Hier findet ihr alle meine "Die Originale" Rezensionen
Europa - Die Originale - 57. Der Sohn des Bärenjägers
Europa - Die Originale - 56.Der kleine Muck
Europa - Die Originale - 55.Gullivers Reisen
Europa - Die Originale - 54. Schatzsuche im Atlantik 1
Europa - Die Originale - 53.Hänsel und Gretel
Europa - Die Originale - 51.Krieg im All
Europa - Die Originale - 49. Rosenresli
Europa Die Originale - 48. Dracula - Jagd der Vampire
Europa - Die Originale - 47. Rübezahl
Europa - Die Originale - 39. Oliver Twist
Europa - Die Originale - 37. Till Eulenspiegel
Europa - Die Originale - 35. Ivanhoe
Europa - Die Originale - 28. Das Gespensterschiff
Europa - Die Originale 27. Ali Baba und die vierzig Räuber & Aladin und die Wunderlampe
Europa - Die Originale - 26. Das Wirtshaus im Spessart
Europa - Die Originale - 25.Die Schatzinsel
Europa - Die Originale - 24. Die Geheimnisvolle Insel
Europa - Die Originale 23. Lanzelot
Europa - Die Originale - 21. Der Trotzkopf
Europa - Die Originale - 20. Robin Hood
Europa - Die Originale - 19. Reise zum Mitttelpunkt der Erde
Europa - Die Originale - 15. Die letzten Tage von Pompeji
Europa - Die Originale - 14. David Copperfield
Europa - Die Originale - 7. Die Irrfahrten des Oysseus
Europa - Die Originale - 3. Ben Hur
Europa - Die Originale 2. Der Graf von Monte Christo
Europa - Die Originale - Winnetou 1-3
Winnetou 1-3

Erster Eindruck: Der Inbegriff der Westernhörspiele
Teil 1: Der Stamm der Apachen fühlt seine Heimat bedroht:
Die Bleichgesichter wollen eine Eisenbahnstrecke mitten durch ihr
Gebiet bauen. Nicht nur ihr Häuptling Winnetou ist wütend, und
schnell richtet sich ihr Zorn gegen einen bestimmten Mann. Old
Shatterhand. Wie aus ihm und Winnetou doch noch gute Freunde
werden, erfährt man hier.
Teil 2: Winnetou ist außer sich vor Wut und will den Tod
seines Vaters und seiner Schwester rächen. Unterstützt durch seinen
Blutbruder Old Shatterhand jagt er ihren Mörder Santer. Sein Ziel
scheint in greifbarer Nähe, doch dann passiert etwas
Schreckliches...
Teil 3: Winnetou fühlt sein Ende kommen. Er ist sich sicher,
dass er durch einen tödlichen Schuss sterben wird. Wie wird sein
letzter Weg aussehen?
Der wohl bekannteste Indianer aller Westerngeschichte ist zurück in
den heimischen Hörspielwohnzimmern. Nachdem das Label Europa im
Zuge der Widerveröffentlichung seiner Klassiker in der Serie "Die
Originale" bereits alle drei Teile herausgebracht hat, sind diese
nun in der praktischen 3 CD-Box erhältlich, sodass man alle
Abenteuer des Apachenhäuptlings erleben kann - zum sage und
schreibe 40. Geburtstag, denn produziert wurde die Serie im Jahr
1968. Dabei hatte sie ursprünglich sechs Folgen, da jeder der drei
Teile noch einmal aufgeteilt war. Fast drei Stunden nostalgischer
Hörspielspaß erwartet den Hörer, der dominiert wird von
ambitionierten Sprechern und einer wohl einzigartigen Story. Voller
Gefahren, Abenteuer und - jawohl! - auch voller großer Gefühle. Die
sich aufbauende, aber dann umso stärkere Männerfreundschaft
zwischen Winnetou zieht sich durch weite Teile des Hörspiels,
glaubhaft dargestellt und dabei nie ins Kitschige abdriftend. Das
verhindern auch schon die vielen, oftmals brutalen und blutigen
Kämpfe. Diese bringen zwar Spannung und Dramatik in die Story ein,
sorgen aber auch dafür, dass es für Kinder nicht ganz geeignet ist.
Schön ist, wie sich immer neue Aspekte in die Handlung einbauen -
die anfängliche Feindschaft zwischen Winnetou und Old Shatterhand
im ersten, die Rache am Mörder von Winnetous Vater im zweiten und
schließlich der nahende Tod im dritten Teil. So bleibt die Spannung
die ganze Zeit erhalten, und so gerät auch die Charakterdarstellung
äußerst gut. Nicht nut Winnetou wird mit vielen Facetten
beschrieben, auch die meisten anderen Figuren sind alles andere als
blasse Nebenfiguren. Doch all diese lobenden Worte, so wahr sie
auch sind, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese
Produktion nun mal ist, was sie ist: Ein Westernhörspiel. Und für
dieses Genre muss man sich interessieren, sonst wird man sich nicht
hierfür begeistern können, so gut sie auch produziert wurden. In
diesem Genre ist es jedoch ein Geniestreich!
Die Sprecher sind allesamt engagiert bei der Sache. Aber man sollte
nicht vergessen, dass das Medium Hörspiel damals noch in den
Kinderschuhen steckte und seitdem eine riesige Entwicklung
stattgefunden hat. Die Sprecher sind an die damalige Zeit angepasst
und unter diesem Aspekt sicherlich großartig, dennoch mutet die ein
oder andere Darstellung der Charaktere etwas befremdlich an. Konrad
Halver hat nicht nur Regie geführt, sondern spricht auch gleich die
Titelrolle. Auch wenn er seinen Stil verfeinert und ausgebaut hat,
so weist seine Stimme trotzdem schon die typischen und
unverkennbaren Charakteristiken auf. Michael Poelchau ist sowohl
als Old Shatterhand als auch als Erzähler zu hören, und für mich
liefert er die überzeugendste Darbietung ab. Seine markante und
prägnante Stimme setzt er gekonnt ein, um seinem Charakter einen
eigenen Charme zu verleihen. Toll ist auch Herma Koehn als
Nscho-tschi im ersten Teil, die selbst in den dramatischten Szenen
eine intensive Stimmung beibehält, ohne zu übertreiben. Weiterhin
hören wir Hörspielgrößen wie Hans Paetsch, Horst Beck und Michael
Weckler.
Die atmosphärische Gestaltung kann ich nur zwiespältig betrachten.
Zwar schafft gerade die Musik wunderbare Stimmungen und ist
besonders in den dramatischeren Szenen treffsicher eingebaut. Und
dennoch, meine - zugegebenermaßen durch neuere Produktionen
verwöhnten - Hörspielohren wollen sich mit der Klangkulisse nicht
ganz anfreunden. Besonders, da die Geräusche größtenteils hölzern
und unausgegoren wirken. Keine Frage, für den Stand der Technik im
Jahr 1968 wurde sicherlich das Bestmögliche herausgeholt, aber
leider stört es meinen Hörgenuss doch sehr.
Alle drei Cover sind gelungen. Die gezeichneten Illustrationen
geben den großen Charme der Produktion wieder, und sind
charakteristisch für die damalige Zeit. Schön ist, dass die Figuren
auch in ihrer bildlichen Darstellung markante Züge haben, sodass
besonders Old Shatterhand gut eingefangen wurde. Der Pappschuber
kann wahlweise um die CD gelassen werden, oder man sortiert die CDs
in die (vielleicht vorhandene) Sammlung ein, um die stimmige
Wellenbewegung auf den Rücken betrachten zu können. Gelungen ist
auch die Umsetzung der CD in Vinyl-Optik. Als kleines "Schmankerl"
ist im der zweiten Folge noch die Illustration der ersten Folge zu
sehen.
Fazit: Eine stilprägende
Produktion aus dem Hause Europa, die die Bücher von Karl May
liebevoll umgesetzt haben. Allerdings sollte man die Finger davon
lassen, falls man sich für das Genre nicht begeistern kann.
Europa - Die Originale - 49.
Rosenresli

Erster Eindruck: Eine Geschichte voller Gefühl
Therese, ein junges Mädchen von gerade einmal 8 Jahren, wird wegen
ihrer Liebe zu den schönsten Blumen nur Rosenresli genannt. Ihre
Eltern sind schon früh gestorben, und da der Bruder ihrer Mutter,
der sie bei sich aufgenommen hat, die meiste Zeit im Gasthaus sitzt
und trinkt, geht es Rosenresli nicht immer allzu gut. Eines Tages
bekommt sie von der Präsidentin einen Strauß Rosen geschenkt. Doch
da diese schon verblühen, tauscht sie bei einer Bäuerin, die
Rosenwasser herstellt, die Blumen gegen ein Stück Brot. Von nun an
sammelt sie jeden Tag verwelkende Rosen und bekommt dafür leckeres,
frisches Brot im Tausch. Doch dann erfährt sie, dass die gutmütige
Frau, die von allen nur Sorgenmutter genannt wird, viel Hunger
leiden muss, und gibt ihr von nun an alles Brot. Ob auch mal
bessere Zeiten kommen werden?
Eine anrührende Geschichte ist "Rosenresli", die Europa im Jahr
1971 produziert hat. In der Reihe "Die Originale" hat sie nun den
Weg auf CD gefunden, und weiß auch nach so langer Zeit noch zu
begeistern. Selbstverständlich muss man einen Hang zu romantischen,
leicht kitschigen Geschichten haben, um sich von dem Hörspiel
packen zu lassen. Scheut man sich aber nicht, von Grundguten
Mädchen, verarmten, gutmütigen Damen und anständigen Bäuerinnen zu
hören, wird man mit 35 Minuten voller Charme belohnt und am Ende
mit einem - wie sollte es anders sein - vollkommenen glücklichen
Ende.
Für die Wahl des Erzählers kam wohl kein anderer als Hans Paetsch
in Frage, der mit seiner unverwechselbaren Stimme eine unglaublich
warme Grundstimmung in das Hörspiel bringt. Manuela Dahm spricht
das Rosenresli und schafft es dabei, die Lebensfreude und die
Gutmütigkeit ihres Charakters sehr gut umzusetzen. Die Sorgenmutter
wird von Katharina Brauren gesprochen, die ebenso wie Dagmar von
Kurmin als Kreuzwegbäuerin längst zur Legende geworden ist und in
vielen Hörern Kindheitserinnerungen wecken dürfte. Außerdem sind
noch Reinhilt Schneider, Peter von Schultz und Ingeborg Kallweit zu
hören.
Die Musik hält sich eher im Hintergrund, ist aber stimmig und passt
wunderbar zu der rührenden Geschichte. Auch in Sachen Geräuschen
bekommen wir nicht allzu viel zu hören. Allerdings stört das
keineswegs, weil die Sprecher allein eine wunderbare Stimmung
schaffen.
Das Cover schafft es, diese romantische Atmosphäre einzufangen. Die
gezeichnete Rosenresli ist er Inbegriff von Güte und Lebensfreude.
Als Markenzeichen der Serie gibt es wieder die tolle
Schallplattenoptik der CD und den schlichten Sammelrücken.
Fazit: Für nostalgische
Romantiker ein absoluter Volltreffer. Die gefühlvolle Geschichte
besticht durch ihre tolle Umsetzung und ihre grandiosen
Sprecher.
Europa Die Originale - 48. Dracula
- Jagd der Vampire

Erster Eindruck: Gruselhörspiel vom Feinsten
Der englische Anwaltsschreiber Jonathan Harker soll im weit
entfernten Rumänien Verhandlungen mit dem dort lebenden Grafen
Dracula führen. Doch schon vor seiner Ankunft kommen Zweifel in ihm
auf: Die Bewohner der Gegend scheinen unglaubliche Angst vor dem
Grafen zu haben. Auch im Schloss geschehen merkwürdige Dinge, und
schließlich ist Jonathan sicher: Sein Gastgeber ist ein Vampir!
Nach langen Planungen gelingt ihm schließlich die Flucht. Doch Graf
Dracula sinnt auf Rache!
Einen der bekanntesten Schauerromane aus der Feder von Bram Stoker
hat das Label Europa im Jahr 1970 vertont und als 48. Folge der
Reihe "Die Originale" wiederveröffentlicht. Die Faszination, die
von diesem Hörspiel ausgeht, ist ungebrochen, das Grauen schleicht
sich langsam ein, steigert sich immer mehr und gipfelt in einem
furiosen Ende. In 48 Minuten zusammengefasst ist logischerweise
einiges aus dem Roman gekürzt worden, die wichtigsten Ereignisse
werden allerdings gut umgesetzt. Nur die Passage, in der Lucy
Westenraa zur Vampirin wird und schließlich von van Helsing und
Jonathan vernichtet wird, wirkt etwas hölzern und stört irgendwie
den Erzählfluss der Geschichte. Insgesamt ist das Hörspiel aber
äußerst gelungen und sorgt für gruselige Unterhaltung.
Als Erzähler hören wir Hans Paetsch, dessen Stimme meist mit
Märchenhörspielen in Verbindung gebracht wird. Deswegen ist es
leicht irritierend, ihn nun in diesem schaurigen Stück zu hören.
Die allerletzte Szene, in der er vor dem Fortbestehen Draculas
warnt, ist aber dermaßen intensiv und Gänsehaut erzeugend
gesprochen, dass er doch eine sehr gute Wahl gewesen ist. Eine
überzeugende Arbeit hat auch Charles Regnier gebracht, der den
berühmtesten aller Blutsauger mit Inbrunst und Hinterlist zum Leben
erweckt. Michael Poelchau spricht Jonathan und vertont die Rolle
ebenfalls sehr zufriedenstellend. Eine fantastische Interpretation
der drei Vampirbräute liefern Heike Kintzel, Hella von der
Osten-Sacken und Ingeborg Kallweit ab, denen höchstes Lob gebührt.
Weitere Sprecher sind unter anderem Reinhilt Schneider, Werner Hinz
und Katharina Brauren.
Für heutige Verhältnisse mag die Musik altbacken wirken, was
aufgrund des Alters der Produktion kein Wunder ist. Trotzdem ist
sie passend und verstärkt die spannung, da sie sehr gut eingefügt
ist. Auch die Geräusche halten sich eher im Hintergrund, was die
Sprecher mit ihrer tollen Interpretation aber gleich wieder
ausgleichen können.
Das Cover ist ein echtes Highlight! Düster, schaurig und Angst
einflößend wirkt es durch die verwendeten blauen und schwarzen
Farbtöne, die tolle Gestaltung fängt unglaublich gut die Stimmung
des Hörspiels ein. Toll!
Fazit: Eine der besten
Umsetzungen der Dracula-Geschichte, die zwar anders aufgebaut ist
als heutige Vampirhörspiele, aber ihren ganz eigenen Reiz ausübt
und so ein Muss für jeden Hörspielfan darstellt.
Europa - Die Originale - 47.
Rübezahl

Erster Eindruck: Europas frühe Jahre
Der Berggeist Rübezahl, König der Zwerge, hat es gründlich satt,
ständig in seinem unterirdischen Reich zu verweilen. So macht er
sich auf an die Erdoberfläche. Dort sieht er die schöne Adelheid
und verliebt sich prompt in sie. Um ihre Gunst zu gewinnen entführt
er sie, doch merkwürdigerweise ist sie davon nicht allzu angetan.
Wenigstens gibt er ihr die Macht, Rüben in ihre Weggefährten zu
verwandeln. Doch heimlich sinnt das Mädchen, das in einen anderen
Mann verliebt ist, nach einer Fluchtmöglichkeit. Als Treuebeweis
fordert sie den Riesen auf, alle Rüben auf einem Feld zu zählen.
Als er damit beschäftigt ist, nutzt sie die Möglichkeit zur Flucht,
indem sie eine Rübe in ein Pferd verwandelt, mit dem sie die wilde
Flucht vor Rübezahls Fledermäusen gewinnt. Und seither wird der
Berggeist "Rübezahl" genannt.
Soviel zur ersten von insgesamt vier Geschichten, die als 47. Folge
der Reihe "Europa- Die Originale" auf einer CD veröffentlicht
wurden. Als Oberbegriff drängt sich der Begriff "Märchen" auf, und
eben dieses Genre wird man mögen müssen, um Gefallen am Hörspiel zu
finden. Auch sollte man das Alter nicht vergessen - es stammt aus
dem Jahr 1969, den frühesden Anfangszeiten von Europa- und klingt
teilweise dementsprechend angestaubt. Trotzdem ist es insgesamt
nicht völlig daneben gegangen, einige Szenen sind sogar richtig
mitreißend und spannend gelungen. Die Jagd auf Adelheid am Ende des
ersten Teils ist zum Beispiel sehr atmosphärisch, düster und zum
Mitfiebern gelungen. Ein Hörspiel, auf das man sich einlassen muss,
und vielleicht eher etwas zum Nebenbeihören als zum gespannten
Lauschen, aber für seine Zeit eine tolle Produktion.
Als Erzähler ist Hans Paetsch zu hören, der bei vielen
Hörspielkindern als "Märchenonkel" bleibende Eindrücke hinterlassen
hat. Auch hier passt seine Stimme ideal zur Umsetzung und hält
sogar an einigen Stellen die Spannung des gesamten Stücks aufrecht.
Josef Dahmen ist in der Rolle des Rübezahl ebenso gut besetzt und
verkörpert den Berggeist, der zwischen Gutmütigkeit und Egoismus
schwankt, vollkommen. Viele andere Sprecher sind gleich in mehreren
Rollen zu hören, Heike Kintzel zum Beispiel gleich in drei, Konrad
Halver in zwei. Trotzdem gelingt die Differenzierung zwischen den
Rollen sehr gut, weil die Sprecher sie mit unterschiedlichen
Stimmfärbungen ausstatten.
Auch die Musik ist nach heutigem Standart schlicht und ergreifend
veraltet, ist für damalige Verhältnisse aber überraschend gut und
stimmig eingesetzt. Nostalgiker werden ihre wahre Freude daran
haben! Auch Geräusche sind nicht übermäßig eingesetzt, dürften aber
aufmerksamen Europa-Hörern aus der einen oder anderen Produktion
bekannt vorkommen.
Die vom Plattencover übernommene Illustration ist sehr gut zu
diesem Hörspiel angefertigt worden und gibt gleich eine Vorstellung
des Waldgeistes. Die CD ist in nur 4 Tracks unterteilt, jede
Geschichte einen Track, was auf der einen Seite ja durchaus Sinn
macht, sich auf der anderen Seite aber in Tracklängen bis über 16
Minuten auswirkt und somit das Widerfinden gewünschter Stellen
extrem erschwert. Die sonstige Aufmachung ist wieder sehr
gelungen.
Fazit: Eine solide
Produktion, die nach heutigen Standards nicht mehr mithalten kann,
aber ihren eigenen Reiz entwickeln kann.
Europa - Die Originale - 39. Oliver
Twist

Erster Eindruck: Oliver auf seinem Weg zum Glück
Nachdem die Leiterin des Kinderhauses, Mrs. Man, wieder einmal
besonders grausam zum Waisenknaben Oliver Twist war, reißt dieser
aus und irrt tagelang durch London. Dann gerät er an den alten
Fagin, der ihm zwar ein Dach über dem Kopf und Essen anbietet, doch
in gleichfalls zu einem Mitglied seiner Bande aus Taschendieben
machen will. Zuerst soll Oliver nur üben, doch bei seinem ersten
Einsatz weigert er sich, wird aber trotzdem von der Polizei
geschnappt. Glücklicherweise hat der gutmütige Mr. Brownslow
gesehen, dass er nicht an der Tat beteiligt gewesen ist und nimmt
Oliver vorerst bei sich auf. Doch Fagin liegt wieder auf der
Lauer...
Ein weiterer Literaturklassiker, den das Label Europa im Jahr 1970
produziert hat und in seiner Serie "Die Originale" auf CD wieder
veröffentlicht hat. Wir verfolgen die Geschichte eines der
berühmtesten Waisenkinder der Literatur, und dass es dabei nicht
immer sonderlich harmonisch zugeht dürfte dabei klar sein. Jedoch
bleibt die Geschichte immer glaubhaft und nachvollziehbar und hebt
nicht zu weit ab. Schön ist, dass man ein Gefühl für das London der
Frühindustrialisierung bekommt und sich in diese Zeit
hereinversetzen kann. Da auch die Produktion gelungen ist und nicht
ins Langweilige oder Belanglose abdriftet, bieten sich hier über 40
Minuten gute Hörspielunterhaltung, bei dem man sogar einen
vielleicht unbekannten, aber bedeutsamen Roman annähern kann.
Oliver Röhricht spricht Oliver Twist und schafft es, dem etwas
überspitzt dargestellten Helden die nötige Bodenständigkeit zu
verleihen. Nancy, ein Mitglied der Straßenräuberbande, ist mit
Sabine Titze ebenso gut besetzt, wenn sie auch am Ende etwas
hölzern wirkt. Schön sind die Auftritte von Reinhilt Schneider und
Katharina Brauren als Tochter und Mutter Maylie, einer gutherzigen
Familie, da beide eine sehr warme Stimme besitzen. Außerdem sind
noch Werner Hinz, Horst Beck und Konrad Halver zu hören. Hans
Paetsch überzeugt wieder in der Rolle des Erzählers.
Die musikalische Umsetzung ist gelungen, wenn sie auch
logischerweise nicht mit heutigen Produktionen mithalten kann.
Jedoch macht sie dies durch eine liebevolle Umsetzung wieder wett.
Auch die Geräusche sind eher spärlich eingesetzt, was wegen der
tollen Sprecher aber nicht weiter stört.
Das Cover ist sehr dynamisch gelungen und ist in seiner Düsternis
die richtige Wahl für dieses stellenweise trostlose Hörspiel. Die
verwendete Szene stammt aus der Geschichte und wurde vom
Plattencover übernommen. Wie immer in dieser Serie gibt es den
tollen Sammelrücken und die CD in Vinyl-Optik.
Fazit: Ein lohnenswertes
Hörspiel! Neben den tollen Sprechern überzeugt die Geschichte mit
einem harten Schicksal und - natürlich - einem glücklichen
Ende.
Europa - Die Originale - 37. Till
Eulenspiegel

Erster Eindruck: Der Schalk treibt seinen Schabernack...
Der pfiffige Till Eulenspiegel erzählt von seinen lustigsten
Streichen und einfallsreichsten Schabernack. So balanciert er eines
Tages auf einer Wäscheleine über einem Fluss, doch seine Mutter,
die die Gaukelei ihres Sohnes nicht mag, schneidet das Seil durch
und das gesammelte Publikum bricht in schallendes Gelächter aus,
als Till ins Wasser stürzt. Doch das will er nicht auf sich sitzen
lassen und erklimmt am nächsten Tage wieder ein Seil... Auch, als
er bei einem Pfarrer im Haushalt hilft, kommt die grantige Magd
nicht um seine Streiche herum. Und dafür muss Till nur genau dem
Befehlen des Pfarrers folgen...
Till Eulenspiegel, ein Name der bis in die heutige Zeit fast allen
Kindern (und Erwachsenen) ein Begriff sein dürfte. Schon im Jahr
1966 produzierte das damals junge Label Europa ein Hörspiel um den
gewitzten Gaukler und seine Streiche. Und auch heute hat es nichts
von seinem Charme verloren. Die kurzen Episoden könne dabei sowohl
am Stück als auch einzeln gehört werden, sodass sich diese Folge
auch für "kurz zwischendurch" empfiehlt. Dabei sind dabei alle
recht einfallsreich, manche sprühen sogar vor Wortwitz und Energie.
Natürlich sieht das anders aus als bei heutigen Produktion, aber
mir gefällt die nostalgische Stimmung sehr gut und, wenn man nicht
allzu actionverwöhnte Kinder hat, vielleicht sogar denen.
Sven H. Mahler spricht den Till Eulenspiegel mit viel Esprit und
Charme, sodass es eine Freude ist, ihm zuzuhören. Dabei meistert er
die Herausforderung zwischen Charakter und Erzähler sehr gut. Die
zahlreichen anderen Rollen sind etwas kleiner angelegt und kommen
alle nur in jeweils einer Episode vor. Dabei sind alle Sprecher
nicht nur gut ausgewählt, sondern auch mit viel Freude dabei. Unter
anderem sprechen Heike Kintzel, Rudolf Oeser und Hans Meinhardt
mit.
Bedenkt man, dass das Label noch in den Kinderschuhe steckte und
seine ersten Gehversuche machte, ist die Musik erstaunlich
ausgereift und bietet eine schöne Klangkulisse zur Begleitung der
Geschichtchen. Auch die Geräusche sind gut eingefügt und wirken
real.
Das Cover zeigt die Episode, in der Till seinen Schabernack mit
einem Bäckermeister treibt und die gebackenen Eulen verkauft. Es
ist herrlich nostalgisch und in seiner Schlichtheit bezaubernd. Die
Aufmachung an sich ist funktional und stylisch, die CD in
Vinyl-Optik eine lustige Idee und der Sammelrücken sowieso ein
toller Blickfang im Regal.
Fazit: Ein bezauberndes
und witziges Hörspiel, das auch heutzutage noch einige Fans haben
dürfte.
Europa - Die Originale - 35.
Ivanhoe

Erster Eindruck: Ritterliche Intrigen und die wahre
Liebe...
Ivanhoe, ein enterbter Ritter, besiegt in einem Duell Brian de Bois
Guilbert, einen hochmütigen und intriganten Ritter. Doch trotz
dieser Schmach heckt er den nächsten Plan aus: Rowena, eine Lady
edler Abstammung, soll entführt werden, um scheinbar von ihm
gerettet zu werden. Auch Rebekka, eine Jüdin, die Ivanhoe sehr
zugetan ist, leidet unter de Bois Guilbert und wird der Hexerei
angeklagt. Nur Ivanhoe kann sie noch retten, und der erhält Hilfe
von unerwarteter Seite...
Ein Ritterhörspiel ist diese 35. Folge aus der
Europa-Klassiker-Reihe "Die Originale", hat aber mehr Inhalt als
nur heldenhafte Zweikämpfe. Um Rowena wird eine weitreichende,
politische Intrige gestrickt, die der Ritter Ivanhoe zu stoppen
gedenkt. Und dabei spielen auch Figuren wie der legendäre König
Richard Löwenherz und der allseits bekannte Robin Hood alias
Locksley eine wichtige Rolle. Auch wenn die Geschichte sich
teilweise etwas in die Länge zieht und der Sprachfluss durch viele
etwas gestelzt anmutende Worte unterbrochen wird, bietet diese
Produktion knapp 38 Minuten gute Unterhaltung, für die man
allerdings einen gewissen Bezug haben muss, um sich völlig
mitreißen lassen zu können.
1969 ist dieses Hörspiel erstmals erschienen, eine Zeit, in der
viele hochgeschätzte Sprecher ihre ersten Rollen hatten. So ist
Hans Paetsch, der sich bis in die heutige Zeit unglaublicher
Beliebtheit erfreut, als Erzähler zu hören, was er mit seiner
unverwechselbaren Stimme zu einem echten Erlebnis macht. Auch Hans
Clarin, der zu seiner Zeit viele beliebte Rollen bekleidet hat,
bietet hier eine hohe Sprachqualität als Prinz Johann. Die beiden
Damen, um die sich das Hörspiel dreht, sind durch Heike Kintzel
(Rowena) und Ingrid Andree (Rebekka) würdug vertont worden. Weitere
Sprecher sind Claus Wilcke, Horst Stark, Konrad Halver und Michael
Weckler.
Bedenkt man das Alter der Produktion, sind die Geräusche wohl sehr
gut umgesetzt worden. Allerdings fallen sie in der heutigen Zeit
doch etwas hölzern und unglaubwürdig aus. Die Musik besteht
hauptsächlich aus Trompeten- und Posaunenklängen, die sehr gut ins
Hörspiel passen und viel von der ritterlichen Atmosphäre
ausmachen.
Das Cover halte ich für sehr gelungen, der gezeichnete Kampf zweier
Ritter entwickelt eine gewisse Dynamik, der Hintergrund ist dem gut
angepasst. Eine starke Leistung, denn auch hier wurde das originale
Cover der Schallplatte verwendet.
Fazit: Ein Hörspiel, dass
die Hörer spalten dürfte. Aber eine gute Umsetzung des Themas und
die tolle Auswahl an Sprechern machen es immer noch hörenswert.
Europa Originale - 28. Das
Gespensterschiff

Erster Eindruck: Spuk auf dem hohen Meer
Nach einem Schiffbruch finden Achmet und sein Diener Ibrahim
zuflucht auf einem anderen Schiff, doch schon bald zweifeln sie an
ihrer Entscheidung: An Bord sind sämtliche Menschen tot, der
Kapitän ist an den Mast genagelt. Da sie keine andere Wahl haben,
erkunden sie das Schiff und finden edles Essen und viele
Reichtümer. Schon wähnen sie sich als reiche Männer, doch in der
Nacht packt sie das Grauen: Die Toten stehen wieder auf...
Gruselig geht es zu in der 28. Folge der "Originale". Die Erzählung
von Wilhelm Hauff, die 1973 unter der Regie von Hörspiel-Meisterin
Heikedine Körting vertont wurde, bietet eine dreiviertel Stunde
feinsinnige Geisterunterhaltung. Eigentlich fängt alles eher
abenteuerlich an, doch schon bald landen unsere beiden
Protagonisten auf dem verfluchten Schiff, und von da an erleben wir
die schrecklichen Ereignisse hautnah mit. Und es wird mal wieder
bewiesen, dass gruselige Hörspielkost nicht immer an allen Ecken
und Enden krachen muss, um unterhaltsam zu sein. Die eher ruhige
Umsetzung besticht mehr durch die tolle Storyführung und dürfte
auch nach heutigen Maßstäben eine gute Investition fürs heimische
Regal darstellen.
Hörspiel-Legende Hans Paetsch ist in seiner Paraderolle als
Erzähler zu hören und weckt nicht nur in Leuten, die das Hörspiel
von früher kennen, positive Kindheitserinnerungen. Bernd Kreibich
als Achmet und Helmut Kolar als sein Diener Ibrahim stellen die
Schrecken, die sie in der Nacht erleben, gut dar und wirken vor
allem glaubhaft. Lob gebührt auch sämtlichen Sperchern der Geister,
wie Rüdiger Hess als Steuermann, die ihre Rollen fantastisch
umsetzen.
Bedenkt man das Alter der Aufnahme ist die Qualität der Musik und
der Geräusche erstaunlich gut. Besonders die spukigen Szenen
verdienen positive Erwähnung, klingt doch alles recht schaurig und
lässt bei manchem wohl wohlige Gänsehaut enstehen.
Auf dem Cover ist besagtes Gespensterschiff abgebildet und -
selbstverständlich - im Stil der damaligen Zeit gehalten. Dabei ist
es aber immer noch ansprechend und dürfte gerade deshalb in der
Masse der heutigen Produktionen hervorstechen. Toll ist wie immer
die Vinyl-Optil der CD.
Fazit: Ein Klassiker, der
nun auch auf CD erhältlich ist und deswegen nicht einfach
verschwinden wird. Für alte Hörspielfüchse genau das Richtige, um
ihre Sammlung zu ergänzen.
Europa Originale 27. Ali Baba und die
vierzig Räuber & Aladin und die Wunderlampe

Erster Eindruck: Märchen zum tausend und einmal hören!
Ali Baba entdeckt durch Zufall, wie eine Räuberbande ihr Versteck
mit dem Satz Sesam, öffne Dich! betreten können. Als er es kurze
Zeit später selbst probiert, ist er von den vielen Reichtümern
völlig erschlagen und nimmt sich zwei Säcke voll Gold mit. Kurz
darauf erzählt er seinem Bruder Kasim von dem merkwürdigen
Ereignis. Der gierige Kaufmann probiert es auch gleich aus,
vergisst aber in der Höhle vor lauter Aufregung den richtigen Satz
und er wird von den Räubern entdeckt, ermordet und als Warnung vor
den Eingang der Höhle gehängt. Ali Baba und seine Schwägerin
ertragen diese Leichenschändung nicht, holen den Mann nach Hause
und täuschen einen natürlichen Tod vor, um ihn bestatten zu lassen.
Doch nun wissen die Räuber natürlich, dass noch jemand anderes ihr
Geheimnis kennt und machen Jagd auf die Mitwisser. Gut, dass Ali
Baba und Morgaine so gerissen sind…
Märchen aus Tausend und einer Nacht üben schon lange eine große
Faszination aus. Schon 1966, also vor über 40 Jahren, wurden die
beiden wohl bekanntesten Geschichten über Ali Baba und Aladin von
Europa vertont. Lange Zeit waren sie nur schwer erhältlich, doch
das hat endlich ein Ende: In der Reihe Die Originale sind diese
beiden Märchen als 27. Folge erschienen. Liebevoll inszeniert mit
tollen Sprechern und garniert mit orientalisch angehauchter Musik
hat die Produktion für Märchen genau die richtige Balance aus
Spannung, Stimmung und Ruhe. Grausam geht es allerdings schon zu
(vor allem bei Ali Baba), sodass es für die ganz kleinen Hörer doch
noch nicht geeignet sein dürfte. Für alle, die das Hörspiel noch
von früher können oder nach einer (leider sehr raren) Umsetzung von
Märchen aus tausend und einer Nacht suchen, ist es aber
perfekt!
Als Erzähler fungiert wie könnte es anders sein? Hans Paetsch, der
mit seiner warmen, rauen Stimme die ideale Grundstimmung für ein
Märchenhörspiel transportiert. Ali Baba wird von Benno Gellenbeck
gesprochen, der glaubhaft und überzeugend ist. Auch Sprecherin der
Morgaine, Karin Heine, stellt die Listigkeit ihres Charakters gut
dar. Als grausamen Räuberhauptmann ist Jürgen Pooch zu hören, auch
er macht seine Sache gut. Außerdem hören wir Gottfried Lackmann,
Michael Stobbe und Sven H. Mahler.
Die Musik ist zwar nicht übermäßig eingesetzt, wirkt aber durch die
orientalischen Klänge wunderbar stimmungsvoll und versetzt einen
ins Land der Basare und Schlangenbeschwörer. Auch die Geräusche
sind, wie es sich für eine Märchenerzählung gehört, eher sparsam
eingesetzt, um die Aufmerksamkeit voll und ganz auf die Sprecher zu
lenken.
Das gezeichnete Cover ist zwar schon etwas älter, verfehlt seine
Wirkung aber trotzdem nicht. Leider fehlen Sprecherangaben zum
zweiten Märchen von Aladin völlig, schade! Die Aufmachung an sich
ist aber sehr gelungen, besonders schön finde ich die Betitelung
der einzelnen Trackpunkte, die das wieder Finden bestimmter Stellen
enorm erleichtert.
Fazit: Eine tolle
Inszenierung von zwei ebenso tollen Märchen. Besser geht es
kaum!
Europa Originale - 26. Das Wirtshaus im
Spessart

Erster Eindruck: Märchen mal anders
Felix, ein junger Goldschmied, ist mit seinem Bruder auf dem Weg zu
seiner Patin, um ihr sein Gesellenstück zu schenken. Dabei müssen
sie auch den Spessart durchqueren, ein gefürchtetes Waldgebiet, in
dem es angeblich vor Räubern nur so wimmelt. Abends wollen sie in
einem Wirtshaus rasten, und kommen dort gleich mit einem Fuhrmann
und einem Studenten ins Gespräch. Da die Wirtin ihnen suspekt
vorkommt, wollen sie die Nacht zusammen in einem Zimmer
durchwachen. Und tatsächlich: Kurz nachdem eine Gräfin mit ihrem
Gefolge ebenfalls in dem Wirtshaus eingezogen ist, taucht ein
Räuberhauptmann auf und fordert die Gräfin als Geisel. Felix und
seine Kumpanen entschließen sich zu einer gefährlichen List…
Ein Märchen von Wilhelm Hauff diente als Vorlage für dieses
Hörspiel, welches im Jahr 1973 erstmals veröffentlicht wurde und
als 26. Folge in die Europa-Reihe „Die Originale“ aufgenommen
wurde. Keine Frage, das Alter hört man der 42-minütigen Produktion
an. Dennoch habe ich mich die ganze Zeit lang gut unterhalten
gefühlt, was an der spannenden Vorlage und der insgesamt positiven
Sprecherauswahl gelegen hat. Die spannenden Wendungen wurden gut
umgesetzt, genauso wie die Charakterdarstellung. Nur das Ende wirkt
ein wenig holprig, die Dialoge hätten ausgereifter sein können.
Diese kleinen Schwächen haben den Hörspaß aber nur minimal getrübt,
sodass ich eine klare Empfehlung für Fans nostalgischer Hörspiele
aussprechen kann.
Als Felix, Hauptperson in diesem Stück, hören wir Susanne Hartau.
Ob es daran liegt, dass eine Frau einen männlichen Charakter
spielt, kann ich nicht sagen, aber oftmals wirkt sie etwas blass
und unglaubwürdig in ihrer Rolle. Die meiste Zeit über ist ihre
Leitung aber akzeptabel. Heike Kintzel spricht gleich zwei Rollen:
Die Wirtin und die Gräfin, sie schafft es aber, eine klare
Abtrennung der beiden Charaktere herauszuarbeiten. Sven H. Mahler
spricht den Studenten, Rudolf Oeser den Jäger und Hans Paetsch
macht den Erzähler. Eine insgesamt gute Wahl!
Dass vor 25 Jahren nicht die gleichen technischen Möglichkeiten
gegeben waren wie heute versteht sich wohl von allein. Trotzdem ist
es dem Europa-Team um Regisseur Claudius Brac gelungen, eine schöne
Atmosphäre mit glaubhaften Geräuschen und passender Musik zu
schaffen.
Leider ist die Sprecherübersicht nicht nur unübersichtlich (weil
ungeordnet), sondern außerdem nicht komplett. Hier hätte mehr
Sorgfalt walten können. Die Coverzeichnung und die Aufmachung an
sich sind aber gelungen. Der Sammelrücken ist eine der schönsten
Ideen im CD-Regal, die dezente Wellenbewegung wirkt einfach
klasse!
Fazit: Eine wirklich
schöne Folge der Europa-Originale, und die Vorlage von Wilhelm
Hauff ist ja wirklich schon ein Klassiker!
Europa - Die Originale - 25.Die
Schatzinsel

Erster Eindruck: Abenteuer auf hoher See
Der junge Halbwaise Jim Hawkins und seine Mutter sind stark
verschuldet. Als er eine alte Schatzkarte findet, hat ihn das
Goldfieber gepackt. Doch natürlich wollen auch andere an das
wertvolle Stück kommen, und so macht sich Jim an Bord eines
Piratenschiffes schleunigst auf den Weg zur Schatzinsel. Zufällig
belauscht er, wie der zwielichtige John Silver eine Meuterei plant,
um den Schatz für sich zu bekommen. Kann er ihn aufhalten?
Wieder so ein Literaturklassiker, von dem man den Titel garantiert
schon gehört hat, aber sich nicht unbedingt in der Handlung
auskennt. Im Jahr 1966 hat das damals junge Label Europa diesen
Klassiker vertont, und auch für die neue Generation ist gesorgt:
Mittlerweile völlig etabliert bringt das Label in der Reihe Die
Originale viele seiner klassischen Hörspiele auf den Markt, so auch
diesen Roman. Die Story an sich ist spannend und fesselt den
Zuhörer. Doch die Erzählweise dürfte nicht jedem gefallen: Jim, aus
dessen Sicht wir das Geschehen betrachten, hat oft längere
Gesprächspassagen, die schon vieles von einem Hörbuch oder einer
inszenierten Lesung haben. Kindgerecht ist es übrigens nicht
gerade, es sind schon einige recht brutale Szenen vorhanden. Alles
in allem aber definitiv ein toller Klassiker, der völlig zu recht
wieder veröffentlicht wurde.
Susanne Hartau spricht die Rolle des Jim Hawkins. Leider kann ich
mich mit ihrer Sprechweise nicht ganz anfreunden, oft wirkt sie
hölzern und aufgesetzt. Nur in den actionreicheren Szenen ist sie
glaubwürdig. Hans Paetsch, den Märchenonkel, hören wir dieses Mal
als Bösewicht John Silver. Es ist schon erschreckend, wie boshaft
er klingen kann. Eine tolle Leistung! Weitere Rollen werden von
Wolfgang Rau, Jürgen Wegner und Rudolf Fenner gesprochen.
Musik ist nur sehr spärlich vorhanden, was bei dem Alter der
Produktion kaum jemanden wundern dürfte. Allerdings ist ein altes
Piratenlied zu hören, das zwar Charme hat, irgendwann aber recht
nervig ist. Die Geräusche sind gut umgesetzt und schaffen einen
Großteil der Atmosphäre (zum Beispiel durch Wellenrauschen)
Das Cover ist zwar ein wenig trashig, insgesamt aber sehr
stimmungsvoll und einladend. Die Aufmachung mit der CD in
Vinyl-Optik und der tolle Sammelrücken lassen das Ganze zu einem
Höhepunkt im CD-Regal werden.
Fazit: Ein Klassiker der
Piratenliteratur, der damals wie heute zu begeistern weiß. Für
Nostalgiker ein Volltreffer!
Europa Originale - 24. Die
Geheimnisvolle Insel

Erster Eindruck: Eine Insel am Ende der Welt
Vier Männer und ein Junge wollen für ihre Flucht aus einem
Kriegsgefangenenlager einen Heißluftballon benutzen. Das klappt
auch eigentlich ganz gut, nur leider sinkt ihr Gefährt direkt auf
offener See immer tiefer und ist nicht mehr zu retten. Mit letzter
Kraft erreichen die Flüchtlinge schließlich eine verlassene
Südseeinsel, nur der Ingenieur Mr. Smith geht verloren. Nachdem
sich die restliche Truppe behelfsmäßig in einer Höhle eingerichtet
hat, gehen sie auf die Suche nach ihrem verlorenen Kameraden und
finden ihn schließlich am Strand - mehrere Meter vom Wasser
entfernt. Immer wieder geschehen unerklärliche Dinge während der
Wochen auf der Insel, bis schließlich der Vulkan auf der Insel
auszubrechen droht...
In der Serie "Die Originale" von Europa ist ein weiterer Roman von
Jules Vernes erschienen: "Die geheimnisvolle Insel". Dieses
Hörspiel wurde ursprünglich im Jahre 1977 vertont und ist nun in
digitalisierter Form erhältlich. Dass die technischen Möglichkeiten
vor über 20 Jahren noch nicht allzu ausgereift waren, dürfte dabei
jedem klar sein. Doch überraschenderweise unterscheidet sich die
damalige Produktionsweise nicht allzu sehr von der heutigen: Es
wurde allem voran viel Wert auf eine spannende, atmosphärisch
dichte Story gelegt. Durchaus rätselhaft ist das Auftauchen der
unerwarteten Hilfe, die in einem ebenso unerwarteten Ende gipfelt
(es sei denn, man hat die Sprecherangaben vorher gelesen...)
Äußerst gelungen!
Wer könnte ein besserer Erzähler von diesem Hörspiel sein als Hans
Paetsch? Auch wenn er nur wenige Passagen vorträgt, ist seine gut
bekannte und wohlig warme Stimme eine Bereicherung für jede
Produktion. Die Hauptpersonen werden von Rainer Brönneke, Gerd
Martienzen, Gernot Endemann, Joachim Grützner und Michael Borgmann
gesprochen, die das sich nach und nach bildende Team gut verkörpern
und mit ihren Stimmen die Spannung zu steigern wissen. Eine kürzere
Passage am Ende hat noch Horst Frank als geheimnisvoller Fremder,
dessen Auftritt die eine oder andere Überraschung birgt.
Erstaunlich gut wurde die Inselatmosphäre umgesetzt: Die
Hintergrundkulisse ist reichhaltig und abwechslungsreich. Dabei
wurde mehr Wert auf Geräusche wie Vogelgezwitscher als auf Musik
gelegt, die vornehmlich zur Trennung der einzelnen Szenen benutzt
wurde. Diese ist mit Orchesterarrangement jedoch umso
beeindruckender.
Die Coverillustration wurde von der erstveröffentlichung auf
Kassette übernommen und der neuen Gestaltung nur minimal angepasst.
Die typische Gestaltung der CD in Vinyl-Optik rundet die Aufmachung
positiv ab.
Fazit: Wieder mal ein
Volltreffer aus der Reihe, nicht nur für Nostalgiker, sondern auch
für Fans von modernen Abenteuerhörspielen.
Europa Originale 23.
Lanzelot

Erster Eindruck: Held ohne Furcht
Dulac vom See, ein Waisenknabe, der von der guten Fee Niniane
aufgezogen wird, stößt bei der Entenjagd mit seinem Freund Borjes
auf ein grausiges Ungeheuer: Sie werden von einer riesigen
Schildkröte angegriffen. Beim erfolgreichen Kampf werden sie vom
Ritter Gawan beobachtet. Durch die Begegnung mit ihm setzten sich
die beiden Jungspunde in den Kopf, Ritter zu werden. Eine Idee, die
besonders beim alten Gwendap Anklang findet. Der gealterte Ritter
trainiert die beiden hart, und auf der Reise nach Camelot, wo die
Dulac und Borjes sich den Ritterschlag erhoffen, kommen sie einem
unglaublichen Geheimnis auf die Spur: Dulac ist ein Prinz und dazu
bestimmt, einer der mächtigsten und strahlendsten Ritter überhaupt
zu werden: Sir Lanzelot! Doch dann wird er von der bösen Fee
Morgane entführt. Ob er sein Ziel jemals erreichen wird?
In das Mittelalter, Zeit der Ritter, Feen und Zauberer, werden wir
in der 23. Folge der Europaserie Die Originale entführt. Eine
Geschichte voller Magie und Heldentum wartet auf den Hörer, die in
ihren Bann zu ziehen weiß. Die berühmte Sage um König Artus und
seine Tafelrunde wird aus der Sicht des jungen Lanzelot beleuchtet
und bringt so einige neue Aspekte ans Licht, die Laien so
wahrscheinlich noch nicht bekannt waren. Viele Abenteuer besteht
der Titelheld, die sich zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen
und über eine Stunde gute Unterhaltung bieten. Das Hörspiel, das im
Jahr 1977 produziert wurde, war früher nur in zwei Teilen
erhältlich und ist nun das erste Mal komplett auf CD
erschienen.
Rüdiger Schulzki spricht Lanzelot, der die Wandlung vom einfachen
Waisenkind zum strahlenden Ritter glaubhaft und nachvollziehbar
werden lässt. Sein treuer Freund Borjes wird von Stefan Schwade
gesprochen, der ihm in nichts nachsteht. Die etwas harte und
ungehobelte Rolle des Gwendap meistert Joachim Grützner mit
Bravour. Doch die beiden Highlights sind, aufgrund von vielen
schönen Kindheitserinnerungen, Franz-Josef Steffens als weiser
Zauberer Merlin und Hans Paetsch als Erzähler.
Einige der Geräusche dürften Fans anderer Europa-Serien, wie zum
Beispiel Hui Buh, durchaus bekannt vorkommen. Auch die Musik kann
man in mehreren anderen Produktionen bewundern. Das Interessante
daran ist, dass Regisseurin Heikedine Körting es immer wieder
schafft, alles so klingen zu lassen, als sei es exklusiv nur für
dieses Hörspiel produziert worden. Auch hier fügen sich die
Geräusche nahtlos ins Geschehen ein, und die Musik isr von
mittelalterlichen Blaskapellen inspiriert.
Das Cover zeigt uns den gefährlichen Kampf mit der
Riesenschildkröte gleich am Anfang von Lanzelots Abenteuern. In
ansprechender Weise ist auch der Rest der Aufmachung gestaltet:
Eine klare Aufteilung, ausführliche Informationen, ein dezenter,
aber wirkungsvoller Sammelrücken und die für diese Reihe typische
Vinyl-Optik der CD.
Fazit: Ein spannendes
Abenteuerhörspiel, welches mal heutzutage wohl als Fantasy
bezeichnen würde. Sehr unterhaltsam!
Europa Originale - 21. Der
Trotzkopf

Erster Eindruck: Zeitlos schön
Ilse Macket ist ein richtiger Trotzkopf! Bisher hat sie ihren Vater
damit immer gut um den Finger wickeln können, doch seit er eine
neue Frau hat, ist einiges anders. Und so entschließt es sich, dass
Ilse auf ein Internat kommen soll. Gar nicht glücklich ist sie
darüber und gibt ihrer Stiefmutter die Schuld dafür. Im Internat
angekommen stellt sie schnell fest, dass es so schlimm gar nicht
ist, in ihrer Zimmermitbewohnerin Nellie findet sie sogar eine gute
Freundin. Langsam sieeht der Trotzkopf seine Fehler ein, und findet
am Ende sogar noch die große Liebe...
Mit "Der Trotzkopf" ist in der Serie "Die Originale" von Europa ein
richtiger Literaturklassiker erschienen. Dieser Eindruck verstärkt
sich aufgrund des Alters der Vertonung noch mehr - erstmals kam das
Hörspiel im Jahr 1971 auf den Markt. Trotzdem (oder gerade
deshalb?) besitzt ein alles, was es braucht, um zu verzaubern: Eine
gefühlsbetonte Geschichte, tolle Sprecher und besonders jede Menge
Charme. Der eine oder andere mag es sofort in die Kaategorie
"Kitsch" stecken wollen, doch wer sich auf die Geschichte einlässt,
wird mit fast 40 Minuten wunderschönem Hörgenuss belohnt. Eine
tolle Geschichte also, die vor großen Gefühlen keine Scheu hat,
aber nicht ausschließlich darauf baut.
Als Erzähler wurde - wie sollte es anders sein? - Hans Paetsch
ausgewählt, der einen immer wieder an den netten Märchenopa denken
lässt und so fast schon zur Legende geworden ist. Als Trotzkopf
Ilse MAcket hören wir Wittmute Malik, die gefühlsbetont spricht,
ohne zu überagieren. Ihre Freundin Nellie wird von der allseits
bekannten Reinhilt Schneider gesprochen, die auch schon vor über 30
Jahren immer ein gewisses Lachen in ihrer Stimme hatte. Weitere
Sprecher sind unter anderem Dagmar von Kurmin, Edgar Machmann und
Walter Petersen.
Musikalisch weiß die Produktion ebenso zu überzeugen wie die
Sprecher. Dass eher sanftere Klänge angeschlagen werden dürfte
jeden klar sein, jedoch schmeichelt sie sich so geschickt in das
Hörspiel ein, dass kaum eine andere vorstellbar ist. Auch Geräusche
sind eher sparsam, aber äußerst glaubwürdig eingefügt worden.
Auch das Cover passt gut ins Gesamtkonzept: Die schöne Illustration
zeigt und Ilse vor dem Internat, besonders die Hintergrundzeichnung
halte ich für sehr gelungen.
Fazit: Ein wunderschönes,
gefühlsbetontes Hörspiel, weclhes aufgrund von viel Charme zu
bestechen weiß. Schön, dass es wieder erhältlch ist!
Europa Originale - 20. Robin
Hood

Erster Eindruck: Literaturklassiker aus Sherood Forrest
Robin Hood, ein junger Sachse, gerät in einen Konflikt mit den
Normannen und erschießt aus Notwehr einen von ihnen. Trotzdem wird
er als vogelfrei erklärt und flüchtet als Geächteter in den Wald
von Sherwood. Nach und nach schließen sich ihm immer mehr Rebellen
imKampf gegen den tyrannischen König an, und Robin wird deren
Anführer. Doch das alles ist gefährlich: Nach seiner Gefangenahme
soll der Held des Volkes gehängt werden...
Wer kennt sie nicht, die Geschichte um den tapferen Robin Hood, der
versucht Gerechtigkeit in die Welt zu bringen? Grund genug, die
Hörspielvertonung aus dem Hause Europa von 1971 in der Reihe "Die
Originale" wieder zu veröffentlichen. 35 Minuten voller Heldemut,
Gefahren und Spannung erwartet den Hörer, die wie im Fluge
vergehen. Hörpiel-Urgestein Konrad Halver hat Regie geführt, und
das Ergebnis wirkt heute noch professonell und beeindruckend. Tolle
Sprecher, eine klassische Vorlage und ein wenig Nostalgie verbinden
sich zu einen großartigen Ganzen.
Neben Erzähler Hans Paetsch ist Rudolf H. Herget als Robin Hood zu
hören, der der Rolle die nötige Portion Heldentum verleiht. Horts
Beck als Bruder Tuck und Michael Weckler als Little John sprechen
seine treusten Gefährten mit viel Charme und ein wnig Pathos.
Konrad Halver selbst liefert eine tolle Vorstellung als Sänger
Alan, und Edgar Maschmann ist der perfekte Richard Löwnherz. Doch
auch sämtliche weiteren Rollen, wie Christoph Rudolf oder Katharina
Brauren, sind mit hervorragenden Sprechern besetzt worden.
Die Musik ist wieder im typischen Europa-Stil gehalten und dürfte
so dem einen oder anderen durchaus bekannt vorkommen. Sie fügt sich
denkbar gut ins Hörspiel ein, ohne sich zu sehr in den Vordergrund
zu stellen. Ebenso passgenau sind die Geräusche, die durchweg real
klingen.
Das Cover zeigt das abenteuerliche Geschehen auf dem Marktplatz,
als Robin Hood hingerichtet werden soll. Die Zeichnung wurde vom
Cover der MC entnommen und ist wunderbar nostalgisch anzusehen. Die
Aufmachung ist gelungen, der dezente Sammelrücken ist ein
Highlight.
Fazit: Abenteuerhörspiel
der Extraklasse, das auch für jüngere Hörspielfans geeignet sein
dürfte.
Europa Originale - 19. Reise zum
Mitttelpunkt der Erde

Erster Eindruck: Tief, tief unter der Erde...
In einem alten Buch entdeckt Professor Lidenbrock einen Weg, auf
dem man angeblich zum Mittelpunkt der Erde reisen kann. Sofort ist
er Feuer und Flamme und spannt auch seinen Neffen Axel für die
nötigen Nachforschungen ein. Als der Professsor sich sicher ist,
brechen die beiden unverzüglich nach Isalnd auf, um den Eingang des
Tunnels zu finden. In Begleitung des isländlischen Hans beginnen
die mit dem Abstieg und kommen erstaunlich gut voran. Doch es
lauern viele Gefahren auf sie sie, wovon das Zuneigegehen des
Wassers nur die geringste ist...
Jules Vernes hatte seinerzeit viele Zukunftsvisionen, die in
Erfüllung gegangen sind. Unter Wasser schippert die Menschheit
schon lange durch die sieben Weltmeere, und in 80 Tagen reist man
höchstens noch auf einer ausgedehnten Kreuzfahrt um die Welt. Doch
zum Mittelpunkt der Erde sind wir noch lange nicht vorgedrungen.
Deswegen ist diese seine Geschichte immer noch bloße Fiktion und
immer noch spannend anzuhören. Mit nur 4 Sprechern entsteht eine
unterhaltsame Geschichte voller Gefahren und Abenteuer. Und wie
jede Folge der Europa-Serie "Die originale" versprüht auch diese
19. nostalgischen Charme.
Stefan Schwade übernimmt in seiner Rolle als Axel auch die
anfänglichen Erzählertexte. Die Rolle des zweifelnden Skeptikers
erfüllt er mit Bravour und ist überzeugend und bodenständig. Der
wissenschaftliche Enthusiasmus von Professor Lidenbrock wird von
Klaus Schwarzkopf äußerst glaubhaft und detailliert dargestellt.
Eine recht lustige Rolle hat Lutz Mackensy als Hans, dessen
Wortschatz sich auf "Ja", "richtig" und "nein" beschränkt. Marianne
Kehlau hat einen "Ein-Satz-Auftritt" als Haushälterin Martha.
Die Musik ist recht sparsam eingesetzt und ertönt nur an den
wichtigsten Stellen. Eine angenehme Art, den Fokus auf die Sprecher
zu lenken. Auch die Geräusche sind nicht allzu häufig anzutreffen,
dafür allesamt glaubhaft und gut platziert.
Der Stil der Coverzeichnung könnte eventuell nicht jedermans
Geschmacks treffen, ist aber aussagekräftig. Die Floßfahrt, die
gezeigt wird, stellt einen zentralen Punkt in der Geschichte dar.
Die Angabe über die Dauer des Hörspiels auf der Rückseite ist zwar
großzügig aufgerundet, die restlichen Angaben dafür ausführlich und
gut strukturiert.
Fazit: Ein tolles
Hörspiel, dessen 30jähriger Geburtstag in diesem Jahr gefeiert
werden darf. Schön, dass es wieder erhältlich ist!
Europa - Die Originale - 15. Die letzten
Tage von Pompeji

Erster Eindruck: Ränkespiele und Vulkanausbruch
Der Ägypter Arbaces begehrt die junge Griechin Jone, welche er als
Pate mit aufgezogen hat, und will sie um jeden Preis für sich
gewinnen. Doch diese liebt Glaukus, ebenfalls Grieche, der sie
einst in Griechenland kennen und lieben lernte. Schnell geraten
Glaukus und Arbaces aneinander, und der Ägypter plant so manche
Intrige, um den Konkurrenten auszuschalten. Auch Nydia, eine
Sklavin von Glaukus' bestem Freeund Sallust, und eine Hexe werden
von Arbaces in seinem Sinne manipuliert. Ist die Liebe der beiden
stärker?
"Die letzten Tage von Pempeji" ist die Umsetzung eines klassischen
Romans, der von Europa im Jahr 1971 umgesetzt wurde und in der
Reihe "Die Originale" als 15. Folge wiederveröffentlicht wurde. Wer
ein Katastrophenhörspiel erwartet, wird erst am Ende der 45 Minuten
belohnt. Vielmehr geht es um die Liebesgeschichte um Glaukus und
Jone sowie die Intrigen von Arbaces. Dabei dauert es etwas, bis die
Geschichte Fahrt aufnimmt. Auch die altertümliche Sprache mit der
umständlichen Ausdrucksweise stört etwas den Fluss der Geschichte,
ist aber der Romanvorlage geschuldet. Wenn man über diese Punkte
hinwegsehen kann, entdeckt man eine durchaus interessante und
vielschichtige Geschichte, welche besonders gegen Ende immer
stärker wird.
Die Frau, um die sich alles dreht - Jone - wird von Reinhilt
Schneider gesprochen. Ihre unverwechselbare Stimme passt sehr gut
zu der Rolle und transportiert die nötige Wärme. Als Glaukus ist
Rudolf H. Herget zu hören, der sehr inbrünstig und intensiv
spricht. Benno Gellenbeck liefert eine tolle Umsetzung des
hinterhältigen Ägypters, die boshafte scheint ihm viel Freude
bereitet zu haben. Weiter hören wir unter anderem Katharina
Brauren, Konrad Halver und Edgar Maschmann. Eine übereugende
Auswahl an Sprechern ist somit gewährleistet.
Musikalisch hält sich die Hintergrunduntermalung eher zurück, nur
an wenigen Steellen bekommmen wir es mit - dann sehr passender und
Spannung steigernder - Musik zu tun. Auch die Geräuschkulisse ist
eher spärlich, was aufgrund des Alters der Produktion kaum zu
verwundern mag.
Das Cover ist äußerst gelungen! Die Zeichnung wurde vom alten
Plattencover übernommen und ist sehr stimmungsvoll und ansehnlich.
Außerdem wird gleich deutlich, dass es sich eher um eine Liebes-
als eine Katastrophengeschichte handelt. Die CD ist wieder in der
gelungenen Vinyl-Optik gehalten, und auch der tolle Sammelrücken
ist wieder zu finden.
Fazit: Streckenweise etwas
zäh ist es schon geraten. Die sich steigernde Spannung und die
tollen Sprecher machen diese anfänglichen Schwierigkeiten aber
schnell wieder wett.
Europa - Die Originale - 14. David
Copperfield

Erster Eindruck: Gelungene Umsetzung des
Literaturklassikers
Der junge David Copperfield lebt mit seiner verwitweten Mutter
zusammen. Mit seiner Kinderfrau Clara Pegotty macht er eine
zweiwöchige Reise, um ihre Verwandtschaft zu besuchen und verbringt
dort eine wunderbare Zeit. Doch auf dem Heimweg offenbart Pegotty,
dass Davids Mutter wieder geheiratet hat - den wiederwärtigen Mr.
Murdstone. Von da an ändert sich Davids Leben völlig, den sein
neuer Stiefvater ist ein gewalttätiger und herrschsüchtiger Mann.
Nach vielen Streitigkeiten wird David in ein Internat geschickt, wo
es ihm kaum besser geht. Als seine Mutter schließlich stirbt und er
für Mr. Murdstone arbeiten soll, flieht er. Doch auch auf seiner
Reise begegnen ihm nicht nur Leute, die ihm wohlgesonnen
sind...
Charles Dickens ist verantwortlich für die Vorlage dieser 14. Folge
von "Die Originale", welche von Europa im Jahr 1975 umgesetzt
wurde. David Copperfields Leben wird gleich zu Beginn gründlich
zerrüttet, und es geht auch nicht sonderlich positiv für ihn
weiter. Immer neue Tiefschläge prägen sein Leben - wer "heile Welt"
erwartet, irrt also gründlich. Trotzdem gelingt es vielleicht nicht
jedem, sich wirklich auf die im Prinzip gelungene Geschichte
einzulassen, denn oft gerät das Ganze doch etwas zu plakativ und
vorhersehbar. Grundsätzlich steht einem 40-minütigen Hörvergnügen
jedoch rein gar nichts im Wege, denn die gute Produktion und die
wirklich grandiosen Sprecher gestalten es unterhaltsam und
kurzweilig.
Stefan Schwade spricht David Copperfield, der trotz aller
Schwierigkeiten nie die Lust am Leben verliert, was von seinem
Sprecher sehr gut realisiert wurde. Als Mr. Murdstone ist Horst
Breiter zu hören, der dank seiner Professionalität wirklich
furchteinflößend und grausam wirkt. Einen recht kurzen Auftritt hat
Reinhilt Schneider als Mrs. Copperfield, ihre sonst so lebendige
Stimme klingt hier oft niedergeschlagen und verzweifelt, was der
Rolle für den Hörer nochmal glaubhafter macht. Außerdem sind noch
Andreas von der Meden, Heikedine Körting und Marga Maasberg zu
hören.
Atmosphärisch gesehen ist die Produktion für ihre Zeit sehr gut
gelungen. Dass heutzutage andere Maßstäbe gelten, ist völlig klar.
Doch auch dieses Hörspiel weiß auch heute noch zu überzeugen. Die
Musik ist äußerst passend und einfühlsam ausgewählt und verstärkt
so die Intensität der Geschichte. Auch die Geräusche passen gut und
machen das Ganze lebendig.
Auch das Cover verdient Lob. Die Zeit der Industrialisierung wurde
sehr gut eingefangen und wirkt lebhaft und ist Detailgetreu. Neben
dem tollen, dezenten Sammelrücken mit Wellenbewegung gibt es wie
immer die tolle CD, die wie eine Schallplatte aussieht.
Fazit:
Wirklich gelungen, auch wenn der Zugang zur Geschichte nicht gleich
leicht fällt. Ein wirklicher Klassiker!
Die Originale - 57. Der Sohn des
Bärenjägers

Erster Eindruck: Nostalgischer Rückblick auf die gute alte
Westernzeit
Zur Zeit der Cowboys und Indianer erfährt Martin Baumann, dass sein
Vater, der Bärenjäger Baumann, in Gefangenschaft ist und demnächst
sogar in einen Opferritual im Yellowstone Natianalpark getötet
werden soll. Glücklicherweise entschließen sich der dicke Jemmy und
der lange Davy dazu, ihm zu helfen, auch der Überbringer der
schlechten Nachricht Wohkadeh schließt sich der Truppe an. Auf
ihrer Reise begegnen sie den beiden Helden der Wild-West Zeit
höchtpersönlich: Old Shatterhand und sein Indianerfreund Winnetou.
Doch auch mit den beiden neuen Gefährten wird ihr Unternehmen
äußerst gefährlich...
DIe 57. Folge der "Oldie-Serie" Die Originale von Europa entführt
uns wieder einmal in die Zeit von Indianerstämmen, Saloons und
rauer, wilder Natur. Für Western Fans hat diese Geschichte
sicherlich nichts an Faszination verloren, auch wenn sich die
meisten Motive innerhalb der Geschichten häufiger wiederholen. Die
Produktion aus dem Jahr 1972 ist logischerweise im eher schlichten
Stil der damaligen Möglichkeiten gehalten und setzt mehr auf gute
Sprecherleistung und eine spannende Geschichte.
Der unvergessene Hans Paetsch, quasi Markenzeichen und
Aushängeschild von Europa aus den Anfangszeiten des Hörspiels,
bringt seine unvergleichliche Erzählerstimme wieder gekonnt zum
Einsatz und wird viele schöne Erinnerungen wachrufen können. Horst
Beck und Malte Petzel stellen mit Jemmy und Davy die Hauptfiguren
der Geschichte dar und sind überzeugend und glaubhaft. Auch
Christian Rhode, damals wie heute ein toller Sprecher, ist als
Winnetou toll eingesetzt.
Die schlichte Musikuntermalung ist äußerst charmant und wirkt fast
schon nostalgisch. Die Geräusche sind für die damalige Zeit
überraschend präzisee eingesetzt worden und lassen die Geschenisse
vorm inneren Auge des Höresr auferstehen.
Das gezeichnete Cover wirkt dynamisch und setzt das Hörspiel gut in
Szene. Immer wieder freue ich mich über die lustige Vinyl-Optik der
CD, die mit ihrer schwarzen Vorder- und Rückseite fast so
geheimnisvoll wie die gute alte Schallplatte wirkt.
Fazit: Für Western-Fans in
Ohrenschmaus! Schön, dass die tolle Umsetzung der Geschichte nicht
verloren gegangen ist und nun auf CD zur sichereren Archivierung
gepresst worden ist.
Europa - Die Originale - 56.Der kleine
Muck

Erster Eindruck: Der Kleine ganz groß
Schon als Kind wird der kleine Muck in seinem Dorf von den Kinder
gehänselt, als in sein Oheim dann auch noch hinaus wirft, macht er
sich auf in die Welt. Sein Weg führt in zu einer alten Frau, bei
der er sich 5 Jahre um ihre Katzen kümmert. Seinen Lohn findet der
kleine Muck in einem Paar Wunderpantoffel. Ihnen hat er dann auch
seine Stellung am königlichen Hof zu verdanken. Wird er dort sein
Glück finden?
Zwar ist das Hörspiel mit seinen 32 Minuten recht kurz, aber es ist
höchster Genuss, dem zu lauschen. Die Umsetzung ist mehr als
gelungen, die Sprecher spielen als wären sie selbst die
verschiedenen Charaktere. Als ich das Hörspieel gehört habe, musste
ich spontanerweise an die Augsburger Puppenkiste denken, deren
Geschichten auch immer so akribisch umgesetzt werden. Für mich
neben Hänsel und Gretel der beste Teil aus dieser Staffel.
In der Hauptrolle des kleinen Mucks hören wir den unvergleichlichen
Konrad Halver, durch seine jungendliche Stimme und sein Können hat
er diesen Charakter zum Leben erweckt wie ich es in noch keiner
andern Umsetzung gehört habe. Einzigartig auch die Darbietung von
Heike Kintzel als "alte" Katzenfrau. In weiteren Rollen sind dabei:
Hans Jürgen Wehnert, Benno Gellenbeck und Helmut Kolar. In der
Erzählerrolle selbstverständlich Hans Paetsch.
Zwar hört man deutlich, dass das Hörspiel schon 41 Jahre alt ist,
aber denoch wird hier dank der hervorragend eingesetzt Musik und
Geräusche eine tolle dichte Stimmung geschaffen, die unvergleich
ist. Das Hörspiel sprüht dadurch nur so vor Charme.
Das Cover zeigt den kleinen Muck auf einem fliegenden Teppich. Wer
gut aufpasst wird allerdings merken, dass das Cover nicht zur
Handlung passt, weder der fliegenden Teppich noch die Tiere, die
auf ihm sitzen, kommen vor. Die Zeichnung ist extrem kindgerecht
gehalten und passt heute immer noch zu der Story wie damals
schon.
Fazit: Es wäre eine
Schande gewesen wenn der kleine Muck im Archiv von Europa geblieben
wäre.
Europa - Die Originale - 55.Gullivers
Reisen

Erster Eindruck: Winzig bis riesig
Gulliver strandet nach seinem Schiffbruch auf der Insel Lilliput
und wird doch anfangs sehr argwöhnisch von den kleinen Bewohnern
der Insel aufgenommen. Aber recht schnell werden sie Freunde, da
Gulliver ihnen verspricht, sie vor Feinden zu verteidigen. Aber es
kommt immer anders als man denkt, schon bald ist Gulliver selber
ein Zwerg...
Auch nach sovielen Jahern zieht einen das "Märchen" von Gullivers
Reisen in seinen Bann. Irgendwie hat diese Geschichte etwas
Besonderes und zeigt, wie schnell sich die Sachen ändern können.
Durch ihre entspannte Erzählweise wirkt die Produktion auch heute
noch frisch und knackig. Es gibt eben Sachen, die haben einfach
einen zeitlosen Glanz, diese Geschichte, bei der auch wieder
Heikedine Körting Regie geführt hat, gehört zu einer solchen
dazu.
Sprechertechnisch ist das Ganze auch eine Superleistung, egal ob
Peter Kirchberger als Gulliver oder Hörspielurgestein Andreas von
der Meden als Redresal. Alle Rollen sind liebevoll und passend
besetzt. Hightlight dürfte hier sein, dass Heikedine Körting selber
die Glumdalclitsch spricht. Als Erzähler, wie könnte es passender
sein, ist Hans Paetsch im Einsatz.
Die musikalischen Stücke, die man hier zum Einsatz gebracht hat,
kennt man auch aus vielen anderen Europa Produktionen aus der Zeit
(1974). Die Geräusche sind solide und trefflich in die Handlung
eingebaut worden.
Das Cover zeigt Gulliver, wie er am Strand gefesselt von den
Zwergen umgeben ist. Die Illustration ist schön gezeichnet und
passt zu dem zeitlosen Hörspiel. Sehr gelungen.
Fazit: Ein Hörspielklassiker zum immer wieder hören. Und
damit die MC nicht so schnell ausleiert, jetzt endlich auf CD
erhältlich.
Europa - Die Originale - 54. Schatzsuche im Atlantik 1

Erster Eindruck: Unter dem Meer...
Durch Zufall finden Peter und sein Freund Klaus eine Schatzkarte, die zum Ort der gesunkenen Santa Domingo führen soll. Angeblich soll die voller Gold gewesen sein. Als sie Gunther Finder die Karte zeigen, ist der Meeresforsscher sofort Feuer und Flamme und organisiert sofort einen Tauchgang zu dem alten Schiff. Doch sie müssen sich nicht nur mit gefährlichen Haien kämpfen: Noch jemand hat es auf die wartenden Reichtümer abgesehen...
Eine spannende Geschichte erwartet uns in dieser Folge der "Originale", die schon etwas ältere Hörspiele - hier aus dem Jahr 1978 - erstmals auf CD veröffentlicht. Recht schnell kommt die Geschichte zur Sache und hält von da an die Spannung aufrecht. Man fiebert einfach mit dem symphatischen Mann und den beiden Freunden mit und freut sich über deren Erfolge. So vergehen die 38 Minuten wie im Fluge (bzw. im Tauchgang), ohne dabei angestaubt zu wirken. Eine tolle Abenteuergeschichte!
Mit nur sechs Sprechern kommt dieses Hörspiel aus, allen voran Stephan Chreszinski und Stephan Brönneke als Klaus sowie Hellmut Lange als Gunter. Dieses Trio, das den größten Teil bestreitet, wirkt in sich sehr harmonisch und überträgt das Teamgefühl auf den Zuhörer. Als ihr Gegenspieler ist Alejandro S. Gonzales zu hören, der wunderbar fies und gierig herüberkommt.
Die Musik von Bert Brac ist dem Tempo des Hörspiels angepasst und ist zwar nicht allgegenwätig, bildet aber einen roten Faden druch die Story. Geräusche sind - wie meistens bei den Originalen - nicht übermäßig eingesetzt, unterstützen aber die Glaubwürdigkeit.
Das Cover weckt jede Menge Erwartungen an das Hörspiel, die glücklicherweise auch eingehalten werden. Überraschend gut ist der schlichte Sammelrücken, der zusammengestellt eine schlichte Wellenbewegung zeig, ohne dass ein einzelner Rücken zu zerstückelt wirkt.
Fazit: Eine spannende Geschichte zum Mitfiebern, die unglaublichen Charme versprüht.
Europa - Die Originale - 53.Hänsel und Gretel

Erster Eindruck: Grimmsche Märchenklassiker liebevoll
umgesetzt
Die hart arbeitenden Eltern können den vielen Wünschen ihrer beiden
Kinder nicht mehr nachkommen. Als der Junge dann auch noch sein
Mittagessen auf dem Waldboden verteilt, ist das Maß voll: Die
beiden sollen in ein Erziehungscamp.Doch kaum dort angekommen
zerstören die beiden mutwillig das Internatsgebäude. Zeit für
strikte Maßnahmen, die harte Arbeit und "stiller Käfig" bedeuten.
Wird es der Internatsleiterin gelingen, die beiden noch zur
Vernunft zu bringen?
Als der Müller stirbt, vererbt er seinem Sohn sein geliebtes
Haustier, einen Kater. Doch der Sohn verkraftet den Tod seines
Vaters nicht richtig und flüchtet sich in eine Scheinwelt, in der
Markenkleidung alles bedeutet. Sogar der Kater bekommt topaktuelle
Stiefel verpasst. Dieser macht sich Sorgen um Herrchen und versucht
eine Schocktherapie: Als der Sohn nackt im See schwimmt, klaut er
ihm die teure Kleidung. Doch dann kommt eine Kutsche
angefahren...
Soviel der (nicht ganz ernst gemeinte) Inhalt zu zwei Geschichten,
die wohl allseits bekannt sein dürften. Und was der ein oder andere
wohl noch von einer großen Schallplatte kennt, gibt es nun erstmals
auf CD: Die beiden Märchen "Hänsel und Gretel" sowie "Der
gestiefelte Kater" der Gebrüder Grimm bilden zusammen die
mittlerweile 53. Folge der Reihe "Die Originale" von Europa. Und
die klassische Umsetzung der Geschichten lässt einem das Herz
aufgehen: Liebevoll und erinnerungswürdig mit grade so viel
Spannung und "Grusel", wie es für Kinder noch zu ertragen ist. Dass
Märchen pädagigsch sinnvoll sind, muss zudem wohl nicht mehr
erörtert werden.
Vor 32 Jahren wurde anscheinend genauso viel Wert auf die Sprecher
Wert gelegt wie heutzutage. Allesamt passen wunderbar zu ihren
Rollen und setzen diese detailreich um. Highlight im ersten Märchen
dürfte wohl Marga "Schrumpeldei" Maasberg sein, die die (schon
klischeehafte) Rolle der Stiefmutter spricht. Ihre raue und
kratzige Stimme harmoniert wunderbar mit der Boshaftigkeit des
Charakters. Aber auch die Hexe, gesprochen von Heike Kintzel, trägt
viel zu der schaurigen Stimmung des Märchens bei. Interessantes
Detail: Hänsel wird von einer Frau gesprochen, Susanne Hartau. Doch
auch im zweiten Märchen ist die Sprecherauswahl hervorragend, allen
voran Sven H. Mahler als gestiefeltter Kater, der die nötige
Listigkeit gut herüberbringt. Als Erzähler überzeugt der Inbegriff
von guter Hörspielunterhaltung für viele Fans: Hans Paetsch.
Musik und Geräusche sind eher schlicht gehalten, was aufgrund des
Alters der Umsetzungen kein Wunder ist. Doch grade das macht große
Teile des Charmes aus, die diese Produktionen ausstrahlen.
Das Cover ist liebevoll gezeichnet und wirkt trotz (oder wegen?)
seines Alters eher nostalgisch als angestaubt. Die wohl berühmteste
Szene aus Hänsel und Gretel weckt viele Kindheitserinnerungen.
Fazit: Zwei äußerst
charmante Umsetzung klassischer Märchen, die es verdient haben, nun
wieder auf CD erhältlich zu sein
Europa - Die Originale - 51.Krieg im All

Erster Eindruck: In einer weit, weit entfernten
Galaxis... Oder so ähnlich!
Das gesamte Weltall steht unter der fürchterlichen
Schreckensherrschaft von dem Imperator und dem mysteriösen Dark.
Das gesamte Weltall? Nein, eine kleine Gruppe Widerständiger
versucht, die Geißel der Menschheit zu stürzen, allen voran Duchess
Daughtal, die von Dark gefangen gehalten wurde und ihn nun zum
Planeten Vadigan fhren soll. Doch nun gruppiert sich die Gruppe
Aufständiger um sie, um Dark mitsamt seines riesigen Raumschiffs zu
vernichten.
1978 wurde dieses Hörspiel erstmals von dem Label Europa
veröffentlicht, nun, 30 Jahre später, erscheint es erneut in der
Serie "Die Originale". Und das mit gutem Grund: Die Story um die
mutige Daughtal und ihr Team ist Science Fiction auf hohem Niveau
und die ist heute genauso angesagt wie früher. Dem Autor dieser
Serie, übrigens kein geringerer als H.G. Francis, ist es gelungen,
die Bedrohung durch die Schreckensherrschaft sowie die Gruppe, die
sich ihr widersetzt, spannend und fesselnd darzustellen.
Parrallelen zu einer berühmten Filmriologie, der vor ein paar
Jahren drei weitere Teile hinzugefügt worden sind, sind
höchstwahrscheeinlich rein zufällig und keinesfalls
beabsichtigt...
Gerade einmal sechs Sprecher plus Erzähler benötigt diese
Geschichte um erzählt zu werden. Brigitte Kollecker spricht die
Anführerin der Truppe und bestreitet damit den größten Teil in
überzeugender Weise. Niedlich sind die beiden Roboter R2D... nein,
Moment... Gamma-qu und KUT-2, gesprochen von Volker Brandt und
Heinz Meinhardt, die dort mal ihre komödianische Seite an den Tag
legen können. Aber auch Christian Mey als Commander des Raumschiffs
und Peter Buchholz als Erzähler überzeugen in vollem Maße.
Wenn man bedenkt, vor wie langer Zeit dieses Hörspiel entstanden
ist, verwundert es kaum, dass die Geräusche und die Musik nicht dem
heutigen Standart entsprechen kann. Wer also vollkommen
austarierte, bombastische Soundeffekte im Sekundentakt erwartet,
sollte sich andere Produktionen zulegen. Wer allerdings den
riesigen Charme von Stücken aus den Anfängen des Hörspiels zu
schätzen weiß, kommt hier voll auf seine Kosten und kann in
nostalgischen Erinnerungen schwelgen.
Die Coverzeichnung ist von der MC-Erstveröffentlichung übernommen,
wirkt aber immer noch aktuell. In stimmungsvoller Weise wurde eine
Szene aus dem Hörspiel bildlich eingefangen. Echtes Highlight und
mittlerweile Markenzeichen der Serie ist die wunderschöne
Vinyl-Optik der CD an sich. Außerdem schön: Der dezente
Sammelrücken, der zusammengestellt ein schönes Wellenmotiv
offenbart, aber eine CD allein trotzdem gut wirkt.
Fazit: Eine lohnende
Anschaffung für Science Fiction Fans und Nostalgiker. Ein Beweis
dafür, dass auch vor 30 Jahren schon super Hörspiele produziert
wurden.
Europa - Die Originale - 7. Die Irrfahrten
des Oysseus

Erster Eindruck: Heldenhaftes aus der griechischen
Mythologie
Nach dem Kampf in Troja will Odysseus zurück in seine Heimat. Doch
Poseidon, er rachsüchtige Meeresgott, stellt dem Helden einige
schwere Prüfungen in den Weg. Der Kampf gegen Sirenen, Zyklopen und
Zauberinnen hält ihn lange auf, wo er doch dringend von seiner Frau
und seinem Sohn erwartet wird...
Neben bekannten Romanen hat das Label Europa in seiner Anfangszeit
auch gerne mal Geschichten aus dem Reich der Märchen und Sagen
vertont, so auch "Die Irrfahrten des Odysseus" im Jahre 1967, die
in der ersten Staffel der "Originale"-Serie veröffentlicht wurde.
Gleich in der ersten Szene, in der Odysseus und seine Kumpanen in
die Gefangenschaft eines grausamen Zyklopen gelangen, zeigt sich,
warum er den Beinamen "der Listenreiche" bekommen hat. Er und seine
Mannschaft entkommen nur aufgrund seines großen Einfallsreichtums,
was äußerst kurzweilig und unterhaltsam ist. Auch in den restlichen
Abschnitte des Hörspiels erfährt man mehr über die Sagen der alten
Griechen, die man oft nur auszugsweise kannte und nun in voller
Pracht erzählt bekommt. Natürlich ist der Klang nicht so brillant
wie in neueren Produktionen, aber das trübt keinesfalls die
abwechslungsreiche Geschichte, sondern entfaltet seinen ganz
eigenen Charme.
Erzähler ist wie so oft die grandiose Hans Paetsch, der mit seiner
"Märchenonkelstimme" wohlige Erinnerungen weckt und auch hier seine
Passagen sehr gut gestaltet. Benno Gellenbeck spricht den Odysseus
und lässt ihn sehr heldenhaft und heroisch wirken, ohne zu
übertreiben. Sehr gefreut habe ich persönlich mich über Helmut
Kolar als Eurylochos, einem Mitstreiter Odysseus', der mir aus
vielen Hörspielen meiner Jugend bekannt ist. Toll sind auch die
Sprecher der "Bösewichter", zum Beispiel Rudolf Fenner, Dagmar
Dorsten oder Heike Kintzel.
Die Geräusche sind aus vielen Europa-Hörspielen bekannt, zum
Beispiel aus Hui Buh oder der Hexe Schrumpeldei, werden aber immer
wieder in einen neuen Kotext gesetzt. Auch hier zeigt sich das
Alter der Produktion, doch insgesamt ist die akkustische Gestatung
überzeugend.
Das Titelbild - natürlich dem Cover der originalen Schallplatte
entnommen - wirkt wie ein altes Ölgemälde und deutet vieles mehr an
als es detailreich auszuarbeiten. Auch das entfaltet seinen ganz
eigenen, leicht spröden Charme. Die restliche Aufmachung ist
bereits bekannt, wie immer überzeugend mit Sammelrücken und CD in
Vinyl-Optik.
Fazit: "Die Irrfahrten des Odysseus" ein Highlight
der Originalen Reihe und überzeugt mit einer tollen Heldensaga die
perfekt Umgesetzt wurde
Europa - Die Originale - 3. Ben
Hur

Erster Eindruck: Ein historischer Roman mit religiösen
Motiven
Ben Hur, ein jüdischer Anführer zu Zeiten Cäsars, ist seit seiner
Kindheit mit dem Stadthalter Messala befreundet. Doch als dieser in
zu Verrat an seinem Volke auffordert, weigert sich Ben Hur und wird
daraufhin unter einem Vorwand von Messala auf eine römische Galeere
gebracht. Doch was Ben Hurs Familie angetan wird, ist noch viel
schlimmer...
"Ben Hur" ist wohl einer der Titel, die fast jeder vom Namen her
gehört hat, aber nichts über den Inhalt weiß. Da kommt das Hörspiel
zum Roman aus der "Europa - die Originale"-Serie, ursprünglich aus
dem Jahr 1971 gerade recht, diese Lücke auf unterhaltsame Art zu
schließen. Es ist ein Roman voller Rassenkonflikte, voller
Heldenmut, aber auch voller Hass und Herrschsucht. Dieses Genre
muss einem liegen, damit man sich richtig in die Geschichte
einfinden kann, denn auch die Sprache ist logischerweise etwas
"geschwollener" als gewohnt. Dann erschließt sich einem jedoch eine
recht unterhaltsame, vielschichtige Handlung, die viele
unterschiedliche Sequenzen bilden. Gut gelöst wurde ein Wagenrennen
zwischen Ben Hur und seinem Konkurrenten, in dem die Zuschauer das
Geschehen kommentieren und so auf einen Erzähler verzichtet werden
kann und der Hörer trotzdem dem Verlauf folgen kann. Das Ende ist
anders als erwartet und gibt einem stark zu denken, führt aber
recht weit vom Schicksal Ben Hurs weg. Insgesamt kann man Fans der
Reihe oder von historischen Romanen diese für seine Zeit
hervorragende Umsetzung nur empfehlen.
Ben Hur wird von Rudolf H. Herget gesprochen, der zwar insgessamt
sehr glaubhaft wirkt, ab und an jedoch etwas hölzern wirkt. Sein
ehemaliger Freund Messala wird von Peter von Schulz als ein sehr
harter und selbstgerechter Mann dargestellt und bildet somit den
Gegenpol zum heldenhaft Ben Hur. Am Ende hat Charles Regnier einen
bemerkenswerten Auftritt als Pilatus, der sehr gut in das Hörspiel
passt. Weitere Sprecher sind Herma Koehn, Erna Nitter und Konrad
Halver.
Die Musik kann nach heutigen Maßstäben wohl nicht mehr
hundertprozentig überzeugen, bedenkt man allerdings das Alter ist
man aber erstaunt, wieviele Kniffe und Stimmungen schon erzeugt
werden konnten. Lässt man sich darauf ein, ist es gut gelöst!
Das Cover ist wieder an dem des Plattencovers angelehnt. Das leicht
verschwommen wirkende Ölgemälde dürfte nicht jedermanns Sache sein,
ist aber angemessen und wird durch schöne CD und Sammelrücken
aufgewertet.
Fazit: Ein Hörspiel,
welches nicht jeden absolut umhauen dürfte, aber durchaus seine
Berechtigung hat und Weltliteratur vermittelt.
Europa - Die Originale 2. Der Graf von
Monte Christo

Erster Eindruck: Literarisches aus Europas Anfangszeit
Edmond Dantés, ein junger engagierter Seemann, bekommt nach dem Tod
des Kapitäns die Befehlsgewalt über das Schiff und wird auch an
Land weiter als Kapitän eingesetzt. Doch damit zieht er auch Feinde
an und fällt einer Intrige zum Opfer, die ihn ins Gefängnis bringt.
Dort begegnet er einem alten Mann, der ihm zur Flucht verhilft… und
zu unermesslichen Reichtümern. Von nun an nennt er sich Graf von
Monte Christo
Europa Die Originale ist eine Reihe, die verloren geglaubte
Hörspiele aus den Anfängen des damals jungen Labels neu auflegt. So
widmete man sich im Jahr 1971 dem Literaturklassiker Der Graf von
Monte Christo, der die zweite Folge der Serie bildet. Neben
diversen politischen Verwicklungen zu den Zeiten Napoleons
beschäftigen wir uns mit dem Schicksal von Edmond Dantés, dem übel
mitgespielt wird. Doch Fortuna meint es gut mit ihm und macht ihm
vom verstoßenen angeblichen Staatsverräter zum reichen Edelmann,
der auf Rache sinnt und seinerseits seine Feinde zu bezwingen
verlangt. Dass er am Ende plötzlich einsieht, dass Vergeltung nicht
der richtige Weg ist, obwohl er kurz davor noch halb blind vor Wut
war, wirkt vielleicht etwas gezwungen oder pathetisch, führt aber
zu einen schönen Ende der Geschichte. Und irgendwie darf ein wenig
Moral in einem Literaturklassiker ja nicht fehlen. Auch wenn diese
Art von Hörspiel nicht jedermanns Sache ist, ein gut produziertes
Hörspiel mit einem gelungenen Spannungsbogen ist es allemal.
Als Erzähler ist nicht wie so oft Hans Paetsch, sondern Joachim
Rake zu hören. Auch er gestaltet seine Passagen lebendig und führt
mit sehr angenehmer Stimme durch die Handlung. Als Edmond Dantés
ist Rudolf H. Herget verpflichtet worden, der stets glaubhaft
bleibt und die Wandlung des jungen Mannes überzeugend darstellt.
Besonders hat mir Horst Beck als alter Gefangener und Verbündeter
von Dantés, Abbé Faria gefallen, der durch seine List und seine
Weisheit den jungen Seemann rettet und ihm ein neues Leben schenkt.
Weitere Sprecher sind Heike Kintzel, Edgar Maschmann und Ingeborg
Kallweit.
Die Musik ist während der Szenen recht sparsam eingesetzt, typisch
für die damalige Zeit. Während der Szenenübergänge wirkt sie zwar
nach heutigen Maßstäben etwas merkwürdig, erfüllt aber ihren Zweck,
den Verlauf weicher zu machen und nebenbei die Spannung zu erhöhen.
Ein echtes Original eben!
Das Cover zeigt uns Edmond Dantés in edler Kleidung mit einer
Hafenkulisse im Hintergrund. Auch hier wirkt die Illustration
wieder wie ein Ölgemälde und versprüht damit jede Menge Charme.
Fast meint man, eine Schallplatte im Inneren der Hülle zu finden.
Und tatsächlich ist die CD in Vinyl-Optik gehalten. Schön, dass an
eine Szenenübersicht auf der Rückseite gedacht wurde!
Fazit: Der Graf von Monte
Christo ist im Jahr 1971 entstanden, und das hört man auch! Die
Folge gehört auf jeden fall in diese außergewöhnliche Sammlung und
die Nostalgiker und Neuentdecker begeistern.