Jenseits der Karten – 1. Rabenfels



Erster Eindruck: Auf den Spuren einer alten Karte

Seit einiger Zeit machen Jonas und seine Freunde Mieke und Flo regelmäßig zusammen Urlaub. Dieses mal soll Jonas alles organisieren und verspricht den anderen beiden ein echtes Highlight. Doch als sie sich stundenlang durch die Wildnis des Harzer Waldes schlagen, beginnt auch der junge Journalist an der geheimnisvollen Karte, die ihm zugespielt wurde, zu zweifeln. Doch auf Burg Rabenfels angekommen erleben sie ein großes Abenteuer...

Neues Label, neue Serie: Froschtatze heißt die neue Hörspielfabrik, die nicht nur einen interessanten Namen, sondern auch ein ebenso interessantes Erstlingswerk haben: „Jenseits der Karten“ beschreibt die abenteuerlichen Reisen von drei Freunden zu fiktiven mysteriösen Orten in ganz Europa. Rabenfels ist gleichsam der Name der Burg im Harz wie auch der Titel der ersten Folge, und diese beginnt mit einer intensiven Vorstellung der drei Hauptcharaktere. Das ist sehr unterhaltsam, zumal die Rollen zwar ein wenig extrem, aber immer noch glaubwürdig gestaltet sind. Nur warum so gegensätzliche Menschen eng befreundet sein sollen, erschließt sich nicht so ganz – insbesondere bei der pedantischen Mieke und ihrem genauen Gegensatz, dem schluffigen Flo. Langsam nähert man sich der eigentlichen Handlung, immer die drei Abenteurer fest im Blickfeld. Nachdem sie nach einiger Zeit auf Rabenfels angekommen sind, bekommt alles einen sehr mystischen und mittelalterlichen Anklang. Das ist ganz anders gelöst als bei den momentan populären Mystery-Serien und geht eher eindrucksvoll denn gruselig zu, auch wenn die Gestalten einen recht unheimlichen Touch haben. Mir gefällt diese Andersartigkeit im Wirken, neue Wege einzuschlagen und dabei ein sehr unterhaltsames Hörspiel zu präsentieren. Lediglich am Timing hätte man noch etwas arbeiten können, der Anfang ein wenig zu lang geraten, während einige Sequenzen im Mittelteil besser ausgekostet werden könnten. Ein gelungenes Hörspiel und ein vielversprechendes Auftakthörspiel.

Die Sprecher wissen ebenso zu gefallen und präsentieren sich spontan und glaubwürdig, zumal sie bisher noch eher unbekannt sind. Tobias Diakow ist als Jonas zu hören und kann einen charakterstarken und mutigen jungen Mann darstellen und hat eine eingängige Sprechweise. Sabrina Heuer ist als Mieke schon gut in ihrer Rolle verankert und kann sowohl die standfeste wie auch die etwas ängstliche Seite der jungen Frau zeigen. Bei den Nebendarstellern fällt Djuwita Müller als Katharine positiv auf und hat einen mysteriösen und geheimnisvollen Klang. Weitere Sprecher sind Dirk Hardegen, Sebastian Endemann und Dieter Schmitt.

Der Soundtrack wirkt – gerade für die erste Produktion des Labels – sehr professionell und gut produziert. Vielleicht wird an der einen oder anderen Stelle etwas dick aufgetragen, insgesamt werden die Stimmungen der einzelnen Szenen gut eingefangen und mit der passenden Musik unterlegt. Geräusche fügen sich sinnig ein und geben einen lebendigen Ausdruck.

Die Aufmachung ist insgesamt sehr schlicht gehalten und kommt mit recht wenig gestalterischen Elementen aus. Ein Buch mit einer aufgeprägten Windrose schaut aus eine Tasche heraus, die Farben sind erdig und warm. Der Schriftzug ist bewusst mittelalterlich gehalten, im Inneren ist alles auf das Wesentliche beschränkt, nur die wichtigsten Angaben sind abgedruckt.

Fazit: Durchweg interessant, wenn auch am Anfang etwas lang, bringt dieser Erstling neue Elemente ein und erzielt damit eine eindrucksvolle Wirkung.

VÖ: 8.Februar 2012
Label: Froschtatze
Bestellnummer: 978-3-943426-30-4