Professor Zamorra - 4. Der Stierdämon

Professor Zamorra - 3. Das Schwert des Vampirs

Professor Zamorra 2. Der Biss der Kobra

Professor Zamorra - 1.Die Quelle des Lebens


Professor Zamorra - 4. Der Stierdämon



Erster Eindruck: Die Handlung spitzt sich zu...

Es steht schlecht um Professor Zamorra und sein Team: Nicole Duval ist immer noch in der Gewalt von Zamorras Gegenspieler Torre Gerret, und Cluanie hat mit einem dem gefährlichen Schlangenkult Ssacahs zu kämpfen. Auch Don Christofero sorgt für neuen Ärger. Doch dann sorgt ein Stierdämon für eine überraschende Wendung...

Mit einem Vierteiler ist die "Professor Zamorra"-Reihe gestartet, und somit endet der erste Handlungsstrang mit "Der Stierdämon". Und hier wird man definitiv entlohnt, hat man sich die ersten drei Teile angehört, denn alles scheint zu stimmen: Sie ist gut nachvollziehbar, ohne trivial zu sein, hat eine interessante Geschichte und einen gelungenen Spannungsbogen. Besonders die Ereignisse aus dem dritten Teil werden aufgegriffen und hier spannend zu Ende geführt. Dabei sorgt der Titelgebende Stierdämon für einen unerwarteten Wendepunkt, der die Handlung völlig auf den Kopf stellt und gekonnt weiterführt, was in den vorigen Folgen aufgebaut wurde. Hier scheint sich die Serie eingependelt zu haben, die Fehler wurden größtenteils ausgemerzt, sodass einem spannenden Hörvergnügen nichts mehr im Wege steht. Diese Folge jedenfalls hat mir richtig gut gefallen. Und praktischerweise ist mit einem finsteren Ausblick gleich für Stoff für die nächsten Folgen gesorgt.

Auch wenn ich zu der Figur der Nicole Duval immer noch nicht den richtigen Zugang gefunden habe, ist Christine Pappert, die ihr die Stimme leiht, fraglos eine wunderbare Sprecherin, die eine Bereicherung für diese Serie ist. Auch Sylvie Nogler ist in der interessanten Figur der Sara Monn eine hervorragende Wahl. Doch wieder ist mein persönliches Highlight Hennes Bender als Gnom, der mit krächzender Stimme für gute Unterhaltung sorgt. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Martin Sabel und Marisa Calcagno.

Für eine gelungene Hintergrundgestaltung ist wieder gesorgt, und dieses mal ist die Musik auch besser an die Szenen angepasst, die so eine zusätzliche Spannung verliehen bekommen. Insbesondere das Auftauchen des Stierdämons ist perfekt gelöst. Der Titelsong hat mir ein weiteres mal überzeugt.

Auch das Cover ist das bisher beste, denn obwohl im gleichen Stil gehalten wirkt es wesentlich dynamischer, wobei dem unheilvolle Dämon direkt ein grauenerregendes Aussehen verpasst wurde. Vielleicht kann das kleine Booklet das nächste mal noch mit Zusatzinformationen versehen werden.

Fazit: Professor Zamorras vierter Teil ist ein richtig guter geworden, der besonders durch seine spannende Geschichte überzeugt. So kann es weitergehen!


Professor Zamorra - 3. Das Schwert des Vampirs



Erster Eindruck: Ein rostiges Schwert und was dahintersteckt...

Torre Gerret, der finstere Gegenspieler des übersinnlichen Professor Zamorra, hat eine besonders hinterhältige List im Sinn und ist damit wieder eine große Gefahr für Zamorras Freundin Nicole Duval. Wird die junge Frau gerettet werden können? Doch weit größere Gefahr droht von anderer Seite: Don Christoferos, ein unfreiwilliger Zeitreisender, schneidet sich am Schwert des Vampirs...

Nach einer nicht ganz so starken ersten Folge und einer deutlichen Steigerung in Teil 2 folgt mit "Das Schwert des Vampirs" die dritte Folge aus der "Professor Zamorra"-Reihe von delicious media productions. Auch hier wurden einige Kritikpunkte offenbar beherzigt, sodass sich auch dieser Teil noch einmal verbessern konnte. Wichtigster Punkt ist hierbei das Verständnis für die Hörer, die die Romanvorlage nicht kennen. Diese können nun auch mit Leichtigkeit folgen ohne das Gefühl zu haben, die Hälfte nicht zu verstehen. Auch die Charaktere sind nun besser nachzuvollziehen und die erotischen Anspielungen auf ein Minimum reduziert. Dafür gebührt erst einmal großes Lob an die Macher, die sich nun anscheinend mehr den Hörern zugewandt haben. Dass die Story da im Mittelteil vor sich hinplätschert und ein wenig langatmig erscheint, lässt sich verkraften. Ich freue mich über die deutliche Steigerung und bin gespannt, wie sich die Serie weiter entwickelt!

Klaus Nägelen spricht, wie in den vorigen Teilen Merlin, um den sich große Teile der Mythologie der Serie drehen. Er ist dabei vielleicht anders, als man sich den großen Magier vorgestellt haben mag, für die Serie ist das aber durchaus passend und angemessen. Der böse Torre Gerret wird von reent Rens gesprochen und kann dabei völlig überzeugen. Genial ist Hennes Bender als unterwürfiger namenloser Gnom, der einen gewissen Fun-Faktor einbringt. Weitere Sprecher sind Andreas von der Meden, Marion von Stengel und Tetje Mierendorf.

Sehr gelungen ist der Titelsong von Carsten Bohn, der an alte Zeiten erinnert ohne altbacken zu wirken. Auch die restliche Klangkulisse kann überzeugen und ist mit ihren abwechslungsreichen Stücken und dem passenden Einsatz von Musik und Geräuschen auf einem hohen Niveau.

Das Cover ist im Stil der beiden Vorgängerfolgen gehalten. Die roten Streifen, die von dem Logo ausgehen bilden den Rahmen, die Illustration an sich ist sicherlich ein Hingucker im Hörspielregal und passt zudem gut zu der Folge. Das kleine Booklet enthält zudem die einleitenden Sätze jeder Folge in gedruckter Form.

Fazit: Auch wenn es noch kein absoluter Knaller ist, die Serie an sich hat sich hier sehr gesteigert und somit ist die bisher stärkste "Zamorra"-Folge herausgekommen.


Professor Zamorra 2. Der Biss der Kobra



Erster Eindruck: Die Hölle muss sich wieder fürchten…

Auf Schloss Llewellyn-Castle scheint die Erbfolge gefährdet, denn Lord Bryont Saris ap Llewellyn bricht halbtot zusammen, bevor sein Bewusstsein in seinen Nachfolger übergehen konnte. Gerade noch kann er gerettet werden, doch das Ritual des Übergangs fordert seinen endgültigen Tod. Doch gerade in dieser Phase der Neuordnung geht große Gefahr von einem eigentlich Verbündeten aus…

Wegen diverser interner Unstimmigkeiten bei Canora Media erschien die zweite Folge der Professor Zamorra-Reihe im frisch gegründeten Label delicious media productions. Auch wenn einige Kritikpunkte der ersten Folge nicht ausgebessert werden konnten, wurden deutliche Verbesserungen vorgenommen. Die Story ist immer noch für Hörer, die die Romanvorlage nicht kennen, teilweise recht schwer nachvollziehbar, da Begriffe verwendet werden, die nicht ausreichend erklärt werden. Mit einigem Nachdenken lassen sich die wichtigsten Ausdrücke aber durchaus erschließen. Auch den Zugang zu allen Charakteren findet sich nicht auf Anhieb, wobei zumindestens einige deutlich mehr Profil entwickeln können. Gebessert hat sich definitiv die Storyführung, die einen deutlicheren und interessanteren Spannungsbogen aufweist. Der Zweck der diversen erotischen Anspielungen erschließt sich mir auch nicht so ganz. Immer noch bin ich der Meinung, dass diese Serie das Potenzial zu einem wirklichen Knaller hat, doch dafür müsste das Wirken auf den Hörer noch einmal überdacht werden. Ein erster wichtiger Schritt hierfür wäre eine Zusammenfassung der wichtigsten Personen und Ereignisse, zum Beispiel als Text im Booklet. Der Biss der Kobra hat sich zu seinem Vorgänger definitiv gesteigert, aber da geht noch mehr!

Sprechertechnisch wird solide Kost geboten. Gerhart Hinze weiß als Professor Zamorra passend auf verschiedene Situationen zu reagieren und kann so voll überzeugen. Neu ist Christine Pappert als Nicole Duval, Zamorras Freundin, die zuvor noch von Ghada Al-Akel gesprochen wurde. Doch aus sie tut sich schwer, dem Charakter wirkliches Leben einzuhauchen, schafft es aber durchgehend glaubhaft zu bleiben. Merkwürdig fand ich Henry König als Erzähler, der die besten und spannendsten Vorlagen nicht in packende Szenen verwandeln konnte. Dafür ist er oft zu laut, so unintensiv geblieben. Weitere Sprecher sind Annabelle Krieg, Reent Reins und der wunderbare Klaus Nägelen.

Die Atmosphäre ist recht gut gelungen. Die Musik stammt von Carsten Bohn, der Erinnerungen an alte Hörspielzeiten wecken konnte, ohne dabei altbacken zu klingen. So bekommen wir abwechslungsreiche, und passende Stücke zu den Szenen geboten. Nur manchmal hätte sie etwas mehr im Hintergrund bleiben können, um weitere, dynamischere Spannung entstehen zu lassen.

Das Cover ist wieder an die Heftromanserie angelehnt, was grundsätzlich positiv ist. Die Animation wirkt allerdings ein wenig zu sehr computergeneriert, zumal eine derartige Darstellung weiblicher sekundärer Geschlechtsmerkmale wohl nicht zwingend von Nöten ist. Der Hintergrund mit der übermächtigen Kobra erzeugt aber eine wohlig-schaurige Stimmung. Schön ist die ergreifende Widmung an den Autor der Serie im Inneren des kleinen Booklets.

Fazit: Die Chance für den Neubeginn wurde leider nicht optimal genutzt, aber es ist eine deutliche Steigerung erkennbar. Mit ein paar Änderungen wird's noch großartig!


Professor Zamorra - 1.Die Quelle des Lebens



Erster Eindruck: Steigerungsfähig...

Professor Zamorra und seine Lebensgafährtin Nicole Duval reisen ins schottische Llewellyn, um dort ihren Freund Lord Bryton Saris zu besuchen. Er liegt im Sterben, seine Frau erwartet ein Kind von ihm. Doch anstatt für immer von dieser Welt zu gehen, soll er in seinem eigenen Sohn wiedergeboren werden, um so sein Leben zu verlängern. Auf diese Art weilt er schon seit mehreren Jahrhunderten auf dieser Erde. Dort angekommen erfährt auch Zamorra, dass er bestimmt ist, unstrblich zu werden. Seine wiederkehreden Erinnerungen ergänzen sich immer mehr wie ein Puzzle. Doch nicht alles ist so einfach, wie es scheint: Ein Mordanschlag wird auf Lord Bryton verübt, und Professor Zamorra hat einen Konkurrenten auf dem Weg zum ewigen Leben.

Lange haben viele auf eine Hörspielumsetzung der "Professor Zamorra"-Romane gewartet, nun veröffentlich das relativ junge Label Canora Medien die erste Folge aus dieser Serie mit dem verheißungsvollen Titel "Die Quelle des Lebens". Die vielversprechende Anfangssequenz weckt dann auch gleich Erwartungen auf eine spannende, actiongeladene Story: Die Hölle rüstet zum Kampf, Merlin höchstpersönlich hat einen Mann auserwählt, der sich gegen das Böse stellen soll... wirklich sehr gelungen! Doch das folgende ist eher wie lauwarmer Kaffee: Kann man trinken, muss man aber nicht, hinterlässt einen faden Nachgeschmack und ist nicht so spannend wie wirklich heißer! Die Story dümpelt vor sich hin, durch die Träume wird's eher verwirrend als mysteriös, selbst beim Mordanschlag wurde nicht alles Potenzial ausgeschöpft. Das soll nicht heißen, dass es an allen Ecken und Enden krachen muss, für eine Nerven aufreibende, mysteriöse und spannende Geschichte ist wohl aber die Vorlage einfach nicht gemacht. Dabei versteht es das Produzententeam durchaus, eine schöne Atmosphäre zu schaffen, die sich allerdings aufgrund der stereotypen und wenig facettenreich gezeichneten Charaktere ins Nichts verliert. Es wäre wünschenswert gewesen, der Story mehr Tempo zu verleihen und die ansprechende Mystik aus dem Vorspann mehr ins Hörspielgeschehen einzubinden.

Auch die Sprecher wecken eher gemischte Gefühle: Henry König ist als Erzähler der Story großartig! Seine angenehme Stimme ist einprägsam, das Erzählte gut nachvollziehbar. Auch einige andere Sprecher sind überzeugend, so geht Rainer Schmitt in seiner Rolle als Lord Bryton voll auf. Auch Gerhart Hinze ist als Zamorra glaubhaft, wenn es auch nicht die Sprecherleistung schlechthin ist. Allerdings wirkt Ghada Al Akel, die in anderen Produktionen hervorragend war, hier genauso blass wie ihr Charakter, wahrscheinlich konnte auch sie nicht viel aus der wunderschönen, sexy und einfach tollen Freundin ohne Charaktereigenschaften nicht viel mehr herausholen. Weitere Rollen bestreiten Reent Reins, Marion von Stengel und Andreas von der Meden.

Die Musik, mit der die Macher das Hörspiel unterlegt haben, stammt aus der Feder von Carsten Bohn, die er erstmal seit 30 Jahren für eine Hörspielserie geschrieben hat. Sie bildet einen schönen Kompromiss aus alt noch neu, klingt richtig schön nostalgisch und ist wirklich gut eingesetzt. Dynamische Bögen und imposante Effekte untermalen die Story.

Das Cover ist an die Gestaltung des Heftromans angelehnt. Der Schriftzug und die Hintergrundgestaltung mit den roten Streifen auf schwarzem Grund wirken stimmig und ziehen sich konsquenterweise auch über die Rückseite. Das Titelbild wurde überarbeitet und verleiht eine gewisse Modernität. Ob allerdings die Frau unbedingt nackt sein muss, darüber lässt sich wohl streiten, immerhin hatte sie auch auf dem Heftroman etwas an...

Fazit: Noch ist der Reiz nicht völlig verloren gegangen und eine erste Folge ist sicherlich immer die schwerste, aber wirklich überzeugt bin ich nicht! Für ein wirkliches Top-Hörspiel ist noch einiges an Arbeit zu leisten...