Mord in Serie – 28. Kaltblütig

Mord in Serie – 27. Im Netz der Spinne -2-

Mord in Serie – 26. Im Netz der Spinne -1-

Mord in Serie – 25. Todesjagd – Freelancer 2.0

Mord in Serie – 24. Labyrinth

Mord in Serie – 23. In tödlicher Tiefe

Mord in Serie – 22. Safe House

Mord in Serie - 21. Im Visier der Rache

Mord in Serie – 20. Gekauftes Glück

Mord in Serie – 19. Countdown – Gegen die Zeit

Mord in Serie – 18. Krypta – Tödliches Geheimnis

Mord in Serie – 17. Terror hinter Gittern

Mord in Serie – 16. Tod über den Wolken

Mord in Serie – 15. Todesangst – Urban Explorerz

Mord in Serie – 14. Eingemauert

Mord in Serie – 13. Was sich liebt, das killt sich

Mord in Serie – 12. Gier

Mord in Serie – 11. Bei Anruf Angst

Mord in Serie – 10. Atemlos

Mord in Serie – 9. Fair Play – Tödliches Rennen

Mord in Serie – 8. Doragon – Brut des Drachen

Mord in Serie – 7. Das Netzwerk

Mord in Serie – 6. Kalter Tod

Mord in Serie – 5. Todgeweiht – Die Lazarus-Verschwörung

Mord in Serie – 4. Feuerengel

Mord in Serie – 3. Die schwarzen Witwen

Mord in Serie – 2. Wolfsnacht

Mord in Serie – 1. Das 12. Opfer


Mord in Serie – 28. Kaltblütig



Erster Eindruck: Mörderisches vom Campingplatz

Psychologin Paula Schellenberg hat sich auf traumatisierte Opfer von Verbrechen spezialisiert und wird deswegen zu einem schrecklichen Fall herangezogen: Auf einem Campingplatz wurde eine ganze Familie grausam abgeschlachtet, nur die Tochter Luise Kunhard hat das Massaker überlebt. Doch die Mittzwanzigerin kann sich kaum noch an die Ereignisse der Nacht erinnern...

Zunächst eine Idylle, die dann empfindlich durch ein Verbrechen gestört wird – ein beliebtes Motiv für einen Krimi, den auch die 28. Folge von Mord in Serie aufgegriffen hat. Die anfängliche Szenen auf dem Campingplatz mit der später ermordeten Familie mag zwar etwas klischeebeladen sein, stimmt aber gut auf das Folgende ein. Der Hörer bekommt von der Tat selbst erst einmal recht wenig mit und hat so keinen Wissensvorsprung vor Luise, bevor es aber so richtig los geht wird erst einmal Paula Schellenberg und der polizeiliche Ermittler Gerhard Bausch vorgestellt, die gemeinsam an dem Fall arbeiten. Das ist stimmig und unterhaltsam gelungen und bringt einen humorigen Schlagabtausch der beiden. Die Geschichte verläuft danach recht gradlinig und legt nur wenige Finten für den Hörer aus, ist aber zunächst gar nicht so leicht zu durchschauen. Die traumatisierte Luise als einzige Zeugin ist gut in Szene gesetzt, doch gerade als der Hörer eine Ahnung davon bekommt, wie die Auflösung sein könnte, offenbaren die Autoren dann auch alles – doch es geht nicht minder spannend weiter. Denn in einigen actiongeladenen Szenen stellen die Täter noch eine große Bedrohung dar. Hübsch ist dann auch das Finale, das eben kein Happy End darstellt, sondern einen interessanten Kniff mit einigen zynischen Kommentaren bietet.

Ulrike Stürzbecher ist in der Rolle der Paula Schelenberg zu hören, sie verleiht der Psychologin eine ganz eigene Note und stellt sie schon in ihren ersten Szenen als durchsetzungsstarke und gestandene Frau dar, passt sich aber immer wieder der vorherrschenden Stimmung an. Luise Kunhardt wird von Gabrielle Pietermann gesprochen, die Zerbrechlichkeit der jungen Frau kommt dabei gut zur Geltung, während der Entwicklung der Handlung ist sie immer sehr präsent und setzt die verschiedenen Szenen gekonnt um. Bodo Wolf hat mir als Gerhard Bausch ebenfalls gut gefallen, er setzt die dramatischeren Szenen sehr druckvoll um. Weitere Sprecher sind Rainer Fritzsche, Sven Plate und Torsten Sense.

Die akustische Umsetzung der Handlung ist solide, wobei der Spannungsbogen der mit verschiedenen Mitteln nachgezeichnet wird. Insbesondere die Musik passt sich dabei immer der aktuellen Situation an und sorgt für eine gute atmosphärische Gestaltung. Natürlich dürfen auch Geräusche nicht fehlen, sie lassen die Szenen insgesamt lebendiger wirken.

Eine junge Frau ist in einer düsteren Szenerie auf dem Cover zu sehen, der nackte Oberkörper liegt zum großen Teil im Dunkeln, die Hand ist wie an eine nasse Glasscheibe gepresst. Im Hintergrund sorgen einige Blutspuren für die richtige Stimmung. Das Innere enthält keine weiteren Extras, die Mitwirkenden sind aber übersichtlich aufgelistet.

Fazit: Eine spannende Folge mit einigen psychologischen Einschlägen, die nach und nach eine schockierende Szenerie zeichnet. Gut auch, dass die Auflösung nicht künstlich in die Länge gezogen ist, sondern die Handlung zweigeteilt ist und hinterher noch einige actionreiche Szenen präsentiert.

VÖ: 16. Juni 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-82-6


Mord in Serie – 27. Im Netz der Spinne -2-



Erster Eindruck: Etwas langsamer als der Vorgänger...

Luisa war nur ein kleines Zahnrädchen im großen Getriebe der Cyberkriminalität, und dessen Hintermänner haben die junge Frau gemeinsam mit der Ermittlerin Marina Forster beseitigt. Und so spinnen sie ihr Netz weiter und versuchen so, die Geschicke der Weltpolitik weiter zu beeinflussen. Doch schon bald stellt sich die Frage, wer hier eigentlich wen einspinnt...

Mit „Im Netz der Spinne“ legt Contendo Media zum ersten Mal einen Zweiteiler in der Geschichte von „Mord in Serie“ vor. Und während der erste Teil noch ziemlich rasant war, verliert die zweite Episode etwas an Fahrt und kann den uneingeschränkt positiven Eindruck des Vorgängers nicht ganz mithalten. Doch dafür werden wieder ganz neue Reize geboten, weswegen man sich weiter von der Geschichte um Luisa entfernt und die Hintergründe aufdeckt. Hier hat Autor Markus Topf einige brisante Ideen aufgegriffen, die wegen des brandaktuellen Themas und der vielen, durchaus vorstellbaren Vorgänge innerhalb von Politik und Wirtschaft einiges an Sprengstoff besitzen und damit in die Richtung einer Verschwörungstheorie gehen. Und so wird eine abwechslungsreiche und spannende Folge geboten, die aber eben nicht gaz so knackig und rasant ist wie der erste Teil – jedenfalls bis zum Finale, denn hier wird auf einen sehr gelungenen Kniff zurückgegriffen, der mich wirklich überzeugt hat. Dort erscheint dann alles noch einmal in einem anderen Licht, sodass Folge 27 der Serie einen insgesamt sehr positiven Eindruck hinterlässt.

Lutz Mackensy versteht es auch hier, seiner Stimme einen ganz speziellen Klang zu verleihen und der freundlichen Grundausstrahlung einen leise bedrohlichen Unterton hinzuzufügen, ich schätze seine Arbeit hier sehr. Tobias Schmidt spricht hier intensiv und betont, sodass er einen eigenständigen und präsenten Charakter schafft, der im Gedächtnis haften beibt. Auch Holger Löwenberg schafft es, die passenden Emotionen bei dem Zuhörer zu wecken. Weitere Sprecher sind Rüdiger Schulski, Otto Strecker und Melek Erenay.

Das Sounddesign dieser Folge ist wieder recht ausgeklügelt, insbesondere die Geräusche sind vielseitig eingefügt. Dabei übernehmen sie manchmal sogar die Rolle eines hier nicht vorkommenden Erzählers, indem sie einige Handlungen erklären oder andeuten. Die eingesetzte Musik ist rasant und kann so die Dramatik der Folge noch weiter steigern.

Die Idee des Covermotivs wurde aus der vorigen Folge übernommen, aber eigenständig variiert. So ist dieses al ein Totenkopf aus den binären Zahlencodes entstanden, der aus einer grünen Kapute den Betrachter direkt anzusehen scheint. So wird der Zusammenhang zwischen den beiden Folgen deutlich, ohne dass eine bloße Kopie im Einsatz ist.

Fazit: Das hohe Tempo und die Rasanz kann hier zwar nicht gehalten werden, dafür gibt es einige sehr interessante Gespräche, die auf Zusammenhänge in Politik und Wirtschaft abzielen, was gelungen und unterhaltsam aufbereitet wurde. Auch das Finale ist sehr gut inszeniert und punktet mit einer überraschenden Ausstrahlung.

VÖ: 17. März 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-56-7


Mord in Serie – 26. Im Netz der Spinne -1-



Erster Eindruck: Ein digital gewebtes Netz...

Auf der Heimfahrt spielt plötzlich die Technik im Auto eines zweilichtigen Lokalpolitikers verrückt, er verunglückt tödlich. Doch noch während der ersten Untersuchungen kommt zu einem weiteren Todesfall, bei dem ein Unweltaktivist in einem Aufzug ums Leben kommt. Marina Forster hat schnell den Verdacht, dass ein Hacker hinter den tödlichen Angriffen steckt...

Die Experimentierfreude lässt bei „Mord in Serie“ nicht nach, denn kurz nach einer Crossoverfolge gibt es mit „Im Netz der Spinne“ einen Zweiteiler zu hören, der mit Folge 26 der Reihe schon einmal sehr spannend anfängt. Zunächst ist es nicht ganz klar, in welche Richtung sind die Handlung entwickeln wird, denn die beiden Todesfälle scheinen erst einmal nicht viel miteinander zu tun zu haben. Und so umweht auch die ersten Ermittlungen der äußerst sympathischen Hauptfigur Marina Foster ein Hauch des Unbekannten, was der Folge sehr gut steht. Und auch der Kampf gegen einen Hacker, der aus dem Dunkeln agiert und nie wirklich zu fassen ist, ist sehr reizvoll in Szene gesetzt. Späte rklärt sich beides auf – Motiv und Identität – doch wer an dann einen Spannungsabfall vermutet liegt falsch. Denn einige trickreiche Wendungen sorgen für einen sehr kurzweiligen Verlauf und einen wahren Nervenkrieg, der die Bezeichnung Thriller wahrlich verdient hat. Nach dem packenden Finale gibt es dann noch einen kurzen Ausblick auf das Kommende, was die Neugier nur noch weiter schürt. Eine sehr starke Folge von Mord in Serie, die die Stärken der Reihe mit einem sehr interessanten Umfeld anreichert.

Ich habe mich sehr gefreut, Stephanie Kirchberger in der Rolle der Marina Foster zu hören, sie verleiht ihrer ausdrucksstarken Stimme einen engagierten Klang und schafft damit eine sehr gelungene Hauptfigur, die man gern durch die spannende Handlung begleitet. Tobias Schmidt ist als Götz Nuhr ebenfalls eine gute Wahl, auch er schafft einen einprägsamen Charakter. Luisa Wietzorek überzeugt mit einer für sie ungewohnten Rolle und verleiht ihrer hellen Stimme einen sehr interessanten Klang. Weitere Sprecher sind Lutz Mackensy, Jürgen Thormann und Katja Brügger.

Das Setting der Folge ist äußerst modern, und auch die eingesetzte Musik zieht da mit und präsentiert passend zum Thema elektronische Technomusik. Das bringt zudem ein gewisses Maß an Hektik mit, was den Wettlauf gegen die Zeit noch weiter unterstreicht. Die Geräusche sind wieder passgenau eingefügt und dürfen hier auch mal etwas lauter sein, besonders die Actionszenen wirken dadurch sehr lebendig.

Einen Menschen mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze auf dem Cover eines Hörspiel zu zeigen, ist wegen der dadurch aufkommenden geheimnisvollen Stimmung bereits oft eingesetzt worden. Für diese Folge variiert Contendo dies aber dadurch, dass das Gesicht aus binären Zahlenkolonnen dargestellt wird, und auch die Umgebung zeigt allerlei technisch wirkender Zeichen. Das ist ansprechend und passend zur Folge gelungen.

Fazit: Schnell wird hier eine eindringliche Stimmung aufgebaut, durch die spannende Handlung und die temporeiche Erzählweise kommen die positiven Aspekte der Serie sehr gut zum Tragen. Denn auch nach der Beantwortung einiger Fragen samt aktuellem Bezug zum Zeitgeschehen geht es nervenaufreibend weiter. Eine sehr starke Folge der Serie!

VÖ: 17. Februar 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-55-0


Mord in Serie – 25. Todesjagd – Freelancer 2.0



Erster Eindruck: Doppelfolge in zwei Serien

Sonja Bernhardt ist außer sich vor Sorge, da ihr Mann fast spurlos verschwunden ist. In ihrer Not heuert sie die drei Freelancer an, ehemaligen Spionen, die nun als Söldner arbeiten, um den dürftigen Hinweisen zu folgen. Tatsächlich stoßen Roland Voss, Julia Naumann und Marc Sprenger bald auf einen Menschenhändlerring, der keine Skrupel kennt und eine ganz spezielle Kundschaft bedient...

25 Folgen Mord in Serie – ein kleines Jubiläum, das zeitgleich auch die Audionarchie-Reihe „Mindnapping“ feiert. Und da beide Serien ein ähnliches Konzept haben, in sich abgeschlossene Geschichten zu erzählen, haben die befreundeten Macher Christoph Piasecki und Patrick Holtheuer beschlossen, das Jubiläum gemeinsam zu begehen und eine Geschichte gemeinsam zu erzählen. Den ersten Teil behandelt dabei „Todesjagd“, bei dem drei bereits bekannte Charaktere zurückkehren, es ist bereits der zweite Fall für die Freelancer in der Serie. Der Start ist dabei gewohnt stark und stimmungsvoll geraten, die titelgebende Todesjagd wird sehr dramatisch und fesseld dargestellt. Nach dieser recht langen Szene geht es dann abwechselnd mit den Freelancern und Florian Bernhard weiter, was dynamisch gelungen ist. Es geht hier nicht darum, ein großes Geheimnis zu ergründen, die meisten Parameter sind von Anfang an bekannt. Vielmehr wird die Spannung dadurch erzeugt, dass man den weiteren Verlauf nicht vorhersehen kann, dass die ständige Bedrohung über den Protagonisten schwebt, dass niemand sicher ist. Zudem ist das Thema sehr gut gewählt und bringt zahlreiche sehr reizvolle Momente mit ein. Die moralische Verwerflichkeit, die dabei dargestellt wird, übt eine dunkle Faszination aus und wurde sehr gut in Szene gesetzt. Die Folge kann auch für sich allein stehen, dann eben mit einem offenen Ende, das aber gut in die Reihe passen würde. Wer wissen will, die es weiter geht, kann bei „Todesspiel“ von Mindnapping mehr erfahren.

Ekkehard Belle spricht in dieser Folge Roland Voss, einen der Freelancer. Mit seinem markanten Klang kann er den Charakter sehr eingängig umsetzen, er drückt seinen Szenen gekonnt den richtigen Stempel auf. Lutz Riedel zeigt als Zoran Vukow wieder seine Vielseitigkeit und setzt die Figur sehr intensiv und mit einer starken Ausstrahlung um. Peter Lontzek ist als Florian Bernhard zu hören, den er ebenso professionell und ausdrucksstark spricht. Weiterhin zu hören sind Anke Reitzenstein, Gabrielle Pieterman und Swen Mai.

Akustisch wird von Contendo Media wieder eine sehr stimmige Leistung geboten, die sich besonders durch den sehr geschickten Einsatz von Musik auszeichnet. Diese ist sehr gut an die jeweilige Stimmung des Hörspiels angepasst und erzeugt zusätzliche Dramatik. Doch auch die Geräusche sind gut eingefügt und erzeugen eine passende Hintergrundkulisse für die Handlung.

Das rötlich gefärbte Cover zeigt einen riesigen Totenkopf, der unheilvoll über einem Mann schwebt. Dieser steht mit dem blutverschmierten Rücken zum Betrachter und hat eine Kapuze über den Kopf gezogen, in der Hand hält er eine Axt. Im Inneren darf ein Hinweis auf die Mindnapping-Folge natürlich nicht fehlen.

Fazit: Gleich zu Anfang wird eine düstere und bedrückende Szenerie aufgebaut, die sich bis zum Ende halten kann und so eine spannende Folge von Mord in Serie präsentiert. Die ständge Bedrohung greift dabei auch auf den Hörer über, der von der greuasigen Todesjagd gleichsam abgestoßen wie fasziniert ist.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-54-3


Mord in Serie – 24. Labyrinth



Erster Eindruck: Schrecken in unterirdischen Tunneln

Um seine in seinen Augen recht faulen Mitarbeiter zu neuen Höchstleistungen anzuspornen, hat der Architekt Klaus Bremer ein Survival-Wochenende bei einem erfahrenen Führer gebucht. Zwar brechen die unterschwelligen Konflikte schnell wieder hervor, doch diese werden durch einen Unfall jäh unterbrochen. Und so entdeckt die Reisegruppe den unterirdischen Eingang zu einem Tunnelsystem, in dem sie sich Rettung vor dem nahenden Unwetter versprechen – nicht ahnend, dass dort nur noch größerer Schrecken auf sie wartet...

Immer wieder neue Ansätze für in sich geschlossene Hörspiele zu finden, gelingt Autor Markus Topf für Mord in Serie immer wieder aufs Neue, kaum eine Folge, die einer anderen ähnelt. Und auch Nummer 24 mit dem Titel „Labyrinth“ geht in eine ganz andere Richtung, ist vom anfänglichen Aufbau aber schon fast klassisch: Die Konflikte innerhalb des Architektenbüros, die insbesondere durch den arroganten und launischen Chef ausgehen, werden gekonnt in Szene gesetzt, sodass man jedes Mitglied der Gruppe und auch deren Führer gut kennenlernt. Der oben beschriebene Unfall ist dann der Wendepunkt der Handlung und führt die Charaktere sprichtwörtlich in das unterirdische Labyrinth, um das eigentliche Thema zu beginnen. Fast sofort wird der darin lauernde Schrecken offenbart, doch nur langsam klärt sich auf, was es mit den unterirdischen Stollen auf sich hat, was einen durchaus kreativen Ansatz bereit hält. Doch die Auflösung, was am Ende des Labyrinthes wartet, ist dann doch eine deutliche Schippe zu viel des Guten und wirkt leider eher unpassend in dieser Serie. Und wie es die Art der Serie ist, wird dann noch einmal einer draufgesetzt und in einer Abschlussszene noch eine weitere Wendung präsentiert, was leider noch unglaubwürdiger ist und zu viele Zufälle auf einmal präsentiert. Leider bleibt so ein eher gemischter Eindruck, denn die Szenen im Labyrinth sind wirklich gelungen und sind mit einer düsteren Stimmung versehen, leider kann die Auflösung da nicht mithalten.

Klaus Bremer wird von Jürgen Holdorf gesprochen, der mit seiner markanten Stimme den unsympathischen Architekten sehr treffend in Szene setzt und sowohl in der Eingansszenerie als auch später in den Tunneln eine sehr glaubwürdige Leistung abliefert. Anita Hopt hat mir in der Rolle der Praktikantin Yasmin Öszan sehr gut gefallen, ihre helle Stimme zeichnet den Spannungsbogen der Folge gekonnt nach und bringt die Gefühlslage der jungen Frau gut zur Geltung. Joachim Tennstedt bringt seine ganze Professionalität in seine Rolle mit ein und kann dabei einen sehr intensiven Eindruck hinterlassen. Weitere Sprecher sind Tobias Lelle, Christina Puciata und Andre Beyer.

Neben dem obligatorischen Abschlusssong, der dieses mal von Zoon Politicon stammt, ist natürlich auch wieder während der Handlung viel Musik im Einsatz, die die Stimmung der Serie gut einfängt. Besonders im Stollen wird unter Hinzunahme von zahlreichen Geräuschen eine sehr eingängige Stimmung aufgebaut, die sehr flüssig wirkt und so wieder das typische Feeling der Serie generiert.

Dass bei diesem Titel auf dem Cover ein Irrgarten gezeigt wird, dürfte kaum überraschen – mit der beschriebenen Szenerie aus der Handlung haben die hohen Wände mit dem hellen Lichteinfall aber nicht viel zu tun. Dennoch: Durch den ziemlich klein wirkenden Mann wirkt das schon ziemlich eindrucksvoll. Das kleine Booklet enthält die wichtigsten Informationen übersichtlich aufgebaut.

Fazit: „Labyrinth“ nimmt sich Zeit, die Charaktere vorzustellen, sodass man schnell eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. Der Mittelteil ist dann auch recht stark und schafft eine beklemmende, stetig bedrohliche Atmopshäre. Nur die Auflösung wirkt dann recht merkwürdig und kann nicht mehr so recht überzeugen.

VÖ: 4.November 2016
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-31-4


Mord in Serie – 23. In tödlicher Tiefe



Erster Eindruck: Ein Tauchgang voller Schrecken

Bei einem Urlaub in Florida trifft sich das deutsche Paar Till und Anna mit Tills Freund Jamie, der ein ziemlicher Aufschneider ist und sogleich ein Auge auf die hübsche Anna geworfen hat. Bei einem Ausflug mit einem Boot entdeckt Till auf dem Meeresgrund ein liegen gebliebenes U-Boot, das direkt das Interesse der drei geweckt hat – besonders als sich herausstellt, was an Bord des kleinen Unterseebootes gelagert ist...

„Mord in Serie“ hat sich längst zu einem Markenzeichen von Contendo Medie gemausert, die Thrillerreihe präsentiert jeweils in sich abgeschlossene Geschichten aus der Feder von Markus Topf, der sich immer wieder etwas Neues einfallen lässt. Und so geht es in der 23. Folge ins beschauliche Florida, Urlaubsstimmung kommt aber nur sehr kurz auf, lieber konzentriert sich die Handlung gleich auf den aufkommenden Kampf um Anna, den sich die beiden Herren sogleich abliefern. Dieser Konflikt bringt mehr Schwung in den ersten Teil, der ansonsten etwas vor sich hin plätschert - das Tempo ist hier eher gering – aber auch die restliche Handlung bekommt dadurch zusätzliche Würze. Und mit dem ersten Tauchgang der beiden Freunde kommt dann auch mehr Fahrt auf, unter Wasser läuft es alles andere als glatt, und auch an Bord bei der zurückgebliebenen Anna stellt sich neuer Ärger ein. Der Wechsel zwischen diesen beiden Handlungen sorgt für Dynamik, wobei auch die bedrohlichen Momente die Handlung spannend halten. Ab dann ist das Hörspiel auch richtig stark und kurzweilig, die stetige Gefahr und einige überraschende Wendungen sorgen für unterhaltsame Momente, die bis zum ungewöhnlichen Ende über kleinere Ungereimtheiten hinwegsehen lassen.

Pascal Finkenauer ist als Till zu hören, er klingt sehr sympathisch und kann die steigende Panik des jungen Mannes sehr gekonnt darstellen. Jan-David Rönfeldt hat mir so gut gefallen, weil er trotz seiner aufschneiderischen und egoistischen Art schafft, dass der Hörer mit ihm mitfiebert. Katharina von Keller ist als zickige Anna ebenfalls eine gute Wahl, da sie auch die unsicheren Momente der Urlauberin einfangen kann. Weitere Sprecher sind Wolf Frass, Robert Missler und Uve Teschner.

Akustisch wird eine sehr eingängige Atmosphäre geboten, die sich inbesondere aus einer glaubhaften und realistischen Geräuschkulisse ergibt. Die Szenen auf und unter dem Wasser sind dabei gut zu unterscheiden, sodass auch trotz fehlenden Erzählers die Handlung gut nachverfolgt werden kann. Musik spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle, doch auch diese ist stimmungsvoll eingebaut.

Dass Haie in der Handlung eine wichtige Rolle spielen, ist aufgrund des Covers keine große Überraschung für den Hörer, denn genau ein solcher ist groß darauf abgebildet. Gestaltet in kühlen Blautönen und mit zahlreichen Luftblasen wird die Stimmung des Hörspiels gut eingefangen. Die restliche Gestaltung ist bereits bekannt und enthält alle notwendingen Informationen sowie zahlreiche Produktwerbung für andere Produktionen des Labels.

Fazit: Auch wenn der Start etwas langsam ausgefallen ist, entsteht schnell eine dichte und bedrohliche Atmosphäre, die den Hörer bei Laune hält. Trotz der insgesamt etwas vorhersehbaren Handlung sind einige Überraschungen eingebaut, was durch die gut dargestellten Charaktere noch unterstützt wird.

VÖ: 16.September 2016
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-30-7


Mord in Serie – 22. Safe House



Erster Eindruck: Spannendes Verwirrspiel

Endlich wurde eine Kronzeugin gefunden, die gegen den Gangsterboss Broski aussagen soll. Doch es wird ein Maulwurf in den Reihen der Polizei vermutet, sodass nur die vertrauenswürdigsten Kriminalbeamten zum Schutz von Irina abgestellt werden. Doch statt in ein gut gesichertes Haus wird die junge Frau in einem heruntergekommenen Plattenbau in Halle-Neustadt bewacht, was für einige Schwierigkeiten sorgt...

Markus Topf hat sich für die 22. Folge der Thriller-Reihe „Mord in Serie“ von Contendo Media wieder eine trickreiche Geschichte ausgedacht, sodass erneut eine ganz andere Stimmung als in den bisherigen Folgen aufkommt. Dabei wird auf den Kampf zwischen einem Gangsterboss und der Polizei gesetzt, in einem wahren Katz- und Mausspiel versucht man sich dabei zu übertrumpfen und dem anderen immer einen Schritt vorraus zu sein. Dabei werden gleich mehrere Überraschungsmomente eingebaut, die oft unerwartet kommen und die Handlung am Laufen halten – zumindest, nachdem diese an Fahrt aufgenommen hat. Denn die ersten Minuten sind leider etwas zäh geraten, zu viele unbedeutende Szenen und Dialoge lassen den Start eher stockend wirken. Kern der Folge ist jedoch die Enttarhnung des Maulwurfes, und als Hörer kann man sich natürlich denken, dass es eine der Hauptfiguren sein muss. Dass immer neue falsche Fährten gelegt, der Verdacht mal auf den einen, mal auf den anderen gelenkt wird, ist sehr gelungen und macht die Folge sehr spannend, und das bis zum großen Finale. Nach Abschluss der Handlung folgt fast schon traditionsgemäß noch eine Mini-Szene, die dieses mal jedoch nicht allzu Aufsehen erregend gelungen ist – macht aber nichts, dafür ist der Hauptteil sehr stark erzählt

Robin Brosch ist als Matthias Euler zu hören, einer der Hauptfiguren in der Geschichte. Er spricht seine Rolle sehr dynamisch und treffend, er reagiert auf veränderte Umstände immer suverän und glaubwürdig. Jenny Böttcher ist als Irina zu hören, sie lässt ihre Stimme meist kühl und verbittert klingen, kann aber auch sanftere Töne anschlagen. Gut gefallen hat mir auch Jürgen Holdorf, dem man den skrupellosen Gangsterboss Broski sofort abnimmt. Weitere Sprecher snd Andre Beyer, Tim Knauer und Carla Becker.

Wieder ist dem Team und Regisseur Christoph Piasecki eine sehr stimmige Produktion gelungen, besonders der Einsatz der Musik konnte mich hier überzeugen. Denn diese drängt sich nie allzu sehr in den Vordergrund, sondern beeinflusst die Atmopshäre eher subtil durch leise, bedrohlich wirkende Melodien. Auch die Geräusche sind wieder treffsicher und glaubwürdig eingebaut.

Auch bei der Covergestaltung ist wieder ein überzeugender Weg gefunden, sich von anderen Produktionen abzuheben, indem man auf eine realistische Fotoaufnahme setzt. Ein ziemlich düster und kühl dreinblickender Mann in langem, schwarzen Ledermantel zielt mit seiner riesigen Schusswaffe auf den Boden. Lediglich die eingefügten Regentropfen wirken recht künstlich.

Fazit: Auch wenn der Start etwas holprig und zäh geraten ist – diese Folge lohnt sich! Denn in die Handlung sind immer wieder kleine Überraschungen und Wendungen eingebaut, die das Geschehen kurzweilig und aufregend halten. Besonders die Enttarnung des Maulwurfes ist dabei sehr stimmig gelungen.

VÖ: 3.Juni 2016
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-29-1


Mord in Serie - 21. Im Visier der Rache



Erster Eindruck: Aus der trügerischen Sicherheit gerissen...

Susanne Bender betreibt gemeinsam mit ihrem Mann im konservativen Texas eine Abtreibungsklinik und ist deswegen täglich den Anfeindungen einiger aufgebrachter Demonstranten ausgesetzt. Als sie an einem Freitag Nachmittag wie immer den örtlichen Markt besucht, erhält sie jedoch einen Anruf, der die bisherigen Drohungen in den Schatten stellt, denn der Mann beobachtet sie just in diesem Moment – und hält ein Scharfschützengewehr auf sie gerichtet...

Das Team von Contendo Media sorgt immer wieder für Experimente in der Thriller-Serie „Mord in Serie“, und auch die 21. Folge „Im Visier der Rache“ enthält ein ungewöhnliches Element: Die Geschichte wird in Echtzeit und ohne jeglichen Schnitt erzählt. Die so entstehende Ausstrahlung folgt einer ganz eigenen Dramatik und steigert den Reiz der Folge erheblich, wobei auch die Geschichte an sich punkten kann. Nach einer kurzen Vorstellung der Grundsituation erfolgt auch schon gleich der verhängnisvolle Anruf, von dem eine sehr präsente und unheimliche Bedrohung ausgeht. Es entsteht ein Psycho-Spiel zwischen Susanne und dem Täter, und es bleibt anfangs unklar, weswegen der Hass des Mannes auf die Ärztin so immens ist. Daraus entwickeln sich einige sehr prägnante Situationen, bis die Handlung umschwenkt und nach einer kurzen Begegnung eine andere Figur in den Mittelpunkt rückt – wohlgemerkt ebenfalls ohne Schnitt. Das ist sehr gut gelungen, zumal ganz am Ende, als eigentlich schon alles aufgeklärt scheint, noch eine weitere Überraschung auf den Hörer wartet.

Die Sprecher sorgen dafür, dass die ungewöhnliche Erzählweise so gut funktioniert und legen viel Engagement und Talent an den Tag. Kerstin Draeger ist als Susanne Bender zu hören und kann sehr gefühlsintensiv und glaubhaft die anfangs so starke Frau darstellen, die später durch den Psychoterror gebrochen wird. Ihr Tochter Emilia wird von Katrin Heß gesprochen, auch sie wirkt sehr authentisch und wirkt durchgängig sehr überzeugend. Richtig gut gefallen hat mir Thomas Balou Martin, der als unheimlicher und bedrohlicher Anrufer zu hören ist. Seine sehr intensive Sprechweise und die starke Präsenz lassen jede Silbe intensiv wirken. Weitere Sprecher sind Michael Bideller, Mark Bremer und Traudel Sperber.

Um den Effekt der Echtzeit zu unterstützen und die Glaubhaftigkeit zu steigern sind in die Handlung zahlreiche Geräusche eingebaut, die die jeweilige Szenerie unterstützen. Seien es ein Motorengeräusch, leise Hintergrundgespräche oder die wütende Demonstrantenmege, alles ist treffend und lebendig eingebaut. Musik spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, wobei natürlich wieder ein Bonus-Song nicht fehlen darf, der dieses mal von Sinestar stammt.

Das Gesicht eines Mannes mit finsterem, intensiven Gesichtsausdruck ist auf dem Cover zu sehen, auch das überraschte Gesicht einer jungen Frau samt Handy am Ohr ist eingebaut. Überdeckt wird beides durch die US-amerikanische Flagge, die auch auf dem Backcover zu sehen ist. Im beiliegenden Booklet lassen sich wieder einige Produkthinweise auf andere Hörspiele des Labels finden.

Fazit: Erneut gelingt es Autor Markus Topf, zu überraschen und eine spannende Geschichte durch das markante Element der Echtzeit noch zu verstärken. Sehr gut umgesetzt und mit hervorragenden Sprechern besetzt verzeiht man der Handlung schnell kleinere Stolpersteine. Ein sehr gelungenes und rundes Hörspiel!

VÖ: 18.März 2016
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-28-4


 

Mord in Serie – 20. Gekauftes Glück



Erster Eindruck: Packender Showdown, solide Handlung

Schon lange versuchen Nadine und Tobias Schäfer ein Kind zu bekommen, doch Nadines Arzt muss ihr mit seinen neuen Untersuchungsergebnissen die Hoffnung auf eigenen Nachwuchs zunichte machen. Von einer Sprechstundenhilfe erfährt sie von einer Adoptionsagentur, die schnell und unkompliziert Waisen aus Krisengebieten vermittelt. Nach einigem Zögern setzen sie sich mit der Agenturchefin in Verbindung...

Mord in Serie hat in den bisherigen Geschichten bewiesen, dass die Thriller-Serie aus der Feder von Markus Topf immer wieder überraschen kann. „Gekauftes Glück“ setzt zwar auch auf die Stärken der Reihe, immer wieder neue Szenarien zu schaffen, ist aber leider recht schnell zu durchschauen – der Hörer kann sich von Anfang an denken, dass die Adoptionsagentur nicht allzu viel Gutes im Schilde führt, und auch dass das Ehepaar eigenständig Nachforschungen anstellt, dürfte kaum überraschen. Dafür gibt es im Laufe der Folge immer wieder kleine unerwartete Momente oder Offenbarungen, wirklich stark wird die Geschichte aber am Schluss, als sich in einer dramatischen (und glücklicherweise recht langen) Szene die Ereignisse überschlagen und der große Showdown mit durchaus heftigen Momenten vollzogen wird. Sicherlich sind einigen Handlungen der Protagonisten nicht vollkommen nachvollziehbar und der Steigerung der Spannung geschuldet, doch der guten Unterhaltung tut dies nur wenig Abbruch. So ist mit „Gekauftes Glück“ eine solide Folge entstanden, die mit einem recht sensiblen Ausgangspunkt und einem packenden Finale punkten kann.

Ela Paul ist als Nadine Schäfer zu hören, ihre sanfte Stimme nimmt hier sehr verschiedene Klangfarben an und kann so in jeder Situation eine glaubhafte und stimmige Performance abliefern. Michael-Che Koch spricht ihren Gatten Tobias, auch er kann sofort die Sympathien der Zuhörer wecken und mit einer konstant guten Leistung von sich überzeugen. Tatjana Auster ist als Agenturchefin Lola Bernier zu hören, ihre Wandlungsfähigkeit ist beeindruckend und sorgt immer wieder für intensive Momente. Weitere Sprecher sind Robert Missler, Wolfgang Hartmann und Daniel Wandelt.

Das Team um Christoph Piasecki hat wieder eine passende und eingängige akustische Gestaltung geschaffen, das als Kulisse für die Geschichte dient und diese in ihrer Ausstrahlung bestärkt. So ist die punktuell eingesetzte Musik sehr gut an die jeweilige Szenerie angepasst, während die Geräusche alles lebendiger und mitreißender wirken lassen.

Ein fröhliches Puppengesicht, vom Körper getrennt und mit Blutspritzern besudelt, liegt auf einem mit Laub bedeckten Waldboden – schon das Cover stimmt den Hörer auf die packende Schlussszene ein, ohne allzu viel vom Inhalt zu verraten. Die restliche Gestaltung ist wie immer sehr ansehnlich und professionell, wobei das Booklet größtenteils Werbung für andere Contendo-Produkte bereithält.

Fazit: „Gekauftes Glück“ gehört wegen der recht vorhersehbaren Handlung nicht zu den stärksten Folgen der Reihe, sorgt aber für eine recht spannende Geschichte und einen wirklich packenden und gelungenen Showdown, der auch für den Hörer nicht einfach zu schlucken ist. Produktion und Sprecher sind mal wieder lobenswert zu erwähnen.

VÖ: 15.Januar 2016
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-21-5


Mord in Serie – 19. Countdown – Gegen die Zeit



Erster Eindruck: Drama im Hauptbahnhof

Jan Simon hetzt durch den Kölner Hauptbahnhof, um den Zug zu seinem Blind Date noch zu bekommen. Doch ein unheimlicher Anruf bringt seine Pläne völlig durcheinander, denn ein Erpresser hat seine Verabredung entführt und fordert von ihm, innerhalb von 45 Minuten eine Aufgabe für ihn zu lösen. Ein mörderisches Spiel beginnt, während die Forderung des Erpressers immer mehr Nachdruck verliehen wird...

45 Minuten am Kölner Hauptbahnhof – zeitliche und örtliche Begrenzung der 19. Folge von „Mord in Serie“ sind von Anfang an klar abgesteckt, lediglich wenige Minuten nach der Handlung sowie die Introsene spielen sich nicht hier ab. Anfangs ist nicht so recht klar, was es mit dem Einstieg auf sich hat, der neun Monate vor den aktuellen Ereignissen spielt. Erst im Laufe der Zeit erschließt sich dies – wie langsam immer weitere Einzelheiten offenbart werden. So rätselt man lange Zeit mit, was es mit dem mysteriösen Anruf auf sich haben könnte, was die Ziele des Erpressers sind. Der Hörer wird dabei auf einige falsche Fährten gelockt, die Spannung steigt dabei immer mehr. Das gefällt und überrascht mit einigen Wendungen, von denen einige unvorhergesehen kommen, während man andere bereits ein wenig vorhersehen konnte. Die Auflösung des Ganzen ist dann packend umgesetzt, in der prägnanten Schlussszene nimmt die Handlung noch einmal ganz andere Bahnen an – was in der mittlerweile typischen Abschlusssequenz noch einmal unterstrichen wird. Gelungen ist auch wieder der Verzicht auf einen Erzähler, nur durch Dialoge und die Telefongespräche wird die Handlung vorangetrieben. Die wenigen inneren Monologe von Jan Simon wirken allerdings etwas hölzern.

Mathis Landwehr gehört zwar nicht zur Riege der bekanntesten Sprecher, kann hier aber eine sehr saubere Leistung abliefern. Er wirkt sehr glaubwürdig und verleiht seiner Figur den nötigen Druck, um die Handlung zu tragen. Marion von Stengel ist als Polizistin Corinna Koch eine ebenso gute Besetzung, mit ihrer ausdrucksstarken Stimme kann sie Jan Simon gekonnt unterstützen. Frank Otto Schenk ist als Dr. Ziegler zwar nur in wenigen Momenten zu hören, ist dort aber sehr überzeugend und schafft mit seiner präzisen Stimmverwendung einen starken Charakter. Weitere Sprecher sind Christian Stark, Martin May und Uta Dänekamp.

Neben den überzeugenden Sprechern kann insbesondere die sehr gelungene akustische Gestaltung punkten. Das trubelige Leben am Hauptbahnhof wird sehr gekonnt eingefangen, einzelne Gesprächsfetzen, Geräusche und Hintergrundkulissen sorgen für eine sehr lebendig wirkende Umsetzung, die von einigen gut gewählten Melodien unterstützt werden, die zusätzliche Spannung aufbauen.

Der rennende Mann, der auf dem Cover zu sehen ist, könnte tatsächlich durch einen Bahnhof laufen, er ist nur als dunkle Silhouette auf dem von bläulichen Tönen dominierten Motiv zu sehen. Die stilisierte Uhr, die den Mann umgibt, passt dabei sehr gut zur Folge. Die zahlreichen Sprecher dieser Folge wurden gewissenhaft in dem kleinen Booklet aufgeführt.

Fazit: Aus dem interessanten Setting hat Markus Topf eine packende und temporeiche Handlung geschaffen, die bestens umgesetzt wurde. Engagierte Sprecher und eine sehr gelungene Kulisse betonen die dynamische Geschichte, die verschiedene Wendungen zu einem sehr fesselnden Hörspiel kombiniert.

VÖ: 2.Oktober 2015
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-12-3


Mord in Serie – 18. Krypta – Tödliches Geheimnis



Erster Eindruck: Bedrückendes Kammerspiel unter der Erde

Charlotte Jansen soll in wenigen Tagen eine Kirche restaurieren, doch ihr fehlt es an Personal. Glücklicherweise hat sie Unterstützung in dem Handwerker Martin Weiland, doch bei einer Gasexplosion stürzt ein Teil der Kirche ein und schließt die beiden in den dunklen Katakomben unter dem Gemäuer ein. Abgeschnitten von der Außenwelt erforschen sie die düstere Welt und entdecken Hinweise auf einen alten Templerorden...

Wieder mal hat sich Markus Topf in der Contendo-Reihe „Mord in Serie“ ausgetobt und ein recht ungewöhnliches Hörspiel verfasst. Krypta wird zum größten Teil nur durch zwei Sprecher getragen, zudem ist am Anfang kein Verbrechen in Sicht, wie es sonst meist der Fall ist, zudem schließt es auch mit einer überraschenden Wendung ab, der im Titel der Serie prophezeite Mord findet schließlich doch noch statt. Bis dahin sind einige Momente zwar ein wenig schleppend erzählt, dafür kommt die Stimmung in den Katakomben der Kirche aber sehr gut zur Geltung. Bedrückend und klaustrophobisch, aber auch mit einem Hauch Mystik versehen ist dies sehr gut in Szene gesetzt worden, wobei die Templer-Symbole und das Erforschen ihrer Hinterlassenschaften einen recht großen und gelungenen Teil der Handlung einnimmt. Topf hat sich gleich zwei überraschende Wendungen einfallen lassen, die so nicht zu erwarten waren und dem Hörspiel einen neuen Dreh verleihen. Und auch ganz am Ende gibt es wieder eine kleine Szene, die alles in ein anderes Licht rückt und zudem noch witzigerweise auf eine andere Hörspielserie hindeutet. Schön, dass wieder mal eine ganz andere Geschichte mit eindrucksvoller Stimmung geschaffen wurde.

Arianne Borbach ist als Charlotte Jansen zu hören, sie spielt hier ihre ganze Professionalität aus und lässt die engagierte Restauratorin sehr lebendig wirken. Ihr analytischer, fast schon kühler Charakter kommt dabei gut zur Geltung. Auch Mark Bremer macht an ihrer Seite als Martin Weiland eine sehr gute Figur, seine tiefen Stimme setzt er sehr variabel ein und kann so unterschiedliche Stimmungen vermitteln. Eckart Dux bestreitet einige weitere Momente als Bruder Johannes, die er wie immer gelungen und mit einer stimmigen Attitüde vorträgt. Weitere Auftritte stammen von David Weyl und Till Hagen.

Die akustische Inszenierung ist sehr gut an diese besondere Geschichte angepasst und lässt so die dunklen Gänge und Kammern vor dem Auge des Hörers entstehen. Musik wurde dabei recht sparsam, aber sehr wirkungsvoll eingesetzt, die Geräusche sind sehr präzise und steigern die bedrückende Stimmung. Auch leichte Hall-Effekte und ab und an einfach nur Stille lassen die Szenerie sehr gut wirken.

Auf dem Cover von Kito Sandberg liegt die Konzentration eindeutig auf dem Templer-Thema, das typische Kreuz ist auf dem glänzenden Schwertgriff zu sehen. Die golden angestrahlte Rüstung eines Ritters ist ein ebenso schlichter wie gelungener Blickfang. Das beiliegende Booklet ist zwar recht umfangreich, enthält aber lediglich neben den üblichen Produktionsinfos Hinweise zu anderen Hörspielen von Contendo.

Fazit: Es ist beeindruckend, wie vielfältig Markus Topf die Geschichten von Mord in Serie wirken lässt. Auch hier hat er eine sehr interessante Ausgangssituation geschaffen und diese mit einigen packenden Wendungen versehen, die zudem sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt wurde. Das Templer-Motiv und die unterirdischen Katakomben geben eine sehr gelungene Kulisse für dieses spannende Hörspiel.

VÖ: 19.Juni 2015
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-11-6


Mord in Serie – 17. Terror hinter Gittern



Erster Eindruck: Verwirrspiel mit undurchsichtigen Rollen

Kurz vor seiner Entlassung wird der Häftling Marc Adam in ein hochmodernes Gefängnis verlegt. Zwar freundet er sich schnell mit seinem Zellengenossen Bojan Radenko an, doch das erste Zusammentreffen mit Anstaltsleiter Dr. Rüdiger Seifert verläuft alles andere als glatt. Und schon bald wird Marc von schrecklichen Albträumen geplagt, die ihn Nacht für Nacht aus dem Schlaf reißen – und bald ist er auch tagsüber völlig neben der Spur...

Mit „Terror hinter Gittern“ ist eine Folge der Thriller-Reihe „Mord in Serie“ entstanden, die neben einer spannenden Handlung auch ein ganz anderes Thema umsetzt: Die psychische Störung von Hauptfigur Marc ist intensiv in Szene gesetzt worden. Seine aufkommenden Wahnvorstellungen werden immer schlimmer und sind mit eindringlichen Soundeffekten unterlegt, sodass ein wenig von dieser gestörten Wahrnehmung auch auf den Hörer übergeht. Dies ist sehr gekonnt eingebettet in die Handlung, in der man lange nicht weiß, wem man vertrauen, was man glauben soll. Genau diese Ungewissheit macht einen zusätzlichen Reiz zur vorherrschenden Geisteskrankheit Marcs auf. Die Thrillerelemente treten immer weiter heraus, Prügeleien, später sogar ein Tod und eine Flucht sorgen für eine konsequente Weiterentwicklung der Handlung, die spannend und dynamisch wirkt. In einer dramatischen Szene wird alles aufgelöst, auch wenn hier der eine oder andere Abstrich in der Glaubwürdigkeit gemacht werden muss. Die sehr eindringliche Erzählweise und die spannende Handlung sorgen für ein kurzweiliges Hörerlebnis.

Asad Schwarz übernimmt hier die Hauptrolle des Marc Adam und meistert dabei einige sehr anspruchsvolle Passagen sehr glaubwürdig. Die sich immer weiter steigernde psychische Krankheit des jungen Mannes kann er sehr intensiv und mit Nachdruck umsetzen. Jürgen Thormanns markante, kratzige Stimme nimmt als Dr. Rüdiger Seifert einen sehr harten und kalten Ausdruck an, sodass ein sehr prägnanter Charakter entsteht. Besonders die Schlussszene wird von ihm gekonnt gesprochen. Angela Quast ist als Gefängnisärztin Anna Riedmüller ebenfalls gut besetzt, mal sanft, mal kraftvoll kann sie immer die passenden Töne treffen. Weitere Sprecher sind Volkram Zschiesche, Katharina von Keller und Daniel Faust.

Besonderen Wert wurde hier auf die akustische Darstellung von Marcs Psychose gelegt. Mit verzerrten oder multiplizierten Stimmen und prägnanten Soundeffekten werden diese Szenen besonders intensiv umgesetzt, sodass man einen kleinen Eindruck von Marcs Gefühlswelt bekommt. Hier ist wirklich größtes Lob auszusprechen. Und auch ansonsten wurde hier wieder saubere und stimmungsvolle Atmosphäre geschaffen.

Die Idee, für das Cover einen Gegenstand zu nehmen und ausschnittsweise zu vergrößern, ist hier gelungen und passend. Zu sehen ist vor blauem Himmel ein Stück von dem Stacheldraht, der um das Gefängnis herum verläuft. Im Inneren gibt es wieder viele Produktinformationen zu anderen Hörspiel des Labels, die üblichen Angaben und auch Infos zum musikalischen Abspann, der dieses mal von WANTed stammt.

Fazit: Das Spiel mit den Sinneseindrücken von Marc ist sehr gelungen, bald weiß man nicht mehr, was man glauben soll. Auch akustisch ist dies hervorragend umgesetzt. Die spannende Handlung tröstet über die nicht hundertprozentig glaubhafte Auflösung hinweg. Dem hohen Unterhaltungswert dieser Geschichte tut dies jedoch keinen Abbruch.

VÖ: 2.April 2015
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-08-6


Mord in Serie – 16. Tod über den Wolken



Erster Eindruck: Terror, Mord oder einfach Zufall?

Eigentlich soll es ein Routineflug nach New York sein, doch wegen des Todes eines Taliban-Führers gilt eine erhöhte Sicherheitsstufe. Und die Sorge scheint begründet, denn schon einige Zeit nach dem Start verschwindet einer der Fluggäste und wird kurz darauf tot aufgefunden. Und es sollte nicht die letzte Leiche bleiben, die die Crew des Fluges zu Gesicht bekommt...

Wieder hat sich Markus Topf ganz andere Inspirationen für die Thriller-Serie „Mord in Serie“ geholt und konnte seine Hörer damit durchaus wieder überraschen. Das Thema Terror, momentan leider aktueller denn je, wird aufgegriffen, zum Glück aber nur am Rande gestreift. Der Kern der Folge ist der Flug, sodass ein Großteil der Handlung in den Lüften spielt, nur ganz am Anfang und ganz am Ende sind kurze Szenen am Boden zu hören. Diese Konzentration auf nur einen Schauplatz ist sehr gelungen und vermittelt eine dichte Atmosphäre. Die rätselhaften Tode auf dem Flug sind gut inszeniert, zumal sie nicht allzu reißerisch daherkommen. Die Suche nach einem Zusammenhang und die gleichzeitige Bedrohung der anderen Fluggäste hätten zwar noch etwas eindringlicher geschildert werden können, stattdessen bringt zusätzlich ein Unwetter Brisanz in die Handlung. Die Auflösung kann gut gefallen, sodass die Handlung zu einem geglückten Ende geführt werden konnte. So ist eine solide Folge entstanden, die durchaus hörenswert ist, aber eben nicht so sehr mitreißt wie andere Episoden der Serie.

Simona Pahl ist in der Rolle der Flugbegleiterin Helena Fink zu hören und kann die junge Frau gekonnt darstellen, sowohl die anfängliche Bestürzung über aufkommende Panik, aber auch die ruhige Seite, die sie den Fluggästen präsentiert. Holger Löwenberg ist als Joseph Brown eine ähnlich gute Wahl und kann einen sehr glaubhaften und soliden Eindruck hinterlassen. Christian Rudolph kann als Giuseppe Domenico mit seiner eindringlichen Stimme überzeugen. Weitere Sprecher sind Friederike Solak, Detlef Tams und Helmut Krauss.

Auch akustisch wurde von Contendo Media wieder eine solide Arbeit abgeliefert, sodass die Handlung gut durch Geräusche und Musik unterstützt wird. Besonders die unterschiedlichen Sounds erweisen sich dabei als passende Begleiter der Geschichte und können die Szenen plastischer und glaubhafter wirken lassen. Als Bonus-Track ist dieses mal ein Song von WANTed zu hören.

Ein Flugzeug, das sich kaum vom düsteren Nachhimmel abhebt, wird von gleißenden Blitzen umzuckt – das Titelbild zu dieser Folge wirkt mit den dunklen Blautönen und dem kontrastreichen Weiß wieder ansprechend. Im kleinen Booklet wurde der Werbung für andere Produkte des Labels noch mehr Platz eingeräumt, die anderen Angaben auf das Wesentliche reduziert.

Fazit: Mit „Tod in den Wolken“ wird wieder eine ganz andere Atmosphäre, ein ganz anderer Ansatz präsentiert. Die Begrenzung nur auf den Flug und die stetige Ungewissheit über Hintergründe und Tathergang können durchaus für spannende Momente sorgen, diese sind aber nicht so präzise platziert wie in anderen Folgen der Serie.

VÖ: 23.Januar 2015
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-06-2


Mord in Serie – 15. Todesangst – Urban Explorerz



Erster Eindruck: Allein im verlassenen Hotel

Lucas und Ben nennen sich „Urban Explorerz“ und besuchen für ihre stetig wachsende Fangemeinde im Internet verlassene Orte in ganz Deutschland auf, in denen merkwürdige Dinge geschehen sind. Für die neueste Folge ihrer Serie fahren sie in eine alte Burg, in denen bis vor 20 Jahren ein Hotel untergebracht war. Anfangs sind die beiden begeistert von der düsteren Ausstrahlung des Ortes, doch schon bald vergeht ihnen das Lachen...

Auch in der 15. Folge von Mord in Serie haben die Autoren wieder einmal ihre Kreativität bewiesen, denn das Hörspiel kommt größtenteils mit gerade einmal zwei Sprechern aus. Nur gegen Ende sind in kurzen Sequenzen noch andere Stimmen zu hören. Dass die Handlung trotzdem so gut funktioniert, liegt an der sehr guten Grundidee, die beiden Protagonisten mit gut erklärtem Hintergrund allein in ein altes Hotel zu schicken. Der Dialog entwickelt sich langsam, doch schnell wird die Situation erklärt. Im Laufe der Handlung fügen sich immer mehr Details der „Urban Explorerz“ (mit z am Ende!) hinzu, sodass dies sehr rund und glaubwürdig wirkt. Anfangs lebt die Folge von dieser wunderbar düsteren und etwas unheimlichen Handlung und den lebendigen Austausch zwischen Lucas und Ben, die auch immer wieder Worte direkt an ihr virtuelles Publikum richten oder die Aufnahme kurz unterbrechen. Langsam mehren sich die Hinweise auf die schrecklichen Taten, die in den alten Gemäuern begangen wurden, und damit steigt auch die Spannung der gut geschriebenen Folge, die durchaus auch mal etwas heftiger ausfällt als gewohnt. Gut gelungen auch der Humor, beispielsweise als Lucas und Ben eine alte Kassette finden. Die ungewöhnliche Erzählweise und die unheimliche Atmosphäre machen „Todesangst“ zu einem sehr hörenswerten Hörspiel.

Tobias Schmidt und Björn Schalla sind hier in den beiden Hauptrollen zu hören. Sie ergänzen sich sehr gut und spielen sehr dynamisch und lebendig, sodass der entstehende Dialog authentisch wirkt – auch weil die beiden die aufkommende Panik der jungen Männer gut in Szene zu setzen wissen. Von beiden eine sehr saubere Sprecherleistung. Daniel Faust spielt gegen Ende noch in einer etwas größeren Szene mit und sorgt dabei für eine düstere Stimmung und gelungene Schockmomente. Eberhardt Prüter, Nicole Engeln und Kirstin Hesse sind jeweils nur sehr kurz zu hören.

Auch die szenische Umsetzung ist gut gelungen und kann die Atmosphäre des Schlosshotels gut einfangen. Die einzelnen Szenen werden ab und an durch stimmungsvolle und passende Musik unterbrochen, während die Dialoge durch eine effektvolle Geräuschkulisse lebendiger gestaltet wurde. Am Ende ist wie immer noch ein Song zum Ausklang angehangen, dieses mal von Future Perfect.

In kühlen Blautönen ist das Cover gehalten, es zeigt die Burg, die von einem Berg in den Himmel ragt und mit ihren vielen Nebengebäuden recht verwinkelt wirkt. Erst beim zweiten Hinsehen ist ein Gesicht zu sehen, dass sich in weißem Nebel vom Himmel abhebt und vor Schreck verzerrt scheint. Im Booklet sind die wichtigsten Informationen zur Produktion sowie zu Future Perfect zu finden.

Fazit: Eine sehr kreativ erzählt Folge, die zu großen Teilen nur von zwei Sprechern bestritten wird. Mehr braucht es auch gar nicht, um eine düstere und packende Atmosphäre zu schaffen und eine Geschichte zu erzählen, die sich immer weiter steigert, um am Ende noch einmal richtig aufzudrehen. Der Daumen zeigt hier nach oben!

VÖ: 14.November 2014
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774259319


Mord in Serie – 14. Eingemauert



Erster Eindruck: Langsamer Spannungsaufbau und großer Knall

Bei Bauarbeiten an einem Einkaufszentrum wird eine verweste Frauenleiche gefunden, deren Identität ungeklärt ist. Bald stellt sie sich heraus, dass es sich um die Schwägerin des damaligen Bauleiters Nick Zabel handelt. Der Verdacht fällt schnell auf den erfolgreichen Mann, und so muss er mit aller Macht beweisen, dass er unschuldig ist. Doch eine bedrohliche Mitteilung versetzt ihn in Angst und Schrecken...

Lebendig eingemauert zu sein – für viele ein Albtraum. Mord in Serie macht sich genau dieses Motiv in seiner 14. Folge zu Nutze und eröffnet mit eben dieser Szene, in der die aufkommende Panik der jungen Frau bestens herausgearbeitet wird. Dass diese Situation bereits einige Jahre in der Vergangenheit geschehen ist, erfährt man kurz darauf, nachdem einige Charaktere vorgestellt wurden. So wird zwar etwas Schwung aus der Szenerie genommen, da sich die Handlung nach diesem Knall eher langsam entwickelt, allerdings ist diese gut aufgebaut und steigert die Dramatik wieder langsam an. Gut gefällt mit hier insbesondere, dass die Folge nicht allzu leicht zu durchschauen ist, da gleich mehrere potenzielle Täter in Frage kommen und Kenner der Serie durchaus wissen, dass sich noch alles ganz anders entwickeln kann. Und so fiebert man mit Nick mit, will mit ihm hinter das Geheimnis des Mordes kommen und lässt sich von den neuen Entwicklungen überraschen. Das Ende kommt dann tatsächlich unerwartet und offenbart auch nach der eigentlichen Auflösung noch zahlreiche interessante Details. So entsteht eine runde und gelungene Folge, die mich überzeugen konnte.

Tobias Kluckert ist in der Hauptrolle des Nick Zabel zu hören. Seine markante Stimme ist immer sehr präsent und stellt die unterschiedlichen Stimmungen sehr glaubhaft und gekonnt dar. Seine Frau Chiara wird von Eva Michaelis gesprochen, deren Stimme ganz unterschiedliche Klänge und Emotionen transportieren kann, besonders gegen Ende steigert sie sich noch einmal. Die wunderbare Elga Schütz ist als Kommissarin Scholz zu hören, ihr dunkler und rauer Klang passt sehr gut zu der forschen Frau. Weitere Sprecher sind Norbert Langer, Katrin Heß und Robert Missler.

Akustisch ist die Geschichte absolut solide und gekonnt umgesetzt worden, alles passt stimmig zusammen und setzt die unterschiedlichen Szenen ins rechte Licht. Besonders die Momente, in denen es um das klaustrophobische Gefühl des lebendigen Einmauerns geht, kommen intensiv zur Geltung. Durch passende und stimmungsvolle Musik sowie zahlreiche und glaubhafte Geräusche wird ein passender Weg eingeschlagen.

Der mumifizierte Schädel einer Leiche, düster beleuchtet und schräg nach hinten gekippt, ist als Motiv auf dem Cover des Hörspiels zu sehen. Zusammen mit dem dunklen Hintergrund ist das durchaus stimmungsvoll, während sich der Schriftzug in dezentem Grau eher im Hintergrund hält. Im Booklet sind neben den üblichen Angaben Produktinformationen zu anderen Serien von Contendo Media zu sehen.

Fazit: Nach der stimmungsvollen Einstiegsszene baut sich langsam die Geschichte auf, die sich mehrere Wege offen lässt und schlussendlich einen sehr interessanten einschlägt. Konsequent umgesetzt und mit guten Sprechern entsteht so ein gelungenes Hörspiel.

VÖ: 2.Oktober 2014
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774259265


Mord in Serie – 13. Was sich liebt, das killt sich



Erster Eindruck: Leichen über Leichen

Die Millionärsgattin Greta Welz heuert in einer heruntergekommenen Spelunke einen Auftragsmörder an, um ihren ungeliebten Gatten umbringen zu lassen. Doch statt wohlhabender Tage mit ihrem jüngeren Liebhaber hat sie bald eine Menge Probleme am Hals: Ihr Mann war pleite und hinterlässt ihr neben einer insolventen Firma noch eine Menge Schulden – und auch der Auftragskiller rückt ihr wegen der Bezahlung bald auf den Pelz...

In sich abgeschlossene Thriller-Hörspiele, die pro Folge eine ganz andere Situation mit neuen Charakteren schafft – das ist „Mord in Serie“ von Contendo Media. So ergeben sich ganz unterschiedliche Geschichten, die Serie wirkt sehr abwechslungsreich, und auch die 13. Folge mit dem Namen „Was sich liebt, das killt sich“ unterscheidet sich wieder deutlich von den anderen Folgen. Immer wieder wird hier sehr düsterer, fast schon zynischer Humor verbreitet, was mit sehr gut gefallen und die Stimmung immer wieder aufgelockert hat. Und auch der ermittelnde Kommissar kann mit seiner leicht unbeholfenen und wirren Art für viel Erheiterung sorgen. Die Handlung an sich ist auch dadurch etwas legerer als man es gewohnt ist und bietet immer wieder heitere Momente, einfach weil bei Greta immer wieder ordentlich etwas schief läuft. So bleibt auch die Spannung während des Mittelteils auf einem gleichbleibenden Niveau und wird erst in einer gelungenen Schlussszene gesteigert. Ein richtig guter Showdown zwischen Greta, dem Killer und dem Kommissar, der anders ausgeht als man es anfangs vermutet hätte, auch wenn nicht alle Handlungen der Personen in der Realität wirklich so passieren würden. Mir hat diese eher ruhige, aber witzige Folge wegen seiner Andersartigkeit in der Serie gut gefallen.

Alexandra von Schwerin ist als Greta Welz zu hören und ist dabei in jeder Szene zu hören. Sie kann die skrupellose und dominante Frau mit einer großen Präsenz und einer gelungenem Darstellungsweise gekonnt umsetzen. Sehr gut gefallen hat mal wieder mir der wunderbare Helmut Krauss als schusseliger Kommissar Burgard, der immer wieder für heitere Momente sorgt, die im Gedächtnis haften bleiben. Uwe Jellinek ist als Auftragskiller zu hören, spricht mit harter und unnachgiebiger Stimme und ist so ein gelungener Antagonist. Weitere Sprecher sind Boris Tessmann, Bert Stevens und Gerald Paradies.

Das Produzententeam hat sich für diese ungewöhnliche Folge auch ein etwas anderes akustisches Kleid geschneidert, dass an Krimiproduktionen der 70er Jahre erinnert und zahlreiche Geräusche einsetzt, Musik aber nur während der Szenenwechsel erklingt. Diese ist meist beschwingt und passt gut zu der Grundstimmung der Folge. Eine passende Kombination an etwas Nostalgie und moderner Produktionsweise.

Pechschwarz ist der Hintergrund des Covers, Folgentitel und Serienname wurden an die Ränder versetzt, sodass in der Mitte jede Menge Platz für das eigentliche Motiv bleibt. Eine Modellfigur aus Holz liegt am Boden, die Extremitäten weit von sich gestreckt, die Position wurde wie bei polizeilichen Ermittlungen mit einem weißen Umriss markiert. Ein auffälliges und zur Folge passendes Titelbild.

Fazit: Markus Topf zeigt einmal mehr seinen Variantenreichtum und präsentiert eine Geschichte, in der die Spannung nicht immer an erster Stelle steht, sondern die mit bissigen, zynischen Kommentaren oder dem schusseligen Ermittler immer wieder für erheiternde Momente und skurrile Situationen sorgt. Darauf muss man sich auch einlassen können, dann ist es aber auch ein gelungenes Hörspiel geworden.

VÖ: 11.April 2014
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258930


Mord in Serie – 12. Gier



Erster Eindruck: Eine Studentin und ein unmoralisches Angebot

Zur Finanzierung ihres Studiums benötigt Theresa Nowak dringend Geld. Als ihre Freundin Stella Fuchs ihr dann den Vorschlag macht, in dem Escort-Service anzufangen, in dem auch sie arbeitet, zögert Theresa nur kurz und hat schon bald erste Aufträge. Doch dann erschüttert ein grausamer Mord nicht nur die Mädchen der Agentur, sondern auch die Polizei – und Theresa findet sich bald in einem Intrigenspiel aus Verrat, Erpressung und Gier wieder…

Eine der großen Stärken der Thriller-Reihe „Mord in Serie“ ist die Freiheit, die bei der Themenwahl möglich ist, jede Folge hat ein eine ganz eigene Grundlage und muss sich nicht auf bereits festgesetzte Settings beziehen. Und so wird in Folge 12 dann auch mal ein etwas exotischeres Thema angefasst, denn Hauptfigur Theresa beginnt ihre Arbeit bei einem Escort-Service. Schon gleich zu Beginn wird mit ganz und gar eindeutigen Geräuschen eine entsprechende Szene mit einem stöhnenden Paar der eigentlichen Handlung vorangesetzt, doch schon hier wird auf ein grausiges Ereignis angespielt, das später noch eine wichtige Rolle bekommt. Nach diesem kleinen Paukeschlag beginnt die Handlung um Theresa eher ruhig, der Hörer wird langsam, aber sicher an den Kern der Geschichte herangeführt. Dabei wird eine durchaus spannende Atmosphäre erzeugt, die gut unterhalten kann. Trotzdem hat man sich nicht hinreißen lassen, zu übertreiben oder eine haarsträubende Wendung zu präsentieren, vielmehr sind es einige kleinere Höhepunkte, die die Handlung so unterhaltsam machen. Bevor die überraschende Identität des Täters jedoch endgültig geklärt ist, wird mit Theresa nicht gerade zimperlich umgegangen, schwache Nerven darf man auch bei der allerletzten Szene, nachdem die Sprecher verlesen wurden, nicht haben. Ein rundes und gelungenes Hörspiel mit einigen gut eingebauten Wendungen.

In der Hauptrolle dieser Folge habe ich mich sehr über Uschi Hugo gefreut. Ihre sehr spezielle, markante Stimme passt perfekt zu der eigenständigen Theresa, von der anfänglichen Leichtigkeit über Skepsis bis hin zum Grauen und Panik kann sie alle Gefühlslagen der jungen Studentin passend umsetzen. Martin Kautz spricht den geheimnisvollen Leonard Sanchez, der es zum reichen Lebemann gebracht hat. Mit seiner tiefen, eindringlichen Stimme kann er für den einen oder anderen Schauer beim Hörer sorgen. Auch Dascha Lehmann hat mit in der Nebenrolle der Stella Fuchs gut gefallen und kann dabei durchgehend überzeugen. Weitere Sprecher sind Gerald Paradies, Robert Kotulla und Dennis Schmidt-Foß.

Wie immer bei „Mord in Serie“ wird die Folge auch hier durch einen musikalischen Bonussong abgeschlossen, der dieses mal von Vanguard stammt und die düstere Stimmung des Hörspiels fortführen kann. Und auch während der Handlung wird eine gekonnte, unheilvolle Atmosphäre geschaffen, die insbesondere durch den geschickten Musikeinsatz generiert wird. Die Geräusche tragen ebenfalls ihren Teil zum Gelingen bei.

Eine nackte Frau, den Kopf weit nach hinten gebeugt, von blauem Licht seitlich angeleuchtet, von ihrer Schulter schlängelt sich eine rote Blutspur über ihren Körper nach unten – auch das Cover setzt auf eine Mischung aus Direktheit und Verborgenem, was gut zu der Folge passt. Das Innere ist übersichtlich gestaltet und enthält die notwendigen Produktionsangaben sowie die Covergalerie der bisher erschienenen Folgen.

Fazit: Das Thema Sex wird hier gekonnt umgesetzt, es ist genau die richtige Mischung aus Zurückhaltung und Offensive gewählt worden, sodass es weder billig noch harmlos wirkt. Die Handlung ist dabei spannend umgesetzt und kann mit einigen gelungenen Überraschungen punkten, besonders der Höhepunkt in einer Kirche sticht hervor. Auch dieser in sich abgeschlossene Thriller der Serie ist sehr hörenswert.

VÖ: 17.Januar 2014
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258893


Mord in Serie – 11. Bei Anruf Angst



Erster Eindruck: Schreckensnacht an Sylvester

In der Sylvesternacht stellt sich Feuerwehrfrau Carolin Dietrich auf einen anstrengenden Dienst in der Notrufzentrale ein. Doch gleich ihr erster Anruf fordert ihre ganze Aufmerksamkeit: Die kleine Jeremy wurde zusammen mit seiner Mutter von einem Unbekannten entführt. Über die Handyortung erfahren die Einsatzkräfte, dass die beiden sich in einem LKW befinden, eine spannende Verfolgungsjagd beginnt…

„Mord in Serie“ erzählt in seinen Folgen stets in sich abgeschlossene Thriller-Geschichten ohne wiederkehrende Figuren, was immer wieder für gänzlich neue Situationen und unbekannte Verläufe sorgt. Auch in Folge elf sind die Parameter mal wieder ganz anders gesetzt als erwartet und präsentieren mit Carolin „Caro“ Dietrich eine wunderbar lebensnahe und bodenständige Titelfigur. Der Notruf von Jeremy geschieht schon in den ersten Minuten, die Charaktere lernt man so erst im Laufe der Zeit richtig kennen, vielmehr ist man gleich mitten in der Handlung angekommen. Die Spannung ist gleich präsent und steigert sich über die Laufzeit immer weiter. Immer mehr Informationen über die Entführung tröpfeln zu Caro und dem Sondereinsatzteam, während die Suche nach Jeremy und seiner Mutter fieberhaft weiterläuft. Sehr gut gelungen ist dabei die Führung der Erzählung, die von dem anfänglichen Telefongespräch über Szenen bei der Polizei schlussendlich zum Entführer und der Begegnung mit Jeremy und seiner Mutter führt. Kernelement bleiben dabei jedoch die Telefonate, die als roter Faden zu sehen sind und die Geschichte immer wieder deutlich vorantreiben. Die großen, überraschenden Wendungen, die ein typisches Merkmal der Reihe sind, wurden hier sehr organisch, stimmig und nachvollziehbar eingebaut, nichts wirkt hier aufgesetzt oder an den Haaren herbeigezogen. Und Wendungen gibt es hier nicht nur eine. Super auch, wie nach dem eigentlichen Ende und der Verkündung der Mitwirkenden eine letzte Szene noch tiefer in das Geflecht der Handlung eindringt und übrig gebliebene Fragen aufklärt, Motivationen der Täter aufdeckt. Hier wurde eine der bisher besten Folgen der Reihe präsentiert, die alle Stärken in sich vereint und Schwächen komplett abgeschaltet hat. Richtig gut!

Auch die Sprecher präsentieren sich hier in Hochform und sorgen für einen eindringlichen und ungetrübten Hörgenuss. Das liegt insbesondere auch an der Hauptrolle Caro, die von der wunderbaren Daniela Hoffmann gesprochen wird. Ihre sanfte Stimme nimmt hier oft einen besorgten, gehetzten Ausdruck an und kann sehr gut die Gefühlswelt der engagierten jungen Frau darstellen. Lob gebührt auch Moritz Jasperbrinkmann als Jeremy, der den Jungens ehr glaubhaft und lebensnah darstellt. Seine Mutter wird von Dascha Lehmann gesprochen, die ihre ausdrucksstarke Stimme sehr gekonnt einsetzen kann. Weitere Sprecher sind unter anderem Markus Pfeiffer, Thomas Petrou und Robert Kotulla.

Das Sounddesign der Folge kann sich absolut hören lassen und unterstützt die Handlung auf geschickte Weise. Dabei wird auf stimmungsvolle, treibende, aber nicht übertrieben wirkende Musik gesetzt, die die Handlung mit der passenden Atmosphäre ausstaffieren. Auch Geräusche sind gut platziert und wirken nicht überpräsent, sondern werden nur sinnvoll und zur Betonung einzelner Szenen eingesetzt.

Das weit aufgerissene, panisch wirkende Auge von Jeremy ist auf dem Cover zu sehen, das restliche Gesicht wird von Balken verdeckt, sodass es wirkt, als ob er aus seinem Gefängnis angsterfüllt nach draußen schauen würde. Das Innere des kleinen Booklet enthält alle notwendigen Informationen zur Produktion, einiges an Werbung für andere Produkte sowie einen informativen Text über Autor Markus Topf.

Fazit: Hier passt wirklich alles sehr gut zusammen, die elfte Folge der Reihe präsentiert sich als eine der stärksten der ganzen Reihe. Die Geschichte ist von Anfang an spannend und steigert sich immer weiter, hat einen gradlinigen und glaubwürdigen Verlauf und ein intensives Ende. Die eingebauten Wendungen sind nicht überzogen. Der Daumen zeigt hier steil nach oben.

VÖ: 8.November 2013
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258886


Mord in Serie – 10. Atemlos



Erster Eindruck: Aufregung nach einer Fernsehshow

Der 16-jährige Vincent Berger hat ein erfülltes Leben als beliebtes Mitglied eines Münchner Privatgymnasiums, erfolgreicher Teilnehmer an Schwimmwettbewerben und seit neuestem auch mit seiner Freundin Johanna. Als er mit ihr zusammen jedoch im Fernsehen das Foto eines vermissten Jungen sieht, erkennt er sich sofort selbst wieder und hegt einen schrecklichen Verdacht: Haben seine Eltern ihn damals entführt?

Mit „Atemlos“ feiert die Contendo Media- Hörspielreihe „Mord in Serie“ ihr erstes kleines Jubiläum: Es ist die zehnte Folge. Und dort wurde auch gleich eine kleine Neuerung vorgenommen: Es ist die erste Folge mit Erzähler. Das steht der Handlung hier recht gut, der externe Erzähler bringt ein wenig Ruhe in die Handlung. Zumal wirkten die inneren Monologe der Protagonisten, die stattdessen verwendet wurden, manchmal etwas hölzern oder unbeholfen, hier ist nun alles stimmig. Und auch die Story kann sich hören lassen, ist spannend erzählt und wirkt in sich stimmig. Der Anfang ist eher ruhig gehalten und zeigt knapp Vincents Alltag. Nur beim Einstieg in die eigentliche Handlung holpert es ein wenig, dass Johanna gerade am ersten Date bei Vincent zu Hause zuerst den Fernseher anmacht und gerade dann die oben erwähnte Sendung läuft, wirkt doch etwas konstruiert, dies hätte man sicherlich auch etwas subtiler einflechten können. Danach wird die Geschichte jedoch gut erzählt, man kann an Vincents aufkommenden Gefühlschaos teilhaben, und auch die Auflösung der Geschichte erschließt sich nur langsam. Zwar gibt es hier auch diesen einen Aha-Moment, die große Wendung in der Geschichte, diese ist jedoch besser integriert und wirkt nicht s aufgesetzt wie in einigen anderen Folgen. Dafür ist „Atemlos“ nicht so temporeich und bleibt insgesamt ruhiger, was aber durchaus seinen Reiz hat und gut zu dieser Geschichte passt. Und am Ende gibt es dann wieder eine gekonnte Mischung aus dem Abschluss der Story und einer ordentlichen Portion Action. Eine sehr runde und gut erzählte Folge der Serie, die deutlich realistischer wirkt als andere Teile der Reihe.

Patrick Mölleken liefert hier in der Rolle des Vincent Berger eine überzeugende Leistung ab. Er spricht durchgängig glaubwürdig und kann besonders die aus dem Lot geratene Gefühlswelt des jungen Mannes gut darstellen. Luisa Wietzorek steht ihm als Johanna, seiner Freundin, zur Seite und kann ihn gut ergänzen, nimmt sich meist zurück um Mölleken den Vortritt zu lassen, kann sich in den richtigen Momenten aber auch mal in den Vordergrund stellen. Erzähler Uve Teschner kann seine recht kurz gehaltenen Texte locker herüberbringen. Weitere Sprecher sind Tilo Schmitz, Claudia Urbschat-Mingues und Annina Braunmiller.

In Sachen Atmosphäre wird wieder der bewährte Mix aus Musik und Geräuschen eingesetzt, der auch schon in den vorigen neun Folgen genutzt wurde. Die Musik hat dabei stets einen Hang zum Düsteren – insbesondere der am Ende angehangene Bonussong von „dayBehaviour“ – und kann für eine stimmige Atmosphäre sorgen, während die Geräusche gut eingepasst sind und einen lebendigeren Eindruck vermitteln.

Ziemlich schlicht ist wieder das Cover, das hier noch mehr nur andeutet als die vorigen Motive. Zu sehen sind auf tiefschwarzem Hintergrund einige Luftblasen unter Wasser, die in einem dunklen Blau zu leuchten scheinen – sehr ansprechend! Das Innere enthält neben den üblichen Angaben viel Werbung für andere Produktionen von Contendo Media sowie eine kleine Covergalerie zu den bisher erschienen Folgen.

Fazit: Hier wird ein eher ruhiger Thriller erzählt, der sich langsam entwickelt, dafür aber insgesamt recht glaubwürdig ist und die sympathische Figur des 16-jährigen Vincent in den Mittelpunkt stellt. Die eingefügten Szenen, die der Hörer als Wissensvorsprung enthält, können die Spannung weiter anfachen. Und auch das Finale gestaltet sich stimmig und kurzweilig. Ein gelungener Thriller aus der Reihe.

VÖ: 13.September 2013
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258527


Mord in Serie – 9. Fair Play – Tödliches Rennen



Erster Eindruck: Katastrophen am Nürburgring

Während des Qualifyings zu einem Formel 1 Rennen verunglückt ein hoffnungsvolles Talent tödlich. Schnell wird die Pressemeldung herausgegeben, dass es sich um menschliches Versagen gehandelt haben muss. Doch der Bruder des Toten, Juan Fernando, bezweifelt dies und stellt einige Nachforschungen an. Dabei trifft er auf die Sportreporterin Maya Sievers, die eine große Story wittert. Doch die Veranstalter wissen mehr, als sie zugeben möchten…

Eines der Markenzeichen von der Thriller-Serie „Mord in Serie“ ist es, dass die in sich abgeschlossenen Fälle allesamt in Deutschland spielen. Keine Reisen in weit entfernte Länder, sondern ein unmittelbarer Bezug zum Umfeld des Hörers. Für die neunte Folge wurde zudem ein ziemlich prominenter Schauplatz gefunden, die Story spielt am Nürburgring und dreht sich um den tragischen Tod eines Formel 1-Fahrers. Der Hörer hat hier einen deutlichen Wissensvorsprung vor den Protagonisten, da die Handlung immer wieder zwischen dem Gespann aus Maya Sievers und Juan Fernando sowie den Veranstaltern hin- und herwechselt. Und so bekommt der Hörer schon in der ersten – recht stimmungsvollen – Szene die Information, dass es sich um eine Erpressung handelt. Doch es ist spannend zu hören, wie diese mit der Situation umgehen (nämlich ziemlich skrupellos), wie auch die Geschehnisse um die Reporterin zu lauschen, die immer mehr Tatsachen aufdecken und in recht bedrohliche Situationen geraten. So wirklich überraschend kommt die Auflösung dann nicht, aber Mord in Serie wäre ja nicht Mord in Serie, wenn nicht noch die eine oder andere Wendung für den Hörer eingebaut worden wäre, die dann doch etwas Unerwartetes bieten können. Gut gefällt mir die Einbindung eines alten Kinderliedes, das so eine recht bedrohliche Ausstrahlung bekommt. Eine durchaus unterhaltsame Folge, jedoch nicht so stark, so prägnant wie andere Folgen der Serie, sodass sich „Fair Play“ eher im Mittelfeld einordnen kann.

Wieder wurde mit zahlreichen prominenten Sprechern gearbeitet, selbst kleinere Nebenrollen wurden bekannten Stimmen besetzt. Sehr gut gefallen hat mit Bettina Weiß als Maya Sievers, die einen sehr prägnanten Klang hat. So klingt die Reporterin immer etwas aufgedreht und sorgt für viel Aufmerksamkeit. Dietmar Wunder kann da als Juan Fernando natürlich locker mithalten, seine tiefe, markante Stimme und die Ruhe, die er ausstrahlt, setzen einen gelungenen und dynamischen Gegenpol zur weiblichen Hauptrolle. Auch Pat Murphy ist als Aaron Cedric eine gute Wahl und kann die Gefühlswelt des zielstrebigen Mannes gut wiedergeben, sein manchmal etwas übertrieben wirkender englischer Akzent irritiert aber gerade zu Anfang. Weitere Sprecher sind Til Hagen, Dennis Schmidt-Foß und Anja Stadlober.

Akustisch wird wieder auf bewährte Kost gesetzt, die verschiedenen Dialoge sind wieder gut in Szene gesetzt worden und fügen sich zu einem stimmigen und spannenden Hörspiel zusammen. Glaubhafte Geräuschkulissen und gut produzierte Effekte sind dabei herausstechend. Als Bonus sind gleich zwei Songs von „Vision Talk“ zu hören. Zudem gibt es, als kleines Bonbon sozusagen, noch eine Bonusgeschichte von Team Undercover zu hören. In einigen Minuten wird hier ein kleiner Fall erzählt, der aber eher Aufschluss über die Produktionsweise geben kann, die in der eigenständigen Serie erzählten Fälle sind dann doch um einiges komplexer und ausgefeilter.

Ein brennender Reifen, der eine schwarz-weiß-karierte Zielflagge durchschlägt wurde als Motiv für das Titelbild ausgewählt. Das ist wie immer schlicht und symbolträchtig gelungen. Im Titel wurden zwei Zeichen rot eingefärbt, als Anspielung auf das Thema ergeben diese „F1“. Das kleine Booklet wurde auf einer Doppelseite mit den notwendigen Informationen recht eng bedruckt, während der restliche Platz für viel Werbung verwendet wurde. Hinter der CD ist noch eine Trackliste zu finden.

Fazit: Diese Folge wurde kurzweilig und stellenweise spannend erzählt, die beiden Protagonisten kommen gut zur Geltung, während der Wechsel zwischen den verschiedenen Szenerien für Dynamik sorgt. Die Auflösung am Ende ist dann aber doch etwas zu überfrachtet. Für Einsteiger sind andere Folgen noch empfehlenswerter, aber Fans wird hier neuer Stoff geboten, der kurzweilig unterhalten kann.

VÖ: 7.Juni 2013
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258510


Mord in Serie – 8. Doragon – Brut des Drachen



Erster Eindruck: Düsseldorf in Angst und Schrecken

Tom Jordan, ein engagierter Nachwuchsreporter aus Düsseldorf, wittert seine Chance groß herauszukommen, als eine Reihe brutaler Angriffe auf die japanische Gemeinde der Stadt verübt wird. Schnell stellt sich heraus, dass die japanische Mafia dahintersteckt, die ihre Macht demonstrieren will. Tom dringt immer weiter in die Strukturen ein und lernt die Hotelerbin Maiko kennen…

In erfreulicher Regelmäßigkeit erscheinen momentan neue Folgen der Thriller-Reihe „Mord in Serie“, die unabhängig voneinander selbst verfasste Geschichten mit neuen Charakteren und Szenarien präsentiert. Und so unterscheidet sich auch die nun erschienene achte Folge stark von ihren Vorgängern, was die Thematik betrifft. Contendo Media hat hier wirklich einen überzeugenden Weg gefunden, dem Hörer viel Abwechslung zu bieten und kann so auch mit ungewöhnlichen Ideen aufwarten. Nach gelungenen anfänglichen Szenen, die durchaus Spannung und Interesse beim Hörer erzeugen können, geht es zwar durchgängig unterhaltsam und kurzweilig weiter, einen richtigen Kick gibt es aber erst wieder am Ende. Die Handlung kann sich im Laufe der Folge steigern und setzt einige interessante Szenen in den Mittelpunkt, die langsam die Strukturen der japanischen Mafia aufdröseln, große Überraschungen gibt es dabei aber eben nicht zu verzeichnen. Für Spannung sorgt vordergründig die stetig wachsende Bedrohung für Tom Jordan. Aber Mord in Serie wäre eben nicht Mord in Serie, wenn ganz am Ende noch ein Überraschungsmoment kommen würde, der hier wieder gut in Szene gesetzt wurde. Allerdings ist die vorangegangene Erotikszene mit dem exzessiven Gestöhne etwas zu lang geraten, hier hätte man eine gute halbe Minute wegkürzen können. Eine unterhaltsame Folge, die man sich ruhig zu Gemüte führen kann, die aber eben auch keinen langen Nachhall hinterlässt.

Im Wesentlichen sind die Sprecher gut besetzt, insbesondere gilt dies für die Hauptrolle, die mit einem der momentan populärsten Sprecher aufwarten kann: Oliver Rohrbeck ist als Tom Jordan locker, spontan und sympathisch wie eh und je und beweist sein Talent auch für dieses Genre. Claudia Urbschat-Mingues ist ihm als Maiko Takahashi zur Seite gestellt, die junge Japanerin kann durch sie sowohl unterkühlt und abweisend wie auch aufgeregt und leidenschaftlich wirken. Uve Teschner spricht ihren Bruder Kazuya und verleiht ihm einen gnadenlosen, harten Klang. Weitere Sprecher sind Detlef Bierstedt, Lutz Mackensy und Anke Reitzenstein.

Auch musikalisch wird hier wieder eine etwas andere Kost als bei den vorigen Folgen geboten, und wieder passen sich die Melodien an die erzählte Geschichte an. Und was läge näher, als bei dieser Geschichte fernöstlich inspirierte Klänge samt zahlreichen Gongschlägen zu präsentieren? Auch die Geräusche sind wieder gut eingefügt und verleihen dem Hörspiel einen lebendigeren Ausdruck.

Ein riesiger, auf einen menschlichen Rücken tätowierter Drache bildet das Covermotiv zu dieser Folge, das schwarz-weiße Kunstwerk auf der Haut wirkt bedrohlich und ist ansehnlich in Szene gesetzt. Erinnerungen an ein gewisses ähnliches Filmplakat sind natürlich rein zufällig. Dem Hörspiel wurde ein mehrseitiges Booklet verpasst, doch statt zusätzliche Informationen zu bieten, wurde hier viel Platz für Werbung verwendet.

Fazit: Ein spannendes Intro, ein guter Mittelteil der aber diesmal ohne die ganz großen Höhepunkte auskommt, ein überraschendes Ende – Unterhaltsame Thriller-Kost mit guten Sprechern. Mord in Serie macht auch in Folge 8 größten Spaß.

VÖ: 15.März 2013
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258503


Mord in Serie – 7. Das Netzwerk



Erster Eindruck: Vom Netz in die Realität

In Berlin erschüttert eine brutale Mordserie die Öffentlichkeit: Schon drei männliche Jugendliche wurden kastriert, bevor ihnen die Kehle durchgeschnitten wurde. Hauptkommissar Paul Krüger, der in letzter Zeit wegen einer Scheidung Fehler im Job gemacht hat, wird die Polizeipsychologin Diana Braun an die Seite gestellt. Auf der Suche nach weiteren Gemeinsamkeiten der Opfer stoßen sie im Internet auf ein interessantes soziales Netzwerk…

Gleich zwei Themen, die auch in den Massenmedien in letzter Zeit für Aufmerksamkeit gesorgt haben, sind in dem siebten Fall der Reihe „Mord in Serie“ vorhanden: Zum einen das Internet und die steigende Internetkriminalität, zum anderen die immer stärker werdende Jugendkriminalität und die Straffreiheit von Kindern bis 14 Jahre. Beides unter einen Hut zu bringen, lag da nahe, und Markus Topf hat es wieder geschafft, einen unterhaltsamen Thriller daraus zu basteln. Anfangs wird in einem angesagten Club die Grundlage gelegt, die Themen vorgestellt, die Skrupellosigkeit der dargestellten Jugendlichen aufgezeigt. Ein gelungener Einstieg, dessen Schwung mit in die eigentliche Handlung transportiert werden kann. Hier wird von den beiden Ermittlern, die sich natürlich auch ein wenig aneinander reiben dürfen, zuerst Nachforschungsarbeit betrieben, unterbrochen von einer weiteren sehr imposanten Szene mit dem Täter und einem weiteren Opfer. Später geht es dann immer mehr ins Eingemachte, die Story legt an Dramatik und Dichte zu, die Ereignisse laufen zusammen und präsentieren ein schockierendes, wenn auch leicht unrealistisches Bild. Doch an zwei Stellen krankt die ansonsten gute Handlung: Zum einen wird Jugendkriminalität zu eindimensional betrachtet, eine differenzierte Ansicht fehlt hier völlig, sodass der erhobene Zeigefinger a la „die böse, böse Jugend“ zu sehr in den Vordergrund tritt. Keiner der vorgestellten Heranwachsenden wird auch nur mit Ansätzen von Charme, Verstand oder Redlichkeit aufgezeigt. Und auch ein Element, das bisher alle Folgen der Serie haben, vermag den positiven Eindruck zu stören: Eine unerwartete Wendung am Schluss. Wenn diese ins Bild passt, ist dies wunderbar und ein toller Schlusspunkt, wenn diese aber so gezwungen wirkt und die Charaktere schlagartig völlig unglaubwürdig und in sich nicht schlüssig wirken, hätte man lieber darauf verzichten können, um die Geschichte zu einem sauberen Ende zu führen. So bleibt eine unterhaltsame und stellenweise spannungsgeladene Handlung, die allerdings etwas zu dick aufgetragen wirkt.

Ein Blick auf die Sprecherliste verrät, dass hier durchaus auch Wert auf bekannte Namen und talentierte Vollprofis gelegt wurde, Nebenrollen wie Bernd Vollbrecht, Tilo Schmitz und Annina Braunmiller belegen dies. Und auch die Hauptrollen wurden prominent besetzt: Lutz Mackensy ist als Paul Krüger der taffe und starke Hauptkommissar, zeigt sich in Familienangelegenheiten aber auch mal ganz unsicher und erzeugt damit einen ebenso interessanten wie glaubwürdigen Charakter. Anke Reitzenstein und ihre helle, sonnige Stimme höre ich sehr gern, und auch als Diana Braun kann sie mit veränderlichen Klangfärbungen überzeugen. Luisa Wietzorek hat als junge Larissa Graf eine ebenso anspruchsvolle wie wichtige Rolle, die sie aber glaubwürdig präsentieren kann.

Die Musik wurde passend zu der Szenerie ausgewählt, so am Anfang beispielsweise coole Trance-Klänge im Ambiente der Disco, im weiteren Verlauf dann auch meist elektronische Klänge, die die Dynamik der Geschichte gut zu unterstützen weiß. Die Geräuschkulisse ist vielfältig und treffend gewählt, doch manchmal in der Lautstärke nicht ganz angepasst. Wenn beispielsweise ein Telefonklingeln um einiges lauter ist als die Dialoge, kommt eine gewisse Disharmonie auf.

Zu dem Cyberthema muss natürlich auch ein entsprechend futuristisches Cover gefunden werden, das wie meist bei dieser Reihe eher abstrakter Natur ist. Zu sehen sind die typischen, grün leuchtenden Ziffernkolonnen, die bei näherer Betrachtung das Bild eines Totenkopfes offenbaren. Im Booklet gibt e nur die nötigsten Informationen, natürlich auch zu den beiden angehangenen Bonustracks.

Fazit: Eine spannende und dynamisch erzählte Geschichte mit einigen Highlights, aber dafür auch unglaubwürdige Momente und eine zu schlichte Betrachtungsweise des Themas. Für kurzweilige Unterhaltung aber gut geeignet.

VÖ: 2.Januar 2012
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258497


Mord in Serie – 6. Kalter Tod



Erster Eindruck: Das Model und der Freak

Der beliebte Fernsehmoderator Alexander Degenhardt lädt das attraktive Model Cecilia Moser zu einem Wochenendtrip in seine abgelegene Villa in den Alpen ein. Der Fahrtweg ist eingeschneit, sodass sie mit dem Helikopter reisen müssen. Doch trotz moderner Überwachungsmethoden bleiben sie nicht lange allein: Ein Einbrechertrio hat sich auf das Geheiß eines geheimnisvollen Auftraggebers auch dorthon begeben...

Vielversprechend fing die neue Krimi- und Thriller-Reihe „Mord in Serie“ von Contendo Media an, doch das Gefühl blieb, das Potenzial der einzelnen Geschichten nicht völlig ausgenutzt zu haben. Das ändert sich jetzt mit der Veröffentlichung der sechsten Folge „Kalter Tod“, die die bisher gelungenste Produktion der Serie darstellt. Schon der Beginn macht ordentlich was her – nicht, weil es hier schon hochspannend zugehen würde, sondern weil recht bissige Kommentare zur aktuellen Medienlandschaft abgegeben werden. So hat beispielsweise Alexander Degenhardt kürzliche „die Samstagabendshow von Gottschalk“ übernommen, und auch später werden spurenweise ähnliche Themen aufgegriffen. Das ist ein wenig zusätzliche Würze in einem spannend erzählten Fall, der zu Anfang kleine Ausblicke auf das Kommende gewährt - geübte Hörspielhörer werden zwar schnell das Schema durchschauen und merken, wer hier ein doppeltes Spiel spielt, aber das ist trotzdem gut gelöst und in seiner Tragweite zumindest nicht gleich ersichtlich. Das Auftauchen der Einbrecher markiert dann den Wendepunkt, ab hier gibt es dann immer wieder spannende Szenen, dramatische Steigerungen und bis zum großen Showdown auch immer wieder überraschende Wendungen. Diese sind größtenteils auch glaubwürdig umgesetzt, nur der allerletzte Schluss passt nicht so recht zu den Charakteren – zwei von ihnen treffen Entscheidungen, die einfach unglaubwürdig wirken. Hier wäre weniger mehr gewesen (warum nicht mal das Gegenteil von einem friedlichen Ende?), ansonsten eine sehr gelungene Folge, die wirklich Spaß gemacht hat.

Udo Schenk ist als Alexander Degenhardt zu hören – wie immer eine gute Wahl. Denn der Vollprofi agiert in jeder Situation völlig angemessen und kann sowohl in den leiseren wie auch in den lauteren Tönen absolut überzeugen. Linn McKenzie macht ihre Sache als Cecilia Moser aber auch sehr gut, kann besonders den späteren Schrecken eindrucksvoll darbieten. Reent Reins beweist sein Talent für die eher düsteren und skrupellosen Rollen als Gabriel da Silva, kann mit seinem vollen Klang auch hier für spannende Momente sorgen. Weitere Sprecher sind Christian Stark, Marion von Stengel und Konrad Halver.

Auch in Sachen Akustik kann diese Folge punkten, Musik und Geräusche greifen hier gut ineinander, um die passende Atmosphäre zu schaffen. Musikalisch wird dabei eher auf härtere Klänge gesetzt, die immer wieder gekonnt Akzentpunkte setzen, während die Geräusche einen vielfältigen Eindruck hinterlassen und immer gut eingesetzt wurden. Als Bonustrack ist wieder ein Song zu hören, dieses mal von Carved Souls.

Auf den ersten Blick sagt das Coverdesign eigentlich recht wenig aus, man kann nicht so recht erkennen, was dieses rot-weiße Gebilde darstellen soll. Erst bei näherem Hinsehen ist ersichtlich, dass es sich um eine Blutspur im Schnee handelt. Ein bisschen mehr Aussagekraft mit einem stärkeren Motiv wäre aber sicherlich auch möglich gewesen. Das Booklet enthält neben den üblichen Angaben vor allem eins: Werbung.

Fazit: Das Setting in der Medienwelt überzeugt, insbesondere da eine sehr spannende und mitreißende Geschichte erzählt wurde, geprägt von überraschenden Wendungen – weiter so!

VÖ: 1. November 2012
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258480


Mord in Serie – 5. Todgeweiht – Die Lazarus-Verschwörung



Erster Eindruck: Die Jagd nach einem Mädchen

Nach einer Routineoperation an der jungen Kim Lorenz wird der Internist Dr. Kaiser ermordet, aus dem Fenster seines Büros gestoßen. Als noch mehr Menschen aus dem Umfeld der Operation sterben, schwant Nina Lorenz, Kims Mutter, Übles. Die investigative Journalistin fühlt sich jedoch von der Polizei allein gelassen und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an…

Mit „Mord in Serie“ legt Contendo Media eine Krimireihe vor, deren Fälle jeweils in sich abgeschlossen sind und auch immer neue Szenarien und Charaktere kreieren. Auch die fünfte Folge setzt zu Anfang einen interessanten Ausgangspunkt, der Tod eines Internisten erscheint dem Hörer zunächst sehr rätselhaft und undurchsichtig – die Bedrohung durch eine vorerst unbekannte Dame ist allerdings sehr präsent dargestellt. Nach einigen Szenen schwenkt die Geschichte dann auch Nina Lorenz um, und ab hier nimmt die Handlung richtig Fahrt auf. Immer weitere Details und Zusammenhänge werden klar, und langsam aber sicher nähert man sich einem großen Geheimnis an. Dieses ist eine globale Verschwörung und bietet einen sehr interessanten Denkansatz, der einen durchaus noch etwas nach dem Hören zu beschäftigen kann. Allerdings ergeben sich auf dem Weg bis dorthin einige kleinere Stolpersteine – so ist die geheimnisvolle Auftragsgeberin am Anfang völlig entrüstet, als in diesem Fall ein Mord geschieht und nimmt dies gegen Ende billigend in Kauf, scheint dies sogar zu begrüßen. Auch einige Zufälle und Zusammenhänge scheinen etwas konstruiert, das tritt aber nur in einigen Detailfragen auf. Sieht man darüber hinweg wird man mit einer sehr spannenden und dynamischen Folge mit interessanter Grundlage belohnt.

Christine Pappert hat die Hauptrolle der Nina Lorenz übernommen, ihre kraftvolle Stimme passt sehr gut zu der energischen Frau, die aber in dieser kurzen Laufzeit leider nicht allzu viele Facetten zeigen kann. Ihre Tochter Kim wird von Julia Fölster gesprochen, die mit ihrer Sprache durchaus überzeugen kann. Nur in einigen Gesprächen, in die sie nicht aktiv eingreift, macht sie immer wieder zustimmende Geräusche zu den Aussagen ihrer Mutter, was sehr unnatürlich und gekünstelt wirkt. Ganz wunderbar agiert Ursela Monn als Professor Dorothea Jung, ihre harte Aussprache und der bösartige Unterton formen eine wunderbare Gegenspielerin. Weitere Sprecher sind Patrick Bach, Sylvie Nogler und Wolf Frass.

Die Produktion des Hörspiels geht völlig in Ordnung, gerade für ein recht kleines Label wie Contendo Media. Musik und Geräusche wurden professionell eingefügt und unterstützen die Wirkung der Handlung, verleihen zusätzliche Atmosphäre. Dabei kann sie sowohl im Hintergrund eher subtil beeinflussen als auch im Vordergrund mit guten Effekten überzeugen.

Das Röntgenbild eines Menschen, fokussiert auf die Halswirbel, doch auch ein großer Teil des Schädels und der Schulteransatz sind auf dem Cover zu sehen – gerade nach dem Hören erschließt sich der Sinn, ansehnlich und für genügend Aufmerksamkeit sorgend ist es allemal. Im Inneren wurde viel Platz für Werbung in eigener Sache verwendet, einige zusätzliche Informationen wären schön gewesen.

Fazit: Eine spannende und kurzweilige Folge der Serie mit interessantem Denkanstoss und einigen dramatischen Szenen, die es in sich haben.

VÖ: 1.Oktober 2012
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258473


Mord in Serie – 4. Feuerengel



Erster Eindruck: Die Jagd nach dem Brandstifter

Ein Feuerteufel legt mitten in Dresden immer neue Brände, die nicht nur hohe Schäden verursachen. Als erste Todesopfer zu beklagen sind, wird Livia Krämer, die Nichte des Polizeichefs eingeschaltet. Gemeinsam mit dem Chef der Feuerwehr geht sie der Anschlagserie auf den Grund und verdächtigt zunächst einen ehemaligen Brandstifter. Doch es steckt noch wesentlich mehr dahinter, als es anfangs den Anschein hat…

Nach den drei gelungenen Auftaktfolgen lässt sich Contendo Media zum Glück nicht lange lumpen und veröffentlicht von „Mord in Serie“ nach erfreulich kurzer Zeit zwei weitere Folgen der Hörspielreihe. „Feuerengel“ macht den Anfang, und hier wird solide Krimikost geboten. Zu Anfang ist hautnah einer der Brände zu erleben, der Schrecken wird hier sehr intensiv dargestellt. Danach geht die Handlung wesentlich kühler weiter, und zwar mit der polizeilichen Ermittlungsarbeit von Livia Krämer, einer durchsetzungsstarken und engagierten Frau, die in einigen Szenen jedoch noch etwas zu blass bleibt und ihren Charakter hätte mehr ausprägen können. Falsche Fährten werden nachgegangen, doch immer weiter entblättert sich das Konstrukt der Folge, das letzten Endes mit einer starken und gut umgesetzten, wenn auch nicht zu 100% schlüssigen Auflösung aufwarten kann. Der Bezug zur Stasi-Vergangenheit wird leider schon im Klappentext erwähnt, ohne diesen Hinweis hätte es sicherlich ein wenig mehr Überraschung gegeben. Die Folge ist kurzweilig erzählt, auch wenn große Highlight fehlen, sodass sich das Hören sicherlich lohnt – auch wegen der gelungenen Umsetzung. Der allerletzte Funke, der Aha-Effekt wollte dann aber eben doch nicht überspringen, auch nicht bei der allerletzten Szene, die man so oder so ähnlich schon vorher vermuten konnte. Trotzdem kann die Serie sich weiter festigen und eine solide Folge präsentieren.

Nana Spier nimmt als Livia Krämer die Hauptfigur in dieser Folge ein. Ihre ganz besondere Stimme, warm und doch mit sprödem Unterton, setzt sie auch hier wieder in genügend Aufmerksamkeit für den Charakter um und kann über die gesamte Laufzeit glaubwürdig wirken. Ihr zur Seite gestellt ist Hanno Friedrich als Christian Marx, auch sein Klang kann einfangen, an den richtigen Stellen setzt er mehr Nachdruck ein, während er in anderen Szenen eher in den Hintergrund zu treten vermag. Hörspielurgestein Henry König ist hier mal wieder zu hören, was den geneigten Hörspielfreund durchaus freuen dürfte. Weitere Sprecher sind Santiago Ziesmer, Oliver Böttcher und Robert Missler.

Die Produktion dieser Folge ist durchaus als gelungen zu bezeichnen, Musik und Geräusche spielen gut zusammen, halten sich aber größtenteils eher zurück und legen den Fokus deutlich auf die Dialoge und die Entwicklung der Geschichten. Insbesondere die erste Szene ist aber intensiv umgesetzt worden und stellt somit einen starken Start in die Handlung dar.

Weit aufgerissene Augen, in denen Irrsinn funkelt, aufgesprungene Haut, ein Gesicht vom roten Schein des Feuers beleuchtet – das Titelbild zu dieser Folge offenbart nicht viel und ist gerade deshalb so gut gewählt. Im Inneren sind übersichtlich die Produktionsdaten aufgelistet, der übrige Platz des Booklets wurde aber für andere Hörspiele von Contendo media reserviert.

Fazit: Kein Brüller, aber eine solide Geschichte, gut erzählt und mit fähigen Sprechern besetzt – Krimikost für zwischendurch.

VÖ: 1.Oktober 2012
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258404


Mord in Serie – 3. Die schwarzen Witwen



Erster Eindruck: Finale auf hoher See

Ihren Lebensabend auf Sylt hat sich Helga Weiß ruhig und beschaulich mit ihren Freundinnen Marlies und Eva eingerichtet. Doch eines Tages begegnet ihr der Mörder ihres Mannes, der nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde. Sofort sucht sie die Polizei auf, doch diese sind absolut machtlos. Gemeinsam schmieden die drei Witwen einen Plan...

Drei Folgen sind zum Start der neuen Thriller-Reihe „Mord in Serie“ erschienen, und alle drei sind in ihrer Wirkung ganz unterschiedlich. Recht behäbig, aber kurzweilig und unterhaltsam startet die dritte Folge „Die schwarze Witwen“ mit einer heiteren Szene, in denen Helga und ihre Freundinnen vorgestellt werden. Schon hier kommt gut die Gruppendynamik herüber, die im Laufe der Folge immer wieder aufgegriffen und vertieft wird, hieraus wird immer ein großer Reiz gezogen. Mit dem Auftauchen von Robert Keller, dem Mörder von Helgas Mann, ziehen dunkle Wolken an, doch auch hier bleibt alles vorerst recht harmlos und locker, streckenweise sogar richtig witzig, das Dreiergespann bereitet viel Freude. Doch dann – quasi unerwartet und überraschend – wendet sich die Folge, ein einziger Satz verändert alles und bringt eine große Dramatik mit sich. Spannung kommt auf, der Hörer sitzt gefesselt vor den Boxen und weiß kaum, auf wessen Seite er nun stehen soll. Und dann gibt es da eine recht grausame Szene, die Ereignisse überschlagen sich, immer neue Ereignisse setzen immer neue Akzente – fast schon ein wenig zu viel, die einzelnen Elemente können sich kaum richtig entfalten. Wie man es schon nach drei Folgen von „Mord in Serie“ gewohnt sein darf, ist hier nicht alles so, wie es scheint, und es gibt noch einiges aufzuklären. Das ist gut erzählt und setzt wieder alles in ein anderes Licht, wobei das eigentliche Finale mit einem Paukenschlag endet und die Geschichte gekonnt auflöst. Da hätte es die kleine Szene nach dem Abspann eigentlich nicht gebraucht, die Folge hätte auch ohne sie nichts von ihrer Wirkung verloren. Auch Nummer drei der Serie kann mit Atmosphäre und einer gut erzählten Handlung überzeugen.

Das Damentrio dominiert eindeutig die Handlung, und auch ihre drei Sprecherinnen sind bestens dazu geeignet, den Hauptteil der Folge zu bestreiten. Ursela Monn ist als Helga Weiß so etwas wie der ruhende Pol der Handlung, um sie dreht sich alles, ihre warme Stimme hält alles zusammen. Katja Brügger spricht die forsche Marlies und kann eine große Palette an Facetten zeigen, die allesamt glaubhaft sind und zum Charakter passen. Reinhilt Schneiders außergewöhnlicher Klang setzt auch hier immer wieder Akzente, sowohl bei de fröhlichen wie auch bei den dramatischen Szenen. Martin May, Wolf Frass und Christine Pappert sind unter anderem im Esemble zu hören.

Wie auch die Geschichte verstehen es die Musik und die Geräusche, von einem ruhigen und beschaulichen Anfang auszugehen und sich immer weiter zu steigern. Besonders das Ende ist dann eindrucksvoll in Szene gesetzt, hier passt alles zusammen und ist auf einem hohen Produktionsstandart. Im Mittelpunkt stehen aber stets die Dialoge, die Atmosphäre ist schmückendes Beiwerk.

Das Titelbild lässt sich anfangs nicht so recht zuordnen, aber die blutige Hand hinter der Fensterscheibe ergibt im Laufe der Folge seinen Sinn – ein gelungenes Titelbild, das Konzept des Artworks funktioniert auch hier gut. Besonders gelungen ist der Platz hinter der CD, wo sich nicht nur die Trackliste findet, sondern dem Hörer auch das Gesicht eines Mannes entgegenblickt.

Fazit: Ein ebenso sympathisches wie unterhaltsames Damentrio, eine unerwartete Wendung und eine Offenbarung, die so einiges in ein anderes Licht rückt – auch Teil drei ist ein sehr hörenswerter Thriller.

VÖ: 2.Juli 2012
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258398


Mord in Serie – 2. Wolfsnacht



Erster Eindruck: Eine Nacht im Wald

Zusammen mit ihrem Freund Daniel reißt Aylin von zu Hause aus, sie stehlen ein Auto und fahren in einen abgelegenen Wald. Doch die Überraschung ist groß, als sie im Kofferraum die entführte Bankergattin Katja finden. Kurzerhand beschließen sie, den Zufall zu nutzen und Geld aus der Sache zu schlagen – doch auch der eigentliche Entführer ist ihnen auf der Fersen...

„Mord in Serie“, die neue Serie aus der Feder von Markus Topf, enthält eigenständige Thriller, sodass ganz verschiedene Stimmungen und Verläufe möglich sind. So unterscheidet sich dann auch Nummer zwei „Wolfsnacht“ von seinem Vorgänger und legt dieses mal nicht ganz so deftig los, sondern setzt auf einen eher langsamen, aber stetigen Aufbau. So lernt der Hörer vorerst Daniel und Aylin und deren nicht ganz unproblematische Beziehung kennen, erst nach einigen Minuten geht der Fall mit der Entdeckung von Katja so richtig los. Auch hier wird eher noch ein lockerer Unterton gewählt, die Protagonisten können die Situation noch nicht in ihrer ganzen Tragweite erfassen. Doch dann wird es immer bedrohlicher, immer weiter steigert sich die Handlung und endet schließlich in einem spannenden Wettlauf durch den nächtlichen Wald, in dem gleich mehrere dramatische Wendungen den Verlauf prägen. Hier fährt die Dynamik voll auf, dies ist das gelungene Kernstück der Handlung, der einige kleinere Länge voll entschuldigt. Und wie in der vorigen Folge ist hier alles nicht so, wie es scheint, auch wenn geübte Hörer vielleicht schon einen erhärtenden Verdacht haben. Ganz zum Schluss werden in einem kleinen Radiobericht die Ereignisse zusammengefasst und noch einmal ein kleiner,fast schon zynischer Kommentar gegeben. „Wolfsnacht“ mag sich von seinem Vorgänger durchaus unterscheiden, ist diesem aber ebenbürtig und ist ein ebenso gelungener wie spannender Thriller.

Viele sehr gute Sprecher tummeln sich auch hier, doch aus Namen wie Santiago Ziesmer, Henry König und Tilo Schmitz stechen hier die drei Hauptsprecher wegen ihres vermehrten Einsatzes heraus. Johannes Raspe ist als Daniel Raspe zu hören, er hält die Dynamik seines Charakters mit variabler Stimme aufrecht und ist immer für eine Wandlung gut. Annina Braunmiller spricht Aylin, die kann alle Gefühlsregungen mit ihrer Stimme einfangen und kann so sehr überzeugen. Vollprofi Claudia Urbschat-Mingues ist als Katja Marquardt eine sehr interessante Figur und kann diese komplett ausfüllen.

Auch hier ist am Ende wieder ein Bonus-Song angehangen, der von der eher unbekannten Band Ostrich stammt und die Stimmung der Folge einzufangen weiß – eine gute Wahl. Doch auch vorher ist die Produktion gelungen, Musik und Geräusche sind gut eingefügt und unterstützen die Sprecher, die jedoch stets im Vordergrund stehen.

Sehr gelungen ist das Cover zu dieser Folge. Der Ausschnitt eines Wolfsgesichts mit dunklem, blauen Fell, aus dem ein gelbes Auge hervorsticht und den Betrachter zu beobachten scheint. Dazu kommt noch der dezente Schriftzug, der trotzdem nicht untergeht. Das Innere hat neben den üblichen Produktionsangaben auch Informationen zum Bonustrack.

Fazit: Ein sehr guter Aufbau mit stetig steigender Spannung, die in einem grandiosen Finale endet. Auch hier präsentiert sich die Reihe von einer sehr guten Seite.

VÖ: 2.Juli 2012
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258381


Mord in Serie – 1. Das 12. Opfer



Erster Eindruck: Neue Thriller-Reihe mit viel Potenzial

Zusammen mit ihrer Schwester Emma wollte Lisa eine unbeschwerte Partynacht verbringen, doch stattdessen wachst sie in einem Kellergewölbe auf und muss mit ansehen, wie Emma brutal vergewaltigt und getötet wird. Doch der jungen Frau gelingt die Flucht, und von nun an hat sie sich geschworen, die Täter zu jagen und zu ihrer gerechten Strafe zu bringen...

Contendo Media hat mit „Mord in Serie“ eine neue Reihe auf den Markt gebracht, in dem voneinander unabhängige und abgeschlossene Thriller erzählt werden. Für die Bücher ist Markus Topf verantwortlich, zum Start werden gleich drei Folgen veröffentlicht – den Anfang macht „Das 12. Opfer“, das gleich zu Beginn nicht gerade schonungslos mit seinen Hörern umgeht. In der ersten Szene nimmt man Teil am Leid von Emma, die Szene ist sehr bedrückend und von den Schmerzensschreien der Frau geprägt. Zwar werden nicht allzu viele grausame Details bekannt, trotzdem ist dies nichts für schwache Nerven. Nach diesem Paukenschlag zum Start geht es anschließend etwas ruhiger weiter, die beginnenden Ermittlungen und die erste Gerichtsverhandlung nehmen etwas Tempo aus der Geschichte, ganz ohne unspannend zu sein. Der weitere Aufbau steigert sich immer weiter, neue, schreckliche Details kommen ans Licht und Lisa den Tätern immer näher auf die Spur – Spannung ist geboten, besonders weil man deutlich merkt, dass da noch ein Geheimnis ist, das aufgedeckt werden muss. Tatsächlich gibt es bei der Stellung der Täter eine Überraschung, doch das war es dann immer noch nicht, auch ganz am Schluss wird eine Szene noch einmal in einem anderen Licht dargestellt. Eine richtig gute Geschichte, spannend und flüssig, auch wenn sich im Mittelteil eine kleine Länge einschleicht. Eins ehr guter Start für die neue Reihe.

Mit zahlreichen bekannten Stimmen ist diese Folge – ebenso wie die ganze Serie – sehr gut besetzt und überzeugt mit viel Professionalität. Uta Dänekamp spricht Lisa Wagner, deren Entwicklung vom verängstigten Mädchen zum harten Racheengel sehr gelungen und nachvollziehbar ist. Katja Brügger steht ihr als Ermittlerin Nora Winkler zur Seite und kann mit ihrer ausdrucksstarken Stimme überzeugen. Sascha Rotermund ist als David Kühn ebenfalls die absolut richtige Wahl, er kann hier zeigen, was in ihm steckt. Weitere Stimmen stammen von Martin May, Konrad Halver und Marion von Stengel.

„Das 12. Opfer“ ist eine moderne Produktion auf durchaus hohem Qualitätsstandart. Die Geräusche passen sich gut an die Szenen an und ergänzen die Sprecher. Diese wechseln zwar dynamisch in ihrer Lautstärke, dennoch ist immer alles gut zu verstehen. Neben viel stimmungsvoller Musik während der Handlung ist am Ende noch ein Song angehangen, der melancholisch und düster klingt.

Ein blutiger Handabdruck, daneben alte, rostige Ketten auf grauem Hintergrund – das Titelbild ist mit seiner schlichten Symbolik durchaus gelungen und macht neugierig auf das Hörspiel, wirkt aber vielleicht etwas kühl. Im Inneren gibt es neben einem Ausblick auf die bisher geplanten 12 Folgen der Serie, natürlich die Sprecherliste und hinter der CD eine Trackliste.

Fazit: Ein moderner Thriller mit einigen heftigen Szenen, also nichts für schwache Nerven, gut erzählt. Ein wunderbarer Start für die Serie.

VÖ: 2.Juli 2012
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258374