überbieten, ein Ereignis folgt auf das nächste, und einige Passagen wurden hörbar gekürzt. Trotzdem sind immer noch 70 Minuten herausgekommen, die an Spannung kaum zu überbieten sind. Dabei werden auch hier völlig neue Elemente eingebracht, denn erstmals wird Dracula gejagt und in die Enge getrieben. während dieser ein Mitglied der Gruppe auf seine Seite ziehen will. Das sorgt für weitere Abwechslung und hält die Story dynamisch und vielfältig. Die Verfolgungsjagd durch halb Europa ist vielleicht etwas verknappt dargestellt und hätte für weitere, hochspannende Momente sorgen können, dafür bekommen wir ein furioses Finale zu Ohr, das mit der Handlung würdig abschließt und in weiteres Highlight in dem Vierteiler bietet. Auch diese Folge ist auf höchsten Niveau produziert, die Geschichte interessant, dramatisch und spannend bis zum Schluss, doch nimmt man alle Teile zusammen, hat man ein Meisterwerk der Hörspielkunst, über vier Stunden beste Unterhaltung, die in wirklich keinem Hörspielregal fehlen sollte.

Auch hier sind die Sprecher eine Wucht: Kaspar Eichel ist als Abraham van Helsing extrem überzeugend und beschwört das Bild eines harten und kompromisslosen Mannes, das er mit intensiver Stimme erzeugt. Auch Petra Barthel, die schon im vorigen Teil als Lucy Westenra zu hören war, führt ihre Rolle konsequent und glaubhaft weiter. Wenn auch alle anderen Sprecher zu loben wären, wie beispielsweise Simon Jäger, Arianne Borbach oder Marius Clarén, die Darstellung des Dracula von Joachim Höppner ist und bleibt für mich die Top-Leistung des Hörspiels, so facettenreich, so hintergründig, so intensiv ist seine Sprechweise, die schon allein genommen für Gänsehautschauer sorgt.

Neben der Spannung befindet sich auch die akustische Gestaltung auf ihrem Zenit. In jede einzelne Szene wurde so hörbar viel Liebe und Arbeit gesteckt, dass sich ein dichtes, verwobenes Ganzes ergibt, dass die Geschichte so intensiv ausstattet und für Spannung und wohligen Grusel sorgt. Diese perfekte Inszenierung ist Markenzeichen von Titania Medien und zieht sich durch die gesamte Umsetzung des Dracula.

Auch das Cover ist wieder eine reine Augenweise geworden. Draculas Schloss in den Karpaten thront gebieterisch in der Landschaft, die Kutsche ist auf verschlungenen Wegen zu ihm unterwegs, alles in einer phantastischen Berglandschaft im Sonnenuntergang. Stimmungsvoll wie nie überzeugt es in voller Länge und ist auch auf dem Pappschuber zu finden, der alle vier Teile enthält und im Buchhandel erhältlich ist.

Fazit: Ein packendes, hoch spannendes und vielseitiges Hörspiel, dass die Handlung gekonnt abschließt und zu den besten Hörspiel überhaupt gehört. Unbedingt hören und mitreißen lassen!


Gruselkabinett - 18. Dracula -2-



Erster Eindruck: Unheilvolle Begegnungen in England

Mina Murray verbringt ein paar Tage bei ihrer Freundin Lucy Westenra, da ihr Verlobter Jonathan Harker auf einer Geschäftsreise ist. Doch nachdem ein scheinbar leeres Schiff angespült wurde, beginnt Lucy sich zu verändern und immer abweisender zu werden. Hängt Lucys Zustand tatsächlich mit Jonathans Reise zusammen? Wer treibt während der Nächte in der kleinen Stadt sein Unwesen?

Nachdem sich der erste Teil der "Dracula"-Umsetzung von Titania Medien mit der Reise von Jonathan Harker beschäftigt hat, kehren wir nun nun zu seiner Verlobten Mina Murray zurück und erleben die weiteren Geschehnisse aus einer völlig anderen Perspektive. Auch hier reiht sich ein Höhepunkt an den nächsten, besonders die Szene auf dem Schiff lässt einem das Blut in den Adern gefrieren und gehört zu den besten Hörspielszenen, die ich je gehört habe. Auch die Szenen mit "Renfield", einem Bewohner der Irrenanstalt, sind unglaublich atmosphärisch, was besonders an der genialen Sprecherleistung liegt. Doch auch die ruhigeren Passagen, wie die drei Heiratsanträge, haben ihren Reiz und sind sehr unterhaltsam. Im Mittelpunkt steht aber natürlich weiterhin die übermächtige Figur des Grafen Dracula, die Menschen zu seinen Gunsten beeinflusst, im Hintergrund die Fäden zieht und kaum zu besiegen zu sein scheint. Wieder fängt die Geschichte quasi bei Null an (nur dass der Hörer schon einige Vorkenntnisse hat) und dramaturgisch perfekt aufgebaut steigert sich die Spannung bis zu ihrem Siedepunkt - um dann recht unvermittelt aufzuhören und damit das Verlagen nach dem dritten Teil zu wecken. Die 75 Minuten vergingen wie im Fluge und waren voller Spannung, diese Umsetzung ist einfach perfekt!

Wie immer gehören zu Umsetzungen von Titania perfekte Sprecherleistungen, so auch hier. Als Mina Murray bestreitet Tanja Geke den Hauptteil der Geschichte und überrascht dabei mit einer sehr femininen und trotzdem eindringlichen Stimme, die ich gerne öfter hören würde. Sehr eindringlich und glaubhaft wahnsinnig spricht Andreas Mannkopff den Renfield und überzeugt dabei auf voller Linie. Hörspiellegende Lutz Mackensy ist als John Seward zu hören, der eine absolut geniale Umsetzung seines Charakters liefert. Weitere Sprecher sind unter anderem Tobias Kluckert, Inken Sommer und Norman Matt.

Wer schon einmal einen Teil aus dem Gruselkabinett gehört hat, weiß was ihn erwartet: Eine perfekte, atmosphärisch sehr dichte Umsetzung, der den Roman feinsinnig interpretiert. Auch hier wurde erkannt, dass sich die Musik nicht immer sonderlich vordergründig abspielen muss, die Geräusche keine lauten Knaller sein müssen, um der Geschichte optimale Stimmungen zu verleihen, im Gegenteil: Durch diese fast hintergründige Umsetzung wirkt alles viel intensiver und viel gruseliger. o soll es sein!

Sehr schaurig und atmosphärisch wie das Hörspiel ist das Cover: Die Illustration kommt meiner Vorstellung des Dracula extrem nahe. In einem alten Schloss hüllt er eine schöne junge Dame in seinen Mantel und ist voller Begierde kurz vorm berühmten Biss in den Hals. Ach hier scheint der Rahmen mit den Säulen wie geschaffen für dieses Bild.

Fazit: Der zweite Teil des Dracula ist ebenso spannend und perfekt inszeniert ist wie sein Vorgänger! Wer Gruselhörspiele mag, wird diese Umsetzung lieben!


Gruselkabinett - 17. Dracula -1-



Erster Eindruck: Im Banne des Vampirs...

Die Reise zum Schloss des Grafen Dracula ist beschwerlich für den jungen Anwalt Jonathan Harker, zumal er immer von Ortsansässigen gewarnt wird, die ihm Unheil prophezeien. Als er ankommt empfängt ihn ein sehr höflicher, zuvorkommender und angenehmer Mann. Doch schon bald zeigt sich, wie sehr der Schein trügen kann...

"Dracula" ist die bekannteste Vampirgeschichte aller Zeiten, unzählige Umsetzungen verschiedener Medien gibt es bereits. Trotzdem haben es sich Titania Medien nicht nehmen lassen, den Roman in ihr Gruselkabinett aufzunehmen, das sich mit den besten Schauergeschichten beschäftigt. Und herausgekommen ist ein sehr feinsinniger, umfassender und selbstverständlich perfekt inszenierter Dreiteiler (plus der Vorgeschichte in Folge 16), der selbst noch packen kann, wenn man die Geschichte schon kennt. Durch die Erzählweise, die an Tagebucheinträge und Briefe angelehnt sind, bekommt man einen genauen Einblick in die handelnden Personen und fühlt sich ihnen sehr nah. Das hat den weiteren Vorteil, dass der Hörer mitten in die Geschichte versetzt wird und das Gefühl bekommt, alles aus erster Hand miterleben. Auch die Story dieser ersten Folge ist genial, die übermächtige Figur des Grafen wird so Angst einflößend , seine drei Bräute so blutrünstig und trotzdem stilvoll, der psychische Verfall und die aufkommende Hoffnungslosigkeit Jonathan Harkers so mitreißend geschildert, dass die 70 Minuten wie im Fluge vergehen und in einem packenden Finale enden, dass man kaum warten kann, den nächsten Teil zu hören. Ein perfekter Start in die Geschichte, die völlig zu Recht zu den besten Umsetzungen zählt.

Joachim Höppner ist wohl die Idealbesetzung für den Grafen Dracula. Erhaben, intelligent und mächtig wird er der Figur in seinem nuancenreichen Spiel völlig gerecht und sorgt für Gänsehautschauer und wohligen Grusel. Als seine Bräute sind Rita Engelmann, Monica Bielenstein und Arianne Borbach zu hören, die ein perfektes Zusammenspiel und betonte Aussprache geradezu zelebrieren und die kurze Szene zum Erlebnis machen. Kurz als Wirt in einem abgelegenen Gasthaus ist Klaus-Dieter Klebsch zu hören, der damit beweist, dass er sich auch gekonnt im Hintergrund halten kann. Weitere Sprecher sind Evelyn Maron, Jürg Löw und Dagmar von Kurmin.

Die Musik setzt wesentliche Akzente im Hörspiel, mal auflockernd bei den Szenenübergängen, mal hintergründig den Hörer beeinflussend und drohende Gefahren verkündend, mal als lautes Stilmittel, um die Dramatik des Momentes zu heben. So sieht eine atmosphärische Gestaltung aus, die von den Geräuschen zur Vollendung gebracht wird.

Das Coverbild zeigt uns die Szene mit den drei Vampirdamen an Jonathans Bett, die leider etwas zu kitschig wirkt. Dafür scheint der Rahmen mit den Säulen und Schnörkeln extra auf dieses Hörspiel gewartet zu haben und gibt dem Hörer eine Vorstellung des Schlosses mit auf den Weg. Wie immer sind hinter der CD die 13 Tracks aufgelistet, um den Wiedereinstieg zu erleichtern.

Fazit: Ein intensives und fesselndes Hörerlebnis, das selbst bei Kennern der Geschichte für wohlig-gruslige Momente sorgt. Absolut empfehlenswert!


Gruselkabinett - 16. Draculas Gast



Erster Eindruck: Ein Mythos beginnt...

Jonathan Harker, der als Rechtsanwalt in London arbeitet, bekommt den Auftrag, mit einem Grafen aus Rumänien ein Geschäft über ein Anwesen in seiner Heimatstadt zu regeln. Doch schon auf der Reise mit der Kutsche warnen ihn die Dorfbewohner vor den Mann. Dennoch setzt der junge Anwalt seine Reise fort und wird bald darauf von unheimlichen Wesen verfolgt...

Es ist das erste mal, dass ein Hörspiellabel diese Vorgeschichte zu Bram Stokers berühmten Roman "Dracula" umsetzt, aber bekannterweise legen Stephan Bosenius und Marc Gruppe Wert auf eine Umsetzung möglichst nah um Original, was diesen Schritt erklärt. Doch im Vergleich zum eigentlichen Romangeschehen fällt diese Kurzgeschichte etwas ab und enthält nicht die packende Spannung der nächsten drei Folgen. Es ist eher ein kleiner Prolog, der geboten wird und in dem wir einige Hintergrundinformationen bekommen, mit den Personen bekannt gemacht und über die allgemeine Situation in Kenntnis gesetzt werden. Das alles wird aber wieder so perfekt inszeniert, mit der so unglaublich dichten Atmosphäre versehen, die ich so an den Produktionen von Titania Medien schätze, dass ich trotz der inhaltlichen Schwächen dieses Hörspiel sehr genossen habe. Zumal es mit einer Länge von ca. 45 Minuten angenehm kurz gehalten wird und die Szenen im Mausoleum wirklich sehr gelungen sind. Ich sehe es als eine sinnvolle Ergänzung zur Haupthandlung, die jeder Fan der Produktion hören sollte.

Wie sollte es anders sein - die Sprecher liefern eine brilliante Vorstellung ab und machen das Hörspiel zum Erlebnis. Simon Jäger bestreitet als Jonathan Harker den Hauptteil der Handlung und bringt die getragene, altertümlich anmutende Sprache hervorragend zur Geltung. Peter Hawkins wird von Jürgen Thormann gesprochen, der hier eine eher ruhige Seite seiner Stimme präsentiert, die sehr eindringlich ist. Hörspiellegende Christian Rode ist als Kutscher zu hören und rundet damit das Ensemble ab. Weitere Sprecher sind Uwe Büschken, Nicola Devico Mamone und Melanie Pukaß.

Und wieder ist bei der atmosphärischen Umsetzung ein Hochgenuss gelungen. Fernab von bombastischen Spektakel wird alles sehr ruhig und gediegen, woraus der eigentliche haarsträubende Grusel erst entstehen kann, der die Seele des Menschen berührt statt nur an der Oberfläche zu kratzen. Schon allein die Umsetzung von "Draculas Gast" ist jede einzelne Minute wert.

Auf dem Cover sehen wir das Mausoleum, das eine so wichtige Rolle in der Handlung hat. Schneebedeckt und mit Jonathan Harker, der darauf zu läuft ergibt sich ein stimmiges Gesamtwerk. Auch die restliche Aufmachung in den Grün- und Grautönen harmoniert sehr gut damit.

Fazit: Auch wenn es etwas an Schwung fehlt, lohnt sich die Vorgeschichte zu Dracula allemal. Die Atmosphäre macht viel wett.


Gruselkabinett - 15. Der Freischütz



Erster Eindruck: Eine große Liebe und eine große Tücke…

Wilhelm, ein junger Amtsschreiber, will die Jägerstochter Kätchen heiraten. Um die Erbfolge der Försterei einzuhalten, muss er sein Geschick jedoch mit einem Meisterschuss beweisen. Gut, dass früher bei einem Jäger gelernt hat. Doch trotzdem wollen ihm plötzlich keine Schüsse mehr gelingen. Doch dann erfährt er von einem verdorbenen Ritual…

Der Freischütz ist ein Titel, den viele wahrscheinlich nicht in der Reihe Gruselkabinett erwartet hätten. Dass er jedoch ganz hervorragend passt, wird hier konsequent bewiesen. Anfangs scheint alles in der kleinen, aber bedeutenden Försterei gut zu laufen, besonders nachdem der Förster Bertram begeistert der Hochzeit zugestimmt hat, aber wie üblich bei dieser Serie wird diese anfängliche Harmonie schnell ins Gegenteil verkehrt und schleichendes Grauen macht sich breit. Die höchst spannende und gruselige Szene, in der Wilhelm die Kugeln nach Anweisung des mysteriösen Stelzfuß fertigt, gehört sicherlich zu den besten der Serie und wird mit vielen gelungenen Beschreibungen und Effekten zelebriert. Der weitere Handlungsverlauf wird ständig begleitet von dem Wissen, dass ein großes Unheil geschehen wird, bis im Finale wieder einmal mit einem geschickten Kniff alles in Frage gestellt wird und den Hörer aufzuwühlen weiß. Keine Frage, es ist eine ungewöhnliche Folge, die uns Titania Medien da vorlegen, aber eben eine unglaublich gelungene.

Auch die Sprecher sind wieder in Hochform und machen das Zuhören zum Genuss für die Ohren. Wilhelm wird von dem eher unbekannten Marius Clarén gesprochen, der eine absolut tadellose Leistung abliefert und mit präzisem Ausdruck überzeugt. Ebenso bis dato fast eine Newcomerin in Sachen Hörspiel war Luise Helm, die ebenso intensiv und leidenschaftlich spielt wie die großen Namen. Absoluter Höhepunkt der Folge ist aber der geniale Jürgen Thormann als Stelzfuß, der mit irrem Lachen und seiner einzigartig krächzigen Stimme wunderbar böse ist. Weitere Sprecher sind unter anderem Tobias Kluckert, Dagmar von Kurmin und Inken Sommer.

Beinahe schon müßig ist es, die fantastische Produktionsweise des Labels und dieser Serie im Speziellen zu loben. Auch hier bestimmen passende, stimmungsvolle Musik und eine dichte Atmosphäre das Hörspiel, wie es kaum ein zweiter kann und was wirklich jede Folge zu einem Genuss macht. Insbesondere das Auftreten von Stelzfuß ist sehr gut inszeniert.

Ungewöhnlich farbenfroh ist dieses mal das Cover, und trotzdem kann man einen Hauch von Düsternis nicht bestreiten. Die Darstellung des Rituals und natürlich Stelzfuß im Hintergrund ist sehr stimmig, will sich aber nicht so gut mit dem Rahmen vereinen wie andere Cover der Serie. Lobenswert ist wieder die Auflistung der Tracks im Bereich hinter der CD.

Fazit: Eine ungewöhnliche, aber sehr spannende und atmosphärische Folge, die mit keinem bisher gehörten zu vergleichen ist. Toll!


Gruselkabinett - 14. Die Blutbaronin



Erster Eindruck: Liebe bis in den Tod... und darüber hinaus.

Baron Ferenc Nádasdy ist immer noch voller Liebe zu seiner längst verstorbenen Frau - sehr zum Leidwesen seiner neuen Frau Katharina. Auch ein vertrauter Geistlicher ist besorgt und rät Ferenc von Elisabeth endgültig Abschied zu nehmen. Doch der entscheidet sich für einen anderen Weg - und lässt gegen allen Rat einen Zauber wirken, der seine Frau wieder lebendig macht...

Auch die 14. Folge des "Gruselkabinetts" reiht sich in die Riege der wunderbar atmosphärischen und grusligen Hörspiele ein - mehr noch: Die Blutbaronin ist ein weiteres Highlight der Serie! Sie erzählt von Begierde, von unendlicher Sehnsucht, die man über alles stellt und sein momentanes Leben vollkommen vernachlässigt. Und welches Unheil das mit sich bringen kann, denn die durch ein mystisches Ritual wiedererwachte Elisabeth (das im übrigen eine fantastische Umsetzung hat) bringt nur zunächst den ersehnten Seelenfrieden Ferencs wieder. Der Schrecken entfaltet sich immer weiter, bis zu einem Gänsehaut-Finale, in dem Elisabeth die versprochene Liebe einfordert - eine Gänsehaut ist da garantiert! Eine Folge des geniales Gruselkabinetts, die sich kein Gruselfan entgehen lassen sollte.

Es sind nur wenige Sprecher, die für dieses Stück gebraucht wurden, die sind dafür umso besser ausgewählt. Als Elisabeth Báthory ist die unvergleichliche Viola Sauer zu hören, die ihre Stimme mal hart und fordernd, mal sanft und geheimnisvoll klingen lässt und somit eine sehr intensive Darbietung vollbringt. Uwe Büschken steht dem als Ferenc Nádadsy in nicht nach und steigert seine Stimme mit dem fortschreitenden Schrecken. Erzähler der Folge ist Hartmut Neugebauer, der als Janos ruhig, aber eindringlich ist. Weitere Sprecher sind Jörg Löw, Inken Sommer und Heinz Ostermann.

Die Musik tut ihr übriges, um das Hörspiel zu einem Erlebnis zu machen. Auch hier schreitet sie mit der Spannung mit und reicht von leise und sanft bis wuchtig und bedrohlich. Dabei wird die Stimmung der Szenerien perfekt eingefangen und ausgebaut.

Ein Lob gebührt an dieser Stelle auch Alice Kaiser, die für das Layout zuständig ist. Das sorgt nämlich dafür, dass alles äußerst stilvoll wirkt und die Illustrationen (die wieder sehr mysteriös ist und mit einem kräftigen Rot für farbliche Abwechslung sorgt) gut zur Geltung kommen. Sogar die CD an sich ist mit einem schönen Design ausgestattet.

Fazit: "Die Blutbaronin" gehört zu den besten Folgen des Gruselkabinetts und ist äußerst intensiv und atmosphärisch. Wunderbar!


Gruselkabinett - 13. Frankenstein -2-



Erster Eindruck: Die erste Begegnung und eine Forderung...

Nach dem Tod seines Bruders William schwört Victor Frankenstein Rache an seinem Mörder zu nehmen - und das ist das Geschöpf, das er selbst aus Leichenteilen erschaffen und zum Leben erweckt hat. Der Weg führt ihn in eine verschneite, unwirtliche Gegend, wo er schließlich sein Werk zutiefst verstört und einsam vorfindet. Und es stellt eine grausame Forderung...

Nachdem sich der erste Teil des "Frankenstein"-Romans vor allem mit Victor und seinem Wahn beschäftigt hat, beleuchtet die 13. Folge des "Gruselkabinetts" insbesondere das Geschöpf Frankensteins. Und dieses wird hier vollkommen anders dargestellt als in vielen Horrorfilmen: Nicht bösartig und blutgierig, sondern hochintelligent, aber von aller Welt verstoßen. Hier wird eine sehr dramatische Seite des Wesens gezeigt, welches bezeichnenderweise nicht Monster, sondern Geschöpf genannt wird. Leider ist auch dieser zweite Teil nicht gewohnt flüssig, sondern etwas spröde. So sind die Erzählungen des Geschöpfes zwar aufschlussreich und interessant, aber nicht wirklich gruselig und außerdem zu lang geraten. Auch die vorangegangene Suche Victor Frankensteins kann zwar vielleicht produktions- und sprechertechnisch überzeugen, aber nicht wirklich packen oder fesseln. Insgesamt ist es eher ein Drama als eine Gruselgeschichte, die mit der tollen Produktion noch einiges retten kann.

Auch hier gibt es in Sachen Sprecher nichts zu meckern. Absolut überzeugend, intensiv und emotional ist Klaus-Dieter Klebsch als das Geschöpf, der sich bei seinen langen Parts nicht aus der Ruhe bringen lässt und die ganze Gefühlswelt des Wesens widerspiegeln kann. Lucas Mertens, der schon in anderen Gruselkbinett-Folgen überzeugen konnte, ist auch hier als William Frankenstein sehr glaubhaft und eindrucksvoll. Mit Christian Rode ist ein weiterer bekannter Sprecher als Alphonse zu hören, der auch hier einen perfekten Leistung glänzt. Außerdem hören wir noch Nicola Devico Mamone, Jürgen Thormann und Heinz Ostermann.

In Sachen Atmosphäre ist Titania fast schon unschlagbar, und auch hier werden wieder angenehme Musikstücke in vernünftiger Lautstärke eingesetzt, die alles sehr dicht, sehr verwoben und passend wirken lassen. Somit werden auch die langen Passagen des Geschöpfes abwechslungreich unterlegt und werden zusammen mit der tollen Leistung von Klaus-Dieter Klebsch zum Hochgenuss.

Die erste Begegnung von Schöpfer und Meisterwerk im ewigen Eis wird auf dem Cover dargestellt, wobei lobenswerterweise das Geschöpf nur von hinten gezeigt wird, um jedem Hörer die Chance auf eine eigene Vorstellung zu ermöglichen. Besonders der Hintergrund mit dem verwaschenen Himmel und den zackigen, vereisten Felsen sagt mir sehr zu.

Fazit: Auch der zweite Teil ist etwas trocken, was allerdings eindeutig der Vorlage und nicht der genialen Produktion zuzuschreiben ist.


Gruselkabinett - 12. Frankenstein -1-



Erster Eindruck: Weltliteratur in stimmiger Umsetzung

Victor Frankenstein, der in Ingolstadt Medizin studiert, will die Grenzen der Wissenschaft sprengen und erntet für seine Versuche, Leben zu erwecken, harte Kritik. Als er ein totes Schwein wiederbelebt, wendet sich auch sein letzter Unterstützer von ihm ab. Doch Victor steigert sich immer mehr in seinen Wahn herein und baut aus Leichenteilen einen kompletten Menschen zusammen...

"Frankenstein" ist einer der berühmtesten Schauerromane überhaupt und für viele ein Inbegriff der Gruselunterhaltung. Klar, dass es sich Titania Medien nicht hat nehmen lassen, diesen Roman von Mary Shelley als Doppelfolge für sein Gruselkabinett umzusetzen. Sogar die einleitenden Worte der Autorin wurden ins Hörspiel übernommen, sodass wir einen gelungenen Start haben. Die Geschichte ist mir persönlich eine Spur zu trocken, obwohl Stephan Bosenius und Marc Gruppe ihr bestes getan haben, sie abwechslungsreich zu gestalten. Hervorstechend ist natürlich die Figur des Victor Frankenstein, dessen Bessenheit und Gewissenlosigkeit in sich steigernde Weise dargestellt werden. Der wirklich packende, besitzergreifende Grusel, der die anderen Folgen so sehr beherrschte, kommt hier erst gegen Ende auf. Vorher wird sich vielmehr mit der Psyche des Victor Frankenstein beschäftigt, um seine Sicht der Dinge auszuleuchten. Auch wenn es sehr lobenswert ist, sich dicht an die Originalvorlage zu halten, ist dieses Hörspiel leider etwas trocken und zu sachlich, aber immer noch perfekt produziert.

Keinerlei Kritik habe ich an den Sprechern, die allesamt sehr engagiert und professionell sind. Die Introszene als Mary Shelley spricht Monica Bielenstein, die in diesem kurzen Stück viel Atmosphäre aufkommen lässt. Als Victor Frankenstein ist Peter Flechtner zu hören, der sichtlich Gefallen an der anspruchsvollen Rolle findet und keinerlei Zweifel an der genialen Umsetzung offen lässt. Auch Rita Engelmann als seine Mutter spricht wie immer mit intensiver und einprägsamer Stimme. Weitere Rollen übernehmen Peetra Barthel, Melanie Pukaß und Hartmut Neugebauer.

Viele Worte müssen ob der genialen musikalischen Gestaltung wohl nicht mehr verloren werden. Die eingesetzten Stücke sorgen dafür, der Geschichte Spannung zu verleihen und sie etwas geschmeidiger wirken zu lassen. So werden die etwas langwierigen Stellen des Romans etwas ausgebessert und unterhaltsamer gestaltet.

Wunderbar ist wieder das Cover geworden, das uns die Erweckung des berühmten Geschöpfes zeigt, sogar das notwendige Gewitter ist im Hintergrund zu sehen. Fast organisch fügt sich die Illustration dieses mal in den typischen Rahmen ein, der an eine altertümliche Burg erinnert, da ähnliche Farben verwendet werden. Toll!

Fazit: Aus der trockenen Vorlage wurde alles herausgeholt, was es an Spannung und Grusel hergibt, insgesamt aber ein eher schwaches Hörspiel der Reihe.


Gruselkabinett - 11. Der Untergang des Hauses Usher



Erster Eindruck: Ein Meisterwerk des Schreckens

Auf die Bitte eines alten Schulfreundes kehrt Philipp Belfield zurück in den Wohnsitz der Familie. Doch bei seiner Ankunft ist der Butler Briggs überrascht und behauptet, Roderick Usher habe ihn nicht eingeladen. Auch seine Schwester Madeline erkennt ihn vorerst nicht, macht aber merkwürdige Anmerkungen über die gesamte Familie. Als Philipp seinen Jugendfreund dann wieder trifft, lässt sich der Untergang des Hauses Usher scheinbar nicht mehr aufhalten…

Als Meister des Schreckens gilt der Schriftsteller Edgar Allan Poe bei vielen, da überrascht es wenig, dass eine seiner Geschichten Einlass in das Gruselkabinett von Titania Medien gefunden hat. Als elfte Folge erschien Der Untergang des Hauses Usher und hat viele der vorangegangenen Folgen in den Schatten gestellt, und auch andere Produktionen der Geschichte können nicht wirklich mithalten. Die Erzählweise ist sehr stringent und hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sodass mit etwa 60 Minuten eine kürzere Folge der Serie erschienen ist, die dafür sehr dicht ist, keinerlei Lücken in der Spannung zulässt und dem Hörer kaum Zeit zum Atmen gibt. Ständig ist er genau wie Philipp Belfield im Zwiespalt darüber, wem er glauben schenken soll. Diese Ungewissheit ist dermaßen aufreibend, dass man alles andere um sich vergisst und sich völlig auf die Handlung einlassen kann. Hinzu kommen einige unglaublich gruselige Szenen, die wahrlich Gänsehauterreger sind. Wie viele Geschichten von Poe kommt auch diese völlig ohne übernatürliche Ereignisse aus, der Horror bezieht sich einzig auf den Menschen an sich, mit dessen Gefühlen meisterlich gespielt wird. Diese einzigartige und packende Umsetzung sollte definitiv jedem Hörspielfan bekannt sein.

Ebenfalls typisch für Edgar Allan Poe ist die Reduktion der handelnden Personen, sodass hier gerade einmal vier Sprecher benötigt werden. Der unverständlicherweise weitgehend unbekannte Oliver Feld hat dabei den größten Part als Philipp Belfield und füllt diesen nicht nur komplett aus, sondern meistert auch die eingestreuten Erzähltexte mühelos und mit eindringlicher Stimme. Als Roderick Usher ist Tobias Kluckert zu hören, der seine große Palette an Emotionen präsentieren darf und eine sehr intensive und beeindruckende Darbietung abliefert. Ebenso hoch zu loben ist Claudia Urbschat-Mingues als Madeline Usher. Sie ist liefert jede Menge gruseliger Momente und sorgt für eine spannende Grundstimmung. Das Quartett komplettiert Kaspar Eichel, der als Butler Briggs zwar nur wenig Text hat, diesen aber umso geschliffener und betonter spricht.

Auch wenn man es kaum glauben mag, auch bei der atmosphärischen Gestaltung ist dieses Hörspiel seinen genialen Vorgängern eine Naselang voraus. Besonders am Ende trumpft es noch einmal aus, und Titania Medien setzt viele Stilmittel ein, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Besonders die Symbiose aus geflüstertem Text und schauriger Musik hinterlässt bei mir einen bleibenden Eindruck.

Sehr zurückhaltend ist dieses mal die Covergestaltung, was mir sehr zusagt. Keine Menschen, nur das Nebel verhangene alte Herrenhaus mit dem unheilvollen Raben im Vordergrund. Das passt nicht nur optimal zum Hörspiel und transportiert viel von dessen Grundstimmung, sondern lässt auch viel Spielraum für die Gedanken des Einzelnen.

Fazit: Ein ganz großes Meisterwerk der Hörspielkunst, feinsinnig arrangiert und voller widerstrebender Gefühle. Eine der besten wenn nicht sogar DIE beste Folge der Serie. Unbedingt anhören!


Grusekabinett - 10. Dr.Jekyll und Mr. Hyde



Erster Eindruck: Klassiker in genialer Hörspielumsetzung

Gabriel J. Utterson, ein angesehener Anwalt, ist in großer Sorge um seinen engen Freund Dr. Henry Jekyll, der einem gewissen Mr. Hyde nach seinem Tod als Alleinerbe einsetzen will. Als sich dieser Mr. Hyde dann als grausam und rüpelhaft erweist, will Gabriel seinen Freund zur Besinnung bringen. Doch da ahnt er noch nicht, wie eng die Schicksale von Jekyll und Hyde verbunden sind...

Zugegeben - wirklich überraschend dürfte die Auflösung der berühmten Novelle "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" für viele nicht sein, dazu ist die Geschichte zu bekannt. Daher überzeugt der 75-minüter eher mit seiner schaurig-schönen Umsetzung und natürlich auch mit der ganzen Geschichte, die es sich in jedem Fall zu kennen lohnt. Und sie ist fast schon psychologisch zu verstehen: Der angesehene Dr. Jekyll unterdrückt seine dunkelsten Bedürfnisse, seine tiefsten Verlangen soweit, dass sie irgendwann hervorbrechen und ihn ganz unter Kontrolle haben. Verpackt ist das aber in eine spannende und unterhaltsame Geschichte, die den Hörer in ihren Bann zieht und in das düstere Seelenleben von Jekyll/Hyde entführt. Eine sehr hörenswerte Umsetzung der berühmten Vorlage.

Claus Wilcke fungiert als Utterson nicht nur als Figur, sondern auch als Erzähler und schafft dabei die klare Abtrennung gekonnt, ohne die Emotion zu verlieren. Die schwierige (Doppel-)Rolle von Dr. Jekyll und Mr. Hyde meistert Joachim Tennstedt ganz hervorragend, indem er den beiden Charakteren einen ganz eigenen Klang verleiht. Richard Enfield, Jekylls Cousin, der das erste mal von Hyde berichtet, wird von Torsten Michaelis ebenso intensiv gesprocheen. Weitere Rollen übernehmen Hans-Werner Bussinger, Gisela Fritsch und Evelyn Maron.

"Atmosphärische Hörspiele" haben sich Stefan Bosenius und Marc Gruppe von Titania Medien auf die Fahnen geschrieben - ein Versprechen, welches auch hier eingehalten wird. Es ist immer wieder unglaublich, was für eine schaurige, gruselige Stimmung sie erzeugen können, die den Hörer in eine andere Welt zu versetzen vermag.

Das Cover zeigt uns den Zweispalt zwischen dem edlen, gutherzigen Jekyll und dem hinterhältigen, fast schon tierischen Hyde. Auch der Hintergrund mit der flackernden Laterne passt wunderbar ins London des späten19. Jahrhunderts. Wie immer vorbildlich ist die Trackauflistung hinter der CD.

Fazit: Robert Louis Stevensons Werk ist hier stilvoll, schaurig und einfühlsam umgesetzt wurden und kann den ganzen Schrecken der Vorlage transportieren.


Gruselkabinett - 9. Spuk in Hill House -2-



Erster Eindruck: Das Grauen geht weiter…

Nach der ersten Horrornacht im verfluchten Hill House, indem sich eine Gruppe Menschen um Dr. Montague übersinnlichen Phänomenen widmet. Die Nerven liegen bei vielen blank, besonders die feinfühlige Eleanor ist gereizt, weil sich der Spuk auf sie zu konzentrieren scheint. Und dann taucht unerwartet Montagues Frau mit einem Freund auf, um dem Experiment beizuwohnen…

Teil 2 des ersten Gruselkabinett-Mehrteilers Spuk in Hill House schöpft noch einmal aus dem Vollen. Die Charaktere sind gut bekannt, zeigen aber immer neue Seiten und Verwicklungen untereinander, sodass auch hier für Überraschungen gesorgt ist. Insbesondere die kesse Theodora ist unerwartet hart, während sich Eleanor immer weiter in ihrem Wunschtraum einer neuen Familie in Hill House verstrickt. Für Spannungen in der Gruppe sorgen die beiden Neuankömmlinge, die ein geschickter Zug sind, um der Geschichte einen kleinen Wendepunkt zu geben. Doch auch das Haus an sich gibt keine Ruhe und sorgt für viele gruselige Momente, die bis zu einer lebensgefährlichen Situation führen. Das Tempo scheint wesentlich höher als beim ersten Teil, und auch die Dichte an gruseligen Momenten ist höher. Gefallen hat mir wieder die Erzählweise, die aus verschiedenen Blickwinkeln die Geschichte sehr effektiv beleuchtet. Weiterhin faszinierend ist besonders die Gruppendynamik, die diese Folge sehr hörenswert macht.

Theodora, die gradlinige junge Frau, wird von Arianne Borbach gesprochen, die eine große Palette an Klängen bietet und somit sehr eng mit dem Charakter verwachsen scheint. David Nathan ist als Frauenschwarm Luke Sanderson dabei und meistert auch diese Rolle mit seinem ganz eigenen Charme. Als hochnäsige Gladys Montague ist Rita Engelmann mit einer ebenfalls hervorragenden Leistung zu hören. Weitere Rollen sprechen Matthias Deutelmoser, Janina Sachau und Dagmar von Kurmin.

Auch hier ist die atmosphärische Gestaltung ganz wunderbar gelungen. Mit einer vielseitigen Songauswahl und passenden, realistischen Geräuschen fällt es nicht schwer, in die Geschichte abzutauchen und sich von ihr fesseln zu lassen. Besonders auffällig ist, dass hier mit vielen leisen Geräuschen oder Flüstern eine sehr unheimliche Stimmung erzeugt wurde.

Fast identisch sind die beiden Cover zu der Folge, nur der Himmel über Hill House ist zu einem nächtlichen blau-violett geworden. Diese Idee ist natürlich gut, um die Zusammengehörigkeit der beiden Folgen darzustellen, trotzdem finde ich es wie bei den neuen Folgen schöner wenn jeder Teil seine eigene Illustration hätte.

Fazit: Noch besser und unheimlicher als der erste Teil überzeugt auch Spuk in Hill House vollkommen.


Gruselkabinett - 8. Spuk in Hill House -1-



Erster Eindruck: Das Haus des Schreckens…

Der Anthropologe Dr. Montague will das von Geistern heimgesucht Hill House untersuchen. Dazu hat er zwei übersinnlich begabte junge Frauen und ein Mitglied der Familie, der das Haus gehört, eingeladen, einige Tage dort zu verbringen und ihre Eindrücke mit den Heimsuchungen zu schildern. Was anfangs wie ein lustiger Ausflug anmutet, wird schon bald zu einem schrecklichen Abenteuer…

Mit Spuk in Hill House erschien mit Folge acht und neun der erste Zweiteiler der Gruselkabinett-Serie. Cineasten dürfte die Handlung aus den Filmen "Bis das Blut gefriert" und "Das Geisterschloß" bekannt sein, Titania Medien hat sich jedoch weitestgehend von den Verfilmungen gelöst und konzentriert sich stärker auf die Buchvorlage von Shirley Jackson. Hier steht wieder einmal nicht knallige, laute Effekthascherei im Vordergrund, sondern hintersinniger, leiser Grusel, der sich immer weiter steigert und sich auch mit der Psyche der Menschen befasst. So lernen wir besonders die empfindliche Eleanor Vance kennen, die in ihrer Jugend übersinnliche Fähigkeiten bewiesen hat. Interessant ist besonders die Entwicklung dieser jungen Dame, die über das gesamte Hörspiel immer deutlicher wird und ein weiterer Pluspunkt für das Hörspiel ist. Auch die Spannung steigert sich für den Hörer immer weiter, bis sie in einer unheimlichen Nacht ihren Höhepunkt findet. Hier wird vieles auf die kommende Folge vorbereitet, das das alles sehr unterhaltsam und spannend, sodass auch hier keine Sekunde Langeweile aufkommt.

Evelyn Maron hat als Eleanor Vance den wohl anspruchsvollsten Part, da sie voller widerstrebender Gefühle steckt. Sie meistert aber alles gekonnt und erstellt so ein genaues Charakterprofil der jungen Frau. Als Dr. Montague ist Christian Rode zu hören, der sowohl das wissenschaftliche Interesse als auch die Warmherzigkeit seiner Rolle überzeugend darstellt. In einer kleineren Nebenrolle, bei der man nicht so recht weiß ob man schmunzeln oder sich gruseln soll, ist Gisela Fritsch als merkwürdige Haushälterin Mrs. Dudley zu hören. Weitere Sprecher sind Heinz Ostermann, Charles Rettinghaus und Dagmar Altrichter.

Wieder haben es Stephan Bosenius und Marc Gruppe geschafft, mit einer feinsinnigen musikalischen Untermalung und geschickt platzierten, nicht zu übertriebenen Geräuschen eine wohlig-gruselige Atmosphäre zu schaffen, die so typisch für die Serie ist und für sich allein schon ein kleines Meisterwerk bildet.

Auf dem Cover sehen wir die vier abenteuerlichen Bewohner des Hauses, wobei jeder in seinem ganz eigenen Charakter gut dargestellt wird. Im Hintergrund ist das verfluchte Hill House zu sehen, das sich vor dem abendlichen Himmel abhebt. Wieder eine tolle Arbeit von Firuz Askin.

Fazit: Der erste Teil von Spuk in Hill House besticht durch die genaue Charakterisierung der Hauptfiguren und natürlich durch die wunderbare schaurige Stimmung. Ein Hochgenuss!


Gruselkabinett - 7. Die Totenbraut



Erster Eindruck: Verratene Liebe und schreckliche Rache

Aufregung auf Burg Globoda: Die Ankunft von Frederico di Marino ist ein großes Ereignis für die Bewohner. Er wirbt um die Tochter des Hauses, Comtesse Libussa. Doch warum behauptet er, die junge Dame auf einem Ball kennen gelernt zu haben, obwohl sie die Burg wegen einiger Schicksalsschläge lange nicht verlassen hat. Und warum kennt er Details, die er nur durch eine Begegnung wissen kann. Langsam breitet sich Schrecken aus, als die Hintergründe bekannt werden...

Die dritte Geistergeschichte in Folge präsentiert und das Titansche Gruselkabinett in Folge sieben. Doch für reichlich Abwechslung ist gesorgt, denn die drei Geschichten sind voneinander völlig unterschiedlich. "Die Totenbraut" ist ein Paradebeispiel für eine stetig steigende Spannungskurve, die nach einem kurzen Intro immer weiter nach oben zeigt. Doch nie haben sich Stephan Bosenius und Marc Gruppe dazu verleiten lassen, auf platte Action oder großes Getöse zurückzugreifen, alles bleibt eher subtil und äußerst stilvoll. Doch auch weitere Elemente machen dieses Hörspiel besonders: In die Handlung eingebettet ist eine weitere, kleine Geschichte, die jedoch in engen Zusammenhang mit den beschriebenen Ereignissen steht und diese stark beeinflusst. die Erzählweise ist hier sehr gekonnt und abwechslungsreich. Auch werden nicht alle Fragen endgültig geklärt, sodass für den Hörer viel Raum für die eigene Phantasie gelassen wird. Heraus kommt eine weitere sehr gute Folge des Gruselkabinetts voller gruseliger Szenen.

Selbstverständlich wurde auch auf die Sprecher wieder ein äußerst hoher Wert gelegt. Als Frederico di Marino hören wir Matthias Deutelmoser, der in Hörspielkreisen eher unbekannt ist und hier so unverbraucht klingt, zumal seine Leistung wirklich sehr gut ist. Friedhelm Ptok ist als Marchese di Mantua auch für kleinere Erzähltexte verantwortlich und ist mit seiner warmen Stimme und der intensiven Weise eine grandiose Wahl. Und auch Janina Sachau könnte nach dieser hervorragenden Leistung gerne öfter zu hören sein. Weiterhin wurden Dagmar von Kurmin, Rita Engelmann und Christian Rode eingesetzt.

Auch wenn man es von den übrigen Folgen schon gewohnt ist, bin ich immer wieder überrascht von der extrem dichten und intensiven Atmosphäre, die für das Hörspiel geschaffen wird. Auch hier kommt es nicht so sehr auf die bombastischen Effekte an, sondern auf leise Hintergrundmelodien und geschickt platzierte Geräusche, die alles sehr lebendig wirken lassen.

In drei Ebenen ist das Cover aufgeteilt: Die Burg im Hintergrund, dann die alles dominierende Totenbraut und das verliebte Paar im Vordergrund. Alles an sich ist wieder sehr gelungen, in Einklang gebracht werden sie aber erst beim Genuss des Hörspiels. Wieder gefällt mir die Gestaltung mit den Säulen und Bögen ausgesprochen gut.

Fazit: Wie nicht anders gewohnt ist auch die siebte Folge des Gruselkabinetts anspruchsvoll und schaurig, sodass sie bedenkenlos gehört werden kann - starke Nerven vorausgesetzt.


Gruselkabinett - 6. Das verfluchte Haus



Erster Eindruck: Schreckensnächte in alten Gemäuern

Daniel Douglas hat einen ungewöhnlichen Traum: Einmal möchte er in einem Spukhaus schlafen, um den angeblichen Schrecken selbst mitzuerleben. Tatsächlich findet er gemeinsam mit seinem Freund William Jacob ein passendes Objekt und zieht gleich zusammen mit seinem Butler Edward ein. Doch in der Nacht kommt er einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur...

Viele Lorbeeren werden Titania Medien für die erfolgreiche Reihe "Gruselkabinett" zugeworfen, was auch für die sechste Folge "Das verfluchte Haus" absolut gerechtfertigt ist. Zwar ist die Grundidee der Geschichte schon gut bekannt: Die Nacht in einem Spukhaus zu verbringen und dort viel Schrecken zu erleben wurde bereits des Öfteren aufgegriffen und variiert. Dennoch wurde hier mit einigen neuen Elementen und natürlich der genialen, sehr atmosphärischen Produktionsweise etwas sehr Ansprechendes geschaffen. Denn hinter den Spukereien steckt ein schreckliches Schicksal aus der Vergangenheit, welches hier von unserem Helden Daniel Douglas aufgedeckt wird, woraus eine spannende Gruselgeschichte mit Ermittlerelementen ergibt. Auch die Darstellung der Charaktere ist recht plastisch und anschaulich, zusammen mit den vielen kleinen und großen Schockmomenten ergibt das eine gelungene Mischung, die zwar nicht zu den Highlight der Serie gehören, dafür aber Gruselfans einen weiteren perfekt produzierten Leckerbissen offeriert.

Keinerlei Zweifel gibt es an der Qualität der Sprecher, die wieder in Hochform scheinen. Patrick Winczewski ist endlich einmal in einer Hauptrolle zu hören, und dass er dieses vollkommen beherrscht zeigt sich in seiner feinsinnigen und intensiven Sprechweise des Daniel Douglas. Ebenfalls eher unbekannt ist Lothar Didjurgis als Butler Edward, der jedoch ebenso überzeugend ist und die Rolle gekonnt meistert. Und auch Claus Wilcke ist fraglos als William Jacob eine hervorragende Wahl und beweist einmal mehr sein schauspielerisches Talent. Weitere Sprecher sind Dagmar Altrichter, Regina Lemnitz und der junge Lucas Metens, der seine tolle Leistung aus dem letzten Teil fortführen kann.

Wahrlich gruselig und schaurig wird diese Folge durch den gekonnten Einsatz von stimmungsvoller Musik und realistischen Effekten. Dadurch werden besonders die Geistermomente gekonnt inszeniert und mit vielen kleinen akkustischen Details ausgeschmückt, wie es kaum ein anderer versteht. Eine tadellose Leistung!

Genial ist auch das Cover, welches und das alte Gemäuer zeigt, dass von dem Geist heimgesucht wird und schon auf den ersten Blick viel von der Atmosphäre zeigt. Die restliche Aufmachung ist zwar recht schlicht, ein paar Akzente machen aber auch diese zu einem Augenschmaus. Hinter der CD befindet sich dankenswerterweise wieder eine Kapitalauflistung.

Fazit: Eine tolles Hörspiel voller schaurig-schöner Momente. Zwar nicht sonderlich innovativ ,aber perfekt umgesetzt und ein hoher Genuss.


Gruselkabinett - 5. Die Unschuldsengel



Erster Eindruck: Zwei Engelchen und zwei Störenfriede

Nach dem Tod der früheren Gouvernante sucht ein erfolgreicher Geschäftsmann nach einer neuen Erzieherin für seinen Neffen und seine Nichte. Das Angebot ist verlockend und die Kinder entzückend, doch die junge Dame merkt schnell, dass etwas im Argen liegt. Dann erfährt sie von dem verstorbenen Hausverwalter, der schlechten Einfluss auf die beiden Kinder hatte. Doch übt er diesen auch noch nach seinem Tod aus?

Auch Nummer fünf der "Gruselkabinett"-Reihe kann mich vollkommen überzeugen. Denn wie in den vorigen vier Folgen wird hier nicht auf knallige Effekte oder eine actiongeladene Sory gesetzt, vielmehr steht ein leiser, fast schon subtiler Grusel im Vordergrund, der einen in Sicherheit wiegt, um im richtigen Moment ins Gegenteil zu schlagen und den Hörer in Schrecken zu versetzen weiß. Einen besonderen Reiz üben hier Miles und Flora aus, bei denen man nie weiß, was sie denken und wie sehr sie von den Geistern der beiden früheren Hausangestellten beeinflusst werden. Doch auch die junge Gouvernante ist eine interessante Figur, da sie scheinbar nur ein Spielball ihrer beiden Zöglinge ist und man sich fragt, ob sie überhaupt anders handeln könnte und dem Treiben der Geister entgegenwirken kann. Es steckt also viel in diesem Hörspiel, dass vom geneigten Hörer erkundet werden kann, lässt er sich darauf ein, nicht allzu sehr auf eine Story fixiert zu sein, sondern den Moment auf sich wirken zu lassen und den steigenden Schrecken der namenlosen Miss mitzuempfinden. Dann steht einem ungetrübten Hörgenuss wirklich gar nichts mehr im Wege

Mit gerade einmal sieben Sprecher kommt dieses Hörspiel aus, die allesamt eine sehr gute Wahl sind. Im Vordergrund steht natürlich Rira Engelmann als Gouvernante, die auch immer wieder Erzähltexte hat. Heraus kommt dabei eine sehr differenzierte und gefühlsbetonte Leistung, die dem Hörspiel Glaubwürdigkeit verleiht. Auch die beiden Kinder Miles und Flora werden von Lucas und Charlotte Mertens sehr facettenreich und dynamisch gesprochen. Ein kleines Highlight ist die phänomenale Regina Lemnitz als Haushälterin Mrs. Grose, die mit ihrer außergewöhnlichen Stimme heraussticht und natürlich auch wieder eine tadellose Arbeit macht. Arianne Borbach, David Nathan und Patrick Winczewski kommen tendenziell zwar seltener vor, sind aber genauso überzeugend wie alle anderen.

In Sachen lautmalerischer Gestaltung hat Titania Medien die Nase einfach ganz weit vorn, was sich auch bei dieser Produktion nicht leugnen lässt. Die Arrangements sind fein mit der Geschichte verzahnt, können sich im Hintergrund halten oder auch mal vordergründig spielen, wobei sie immer das Ziel verfolgen, zusätzliche Spannung aufzubauen und alles rund wirken zu lassen. Besonders das dramatische Ende hat mich musikalisch vollkommen überzeugt.

Viele Elemente wurden auf dem Cover untergebracht. Das alte Herrenhaus im Hintergrund, der wunderschöne dazugehörige Park, die beiden Kinder und die Gouvernante geben auch insgesamt ein stimmiges und harmonisches Bild ab. Doch der dämonische Peter Quint stört diese Idylle nicht nur im Hörspiel, sondern wirkt auch auf dem Cver etwas deplatziert.

Fazit: "Die Unschuldsengel" ist eine meiner Lieblingsfolgen aus dem Gruselkabinett und landet immer wieder gern im CD-Player, was besonders auf die dichte Atmosphäre und die genialen Sprecher zurückzuführen ist.


Gruselkabinett - 4. Das Phantom der Oper



Erster Eindruck: Die Pariser Oper in Aufruhr

Ein Phantom treibt in der Pariser Oper sein Unwesen, ist jedoch friedlich wenn man ihm seine Wünsche erfüllt. Doch die beiden neuen Direktoren widersetzen sich ihm und merken schnell, dass dies ein Fehler ist. Auch die junge Sängerin Christine lernt das Phantom unter dem Namen "Engel der Musik" kennen und wird von ihm gefördert, doch als sie sich einem anderen Mann zuwendet, erzürnt der Unbekannte...

Mit "Das Phantom der Oper" hat sich Titania Medien als vierte Folge seiner Serie Gruselkabinett das weltbekannte Werk von Gaston Leroux vorgenommen und beweist damit, dass der Roman auch ohne Musicalelemente überzeugen kann. Dem Namen der Serie wird alle Ehre gemacht, denn die Figur des Phantoms wird sehr schaurig dargestellt, die Gefahr die von ihm ausgeht immer greifbarer. Diese Atmosphäre am Anfang des Hörspiels ist typisch für die Serie, bemerkenswert ist, dass das Phantom hier nie wirklich in Erscheinung tritt, was es noch einmal mysteriöser macht. Dann schlägt die Geschichte um, und die junge Sängerin Christine wird von dem Phantom in sein unterirdisches Reich entführt. Hier entwickelt sich ein Drama voller Eifersucht und Begierde, das ebenfalls seinen Reiz hat, mit der dräuenden Spannung vom ersten Teil des Hörspiels aber nicht ganz mithalten kann. Trotzdem ist auch die vierte Gruselkabinett-Folge gut gelungen und überzeugt wie immer mit seine Gänsehaut-Atmosphäre.

Nicht anders gewohnt vom Leverkusener Label sind wir eine hervorragende Sprecherauswahl. Als Christine Daaé ist Marie Bierstedt zu hören, die wie immer bezaubernd ist und eine sehr intensive Darbietung abliefert. Fast wirkt es, als wäre das unheilvolle Phanom nicht von dieser Welt wäre, was vor allem an Torsten Michaelis mit seiner unnachahmlichen Art liegt. Sehr gut gefallen hat mir auch Ursula Heyer als divenhafte La Carlotta, die die aufbrausende Frau sehr abwechslungsreich darstellt. Weitere der vielen Sprecher sind Herbert Schäfe, Enelyn Maron und Charles Rettinghaus.

Wie immer gelungen ist die musikalische Umsetzung der Story, die atmosphärisch sehr dicht ist und die Szenen optimal stützt. Insbesondere das Phantom wird sehr intensiv und gruselig unterlegt, was mit Torsten Michaelis eine wunderbar Symbiose eingeht. Ich hätte mir lediglich gewünscht, etwas mehr Opernmusik zu hören, um die Stimmung in dem traditionsreichen Pariser Haus noch besser dargestellt zu bekommen.

Auch diese CD gibt es noch in einer früheren Auflage, bei der das Cover nicht wirklich überzeugen konnte. Nun ist das anders, denn neben dem Phantom und Christine bekommen wir direkt noch einen Eindruck des Opernhauses mit seinen unterirdischen Gängen und der prachtvollen Bühne. Für die stimmungsvolle Zeichnung ist wie immer Firuz Askin zuständig.

Fazit: Folge vier ist nicht ganz so stark wie der geniale Vorgänger, dennoch können die 78 Minuten aufgrund der tollen Atmosphäre überzeugen.


Gruselkabinett - 3. Die Familie des Vampirs



Erster Eindruck: Unheilvolle Horrornächte

Serge d'Urfé, ein Reisender durch das winterliche Serbien, findet Unterschlupf bei einer Familie, die in einer einsamen Hütte wohnt. Ihr Vater ist aufgebrochen, um einen grausamen und besonders hinterhältigen Vampir, zu töten. Doch erst nach einer Frist, die er der Familie für seine Rückkehr gesetzt hat, kehrt er zum Haus zurück. Ist er tatsächlich zu einem Vampir geworden?

Um es vorweg zu nehmen: Mit "Die Familie des Vampirs" ist Titania Medien ein absolutes Glanzstück gelungen! Neben der fantastischen Umsetzung und den ebenso fantastischen Sprechern kann hier die Story vollkommen überzeugen. Schon zu Anfang, als Serge bei der Familie ankommt, ist einiges im Argen, und dieses Gefühl, dass jeden Moment etwas Schreckliches passieren kann, hält den Zuhörer die ganze Laufzeit von über einer Stunde in seinem Bann. Früher Höhepunkt ist die Ankunft des Vaters nach seiner gefährlichen Reise und die Frage, ob er mittlerweile zu einem Vampir geworden ist oder nicht. Doch auch hier wird im Laufe der Folge immer noch etwas zugelegt, indem er sich nach und nach an den Familienmitgliedern zu schaffen macht. Auch der zweite Teil des Hörspiels, nachdem Serge von einer Reise zu der Familie zurückkehrt, ist an vortrefflicher Spannung kaum zu überbieten. Ein frühes Highlight des Gruselkabinetts, das auch heute noch zu den absoluten Höhepunkten der Serie gehört und keinem Grusel-Fan unbekannt sein sollte.

Einfach fantastisch ist die Sprecherauswahl, die sich mit Namen wie Peer Augustinski, Dagmar von Kurmin und Daniela Hoffmann schmücken darf. Als Serge d'Urfé hören wir David Nathan, der sich hier vollends in die Geschichte hineinversetzt und so eine hochgradig überzeugende Darstellung abliefert. Als Vampirvater Gortscha ist Jörg Löw besetzt, der mit seiner eindringlichen Stimme viel zur gruseligen Stimmung beiträgt und die absolut erste Wahl für diese Rolle darstellt. Arianne Borbach spricht Zdenka, in die Serge sich verliebt, mit ebensolchen Enthusiasmus und Professionalität.

Zum Gelingen trägt auch die phänomenale akkustische Umsetzung bei, die fest an die Geschichte gebunden ist und sie so optimal zur Geltung bringt. Das gilt sowohl für die Geräusche, die alles viel intensiver und glaubhafter wirken lässt, als auch für die Musik, die fest an die Story gebunden ist und so Nuancen herausarbeitet, die sonst verborgen geblieben wären.

Schon das Cover vermittelt einen ersten Eindruck von der Geschichte. Ein einsamer Reiter auf dem Weg in ein Dorf, darüber thronen die beiden unheilvollen Vampire. Mit der bläulichen Farbwahl absolut gelungen. Auch die restliche Gestaltung ist wunderschön, und hinter der CD findet sich noch eine Auflistung der Tracks.

Fazit: "Die Familie des Vampirs" gehört zu den besten Folgen der Serie und ist auch in der restlichen Hörspiellandschaft ein absolutes Highlight, das keinem fehlen sollte.


Gruselkabinett - 2. Das Amulett der Mumie



Erster Eindruck: Eine alte Mumie und ihre Macht...

In London des frühen 20. Jahrhunderts forscht der Archäologe Abel Trelawny an der Mumie einer ägyptischen Göttin. Doch eines nachts fällt er in ein Koma, aus dem er nicht erwacht. Seine Tochter Margaret macht sich die größten Sorgen und holt einen Arzt ins Haus. Was bedeuten die Kratzspuren an Abel Trelewnys Körper?

Nach einer gelungenen Vorstellung der Serie "Gruselkabinett" mit einer Vampirgeschichte, legten Stephan Bosenius und Marc Gruppe "Das Amulett der Mumie" des Grusel-Altmeisters Bram Stoker nach. Die mysteriöse Mumie der Pharaonin Tera wird von Abel Trelawny, dem Entdecker ihres Grabes, untersucht und hat dabei weit mehr Einfluss als es zunächst den Anschein hat. Immer weiter werden die Protagonisten in einen Strudel aus schrecklichen und geheimnisvollen Ereignissen gesogen, der auch den Hörer erfasst und in die mysteriöse Geschichte hereinzieht. Wieder sind es nicht Actionreiche Szenen, die begeistern, sondern der ruhige Grusel, die leise Spannung, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr steigert und in einem Atemberaubenden Finale endet, das größere Zusammenhänge offenbart, als man vermutet hätte. Das macht "Das Amulett der Mumie" zu einem phänomenalen Hörspiel, das begeistern kann und immer wieder gerne gehört wird.

Margaret wird von Janina Sachau gesprochen, die bis dato recht unbekannt war. Völlig zu Unrecht, wie sie hier mit ihrer glänzenden Leistung beweist. Christian Rode hingegen spricht ihren Vater Abel und stellt dabei besonders seine Besessenheit für Tera gut dar. Äußerst gelungenen ist auch der Bericht von Teras Grabentdeckung, die von Jörg Löw sehr dynamisch als Dr. Corbeck berichtet wird. Weitere Rollen sind Herbert Schäfer, Dagmar von Kurmin und Regina Lemnitz.

Die Musik ist auf einem qualitativ hochwertigen Niveau und überzeugt mit dem typischen Titania Medien-Sound. Die dichte atmosphärische Gestaltung, die hier vor dem Hörer genüsslich ausgebreitet wird, ist nahezu perfekt in ihrer Anpassung an die Geschichte und kann so den Hörer in ihrem wirken stark beeinflussen. Hervorragend!

Das Cover stammt - wie alle der Serie - von Firuz Askin, der wieder eine Detailreiche und vielseitige Collage aus verschiedenen Motiven geschaffen hat. Viele ägyptische Themen werden aufgegriffen, was wirklich wunderschön anzusehen ist, aber nicht 100%ig zu der Folge passt. Auch hier ist wieder die Einrahmung in steinerne Säulen gelungen.

Fazit: "Das Amulett" der Mumie ist ebenso stark wie sein Vorgänger, allerdings sollte man Interesse an ägyptischen Themen haben, um sich vollends überzeugen lassen zu können.


Gruselkabinett - 1. Carmilla, der Vampir



Erster Eindruck: Toller Auftakt einer tollen Serie

Die Bewohner eines alten Schlosses bekommen unerwarteten Besuch: Nach einem Unfall mit der Kutsche nehmen sie die junge Carmilla für einige Zeit bei sich auf. Auch wenn einige Sachen an der blassen Schönheit merkwürdig erscheinen, fühlt sich besonders die gleichaltrige Laura sehr zu Carmilla hingezogen. Kurz darauf scheint sich im nah gelegenen Dorf eine Epidemie auszubreiten...

Im Jahr 2004 erblickte eine Hörspielserie die Welt, die noch heute neue Maßstäbe in Sachen Qualität legt. "Gruselkabinett" des Labels Titania Medien besticht durch seine wunderbar atmosphärische Gestaltung und die absoluten Highlights der Schauerromantik. Den Anfang macht "Carmilla, der Vampir" von J.S. LeFanu, eine Geschichte über ein junges Mädchen, das in Faszination zu einem Vampir verfällt. Hier wird der Richtungsweisende Grundstein für die gesamte Serie gelegt, indem viel wert auf eine gruselige Atmosphäre und stimmungsvolle Momente gelegt wird. Statt den Hörer mit Actionszenen zu bombardieren geht hier alles ruhiger zu, die Schrecken steigert sich immer mehr, bis die Protagonisten in einer scheinbar hoffnungslosen Situation verfangen sind. Ein grandioser Auftakt ist jedenfalls absolut gelungen, und wenn ich nicht schon wüsste, welch spektakuläre Folgen noch erscheinen sollten, hätte ich dies schon als Top-Highlight ausgepriesen.

Als unheilvoller Vampir Carmilla ist Daniela Hoffmann zu hören, die bereits vielen als Synchronsprecherin bekannt war. Auch hier macht sie ihre Sache hervorragend und bleibt trotz ihrer bekannten Stimme als Carmilla präsent. Laura wird von Manja Doering gesprochen, die ihre Rolle ebenso eindrucksvoll intoniert. Als ihr Vater ist Christian Rode zu hören, der einen tollen Gegenpart zu den beiden Damen bildet. Weitere Rollen werden unter anderem mit Regina Lemitz, David Nathan und Heinz Ostermann besetzt.

Die musikalische Untermalung ist auf absolut hohem Niveau. Die Musik schmiegt sich eng an die Geschichte, hebt die Sprecher vor statt sich über sie zu legen und erschafft wunderbar vielfältige Klangwelten, die dem Hörer in wohligen Gruseln versetzen. Hier zeigt sich, dass Titania von Anfang an ein Gespür für tolle Inszenierungen hatte.

Die CD gibt es mittlerweile in zwei Auflagen, die Cover wurden gründlich überarbeitet und erstrahlen nach dem zweifelhaften Schwarz in neuem Glanz und mit aufwändigen Illustrationen. Auch die restliche Aufmachung wurde an die grauen Steinsäulen angepasst und mit Grün als Kontrast abgesetzt. So passt nun auch das äußere Erscheinungsbild.

Fazit: Schon die erste Folge der Gruselkabinett-Reihe ist eine lohnenswerte Anschaffung für alle Freunde des gepflegten Gruselns