Eifel-Krimi – 6. Eifel-Filz



Ein Doppel-Mord auf einem Golfplatz ist für Siggi Baumeister eine scheinbar sichere Möglichkeit, einen neuen Artikel zu schreiben und an den Mann zu bringen. Doch nach dem Leichenfund und den ersten Ermittlungen merkt er, dass trotz Fremdgeh-Affäre und privaten Animositäten mehr hinter den Morden stecken muss. Doch er kann kaum an allen Stellen gleichzeitig ermitteln, weswegen er die Bekanntschaft einer jungen Soziologin, die ebenfalls als Journalistin arbeiten möchte, direkt ausnutzt und sie in eine abgelegene Waldhütte schickt…

Die Bücher von Jaques Berndorf um Siggi Baumeister sind in der Eifel angesiedelt (wie der Titel „Eifel-Krimi“ ja bereits vermuten lässt) und spielen dort an vielen real existierenden Orten. Auch die Hörspielumsetzung des sechsten Bandes „Eifel-Filz“ greift die vielen Orts- und Wegbeschreibungen auf, durch welche Dörfer man wohin gelangt oder wie die speziellen Gegebenheiten der Spielorte sind. So werden Einheimische und Besuchende viel Bekanntes wiederentdecken, während alle anderen sich gut in die jeweilige Situation hineinversetzen können. Und auch der Fall selbst ist wieder stark und komplexer, als es am Anfang scheint. Mir gefällt, wie immer mehr Informationen über das Privatleben der Toten ans Tageslicht kommen, wie langsam die Spuren klarer werden und mal in die eine, mal in die andere Richtung zeigen. Die dabei eingebrachte Themenwelt ist vielfältig und zeichnet ein sehr vielfältiges und eingängiges Bild von den Toten, wobei immer wieder gelungene Facetten eingebunden wurde. Verpackt ist das in eine Handlung mit vielen Action-Elementen, hinterlistigen Todesarten, akuten Bedrohungen für Siggi Baumeister, aber auch zahlreichen trocken-humorigen Momenten. Ich mag den rauen Charme der Serie sehr gerne, deren Figuren allesamt etwas verkorkst sind und auch hier wieder neue Seiten zeigen. Ein erneut sehr starker Teil der Reihe.

Matti Klemm ist als Siggi Baumeister wieder hervorragend, ich mag seine spröde Art und den teilweise etwas derben Humor gepaart mit Engagement und einer gewissen Ernüchterung der Welt gegenüber – all das lässt er gelungen in seine facettenreiche Sprechweise einfließen. Auch Manja Döring hat mir als Monika sehr gut gefallen, ihre Szenen wirken durch ihre lebendige Sprechweise sehr gelungen, zumal sie sich mit Matti Klemm sehr gut ergänzt und sich die beiden immer wieder die Bälle zuspielen. Frank-Otto Schenk spricht die Rolle des Charlie mit seinem markanten Klang ebenfalls eingängig und vielseitig, sodass ein überzeugender Charakter geformt wird. Weitere Sprecher sind Antje von der Ahe, Julius Jellinek und Detlef Bierstedt.

Musikalisch ist das Ganze gelungen umgesetzt, da wird nicht die üblich bekannte, wabernde Hintergrundmusik verwendet, sondern durchaus markante und auffällige Zwischenspiele, die noch einmal eine interessante Note einbringen. Auch die Geräuschuntermalung ist vielfältig und passend, allerdings nie zu sehr im Vordergrund, sodass die Umsetzung insgesamt trotz der temporeichen Handlung entspannt und sehr rund wirkt.

Die Fahne des 16. Lochs eines Golfplatzes ist auf dem Titelbild zu sehen und spielt damit natürlich auf den Fundort der Leichen an, ist mit seinen dunklen, olivgrünen Tönen aber recht unauffällig, insbesondere auch durch den schlicht schwarzen Rahmen. Im Inneren gibt es neben einer Kurzbiographie zum Autor und den üblichen Sprecherangaben auch einen Hinweis auf das Jahr, in dem die Handlung spielt.

Fazit: „Eifel-Filz“ bringt die Spielorte sehr lebendig ein und lässt auch die Handlung abwechslungsreich und aufregend wirken. Durch den stetigen Fluss an neuen Informationen zum Leben der Opfer, aber auch den privaten Aspekten in Siggis Leben ist eine sehr unterhaltsame Episode gelungen, die neben Spannung auch wieder viel Platz für den Humor der Serie bietet. Eine starke Geschichte, die mit etwa 170 Minuten Spielzeit durchgängig interessant geraten ist.

VÖ: 24. Mai 2022
Label: Full Cast Audio
Bestellnummer: 9783960660170

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