Edgar Wallace - 10. Die Tür mit den 7 Schlössern

Edgar Wallace - 9. Das Geheimnis der gelben Narzissen

Edgar Wallace - 8. Der unheimliche Mönch

Edgar Wallace - 7. Das Gasthaus an der Themse

Edgar Wallace – 6. Neues vom Hexer

Edgar Wallace – 5. Die Bande des Schreckens


Edgar Wallace – 10. Die Tür mit den 7 Schlössern



Erster Eindruck: Ein Panzerknacker wechselt die Seiten...

Es ist schon ungewöhnlich genug, dass ein Safeknacker die Hilfe von Captain Jim Stone in Anspruch nehmen will, doch da gerade kein Ermittlungsverfahren läuft, hört sich der routinierte Ermittler die Geschichte um einen geheimnisvollen Auftraggeber und eine dicke Stahltür mit sieben Schlössern an. Nur kurze Zeit später wird der Auftragsganove ermordet aufgefunden – es scheint also mehr hinter seinem Bericht zu stecken als anfangs angenommen...

Edgar Wallace war zu seinen Hochzeiten in aller Munde, sowohl die Romane als auch deren Verfilmungen entwickelten sich zu wahren Rennern. Und auch die Hörspielserie von Maritim hatte zahlreiche Fans, und da die Faszination für die Geschichten ungebrochen ist, bringt das Label nun eine CD-Version der Serie auf den Markt und ist mittlerweile bei Episode 10 angelangt. „Die Tür mit den 7 Schlössern“ ist dabei recht dynamisch erzählt, unterschiedliche Szenen wechseln sich schnell miteinander ab. Dabei ist durchaus etwas Konzentration gefragt, denn die verschiedenen Handlungsstränge entwickeln sich erst einmal losgelöst voneinander weiter, es ist nicht klar wie alles zusammenhängt. Doch das ist durch das hohe Tempo auch sehr kurzweilig geraten, sodass man den Entwicklungen gern lauscht und miträtselt, und dann werden nach und nach auch einige Verknüpfungen hergestellt. Wie sich dann aber letztlich alles fügt, wird nach einem unterhaltsamen Mittelteil durchaus überraschend aufgelöst, der gekonnt erzählte Abschluss sorgt mit einigen Actionelementen noch einmal für ein aufregendes Ende. Eine wirklich starke Folge der Serie, die mit ihrer rätselhaften Ausstrahlung punktet.

Rolf Jülich ist in der Rolle des Captain Jim Stone zu hören, der mit seiner markanten Stimme und der glaubhaften Betonung eine gelungene Hauptfigur abgibt und den Hörer durch die Geschichte begleitet. Harald Pages ist als undurchsichtiger Rechtsanwalt Havelock eine ebenso starke Besetzung, er verleiht seiner Figur eine sehr starke Aura und bringt immer wieder prägnante Akzente mit ein. Gaby Libbach spricht mit der ihr ganz eigenen Art auch die Rolle der Sybill sehr ausdrucksstark. Weitere Sprecher sind Peter Schilling, Marianne Warneke und Lutz Schnell.

Akustisch wurde bei der Aufbereitung des alten Tonmaterials wirklich gute Arbeit geleistet. Die Klangqualität ist sehr konstant, nur einige Gespräche wirken durch die sehr wechselhafte Ausgabe aus nur einem und dann wieder zwei Lautsprechern etwas anstrengend zu verfolgen. Dennoch: Dialoge, Musik und Geräusche kommen zur Geltung und sind allesamt gut verständlich.

Ein grünhäutiger Mann, unförmig und das Gesicht zur Fratz verzogen dazu eine ziemlich verängstigte Frau mit Fellmütze, ein finster dreinblickender Mann mit einem Totenschädel in der Hand, ein abstürzender Wagen und die Tür mit den sieben Schlössen – zahlreiche Motive aus der Handlung wurden collagenartig für das gelungene Cover zusammengefügt und mit dem knallroten Schriftzug der Serie samt Foto des Autors ergänzt.

Fazit: Zahlreiche unterschiedliche Handlungsstränge, die vorerst nicht viel miteinander zu tun zu haben scheinen, bringen viel Dynamik in diese Folge mit ein, wollen aber auch aufmerksam verfolgt werden. Deren Verknüpfung und die sehr lebendige Erzählweise mit dem starken Finale sind sehr hörenswert und machen diese Folge zu einer der besten der Serie.

VÖ: 21.Oktober 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-85-9


Edgar Wallace – 9. Das Geheimnis der gelben Narzissen



Erster Eindruck: Ein unheilbringender Strauß...

Thornton Lyne, ein erfolgreicher Unternehmer, wird tot aufgefunden, Scotland Yard wird für die Ermittlungen herangezogen. Schnell stellt sich heraus, dass er kurz zuvor seine junge Angestellte bedrängt hat, die deswegen ins Visier von Captain Jim Stone gerät. Doch einige merkwürdige Vorkomnisse lassen ihn an seiner ersten Theorie zweifeln...

Die klassische Edgar Wallace-Reihe, die momentan bei dem Label digital remastered neu auf CD aufgelegt wird, ist mittlerweile bei Folge neun angekommen. „Das Geheimnis der gelben Narzissen“ ist keiner der ganz bekannten Fälle des englischen Autoren, ist aber sowohl in der Verfilmung als auch in dieser Hörspielinszenierung lohnenswert. Denn gleich zu Beginn wird mit dem oben beschriebenen Streit ein gelungener Startschuss präsentiert, und auch der Mord lässt nicht lange auf sich warten – inklusive einiger sehr seltsamer Verstrickungen, die erst im Laufe der Handlung aufgelöst werden. In den nachfolgenden Ermittlungen präsentiert sich Jim Stone als sehr passender Mittelpunkt, der mit seinem eigenen Stil durch die Handlung führt – und mit einem sehr speziellen Helfer, der noch mehr Würze einbringt: Ling Chu stiehlt dem Ermittler sogar ab und an die Show. Das Konstrukt hinter dem Fall ist wie immer gut durchdacht und mit vielen interessanten Details gespickt, die Auflösung sauber erzählt. Der nostalgische Hauch, der sich durch die Serie zieht, die langsame und sehr genaue Erzählweise, die kultige Atmosphäre, das alles passt natürlich wunderbar zusammen und sorgt auch hier für einen gelungenen Gesamteindruck.

Rolf Jülich ist in der Rolle des Captain Jim Stone zu hören und steht mit seiner markanten Stimme oft im Fokus, tritt aber an den richtigen Stellen auch in den Hintergrund und ist zurückhaltender Konversationspartner, um die anderen Rollen zur Geltung zu bringen. Der wunderbare Volker Bogdan ist als Ling Chu zu hören, mit energiegeladener und ausdrucksstarker Stimme schafft er einen einprägsamen Charakter, den er mit viel Schwung umsetzt. Pia Werfel ist als Odette Rider zu hören, ihre helle und klare Stimme passt wunderbar dort hinein und bildet einen gelungenen Kontrast zu den vielen männlich-markanten Stimmen. Weitere Sprecher sind Lothar Zibell, Peter von Schulz und Uschie Sieg.

Tatsächlich hat die Neubearbeitung der Aufnahme sehr gut getan, der Klang ist sehr klar und hat den leicht blechernen Unterton des Originals verloren. Das gilt nicht nur für die Dialoge, sondern auch für die Musik, die stimmungsvoll ist und sehr gut auf die einzelnen Szenen abgestimmt ist. Auch die Geräusche sind treffend eingebaut, halten sich aber insgesamt eher im Hintergrund.

Das Cover im Stil eines alten Filmplakates bringt die Stimmung sehr gut zur Geltung. Die Dame mit der Pistole in der Hand, die Prügelszene, der Autoreifen und – unter dem Logo des Labels fast verborgen – die leblose Hand mit der gelben Narzisse: Die Zusammenstellung ist gelungen und hat Ausstrahlung. Im Inneren gibt es wieder einige Zusatzinformationen zu Mitwirkenden und der Produktion.

Fazit: Vom flotten Beginn an kann die Folge mit einer eingängigen Stimmung überzeugen. Die Spannung steigert sich dabei immer weiter und deckt langsam die vielen kleinen Detais auf. Die Charaktere sind hier scharf umrissen und können mit ganz eigenem Charme punkten. Vielleicht nicht die stärkste Folge der Serie, aber solide und unterhaltsam erzählt.

VÖ: 21.Oktober 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-84-2


Edgar Wallace – 8. Der unheimliche Mönch



Erster Eindruck: … und der Club der Vier

Chiefinspektor Bliss und sein treuer Kumpane Inspektor Mander werden zu einem neuen Fall gerufen, bei dem sie sich einer übernatürlichen Erscheinung stellen müssen. Denn in einem alten Anwesen sind des nachts schaurige Töne zu hören, ein Stöhnen und Murmeln, begleitet von düsterem Orgelspiel. Als dann auch noch eine vermummte Gestalt gesichtet wird, ist das Chaos komplett...

Die Edgar Wallace-Reihe von Maritim hat nun schon einige Jahre auf dem Buckel, wird aber nun von dem neu erstarkten Label auf CD veröffentlicht. Die achte Folge mit dem Titel „Der unheimliche Mönch“ beinhaltet gleich zwei Geschichten, neben der titelgebenden Handlung wurde hierfür auch „Der Club der Vier“ vertont. Zweiteres ist schmissig erzählt worden und punktet mit seiner knackigen Darstellungsweise der Ereignisse, dennoch fügt sich alles gekonnt zusammen und sorgt für einen spannenden Aufbau. „Der unheimliche Mönch“ hingegen ist drastisch zusammengekürzt und wird in gerade einmal einer halben Stunde erzählt, sodass einige wichtige Szenen fehlen und sich die logischen Zusammenhänge nicht immer ergeben. Sicherlich, wenn man das Original kennt, ist dieses hier eine gekonnte Untermalung, hört man die Geschichte jedoch zum ersten mal, dürfte man sich am Ende verwundert die Augen reiben, ob des raschen Endes. Dennoch: Schnell baut sich hier eine dichte Atmosphäre auf, und der Bogen von der gruseligen Erscheinung zum eigentlichen Verbrechen wird dann doch noch gut geschlagen. Ein paar mehr Minuten hätte diese Umsetzung aber durchaus vertragen.

Henry Kielmann ist wieder in der Rolle des Chiefinspector Bliss zu hören, der mit seiner markanten Stimme wieder einen roten Faden durch die Handlung zieht und seine Szenen präzise umsetzt. Manoel Ponto ist an seiner Seite als Inspektor Mander eine gelungene Ergänzung, beide harmonieren sehr gut miteinander, spielen sich die Bälle zu und haben hörbare Freude an der gut beschriebenen Beziehung der beiden. Lutz Schnell ist als Connor zu hören, er setzt gekonnte Akzente in seiner Rolle und bleibt dabei sehr glaubwürdig. Weitere Sprecher sind Joachim Richert, Michael Weckler und Karin Eckhold.

Der markante Titelsong findet natürlich auch hier wieder Verwendung, die flache, eingängige Melodie, der prägnante Beat und der witzige Text läuten auch diese Folge gelungen ein. Die weitere akustische Umsetzung ist natürlich recht weit entfernt von dem heutigen Feinschliff moderner Produktionen entfernt, setzt aber mit gekonnten Stilmitteln und einigen Melodien aber eine gelungene Grundstimmung um.

Als Grundfarbe für dieses Cover wurde ein kräftiges Gelb-Orange gewählt, vor dem die verzerrte Fratze des Mönchsgesicht in seiner Kutte gut zur Geltung kommt. Und auch die restlichen Motive wurden gut ausgewählt und sorgen für eine passende Stimmung. Im Inneren sind viele Informationen zur Serie und einigen Mitwirkenden zu lesen, die teilweise schon aus den vorigen Folgen bekannt sind.

Fazit: Zwei Geschichten, beide sehr knackig und temporeich erzählt. Doch während das bei „Der Club der Vier“ recht gut funktioniert, wirkt „Der unheimliche Mönch“ verkappt und teilweise zusammenhanglos, auch wenn die Stimmung hier gut zur Geltung kommt. Hier hätten ein paar Sendeminuten mehr einiges bewirken können.

VÖ: 23.September 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-83-5


Edgar Wallace – 7. Das Gasthaus an der Themse



Erster Eindruck: Ein Whiskeyschmuggler in London...

Chiefinspektor Bliss und sein treuer Gefährte Mander entdecken auf der Themse einen einfachen Alkoholschmuggler und greifen ihn und sein Fass Wiskey auf, sind aber auch aufgrund dessen Aussage überzeugt, dass noch eine deutlich größere Nummer geplant ist. Auch sie kehren in das kleine Gasthaus an der Themse ein, das zum Dreh- und Angelpunkt des Verbrechens wird...

1982 entstand unter der Regie von Hans-Joachim Herwald eine Hörspielumsetzung von „Das Gasthaus an der Themse“ aus der Feder von Edgar Wallace als siebte Folge der Reihe um den britischen Autoren. 34 Jahre später ist nun erstmals im Zuge der Neuveröffentlichung der Serie eine CD-Veröffentlichung der Produktion erschienen, die neben einer ordentlichen Portion Nostalgie auch eine spannende Krimi-Handlung mit sich bringt. Schon in den ersten Szenen entsteht eine düstere Ausstrahlung, die von der nebenverhangenen Themse und der Ankündigung eines großen Verbrechens herrühren, und auch die Vorstellung der Charaktere ist unterhaltsam gelungen. Bliss und Mander, die schon in anderen Folgen ein gelungenes Ermittlergespann abgegeben haben, sorgen auch hier wieder für einen kurzweiligen Verlauf und treiben die Ermittlungen voran, doch auch andere Szenen, die der Entwicklung der Handlung dienen, sind eingebaut und sorgen für mehr Dynamik. Das ist flott und stimmig erzählt, und auch wenn man schnell eine Marschrichtung erkennt und den Ausgang einige Minuten vorher zumindest erahnen kann, ist eine spannende Geschichte entstanden, die auch wegen ihrer Kürze überzeugen kann und eine aufregende Auflösung präsentiert.

Renate Pichler ist in der Rolle der Molly Oaks besetzt, ihre Stimme nimmt auch hier den typischen, ausdrucksstarken Klang an, sie spricht sehr eingängig und glaubhaft. Eine sehr gute Leistung, die von Anfang an viel Interesse auf sich zieht. Manfred Schermutzki ist als Schnüffel zu hören, der mit immer etwas biestiger Stimme einen unterhaltsamen Gegenspieler abgibt und für eine leicht humorige Note sorgt. Barbara Fenner ista ls Leila zu hören, ihr sanfter Klang bildet einen gutes Kontrast zur düsteren Atmosphäre, die junge Frau kommt durch sie sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Henry Kielmann, Lothar Zibell und Lothar Grützner.

Der Klang dieser Aufnahmen ist zwar manchmal etwas dumpf, insgesamt ist aber ein vernünftiger Sound generiert worden – was aufgrund der fehlenden Masterbänder eine aufwändige, aber erfolgreich durchgeführte Aufgabe war. Die Geräuschkulisse ist hier etwas zurückgefahren, dafür gibt es einige sehr stimmige Melodien, die die Stimmung des Hörspiels gut unterstützen.

Wie bei den anderen Folgen der Serie erinnert das Cover auch hier an ein altes Filmplakat und zeigt zahlreiche Personen und Motive aus der Handlung, wirkt durch die grünliche Farbgebung allerdings sehr stimmungsvoll. Die CD ist wieder in der hübschen Schallplattenoptik gehalten, während in dem kleinen Booklet zahlreiche Zusatzinformationen zu finden sind.

Fazit: Die Geschichte startet stimmungsvoll und entwickelt sich unterhaltsam weiter, zeigt neben Szenen um die Ermittler auch immer wieder Momente der Ganoven, sodass eine dynamische Atmosphäre entsteht. Die temporeiche Erzählweise sorgt für einen kurzweiligen Eindruck, sodass eine weitere starke Folge entstanden ist.

VÖ: 23. September 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-82-8


Edgar Wallace – 6. Neues vom Hexer



Erster Eindruck: Zwei Erzfeinde in Aktion

Als Chiefinspector Bliss Hinweise darauf bekommt, dass der Hexer wieder aufgetaucht ist, der vor einigen Jahren in London für Aufsehen gesorgt hat, ist er sofort alamiert und versucht, den gefährlichen Verbrecher dingfest zu machen. Doch der Mann mit den 1.000 Masken treibt wieder im Hintergrund sein perfides Spiel und hält Scotland Yard gleich mit mehreren Verbrechen auf Trab...

Zu den bekanntesten Geschichten von Edgar Wallace gehört zweifellos „Der Hexer“, und auch dessen Fortsetzung „Neues vom Hexer“ hat besonders in der Verfilmung viele Fans. Die Hörspielumsetzung aus dem Hause Maritim ist im Zuge der Neuveröffentlichung der Serie nun ebenfalls in einer CD-Version erschienen, unterscheidet sich aber deutlich von der Story des Filmes. Hier werden eher einige kleinere Spannungsbögen erzählt, der Hexer mischt an ganz unterschiedlichen Stellen mit, taucht in verschiedenen Maskierungen auf und rächt sich wieder an der Oberschicht mit ihren unsauberen Machenschaften. Wirkliche Spannung, die sich über die gesamte Produktion aufbaut, kommt dabei zwar nicht auf, aber immer wieder werden kleine Akzentpunkte gesetzt, die das Geschehen aufregend und unterhaltsam gestalten. Besonders gegen Ende, als Bliss seinem Kontrahenten gefährlich nahe kommt, ist das Duell der beiden besonders aufregend, diese Szenen sind das Highlight der Folge, die sehr kurzweilig erzählt wurde und mit einem flotten Tempo keine Langeweile aufkommen lässt. Ein witziges Detail: Der Name des Autors wird hier als geheimnisvolle Figur eingebaut und taucht damit immer wieder auf, diese Verknüpfung ist gelungen und bringt zusätzlichen Charme mit ein.

Henry Kielmann ist hier als Chiefinspector Bliss zu hören und bestreitet damit den Großteil der Handlung, seine Stimme ist prägnant genug, um immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, nimmt sich an den richtigen Stellen aber auch etwas zurück und überlässt dann den anderen Protagonisten die Bühne. Beispielsweise Manoel Pomto als Inspector Mander, der seiner Stimme immer wieder einen aufgeregten Klang verleiht und damit das Tempo der Folge unterstreicht. Ingeborg Kallweit ist in der Rolle der Cora Ann Milton zu hören, die mit einer sehr eingängigen Sprechweise einen prägnanten Charakter schafft. Weitere Sprecher sind Peter von Schutz, Klaus Peter Kehler und Thomas Karallus.

Da keine Masterbänder der Hörspiele mehr vorhanden waren, wurden in einem aufwändigen Verfahren Schattplatten abgetastet und das Ergebnis später bearbeitet, um einem möglichst guten Klang bieten zu können. In dieser Folge klingen die Stimmen allerdings leider meist recht dumpf, was Fans der Serie aber nicht weiter stören dürfte. Auch die atmosphärische Gestaltung ist gelungen, viele passende Musikstücke sind eingebaut und ergeben mit der gelungenen Geräuschkulisse eine stimmige Kulisse.

Klar, dass die CD auch hier wieder in einer nostalgischen Vinyl-Optik gestaltet ist, was den Charme der Veröffentlichung noch weiter unterstreicht. Die Gestaltung mit dem Farbverlauf von gelb nach rot zieht sich durch das gesamte Booklet, das viele zusätzliche Informationen enthält. Das Cover hebt sich hiervon mit der blauen Grundfarbe deutlich ab, wobei das gewählte Motiv nicht so recht meinem Geschmack entspricht.

Fazit: Auch wenn der ganz große Spannungsbogen hier ausbleibt, sind immer wieder kleine Highlights gesetzt, die die ganz unterschiedlichen Szenen gekonnt verknüpfen und ein Katz- und Maus-Spiel zwischen Bliss und dem Hexer erzählen. Gegen Ende stehen sich die beiden dann auch gegenüber, was die Folge rund und gelungen abschließt.

VÖ: 26.August 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-81-1


Edgar Wallace – 5. Die Bande des Schreckens



Erster Eindruck: Ein dunkler Fluch für die Widersacher...

Endlich konnte der ruchlose Verbrecher Shelton dingfest gemacht werden, für seine Taten erwartet ihn nichts anderes als die Todesstrafe. Doch vor seiner Hinrichtung stößt er noch einen Fluch, eine Drohung gegen all diejenigen aus, die an seiner Verurteilung mitgewirkt haben. Und tatsächlich erfüllen sich seine düsteren Vorhersagen. Chiefinspector Bliss und Inspector Mander haben also auch ein mehr als berechtigtes Eigeninteresse daran, den Fall aufzuklären...

Die in den frühen 80ern entstandene Hörspielserie von Maritim nach den Romanen von Edgar Wallace ist auch heute noch sehr begehrt, sodass das Label nach seiner Wiederauferstehung nun erstmals CD-Versionen dieser Produktionen auf den Markt bringt. Wie im Original so ist auch hier die fünfte Folge „Die Bande des Schreckens“, die mit der oben beschriebenen Szene gleich einen sehr spannenden Ausgangspunkt an den Anfang setzt und so die Messlatte für das Kommende gleich hoch setzt. Wie es die Art des Autoren war, sind hier keine Andeutungen des Übersinnlichen vorhanden, alles bleibt auf dem Boden der Tatsachen, was auch den Ermittlern immer bewusst ist. Und so müssen die beiden Protagonisten der Folge, Bliss und Mander, tief in die Strukturen der Verbrecherorganisation eintauchen und sich intensiv mit der Masche von Stalton beschäftigen, was sehr spannend gelungen ist – insbesondere, weil als Kontrastprogramm immer wieder Szenen mit einer exzentrischen reichen Dame und ihrer Bediensteten eingebaut sind, die einen sehr humorigen Unterton haben und so noch einmal eine andere Facette mit einbringen. Die Auflösung des Ganzen ist dann recht trickreich und gut durchdacht, auch wenn geübte Krimihörer die ausgelegten Spuren zu deuten wissen und zumindest die grobe Richtung schon vorher erahnen können. Dennoch liegt hier eine sehr hörenswerte Folge vor, die auch wegen ihrer knappen Erzählweise zu einer der besten der Serie gehört.

Henry Kielmann macht sich als Chiefinspector Bliss hier sehr gut, er schafft einen sehr glaubhaften Charakter und zeichnet den Spannungsbogen der Folge mit seiner Stimme nach, lässt dabei aber auch einen leicht humorigen Unterton nicht vermissen. Manoel Ponto steht ihm als Inspector Mander zur Seite, auch er kann mit seiner eingängigen Sprechweise und der gelungenen Betonung überzeugen. Gerda Gmelin bringt mit ihrer überdrehten Art als Lady Revelstoke viel frischen Wind mit in die Handlung und hat mir dabei viel Freude bereitet. Weitere Sprecher sind Rolf Jülich, Michael Weckler und Angela Merkert.

In einem aufwändigen Verfahren wurden wegen der fehlenden Masterbänder der Serie Schallplatten abgetastet und anschließend digital bearbeitet, um den Hörer ein gut hörbares Klangerlebnis zu ermöglichen – mit Erfolg! Denn auch wenn man den Aufnahmen ihr Alter anhört, was einen herrlich nostalgischen Unterton mit sich bringt, klingt alles frisch und ist sehr gut verständlich.

Auch das Cover verströmt einen sehr nostalgischen Hauch, erinnert er doch an die guten alten Kinoplakate mit seinen gemalten Motiven. Zwei Gangster, eine Frau mit vor Schreck geweiteten Augen, finstere Augen, die aus dem Hintergrund intensiv dreinblicken – das ist gut zusammengestellt und wird durch das informative Innere des kleinen Booklets positiv ergänzt.

Fazit: Von Anfang an wird eine dichte Atmosphäre aufgebaut, die sich immer weiter verdichtet und eine spannende und knackig erzählte Handlung erzählt. Aufgelockert durch die reiche Dame und mit einer gelungenen Auflösung ist ein rundum gelungenes Hörspiel entstanden, das auch über 30 Jahre nach seiner Entstehung noch punkten kann.

VÖ: 26.August 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-80-4

Datenschutzerklärung