Macabros – 5. Die Schreckensgöttin



Erster Eindruck: Macabros lebt erneut als Hörspiel

Durch Zufall erfährt Björn Hellmark von einem Mann, der vor 30 Jahren spurlos verschwunden ist und nun plötzlich wieder aufgetaucht ist. Und so fliegt er nach London, nicht ahnend, welchem Schrecken er dort begegnen wird. Um sich die Zeit bis zu seiner Rückkehr zu vertreiben, besucht Carminia Brado einen Zirkus, der gerade in der Stadt weilt – und auch sie kommt dabei nicht ungeschoren davon...

Macabros ist nach einigen Folgen als inszenierte Lesung nun bei WinterZeit in seiner ursprünglichen Form, dem klassischen Hörspiel zurück. Den Anfang macht dabei „Die Schreckensgöttin“, eine Folge mit sehr prägnanten Charakteren und Schauplätzen, die hier gut umgesetzt wurden. Dabei ist auch der sanft eingebundene Humor sehr gut platziert und bereichert die Handlung um eine auflockernde Note. Bereits der Beginn mit einer kleinen Introszene setzt einen ersten Höhepunkt und lässt auch über die ersten Szenen direkt einen bedrohlichen Schatten wabern. Danach geht es temporeich weiter, die Straffung der Handlung ist sehr gut gelungen und bringt viel Dynamik mit sich. Der Fokus liegt sicherlich auf Björn und seiner Begegnung mit der leicht bekleideten Knochendame, die eine sehr düstere Ausstrahlung verbreitet und in einer Szene mit Strahlkraft gekonnt inszeniert wurde. Doch auch der Handlungsstrang um Carminia ist unterhaltsam und bietet einen kurzweiligen Plot. In Kombination wirkt beides sehr abwechslungsreich und ergänzt sich bestens zu einem unterhaltsamen Hörspiel, welches zudem einige Weichen für den weiteren Verlauf der Serie stellt.

Dennis Schmidt-Foß ist in der Hauptrolle des Macabros zu hören und gestaltet seine Figur sehr unterhaltsam und locker, schlägt in den spannenderen Momenten aber auch eine ernsthaftere Sprechweise an und zeichnet so die Spannungskurve mit seiner Stimme nach. Jill T. Böttcher macht als Carminia Brado ebenso einen guten Eindruck, ihr sanfter Klang passt gut zu dem Charakter, den sie mit viel Charme ausstattet. Edda Fischer macht ihre Sache ebenfalls sehr gut und baut eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre auf. Weitere Sprecher sind Marios Gavrillis, Helmut Krauss und Till Hagen.

Die akustische Umsetzung ist sehr intensiv gelungen, zumal es hier auch mal etwas lauter werden darf. Bereits zu Beginn gibt es einige heftige Geräusche, was über die gesamte Handlung immer wieder durchschlägt. Auch die Musik fügt sich dabei sehr gut ein und zeichnet die Dynamik der Handlung nach. Insgesamt ist das sehr stimmig gelungen.

Mit ihrer violetten Haut und den Totenköpfen, die ihre Brüste bedecken, zieht die Schreckensgöttin auf dem Cover alle Blicke auf sich. Doch auch ihre dämonischen Gestalten inklusive der Katze, die eine wichtige Rolle in der Handlung spielt, sind fantasievoll in Szene gesetzt, während Björn mit seinem Schwert von hinten zu sehen ist. Das Innere enthält einige Informationen zu den teilnehmenden Sprechern.

Fazit: Die erste Folge von Macabros als Hörspiel ist WinterZeit sehr gut gelungen. Die Handlung ist sehr temporeich und kurzweilig erzählt, durch die beiden verschiedenen Handlungsstränge entsteht zudem eine dynamische Wirkung. Sehr gut gefallen hat mir auch das Auftreten der Schreckensgöttin, die zu einer sehr prägnanten Figur wird.

VÖ: 4. August 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-960660-65-1