Heliosphere 2265 – 13. Die andere Seite



Die Hyperion ist vernichtet, wichtige Verbündete der Rebellion entführt, die Vormacht des Imperiums ist weiter gestärkt. Doch für Admiralin Isa Jansen steht fest, dass der Kampf weitergehen muss und kann gerade noch verhindern, dass ihr Team an der Niederlage auseinanderbricht. Persönliche Verluste und Demotivation müssen überwunden werden, dabei muss die Arbeit der Besatzung schnell weitergehen, denn die Bedrohung durch Sarah McCall wächst mit jedem Tag…

Science-Fiction ist im Hörspielbereich sicherlich nicht so sehr ausgeprägt wie Krimi oder Gruselgeschichten, mit „Heliosphere 2265“ produziert Sebastian Pobot allerdings einen sehr klassischen Vertreter des Genres. Zum Start der 13. Episode „Die andere Seite“ gibt es zunächst einen Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse, sodass man auch nach längerer Abwesenheit wieder schnell in die Handlung findet. Danach geht es mit einer recht geheimnisvoll, fast schon mystisch wirkenden Szene weiter, die einige gelungene Andeutungen macht, ohne wirklich Wesentliches zu verraten. Dennoch bleibt der Dialog im Gedächtnis haften, auch während den anschließenden Entwicklungen, die erst einmal wenig mit dem Intro zu tun haben. Die Geschichte wird dabei auf mehreren Ebenen erzählt, die Stimmung wirkt jedoch immer ähnlich. Zudem hatte ich das Gefühl, dass einige Dialoge sind etwas zu sehr in die Läge gezogen haben und deswegen nicht ganz die Dynamik entwickelt werden konnte, die die anderen Episoden so stark wirken ließen. Allerdings fand ich die Idee, eine fünfzig Jahre entfernte Zukunft starken Einfluss auf die Handlung zu haben, sehr reizvoll, zumal dieser Gedanke für einige sehr gelungene Ideen sorgt. Und so ist insgesamt wieder eine solide Episode entstanden, für die man allerdings Vorkenntnisse aus den anderen Folgen mitbringen sollte.

Isa Jansen wird wieder von Dorothea Lott gesprochen, die ihre Stimme gekonnt an die verschiedenen Situationen anpasst und sowohl hart und konsequent, aber auch einfühlsam oder leise verängstigt wirken kann, was alles sehr glaubhaft klingt. Detlef Tams spricht die Rolle des Captain Jackson Brown ebenfalls sehr markant und strahlt eine konzentrierte Ruhe aus, was gut in die ernsthafte Stimmung seiner Szenen passt. Auch Christin Marquitan setzt ihre Figur wieder gekonnt um, Noriko Ishida bekommt durch sie noch einige weitere Facetten verliehen. Weitere Sprecher sind Romanus Fuhrmann, Sven Hasper und Alexander Turrek.

Akustisch wird die Weltraumatmosphäre gekonnt aufgegriffen. Die Stimmen sind bei Funksprüchen passend verzerrt, an den passenden Stellen rauscht oder piept es im Hintergrund, auch die wenigen Actionszenen sind lebendig und treffend untermalt. Und auch die Musik, die kurz in den Szenenwechseln eingebaut sind, passen mit ihrem pompösen Klang gut in die Geschichte. Das erzeugt alles gemeinsam eine passende Stimmung, die die Handlung so in ihrer Wirkung unterstützt.

Wieder wird ein klassisches Science-Ficiton-Motiv auf dem Titelbild auf modern wirkende Weise umgesetzt: Ein riesiges Raumschiff, in orangefarbenes Licht getaucht und dennoch mit einem düsteren Ausdruck – passend und ansehnlich, aber nicht sonderlich individuell. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben den üblichen Informationen zu den Mitwirkenden dieses Motiv auch noch einmal ohne die Rahmen und Schriftzüge zu sehen.

Fazit: „Die andere Seite“ startet furios – mit einer mysteriösen Szene zu Beginn, dann mit einigen durchaus emotionalen Momenten und Entwicklungen auf mehreren Ebenen. Doch die Geschichte verliert sich im Laufe der Zeit etwas in zu langen Dialogen, bringt dafür aber auch sehr gelungene Ideen mit ein. Eine solide Episode, die der Serie neue Elemente hinzufügt.

VÖ: 17. September 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960661795

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