Kati & Azuro – 15. Spuren im Schnee

Kati & Azuro – 14. Der Fluch der Donnerhexe

Kati & Azuro – 13. Die Rache des Drachen

Kati & Azuro – 9. Das Geheimnis der Fledermaushöhle

Kati & Azuro – 6. Eiskalt erwischt!

Kati & Azuro – 5. Kati auf der Flucht

Kati & Azuro – 4. Rätsel um Serafina

Kati & Azuro – 3. Versteck am Hexenpfad

Kati & Azuro – 2. Azuro startet durch!

Kati & Azuro – 1. Rettet Azuro!


Kati & Azuro – 15. Spuren im Schnee



Erster Eindruck: Gestrandet in Flintrup

Mitten im Winter herrscht Matschwetter statt Schneelandschaften, und auch ein neuer Fall für Kati und Cleo ist nicht in Sicht. Letzteres kündigt sich allerdings an, als ein Reisebus in der Nähe von Flintrup liegenbleibt. Zwei der Passagiere werden von Katis Vater kurzerhand auf dem Fasanenhof untergebracht, doch Boris verhält sich ziemlich merkwürdig. Und dann beginnt es doch noch zu schneien...

Bei „Kati & Azuro“, der Pferde- und Detektivserie von Europa, geht es in so einigen Folgen ziemlich winterlich zu, und auch Nummer 15 spielt zu der kalten Jahreszeit. Gerade im späteren Verlauf der Folge wird dies auch ziemlich gelungen eingebaut, doch vordergründig wird hier wieder ein recht interessanter Krimi erzählt, der gar nicht so einfach zu durchschauen ist. Denn zu Anfang bekommt der Hörer nur wenige Anhaltspunkte, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird, und so tappt man lange im Dunkeln. Dadurch entwickelt sich schnell eine dichte Stimmung, und als Hörer rätselt man automatisch mit. Zwar beommt man nach einiger Zeit die Marschrichtung vorgegeben, dennoch bleibt viel im Unklaren. Gespickt mit vielen gefährlichen Momenten für Kati und Cleo und einem packenden Finale ist eine sehr gelungene Folge der Serie entstanden, die sich nicht wie andere Episoden in zu langen Dialogen verliert, sondern stets auf dem Punkt dargeboten wird. Das Thema ist dann auch gut gewählt und sorgt für einen packenden Strudel aus Ereignissen, dass es gar nicht weiter stört, wenn das Pferdethema etwas mehr in den Hintergrund rückt. Nichtsdestotrotz hat Azuro natürlich auch hier seinen großen Auftritt, auch die anderen Charaktere kommen hier sehr gut zur Geltung.

Katharina von Keller ist natürlich wieder als Cleo mit dabei, ihre aufgekratzte und lebendige Art wird durch ihre energiegeladene Sprechweise unterstrichen. Flemming Stein spricht den verschlossenen Boris, was er recht markant und mit Nachdruck löst, später kann er aber auch seine andere Seite sehr authentisch darstellen. Franciska Friede ist als seine Schwester Natalia im Einsatz, auch sie hinterlässt einen glaubwürdigen Eindruck. Weitere Sprecher sind Robin Brosch, Daniel Welbat und Christian Rudolf.

Insgesamt recht unauffällig ist die akustische Umsetzung geworden, alles passt stimmig zusammen. Die spannenden Szenen hätten zwar noch etwas prägnanter umgesetzt werden können, doch die eingebaute Musik untermalt die Szenen passend. Die Geräusche und Soundeffekte lassen die Dialoge lebendiger wirken und besonders die unterirdischen Szenen gut zur Geltung kommen.

Verschneit geht es natürlich auf dem Cover zu, neben Kati und Cleo sind die obligatorischen Pferde ebenso vorhanden wie Boris, der sich in der offenen Scheune sichtlich ertappt fühlt. Der Zeichenstil ist recht schlicht, aber ansehnlich gelungen, durch den dezenten Rahmen mit den kleinen zusätzlichen Motiven wird das Titelbild abgerundet.

Fazit: Eine Folge, die sich ganz auf einen spannenden Kriminalfall konzentriert und diesen nicht aus den Augen verliert. Gut hat mir gefallen, wie sich der Hörer nur langsam dem Ziel nähert und so viele spannende Momente geboten werden. Das Pferdethema ist zwar noch präsent, dominiert aber nicht die Handlung.

VÖ: 18. November 2016
Label: Europa
Bestellnummer: 888751815124


Kati & Azuro – 14. Der Fluch der Donnerhexe



Erster Eindruck: Geheimnisvolle Vorgänge auf dem Fasanenhof

Der kleine Brand des Strohs ist nicht der erste Unglückfall, der den Fasanenhof in letzter Zeit heimsucht. Zwar ist das Feuer dank der Mithilfe aller Anwesenden schell gelöscht und hat keinen größeren Schaden angerichtet, doch die Gerüchte um einen Hexenfluch werden dadurch nur noch verstärkt. Die ersten Pferdebesitzer überlegen schon, ihre Tiere woanders unterzustellen, sodass Kati und Cleo beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen...

Die Geschichten von Kati und ihrem Pferd Azuro sind immer sehr bodenständig erzählt, auf Andeutungen von übernatürlichen Ereignissen hat man bisher größtenteils verzichtet. Und auch wenn der Titel „Der Fluch der Donnerhexe“ anderes andeutet, ist die 14. Folge der Serie nicht wirklich unheimlich oder hat sonderlich viele bedrohliche Szenen, vielmehr ist den beiden aufgeweckten Protagonistinnen sofort klar, dass etwas anderes hinter den merkwürdigen Vorfällen steckt. Doch der eine oder andere nächtliche Ausflug mit einer mysteriösen Begegnung hätte der Folge sicherlich mehr Schwung eingebracht, die Handlung plätschert ein wenig vor sich hin. Nicht, dass sie langweilig geworden ist, aber eben leider auch nicht sonderlich aufregend gelungen. Die Ermittlungen der beiden Mädchen fördern immer mehr Hinweise an die Oberfläche, sodass sie langsam auf die Hintergründe der Ereignisse kommen, aber auch das Finale kann die Spannungskurve nicht nach oben reißen, sondern ist ungewöhnlich ruhig erzählt. So bleibt leider ein recht gleichförmiger Ausdruck der Folge, die ein wenig mehr Aufregung verdient hätte, denn die Ansätze sind durchaus gelungen.d

Katharina von Keller ist wieder als Cleo mit dabei, ihre Stimme klingt freudlich und aufgeweckt, sie bringt viel positive Energie in die Handlung ein und kann die Aufregung des Mädchens gekonnt in Szene setzen. Michael Bideller ist als Graf Enzo von Pomnitz, welchen er sehr glaubwürdig umsetzt und mit einer eingängigen Dynamik spricht. Inga Linke wird von Saskia Bellahn, auch sie macht einen guten Eindruck und passt gut in das Ambiente der Folge. Weitere Sprecher sind Anna Katharina Grottendieck, Ela Nitzsche und Thomas Karallus.

Ebenso wie die Geschichte bleibt auch die akustische Umsetzung durchgehend ruhig und unaufgeregt. Musik ist dabei recht wenig im Einsatz, sorgt aber während der Szenenübergänge für die passende Stimmung. Geräusche sind wieder recht viele im Einsatz, die auch meist stimmig eingefügt wurden, lediglich das Vogelgezwitscher ist in einer Szene etwas zu laut geraten und lenkt zu sehr von den Dialogen ab.

In dieser Folge spielen einige geheimnisvolle Zeichen eine wichtige Rolle, und diese haben auch den Weg auf das Cover gefunden. Der Drudenfuß neben dem Brunnen ist in der gezeigten Szene das auffälligtse, dieser wird von den Reitern auf dem Titelbild entdeckt, doch auch in der vielfältigen Rahmengestaltung sind einige der Symbole nebst einem Traumfänger eingearbeitet.

Fazit: Das Thema gefällt und bietet gelungene Ansätze, die Handlung wirkt allerdings ziemlich ausgebremst und kommt zwar unterhaltsam, aber nicht wirklich spannend oder aufregend herüber. Auch die Auflöung hätte dramatischer erzählt werden können und bleibt wie der Rest auch ziemlich ruhig.

VÖ: 30.September 2016
Label: Europa
Bestellnummer: 888751911720


Kati und Azuro – 13. Die Rache des Drachen



Erster Eindruck: Fast unsichtbar und ziemlich flink...

Bei einem ihrer Ausritte entdecken Kati und ihre Lieblingscousine Cleopatra einen Leguan, der einfach in der Landschaft sitzt. Noch bevor sie überlegen können, ob sie das Tier einfangen sollen, ist es im Gebüsch verschwunden. Und so wollen die beiden Naturfreunde mehr über die Echse erfahren und treffen dabei ein freundliches Ehepaar aus der Nachbarschaft, doch auch im Internet stellen sie ihre Nachforschungen an...

Naturschutzthemen stehen bei Kati und Azuro schon seit dem Beginn der Serie hoch im Kurs und werden in den Folgen auch gern mal völlig in den Mittelpunkt gerückt. Trotz des ungewöhnlichen Titels „Die Rache des Drachen“, der eher an Fantasy-Elemente erinnert, ist dies auch bei der 13. Folge der Fall. Der „Drache“ ist nämlich nichts weiter als ein entwischter Leguan, doch es steckt mehr hinter der Folge, als man anfangs denkt. Es dauert zwar etwas, bis es richtig aufregend wird, aber bis dahin erfährt man einiges über die Tiere und den richtigen Umgang mit seltenen Exoten. Hübsch eingebaut ist dabei auch, das den Kindern hier nebenbei etwas Medienkompetenz beigebracht wird, denn bei der Nutzung des Internets sind Kati und Cleopatra misstrauisch und vorsichtig. Und auch die verwirrte Dame, die hier immer wieder für Aufregung sorgt, ist gut platziert und ist keine reine Witzgestalt, sondern regt zum Nachdenken an. Die Handlung an sich ist zwar nicht schwer zu durchschauen, bietet aber dafür einige gelungene Wendungen und eine ebenso spannende wie lehrreiche Atmosphäre, sodass „Die Rache des Drachen trotz des merkwürdigen Titels punkten kann.

Micaela Kreißler ist als verwirrte Frau Meier zu hören, dabei bricht ihre Stimme mal, mal ist sie ganz aufgekratzt, sodass sie immer den richigen Ton trifft und ein sehr glaubhaftes Bild der alten Dame zeichnet. Tanj Dohse ist als Lind Wicket zu hören, die sympathische Naturschützerin kommt dabei sehr gut zur Geltung, besonders wenn sie in den späteren Szenen noch mehr aus sich heraus geht. Christian Rudolph hat mir zudem als Jakob Harloff sehr gefallen, seine angenehme und betonte Stimme ha er für diese Rolle gekonnt abgewandelt. Weitere Sprecher sind Sonja Stein, Oliver Hörner und Thomas Karallus.

Akustisch ist die Folge stimmig un Szene gesetzt worden, besonders die Szenen in der Natur wurde mit passenden Geräuschen untermalt und wirken sehr harmonisch inszeniert. Und auch die restlichen Szenen sind gut aufgestellt und wirken recht lebendig, da die Vorgänge immer mit glaubwürdigen Sounds unterlegt sind. Musik spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Kunterbunt und vielseitig ist das Cover umgesetzt, gezeigt wird dabei eine Szene aus dem Hörspiel, in der die beiden Mädchen den Leguan anlocken wollen und dabei entdeckt werden. Die kräftigen Grüntöne, die dieses mal auch den Rahmen bestimmen, nehmen dabei allerdings überhand und scheinen in sich etwas zu verschwimmen.

Fazit: Hier sind verschiedene Themen sinnig und lehrreich miteinander verknüpft worden, wobei angenehmerweise kein Zeigefinger erhoben wird. Die Charaktere versprühen dabei wieder etwas Charme, und auch der Humor ist immer wieder eingeflochten, sodass eine runde Mischung entstanden ist.

VÖ: 3.Juni 2016
Label: Europa
Bestellnummer: 888751811621




Kati & Azuro – 9. Das Geheimnis der Fledermaushöhle



Erster Eindruck: Neue Cleo, neuer Fall

Kati hat lange und hart dafür trainiert, um endlich in den Kader der Springreiter aufgenommen zu werden. Ihre Ferien verbringt sie deswegen mit ihrer Cousine Cleo auf dem abgeschiedenen Hof des Landestrainers. Doch irgendwie harmoniert sie nicht mehr so recht mit Azuro, der plötzlich ziemlich unmotiviert scheint. Doch als die eine verletzte Fledermaus finden, wird erst einmal der Naturschützerinstinkt der beiden Mädchen geweckt...

Kati & Azuro hat nach der 7. Folge einige Änderungen erfahren, in „Das Geheimnis der Fledermaushöhle“ bekommt man nun auch erstmals die neue Stimme von Cleo zu hören, der aufgeweckten Cousine von Kati. Schön ist, dass hier wieder die Kombination von zwei verschiedenen Themen geschafft wurde. Einerseits ist das das harte Training für den Springreitkader und die vielen Missverständnisse, die zwischen Kati und Azuro herrschen. Das ist nicht nur für Pferdenarren eine interessante Passage, da das Verhältnis zwischen Mensch und Tier sehr gut beleuchtet wird. Besonders die Auflösung dieses Teils ist dabei gelungen und zeigt, dass auch Tiere ganz eigene Persönlichkeiten und Bedürfnisse haben. Die eigentliche Geschichte dreht sich aber um das nahe gelegene Waldstück, dass so allerlei unterschiedliche Tierarten beherbergt. Der Tierschutz-Gedanke kommt dabei sehr gut zur Geltung, wird jedoch streckenweise recht langatmig erzählt. Die Geschichte scheint anfangs nicht so recht zu wissen, wo sie hinführen will und überschlägt sich dann gegen Ende. Zu viele merkwürdige Zufälle, zu offensichtliche Spuren, aber immerhin ein spannender Ausgang. So bleibt ein eher gemischter Eindruck dieser Folge: Während Fans der Serie wieder mit einer gelungenen Pferdegeschichte belohnt werden, werden andere Hörer zwar insgesamt recht gut unterhalten, müssen aber auch einen eher langwierigen Mittelteil überstehen.

Katharina von Keller präsentiert sich hier zum ersten mal als Katis Cousine und beste Freundin Cleo, ihre Stimme ist sehr weich und hell, sie klingt aber insgesamt recht aufgeweckt und fröhlich, kann aber auch das Misstrauen des Mädchens gekonnt darstellen. Allerdings könnte sie manchmal noch etwas mehr Schneid an den Tag legen. Flemming Stein ist als Tom Karenka zu hören, der sich mit den Mädchen anfreundet, wie immer spricht er professionell und glaubhaft. Auch Achim Buch, der als dessen Vater Kurt zu hören ist, kann mit seiner herzlichen und empathischen Art überzeugen. Weitere Sprecher sind Florentine Drager, Thomas Karallus und Julia Fölster.

Das Sounddesign ist vom Produzententeam wieder sauber umgesetzt worden. Die Melodien sind dabei passend eingebaut und können die jeweilige Stimmung gut unterstützen. Im Vordergrund stehen aber wie immer zahlreiche Geräusche, die die Szenen lebendiger wirken lassen und eine passende Kulisse für die Handlung bieten.

Die wunderschöne Landschaft, in der Kati, Cleo und Tom gerade einen Ausritt auf ihren Pferden genießen, ist ansehnlich im bereits bekannten Comic-Stil auf dem Cover umgesetzt worden, wobei auch ein einsamer Kletterer zu sehen ist. Verziert wird das ganze von einer Vielzahl an verschiedenen Motiven, beispielsweise Vogelfedern, oder Blumen, die sich in den Rahmen einfügen.

Fazit: Wieder werden hier zwei Geschichten miteinander verflochten, sodass ein dynamischer Eindruck entsteht. Im Mittelteil geht der Handlung aber ordentlich die Luft aus, sodass hier einige langwierige Szenen zu hören sind. Zudem scheinen sich dort beide Handlungsstränge nicht wirklich weiter zu entwickeln. Das spannende Ende löst dann allerdings recht spannend alles auf.

VÖ: 13.Februar 2015
Label: Europa
Bestellnummer: 888750378125


Kati & Azuro – 6. Eiskalt erwischt!



Erster Eindruck: Dreckiger Handel mit kleinen Welpen

Ein Notfall reißt Tierarzt Dr. Katuschke und Kati aus dem Schlaf: Der junge Welpe eines Ehepaares ist sehr krank und trinkt kaum etwas. Gemeinsam können sie das Tier wieder aufpäppeln, doch Kati und ihre Cousine Cleo beschäftigt der Vorfall noch einige Zeit. Insbesondere als sie erfahren, dass in letzter Zeit viele kranke Welpen aufgetaucht sind. Im Tierheim bekommen die beiden einen entscheidenden Hinweis…

„Kati & Azuro“ ist die immer noch recht frische Serie aus dem Hause Europa, die sich speziell an junge Pferde- und Tierfreunde richtet, die wohl vorrangig weiblich sein dürften. Produziert wird diese aber nicht von Hörspielurgestein Heikedine Körting, die für die meisten anderen Serien des Labels verantwortlich ist, sondern von Alexander von der Groeben. Folge sechs beschäftigt sich mal nicht vorrangig mit Pferden, auch wenn Azuro, Katis Rappe, natürlich wieder eine große Rolle spielt. Vielmehr steht das illegale Geschäft mit jungen Hunden im Mittelpunkt, mit der oben beschriebenen Szene wird das Hörspiel gleich auf diese Thematik eingenordet. Die Wichtigkeit des Hundeschutzes kommt hier sehr gut zur Geltung, zudem wird klar gemacht, worauf man bei einem seriösen Kauf von Welpen achten muss. Lobenswert, dafür ist die Handlung aber nur Mittelmaß. Selbst für ungeübte Hörspielhörer ist schnell klar, was hier falsch läuft, und auch die Zeit bis zur Aufklärung des Ganzen, bis zum großen Höhepunkt ist weder überraschend noch sonderlich kurzweilig. Schade, denn bei den durchaus vielseitig beschriebenen Charakteren hätte man mehr aus der Geschichte holen können. Unbestrittenes Highlight ist die kleine Verfolgung des Täters, der für Kati in einer sehr brenzligen und dramatischen Situation endet. Hier wird viel Spannung aufgebaut und ein packendes Finale geliefert.

Rolf Berg hat als Dr. Kalutschke einen sehr sympathischen und warmherzigen Auftritt, den er mit seiner angenehmen Stimme gekonnt umsetzen kann. Schauspielerin, Moderatorin und Komödiantin Hella von Sinnen hat hier einen Gastauftritt als Fabienne Simmerink. Ihre Stimme setzt sie dabei sehr variabel ein und klingt mal einschmeichelnd, mal keift sie sich mit kratzigem Klang durch die Handlung – sehr gelungen. Rene Touisaint spricht Karl-Heinz Riemerling, auch er kann auch jede Situation passend eingehen. Weitere Sprecher sind Jens Hajek, Katharina Hadem und Patricia Frey.

Der Titelsong wird am Anfang nur ganz kurz angespielt, sodass man hier schnell in die eigentliche Handlung einsteigt. Während dieser wurde eine ausgewogene Mischung gewählt, in der eher weniger Musik eingesetzt wurde, sodass die Geräusche hauptsächlich für die Erzeugung einer passenden Atmosphäre zuständig sind. Insgesamt wird die Handlung aber eher ruhig umgesetzt.

Diese Folge spielt – wie der Folgentitel schon vermuten lässt – im Winter, und so wird auf dem Cover eine weiße Schneelandschaft dargestellt. Auch der Mondsee, der eine wichtige Rolle in der Handlung innehat, ist im Hintergrund zu sehen. Kati und Azuro reiten auf ihren Pferden durch den Schnee, wobei die Zeichnung mit ihrem schlichten Zeichenstil eher Kinder und Jugendliche ansprechen soll.

Fazit: Die Charaktere, insbesondere Fabienne Simmerink mit ihrem resoluten Auftreten, sind gut dargestellt und bringen Farbe in die Handlung. Diese verläuft aber bis auf das wirklich spannende Finale zu gleichförmig und durchschaubar, sodass für etwas ältere Zuhörer keine wirklichen Überraschungen mehr vorhanden sind. Eine eher durchwachsene Folge.

VÖ: 22.November 2013
Label: Europa
Bestellnummer: 888837667029


Kati & Azuro – 5. Kati auf der Flucht



Erster Eindruck: Vater Schulze im Verdacht…

Weil Kati bei einem wichtigen Springreitturnier ziemlich gut mit ihrem Fuchs Azuro abgeschnitten hat, wird sie zusammen mit ihrer Cousine Cleo zu einer Feier des pferdebegeisterten Ehepaars Brodi eingeladen. Voller Stolz präsentieren die beiden dort ihre neue Schmuckkollektion, die demnächst in ihrem Juweliergeschäft verkauft werden sollen. Doch am nächsten Tag sind zahlreiche Stücke verschwunden – und Katis Vater gerät unter Verdacht…

„Kati & Azuro“ ist der neueste Zugang bei den Europa-Hörspielserien und richtet sich aufgrund des Themas wohl eher Mädchen – Pferde sind nicht unbedingt das, was sich Jungen im Alter ab 10 Jahren freiwillig anhören würden. Und auch die fünfte Folge ändert an diesem Eindruck nichts, allerdings wird hier eine runde und spannende Geschichte präsentiert – aber eben eher für das weibliche Geschlecht. Es dauert anfangs etwas, bis die Geschichte richtig in Fahrt kommt, zuvor stehen noch das Reitturnier und die Feier im Anwesen der Brodis statt, die ersten beiden von insgesamt sieben Tracks wurden hierfür reserviert. Hier wird der Soap-Charakter der Serie weiter in den Vordergrund gestellt, extreme Charaktere peppen die Geschichte dabei auf. Mit der Entdeckung eines der gestohlenen Schmuckstücke beginnt dann das Kernstück der eigentlichen Handlung, und dabei wird es richtig turbulent. Stellenweise scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen, doch es gibt auch Momente der Ruhe und der Besinnung. So etwa, als Kati von ihrer verstorbenen Mutter träumt, die ihr einige gute Ratschläge gibt. Das schrammt zwar nur sehr eng am Kitsch vorbei, vermittelt aber auch eine recht tröstliche Stimmung. Und dass dem halbwegs geübten Hörer eigentlich von Anfang an klar ist, wer denn nun der Täter ist, stört bei der kurzweiligen Haupthandlung eher weniger. Eine typische Folge der Serie, die allerdings am Anfang zu lange braucht, um wirklich in Schwung zu kommen.

Luisa M. Bold sorgt als arrogante Nina für einen guten Gegenpol zu den sympathischen und vernünftigen Hauptdarstellerinnen, allerdings überzieht sie die Rolle der Oberzicke doch deutlich und klingt an vielen Stellen schlicht unglaubwürdig. Nina Vorbrodt macht ihre Sache als Schmuckdesignerin Louise Brodi sehr ordentlich, klingt leicht überdreht und sehr mitteilsam, schafft so eine interessante Figur mit Ecken und Kanten. Carolin von der Groeben gefällt mir als Kati immer besser, sie bringt die Emotionen des jungen Mädchen glaubhaft herüber, auch wenn sie mal richtig hochkochen – was sie in dieser Folge mal richtig beweisen kann. Weitere Sprecher sind Lutz Reichert, Jochen Schröder und Axel Häfner.

Der Titelsong zur Serie wird bei dieser Folge am Anfang nur ganz kurz angespielt, sodass man schnell in die Dialoge einsteigen kann, am Ende ist dafür die etwas längere Version zu hören. Die akustische Gestaltung während der Dialoge hält sich eher dezent im Hintergrund, leise Melodien und einige Geräusche begleiten die Handlung und schaffen insgesamt eine angenehme und positive Grundatmosphäre.

Der Rahmen auf dem Cover ist ganz mädchentypisch in Rosa und Pink gehalten, aber auch typische Pferdemotive wie ein Bündel Hafer oder ein Reitabzeichen haben darauf Platz gefunden. Das Motiv zu dieser Folge hat wieder einen recht künstlichen Look, wirkt sehr technisch und computeranimiert. Das kann die Stimmung der Serie mal so gar nicht einfangen, hier sollte man vielleicht doch lieber auf gezeichnete Bilder zurückgreifen.

Fazit: Während der erste Teil zu lange dauert und auch einige langatmige Passagen enthält, geht die Geschichte später turbulent und spannend weiter. Die Zielgruppe der jungen, pferdebegeisterten Mädchen wird hier voll auf ihre Kosten kommen, zumal das Thema Reiten immer wieder geschickt in die Handlung eingebunden wurde. Und auch eine Moral wird vermittelt: Egal wie schlimm alles scheint, man muss sich der Situation stellen. Gelungen!

VÖ: 7.Juni 2013
Label: Europa
Bestellnummer: 887654875020


Kati & Azuro – 4. Rätsel um Serafina



Erster Eindruck: Prominenz auf dem Fasanenhof

Auf den Reiterhof von Familie Schulz zieht eine echte Berühmtheit ein: Lea Tovark mit ihrem Pferd Serafina, die momentan beim Springreiten auf jedem Turnier als Favoriten gelten. Doch für Kati und ihre Freundin Cleo bedeutet das vor allem Einschränkungen, denn den Stall mit dem edlen Pferd dürfen sie nicht mehr betreten. Und trotzdem scheint der mit eingezogene Tierpfleger Benny ständig schlechte Laune zu haben…

Mit Folge vier wächst eine Serie so langsam aus ihren Kinderschuhen, die Mechanismen der Serie sind so langsam bekannt, ebenso wie die Charaktere und deren Zusammenspiel. Und somit ist nun auch „Kati und Azuro“ so langsam erwachsen, die vierte Folge mit dem Titel „Rätsel um Serafina“ setzt wieder auf den bekannten Mix aus Krimi und Pferdegeschichten. Am Anfang wirkt noch alles recht konventionell und wie ein typischer Tag auf einem Reiterhof, auch das Auftauchen von Lea, Benny und Serafina ist jetzt kein sehr prägnanter Start in die Folge. Trotzdem dürfte dies der anvisierten Zielgruppe gut gefallen, alles ist gefällig und kurzweilig erzählt. Der später eingebaute, aber dennoch recht ruhige Kriminalfall kommt ohne jegliche Actionszene aus und bewegt sich in sehr realistischem Rahmen und ist so durchaus vorstellbar, hier wird mit einigen spannenden Szenen gearbeitet, in denen Kati und Cleo kurz vor dem erwischt werden stehen. Für geübte Hörspielhörer ist der Fall aber recht leicht zu durchschauen, zu offensichtlich sind die gelegten Hinweise. Der Verlauf ist wirklich kurzweilig geraten, der Fall interessant geschildert, sodass eine insgesamt recht gelungene Folge entstanden ist.

Elke Büchter ist hier in der Rolle der Lea zu hören, sie klingt sehr freundlich und sympathisch, sie macht einen spontanen Eindruck und hat eine angenehm helle Stimme. Ganz im Gegenteil dazu Martin Armknecht, der die Figur des Benny gut auszustatten weiß und das unsympathische Wesen des jungen Mannes gekonnt darstellt. Nina Mölleken wirkt als Cleo nicht mehr ganz so aufgedreht, was ein wenig mehr Ruhe in die Handlung bringt. Weitere Gastsprecher sind Lutz Reichert, Rolf Berg und Ulli Potofski.

Der Titelsong ist sehr kurz und bietet nur einen kleinen Einstieg in die Handlung. Dafür wird er auch nicht mehr so häufig wiederholt, was insbesondere in den ersten beiden Folgen schnell nervig wurde. Hier ist die Musikauswahl nun vielfältiger, treffender und moderner, sodass die einzelnen Szenen wesentlich stimmungsvoller untermalt sind. Die Geräusche sind vielfältig und passen gut in die Handlung.

Eine Szene aus der Handlung wird hier als Titelmotiv verwendet, Kati und Cleo stehen hier bei den beiden Pferden Azuro und Serafina, während im Hintergrund der verärgerte Benny angestürmt kommt. Das alles ist in einem modernen und eher schlichten Zeichenstil gehalten, kleine Motive daraus sind auch in der restlichen Gestaltung zu finden. Im Inneren gibt es wieder kleine Tipps für Reiterinnen.

Fazit: Keine großen Überraschungen, aber eine kurzweilige und abwechslungsreiche Folge, die schon aufgrund des Themas die angesprochene Zielgruppe begeistern dürfte.

VÖ: 15.Februar 2013
Label: Europa
Bestellnummer: 887654281722


Kati & Azuro – 3. Versteck am Hexenpfad



Erster Eindruck: Gefahr für die Hundebabys

Dass eine Reiterstatue aus unverständlichen Gründen gestohlen wurde, wird für Kati plötzlich völlig unbedeutend, als ein Pferd auf dem Hof Koliken bekommt. Trotz starken Regens reitet sie mit ihrer besten Freundin Cleo sofort zum Tierarzt. Dort werden sie Zeuge, wie eine Diebesbande einen Hund samt gerade geborener Welpen stiehlt. Der Detektivsinn der beiden Mädchen ist geweckt…

Pferdegeschichten haben ja im Allgemeinen eher einen schlechten Ruf, für zu süßlich und kitschig hält man sie oft. „Kati & Azuro“ will mit diesem Klischee aufräumen und präsentiert spannende, actionorientierte Geschichten. Die dritte Folge „Versteck am Hexenpfad“ ist nun bei Europa erschienen. Der Titel lässt übernatürliche Ereignisse vermuten, doch das täuscht, die beiden Mädchen jagen hier eine Diebesbande. Der Start ist noch recht gemächlich, und obwohl man diese Szene auch präsentiert bekommt, ist der Raub der Pferdestatue nicht wirklich aufregend für die Hörer. Dass dann aber auch die Hundewelpen gestohlen werden, ist natürlich etwas ganz anderes, und ab diesem Zeitpunkt nimmt die Handlung auch an Fahrt auf. Immer wieder kommt es von nun an zu brenzligen Situationen, die durchaus Spannung erzeugen können. Hier passiert schon fast wieder zu viel, ein ausgewogeneres Maß in beiden Teilen der Handlung wäre sinnvoller gewesen. Trotzdem ist die Folge insgesamt durchaus gelungen, und gerade kleine Pferdenärrinnen dürften viel Spaß daran haben.

Carolin von der Groeben ist wieder in der Hauptrolle der Kati zu hören, ihre aufgeweckte und energiegeladene Art machen sie zu einer interessanten Figur, die für genügend Aufmerksamkeit beim Hörer sorgt. Ihr Vater wird von Stephan Schleberger gesprochen, dessen warme Stimme mal ganz sanft und mal etwas strenger klingen kann – eine passende und sympathische Besetzung. Klaus Prangenberg ist hier als Tierarzt Schmming mit dabei und passt ebenso gut in das Ambiente der Serie. Weitere Sprecher sind unter anderem Max van der Groeben, Armin Riahi und Werner Opitz als Verbrecherbande.

In Sachen Produktion wurde eine ordentliche Leistung erbracht, grobe Schnitzer oder Fehler wurden vollständig vermieden. Dafür wird eine lebendige und passende Atmosphäre geschaffen, die insbesondere auf zuhörende Jugendliche zugeschnitten ist. So ist die Musikauswahl eher modern geprägt, während mit Geräuschen zusätzliche Dramatik erzeugt wird.

Auf den ersten Blick scheint es ein typischer und idyllischer Ausritt von Kati und Cleo zu sein, den sie auf dem Cover unternehmen. Erst beim zweiten Hinsehen fallen der Regen – hier bei weitem nicht so dramatisch wie im Hörspiel beschrieben - und die ernsten Mienen der beiden auf. Viele zusätzliche grafische Elemente lenken von dem eigentlichen Motiv stark ab.

Fazit: Eine Serie vornehmlich für weibliche Jugendliche, und auch eng auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Präsentiert wird ein spannendes und unterhaltsames Hörspiel.

VÖ: 14.September 2012
Label: Europa
Bestellnummer: 886919983524


Kati & Azuro – 2. Azuro startet durch!



Erster Eindruck: Azuros plötzliche Gesundung

Obwohl Azuro und die anderen misshandelten Pferde im Fasanenhof untergebracht sind, sind Kati und ihr Vater ihre Geldsorgen immer noch nicht los. Das bekommt sie auch von der Zicke Nina zu spüren, die immer wieder gehässige Kommentare abgibt. Dabei geht es Katis Liebling Azuro immer schlechter, und auch der Tierarzt hat keine allzu große Hoffnungen mehr...

Dass zum Start einer neuen Serie mehr als nur eine Folge veröffentlicht wird, ist gerade bei größeren Labels nicht unüblich. So verwundert es kaum, dass auch bei der neuen Pferde-Serie von Europa mit dem Namen „Kati & Azuro“ gleich eine zweite Folge mit dem Titel „Azuro startet durch!“ erschienen ist. Diese Geschichte ist nicht so gradlinig erzählt wie die vorige und hat mehrere Schlenker zu anderen Handlungssträngen. So wird beispielsweise die Geschichte um die arrogante Nina ausführlich behandelt und in das Leben des versnobten Mädchen geschaut – mit dem etwas plakativen Lerneffekt, dass man auch hinter die Fassade schauen sollte. Hauptteil ist aber natürlich weiter die Freundschaft zwischen Kati und Azuro, gerade der Beginn mit Azuros sehr schlechtem Zustand ist emotional gehalten, was sich durchaus auch auf den Hörer überträgt. Doch hier schleichen ähnliche Patzer ein wie in der vorigen Folge. So sind auch hier langatmige Passagen zu finden, die weder die Geschichte vorantreiben noch sonderlich unterhaltsam sind. Das ist schade, denn der gute Grundgedanke und die durchaus gelungenen Charaktere wären durch eine Straffung besser zur Geltung gekommen. Zudem wirkt die Handlung abgehackt, als ein plötzlicher Zeitsprung nur kurz behandelt wird. Eine zwiespältige Folge, die die wirklich guten Szenen um Nina und Azuros Krankheit dem zähen Hörfluss entgegenstellt.

Neben Kati gibt es mit Cleo quasi eine weitere Hauptfigur, die von Nina Mölleken gesprochen wird. Ihre quirlige Art und die temporeiche Sprechweise passen gt zu dem aufgeweckten, aber einfühlsamen Mädchen. Nina wird in dieser Folge von Luisa M. Bohl gesprochen, die sowohl die zickige wie auch die verletzliche Seite hervorkehren kann und eine durchaus glaubwürdige Leistung abliefert. Klaus Prangenberg spricht den Tierarzt Dr. Jörg Schimming und kann ebenso überzeugend sein. Weitere Sprecher sind Kerstin Gäthe, Lutz Reichert und Rolf Berg.

Auch hier wird vorrangig das kurze Titellied verwendet, um die einzelnen Szenen voneinander zu trennen. Aufgrund der dünnen Stimme der Sängerin und des nicht sonderlich pfiffigen Textes wird dies jedoch schnell ein wenig nervig. Ein bisschen Abwechslung bei der Wahl der Melodien hätte den recht guten Einsatz der Geräusche noch unterstrichen.

Natürlich sind Kati und Azuro auch wieder auf dem Cover zu betrachten, die Turnier-Szene wird hier in glattgebügeltem Comicstil zu sehen. Die Darstellungsweise von den Pferden dürfte Geschmackssache sein, jüngere Mädchen dürften es aber ansprechend finden. Im Inneren ist ein Wort-Suchspiel zu finden, bei dem Pferderassen in einem Gitter gesucht werden müssen.

Fazit: Auch hier ist der Grundgedanke gut, besonders die Szenen um Nina können gefallen. Doch die Chance auf ein richtig gutes Hörspiel wurde mit recht vielen Fehlern leider vertan.

VÖ: 25.November 2011
Label: Europa
Bestellnummer: 886979591424


Kati & Azuro – 1. Rettet Azuro!



Erster Eindruck: Neue Pferde-Serie

Nach dem Tod ihrer Mutter ist Kati zusammen mit ihrem Vater auf den Fasanenhof gezogen, einem Reiterhof, der in der Gegend aber einen recht schlechten Ruf hat. Als Freundin bleibt ihr nur ihre Cousine Cleo, die sie in den Ferien besuchen kommt. Kurz vor Weihnachten sind sie Zeuge eines Autounfalls, bei dem ein Pferdeanhänger beschädigt wird. Und das Pferd darin sieht gar nicht gut aus...

„Kati & Azuro“ ist der Titel einer neuen Hörspielserie, die das Kultlabel Europa in sein Programm genommen hat. Die Charaktere wurden schon kurz bei TKKG vorgestellt, doch nun ist auch die erste eigenständige Folge „Rettet Azuro!“ erschienen. Natürlich muss hier vorerst viel Zeit darauf verwendet werden, die Personen und ihr Umfeld vorzustellen, sodass es einige Zeit dauert, bis die eigentliche Handlung beginnen kann. Während der gesamten Folge wird viel auf die Gefühle von Kati eingegangen, die dem Hörer so schnell näher rückt und gut nachvollziehbar wird. Ihre emotionale, oftmals auch ein wenig ironische Art wirkt natürlich, und auch die anderen wiederkehrenden Charaktere sind sympathisch und glaubwürdig. Die Geschichte um die Rettung eines Pferdes – Azuro – ist im Prinzip recht spannend und thematisiert gleichzeitig den skrupellosen Umgang von Pferden zum Profit einiger Menschen. Die dargestellten Tierquälereien sind nicht nur ein wichtiges Mittel, um die Geschichte voranzutreiben, sondern auch ein klares Statement. Einige humorvolle Anspielung auf andere Serien des Labels wirken auflockernd und sind witzig. Allerdings ist die Handlung doch arg in die Länge gezogen, viele Passagen können kein Tempo aufnehmen und bleiben zu blass, während die Darstellung des Bösewichts Waldomar Pain deutlich eindimensional geraten ist. Diese erste Folge hat eine Hand voll starker Szenen, und auch der Grundgedanke ist kein schlechter, die Mischung aus Abenteuer- und Pferdeserie schwächelt hier aber doch aufgrund der langatmigen Erzählweise.

Als Kati ist Carolin van der Groeben zu hören, die mit ihrer emotionsgeladenen Stimme alle Szenen gut meistern kann und besonders die Qual der Pferde gut nachvollziehbar macht. Ihr Vater Ludger Schulze wird von Stephan Schleberger gesprochen, seinne Stimme ist klar und passt gut zu dieser recht ernst angelegten Rolle. Als Erzähler ist Mitproduzent Ulli Potofski zu hören, er schafft es aber nicht, einen Draht zu seinem Publikum zu schaffen und wirkt meist zu künstlich. Weitere Sprecher sind Alexander van der Groeben, Patricia Frey und Rolf Berg.

Als Titelsong wurde ein eigens produziertes Lied gewählt, dass auch immer wieder als Trennung zwischen den einzelnen Szenen eingespielt wird. Leider ist die Singstimme arg dünn, sodass das Piepsige darin schnell nervig wird. Ebenso verwunderlich wie die Wahl der Sängerin ist, dass das Lied immer schnell ausgeblendet wird, man nicht mal am Ende die volle Version zu Ohr bekommt.

Niemanden dürfte es verwundern, dass auch auf dem Cover Pferde zu sehen sind. Gezeigt wird eine Szene aus dem Hörspiel, bei dem Kati und Cleo durch dichten Nebel reiten und verfolgt werden. Die Aufmachung wirkt locker, ansprechend und nicht zu überladen, im Inneren gibt es einige Infos über Pferde und Kati wird kurz vorgestellt.

Fazit: Die an sich spannende Geschichte wird hier zu lang erzählt, eine Kürzung um eine viertel Stunde hätte mehr Tempo hinein gebracht.

VÖ: 25.November 2011
Label: Europa
Bestellnummer: 886979591325