Grimms Märchen – 8. Der Teufel mit den drei goldenen Haaren/Die Sterntaler/Hans mein Igel

Grimms Märchen – 7. Aschenputtel / Das Waldhaus / Das blaue Licht

Grimms Märchen – 6. Hänsel und Gretel / Die sieben Raben / Die Gänsehirtin am Brunnen

Grimms Märchen – 5. Rotkäppchen / Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein / Tischlein deck dich

Grimms Märchen – 4. Schneewittchen / Von dem Fischer und seiner Frau / Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

Grimms Märchen – 3. Dornröschen / Der arme Müllerbursche und das Kätzchen / Die sechs Schwäne

Grimms Märchen – 2. Allerleirauh / Rapunzel / Rumpelstilzchen

Grimms Märchen – 1. Der Froschkönig / Frau Holle / Schneeweißchen und Rosenrot

 


Grimms Märchen – 8. Der Teufel mit den drei goldenen Haaren/Die Sterntaler/Hans mein Igel



Einem armen Ehepaar wird ein Kind mit einer Glückshaut geboren, dem sogar vorhergesagt wird, eines Tages die Tochter des Königs zu heiraten. Als der Herrscher von der Weissagung erfährt, ist er erbost und will das Schicksal verhindern. So setzt er das Kind in einer Holzschachtel in einem tiefen Wasser aus und geht von seinem Tod aus. Doch er hat sich getäuscht, denn das Neugeborene wird am Wehr einer Mühle angespült…

Märchen haben gerade in der Anfangszeit des Mediums Hörspiel eine wichtige Rolle gespielt, dennoch sind bei weitem noch nicht alle Geschichten der Gebrüder Grimm umgesetzt worden. Titania Medien füllt nun diese Lücken, setzt aber natürlich auch die großen Klassiker erneut um. Auch die achte Episode enthält wieder drei Märchen, die mal mehr, mal weniger bekannt sind. Den Anfang macht „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“, das sich anfangs stark auf das Leben des Glückskinds konzentriert. Dem Aufbau wird viel Zeit gewidmet, doch natürlich bekommen auch die Szenen in der Hölle beim Teufel und seiner Großmutter viel Aufmerksamkeit verliehen. So entsteht ein sehr abwechslungsreiches Märchen mit ganz verschiedenen Stimmungen, das mit magischen Elementen und gelungenen Winkelzügen angefüllt ist. Eine sehr starke Umsetzung, die besonders atmosphärisch geraten ist. „Die Sterntaler“ ist als recht kurzes Märchen in der Mitte dieser CD angesiedelt, betont aber die Trauer und die Melancholie. Die Härte der Menschen, aber auch die Gutherzigkeit des Mädchens kommen sehr gut zur Geltung und haben mich berührt – eine kleine, aber ausdrucksstarke Geschichte. „Hans mein Igel“ bildet den Abschluss dieser Folge, auch hier werden magische Elemente, persönliches Schicksal und einige Listen miteinander kombiniert. Das ist kurzweilig erzählt und in sehr geschliffenen Dialogen umgesetzt, sodass auch dieses eher unbekannte Märchen zum Strahlen gebracht wird.

Regina Lemnitz lässt ihre Stimme als Großmutter des Teufels noch tiefer und volltönender klingen als gewohnt, verleiht ihr aber auch ihren typisch kratzigen Klang. Das sorgt für eine sehr markante Szene, da sie abwechslungsreiche Stimmungen von bedrohlich bis warmherzig anklingen lässt. Marlene Bosenius spricht das „Sterntaler“ mit ihrer hellen Stimme und legt schon viel Ausdruck hinein, betont die Sätze authentisch und sehr liebenswert. Erzähler der drei Geschichten ist erneut Peter Weis, seine typische Märchenonkelstimme kommt auch hier gut zur Geltung. Er betont seine Sätze sehr gekonnt und geht überzeugend auf die unterschiedlichen Grundstimmungen ein. Weitere Sprecher sind Hans-Georg Panczak, Gerlinde Dillge und Thomas Balou Martin.

Akustisch ist die Episode sehr abwechslungsreich geraten. Einerseits gibt es auch hier natürlich wieder viel klassische Musik, die sehr gekonnt an die verschiedenen Szenen angepasst wurde. Andererseits gibt es aber auch immer wieder andere Stimmungen, beispielsweise wird das wogende Feuer in der Hölle dröhnend und markant umgesetzt. Das fließt alles gelungen ineinander und sorgt für eine sehr dichte Atmosphäre.

Das Titelbild wurde natürlich erneut von Ertugrul Edirne erstellt, die bekannte Szene von dem Teufel und seiner Großmutter, in der sie ihm mit List die drei goldenen Haare ausreißt, wurde sehr ansehnlich mit dem Farbenspiel aus Rot, Gelb und Schwarz erstellt. Gepaart mit dem klassisch grünen Rahmen, der übersichtlichen Liste der Mitwirkenden und einer Trackübersicht zu den drei Märchen ist wieder eine gelungene Gestaltung entstanden.

Fazit: Das abwechslungsreiche und recht gruselige „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“, das melancholische „Die Sterntaler“ und das unbekannte „Hans mein Igel“ – drei sehr unterschiedliche Märchen der Brüder Grimm, die hier lebendig, zauberhaft und atmosphärisch sehr dicht umgesetzt wurden. Die sehr gelungenen Dialoge und die engagierten Sprecher tragen ebenfalls zum Gelingen der Produktion bei.

VÖ: 27. Mai 2022
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783862123094


Grimms Märchen – 7. Aschenputtel / Das Waldhaus / Das blaue Licht



Nach dem Tod ihres Vaters lebt ein junges Mädchen gemeinsam mit ihrer Stiefmutter und ihren Steifschwestern, wird von diesen aber mit allerlei anstrengenden Aufgaben bedacht und wie eine Dienstmagd behandelt. Selbst, als eine Einladung des Prinzen für alle unverheirateten Frauen zu einem Ball eingeht, denkt sich die Stiefmutter eine List aus, damit das Aschenputtel nicht zu dem rauschenden Fest gehen kann…

„Grimms Märchen“ sind mittlerweile ein fester Bestandteil im Programm von Titania Medien, jeweils drei der bekannten (und teilweise auch weniger bekannten) Geschichten der beiden deutschen Geschichtensammler sind in einer Folge zu hören. Nummer sieben der Reihe beginnt mit einem wahren Klassiker, den wohl die meisten Hörer bereits kennen dürften: „Aschenputtel“. Dennoch konnte das Hildener Label der Geschichte ihren eigenen Stempel aufdrücken, indem sie zwar sehr nahe an der Original-Geschichte bleiben, aber einige Szenen besonders betont. So ist die Stiefmutter wunderbar herrisch und böse, das erste Treffen zwischen der Hauptfigur und dem Prinzen sehr romantisch und das Rufen der Taube so ikonisch, wie es sich gehört. „Das Waldhaus“ ist schon deutlich unbekannter und ein eher kurzes Märchen, das mit einer sich dreifach wiederholenden Szenen mit einigen kleineren, veränderten Facetten recht simpel aufgebaut ist, durch die lebendige Inszenierung und die drei sehr markanten Sprecherinnen aber sehr gelungen ist – auch wegen der leicht skurrilen Szenerie, die die Geschichte mit sich bringt. Den Abschluss macht „Das blaue Licht“, das mit seiner magischen Ausstrahlung, der moralischen Komponente, aber auch den menschlichen Fehlern, aus denen man lernen kann, besticht. Von der ersten Begegnung mit der Hexe über die Abenteuer des ehemaligen Soldaten bis zu dem glücklichen Ende für die (meisten) Figuren vergeht die Zeit sehr schnell. Wieder sind drei zauberhafte und ebenso nostalgische wie zeitlose Märchenumsetzungen entstanden, die sehr hörenswert geraten sind.

Cornelia Meinhardt ist eine wundervoll bösartige und arglistige Stiefmutter in „Das blaue Licht“ und spricht die Rolle sehr ausdrucksstark und mit einer sehr präsenten Aura, was für einen sehr intensiven Ausdruck des Märchens sorgt. Die Rolle der Grete in „Das Waldhaus“ übernimmt nach einiger Abwesenheit bei dem Label mal wieder Janina Sachau, die eine sehr freudige und ironische Art einbringt und auch in ihren kleinen Reaktionen wie Seufzen oder Aufstöhnen viel Leben einbringt. Bene Gutjan ist in „Das blaue Licht“ in der Hauptrolle des Soldaten zu hören und spricht die Rolle sehr agil und abwechslungsreich, er reagiert in den verschiedenen Szenen sehr authentisch und verleiht der Figur eine sehr überzeugende Wirkung. Weitere Sprecher sind Beate Gerlach, Horst Naumann und natürlich Reinhilt Schneider – dieses Mal in allen drei Märchen.

Die Auswahl der Musikstücke ist dem Label wieder äußerst gut gelungen, wobei wieder viele klassische Melodien eingebunden wurde, sowohl während der Erzähltexte als auch während der meisten Dialoge. Der so erzeugte, nostalgische Effekt wird durch eine Vielzahl an organisch wirkenden Geräuschen ergänzt, sodass eine sehr dichte atmosphärische Gestaltung entsteht und gepaart mit den hervorragenden Sprechern viele markante Szenen entstehen.

Ertugrul Edirne hat auch zu dieser Episode die Coverillustration beigesteuert, wobei eine Szene aus dem „Aschenputtel“ zu sehen ist: Die junge Frau kniet mit betend erhobenen Händen vor dem Baum ihrer verstorbenen Mutter, während eine weiße Taube ihr ein prächtiges Ballkleid bringt. Der bläulich-silberne Schimmer, der durch den vollen Mond erzeugt wird, verleiht dem Bild eine zusätzliche magische Atmosphäre.

Fazit: „Aschenputtel“ mit dem romantischen Grundton und einer markanten Gegenspielerin, das skurril-lehrreiche „Das Waldhaus“ mit drei sehr ausdrucksstarken Sprecherinnen, „Das blaue Licht“ mit den vielen magischen Elementen – auch in dieser Folge hat jedes Märchen einen sehr eigenständigen Ausdruck und punktet mit der sehr gelungenen und eingängigen Umsetzung – sehr hörenswert!

VÖ: 25. März 2022
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783862123087


Grimms Märchen – 6. Hänsel und Gretel / Die sieben Raben / Die Gänsehirtin am Brunnen



Die Not ist groß im Land, auch ein Holzfäller und seine zweite Frau können nicht genug Essen für die beiden Kinder erwirtschaften. Und so drängt die Stiefmutter ihren Mann dazu, die Geschwister im Wald auszusetzen. Doch Hänsel hört ihren finsteren Plan und wappnet sich, um dennoch nach Hause zu finden: Auf dem Weg streut er weiße Kieselsteine aus. Doch die Stiefmutter bleibt hartnäckig…

Ein echtes Herzensprojekt sind die Umsetzungen von „Grimms Märchen“ für Marc Gruppe und Stephan Bosenius von Titania Medien, sodass zum Ende des ersten Veröffentlichungsjahres bereits sechs Episoden erschienen sind. Auch hier sind drei weitere Märchen umgesetzt, zum Start gibt es wieder einen richtigen Klassiker: Hänsel und Gretel. Dabei wird natürlich sehr eng an der Vorlage erzählt, sodass die Not der Holzfällerfamilie zu Beginn sehr gut zur Geltung kommt, aber auch ein bekanntes Sprichwort natürlich seine Anwendung findet. Höhepunkte sind allerdings die Szenen bei der Hexe, die wunderbar unheimlich und bedrohlich geraten sind. Der traditionelle Ansatz der Serie funktioniert bei diesem Märchen besonders gut. Anschließend ist „Die sieben Raben“ zu hören, bei dem viele mystische Elemente zusammenfließen, die ebenfalls einen düsteren Anklang haben. Besonders die Besuche bei Sonne, Mond und Sternen sind sehr intensiv geraten, auch die Sprachlosigkeit, die plötzlich herrscht, wird gekonnt umgesetzt – sehr stark, insbesondere weil dieses Märchen noch nicht allzu häufig umgesetzt wurde. Ebenfalls eher unbekannt ist „Die Gänsehirtin am Brunnen“ die sich um eine alte Hexe, ihre Tochter und einen jungen Grafen dreht. Die eher gewöhnlich wirkende Kombination wird durch interessante Perspektivwechsel, charismatische Figuren und viele magische Elemente ergänzt. Ich habe es sehr genossen, diese eher lockere Stimmung zu genießen und die Geschichte neu zu entdecken, zumal auch hier die Umsetzung sehr lebendig ist.

Monika John ist in der Rolle der Knusperhexe in „Hänsel und Gretel“ zu hören und sorgt dabei nicht nur für eine sehr düstere und intensive Stimmung, sondern kann sich im Verlauf ihrer Auftritte noch immer weiter steigern und besonders das Schreien und Greinen im Ofen sehr ausdrucksstark umsetzen. Reinhilt Schneider hat ihren Auftritt in dieser Episode als Schwester der „sieben Raben“ und passt ihre unverkennbare Stimme sehr gelungen an diese Geschichte an, ihr typisches Aufschreien und die lebendige Sprechweise passen sehr gut dazu. Louis Friedemann Thiele spricht die Rolle des jungen Grafen in „Die Gänsehirtin am Brunnen“ und punktet mit einer sehr gradlinigen, glaubhaften und treffenden Stimme und überzeugendem Ausdruck in allen Szenen. Weitere Sprecher sind Marlene Bosenius (in allen drei Märchen), Marion Hartmann und Beate Gerlach.

Die Dialoge wurden dicht an dicht mit klassischer Musik untermalt, die mal ebenso beschwingt und fröhlich wie mystisch, bedrohlich oder sanftmütig klingen kann – immer aber sehr intensiv wirkt. Zudem werden die Stimmungen der Szenen so sehr gekonnt unterstrichen. Natürlich sind auch viele Geräusche eingebaut, die sehr passend sind, der Großteil der Atmosphäre wird allerdings durch die musikalische Begleitung erzeugt – sehr überzeugend.

Für das Titelmotiv wurde die Szene ausgewählt, in der Hänsel und Gretel von dem Knusperhäuschen essen und die Hexe das erste Mal aus der Tür tritt, um die beiden zu beobachten. Ertugrul Edirne hat dafür einen sehr klassischen Ansatz gewählt und dennoch mit dem gelungenen Spiel von Licht und Schatten einen sehr lebendigen Ansatz einbaut. Natürlich gibt es auch hier wieder eine kleine Trackliste sowie eine Übersicht der Mitwirkenden.

Fazit: Das bekannte Titelmärchen ist sehr klassisch und nahe am Original umgesetzt, was aber auch sehr intensiv und unheimlich wirkt. Es lohnt sich aber auch, die beiden eher unbekannteren Geschichten zu entdecken, die vielen mystischen Elemente, die sehr dichte Stimmung und die intensive Untermalung mit klassischer Musik sind äußerst überzeugend.

VÖ: 17. Dezember 2021
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783862123070


Grimms Märchen – 5. Rotkäppchen / Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein / Tischlein deck dich



Rotkäppchen, das von allen Menschen wegen seiner roten Kopfbedeckung nur so genannt wird, wird von ihrer Mutter zu ihrer Großmutter geschickt, um ihr Napfkuchen und Wein zu bringen. Doch trotz eindringlicher Warnungen ihrer Mutter begegnet sie auf dem Weg durch den Wald dem bösen Wolf. Und dieser fasst gleich einen Plan, wie er den Magen mal wieder randvoll bekommt…

Auch in der fünften Folge ihrer „Grimms Märchen“ halten Marc Gruppe und Stephan Bosenius ihr Versprechen und setzen eben nicht nur die großen Klassiker um – auch wenn mit „Rotkäppchen“ und „Tischlein deck dich“ zwei sehr bekannte Stücke umgesetzt wurden. Die Herangehensweise ist wieder sehr klassisch und nahe an den Originalen der Gebrüder Grimm, ohne diese deutlich zu entschärfen. So können sich die zuhörenden Kinder mal wieder richtig vor dem bösen Wolf gruseln und Angst um das gutgläubige Rotkäppchen haben, sich aber auch über die gerechte Strafe des Bösewichts freuen. Die verschiedenen Szenerien bei „Tischlein deck dich“ sind ebenfalls sehr ausdrucksstark umgesetzt, es geht sehr lebendig und kurzweilig zu – und auch hier halten sich der Humor der Vorlage, die Hinterlist und die phantasievolle Stimmung gekonnt die Waage. Das Highlight dieser Folge ist in meinen Augen aber das eher unbekannte „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“, das von der Bösartigkeit der Mutter und zwei Schwestern lebt, die sehr intensiv umgesetzt wurde. Doch in all der Bitternis für die ungeliebte Schwester gibt es auch hier wieder einen Hoffnungsschimmer am Ende, was mit vielen feinen Facetten umgesetzt wurde. Wieder sind drei sehr klassisch und lebendig umgesetzte Märchen zu hören, und wieder hat mir das sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht – auch als Erwachsener.

Marlene Bosenius hat hier ihre erste Hauptsprecherrolle als Rotkäppchen übernommen und bringt die freudige, aber auch etwas naive Art des jungen Mädchens sehr überzeugend zur Geltung, aber auch die anderen Emotionen und besonders die ängstliche Art beim Höhepunkt der Handlung setzt sie mit viel Energie und glaubhafter Sprechweise um. Bei „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“ haben Titania Medien wieder richtig aufgefahren und mit Ingeborg Kallweit, Herma Koehn und Monika John drei Sprecherinnen engagiert, die die boshafte und ruppige Art sehr gut zur Geltung bringen, während Reinhilt Schneider als Zweiäuglein mit ihrer ausdrucksstarken Stimme punktet und die Verzweiflung der jungen Frau sehr überzeugend spricht. Auch bei „Tischlein deck dich“ wird wieder eine sehr vielseitige Liste an Sprechern präsentiert, Arianne Borbach sticht als hinterlistige Ziege aber positiv hervor und hat hörbar viel Spaß an der Rolle.

Die musikalische Untermalung ist klassisch, oft orchestral, und sogar Menschen mit eher begrenzten Kenntnissen klassischer Kompositionen werden einige Melodie wiedererkennen. Das ist sehr gut auf die Handlung abgestimmt und greift die jeweilige Stimmung sehr gekonnt auf. Überzeugend ist auch die Untermalung mit Geräuschen geraten, die dezent, aber sehr passend und vielseitig die Dialoge ergänzen.

Das wunderbar nostalgische und klassische Titelbild wurde wieder von Ertugrul Edirne erschaffen, der sehr viele ansehnliche Details in die Waldlandschaft eingebaut hat, doch auch Rotkäppchen und der Wolf sind überzeugend getroffen. Der grüne Rahmen der Serie passt hier wieder hervorragend mit dem Waldmotiv zusammen, während im Inneren das Wiederfinden einzelner Märchen durch eine kleine Trackliste erleichtert wird.

Fazit: Drei Märchenklassiker, davon eines eher unbekannt: Auch die fünfte Episode von „Grimms Märchen“ ist lebendig, intensiv und qualitativ sehr überzeugend umgesetzt – nicht nur wegen der hervorragenden Sprecher, die in ihren Rollen vollkommen aufgehen und mit viel Eifer bei der Sache sind, sondern auch wegen der sehr stimmigen Inszenierung mit viel klassischer Musik. Besonders „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“ hat mir dabei sehr gefallen.

VÖ: 1. Oktober 2021
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783862123063


Grimms Märchen – 4. Schneewittchen / Von dem Fischer und seiner Frau / Der Wolf und die sieben jungen Geißlein



Die neue Frau des Königs ist von Eitelkeit zerfressen, niemand im ganzen Königreich soll schöner sein als sie. Als ihr magischer Spiegel ihr jedoch offenbart, dass ihre Stieftochter Schneewittchen tausendmal schöner als sie ist, beschließt sie einen finsteren Plan: Sie schickt ihren treuen Jäger mit Schneewittchen tief in den Wald, wo er das Mädchen töten soll…

Märchenumsetzungen in Film, nacherzählten Geschichten und eben auch Hörspielen gibt es zahlreich, und trotz des gleichen Ausgangspunktes unterschieden diese sich deutlich. Gerade modernere Umsetzungen sind oft deutlich verharmlost – nicht so jedoch die Hörspiele in der Reihe „Grimms Märchen“ von Titania Medien. Hier werden die vielen kleinen, fast nebensächlichen Boshaftigkeiten und andere nachdrückliche Details nicht ausgelassen, sodass die Königin sich die (vermeintliche Lunge und Leber) des Schneewittchens tatsächlich zubereiten lässt du genüsslich verspeist. Aber auch andere Elemente sind sehr nahe am Original, sodass im Haus der Zwerge eben Messerchen und keine Messer liegen oder der Fischer und seine Frau zunächst eben in einem Pisspott leben. Ich mag es, dass hier so nahe am Original erzählt wird und die Formulierungen so einen nostalgischen Charme verbreiten, aber dennoch gut verständlich erzählt werden. Auch dass eben nicht immer ein harmonisches Ende angeboten wird, sondern auch ein eher nüchternes oder böses Ende erzählt wird, hat mir sehr gefallen, anders als es bei anderen Umsetzungen der Fall ist. Die vorherrschende Stimmung ist sehr dicht und mystisch, wie man es von dem Label gewohnt ist, was gemeinsam mit den sehr guten Sprechern für sehr gelungene Umsetzungen sorgt. Die Auswahl der Geschichte konzentriert sich hier wieder auf wohl bekannte Märchen, die aber sehr eindringlich, markant und lebendig umgesetzt werden.

Arianne Borbach ist in der Rolle der bösen Königin in „Schneewittchen“ zu hören und kann das aufbrausende Gemüt der Stiefmutter gekonnt darstellen, bringt aber auch die Eitelkeit, den Hochmut und ihre Boshaftigkeit sehr gut zur Geltung. Michael Pans unverkennbare Stimme ist als Fischer im zweiten Märchen sicherlich ungewöhnlich und sehr markant, wobei er eine sehr überzeugende Spielfreude an den Tag legt, sehr agil und dynamisch spricht und den Hörer auch mal zum Lachen bringen kann. Seine Spielpartnerin Sabina Trooger hat mich ebenfalls begeistert, sie knurrt, keift und schreit sich durch die Geschichte, sodass die neidzerfressene Frau eine äußerst eindringliche Wirkung verströmt. Weitere Sprecher sind Reinhilt Schneider, Michael-Che Koch und Ingeborg Kallweit.

Akustisch liegt der Fokus immer auf den hervorragenden Sprechern, ihr Wirken steht immer im Mittelpunkt, wird aber von einer umfangreichen Geräusch- und Musikkulisse sehr gekonnt unterstützt. Die eingebauten Melodien haben eine zauberhafte Wirkung und fügen sich dezent ein, beispielsweise während der Erzähltexte oder der Szenenübergänge, was für eine harmonische Stimmung sorgt. Besonders gelungen sind auch die kirchlichen Choräle, die eine der letzten Szenen in „Vom Fischer und seiner Frau“ gekonnt verzieren. Die Geräusche sind passgenau und glaubhaft eingefügt, auch hier ruhig, aber sehr gelungen.

Die ikonische Szene, in der die Sieben Zwerge das schlafende Schneewittchen in einem ihrer Betten finden, ist auf dem Titelbild gelungen dargestellt, wobei Ertugrul Edirne eine recht dunkle Szenerie geschaffen hat, die durch einige Lichtquellen eine sehenswerte Dynamik erhält und viel nostalgischen Charme verbreitet. Im Inneren wird nicht nur angegeben, wer an der Produktion mitgearbeitet hat, sondern auch, welche Tracks auf der CD von welchem Märchen eingenommen wird, sodass man die einzelnen Geschichten schnell wiederfindet.

Fazit: Die vierte Episode von „Grimms Märchen“ bietet mit Schneewittchen eine klassische Prinzessinnen-Geschichte, die mit all den grausigen Details sehr markant geraten ist. Besonders gefallen hat mir „Vom Fischer und seiner Frau“, welches die Intensität der Geschichte sehr gut zur Geltung bringt. Das dritte Märchen „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ ist herrlich zum Gruseln umgesetzt, sodass drei sehr überzeugende Umsetzungen vorliegen.

VÖ: 27. August 2021
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783862123056


Grimms Märchen – 3. Dornröschen / Der arme Müllerbursche und das Kätzchen / Die sechs Schwäne



Nach langem Warten erwartet ein Königspaar endlich ein Kind, zur Taufe soll ein pompöses Fest mit vielen Gästen gefeiert werden. Doch da im Haushalt nur zwölf goldene Teller vorhanden sind, werden nur zwölf der 13 weisen Frauen eingeladen. Gerade als die Feen ihre guten Wünsche an das Kind aussprechen, kommt auch die letzte Fee mit einem Donnerschlag in den Saal und spricht in ihrer Wut über die Ausgrenzung ebenfalls einen Spruch aus… (Dornröschen)

„Grimms Märchen“ hat sich das Hildener Hörspiellabel Titania Medien als neues Projekt vorgenommen, die Geschichten aus den weltbekannten Kinder- und Hausmärchen sollen dabei möglichst originalgetreu umgesetzt werden. Und ein weiterer wichtiger Punkt ist auch in der dritten Episode erkennbar: Neben den wohlbekannten Geschichten sollen auch diejenigen umgesetzt werden, die nicht unbedingt jeder kennt. Sicherlich gibt es hier „Dornröschen“, welches sehr lebendig und mit den vielen Feinheiten gelungen umgesetzt wurde. Mir gefällt, dass der Fokus dabei nicht nur auf der 13. Fee liegt, die ja allzu gern selbst mit einer tragischen Hintergrundgeschichte versehen wird, auf diese Weise aber viel von ihrer mysteriösen Aura verliert. Hier ist sie einfach böse und wütend, was Kinder auch lernen, auszuhalten. Toll ist aber auch, dass eben auch „Der arme Müllerbursche und das Kätzchen“ erzählt wird, das völlig zu Unrecht fast vollständig verschwunden zu sein scheint, die Motive des dummen Lehrlings, der dank Herzensgüte und Mut den verdienten Lohn bekommt, ist mit einigen magischen Elementen um eine sprechende Katze angereichert, die eine wundervolle Stimmung verbreiten und den Hörer schnell einzufangen wissen. Und auch „Die sechs Schwäne“, das so wunderbar melancholisch und magisch ist, gefällt mir in dieser lebendigen Umsetzung sehr gut und wird mit einem lebendigen Wechsel aus Erzähltexten und Dialogen erzählt, was mir sehr gefallen hat. Die abwechslungsreiche Auswahl der Märchen und die klassische Umsetzung sind hervorragend geraten und haben mich vollkommen überzeugt.

Erzähler bei allen drei Märchen ist Peter Weis, der mit seiner kratzigen, angenehmen Märchenonkel-Stimmung für eine angenehme Grundstimmung sorgt, der aber auch sehr lebendig und atmosphärisch erzählt und so für viel zusätzliche Stimmung sorgt. Kurz, aber sehr prägnant sind die Auftritte der wundervollen Claudia Urbschat-Mingues als 13. Fee, die hart und unnachgiebig, sogar leicht furchteinflößend klingt, ohne zuhörende Kinder zu sehr zu verschrecken. Auch Ursula Wüsthof überzeugt in „Die sechs Schwäne“ als Hexe und gestaltet die Rolle zwar klassisch, verleiht ihr aber dennoch viel Individualität und eine präsente Ausstrahlung. Weitere der vielen und durchgängig sehr lobenswerten Sprecher sind Reinhilt Schneider, Jean Paul Baeck und Lutz Mackensy.

Der Gedanke, die Märchen auf eine klassische Weise umzusetzen, spiegelt sich auch in der Auswahl der Musik wider. Hier kommen orchestrale Klänge zum Einsatz, die während der meisten Szenen zu hören sind und so für eine sehr dichte Atmosphäre sorgt. Geräusche sind dabei ebenso vielfältig und abwechslungsreich im Einsatz, ruhige und romantische Momente kommen dabei ebenso gut zur Geltung wie beispielsweise der markante Auftritt der 13. Fee, die mit lautem Donner unterlegt ist.

Eine Szene aus Dornröschen wurde für das Titelbild von Ertugrul Edirne sehr stilvoll und nostalgisch in Szene gesetzt, der klassische Zeichenstil passt wunderbar zum Ansatz der Umsetzung. Dornröschen ruht dabei schlafend auf einem Sessel, umgeben von Dornenranken, während der Prinz sie gerade entdeckt – sehr schön. Das Innere beschränkt sich auf die Auflistung der Mitwirkenden an dem Hörspiel, eine kleine Trackliste zum einfachen Starten einzelner Geschichten wäre schön gewesen.

Fazit: Atmosphärisch sehr dicht und mit viel klassischer Musik unterlegt, sehr starke Sprecher, die ihre Rollen lebendig und markant wirken lassen, dazu liebenswerte, magische und spannende Märchen, sehr nahe am Ursprung erzählt: Auch die dritte Episode der „Grimms Märchen“ hat mir äußerst gut gefallen und überzeugt mit seiner sehr runden Umsetzung. Schön, dass es die Klassiker nun in diesem neuen Gewand zu hören gibt.

VÖ: 25. Juni 2021
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783862123049


Grimms Märchen – 2. Allerleirauh / Rapunzel / Rumpelstilzchen



Mit ihren letzten Atemzügen ringt die kranke Königin ihrem Gatten das Versprechen ab, sich nach ihrem Tod nur mit einer Frau zu vermählen, die ebenso hübsch und mit goldenen Haaren gesegnet ist wie sie selbst. Doch als nach einer Trauerzeit keine passende Braut gefunden wurde, entschließt sich der König, die einzige Frau zu heiraten, die die geforderten Attribute hat: Seine eigene Tochter. Doch entsetzt von dem unchristlichen Vorschlag hat diese zunächst drei scheinbar unerfüllbare Wünsche, bevor sie der Vermählung zustimmt…

Mit „Grimms Märchen“ hat Titania Medien eine Neuumsetzung der klassischen Geschichten gestartet und fasst dabei jeweils drei der Vorlagen zu einer Folge zusammen. Während zum Start der Serie in der ersten Ausgabe große Klassiker zu hören waren, wird bereits in der zweiten Folge das verlagseigene Versprechen erfüllt, auch einige unbekanntere Märchen der deutschen Erzähler umzusetzen. Als Titelgeschichte wurde „Allerleirauh“ ausgewählt, das es nie zu ganz großer Bekanntheit gebracht hat, obwohl es eine wunderschöne Geschichte um eine Prinzessin in Nöten ist, die sich mit viel eigenem Einsatz und Einfallsreichtum aus allerlei Schwierigkeiten befreit und zum Glück findet. Die Umsetzung ist – wie bei den anderen beiden Geschichten der Folge – sehr lebendig und kurzweilig geraten, wobei die märchenhaften Elemente betont werden, die Entwicklung der Figuren aber dennoch im Vordergrund steht. Eine sehr zauberhafte Geschichte, aber auch die beiden anderen Episoden gefallen mir sehr gut und heben sich angenehm von anderen bekannten Umsetzungen ab – in „Rapunzel“ wird beispielsweise die Beziehung zwischen dem eingesperrten Mädchen und der harschen Zauberin kurz, aber gekonnt betont, ohne dass es für Kinder zu gruselig sein würde. Bei „Rumpelstilzchen“ gefällt mir die Darstellung der titelgebenden Figur sehr gut, mit viel Energie und einer markanten Ausstrahlung, aber auch einer passenden Portion Witz versehen, die eine sehr markante Wirkung einbringt. Drei liebevolle und sehr hörenswerte Märchenumsetzungen, die mir sehr gut gefallen haben.

Marie Bierstedt ist in der Rolle der Allerleirauh bestens besetzt und setzt ihre helle Stimme sehr gekonnt ein, um der Prinzessin eine sanfte, aber auch durchaus selbstbestimmte Ausstrahlung zu verleihen. Ursula Wüsthof spricht die Rolle der bösen Zauberin in „Rapunzel“ sehr markant, mit rauer und harter Stimme und recht vierschrötiger Ausstrahlung, was ihr eine sehr markante und boshafte Ausstrahlung verleiht. Bert Stevens setzt seine unverkennbare Stimme als Rumpelstilzchen ebenfalls äußerst extrovertiert ein und lasst so eine sehr gekonnte Ausstrahlung um die Figur entstehen, die besonders beim bekannten Wutanfall am Ende der Geschichte sehr gut zur Geltung kommt. Weitere Sprecher sind Patrick Bach, Fabienne Hesse und Valentin Stroh.

Wer ein Hörspiel von Titania Medien erwirbt, darf zurecht eine sehr hochwertige Produktion erwarten, was das Label natürlich auch hier anbietet. Dabei sind in sehr stimmiger Abmischung im Hintergrund vielfältige Geräusche zu hören, die lebendige und markante Szenerien schaffen, ohne sich in den Mittelpunkt zu drängen. Das gilt auch für die orchestrale Musikuntermalung in den Erzähltexten oder besonders entscheidenden Dialogpassagen, was für eine sehr dichte Stimmung sorgt.

Das Titelmotiv wurde von Ertugrul Edirne auf klassische Weise umgesetzt und zeigt eine Szene aus „Allerleirauh“, bei dem die Prinzessin in einem sternenbesetzten Kleid an den Königshof tritt. Das hübsche Mädchen steht dabei auch hier völlig im Mittelpunkt, wird aber durch die beiden Wachen und einen hübsch gestalteten Hintergrund mit Schlossmauern und einem imposanten Portal ergänzt – sehr sehenswert, auch mit der hübschen Rahmengestaltung.

Fazit: Natürlich ist es schön, die Märchenklassiker „Rapunzel“ und „Rumpelstilzchen“ in so liebevollen Umsetzungen mit tollen Sprechern zu hören, doch besonders wird diese Folge der „Grimms Märchen“ durch die eher unbekannte Geschichte „Allerleirauh“ mit ihrem zauberhaften Ausdruck. Eine sehr gelungene Serie, die hier noch weitere Aspekte der Märchenklassiker betont.

VÖ: 30. April 2021
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783862123032


Grimms Märchen – 1. Der Froschkönig / Frau Holle / Schneeweißchen und Rosenrot



Die Prinzessin auf einem königlichen Schloss spielt voller Lebensfreunde im Garten, als ihr das liebste Spielzeug, eine goldene Kugel, in einen tiefen Brunnen. Voller Verzweiflung bricht sie weinend zusammen. Doch ein Frosch taucht aus dem Wasser auf und bietet ihr an, die Kugel wieder an die Oberfläche zu holen – doch dafür erwartet er auch eine Gegenleistung, die jedoch nichts mit Perlen, schönen Kleidern oder Edelsteinen zu tun hat…

Es war ein lang gehegter Wunsch von Marc Gruppe und Stephan Bosenius, auch einmal die klassischen Märchen umzusetzen. Während bereits einige Vorlagen von Hans Christian Andersen in der „Titania Special“-Reihe umgesetzt wurden, waren die Märchen der Brüder Grimm bisher von ihnen unberührt – bis jetzt. Wegen der Kürze der Vorlagen – und um die Aufmerksamkeit der eigentlichen jungen Zielgruppe nicht überzustrapazieren - sind immer drei Geschichten pro Episode umgesetzt, zum Start sind es drei der bekanntesten Märchen geworden. Die Umsetzung ist klassisch und mit dem typisch romantischen, immer leicht nostalgischen Ausdruck des Labels versehen, was dennoch sehr lebendig und eben zeitlos wirkt. Und trotz der bekannten Vorlagen, an die sich Titania Medien eng gehalten haben, wurden kleine Feinheiten eingebaut, die diesen Umsetzungen etwas Einzigartiges verleihen. In „Der Froschkönig“ ist dies beispielsweise der durchaus zwiespältige Charakter der Königstochter, aber auch die aufgebrachte Hofdame mit leicht humorvollem Einschlag. In „Frau Holle“ gefällt mir die Darstellung der „Frau Holle“ mit ihrem freundlichen, aber auch resoluten Ausdruck sehr gut, während in „Schneeweißchen und Rosenrot“ die besondere Beziehung der beiden Schwestern und der aufgebrachte Zwerg für gelungene Kontraste sorgen. Das ist einfach richtig schön, sehr liebevoll und mit einer ausdrucksstarken Wirkung umgesetzt worden, sodass diese Umsetzungen nicht bloß eine einfache Kopie der bekannten Werke sind, sondern ihre ganz eigene Ausstrahlung haben.

Reinhilt Schneider ist in dieser Folge gleich in allen drei Märchen zu hören, wobei sie sich besonders als Prinzessin im „Froschkönig“ viel jugendliche Frische bewahrt hat und auch die raueren Aspekte der Figur überzeugend darstellt, während sie in „Frau Holle“ wunderbar derb und abweisend wirkt. Gudo Hoegel spricht in „Schneeweißchen und Rosenrot“ die Rolle des Zwerges sehr ausdrucksstark und verleiht der Figur so eine recht unheimliche Wirkung, was wohldosiert ist und mit der krächzenden Stimme auch eine Spur Humor mit einbringt. Melancholisch wird es bei dem letzten Auftritt der unvergesslichen Dagmar von Kurmin als „Frau Holle“, die ihre warme Stimme wieder meisterhaft einsetzt und so eine ganz besondere Stimmung schafft. Weitere Sprecher sind Regina Lemnitz, Ursula Sieg und Peter Weis als Erzähler.

Typisch für die Hörspiele von Titania Medien sind die stimmungsvollen, klassischen Melodien, die natürlich auch hier im Einsatz sind und für eine romantische Stimmung sorgen. Diese sind jedoch nicht dauerhaft zu hören und machen so auch Platz für eine lebendige und vielseitige Geräuschkulisse, die ganz verschiedene Szenerien schafft – sehr gelungen!

Eine edel wirkende, dunkelgrüne Rahmengestaltung wurde für das Titelbild gewählt, welche mit goldenen Verzierungen und hübschen Ornamenten und Kindergesichtern im Stil eines alten Gemäldes verziert wurde. Das Titelmotiv wurde – wie so oft bei dem Label - von Ertugrul Edirne geschaffen und zeigt im romantischen Stil eine Szene, in der der Froschkönig mit der Prinzessin am Brunnen sitzt, wobei viel Wert auf hübsche Details gelegt wurde.

Fazit: Auch wenn die Vorlagen bekannt sind, bringen diese Umsetzungen noch einmal andere Aspekte hervor. Viele liebevolle Feinheiten und engagierte, liebevolle Sprecher sorgen für eine dichte Stimmung, die sehr zeitlos wirkt. Eine sehr runde und hörenswerte Produktion, der man die Liebe für das Projekt durchgängig anmerkt.

VÖ: 26. Februar 2021
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783862123025

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