Die Elfen – 4. Der Fluch des Schicksalswebers

Die Elfen – 3. Königstein

Die Elfen – 2. Firnstayns Kinder

Die Elfen – 1. Der Untergang von Vahan Calyd


Die Elfen – 4. Der Fluch des Schicksalswebers



Erster Eindruck: Auf der Flucht

Die Elfenfestung ist gefallen, ihre Bewohner auf der Flucht vor den kräftigen Trollen. Doch diese sind besonders an der Elfenkönigin Emerelle interessiert, um ihren Stand zu festigen. Emerelle findet Zuflucht in einem kleinen Dorf der Menschen, in dem sie aufgenommen wird. Doch die Schamanin Skanga beschwört mächtige Wesen, um ihrer habhaft zu werden...

Nach einigem Warten auf den vierten Teil der Fantasy-Serie „Die Elfen“ nach dem Erfolgsromanen von Bernhard Hennen ist dieser nun erschienen, und hier geht es dann auch schon schnell richtig zur Sache. Die anfängliche Phase, in der die Umstände der Charaktere erklärt werden, fällt hier recht kurz auf, sodass schon kurz nach Beginn mit dem Aufbau des Spannungsbogens begonnen wird. Und dieser zieht seinen Reiz insbesondere aus den vielen unterschiedlichen Stimmungen und Situationen, die teilweise abrupt wechseln. Und so wird immer wieder an spannenden Stellen unterbrochen, dennoch bekommt jeder Erzählstrang genügend Aufmerksamkeit und bleibt dem Hörer so im Gedächtnis – was wichtig ist, denn auch hier ist der Anspruch recht hoch, die komplexe Fantasywelt will ein wenig „erarbeitet“ werden. Hat man sich aber erst einmal eingefunden, ist „Der Fluch des Schicksalswebers“ beste Unterhaltung, die verschiedenen Kulturen und Völker kommen sehr gut zur Geltung. Besonderes Lob verdient eine Szene, die die Flucht der Menschen durch eisige Temperaturen beschreibt und dabei alles andere als zimperlich umgeht, die Formulierungen und Ereignisse sind schon recht heftig und treffend gewählt. Kurz vor dem Ende des ersten Zyklus zeigen sich die Elfen hier sehr stark und eingängig.

Wieder sind es hier die Sprecher, die die Geschichte zum Leben erwecken helfen und den Hörer für sich einnehmen. Bis in die kleinste Nebenrolle wurden hier fähige und engagierte Schauspieler gefunden. Andreas Mannkopff beispielsweise spricht den Menschen Ole Ragnarsson mit seiner einzigartigen Stimme so lebendig, dass man ein sehr umfassendes Bild von ihm präsentiert bekommt. Martin May spricht Kalf und klingt sehr eingängig und flüssig, wie man es von ihm gewohnt sein kann. Besonderes Lob verdient allerdings Dagmar Dreke, die so intensiv und der jeweiligen Situation angepasst spricht, dass man ihr jede Gefühlsregung voll abnimmt. Weitere Sprecher dieser Folge sind Tilo Schmitz, Simona Pahl und Helmut Zierl.

Das Sounddesign der Serie spielt in der obersten Liga der momentan auf dem Markt befindlichen Hörspiele mit. Wuchtig inszeniert, ml feinfühlig und leise, mal so laut, dass die meiste Konzentration auf den Effekten liegt. Dabei ist die Musik eher klassisch inspiriert und von einem Orchester eingespielt, während die Geräusche den hohen Standards des Labels entsprechen.

Das düstere Titelbild ist sehr ansprechend und zeigt dem Hörer gleich, in welche Richtung die Produktion geht. Ein Spiel aus Licht und Schatten umgibt den Menschen, der in eine ansehnliche Rüstung gekleidet ist. Im Inneren gibt es neben den üblichen Angaben – die Sprecher sind hier in ihre jeweiligen Völker aufgeteilt – noch einen kleinen Text von Autor Bernhard Hennen als Gimmick.

Fazit: Bedrückend, wuchtig, spannend – auch der vierte Teil der Elfen präsentiert sich in Bestform.

VÖ: 17.Februar 2012
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527772905


Die Elfen – 3. Königstein



Erster Eindruck: Die Lage spitzt sich zu

Das Menschenheer rund um ihren Führer Alfadas sind in Königsstein angekommen, einer Festung, die die Elfen von den Trollen übernommen haben. Doch in seiner Hochmut lehnt Fürst Landoran ihre Hilfe ab. Doch die Trolle sind listiger als gedacht und setzten nicht auf ihre enorme Kampfstärke, sondern auf die Zauberei ihrer Schamanin Skanga...

Reine Fantasy-Serien sind im Hörspielbereich eher die Ausnahme als die Regel, besonders wenn es sich um High-Fantasy handelt – obwohl dieses Genre seit einiger Zeit einen neuen Boom auf dem Büchermarkt erlebt. Ganze Welten werden hier erdacht, mit Völkern, die ganz individuelle Charaktereigenschaften haben. Zu diesem Bereich gehört auch Bernhard Hennens „Die Elfen“, das nun auch in der Umsetzung von Folgenreich den Sprung zum Hörspiel geschafft hat. Die beiden Handlungsstränge – der Trolle auf der einen Seite und des Menschenheers auf der anderen – werden in der dritten Folge „Königstein“ wieder zusammengeführt, die Elfen waren bisher in beiden Teilen stark vertreten. Nun werden also in dynamischen Wechseln, die aufeinander aufbauen und sich gegenseitig ergänzen, beide Seiten recht gleichmäßig beleuchtet, wobei man sich als Hörer weder auf die eine noch auf die andere Seite schlagen möchte. Die Spannung resultiert hier nicht aus zahllosen Überraschungen, sondern auf dem ständig drohenden Unheil, das über den Protagonisten schwebt. Die Kentauren, die bisher eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben, bekommen hier mit Orimedes einen ebenso wichtigen wie interessanten Vertreter. Im Gegensatz zu den anderen beiden Teilen wird hier direkt mit der Handlung begonnen, sofort befindet man sich mitten im Hauptteil und kann der spannenden und abwechslungsreichen Geschichte folgen. Auch der dritte Teil konnte mich mit seiner dynamischen Handlung und der fantastischen Atmosphäre überzeugen.

Martin Keßler, der in der Vergangenheit immer wieder mit seiner markanten Stimme überzeugen konnte, setzt diese hier wieder genauso treffend und akzentuiert ein, dass der Kentaur Orimedes einen sehr genauen Eindruck hinterlässt. Tilo Schmitz kann als Troll Orgrim seine raue Seite zeigen und charakterisiert somit sowohl seine Rolle als auch das ganze Volk sehr genau. Celine Fontanges hat als Elfin Lyndwyn immer wieder sehr eindrucksvolle Passagen, die einen hohen Unterhaltungswert haben. Weitere Sprecher sind Andreas von der Meden, Dirk Hardegen und Simona Pahl.

Musik und Geräusche gehen hier eine enge Symbiose ein, um die Sprecher in ihrem Wirken zu unterstützen und die Geschichte noch intensiver wirken zu lassen. Die Musik ist dynamisch eingesetzt und stellt wichtige Passage mit eindrucksvollen Arrangements in den Vordergrund. Die Geräusche sind dabei vielfältig und machen die Szenen glaubhafter und lebendiger.

Im Inneren des kleinen Booklets ist wieder eine unterhaltsame und kurzweilige Einführung von Autor Bernhard Hennen zu lesen, die zwar nur am Rande mit der Produktion zu tun hat, aber umso erheiternder ist. Auf dem Cover ist erneut ein Elf zu sehen, dieses mal in ziemlich kühlen Farben, während im Hintergrund erstmals Trolle zu betrachten sind.

Fazit: Der schnelle Einstieg in die Handlung und die dynamische und kurzweilige Geschichte machen diese Folge zu einer mehr als gelungenen Produktion.

VÖ: 30.September 2011
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527772899


Die Elfen – 2. Firnstayns Kinder



Erster Eindruck: Tolle Fortführung mit anderem Ansatz

Zwar ist die Elfenkönigin Emerelle dank ihres Schwertmeisters Ollowain dem Angriff der Trolle entkommen, ist aber weiterhin auf der Flucht. Sie landen in einem Menschendorf, das überrascht auf die Ankunft der Fremden reagiert, den Elfen aber beim Kampf helfen will. Doch auch die Trolle ruhen nicht und führen ihren Rachefeldzug fort...

„Die Elfen“ ist einer der bekanntesten deutschen Fantasy-Romane der letzten Zeit. Das Werk von Autor Bernhard Hennen hat eine ganze Welle neuer Geschichten rund um fantastische Völker nach sich gezogen. Dass nach der Umsetzung als Hörbuch nun eine Hörspielserie folgt, kam dann aber doch eher überraschend. Verantwortlich hierfür ist Dennis Erhardt unter dem Label Folgenreich, das in der ersten Folge die Grundstruktur festgelegt, die wichtigsten Charaktere vorgestellt und einige weitere Entwicklungen auf der Seite der Trolle erzählt hat. Die zweite Folge „Firnstayns Kinder“ bricht nun schon etwas mit diesem Verlauf und führt mit der Menschensiedlung ein drittes klassisches Fantasy-Volk und einen völlig neuen Schauplatz ein – für Abwechslung und einen dynamischen Verlauf ist also gesorgt. Dennoch sind Vorkenntnisse aus dem erstem Teil nötig, um die Handlung in vollem Maß erfassen zu können, und spätestens hier zeigt sich, was nach dem ersten Teil zu erahnen war: „Die Elfen“ ist eine vielschichtige und durchaus anspruchsvolle Geschichte, die etwas an Aufmerksamkeit erfordert. Belohnt wird man hier mit einer sehr detaillierten Charakterdarstellung, die typisch für die einzelnen Völker sind, sich aber keinesfalls immer am typischen Prototyp des Genres orientieren. Die Handlung ist anfangs noch etwas behäbig, kommt aber nach etwa einem Drittel richtig in Fahrt und kann dann packen. Und das liegt neben der spannenden Handlung auch an der grandiosen Atmosphäre, die einen in die fantastische Welt eintauchen lässt. Eine gelungene Fortsetzung, die aber erst im Laufe der Zeit richtig spannend wird.

Helmut Zierl fungiert in der Serie als Erzähler, der als Alvias auch durchaus seinen Platz in der Handlung hat. Seine sehr markante Stimme setzt immer wieder Akzente, vermittelt die Inhalte seiner Passagen sehr intensiv und sorgt für zusätzliche Stimmung. Eckart Dux spricht den Menschenkönig Horsa Starkschild mit der ihm eigenen Sprechweise und einer eingängigen Rhythmik, lässt ihn so sehr präsent wirken. Auch Sascha Rotermund kann in der Rolle des Menschen Alfadas eine glaubwürdige Vorstellung abliefert, die wunderbar mit dem Szenario harmoniert. Weitere Sprecher sind Cathlen Gawlich, Annette Gunkel und Christian Schult.

Das Sounddesign ist es, was aus dieser interessanten und spannenden Geschichte ein eindringliches, dynamisches und unterhaltsames Hörspiel macht – natürlich neben den fantastischen Sprechern. Die Musik ist sehr atmosphärisch und passt sich eng an die jeweilige Situation an, tritt mal völlig in den Hintergrund, um an anderer Stelle umso imposanter zurückzukehren. Auch die Geräusche machen einen sehr abwechslungsreichen Eindruck.

Auch hier ist die Covergestaltung sehr gelungen, die Zeichnung wurde extra für diese Hörspielserie angefertigt. Ein Elfenkrieger hält sein Schwert in die Höhe, sein Gesicht bleibt völlig verborgen und ist dem Betrachter abgewandt. Der Hintergrund passt hierzu sehr gut und ist hübsch anzusehen. Im Inneren ist eine interessante Anekdote von Bernhard Hennen zu lesen, die einen Bezug zu der Geschichte hat.

Fazit: Die Handlung des ersten Teils wird an einer ganz anderen Stelle fortgeführt, was die Serie für den Hörer noch reizvoller macht. Die Folge braucht allerdings etwas bis sie Fahrt aufnimmt.

VÖ: 30.September 2011
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527772882


Die Elfen – 1. Der Untergang von Vahan Calyd



Erster Eindruck: Bernhard Hennens bekannter Roman als Hörspiel

Es sollte ein feierlicher Tag werden in Vahan Calyd, der Hauptstadt der Elfen. Doch die Zeremonie zur erneuten Wahl der Herrscherin Emerelle wird durch den Überfall einer Horde Trolle gestört, die zahlreiche Gefangene nehmen. Emerelle und ihr Schwertmeister können allerdings fliehen und versuchen, die Hintergründe der Tat zu erkunden – hatten die Trolle etwa Hilfe aus den eigenen Reihen?

Folgenreich gehört momentan zu den angesehensten Labels der Hörspiellandschaft und haben einige sehr erfolgreiche und beliebte Serien verschiedenster Genres im Programm. Da ist die Erwartung an eine neue Reihe natürlich dementsprechend groß, und die Verkündung, dass Bernhard Hennens Roman „Die Elfen“ in einer Mini-Serie vertont wird, hat für einige Aufregung gesorgt. Nun liegt endlich die erste Folge vor – und die Aufregung war sehr gerechtfertigt. Die Geschichte ist beeindruckend und opulent in Szene gesetzt, die Sprecher engagiert und präzise. Die anfänglichen Szenen beschäftigen sich insbesondere mit Emerelle und ihrer geplanten Wiederwahl als Herrscherin, geprägt durch Intrigen und heimliche Absprachen. Diese Zeit wird intensiv dargestellt, das Volk der Elfen in ihren wichtigsten Zügen charakterisiert, zahlreiche Grundsteine für den weiteren Verlauf gesetzt. Der darauf folgende Überfall der Trolle mit der Zerstörung der Stadt ist dann der erste heftige Knall und ein actionreiches Spektakel, bei dem gezeigt wird, was für ein gutes Gespür Regisseur Dennis Erhardt für den richtigen Moment hat. Der spätere Verlauf wird von den Handlungen um die Trolle dominiert, die von Szenen aus Emerelles Flucht unterbrochen werden. Interessant ist, dass sich Hennen nicht auf die Seite eines Volkes schlägt, sondern sowohl bei Elfen wie auch Trollen Fehler und Vorzüge aufzeigt. Die kurzweilige Handlung bietet so allerlei Neuerung innerhalb der Hörspiellandschaft und bereichert das wenig vertretene Genre Fantasy. Die Vorfreude auf die weiteren Teile, von denen Nummer zwei und drei zeitgleich erschienen sind, ist geweckt – und dort ist nochmal eine Steigerung der Spannung zu erwarten. Ein großartiger Start für diese neue Serie!

Zahlreiche namhafte Sprecher wurden verpflichtet, um die Geschichte zum Leben zu erwecken. Als Emerelle ist die zauberhafte Daniela Hoffmann zu hören, die mit ihrer klaren, hellen Stimme mal einen eher zwielichtigen Charakter spricht – ein reizvoller Kontrast, den sie sehr gut löst. Ihr Schwertmeister Ollowain wird von Bernd Rumpf gesprochen, dessen markante Stimme den durchsetzungsfähigen Mann gekonnt darstellen kann. Wunderbar gefällt mit Luise Lunow als blinde Trollmagierin Skanga. Ihre Stimme wurde leicht verzerrt, was mit ihrer einzigartigen Stimme einen wunderbaren Effekt ergibt. Weitere Sprecher sind Tilo Schmitz, Douglas Welbat und Celine Fontanges.

Die Produktion ist opulent und setzt den bekannten Roman gekonnt in Szene. Die Musik von Andreas Meyer setzt gekonnte Akzente, überlässt an vielen Stellen aber auch den Sprechern allein das Feld. Eingesetzt in entscheidenden Szenen kann sie hier Spannung und Dramatik noch einmal steigern. Die Atmosphäre wird aber insbesondere durch die zahlreichen, glaubwürdigen Geräusche erzeugt, die bei den Schlachtszenen auch mal richtig laut krachen dürfen.

Auf dem Cover ist Emerelle zu sehen, die in ihrem königlichen Gewand und dem Schwert in der Hand melancholisch in die Ferne sieht. Der Hintergrund mit einem Gebäude der Elfen fällt bei diesem starken Motiv nicht sofort ins Auge. Ergänzt wird das Cover durch schlichte Schriftzüge in goldener Farbe. Im Inneren ist neben ausführlichen Produktionsangaben ein einleitender Text von Bernhard Hennen zu finden.

Fazit: Ein beeindruckender Erstling der Serie mit vielen spannenden Szenen und sehr guter Charakterdarstellung. Eine fantastische Geschichte, gekonnt umgesetzt.

VÖ: 30.September 2011
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602527772875