Jules Verne: Die Neuen Abenteuer des Phileas Fogg - 8. Im Angesicht der Bestien

Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 7. Die Stadt unter der Erde

Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 6. Der Leuchtturm am Ende der Welt

Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 5. Das Geheimnis der Eissphinx

Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 4. Der Elefant aus Stahl

Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 3. Krieg in den Wolken

Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 2. Der Schatz von Atlantis

Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg - 1. Entführung auf hoher See


Jules Verne: Die Neuen Abenteuer des Phileas Fogg - 8. Im Angesicht der Bestien



Erster Eindruck: Finale in den Tiefen des Urwaldes

Mittlerweile hat sich Phileas Fogg einen Namen als Abenteurer gemacht, weswegen er von Lord Eckleby gebeten wird, mit ihm gemeinsam in Afrika nach seinem verschwundenen Freund zu suchen, dem Forscher Dr. Johausen. Doch ihr Camp wird von einer Horde wildgewordener Elefanten angegriffen, sodass sie immer tiefer in den Dschungel eindringen müssen...

Zwar ist die noch recht neue Maritim-Serie offiziell nicht in Staffeln unterteilt, mit der achten Folge schließt aber unüberhörbar der zweite große Handlungsstrang seit dem Beginn ab. Doch wie es der Stil der Serie ist, geschieht dies nicht, ohne dass am Anfang eine gänzlich andere Situation heraufbeschworen wird. Und so ist dieses mal der tiefe Dschungel Afrikas Hauptschauplatz des Geschehens, doch obwohl dies stimmungsvoll wie immer umgesetzt ist, erreicht die Handlung erst spät den gewohnten Biss, diese dramatische Schärfe, die man sonst so schnell gewohnt ist. Das ist keineswegs uninteressant oder langwierig geschildet, ist aber eben nicht ganz so scharf umrissen wie sonst. Das kommt erst später auf, etwa ab der Hälfte der Handlung, und dann ist die Geschichte auch wieder stark wie eh und je – mit phantastischen Wesen, packenden Kämpfen und starken Charakteren, die teilweise schon aus anderen Erzählungen bekannt sind – oder dieses mal sogar real existiert haben. Besonders das Verschwinden eines wichtigen Charakters ist sehr gelungen eingebaut, verschärft die Szenerie und läutet dann auch das dramatische Ende der Folge ein. Das Finale ist das recht pathetisch und dem Gegenspieler der Folge durchaus würdig, während natürlich nicht unterlassen wird, auch bereits gesponnene Fäden offen zu lassen – die Serie wird schließlich noch fortgesetzt.

Marius Claren ist selbstverständlich wieder als Passepartou zu hören. Den treuen Diener von Phileas Fogg spricht er mit sehr hoher, prägnanter Stimme, und auch wenn dies manchmal schon fast ein wenig übertrieben wirkt, macht er seine Sache ingsesamt gut. Detlef Bierstedt gesellt sich zu der illustren Reisegruppe als Lord Eckleby hinzu und steuert eine sehr betonte, ausdrucksstarke Figur bei, die immer wieder gekonnt Akzente setzen kann. Auch Lucca Bach fügt sich gut in die Handlung ein und verleiht dem bekannten Namen ein markantes Auftreten. Weitere Sprecher sind Lutz Mackensy, Robert Missler und Christian Brückner.

Wieder ist die Umsetzung der Geschichte sehr opulent, wofür unter anderem die orchestrale und pompöse Musik verantwortlich ist, die sehr gut zu der abenteuerliche Atmosphäre der Serie passt. Und auch die Geräusche sind wieder sehr vielfältig eingesetzt, mal um die Handlungen verständlicher zu machen, mal um eine lebendige Hintergrundstimmung zu schaffen. Beides ist sehr gelungen.

Das Cover ist wieder sehr treffend in Szene gesetzt und spielt auf den Handlungsort an: Der ursprüngliche Dschungel Afrikas mit seinem dichten Baumbestand, wodurch ein interessantes Spiel von Licht und Schatten entsteht, aber insbesondere auch die Affenwesen, die eine so wichtige Rolle in dieser Folge spielen, sind auf dem Titelbild stimmig untergebracht.

Fazit: Die achte Folge von Phileas Fogg startet etwas verhalten und hätte mehr Tempo vertragen, findet aber im weiteren Verlauf zu alter Stärke zurück. Der Schauplatz ist sehr präsent umgesetzt und bietet eine stimmungsvolle Kulisse für ein packendes Finale, das einen Handlungsstrang gekonnt abschließt. Auch die ganz besondere Atmosphäre, die von den Charakteren ausgeht, ist wieder treffend umgesetzt worden.

VÖ: 27. Januar 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-69-2


Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 7. Die Stadt unter der Erde



Erster Eindruck: Eine Reise nach Schottland

Phileas Fogg hat sich mittlerweile einen Namen als Abenteuerer und Weltenbummler gemacht, sodass ihn nach einiger Zeit in Frieden ein Hilferuf aus Schottland erreicht. Dort betreibt Simon Ford eine Kohlemiene, doch immer wieder sind seltsame Geräusche zu hören, die Ford Rätsel aufgeben. Und so macht sich Fogg mit seiner Frau und Diener Passepartou auf, um die unterirdischen Gänge zu erkunden – ohne eine eindringliche Warnung zu beachten...

Nachdem die letzte Folhe von Philes Fogg zumindest einen kleinen Abschluss gefunden hat, nach dem die bekannte Romanfigur wieder nach Hause zurückgekehrt ist, gibt es zu Anfang der siebten Folge keinen direkten Einstieg, sondern eine kleine Introszene. Doc der Ausblick auf die Vorkommnisse in der Miene sind schon recht vielversprechend, auch die Szene im Haus von Fogg weckt die Neugier auf das Kommende – und der Hörer wird hier nicht enttäuscht. Schnell erkundet das bereits bekannte Trio die unterirdischen Gänge, gerät in allerlei gefährliche Situationen, muss sich einigen Intrigen aussetzen und entdeckt Erstaunliches, Unglaubliches. Schön, dass dabei wieder Jules Vernes reichhaltige Ideenwelt auflebt und es vieles zu entdecken gibt. Auch gefällt mir, dass Aouda und Phileas getrennt werden und es so einige Zeit zwei separate Handlungsstränge gibt, das sorgt noch einmal für mehr Dynamik. Leider kommt trotz der gebotenen, sehr reizvollen Idee die Atmosphäre der Folge nicht ganz so gut zur Geltung wie in den vorigen Folgen, und auch die Dramatik schraubt sich nicht in die bekannten Höhen. Dennoch ist „Die Stadt unter der Erde“ eine weitere sehr gute und hörenswerte Folge der Serie, die mir wieder viel Spaß gemacht hat.

Zu den bereits bekannten Sprechern wie Christian Brückner, Sascha Draeger und Annina Braunmiller-Jest gesellen sich wieder einige gute Sprecher, die ihren Rollen Leben einhauchen. Dazu gehört beispielsweise Bernd Stephan als Simon Ford, der mit Nachdruck und einer gekonnten Betonung für eine prägnante Figur sorgt, die gut in das Abenteuerteam passt. Rainer Fritzsche spricht Harry Ford, Simons Sohn, und auch er liefert eine differenzierte und glaubhafte Leistung ab, er kann die vorherrschende Atmosphäre gekonnt aufgreifen. Peter Weis und sein intensiver Klang sind eine sehr gute Besetzung für Silfax, der er eine geheimnisvolle Note abringen kann...

Das Team um Markus Winter hat auch für dieses Hörspiel eine sehr stimmige akustische Gestaltung geschaffen, was nicht nur durch die vielfältige Musik erzeugt wird, die sich wie ein enger Mantel um die einzelnen Szenen legt. Doch auch die Geräusche und Soundeffekte sind bestens aufeinander abgestimmt und lassen die Szenen unter der Erde intensiv wirken.

Natürlich ist bei einem so bildreichen Titel wie hier auch die Stadt unter der Erde auf dem Cover zu sehen. Die schlichten Häuser werden durch einen kleinen Höhleneingang in ein rötliches Licht getaucht, auch an die spärliche Vegetation wurde dabei gedacht – da gibt es recht viele Details zu sehen. Im Inneren gibt es eine übersichtliche Auflistung der Mitwirkenden sowie einen kleinen Ausblick auf die nächste Episode.

Fazit: Auch wenn die Atmosphäre nicht ganz so eindringlich dargestellt wurde wie in den Vorgängern: Auch „Die Stadt unter der Erde“ ist eine phantasievolle und spannende Folge der Serie, die besonders mit der wendungsreichen Handlung und starken Nebencharakteren überzeugt. Das ist abwechslungsreich und dennoch sehr stringent erzählt.

VÖ: 25. November 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-68-5


Jules Vernes: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 6. Der Leuchtturm am Ende der Welt



Erster Eindruck: Abgeschnitten von der Welt

Auf ihrer Rückreise vom Südpol erreichen die Abenteurer Phileas Fogg, seine Frau Aouda und sein Diener Passepartout eine abgelegene Insel, auf der zwei Wärter einen Leuchtturm in Stand halten. Das einsame Leben hat die beiden zu engen Freunden werden lassen, doch deren Begrüßung fällt sehr unterschiedlich aus. Und was hat es mit den merkwürdigen Gestalten auf sich, die in letzter Zeit des Nachts gesichtet wurden und deren Arbeit sabotieren?

Vor kurzem noch in der Nähe des Südpols, jetzt schon auf einer Insel Nahe Südamerikas: Phileas Fogg macht legt große Strecken für den Hörer fast unbemerkt zurück, sodass sich auch die sechste Folge der Serie gleich mit dem wesentlichen Thema auseinandersetzen kann. Und das ist auch gut so, denn diese entwickelt sich von der anfänglich unheilvollen und rätselhaften Stimmung hin zu einer actiongeladenen Schlacht, nimmt dabei aber auch zahlreiche Zwischenstationen mit, was sehr unterhaltsam geraten ist. Nun ist auch ganz klar, wer der neue große Gegenspieler des Weltumreisenden ist, in sehr prägnanten Szenen wird seine Macht demonstiert, werden Drohungen ausgesprochen, werden sogar theologisch angehauchte Fragestellungen eingebracht. Noch mehr alte Bekannte kreuzen den Weg der Protagonisten, und wer sich nicht daran stört, dass Zufall, Bestimmung oder ein geschickter Autor die Personen irgendwo auf der Welt wieder zusammentreffen lässt, wird hieran wieder erfreuen können. Und auch weitere, aus anderen Werken bekannte Charaktere finden hier Einzug und bringen ihren eigenen Flair mit ein. Sicherlich gibt es dabei die eine oder andere Wiederholung innerhalb der Serie, doch durch die immer neuen Konstellationen, durch eine spannende und wendungsreiche Geschichte, durch die abenteurliche und aufregende Atmosphäre wird auch „Ein Leuchtturm am Ende der Welt“ zu einem sehr hörenswerten Hörspiel.

Sven Dahlem ist als Vasquez, einer der beiden Leuchtturmwächter, zu hören. Er setzt den Charakter mit scharfer, prägnanter Stimme um und kann die einzelnen Szenen so mit sehr viel leben füllen. Lutz Riedel spricht an seiner Seite die Rolle des Felipe, er bringt seine ganz eigene Art in die Folge mit ein, die nicht zuletzt für einen sehr eigenständigen Ausdruck der Handlung sorgt. Wolfgang Condrus wird die Hörerschar vermutlich in einer bekannten Rolle noch länger begleiten, sein Einstand in die Serie ist jedenfalls mit einer eingängigen Sprechweise sehr gelungen. Weitere Sprecher sind Bernd Rumpf, Oliver Strietzel und Dietmar Wunder.

Die abenteurliche Atmosphäre der Serie wird auch hier mit den orchestralen Engagements hervorgehoben, dennoch wird auch die individuelle Stimmung dieser Folge mit der eher ruhigen Ausstrahlung zu Beginn und die kämpferischen Ereignissen am Finale sehr gut nachgezeichnet. Dazu tragen natürlich auch die Geräusche ein, die durch die gute Produktion sehr lebendig wirken.

Der positive Eindruck setzt sich auch auf dem Cover fort, das natürlich auch den titelgebenden Leuchtturm zum Inhalt hat. Einsam leuchtet er auf seiner Klippe, ein Segelschiff durch die stürmische See lotsend, verhüllt in gedeckten gelbliche Sepiatöne. Im Inneren des kleinen Booklets sind die bereits bekannten Infos zu zwei der Hauptsprecher zu finden.

Fazit: Mir gefällt, wie diese Folge so ruhig, fast still beginnt und später richtig aufdreht. Wie dabei unterschiedliche Geschichten gemischt werden, wie alles zusammengemixt wird und daraus etwas ganz neues entsteht, ist auch hier wieder unterhaltsam und beeindruckend umgesetzt. Besonders der finale Kampf kann dabei überzeugen.

VÖ: 7.Oktober 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-67-8


Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 5. Das Geheimnis der Eissphinx



Erster Eindruck: Ein neues Abenteuer für den Weltenbummler

Gerade ist so etwas wie Ruhe in das Leben von Phileas Fogg eingetreten, da wird er von einem bekannten Autor auf die seltsamen Vorgänge am Südpol aufmerksam gemacht. Neugierig auf die Expedition macht er sich mit seiner Frau Aouda und seinem Diener Passepartout auf die Reise, doch es stellt sich als gar nicht so einfach heraus, mit einer Frau an Bord zu gehen. Und dann treffen sie auf einen alten Bekannten...

Es ist immer spannend zu verfolgen, wie sich eine noch recht frische Serie entwickelt, welche Wendungen sie schlägt, welche Ideen noch eingebracht werden. Bei „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ nach Motiven von Jules Verne ist dies in der fünften Folge besonders interessant, denn der erste Handlungsstrang um Erzfeind und Superschurke Robur wurde gerade erst abgeschlossen, nun muss ein neuer Ansatz gefunden werden, die Protagonisten auf eine neue Reise zu schicken – und das ist mit dem Auftritt einer äußerst real existierenden Person mit einem sehr gelungenen Dialog und einem spannenden Konstrukt sehr reizvoll gelungen. Auf dieses Intro baut sich dann eine wie gewohnt abenteuerliche Reise auf einem Segelschiff auf, dass auf dem Weg zum Polarmeer nicht alles glatt läuft, dürfte dabei wohl kaum überraschen. Dafür sorgen eher die vielen kreativen Einfälle, wie die Rückkehr einer bereits aus der Serie bekannten Figur, deren Geschichte mit weiteren Facetten fortgesetzt wird oder der Einfluss des faszinierenden Magnetismus auf diese Episode. Auch der Schachzug, Phileas und Aouda zu trennen und so zwei unterschiedliche Handlungsstränge zu verfolgen, ist passend eingebaut und sorgt für mehr Dynamik. Es wird gefährlich, es wird dramatisch, es wird spannend, es bleibt bei einem offenen Ende, und genau das ist es doch, was man von dieser Serie erwartet. Dass dabei erst ein bisschen Aufbauarbeit nötig ist und noch nicht ganz das Tempo der Vorgänger erreicht wird, stört dabei nur marginal.

Jürgen Kluckert ist als Len Guy zu hören und passt mit seiner prägnanten Stimme sehr gut in die Handlung, sorgt für eingängige Momente und kann einen glaubhaften Charakter formen. Auch Peter Lontzek ist als Andre Vasling eine gute Wahl, mit viel Energie und gekonntem Feinschliff kann er einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Uve Teschner ist der geheimnisvolle Mann in der ersten Szene, er sorgt für einen gekonnten Ausdruck und bringt eine hübsch mysteriöse Stimmung in die Handlung mit ein. Weitere Sprecher sind Jan-David Rönfeldt, Patrick Bach und Jaron Löwenberg.

Die Atmosphäre dieser Folge orientiert sich zwar an den vorigen Episoden und ist reichhaltig und eingängig, geht aber sehr gekonnt auf die Atmosphäre dieser Geschichte ein und sorgt für ein wahrhaft eisiges Flair. Dafür sorgt neben der orchestralen Musik besonders die vielfältige Geräuschkulisse, die auch mal etwas wuchtiger ausfällt und so sehr prägnant die einzelnen Szenen unterstützt.

Auch das Cover strahlt viel abenteuerliches Flair aus und ist wie immer sehr gekonnt in Szene gesetzt. Als Motiv wurde das Segelschiff gewählt, das über weite Teile der Handlung der Schauplatz ist. In düsteren Farben auf der stürmischen See kommt es sehr gut zur Geltung und fängt die Atmosphäre der Folge gekonnt ein. Im kleinen Booklet sind einige Infos zu den Sprechern zu finden.

Fazit: Von dem starken Intro über den abwechslungsreichen Verlauf bis zum intensiven Ende – diese Folge der Serie setzt die Segel für einen neuen Handlungsstrang und kann trotz bekannter Motive eine ganz andere Stimmung als die Vorgänger erzeugen. Auch das Auftauchen bekannter Personen ist für den Verlauf der Serie sehr gelungen.

VÖ: 12.August 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-66-1


Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 4. Der Elefant aus Stahl



Erster Eindruck: Es spitzt sich zu...

Nur knapp der letzten Auseinandersetzung mit Robur entkommen stürzen sich Phileas Fogg, seine Frau Aouda und ihr Diener Passepartout in ein neues Abenteuer, das sie tief in den indischen Urwald führen wird. Denn dort wurde ein mechanischer Elefant gebaut, der sie durch das Dickicht transportieren kann. Und dort stoßen sie auf Geheimnisse – und alte Bekannte...

Auch wenn sich die Autoren von „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ eng an den Vorlagen von Jules Verne orientieren, sind dennoch ganz eigene Geschichten mit eigenen Dramaturgien entstanden. Und so ist in der vierten Folge die Idee von Jules Verne entliehen, der einen mechanischen Elefanten aus Stahl erdacht hat, der als Dampfmaschine konstuiert wurde. Dieses Element findet sich schon früh in der Handlung und entführt den Hörer so schnell in diese phantastische Welt, doch fast genauso schnell wird auch die Rahmenhandlung der Serie fortgeführt, die mittlerweile deutlich komplexer ist als anfangs erwartet. So sollte man Vorkenntnisse aus den Vorgängerfolgen mitbringen, sonst wird man der rasant erzählten Handlung kaum folgen können. Durch ganz verschiedene Situationen mit unterschiedlichen Grundvoraussetzungen wird der Hörer geführt, lernt die Charaktere besser kennen, bekommt phantastische und spannende Momente präsentiert, und auch Figuren aus anderen Geschichten, die nicht von Verne stammen, tauchen wieder auf. Und es kommt zu einem großen Showdown zwischen Phileas Fogg und seinem Gegenspieler, der es in sich hat und ein Highlight innerhalb der bisherigen Serie ist – packend, dramatisch und hübsch ungewiss im Ausgang. Ich freue mich schon zu hören, wie sich die Handlung hiernach wieder neu sortieren wird. Umso mehr, wenn dies so lebendig und packend erzählt ist wie hier.

Annina Braunmiller ist wieder als Aouda mit dabei, sie kann hier noch neue Seiten von sich zeigen und ihren Charakter etwas Kämpferisches verleihen, das ihr sehr gut zu Gesicht steht und mehr Tiefe verleiht. Jürgen Thormann ist als Oberst Munro zu hören, der seinen kratzigen Charme auspackt und eine hörenswerte und energiegeladene Figur schafft. Tobias Lelle verfolgt als Nana Sahib wieder seine ganz eigenen Ziele und verleiht der Handlung düsteren Glanz. Weitere Sprecher sidn Dietmar Wunder, Till Hagen und Christian Brückner als Jules Verne.

Diese Folge ist noch eine Spur actiongeladener als ihre Vorgänger, was man auch der akustischen Umsetzung deutlich anmerkt. Sie ist noch eine Spur dramatischer, was sich nicht nur in der orchestralen und wuchtigen Musik, sondern auch in der oftmals die Szenerie bestimmenden Geräuschkulisse äußerst. Das ist alles sehr stimmig und dicht atmosphärisch zusammengestellt und unterstreicht die Handlung an den richtigen Stellen.

Wenn der Titel so prägnant ist und man sich die Figur so bildlich beschrieben ist, liegt es nahe, diese auch auf dem Cover zu präsentieren. Halb hinter Bäumen verborgen und von einem hellem Schein umgeben kommt dieser gut zur Geltung und vermittelt schnell die passende Atmosphäre. Im Inneren gibt es nicht nur die üblichen Produktionsangaben, sondern auch einen lesenswerten einleitenden Text der Autoren.

Fazit: Das Staffelfinale der Serie ist äußerst gut erzählt: Schnell eingeleitet, packend erzählt, dramatisch inszeniert und eine Klammer um den bisherigen Handlungsstrang schließend. Das gefällt mir sehr gut und steigert die Intensität der Rahmenhandlung noch einmal deutlich, überzieht die Szenerie aber auch nicht und setzt weiterhin phantasievolle Akzente.

VÖ: 22.April 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-65-4


Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 3. Krieg in den Wolken



Erster Eindruck: Aus dem Meer in den Himmel

Während sich Pileas Fogg und seine Freunde weiterhin Sorgen um die dunkle Bedrohungmachen, die vom geheimnisvollen Robur ausgeht, bekommt der Abenteurer eine Einladung eines alten Freundes, dem Ingenieur Philip Evans. Doch kaum in den vereinigten Staaten angekommen erhebt sich die Reisegruppe in ganz neue Höhen – und das nicht ganz freiwillig...

Wer die ersten beiden Folgen von „Die neuen Abenteuer von Phileas Fogg“ gehört hat, konnte sich schon etwas daran gewöhnen, dass hier Figuren und Elemente aus ganz unterschiedlichen Geschichten zusammengeführt und zu etwas Neuem komponiert werden, das immer den Atem von Jules Verne zu atmen scheint. Ähnlich geht es auch in „Krieg in den Wolken“ zu, dass das bestimmende Element vom Wasser in den ersten beiden Episoden hier zur Luft ändert – was leider auch mit einem Druckabfall gegenüber den Vorgänger einhergeht. Das Tempo wurde hier deutlich gedrosselt, und auch wenn der Antagonist Robur wieder seine Finger mit ihm Spiel hat und seine mysteriöse Ausstrahlung aufrecht erhält, kann auch die Spannung nicht ganz mithalten. Insgesamt gesehen ist dennoch eine sehr hörenswerte Produktion entstanden, die mit einigen packenden Szenen aufwarten kann und die Geschichte gekonnt weitererzählt und dabei insbesondere den roten Faden der Serie verfolgt. So werden mal Roburs Pläne in den Mittelpunkt gerückt, mal muss sich Phileas Fogg in einer gefährlichen Situation beweisen, sodass eine recht abwechslungsreiche Folge entstanden ist. Und ganz am Ende gibt es einen kleinen Ausblick auf die kommenden Ereignisse, in der das Mitwirken einer weiteren bekannten Romanfigur angekündigt wird.

Hartmut Neugebauer wurde für die Rolle des Robur ausgewählt und macht seine Sache ganz hervorragend. Immer mit einem unterschwelligen Anklang von Macht, gentlemanhaftem Auftreten und kraftvoller Intonierung gibt er einen sehr reizvollen Gegenspieler ab. Viktor Neumann ist in einer Nebenrolle als Philip Evans zu hören, mit seinem standfesten Klang und der glaubhaften Betonung kann er sich gut in dem abenteuerlichen Ambiente behaupten. Erzähler Christian Brückner, der als Jules Verne in Erscheinung tritt, gibt seiner einprägsamen Stimme einen ganz besonderen Klang, sodass er sofort die Aufmerksamkeit der Zuhörer sicher hat. Weitere Sprecher sind Holger Löwenberg, Norbert Langner und Dietmar Wunder.

Die Umsetzung der Geschichte ist wegen der ganz anderen Umgebung nicht ganz so düster geraten wie in den beiden Vorgängern, dafür wurde eine sehr lebendige und intensive Atmosphäre geschaffen. Durch den Einsatz zahlreicher passender Geräusche wirkt die Handlung sehr lebendig und greifbar, während die Musik einen opulenten und eindrucksvollen Klang vermittelt.

Wieder gefällt mir die Covergestaltung sehr gut. Das riesenhafte Luftschiff, das der Hauptschauplatz des Hörspiels ist, bricht darauf majestätisch durch die Wolken, was durch ein lebendiges Farbenspiel unterstützt werden. Und auch hier kommen wie in der Handlung auch leichte Steampunk-Elemente durch. Das Booklet ist wieder übersichtlich gestaltet und enthält neben den bereits bekannten Kurzbeschreibungen zweier Sprecher wieder einen kleinen einleitenden Text.

Fazit: Leider fällt diese Folge im direkten Vergleich zum Vorgänger wieder etwas ab, sie ist nicht ganz so intensiv erzählt, bringt aber den Handlungsstrang der Serie mit einigen sehr gut erzählten Offenbarungen voran. Wieder kommt dieses abenteuerliche Flair bestens zur Geltung, das die Serie ausmacht.

VÖ: 26.Februar 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-64-7


Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 2. Der Schatz von Atlantis



Erster Eindruck: Reise an den Meeresgrund

Nachdem das anfängliche Misstrauen der Reisegruppe um Phileas Fogg gegenüber dem geheimnisvollen Kapitän Nemo abgeklungen ist, steht dem Weltenbummler ein ganz spezielles Abenteuer bevor. Denn die beiden begeben sich mit besonderen U-Booten in die versunkene Stadt Atlantis, die viele versteckte Wunder offenbart. Doch die Rückkehr zur Nautilus birgt ebenso einige unangenehme Überraschungen...

Mit „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ hat Maritim eine sehr interessante neue Serie nach Motiven von Jules Verne im Programm, deren erste Folge bereits die Lust auf mehr geweckt hat. Doch es blieben noch einige Fragezeichen offen, in welche Richtung sich die Serie entwickeln würde. Erste Antworten darauf gibt „Der Schatz von Atlantis“, das eine sehr interessante Geschichte erzählt, die sowohl für sich allein stehen kann als auch eine Rahmenhandlung, einen roten Faden auslegt. Der Start in die Handlung läuft etwas runder als in de vorigen Folge, da die Charaktere schon bekannt sind und nahtlos an die vorige Folge angeschlossen wird. Dennoch vergeht einige Zeit bis zur Erkundung des untergegangenen Atlantis, und hier wird eine sehr abenteuerliche Atmosphäre geschaffen, die durch zahlreiche interessante Elemente und einen spannenden Verlauf überzeugt. Später schlägt die Folge dann noch einmal eine ganz andere Richtung ein, die von gänzlich veränderten Umständen auf der Nautilus berichtet. Das ist ebenso packend, aber düsterer, bedrückender, weniger actionbetont. Dabei kommen die Charaktere und die besondere Situation noch besser zur Geltung, zumal hier immer mehr häppchenweise von den Hintergründen der Serie offenbart werden. Äußerst gut gefällt mir dabei das Auftauchen einer weiteren mystischen Gestalt, die nicht aus dem Schaffen von Jules Verne stammt, aber seine dunkle Faszination auch hier bestens einbringen kann. Ich mag diese experimentelle Mischung sehr gern, zumal der Ausblick auf die Serienhandlung äußerst reizvoll ist.

Klaus Dieter Klebsch ist wie bereits im Vorgänger als Kapitän Nemo zu hören, voller Leidenschaft intoniert er mit seinem einzigartigen Klang die Figur, die dadurch einen sehr starken Umriss bekommt. Marius Clarén ist als Passepartou zu hören, der treue Diener von Phileas Fogg bekommt durch seinen sehr soliden Auftritt eine ebenso interessanten wie glaubhaften Ausdruck. Sehr überzeugt hat mich Holger Löwenberg, der mit viel Energie und seiner sehr wandlungsfähigen Stimme viel Aufmerksamkeit auf seine ungewöhnliche Figur lenken kann. Weitere Sprecher sind Lutz Schnell, Manfred Lehmann und Michael Pan.

Die Klangkulisse, die für dieses Hörspiel geschaffen wurde, ist sehr vielfältig und passt sich genau an die jeweilige Szene an. So entsteht eine sehr dichte und spannende Atmosphäre, die insbesondere von zahlreichen glaubhaften und gut eingefügten Hintergrundgeräuschen geprägt wird. Doch auch die eingesetzte Musik ist packend und unterstützt die Spannung der Geschichte.

Nicht minder detailliert und aufwändig ist das Cover zu dieser Folge gelungen, das die unterseeische Reise der Nautilus zeigt. Neben Fischschwärmen und natürlichen Riffs sind auch Teile des untergegangenen Atlantis zu sehen, was eine mystische und erhabene Ausstrahlung erzeugt. Im kleinen Booklet ist wieder ein Vorwort der Autoren zu lesen, auch werden zwei der Sprecher samt Foto vorgestellt.

Fazit: Die Handlung ist hier fast zweigeteilt, neben der Erkundung von Atlantis stehen Phileas Fogg und seine Freunde auch ganz anderen Gefahren gegenüber. Ein kleiner mythologischer Einschlag, einige Actionsequenzen, eine Intrige und der Ausblick auf den roten Faden der Serie machen diese Folge so reizvoll und hörenswert, da die Handlung zudem sehr flüssig und kurzweilig geraten ist.

VÖ: 11.Dezember 2015
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-62-3


Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg - 1. Entführung auf hoher See



Erster Eindruck: Bekanntes in neuem Gewand

Erst vor kurzem ist Phileas Fogg von seiner 80-tägigen Reise um die Welt zurückgekehrt, da erwartet ihn auch schon ein weiteres Unternehmen. Als er erfährt, dass der Meeresforscher Professor Arronax bei einer seiner Expeditionen verschwunden ist, macht er sich gemeinsam mit seiner Frau Aouda und seinem Diener Passepartou auf die Suche nach ihm – der Start in ein unglaubliches Abenteuer...

Lange Zeit war es still um Maritim, doch nun hat das traditionsreiche Label eine neue Serie an den Start gebracht, die sich an den Werken von Jules Verne orientiert und Motive dessen Motive zu etwas Neuem kombiniert. Der Auftakt zur Serie „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ ist mit „Entführung auf hoher See“ schon einmal recht gut gelungen, wobei der bekannte Autor selbst als Erzähler fungiert und den Hörer an die Geschichte heranführt. Anfangs noch etwas behäbig, um die Charaktere und die Grundsituation vorzustellen, nimmt die Handlung ab etwa der Hälfte deutlich an Fahrt auf und entführt die Protagonisten in eine unheimliche und düstere Unterwasserwelt, was stimmungsvoll und eingängig gelungen ist. Der abenteuerliche Charakter der Vorlagen weht ebenso durch diese erste Folge wie die Science Fiction-Anleihen, die dem ganzen einen futuristischen Anklang geben. Und neben den sehr akuten Bedrohungen dieser Folge, die Lesern den Autors bekannt vorkommen dürfte, wird auch gleich der rote Faden für den Fortlauf der Serie gelegt. Querbezüge zu anderen Werken sind dabei sehr gut eingebaut und erhöhen den Reiz des Hörspiels.

Sascha Draeger konnte für die Hauptrolle des Phileas Fogg gewonnen werden, den er sehr souverän umsetzt. Er verleiht ihm genügend Ausdruckskraft, um die Handlung zu tragen, kann sich aber auch zurücknehmen und andere Charaktere oder die Situation selbst wirken zu lassen. Annina Braunmiller ist als seine Gattin Aouda zu hören, ihre sanfte Stimme bildet einen reizvollen Kontrast zum eher raubeinigen Phileas, auch sie klingt authentisch und passt sich gut der Atmosphäre an. Christian Brückner richtet das Wort als Jules Verne auch mal direkt an den Zuhörer, seine Passagen gestaltet er lebendig und kurzweilig. Weitere Sprecher sind Manfred Lehmann, Marius Claren und Klaus Dieter Klebsch.

Die Soundkulisse, die hier geboten wird, ist reichhaltig und setzt die unterschiedlichen Stimmungen gekonnt um. Dies wird vor allem durch den Einsatz verschiedener Soundeffekte und Hintergrundgeräuschen erzeugt, die sich sehr stimmig zusammenfügen. Aber auch die eingesetzte Musik kann mit ihren volltönenden Klängen für aufregende Szenenwechsel sorgen.

Auch das Cover mutet fantastisch und surrealistisch an, wobei durch das Motiv mit dem Riesenkraken, der in einer blau-grünlichen Unterwasserwelt ein U-Boot angreift, für meinen Geschmack zu viel von der Handlung verraten wird. Im Inneren gibt es neben den üblichen Produktionsinformationen einen einleitenden Text der Autoren sowie Fotos und eine kurze Biographie zweier Sprecher.

Fazit: Schön, dass es der bekannte Autor zu einer eigenen Serie gebracht hat, zumal die Kombination verschiedener Elemente seiner Werke hier sehr geglückt ist und die Stimmung gekonnt einfängt. Starke Charaktere und prägnante Szenen bestimmen in der zweiten Hälfte das Bild des Hörspiels, während der Anfang mehr Schwung vertragen hätte. Ein Auftakt, der Lust auf mehr macht!

VÖ: 6.November 2015
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-61-6