Fallen – 6. Labrags

Fallen – 5. Prag

Fallen – 4. Houston

Fallen – 3. Baton Rouge

Fallen – 2. Genf

Fallen – 1. Paris


Fallen – 6. Labrags



Erster Eindruck: Ein Ende ohne Ende...

Der Krieg zwischen den weißen und den schwarzen Engeln spitzt sich immer weiter zu, und im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die kleine Marie, die als einzige ein geheimnisvolles Wort herausfinden kann. Doch dann betritt noch ein weiterer, mysteriöser Unbekannter die Bühne und versucht, dem Mädchen habhaft zu werden...

Sechs Folgen wurden für die Fallen-Reihe von Imaga zunächst angekündigt, sodass mit „Labrags“ erst einmal Schluss ist. Dennoch kann keine Rede davon sein, dass die Geschichte mit diesem Teil abgeschlossen ist. Denn auch hier bleiben noch viele Fragen offen, und auch ein wirklicher Abschluss der Handlung ist nicht festzustellen. Dies habe ich aber keinesfalls als negativ empfunden, da die Geschichte weiterhin sehr interessant erzählt ist und weitere Elemente hinzugefügt werden. Immer, wenn man bei dieser Serie denkt, die Welt der Engel vollständig erfasst zu haben, kommt eine neue Überraschung, ein neues Detail der himmlischen Ordnung an die Oberfläche – hier ein besonders bewegendes und schokierendes, das zugleich einen neuen Hinweis auf den Hintergrund der Handlung gibt. Besonders gut hat mir jedoch der Auftritt des großen Unbekannten gefallen, der einige fast schon philosophische Fragen stellt und eine düster-bedrohliche Aura verbreitet – sehr gelungen. Es werden viele Fragen beantwortet, aber eben auch wieder neue aufgeworfen, wie man es von der Serie bereits gewohnt ist. Doch es ist auch die bisher stärkste Folge der Serie, die Stimmung verdichtet sich noch weiter und hat viele packende Höhepunkte. Der offene Abschluss der Handlung hat mir Lust auf weitere Verwicklungen gemacht, die hoffentlich bald weitererzählt werden.

Wieder ist Kaya Marie Möller als Soderquist eine sehr starke Figur, wobei sie den Emotionen der starken Frau noch mehr Ausdruck verleiht und gerade die Wut mit viel Energie umsetzt – eine tolle Leistung! Frank Otto Schenk hat in der Rolle des Hamingjur Seth viel Eindruck hinterlassen, sein markanter Klang kommt besonders gut zur Geltung und sorgt für eindruckvolle Momente. Und auch Wanja Mues hat mich hier vollkommen überzeugt, mit seiner ausdrucksstarken Stimme passt er sich sehr gut der düsteren Atmosphäre der Serie an. Weitere Sprecher sind Florian Halm, Michael Prelle und Axel Lutter.

Marco Göllner und sein Team haben auch hier wieder eine sehr dichte und eindrucksvolle Atmosphäre erzeugt, die den düsteren Glanz der Geschichte besonders gut hervorhebt. Doch hier wurde auch eine sehr auffälig andere, experimentelle Szenerie geschaffen, in der der Auftritt des geheimnisvollen Fremden besonders gut zur Geltung kommt – die schwungvolle Musik trägt viel zum Gelingen dieser Szene bei.

Das Buch, das eine so wichtige Rolle in der Handlung spielt, wird von einem der Engel aufgeschlagen in die Höhe gehalten, die Schrift scheint rot zu leuchten. Ansonsten ist auch hier wieder eine schwarz-weiße Optik gewählt worden, die ihren ganz eigenen Reiz ausübt. Im Inneren gibt es viele weitere Zeichnungen, die auch die Charaktere der Serie darstellen. Auch der Songtext des Titelsongs ist hier nachzulesen.

Fazit: Auch mit der sechsten Folge von Fallen kann die Serie noch überraschen – durch das Hinzufügen neuer Informationen, durch den Auftritt eines neuen, mächtigen Charakters, aber auch dadurch, dass die Handlung eben noch nicht abgeschlossen ist. Eine wunderbar düstere Atmosphäre, die mich wieder völlig begeistern und in ihren Bann ziehen konnte.

VÖ: 5. Mai 2017
Label: Imaga
Bestellnummer: 978-3-946207-13-9


Fallen – 5. Prag



Erster Eindruck: Licht im Dunkeln

Endlich kommt Friedrich von Gartner dem Geheimnis der beiden ungewöhnlichen Hamingjur-Brüder, die in einem Hinterzimmer einen Engel gefangen halten. Und tatsächlich bekommt er die Gelegenheit, mit dem übernatürlichen Wesen zu sprechen, seinen Geschichte zu erfahren – doch er erfährt auch mehr über den Krieg zwischen den Engeln, der nachwievor ohne Gnade tobt...

In sechs Teilen wird „Fallen“ erzählt, sodass Prag schon unweigerlich auf das Ende der Miniserie zusteuert. Und so unterscheidet sich diese Folge schon recht deutlich von ihren Vorgängern, denn während bisher deutlich mehr Fragen aufgeworfen denn beantwortet wurden, verhält es sich hier komplett konträr. Denn im Zentrum steht das lange Gespräch zwischen von Gartner und einem der Engel, der seine Geschichte von Anfang an erzählt und dabei auch die Herkunft der mächtigen Wesen erläutert. Diese werden dabei in ein recht zweifelhaftes Licht getaucht: Von der Vorstellung der durch und durch reinen und guten Seelen hat man sich ja schon längst verabschiedet, hier kommen jedoch einige weitere erschreckende Details ans Licht. Das ist gut in den Kontext der Serie eingebettet, und auch die Frage nach der Bedeutung von Marie für die Engel wird hier auf den Grund gegangen. Das ist schon ziemlich skurril und einzigartig gelöst, zeugt von viel Kreativität und hat mir sehr gut gefallen, weil auch ein Hauch Religionskritik mitschwebt. Allerdings verliert die Serie auch viel von ihrer Mysik, und auch die sonst so vorherrschende druckvolle Spannung geht hier zurück. Immer noch gibt es aufregende Momente und dräuendes Unheil, aber eben nicht mehr so intensiv wie zuvor. Eine Folge, die immens wichtig für das Verständnis der Zusammenhänge ist und mit überraschenden Wendungen punktet, auch immer noch sehr gut erzählt ist, aber eben nicht mehr diese ganz präsente Spannung beinhaltet.

Das Sprecherensemble ist wieder bestens aufgelegt und bringt die Tragweite der Dialoge gekonnt an den Hörer heran. Allen voran natürlich Frank Röth als Friedrich von Gartner, dessen markante Stimme den Hörer durch die Geschichte begleitet und dem durch sein konsequentes Auftreten immer mehr Sympathien zufliegen. Auch Kaya Marie Mölle rmacht ihre Sache als Soderquist wieder hervorragend, mit dem harten Klang und dem immer leichten Drängeln in der Stimme kann sie ein sehr genaues Bild ihres Charakters zeichnen. Oliver Siebeck spricht den Engel mit vielfältigem Ausdruck in der Stimme, er lässt das Wesen lebendig und eindringlich klingen. Weitere Sprecher sind Torsten Sträter, Tilo Schmitz und Axel Lutter.

Mittlerweile konnte man sich ja bereits an die Opulenz der akustischen Gestaltung gewöhnen, diese wird hier jedoch etwas zurückgefahren. Nicht, dass die Geräusche nicht genauso passgenau eingefügt sind, doch durch weniger Actionszenen gibt es einfach nicht mehr so viele heftig inszenierte Momente. Dafür kommt die hintergründige Spannung der Musik noch besser herüber.

Neben ihrer düsteren Fargbegung haben die Titelbilder auch immer das Spiel mit den Engelsflügeln gemeinsam, hier wird der finster dreinblickende Geselle beiderseits durch einen roten Regenschirm flankiert. Sehr gelungen ist die Idee, dieses Motiv beim Aufklappen des Booklets fortzusetzen, sodass dieses stimmungsvolle Bild gleich zu doppelter Größe anwächst.

Fazit: Diese Folge geht einen anderen Weg als ihre Vorgänger und beantwortet viele Fragen, isnbesondere nach der Entstehung des Kriegs zwischen den Engeln und der Bedeutung von Marie. So kommt zwar etwas weniger Spannung auf, dafür gibt es viele markante und einprägsame Szenen sowie eins ich langsam zusammen setzendes Gesamtbild.

VÖ: 24. Februar 2017
Label: Imaga
Bestellnummer: 978-3-946207-08-5


Fallen – 4. Houston



Erster Eindruck: Zwei ungleiche Brüder

Friedrich von Gartner konnte nicht nur sich und die kleine Elisabeth vor ihren Verfolgern in Sicherheit bringen, sondern auch die geheimnisvolle Soderquist auf seine Seite ziehen. Gemeinsam bestehen sie eine wahre Odysee durch das ganze Land und treffen schon bald auf die Brüder Pavel und Ziggy, von denen sie sich weitere Hinweise auf die merkwürdigen Geschehnisse erhoffen...

Gerade so richtig in Fahrt gekommen, geht es für die Miniserie „Fallen“ schon wieder in den Endspurt. Auch die vierte Folge der Geschichte, die aus einer Zusammenarbeit von zwei der angesehensten Hörspielmacher hervorgegangen ist, steckt dabei wieder voller Mystik, Dramatik und einer sehr eindringlichen Story, wird aber noch etwas klarer als die rätselhaften Vorgänger. Langsam kann man die Zusammenhänge der bisher voneinander getrennt verlaufenden Handlungsstränge zumindest erahnen, und auch das Wesen der Engel wird weiter ergründet und mit interessanten Ideen versehen. Neben dem Erzählstrang um Gibr, einem Engel, der sich in eine menschliche Frau verliebt hat, wird natürlich wieder besonderer Wert auf Friedrich von Gartner gelegt, der mit seinen Nachforschungen endlich weiterkommt. Dies ist nicht mehr ganz so gefährlich erzählt, was aber keineswegs negativ wirkt. Im Gegenteil, die Story verdichtet sich, die Dialoge sind eingängig und spannend. Dabei fließt sogar vorsichtig ein wenig Humor mit ein, beispielsweise im Gerpsäch mit Pavel und Ziggy Pollar. Die Szenen um die beiden ungleichen Brüder sind dabei zum Mittelpunkt der Handlung geworden und bringen auch die Rahmenhandlung am meisten voran. Wieder eine sehr runde Folge der Serie, zumal sich der rätselhafte Schleier weiter lichtet.

Hennes Bender hat sich längst auch einen Namen in Hörspielkreisen gemacht und überzeugt hier als Pavel Kollar mit einer sehr eigenständigen Sprechweise. Wie er sich immer versucht, aus verzwickten Dialogen zu retten, hat einige sehr heitere Momente, doch auch er passt sich der düsteren Grundstimmung gekonnt an. Sein Brüder Ziggy wird von Torsten Sträter gesprochen, der dem einsilbigen und recht schlichten Mann sehr treffend und mit unüberhörbarer Spielfreude umsetzt. Kaya Marie Möller ist als Soderquist ebenfalls hervorragend besetzt, diese Härte, diese stetige unterschwellige Genervtheit, das ist alles sehr stimmig! Weitere Sprecher sind Deborah Weigert, Florian Halm und Wanja Mues.

Wer ein Hörspiel von Imaga hört, darf immer eine sehr aufändige Produktion erwarten, und dieses Qualitätsmerkmal setzt sich auch hier weiter fort. Die Melodien legen sich eng um die Szenen und verleihen ihnen eine sehr eigenständige Atmosphäre, lenken die Aufmerksamkeit aber immer auf die Sprecher und ihre Dialoge. Auch die Geräusche dürfen mal etwas lauter sein, haben aber stets ihren festen Platz und sind nie nur Mittel zum Zweck.

Eine nur kanpp verhüllter Frauenkörper ist auf dem Cover von den Oberschenkeln bis zu den Schultern von hinten zu sehen, auf dem Rücken zwei blutige Wunden, in der Hand zwei spitze Pfeile – das in schwarz-weiß-rot gehaltene Cover ist schon sehr ansehnlich, doch seinen vollen Reiz entfaltet die Gestaltung, wenn das Motiv immer wieder mit verschiedenen Ausschnitten wiederholt wird und einem auch das kühle und abweisende Gesicht der Dame entgegenblickt – ein sehr gelungenes Konzept!

Fazit: Fallen wird in der vierten Folge noch etwas klarer und deutet die Zusammenhänge zwischen den Handlungssträngen an. Dabei geht es weiterhin sehr mystisch zu, und auch die kleine Spur Humor ist wohlplatziert und bereichert die Handlung um eine weitere Facette. Starke Charaktere, bildhafte Momente, düstere Ankündigungen – ein wahrer Hochgenuss, wenn auch ein etwas kurz geratener.

VÖ: 16. Dezember 2016
Label: Imaga
Bestellnummer: 978-3-9462-0706-1


Fallen – 3. Baton Rouge



Erster Eindruck: Die Schleier lüften sich...

Friedrich von Gartner konnte zwar bisher die kleine Elisabeth Marie vor dem Zugriff der dunklen Mächte schützen, doch diese lassen nicht locker und greifen ruckartig aus dem Verborgenen an – eine weitere Hetzjagd steht dem Schweizer Gardisten bevor, um das Mädchen mit der geheimnisvollen Rolle im Spiel der Mächte zu schützen...

Halbzeit bei „Fallen“, der Miniserie von Marco Göllner, in dem er eine Geschichte von gefallenen Engeln und ihren Krieg gegen ihre einstigen Brüder erzählt. Vieles wirkte in den ersten beiden Folgen noch recht kryptisch, doch langsam lichtet sich der Schleier und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Handlungssträngen werden deutlicher. Das tut der Serie sehr gut, vor allem, weil natürlich immer noch diese sehr mystische und düstere Stimmung vorherrscht. Durch die anfängliche Actionszene mit einer spektakulären Verfolgungsjagd wird gleich zu Beginn die Dramatik nach oben geschraubt, später geht es ruhiger, aber umso eindringlicher zu. Dabei wird besonders Wert auf sehr intensive Dialoge gelegt, in denen die Protagonisten weiter von ihren Hintergründen berichten und so einiges klarer wird. Die einzelnen Ebenen entwickeln sich weiter parallel voneinander weiter und haben bisher keine nennbaren Kreuzungspunkte, sodass man nicht nur mit Aufmerksamkeit bei der Sache sein sollte, sondern auch die vorigen Episoden parat haben sollte, damit sich der volle Genuss der Folge entfalten kann. Neben der immer noch äußerst spannenden Handlung im Friedrich von Gartner und Elisabeth Marie punktet dabei vor allem die Geschichte um Il-Gibr, der einen tiefen Einblick in die Strukturen der himmlischen Heerscharen erlaubt, was sehr faszinierend in Szene gesetzt worden ist.

Il-Gibr wird von Florian Halm gesprochen, der mit seiner tragenden Stimme mit der hintergründen Düsternis eine sehr präsente Sprechweise präsentiert und damit die ganze Aufmerksamkeit auf sich und seinen Charakter lenken. El-Mika wird vom wunderbaren Thilo Schmitz vertont, der seinen intensiven Klang sehr geschickt einsetzt und bestens in die abgehärtete Atmosphäre der Serie passt, diese noch sogar noch weiter verdichtet. Peter Groeger ist erneut als Kardinal Weiher zu hören, er hat seine sonst so oft heitere Attitüde abgelegt und schafft einen sehr ernsten Charakter mit nachdrücklicher Stimme. Weitere Sprecher sind Michael Prelle, Thomas Nero Wolff und Till Hagen.

Marco Göllner hat sein Händchen für eine ausdrucksstarke atmosphärische Gestaltung mit dieser Produktion sogar noch verfeinert und setzt die Geschichte sehr stimmig und ebenso lebendig um. Dafür sorgen viele Musikstücke, die auch während der Dialoge für die passende Stimmung sorgen und auch mal in den Vordergrund treten, sowie viele auch gern recht laute Geräusche – beides ergänzt sich wunderbar.

Friedrich von Gartner ist auf dem Cover zu sehen, der in ziemlich cooler Pose eine Taube erschießt, deren Blut aus dem kleinen Körper spritzt. Besonders gelungen ist jedoch, dass die beiden Schatten verschmelzen und der Mann so Flügel zu haben scheint. Auch die restliche Gestaltung ist in dem dort vorherrschenden hellen Grau gehalten, was in sich sehr stimmig wirkt.

Fazit: Die Geschichte wird gnadenlos weiter vorangetrieben und sorgt mit einigen Highlights und sehr prägnanten Szenen für einen sehr kurzweiligen Eindruck. Der Hörer darf diese düstere Welt der Engel noch ausführlicher betrachten, was durch intensive Dialoge umgesetzt wurde. Schön, wie sich die Spannung über mehrere Folgen hinweg erstreckt.

VÖ: 11. November 2016
Label: Imaga
Bestellnummer: 978-3-946207-04-7


Fallen – 2. Genf



Erster Eindruck: Düsteres aus der Welt der Engel

Der ehemalige Gardist Friedrich von Gartner hat das geheimnisvolle Mädchen Elisabeth Marie Dufage aus den Fängen eines dubiosen Kinderheimes gerettet, doch noch weiß er nicht, welche Rolle sie in dem ausufernden Kampf der Engel spielen wird. Doch es sind noch andere Mädchte auf das kleine Mädchen aufmerksam geworden, und diese wollen sie unbedingt selbst für ihre Seite gewinnen...

Oliver Döring als feste Größe im Hörspielbuiseness, bekannt für spannende Geschichten und perfekte Produktionen. Marco Göllner, der immer wieder mit ungewöhnlichen Produktionen überrascht hat und den Hörer in seine dunkle Welt mitziehen kann – was für ein Duo, das hinter der neuen Miniserie „Fallen“ steht, die in der ersten Folge die Marschrichtung vorgegeben hat und darauf nun in der zweiten Episode „Genf“ aufbaut. Die Fäden sind gelegt, sodass hier gleich in die Geschichte eingestiegen wird, dennoch findet man sich schnell in die unterschiedlichen Szenerien ein. Immer noch nicht offenbaren sich deren Zusammenhänge, aber man erfährt immer ein bisschen mehr – über das Wesen der Engel, über Marie, über die Ansichten der Figuren. Langsam setzt sich dabei das Bild zusammen, es herrscht eine wunderbar düstere und mysteriöse Stimmung vor. Der Verzicht auf einen Erzähler unterstützt diesen Effekt, da man sich immer wieder schnell in die verschiedenen Szenen einfinden muss, Aufmerksamkeit und Kenntnisse aus dem ersten Teil sollten beim Hörer also vorhanden sein. Viel Spannung, viele einprägsame Szenen, viel Atmosphäre – auch der zweite Teil der Serie hat mich fasziniert.

Wieder sind viele starke Stimmen vor dem Mikrofon versammelt, jeder Charakter ist mit einem absolut passenden Sprecher besetzt worden. Till Hagen sorgt beispielsweise mit seinem harten, tiefen Klang als Dr. Angerer für sehr eindringliche Momente, wobei er wieder sehr facettenreich und ausdrucksstark spricht. Florian Halm ist als Il-Gibr zu hören, dessen Stimme eine sehr weiche Note annimmt und so eine nahbare und sympathische Figur abgibt. Auch Gerrit Schmidt-Foß hat mich begeistert, er passt sich wunderbar der unheimlichen Szenerie an und verleiht seiner Figur einen eingängigen Ausdruck. Weitere Sprecher sind Romanus Fuhrmann, Peter Groeger und die fantastische Lilli Martha König.

Nicht nur, dass sich das Team um Döring und Göllner wieder selbst übertroffen hat und eine sehr dichte Atmosphäre mit spärischer, mysteriöser Musik und vielen lebendigen und prägnanten Geräuschen geschaffen hat, auch der Übergang zwischen den Szenen ist bestens gelungen. Denn hier wird mit leichtem Stimmverzerreffekt noch einmal ein Zitat aus der vorigen Szene wiederholt, was noch einmal bestimmte Akzente in den Mittelpunkt rückt.

Das Cover im Stil einer modernen Graphic Novel zeigt Marie mit großen, schwarzen Augen, die ihre Puppe in der Hand hält. Der Schatten eines riesigen Engels im Hintergrund spielt auf das Thema an, während sch die Bedeutung der gespannten roten Fäden erst im Laufe des Hörspiels ergeben. Toll acuh das Design der CD selbst, auch hier ist Maries Gesicht zu sehen, doch das eine Auge wird genau durch das Loch in der Mitte ausgefüllt.

Fazit: „Fallen“ geht ebenso düster und mystisch weiter wie der erste Teil, wobei sich Handlung und Charaktere immer weiterentwickeln und neue Aspekte einbringen. Die Erzählweise ist modern und spannend, das Thema kommt wieder bestens zur Geltung und sorgt für jede Menge packende Unterhaltung.

VÖ: 23.September 2016
Label: Imaga
Bestellnummer: 978-3-946207-02-3


Fallen – 1. Paris



Erster Eindruck: Zwei Hörspiel-Schwergewichte in einer Serie

Friedrich von Weiher, ein ehemaliger Soldat der Schweizer Garde, wird von Kardinal Weiher in dessen Gemächer gerufen und bekommt dort ein ebenso lukratives wie ungewöhnliches Angebot, das seine Fähigkeiten als Detektiv auf die Probe stellen wird. Etwa zur gleichen Zeit lernt die Nachtkrankenschwester Karen einen geheimnisvollen Besucher kennen, der ihr noch öfter begegnen wird...

„Fallen“ heißt die neue Serie des Lables Imaga, das bisher die Produktionen von Oliver Döring auf den Markt gebracht hat. Auch für den neuen Sechsteiler hat dieser die Idee geliefert, Skript und Regie hat allerdings Marco Göllner geschaffen. Döring und Göllner vereint in einem Hörspiel – das Versprechen, das allein hierdurch gegeben wird, kann „Paris“ locker erfüllen. Schon in der ersten Szene wird klar, dass es um Engel und einen uralten Kampf geht. Wie in dieser Introszene wird auch später mehr angedeutet als ausführlich erzählt, sodass nur an der Oberfläche gekratzt wird, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird, ist noch nicht abzusehen. Hinzu kommt, dass die Komplexität schon in dieser ersten Folge recht hoch ist, verschiedene Handlungsstränge werden miteinander kombiniert, ein Zusammenhang ist erst einmal – mit Ausnahme des übergeordneten Themas – nicht erkennbar. Doch „Paris“ ist so fesselnd erzählt und sehr packend umgesetzt, dass ich mich jetzt schon darauf freue, die weiteren Teile zu erkunden, die vielen Andeutungen später aufgeklärt zu sehen, die bereits lieb gewonnenen Protagonisten weiter auf ihrem Weg zu begleiten.

Frank Röth wurde für die Rolle des Friedrich von Gartner ausgewählt, der einige interessante Passagen bestreitet. Seine markante Stimme und der gradlinige Klang lassen ihn sehr glaubhaft wirken, in jeder Szene trifft er den richtigen Ton. Deborah Weigert ist als Karen zu hören, ihre freundliche und sanfte Stimme passt wunderbar zu der Krankenschwester, auch ihre Verwunderung über die Ereignisse kann sie sehr gut präsentieren. Wahre Gänsehautschauer hat Lilli Martha König bei mir erzeugt, mit tiefer und unheilvoller Stimme kann sie das mysteriöse Mädchen sehr facettenreich spielen. Weitere Sprecher sind Frank Schaff, Tilo Schmitz und Peter Groeger.

Ebenso beeindruckend wie die Handlung ist auch die akustische Umsetzung, beides ist bestens aufeinander abgestimmt und entführt den Hörer so in diese düstere Welt. Schon der anfängliche Kampf wird mit wenigen, sehr präzisen Geräuschen untermalt, die alles sehr lebendig wirken lassen. Der Soundtrack ist geradezu filmreif, epochal und bombastisch produziert zeigt das Produzententeam, was es alles bieten kann.

Das Cover ist von Wolfram Damerius im Stil einer Graphic Novel gestaltet und sehr eindringlich umgesetzt: Ein Mann liegt auf der Bordsteinkante, die Arme ausgestreckt, unter ihm breitet sich eine Blutlache in Form zweiter riesiger Flügel aus – sehr gelungen! Gepaart mit dem schlichten Schriftzug und der ansehnlichen grafischen Gestaltung ist auch hier ein ansprechendes Gesamtpaket entstanden.

Fazit: Wuchtig umgesetzt entfaltet der erste Teil von „Fallen“ einen großen Reiz. Der Kampf der Engel zu Beginn, die Einführung interessanter Charaktere, einige spannende Highlights, die das Geschehen trotz recht weniger Actionszenen sehr kurzweilig und unterhaltsam machen - „Paris“ macht definitiv Lust auf mehr!

VÖ: 29.07.2016
Label: Imaga
Bestellnummer: 978-3-946207-03-0