Bibi & Tina – 111. Pst, Waldtiere!

Bibi & Tina – 110. Wirbel um Mikosch

Bibi & Tina – 109. Die Heu-Krise

Bibi & Tina – 108. Die verlorene Freundschaft

Bibi & Tina – 107. Club der geheimen Reiter

Bibi & Tina – Adventskalender: Nick, der Schlittenhund

Bibi & Tina – 106. Hilfe für den Wald

Bibi & Tina – 105. Das blinde Mädchen

Bibi & Tina – 104. Das Pflegepferd


Bibi & Tina – 111. Pst, Waldtiere!



Bibi und Tina haben sich bei einem Ausritt etwas vertrödelt und nehmen nun eine Abkürzung durch den Wald abseits der Wege. Doch gerade im Frühling bekommen dort viele Wildtiere ihren Nachwuchs, und auch die beiden Reiterinnen schrecken ein trächtiges Reh auf. Sofort sind die beiden reumütig, doch der Förster hat ihren Fauxpas bemerkt. Bibi und Tina wollen den angerichteten Schaden wieder gut machen und bieten ihm ihre Hilfe an…

Naturschutzthemen haben ihren festen Platz in der langlebigen Hörspielserie „Bibi & Tina“, auch die 111. Episode widmet sich einem speziellen Thema: Dem Wildtierschutz, insbesondere im Frühling. Dabei wird beispielsweise ausführlich und verständlich erklärt, warum es in dieser Zeit wichtig ist, die Waldwege nicht zu verlassen und Hinweisschilder zu beachten. Das geschieht ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit guten Argumenten und Beispielen. Schön, dass man so Unterhaltung und Wissensvermittlung miteinander verbinden kann. Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich erzählt, immer neue Aufgaben kommen auf Bibi und Tina zu, immer neue Probleme müssen sie lösen und immer neue Szenerien ergeben sich. Die Handlung baut also nicht im klassischen Sinn aufeinander auf, sodass keine wirkliche Spannungskurve entsteht und die Handlung fast ein wenig episodenhaft wirkt – auch wenn auf einige Themen später wieder zurückgegriffen wird. Natürlich gibt es aber dennoch einige kleinere Spannungsmomente. Das Hexen-Thema tritt hier sehr in den Hintergrund, Bibi löst viele Dinge durch gewöhnliches Handeln, auch wenn dies gefährlich oder kompliziert ist – hier hätte ich mir mehr Aktionen der Junghexe gewünscht.

Klaus-Peter Garp ist in der Rolle des Försters Buchfink zu hören, der eine ebenso energische wie sympathische Art präsentiert. Wie er dabei sowohl zugänglich als auch streng wirken kann, passt gut in die Handlung. Arianne Borbach spricht natürlich wieder die Rolle von Tinas Mutter, ihre Stimme nimmt einen sehr warmherzigen Ton an und passt sich gut an die verschiedenen Szenerien an, sodass sie eine sehr liebevolle Ausstrahlung hat. Auch Oliver Rohrbeck ist wieder mal als Freddy zu hören, er klingt dabei sehr locker und energiegeladen, wobei er auch witzige Momente gekonnt einbaut. Auch Rainer Gerlach, Patrik Cieslik und Kaspar Eichel sind zu hören.

Wie immer sind auch in dieser Episode viele Naturgeräusche zu hören, insbesondere das Zwitschern der Vögel sorgt für eine angenehme Momente. Dabei gibt es auch eine Szene, die gerade dadurch sehr verdichtet wirkt und eine sehr friedliche Ausstrahlung bietet. Natürlich gibt es auch so viele passende Klänge, der Klang von Pferdehufen beim Galopp oder das laute Tuckern eines Traktors beispielsweise.

In der Episode denken sich Bibi und Tina Schilder aus, die noch klarer und eindeutiger auf Verbote aufmerksam machen – und genau eine dieser Szenen ist auf dem Titelbild zu sehen. Stolz platzieren die beiden ein frisch aufgestelltes Schild, während im Hintergrund eine friedliche Waldszenerie samt einiger tierischer Bewohner zu sehen ist.

Fazit: An „Pst, Waldtiere!“ gefällt mir, dass die warmherzige Ausstrahlung der Serie mit vielen wissenswerten Themen rund um den besonderen Tierschutz im Frühling kombiniert wurde. Die einzelnen Geschichten hängen allerdings nicht stark zusammen und lassen die Handlung leider nicht sehr dicht wirken. Auch Bibis Hexereien wurden auf ein Minimum reduziert, hier hätte die kleine Hexe ruhig mehr zeigen können. Insgesamt ist dennoch eine solide Episode entstanden.

VÖ: 20. Oktober 2023
Label: Kiddinx

Bestellnummer: 4001504221119


Bibi & Tina – 110. Wirbel um Mikosch



Graf Falkenstein hat ein neues ungarisches Pferd gekauft. Doch Scirocco ist ziemlich eigensinnig und lässt sich aktuell nur von Mikosch reiten – ein Glücksfall für Bibi, die ihren Schwarm schon einige Zeit nicht gesehen hat. Den ganzen Sommer soll er bleiben, doch schon der Beginn ist für Bibi eine Enttäuschung, taucht er doch mit einem gleichaltrigen Mädchen auf. Und auch ansonsten läuft der Besuch in Falkenstein nicht so einfach, wie gedacht…

Mikosch taucht seit vielen Jahren immer mal wieder in der langlebigen „Bibi & Tina“-Serie auf. Auch die 110. Episode ist ihm gewidmet, wobei zahlreiche gelungene Komponenten einfließen. Als roter Faden dient das Training und die Verkaufsversuche von Graf Falkensteins neuem Pferd. Doch darum gibt es viele kleine Ideen, die „Wirbel um Mikosch“ so reizvoll machen. Dabei werden auch viele verschiedene Themen eingebaut, mit denen sich junge Teenager identifizieren können, beispielsweise Eifersucht, Schwierigkeiten die eigenen Gefühle auszudrücken oder Trennungsschmerz. Mir gefällt, dass sich beispielsweise die Erfolge beim Training mit diesen Szenen abwechseln und so eine lebendige Stimmung entsteht. Am Ende gibt es ein kleines, spannendes, aber nicht zu aufgesetztes Finale, das zudem noch einige Rätsel für die Hörenden bereithält. Und auch wie die Umgebung und damit positiv besetztes Landleben beschrieben wird, gefällt mir sehr gut und sorgt für ein Gefühl der Freiheit. Doch auch nach der eigentlichen Handlung geht es noch weiter: Zunächst werden einige weiterführende Informationen zu Figuren und Schauplätzen der Serie dargeboten, danach gibt es noch ein Mini-Hörspiel, das direkt an die Geschichte anschließt und einen ziemlich verpatzten und doch ziemlich schönen Tag beschreibt, was die Episode gelungen abrundet.

Björn Schalla schlüpft in die Rolle des Mikosch und schafft es sofort, die Zuhörenden mit seiner sympathischen Art für sich einnimmt. Wie er fröhliche, nachdenkliche oder ernste Momente umsetzt, ist immer glaubhaft gelöst. Natürlich spricht Suzanna Bonasewicz auch hier wieder die Rolle der Bibi mit viel Elan und Schwung. Wie sie verschiedene Energieebenen einbaut, wirkt sehr eingängig und schafft verschiedene Stimmungen. Als Falko von Falkenstein ist Sven Riemann zu hören, seine kratzige Stimme passt wunderbar zu dem Grafen, der in dieser Episode sehr zugänglich und nahbar spricht. Auch Dorette Hugo, Arianne Borbach und Giuliana Jakobeit sind zu hören.

Der kultige Titelsong ist hier natürlich auch zu hören, auch als Trennung zum Bonustrack und dem Mini-Hörspiel am Ende. Ansonsten ist wie immer keine Musik zu hören, im Hintergrund sind aber zahlreiche passende Geräusche zu hören: Vogelgezwitscher, das Wiehern der Pferde oder zu Beginn das Anfahren des Zuges. Das ist dezent, sorgt aber dennoch für eine passende Kulisse.

Klar, das Mikosch auch auf dem Titelbild zu sehen ist, stolz geht er neben Scirocco her, auf der ein weiteres Mädchen reitet. Bibi und Tina stehen etwas bedröppelt daneben – eine Szene aus dem Hörspiel, die mit kräftigen Farben und einfachen Formen ansprechend umgesetzt wurde. Auch in der restlichen Gestaltung gibt es einige hübsche Zeichnungen und sogar eine Übersicht aller bisher erschienenen Episoden.

Fazit: „Wirbel um Mikosch“ hangelt sich am Training eines noch recht störrischen Pferdes entlang, erzählt daneben aber viele kleine und große Nebenschauplätze. Das ist lebendig und abwechslungsreich geraten. Die romantische Note passt gut und wird nicht übertrieben eingebaut, sodass alles sehr ausgewogen wirkt. Eine schöne Episode, die auch mit ihrer dichten Stimmung überzeugt.

VÖ: 4. August 2023
Label: Kiddinx
Bestellnummer: 4001504221102


Bibi & Tina – 109. Die Heu-Krise



Zwei heiße Sommer nacheinander – das hat zur Folge, dass auch in Falkenstein und Umgebung das Heu langsam knapp wird. Als Bibi und Tina dem Mühlenhofbauern etwas zu euphorisch berichten, dass auf dem Martinshof noch genügend Vorräte sind, fragt dieser schon bald bei Frau Martin nach ein wenig Unterstützung. Doch auch Frau Martin und Graf Falkenstein gemeinsam können die Knappheit in der gesamten Region ausgleichen…

Neben witzigen Geschichten über Freundschaft und das Reiten widmet sich die Kinderhörspielserie „Bibi & Tina“ seit jeher auch immer wieder ernsteren Themen – sei es die frühere Geldknappheit bei den Martins oder jetzt eben die Folgen des Klimawandels. In der 109. Episode wird beispielsweise ein Aspekt behandelt, den man vielleicht nicht direkt auf dem Schirm hat: Durch zu heiße Sommer gibt es geringere Heuernten, was für viele Tiere ein wichtiges Futtermittel ist. Schön, dass daran nicht dogmatisch gegangen wird, sondern zunächst einmal die Folgen für die Bauernhöfe gezeigt werden. Der meist mürrische Mühlenhofbauer wird dabei exemplarisch für die Not vieler herangezogen, aber auch die Situation von Frau Martin oder Graf Falkenstein fließt mit ein, sodass sich unterschiedliche Ausgangssituationen ergeben. Das wird flüssig und unterhaltsam in die Geschichte eingebaut, die sich später darum dreht, wie man die Situation für alle verbessern kann. Dabei gibt es noch einige Querelen, insgesamt kommt aber nur wenig Spannung auf – flüssig und unterhaltsam ist die Handlung doch geraten. Und sie vermittelt auf angenehme Weise, dass man mehr erreichen kann, wenn alle zusammenhalten.

Uli Krohm ist in dieser Episode mal wieder als Mühlenhofbauer zu hören. Er schöpft dabei die gesamte Bandbreite der Figur aus und klingt mal freundlich und wohlgesonnen, mal besorgt und mal grantig und abweisend, sodass ein lebendig wirkender Charakter entsteht. Lutz Riedel hat als Friedhelm von Strauch ebenfalls einen Auftritt, der stimmig und ausdrucksstark wirkt, zumal er wieder viel Energie in seine Stimme legt. Ariane Borbach gefällt mir als Tinas Mutter ebenfalls wieder sehr gut, sie klingt wieder sehr warmherzig, kann aber auch die Sorge oder den Missmut von Frau Martin gekonnt darstellen. Susanna Bonasewicz, Dorette Hugo und Gunther Schoss als Erzähler sind natürlich ebenfalls wieder mit von der Partie.

Während der Dialoge und Erzähltexte ist keine Musik zu hören, nur das bekannte Titellied zu Beginn ist zu hören. Aber natürlich gibt es auch in dieser Folge eine lebendige und vielseitige Geräuschkulisse, die den Gesprächen einen passenden Hintergrund verleiht oder den Handlungen der Figuren Ausdruck gibt. Das ist stimmig abgemischt und verbreitet das typische Flair der Serie.

Der Pferdewagen wird auf dem Titelbild von Bibi und Tina mit zwei Heunetzen beladen, vorne angespannt sind Amadeus und Sabrina – die Szene aus dem Hörspiel wird mit lebendigen Farben und einer hübschen Optik dargestellt. Natürlich wird auch der Sammelrücken mit den Pferdemotiven fortgesetzt.

Fazit: „Die Heu-Krise“ ist eine Episode, die undogmatisch auf die Folgen des Klimawandels hinweist, aber dennoch eine Menge Spaß macht. Die Handlung ist zwar etwas einfach geraten und hätte mehr Pfiff vertragen, unterhaltsam und kurzweilig ist sie dennoch – auch wegen der hübschen Stimmung der Serie. Schön, dass dabei auch Werte wie Gemeinschaftssinn vermittelt werden.

VÖ: 5. Mai 2023
Label: Kiddinx
Bestellnummer: 4001504221096


Bibi & Tina – 108. Die verlorene Freundschaft



Zum ersten Mal sollen Bibi und Tina gemeinsam die Reitstunden der neuen Feriengäste übernehmen, da Holger eine Woche lang weg ist. Doch die beiden Neuankömmlinge Anna-Marie und Luisa scheinen sich zu kennen, denn kaum dass die beiden sich begegnet, ist dicke Luft. Bibi und Tina müssen ihnen also nicht nur das Reiten beibringen und dafür sorgen, dass die beiden sich möglichst nicht begegnen, sie müssen auch eine zerstörte Freundschaft wieder kitten…

Die Freundschaft von Bibi und Tina hat schon einige Krisen überstanden, umso enger und vertrauter gehen die beiden Mädchen miteinander um. Wer könnte da besser auf zwei Freundinnen eingehen, die sich zerstritten haben und kein Wort mehr miteinander reden? Die 108. Episode geht genau auf diese Szenerie ein und legt damit schon wenige Momente nach dem Start los. Die Zuhörenden sind also unmittelbar in der Handlung, die auch keine langatmigen Szenen aufkommen lässt. So wird zunächst der Streit der beiden Mädchen thematisiert und einige Hintergründe erklärt, bis Bibi, Tina und Frau Martin einen Plan ausarbeiten, wie es trotzdem noch gelungene Ferien für die beiden Streithennen werden können. Im Kern geht es aber darum, warum die beiden sich zerstritten haben und wie sie wieder zusammenfinden können. Bibi und Tina bekommen mal getrennt voneinander, mal gemeinsam neue Hinweise, sodass sich langsam ein immer umfassenderes Bild von der Situation ergibt. Dass es ein Happy End geben würde, war von Anfang an klar, dieses wurde aber dennoch stimmig und mit kleinen Überraschungen erzählt.

Katharina Schwarzmaier ist in der Rolle der Anna-Marie Schlüter zu hören und liefert eine glaubhafte und energiegeladene Vorstellung ab. Sie äußert die Emotionen des Mädchens sehr überzeugend, was ebenso auch für Maria Hönig gilt. Sie spricht die Rolle der Luisa mit lebendigem Ausdruck und viel Variabilität, sodass man ihr sowohl die Verletztheit als auch die anderen Emotionen komplett abnimmt. Anna Dramski ist als Anna-Maries Mutter zu hören, in ihren kurzen Auftritten kann sie für eine passende Stimmung sorgen. Auch Susanna Bonasewicz, Dorette Hugo und Ariane Borbach vom Stammensemble der Serie sind natürlich wieder zu hören.

Der Titelsong der Serie darf natürlich auch hier nicht fehlen – die Quote derer, die ihn Wort für Wort mitsingen können, dürfte recht hoch sein. Danach wird auf weitere Musik verzichtet, sodass die Szenenübergänge allein von Erzähler Gunther Schoss bestritten werden. Doch die Geräuschkulisse ist wieder sehr lebendig und fügt den verschiedenen Szenerien einen lebendigen und nahbaren Klang hinzu.

Anna-Marie und Luisa sind natürlich auch auf dem Titelbild zu sehen, mit wütenden Minen starren sie einander an. Beide nehmen gerade auf den gutmütigen Ponys reitend ihre Stunden bei Bibi und Tina, was das Titelbild komplettiert. Die restliche Aufmachung ist wie immer eher schlicht, eine Übersicht über alle bisher erschienenen Episoden ist aber vorhanden.

Fazit: „Die verlorene Freundschaft“ ist eine gut erzählte Episode der Serie, bei der sich langsam die Hintergründe eines verzwickten Streits auftun. Dass man aufeinander eingehen sollte, eine offene Aussprache nicht gescheut werden sollte und es auch mal an der Zeit ist, zu verzeihen, sind gelungen eingebaute Werte, die in der kurzweiligen Handlung vermittelt werden. Schön, dass dabei die angenehme Stimmung auf dem Martinshof wieder so gut aufgegriffen wird.

VÖ: 3. Februar 2023
Label: Kiddinx
Bestellnummer: 4001504221089


Bibi & Tina – 107. Club der geheimen Reiter



Bibi und Tina sind empört, als Adalbert von Falkenstein mit seinem Freund Casper bei einem Picknick ihren Müll einfach in der Landschaft liegen lassen. Als Alexander beim Stöbern in der Bibliothek auf Berichte über den „Club der geheimen Reiter“ stößt, die in der Vergangenheit für Gerechtigkeit gesorgt haben, kommt den dreien eine Idee, wie sie den arroganten Jungen eine Lektion erteilen können. Doch dafür sind Bibis Hexkräfte notwendig…

Für Gerechtigkeit, aber auch eine gewisse Portion Chaos sorgen? Genau richtig für die beiden Freundinnen „Bibi und Tina“. Beides lässt sich in der 107. Episode der langlebigen Serie mit dem „Club der geheimen Reiter“ bestens miteinander kombinieren. Die Idee ist schnell geboren, auch danach ist der Ablauf der Folge ziemlich kurzweilig. Die Szenerie ist nie starr, sondern verändert sich immer wieder. Mir gefällt, wie die Figuren dabei vor neue Herausforderungen gestellt werden und ihnen begegnen müssen. Denn natürlich funken den drei Freunden Adalbert und Casper wieder kräftig dazwischen, was für einige aufregende Momente sorgt. Der Grundgedanke, für Gerechtigkeit zu sorgen und dabei ein kleines Mysterium aufzubauen, bringt dabei viel Reiz in die Episode ein, bei der es am Ende noch eine dicke Überraschung gibt – jedenfalls für die Zielgruppe der jüngeren Kinder, durch die vorher gestreuten Kommentare konnte man sich das schon denken. Das macht aber gar nichts: Hier liegt eine starke und aussagekräftige Folge der Serie vor.

Dorette Hugo leiht wie immer ihre markante Stimme an Tina, durch die eingesetzte Energie wirkt sie kraftvoll, neugierig, aber in den richtigen Momenten auch mal zerknirscht oder ratlos. Dennis Schmidt-Foß kann als Adalbert von Falkenstein wieder seine unsympathische und aufschneiderische Seite herauslassen, er setzt die Rolle lebendig und prägnant um. Helmut Gauß hat als Butler Dagobert zwar nicht die umfangreichsten Auftritte, diese setzt er aber mit hörbarer Spielfreude um, sodass die steife und vornehme Art für eine gelungene Stimmung sorgen. Kim Hasper, Oliver Rohrbeck und Arianne Borbach sind ebenfalls zu hören.

Nach dem allseits bekannten Titelsong sind wie immer keine Melodien mehr während der Handlung eingebaut – die Szenenwechsel gestaltet Erzähler Gunther Schoss dafür sehr atmosphärisch. Geräusche sind allerdings wieder einige eingebaut, die passend wirken und die Handlungen der Charaktere verdeutlichen. Das wirkt simpel, passt aber gut zu der Stimmung der Episode.

Der Spaß am Verkleiden ist Bibi, Tina und Alexander auf dem Titelbild anzusehen, dabei bekommt man direkt einen Eindruck von den langen, schwarzen Kutten. Natürlich ist das Ganze wieder farbenfroh und mit klaren Formen umgesetzt, was die Zielgruppe ansprechen dürfte. Natürlich wird auch hier der Sammelrücken der Serie fortgesetzt.

Fazit: „Club der geheimen Reiter“ macht Spaß – und das auf ganz verschiedenen Ebenen. Das Rätsel um die vermummten Gestalten aus der Vergangenheit, ein trickreicher Umschwung, die Dinge zu denen die Reiter gerufen werden. Das ist unterhaltsam geraten und ist abwechslungsreich erzählt – sehr gelungen!

VÖ: 14. Oktober 2022
Label: Kiddinx
Bestellnummer: 4001504221072


Bibi & Tina – Adventskalender: Nick, der Schlittenhund



Bibi verbringt die Weihnachtsfeiertage auf dem Martinshof – und hilft natürlich bei den Vorbereitungen auf das Fest. Gemeinsam mit Tina will sie den schönsten Baum aus dem nahegelegenen Forst aussuchen, doch schnell werden die Freundinnen abgelenkt: Sie finden einen herumstreunenden Husky. Klar, dass sie den aufgeweckten Schlittenhund mitnehmen und ihn verpflegen. Doch woher kommt das neugierige Tier…?

Im Jahr 2022 hat Kiddinx eine ganz besondere Episode der nach wie vor sehr erfolgreichen „Bibi & Tina“-Hörspielserie veröffentlicht: „Nick, der Schlittenhund“ ist als Adventskalender konzipiert und in 24 Kapitel aufgeteilt, sodass man jeden Tag ein kleines bisschen mehr von der Geschichte erfährt. Das funktioniert auch insgesamt nicht schlecht, manche Kapitel enden aber mitten in einer Szene, was den Wiedereinstieg am kommenden Tag etwas erschwert. Mir gefällt es deswegen besser, die Handlung am Stück zu hören, auch wenn sich dann wiederum einige Wiederholungen einschleichen und die Länge für die Handlung etwas zu lang geraten ist. Denn auch wenn immer etwas Neues passiert, sind die Grundzüge schnell klar und der grobe Ablauf ist für halbwegs geübte Zuhörende vorhersehbar geraten – einige gelungene Überraschungen werden aber durchaus präsentiert. Gut gefällt mir, dass deutlich wird, wie viel Verantwortung jedes Tier mit sich bringt, insbesondere aber die energiegeladenen Huskys. Man bekommt hautnah mit, was passieren kann, wenn die Schlittenhunde nicht ausgelastet sind und bekommt gleichzeitig noch ein paar wertvolle Tipps. Natürlich steckt noch mehr in der Folge: Die beiden Hauptfiguren müssen wieder im Team zusammenarbeiten, machen auch mal Fehler oder müssen Dinge erledigen, die ihnen schwerfallen – einfach weil es die richtige Vorgehensweise ist. Das ist unterhaltsam und abwechslungsreich geraten, zumal das typische Flair des Martinshofs wieder sehr gut zur Geltung kommt.

Natürlich sind Susanna Bonasewicz und Dorette Hugo wieder in den Hauptrollen als Bibi und Tina zu hören, sie sind ein perfekt eingespieltes Team und bringen die enge Freundschaft der Mädchen, aber auch ihre Energie sehr gut zur Geltung – und klingen beide immer noch wie Jugendliche. Lydia Morgenstern ist als Nora zu hören, die die Liebe zu ihrem Husky Nick glaubhaft darstellt, aber auch in den anderen Szenen einen authentischen Eindruck hinterlässt – beispielsweise wenn sie einsieht, was sich ändern muss. Gunther Schoss bringt als Erzähler wieder eine sehr warme und angenehme Atmosphäre schafft, aber auch Spannung und Aufregung in den richtigen Momenten transportiert. Weitere Stimmen stammen von Sven Hasper, Marius Claren und Arianne Bornach.

Der fast schon legendäre Titelsong der Hörspielreihe darf hier natürlich nicht fehlen, den wohl fast jeder Mensch unter mitsingen kann (und sicherlich auch etliche darüber). Danach ist eher wenig Musik zu hören, dafür wird mit zahlreichen passenden Geräuschen eine lebendige Atmosphäre geschaffen. Schön auch, dass die einzelnen Kapitel durch ein auffälliges Signal voneinander getrennt sind, sodass man nicht aus Versehen zu viel hört.

Die beiden Freundinnen Bibi und Tina werden mit fröhlichem Gesichtsausdruck und dicker Winterkleidung von Nick auf einem Schlitten durch den Schnee gezogen – auch der Husky ist sehr niedlich dargestellt. Bereits hier deutet eine Türchen-Optik auf die Idee des Adventskalenders hin. Einen solchen findet man auch zusätzlich im Inneren, sodass man täglich gleich zwei Überraschungen von Bibi und Tina hat – akustisch und optisch.

Fazit: „Nick, der Schlittenhund“ hält die Freundinnen im Hörspiel zwar ziemlich auf Trab, die Handlung ist dafür recht lang geraten. Zwar passiert immer wieder etwas Neues, doch manchmal stockt es eben doch ein wenig. Die Folge macht dennoch Spaß, weil die Atmosphäre so gelungen ist und zudem noch wichtige Statements zur artgerechten Tierhaltung gemacht werden. Hörenswert!

VÖ: 11. November 2022
Label: Kiddinx


Bibi & Tina – 106. Hilfe für den Wald



Tina macht ein Praktikum in einer Baumschule und will auch gleich ein Referat für die Schule halten. Klar, dass Bibi sich nicht zurückhält, ihre Freundin unterstützt und kräftig mit anpackt. Das Ganze würde auch richtig Spaß machen, aber zwei Dinge trüben die Freude: Einerseits arbeitet auch der arrogante Sigurd von Strauch in der Baumschule, andererseits ist die Sorge um den Wald einfach zu groß: Immer mehr Bäume im Wad sterben ab, sodass schon große Freiflächen zu finden sind…

„Bibi & Tina“ erzählt vor allem spannende und lockere Abenteuergeschichten von der populären Junghexe und ihrer Freundin vom Martinshof, doch die 106. Episode beweist, dass sich das nicht mit wichtigen und anspruchsvollen Themen ausschließt. Aus dem momentan auch bei jungen Leuten äußerst wichtige Gebiet des Umweltschutzes wurde dabei ein einzelner Aspekt herausgepickt und in die Geschichte integriert: Das Baumsterben und dessen Gründe, aber auch Folgen und Gegenmittel werden betrachtet – und glücklicherweise durchaus differenziert und nicht so platt oder mit erhobenem Zeigefinger. Die Geschichte an sich bietet auch das typische Flair der Serie: Freundschaft, Pferde, Landadel, aber auch einen überheblichen Gegenspieler für die beiden aufgeweckten Freundinnen. Das führt allerdings auch dazu, dass die Episode allzu leicht durchschaubar ist und praktisch schon vor dem Wendepunkt klar ist, was passieren wird und wer dahintersteckt – das bekommen selbst die jüngeren Zuhörer sofort raus. Aus diesem Grund geht dann auch die Spannungskurve nicht ganz so sehr nach oben, wirkliche Überraschungseffekte bleiben aus. Dennoch: Die Episode ist unterhaltsam und mit einem versöhnlichen Finale abgeschlossen.

Marcel Colle spielt den äußerst unsympathischen Sigurd von Strauch und hat hörbaren Spaß daran, seine schlechten Seiten zu präsentieren. Besonders seine hochmütige Art den beiden Freundinnen gegenüber kommt dabei seht gut zur Geltung. Sven Brieger ist als Herr Schmacke, der Besitzer der Baumschule, zu hören, den er authentisch und spontan wirkend darstellt und die verschiedenen Momente glaubhaft wirken lässt. Auch Dorette Hugo ist als Tina wieder sehr überzeugend, mal emotional, mal energetisch, aber immer sympathisch, ist die Tochter des Martinshofs wieder eine gelungene Identifikationsfigur. Weitere Sprecher sind Ariane Borbach, Sven Hasper und Axel Lutter.

Dass der Titelsong bisher noch nicht ausgetauscht wurde, hat seinen guten Grund, schließlich dürfte ihn so ziemlich jeder unter 45 mitsingen können, sodass er schon einen gewissen Kultstatus erreicht hat. Danach kommt zwar keine Musik mehr vor, die Szenerie ist dennoch sehr lebendig geraten, wofür die vielen Geräusche sorgen, die die Dialoge nahbar wirken lassen.

Natürlich wird auch auf bei dieser CD der hübsche Sammelrücken der Serie fortgesetzt, der nach und nach ein Gesamtbild mit immer neuen Pferden zusammensetzt. Auch das Titelbild gefällt mir gut: Die Freunde pflanzen fleißig die kleinen Setzlinge, die eine zentrale Rolle in der Handlung spielen. Der angedeutete Wald im Hintergrund und die vielen unbewachsenen Stellen spielen direkt auf das Thema der Episode an.

Fazit: „Hilfe für den Wald“ thematisiert einen kleinen Aspekt des Umweltschutzes, informiert darüber ohne belehrend zu wirken. Das ist gelungen in die Handlung eingebunden, die zwar unterhaltsam und locker wie immer ist, aber eben auch ziemlich vorhersehbar ist und dadurch nur wenig Spannung aufbaut. Eher solide als begeisternd, aber immer noch eine hörenswerte Episode.

VÖ: 9. September 2022
Label: Kiddinx
Bestellnummer: 4001504221065


Bibi & Tina – 105. Das blinde Mädchen



Ein neuer Gast kommt auf dem Martinshof an: Lara ist seit ihrer Geburt blind. Bibi und Tina sind überrascht, wie selbstständig sie sich an Geräuschen orientiert und wie eigenständig sie zurechtkommt. Doch obwohl Lara früher viel und erfolgreich geritten ist, traut sie sich nach einem Unfall nicht mehr auf ein Pferd. Bibi und Tina müssen ihr ganzes Feingefühl aufbringen…

Natürlich ist auch die 105. Episode von „Bibi & Tina“ eine Geschichte über die Liebe zu Pferden und thematisiert auch das Zusammenspiel von Jugendlichen. Doch dabei gibt es wieder eine besondere Note – und die besteht nicht daraus, dass Bibi eine Hexe ist, lediglich in einer Szene kommt ihre Fähigkeit überhaupt am Rande vor. Vielmehr ist Laras Sehbehinderung ein wichtiges Thema welches einfühlsam geschildert ist. Man lernt dabei viel über das Leben von blinden Menschen, ihre Fähigkeiten, auch ohne das Sehen auszukommen, auch wie sie selbst erfolgreich beim Reiten sein können. Das ist eingebunden in eine kurzweilige Handlung, in dem es um Mut, Hilfsbereitschaft und Pflichtgefühl geht, in der aber vor allem Empathie und Einfühlungsvermögen vorkommen – und das auch von unerwarteter Stelle, was zu einer überraschenden Auflösung führt. Schön, dass die Stimmung dabei herzlich und fröhlich ist, negative Gefühle aber nicht weggewischt werden und ernst genommen werden. Das wirkt sehr rund und stimmig, ist unterhaltsam und flüssig erzählt, hat ernsthafte wie fröhliche Anklänge und bringt eine eigenständige Stimmung mit ein.

Die wundervolle Ilona Otto ist in der Rolle der Lara zu hören und bringt die verschiedenen Stimmungen des blinden Mädchens mit viel Energie zur Geltung und bildet damit einen gelungenen Mittelpunkt für die Episode. Ihr Vater wird von Armin Schlagwein gesprochen, der mit seiner tiefen Stimme eine angenehme und einfühlsame Atmosphäre schafft und mit glaubhafter Betonung punktet. Natürlich ist Dorette Hugo als Tina dabei, ihre fröhliche und einfühlsame Art kommt auch hier wieder gut zur Geltung, aber auch der Übermut beim Reiten oder Frustration sind überzeugend eingebracht. Weitere Sprecher sind Arianne Borbach, Sven Hasper und Uwe Jellinek.

Der Titelsong ist ja mittlerweile schon fast ikonisch geworden und kann von so ziemlich jedem unter 40 rezitiert und mitgesungen werden. Die Handlung an sich kommt ohne musikalische Begleitung aus, ist aber mit vielen passenden Geräuschen unterlegt. Nicht nur das Schnauben der Pferde und Hufgetrappel, sondern auch zahlreiche andere Sounds bringen eine lebendige Stimmung ein.

Lara ist auf dem Titelbild im Vordergrund, die Augen geschlossen und ein ängstlicher Gesichtsausdruck, während sie fast vom Pferd stürzt. Der dynamische Eindruck wird durch Bibi und Tina im Hintergrund unterstrichen, wobei Bibis Hexerei mit zahlreichen Sternchen zum Ausdruck gebracht wird. Einige weitere kleine Zeichnungen der Titelfiguren und eine Übersicht der bislang erschienenen Episoden runden die Aufmachung ab.

Fazit: Schön, dass das Inklusionsthema hier so einfühlsam und ernstzunehmend behandelt wird, ohne aufgesetzt lehrreich zu wirken. Dabei kommen auch die typisch warmherzige Stimmung auf dem Martinshof und viele fröhliche Momente auf, die angesprochenen Themen sind gut eingebunden. Schön, dass die Chemie zwischen den Charakteren auch hier wieder so gut zur Geltung kommt.

VÖ: 6. Mai 2022
Label: Kiddinx
Bestellnummer: 4001504221058


Bibi & Tina – 104. Das Pflegepferd



Ein Jahrmarkt in Rothenbrunn steht an, und natürlich planen Bibi und Tina fest einen Besuch in der Nachbarstadt ein. Doch daraus scheint erst einmal nichts zu werden, da auch dem Martinshof ein neues Pferd zur Pflege untergebracht wird – und dieses scheint ziemlich problematisch zu sein. Die beiden Freundinnen übernehmen die Betreuung, finden aber tatsächlich kaum einen Zugang zu dem stolzen Sultan…

Auch nach über 100 Folgen werden neue Themen rund um Pferde und Reiten für die langlebige Kinderhörspielserie „Bibi und Tina“ gefunden, in „Das Pflegepferd“ geht es um ein verstörtes, ängstliches und bockiges Pferd, welches von den beiden Protagonistinnen wieder an Menschen und andere Pferde gewöhnt wird. Der Einstieg mit dem Auftritt der redegewandten und aufgedrehten Besitzerin von Sultan ist gelungen, danach geht es in kleinen Schritten weiter. Die Entwicklungsschritte dem Pflegepferd werden genau nachgezeichnet, auch Misserfolge thematisiert und die so wichtige Geduld der Mädchen treffend eingebunden. Das ist langsam, aber durchaus unterhaltsam erzählt und strahlt eine harmonische Ruhe aus, später geht es dann aber auch noch einmal eine Spur angespannter zu, die Situation mit Sultans Besitzerin Frau Kalottke nimmt noch einmal eine andere Wendung als gedacht – und führt natürlich zu einem Happy End. Die Hexen-Thematik wird hier nur am Rande eingebunden, die Handlung konzentriert sich vollkommen auf Pferde und Reiten. Eine sehr solide und hörenswerte Episode der Reihe.

Die wundervolle Susanna Bonasewicz ist natürlich wieder als Bibi Blocksberg zu hören und klingt jugendlich und frisch wie eh und je, sie bringt wieder eine fröhliche Art und eine sympathische Ausstrahlung mit ein. Arianne Borbach hat sich als Frau Martins ebenfalls gut eingespielt, ihre mütterliche Art, aber auch die resoluten gleichsam einfühlsamen Charakterzüge werden gekonnt von ihr ausgegriffen. Heike Schroetter ist in dieser Episode als Frau Kalottke zu hören, die Besitzerin von Sultan bekommt durch sie eine glaubhafte Betonung verliehen, vor allem die aufgedrehte und redselige Art machen dabei viel Spaß. Weitere Sprecher sind Dorette Hugo, Sven Hasper und Michael Pan.

Akustisch wird hier wieder das typische Ambiente der Serie geboten, wobei neben dem markanten Titelsong keine Musik mehr im Einsatz ist. Die Geräuschkulisse ist dabei sehr passend ausgewählt, neben den allgegenwärtigen Pferdeschnauben sind auch zahlreiche andere Klänge zu hören, die den Martinshof und die anderen Schauplätze zum Leben erwecken.

Der aufgeregte Sultan steigt auf dem Titelbild und wird von Tina und ihrer Mutter beruhigt, während Bibi aus dem Hintergrund beobachtet – ein typisches Titelbild für die Serie, das gut zu der Handlung passt. Im Inneren gibt es natürlich die die knappe Auflistung der Mitwirkenden, aber auch eine Übersicht der bisher erschienenen Episoden darf erneut nicht fehlen.

Fazit: „Das Pflegepferd“ ist eine sehr ruhige und gradlinig erzählte Episode der Serie, die dennoch durchgängig unterhaltsam geraten ist – insbesondere wegen der schönen Grundstimmung und den liebenswerten Charakteren. Dazu ist ziemlich viel Pferdewissen eingebunden, was durchaus auch zum Nachdenken anregt. Sehr solide!

VÖ: 4. Februar 2022
Label: Kiddinx
Bestellnummer: 4001504221041

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