Küsten-Krimi – 5. Knickgeflüster -2-



Meike Bischoff ist weiterhin fest entschlossen, den Mord an ihrer alten Freundin aufzuklären – das Vertrauen in die Ermittlung in die Polizei ist ihr abhandengekommen. Gemeinsam mit Hark Hagedorn geht sie noch einmal die Verdächtigen durch, denn eine offensichtliche Kombination aus Mörder und Motiv scheint es nicht zu geben. Doch ihre Recherchen werden dadurch erschwert, dass sie als Zugezogene von der Dorfgemeinschaft nicht richtig akzeptiert werden…

Never change a running system? Ein bisschen Neues gibt es bei der „Küsten-Krimi“-Reihe von Contendo Media im Gegensatz zu den „Insel-Krimis“ mit fast identischem Konzept und einer sehr ähnlichen Ästhetik aber doch. So ist in „Knickgeflüster“ ein etwas längerer Fall entstanden, der als Zweiteiler angelegt ist. Wer die aus der ersten Episode bekannten Details nicht mehr parat hat, wird direkt zu Beginn des zweiten Teils noch einmal über die wichtigsten Zusammenhänge und Verdächtigen informiert, da sich die beiden Hauptfiguren Meike und Hark über die Ermittlungen unterhalten, was organisch und passend wirkt. Die weiteren Ermittlungen, Gespräche und Begegnungen sind dann zwar etwas schneller erzählt als im ersten Teil, insgesamt ist der Verlauf aber eher nordisch-gemütlich denn packend und temporeich. Dafür sind die einzelnen Szenen hier recht prägnant und lassen die Charaktere markant zur Geltung kommen, aber auch die Spannung wird durch einen weiteren Mord gesteigert. Der Hörer kann hier gut miträtseln und die verschiedenen Puzzlesteine zusammenfügen, aber erst am Ende werden die letzten Elemente zur Lösung des Falls eingebaut, sodass das Interesse an den weiteren Entwicklungen durchgängig vorhanden ist, auch wenn ein paar Szenen etwas zu lang geraten sind. Doch insgesamt wird der Zweiteiler hier gekonnt abgeschlossen und mit einem gelungenen Ende versehen.

Lisa Cardinale übernimmt die Rolle der Meike Bischoff und bringt eine sanfte, aber bestimmte Art mit ein und setzt die Tierärztin damit gekonnt um, zumal sie die Spannung einzelner Szenen überzeugend steigert. Jannik Endemann spricht Jürgen Packulat ebenfalls lebendig und mit nuancierter Stimme, wobei er sehr gekonnt auf die verschiedenen Situationen reagiert und sich gut an die vorherrschende Stimmung anpasst. Auch Erick Kohn wird von Wolfgangs Bahros markante Stimme treffend umgesetzt, sodass ein weiterer gelungener Charakter entstanden ist. Weitere Sprecher sind Mark Bremer, Uve Teschner und Luisa Wietzorek.

Die Musik unterscheidet sich schon recht deutlich von dem „älteren Bruder“, den „Insel-Krimis“, aber auch hier wird immer wieder norddeutsches Flair mit dem Einsatz entsprechender Musikinstrumente verbreitet. Doch den Hauptteil bilden rockige, dramatische oder spannungsgeladene Töne, was gut zusammengestellt wurde und die Wirkung der einzelnen Szenen unterstreicht. Die Geräuschkulisse ist gut auf die Dialoge abgestimmt, sind mal eher im Hintergrund, dann aber auch wieder sehr plakativ.

Diese Serie wird bislang nur digital veröffentlicht, ein eigenes Titelbild wurde aber natürlich erneut erschaffen – und das selbstverständlich wieder mit dem stilisierten Leuchtturm, der mit der Folgennummer kombiniert ist. Den Zusammenhang der Handlung mit dem von Eisschollen überzogenen Meer erschließt sich zwar nicht sofort, ist aber optisch durchaus gelungen umgesetzt.

Fazit: Etwas schneller erzählt als der erste Teil, auch die Dramatik nimmt zu, da noch mehr Opfer auftauchen und der Hörer teilweise in deren letzten Momenten zuhören kann. Die verschiedenen Hinweise und Elemente fügen sich gekonnt zusammen, aber erst ganz am Ende gibt es die komplette Auflösung, sodass die Spannung durchgängig gegeben ist. Ein passender Abschluss des Zweiteilers.

VÖ: 19. März 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-056-6

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