Pink Pirates – 2. und die verliebte Meerjungfrau

Pink Pirates – 1. und der Prinzenkuchen


Pink Pirates – 2. und die verliebte Meerjungfrau



Erster Eindruck: Auf der Suche nach dem Geliebten

Die drei Piratinnen Lila, Lotta und Lulu segeln gerade wieder einmal über die Weltmeere, als sie an einem Strand ein merkwürdiges Geräusch hören. Dort entdecken sie eine traurige Meerjungfrau, die wegen ihres Geliebten heftig weinen muss. Denn ihr Alfred ist einfach von ihr weggesegelt. Klar, dass die Schwestern helfen wollen, und so machen sie sich auf die Suche nach dem Schiff von Alfred…

Nach der Buchserie von Sylvia Englert entsteht gerade eine Hörspielreihe über die drei weiblichen Piraten Lila, Lotta und Lulu, zum Start sind gleich zwei Folgen erschienen. Nach dem gelungenen Start mit dem Prinzenkuchen wird recht zu Beginn der zweiten Episode gleich ein fantastisches Element eingebracht – und diese dürfte die Zielgruppe der jungen Mädchen besonders begeistern: Eine Meerjungfrau ist der Ausgangspunkt für eine ziemlich turbulente und manchmal recht gruselige Geschichte, die wirklich Spaß macht. Denn nach dem Treffen mit der traurigen Nixe, die wirklich gut dargestellt wird, geht eine Reise über die Meere auf der Suche nach Alfred los, und hier kommt ein weiteres gelungenes Element mit hinein: Geister, die sich jedoch mehr als traurig denn als bösartig herausstellen. Die sich anschließenden Prüfungen, um Alfred von einem Fluch zu befreien, sind das Highlight dieser Folge und sehr spannend und witzig gelungen. Gut gefällt, dass hier ein sehr gelungener Mix gefunden wurde. Zwar werden viele „Mädchenthemen“ aufgegriffen, dennoch ist dieses Hörspiel eben nicht zuckersüß oder kitschig. Vielmehr sind die Piratinnen auch mal wild und voller Emotionen, bringen Themen wie Hilfsbereitschaft und Freundschaft mit ein. Die kurze Laufzeit von etwa 35 Minuten ist perfekt ausbalanciert, die einzelnen Themen gehen nicht unter, trotzdem wird die Aufmerksamkeitsspanne junger Zuhörer (m/w) nicht ausgereizt. Eine gelungene Produktion, die auch mir viel Spaß bereitet hat.

Die Sprecher wurden gut ausgewählt, besonders die drei Schwestern spielen gut miteinander und bilden ein gekonntes Trio. Dazu gehört auch Alina Degener als Lulu, das schüchterne Mädchen wirkt durch sie farbenfroh und facettenreich. Tanja Dohse spricht hier die Meerjungfrau, ihre klagende Stimme und das extrovertierte Verhalten schaffen eine sehr interessante und liebenswerte Figur. Als Erzähler ist – wie auch schon in der vorigen Folge – Thomas Karallus zu hören, der erfahrene Sprecher greift auch hier auf seine jahrelange Erfahrung zurück. Weitere Sprecher sind hier Patrick Bach, Dagmar Dreke und Mia Diekow.

Zum Start des Hörspiels wird ein schmissiges und witziges Titellied eingespielt, das ziemlich schnell zum Ohrwurm in einigen Kinderzimmern werden dürfte – zumal es auch am Ende zu hören ist und man schnell den Text mitsingen kann. Auch während der Handlung werden kleine Melodien eingebaut, meistens sind es jedoch die vielfältigen Geräusche, die hier eine passende Atmosphäre schaffen.

Die Gestaltung des hübschen Digipacks ist sehr gut gelungen, viele Zeichnungen aus der Buchvorlage wurden hier verwendet und sind großformatig verwendet worden. Auf dem Titelbild sprechen Lila, Lotta und Lulu gerade mit der Nixe, alle vier Charaktere sind mit viel Charme gezeichnet worden. Auch der vielfältige und detailreiche Hintergrund ist sehr gelungen. Im Inneren ist eine weitere Szene zu sehen, und zwar das große Happy End samt filmreifen Kuss – sehr niedlich.

Fazit: Auch die zweite Folge der Serie kann mit dem gelungenen Konzept und dem kurzweiligen Verlauf überzeugen. Die liebevolle Darstellung der Charaktere, besonders der Meerjungfrau, ist sehr gelungen und Kernstück dieses Hörspiels. Die verschiedenen Prüfungen und die fantastischen Elemente bringen Würze mit hinein.

VÖ: 9.August 2013
Label: Silberfisch
Bestellnummer: 978-3-86742-708-1


Pink Pirates – 1. und der Prinzenkuchen



Erster Eindruck: Lieblingsfarbe? Natürlich Rosa

Lila, Lotta und Lulu sind zwar Schwestern, aber sehr unterschiedlich. Die mutige Lila, die fröhliche Lotta und die schüchterne Lulu sind als Piratinnen auf dem Meer unterwegs und helfen den Schifffahrern, wo sie nur können. Eines Tages treffen sie auf das Schiff von Prinz Divo, der seiner Mannschaft nichts von seinem Geburtstagskuchen abgegeben hat – und nun streiken die Seemänner. Doch Lulu hat eine fantastische Idee…

Piraten sind seit einigen Jahren wieder voll im Trend und werden von Kindern heißt geliebt. Doch die meisten Produktionen richten sich dabei an Jungs. Nun hat Silberfisch diesen Missstand aufgegriffen und „Pink Pirates“ geschaffen, eine Hörspielserie eigens für Mädchen entwickelt – allerdings werden hier auch einige Jungen gern zuhören. Die erste Folge wurde „Pink Pirates und der Prinzenkuchen“ getauft. Zu Anfang werden die drei Piratinnen vorgestellt, jede bekommt recht plakativ ihre hervorstechendste Eigenschaft verpasst. Das hilft besonders den jüngeren Zuhörerinnen, die Charaktere richtig einzuordnen. Danach wird kurz das Leben der drei Mädchen dargestellt, was gut gelungen ist. Die Freiheit der drei und deren witzige, unkomplizierte Art kommen gut herüber. Die eigentliche Handlung beginnt mit der wegen eines Geburtstagskuchens meuternden Mannschaft, führt über ein Versöhnungsgespräch bis hin zu eine wilden Schlacht mit einer wilden Piratenhorde. Das ist flüssig und kurzweilig erzählt und dauert etwa eine halbe Stunde – genau die richtige Zeit für Mädchen im frühen Grundschulalter. Am Ende wird noch ein kleines Geräuschquiz von Lila, Lotta und Lulu präsentiert.

Die Stimmen sind aus anderen momentan populären Hörspielserien bekannt und wurden passend zu den Charakteren ausgewählt. Als Lila ist Mia Diekow zu hören, die das mutige Mädchen mit viel Elan und Lebensfreude sprechen kann. Gut gefällt aber auch ihr nachdenklicher, fast schon emotionale Moment am Ende der Handlung. Linda Fölster spricht mit Witz und Spannung die fröhliche Lotta, sie arbeitet zudem sehr gut mit ihren beiden Kolleginnen zusammen. Jannik Endemann spricht in dieser Folge den Prinzen Divo, von der anfangs überheblichen und arroganten Art löst er sich immer mehr und wirkt am Ende sehr nett. Weitere Sprecher sind Alina Degener, Wolf Frass und Ingo Mess.

Kindgerecht werden hier Geräusche und Musik eingebaut, sodass alles stimmig untermalt wird, aber nicht von der Geschichte ablenkt. Am Anfang sowie am Ende erklingt ein witziger Piratensong, der schnell im Ohr bleibt und nach einigen Durchgängen zum Mitsingen einlädt. Eine vielfältige Geräuschkulisse malt die einzelnen Szenen bunter, besonders die Wellengeräusche sind prägnant und oft zu hören.

Das bunte Piratenschiff – natürlich mit knallrosa Segeln – steht im Mittelpunkt des Covers zur ersten Folge. Viele kleine Details zieren dieses Motiv, und natürlich sind auch die drei Piratinnen hierauf zu sehen. Im Hintergrund segeln auf dem weiten, blauen Meer zwei weitere Schiffe, das von Prinz Divo sowie das Schiff vom kahlen Kai. Das hübsche Digipack ist aus ansehnlicher Pappe und innen mit kleinen Zeichnungen von Lila, Lotta und Lulu verziert.

Fazit: Besonders die jungen weiblichen Zuhörerinnen werden an dieser witzigen Geschichte ihren Spaß haben, die von einem kurzweiligen Verlauf und vielen spaßigen Szenen geprägt ist. Schon auch die sanfte Moral, die zeigt, dass man sich auch ohne Gewalt gut verstehen kann – wenn man denn miteinander redet. Eine gelungene erste Folge, die durchaus Lust auf mehr macht.

VÖ: 9.August 2013
Label: Silberfisch
Bestellnummer: 978-3-86742-707-4