Evernight – Hüterin des Zwielichts

Evernight – Tochter der Dämmerung

Evernight


Evernight – Hüterin des Zwielichts



Erster Eindruck: Halb-Vampirin auf neuen Wegen

Die Evernight-Vampirschule ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt, zerstört durch die Jäger des Schwarzen Kreuzes. Bianca, die immer noch mit ihrem Fast-Vampirdasein hadert, schließt sich den Jägern an, um ihrer großen Liebe Lucas nahe zu sein und verbirgt ihr Wesen vor den anderen Mitgliedern – mit zunehmenden Problemen. Und schließlich wird sie beim Blut trinken entdeckt...

Mit „Hüterin des Zwielichts“ legt Claudia Gray den dritten Teil ihrer Vampir-Saga Evernight vor, in der im Gegensatz zu anderen Vertretern des momentan populären Genres aus der Sicht einer jungen Vampirin erzählt wird. Das zugehörige Hörbuch wird wieder von Nana Spier gelesen und ist zeitgleich mit dem Roman erschienen. Gray setzt kurz nach den Ereignissen des zweiten Teils an, Vorkenntnisse aus den vorigen Bänden sind wie immer zwingend erforderlich, um der Handlung folgen zu können. Die beginnt recht dynamisch und kurzweilig, Biancas erste Tage in New York bei der dortigen Vampirjäger-Vereinigung sind gut erzählt und stellen die Gefahr, in der sie stets schwebt, gut dar. Danach sackt die Spannung ein wenig ein, über einige Kapitel des Mittelteils legt sich ein gewisser Gleichschritt, der nicht so wie der Rest des Romans fesseln kann. Doch schließlich geht es dann um Biancas wahre Bestimmung, die in immer genaueren Andeutungen die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht und neuen Pfeffer in die Handlung bringt. Sofort ist man von dieser tollen Idee gefesselt, fiebert mit und sehnt sich nach der Auflösung des Ganzen. Diese Passagen sind Gray vortrefflich gelungen, und sie bilden auch den Kernpunkt der Handlung. Töchter des Zwielichts ist düsterer als eine Vorgänger und schlägt einen leicht anderen Weg ein, konnte mich bis auf einige Kapitel aber genau so fesseln und in die Stimmung der phantastischen Welt hineinziehen.

Sprecherin Nana Spier konnte sich in den vorherigen Teilen schon mit der Materie auseinander setzten, und so verwundert es nicht, dass sie die Gefühlswelt von Bianca gleich zu Beginn sehr gut in Szene setzt und die junge Frau mit ihren Facetten genau beleuchten kann. Doch auch in den spannenden Szenen ist Spier eine gute Wahl, sie setzt ihre Stimme sehr dynamisch ein und lässt beispielsweise Actionszenen lebendig und temporeich wirken. Die Darstellung anderer Charaktere in wörtlicher Rede ist ebenso gelungen und glaubhaft, ihr angenehm rauer Klang lässt ein angenehmen Hörerlebnis zu.

Auf dem Cover ist wieder eine junge Frau zu sehen, deren Gesicht halb im Schatten verborgen bleibt – ein beliebtes Motiv für das Genre. Die Fotografie in Schwarz-Weiß entbehrt nicht einer gewissen Melancholie und passt somit gut zu Biancas Gefühlslage. Der gelungene Schriftzug ist dieses mal in knalligem Pink, bildet so einen starken Kontrast zum Hintergrund. Die wichtigsten Informationen sind im Inneren hinter einer der 5 CDs abgedruckt.

Fazit: Noch weiter dringt Gray hier in die düstere Welt ein, mit dem packenden Finale gelingt es ihr zu fesseln und die Nerven der Zuhörer aufzureiben.

VÖ: 22.Juli 2011
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-8623-1058-6


Evernight – Tochter der Dämmerung



Erster Eindruck: Die Liebe kommt, die Liebe geht

Das zweite Schuljahr am Evernight-Internat verbringt Bianca ohne ihren Schwarm und Vampirjäger Lucas, doch um ihn zu vermissen fehlt es ihr fast an Zeit. Denn Baltazar sucht nach seiner Schwester, und seltsame Geistererscheinungen geben neue Rätsel auf. Und um diese zu lösen, muss Bianca tief in die Organisation des Schwarzen Kreuzes eintauchen – eine Vampirin und Vampirjägern...

An Überraschungen hat es dem ersten Teil der Reihe „Evernight“ von Claudia Gray ja nun wirklich nicht gemangelt – erst kurz vor der Hälfte wurde die eigentliche Identität der Hauptfigur aufgedeckt. Um es vorweg zu nehmen, einen ähnlich großen Knall gibt es in der Fortsetzung „Töchter der Dämmerung“ nicht, dafür gibt es mehrere kleinere Geheimnisse zu lüften, die durchaus zusammenhängend zu betrachten sind, sowie neue, interessante Charaktere, die die Geschichte ordentlich durcheinander wirbeln. So hat der zweite Teil eine andere Gesamtwirkung, zumal sich Lucas, um den sich weite Teile des Erstling drehten, nicht mehr wirklich vorkommt. Schade, man vermisst diese etwas raue, aber grundsympathische Figur dann doch etwas. Ein weiterer mystischer Aspekt fließt durch die Geister ein, sodass auch hier die Hauptperson hinter das Geheimnis einer fremden Existenz kommen muss. Knackpunkt, der den Roman von anderen abgrenzt, ist und bleibt aber die Sichtweise, denn Bianca ist hier selbst der Vampir statt „nur“ in einen verliebt zu sein. Das wird hier von Anfang an ausgekostet, dem wird neue Seiten abgerungen, das verschafft immer wieder interessante Sichtweisen und Ausblicke. Lediglich das Finale fällt etwas ab, hier wurde zu viel in zu wenig Zeit erzählt, sodass die einzelnen Elemente nicht richtig zum Tragen kommen wollen. Dieser Teil grenzt sich durch die durchgängigere Handlung von seinem Vorgänger ab, hat zwar nicht mehr dessen Überraschungspotential, aber eine unterhaltsame und spannende Geschichte parat, die ein neues Licht auf das Genre wirft.

Der Audio Verlag hat wie beim Vorgänger Nana Spier als Sprecherin verpflichtet, die sich voll in die Figur der Bianca eingefunden hat und ihren Charakter wunderbar an den Hörer wiedergeben kann. Dabei lässt sie die Entwicklung zu und verändert den Klang ihrer Stimme nicht nur der Situation entsprechend, sondern auch während der gesamten Handlung. An den spannenden Stellen hätte sie zwar ruhig etwas energischer sprechen können, dafür schafft sie in den passenden Szenen eine herrliche Gruselstimmung.

Das Motiv, das das Buchcover ziert, ist auch für die Hörbuchversion verwendet worden, auch hier wurde ein bekanntes Motiv variiert. Zu sehen ist wieder das Gesicht einer jungen Frau, der Hintergrund in einem kräftigen Violett eingefärbt. Der sehr gelungene Schriftzug kommt auch in Weiß gut herüber und macht fängt die geheimnisvolle Stimmung des Romans ein.

Fazit: Erstaunlich, welch andere Stimmung Gray hier aus ihrem Grundgerüst schafft. Das düstere Geheimnis wird kurzweilig und mit interessanten Abstechern aufgedeckt.

VÖ: 14.Januar 2011
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-8623-1038-8


Evernight



Erster Eindruck: Der erste Kuss...

Bianca ist neu auf dem Evernight-Internat, doch schnell merkt sie, dass etwas nicht stimmt, was nicht nur an ihren Anpassungsschwierigkeiten bei den hochnäsigen anderen Schülern liegt. Doch erst, als sie sich in Lucas verliebt, merkt sie, was hinter den Mauern der Akademie wirklich vor sich geht – und ihr ganzes Leben wird komplett auf den Kopf gestellt...

„Evernight“ ist eine Romanreihe der Autorin Claudia Gray, die in das momentan sehr populäre Genre der romantischen Mystery-Geschichten für Jugendliche gehört. Doch es verfolgt einen anderen Ansatz als viele andere Bücher, in denen sich ein feinfühliges Mädchen in eine übernatürliche Gestalt verliebt. Denn in Evernight ist erst einmal gar nicht bekannt, um welches Geheimnis es hier überhaupt geht. Die ersten zwei CDs des Hörbuchs, also immerhin zwei fünftel des gesamten Romans, sind mit der Einführung der Personen beschäftigt, stellen Bianca intensiv vor, lassen den Schauplatz wirken und erste Gefühle zwischen Bianca und Lucas aufkeimen, stecken voller mysteriöser Andeutungen – um dann in einer wahrhaft überraschenden Wendung alles auf den Kopf und die bisher erzählten Sachen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Fast ist man versucht, noch einmal von vorn anzufangen und mit der neuen Erkenntnis die Geschichte noch einmal neu zu erleben, wenn man nicht wissen wollen würde, wie es denn weiter geht. Auch hier setzt Evernight auf neue Akzente, führt neue Mythen ein und geht andere Wege. Auch hier geht es um eine tragische Liebesgeschichte zwischen zwei Figuren, die nicht zusammen sein dürften, für die es immer gefährlicher wird, und auch hier ist die Hauptperson weiblich, sensibel und ein wenig melancholisch. Doch die völlig neue Herangehensweise von Claudia Gray an das Genre ist unterhaltsam und macht lässt die Zeit schnell vergehen – und das sicherlich nicht nur bei Jugendlichen.

Sprecherin des Hörbuchs ist Nana Spier, die Freunden von Mystery-Unterhaltung besonders als die deutsche Stimme von Buffy bekannt sein dürfte. Ihr jugendlicher und immer etwas kecker Klang passt gut zu der Figur der Bianca, aus deren Sicht in Ich-Perspektive erzählt wird. Besonders gut gelungen sind hier die romantischen Szenen mit Lucas, in die Spier viel Emotion und Leidenschaft legt. Doch auch die Wandlung ihrer Figur kann sie klar einfangen und gibt dem Hörer immer Orientierung, an welcher Stelle ihrer Entwicklung sie gerade steht – eine ansprechende und gelungene Leistung.

Das Foto einer jungen Frau, nachdenklich-melancholisches Gesicht, geschlossene Augen, nur in Ausschnitten zu sehen – das Cover dürfte vielen bekannt vorkommen, denn ähnliches ziert eine erfolgreiche Romanserie. Dafür ist der Schriftzug sehr gut gelungen, verschnörkelt, düster und mit vielen kleinen Motiven versehen, die sich erst auf den zweiten Blick offenbaren. Auf der Rückseite darf natürlich ein Foto der Sprecherin nicht fehlen.

Fazit: Claudia Gray bringt völlig neue Ansätze in das Genre, überrascht mit einer wunderbaren Wendung und erzählt eine hübsche Liebesgeschichte – kurzweilige Unterhaltung.

VÖ: 15.Januar 2010
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-8981-3942-7