Die Olchis –24. und der Geist der blauen Berge



Erster Eindruck: Ein Ausflug in die Berge

In den Bergen von Schmuddelfingen laden Touristen haufenweise Müll ab, die schöne Natur wird vollkommen verdreckt. Da fragt der Bürgermeister der Stadt die Olchis, ob diese nicht den ganzen Müll wegfressen könnten. Natürlich sind die grünen Wesen völlig begeistert und machen sich auf den Weg. Doch angekommen stellen sie fest, dass alles blitzblank ist – und begegnen einem merkwürdigen Verwandten…

Ein neues Abenteuer der grünhäutigen Olchis mit den Knollennasen steht an, wie immer in der für Kinder sehr angenehmen Länge von einer guten halben Stunde. Anfangs ist eine kleine Szene aus dem alltäglichen Leben der Olchis zu hören, die gut auf die kommende Handlung einstimmt und witzig geraten ist. Dann geht es aber auch schon zügig mit der eigentlichen Handlung los, wobei der Anruf des Bürgermeisters, der für die kleinen Zuhörer wohl eher uninteressant sein dürfte, glücklicherweise recht kurz gehalten ist. So kann schnell mit dem Ausflug gestartet werden, und dieser entwickelt sich anders als vorher gedacht. Mit der Begegnung mit dem fremden Olchi, der in den Bergen wohnt und einen Ordnungsfimmel hat, wird Toleranz gelehrt und gezeigt, dass Andersartigkeit erst einmal nichts Schlechtes bedeuten muss. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Olchis ja schon ziemlich unangepasst sind und sich von vielen Normen der Menschen distanzieren, ist dies ein sehr eine sehr interessante Idee. „Die Olchis und der Geist der blauen Berge“ ist ein kurzweiliges und lustiges Hörspiel, das auch mithörenden Eltern unterhalten kann.

Wolf Frass ist Erzähler der Geschichte und kann mit seiner freundlichen und warmherzigen Stimme seine Passagen kindgerecht und unterhaltsam gestalten. Stephanie Kirchberger spricht das Olchi-Mädchen mit ihrer typisch hellen und klaren Stimme, der man die Lebensfreude ihrer Figur locker abnimmt, auch das niedliche Olchi-Baby wird von ihr gesprochen. Auch Dagmar Dreke ist in gleich zwei Rollen zu hören, sowohl die Olchi-Mama als auch die Olchi-Oma kann sie einnehmend und liebenswürdig erscheinen lassen. Weitere Sprecher dieser Folge sind Jens Wendland, Robin Brosch und Robert Missler.

Jeweils am Anfang und am Ende ist das Olchi-Lied zu hören, das mit seiner flotten Melodie und dem witzigen Text viel Freude auf das kommende Hörspiel weckt. Dabei ist es nicht zu lang geraten, sodass keine Gefahr besteht, dass es zu nervig wird. Die Handlung an sich ist für ein Kinderhörspiel angemessen umgesetzt worden, Musik und Geräusche lenken hier nicht zu sehr von den Dialogen ab.

Klar, dass auf dem Cover die Olchis zu sehen sind. Gemeinsam stehen Olchi-Papa sowie seine beiden Kinder in den Bergen, von Fliegen umschwirrt und in bunten Klamotten. Vorne ist noch das Gespenst zu sehen, das verstohlen jede Menge Müll beiseiteschafft. Das Bild ist in witzigem und kindgerechten Comic-Stil gehalten, während das Innere eine Trackliste und Kurzinfos und Fotos einiger Sprecher enthält.

Fazit: Die herrlich chaotischen und unordentlichen Olchis in einer Geschichte, die Toleranz lehrt und witzig und kurzweilig geraten ist.

VÖ: April 2013
Label: Oetinger Audio
Bestellnummer: 978-3-8373-0620-0