Die Punkies – 1. Bühne frei für die Punkies!



Erster Eindruck: Gelungener Auftakt für eine moderne Produktion...

Endlich haben Bassistin Leonie und Gitarrist Ben nicht nur weitere Mitglieder für ihre Band gefunden, sondern auch gleich einen coolen Namen: Die Punkies. Was ihnen jetzt noch fehlt ist ein Proberaum, und im Gemeindezentrum ist gerade einer frei geworden. Doch auch die ewigen Rivalen der Punkies, die arroganten krashkiddz, bewerben sich um diesen Proberaum...

Bei den Teufelskickern hatten die Punkies ihren ersten Auftritt in der Hörspielwelt, mit „Bühne frei für die Punkies“ ist Folge eins der Serie erschienen. Und es wird auch direkt an die Ereignisse der Teufelskicker angesetzt, sodass Leonie erst einmal Aylin und Lucas kennenlernen muss, die sie bisher nur per Videotelefonie gesprochen hat. Mir gefällt, dass auch andere Details aus der Geschichte kurz angerissen werden, das sorgt für einen glaubwürdigeren Eindruck des Settings. Dieses ist der Idee der Teufelskicker gar nicht so unähnlich, auch hier geht es um ein eingeschworenes Team mit einem gemeinsamen Hobby, um Freundschaft und Rivalität, um Zusammenhalt und auch gemeinsame Arbeit. Doch es gibt auch Unterschiede, und das gilt nicht nur für das Thema: Die Punkies klingen nicht so kindlich oder albern, sondern sind coole Jugendliche. Auch lernt man die Charaktere hier schon recht gut kennen, jeder wird recht ausführlich vorgestellt und mit einem eigenen Hintergrund versehen – was auch durchaus einiges an Konfliktpotenzial verspricht, was besonders bei der deutsch-türkischen Sängerin Aylin in einer Rückblick-Szene angedeutet wird. Auch der Witz der Serie gefällt mir sehr gut, sei es ein ungewöhnlicher Gast bei dem ersten Termin im Gemeindezentrum, wie die Punkies dessen Hausmeister von sich überzeugen oder ein gemeiner Streich der krashkiddz. Einen klassischen Erzähler gibt es nicht, dafür gibt es kurze Kommentare von Ben, um die Szenen besser zu beschreiben, was sehr autehntsich wirkt und die Bandmitglieder noch weiter in den Mittelpunkt rückt. Der Verlauf ist wirklich kurzweilig, die Folge hat mir richtig Spaß gemacht, der Einstand ist sehr gelungen.

Auch der Sprechercast ist gut zusammengestellt, besonders die Bandmitglieder harmonieren auch hier schon gut miteinander. Daniel Axt ist als Ben zu hören und macht einen sehr sympathischen und engagierten Eindruck, er ist sehr locker und ein angenehmer Kumpeltyp. Patrick Bach verleiht Nikolas einen sehr pfiffigen und gewitzen Unterton, was durch seine spontan wirkende Sprechweise noch unterstützt wird. Kai Henrik Möller ist als Hans Häußler, der Hausmeister des Gemeindezentrums, zu hören und bringt eine sehr humorige Note in seiner Szene mit ein. Weitere Sprecher sind Robert Missler, Tobias Diakow und Robin Brosch.

Musik spielt in der Serie eine große Rolle, und natürlich ist dann auch die akustische Umsetzung sehr auf die Klänge der Punkies ausgerichtet. Da gibt es viele Gitarrenmelodien, die auch mal im Hintergrund klimpern, aber auch viele eigene Songs der Band. Diese sehr poppigen Klänge wirken modern und sich mit einer klassischen Bandbesetzung richtig gut in die Handlung einfügen.

Das Cover zeigt die Punkies bei einem Auftritt, jeder hat sein Instrument bei sich, sodass man sich gleich einen Eindruck von den Mitgliedern machen kann. Der hübsche Schriftzug nimmt dabei schon einen großen Teil ein. Untermalt mit einer hübschen Lichtinszenierung ergibt sich ein modernes Titelbild im Comicstil, der vielleicht schon etwas zu kindlich wirkt.

Fazit: Die Punkies legen hier einen sehr sympathischen Start hin: Die Bandmitglieder werden gekonnt und kurzweilig vorgestellt, und auch die Handlung um den Proberaum und die Konkurrenten der krashkiddz sind unterhaltsam und witzig. Schnell finden jugendliche Hörer eine Identifikationsfigur, zumal viel Witz eingeflossen ist. Das hat mich durchaus positiv überrascht!

VÖ: 18. November 2016
Label: Europa
Bestellnummer: 889853449927