Küsten-Krimi – 1. Das Haus am Abgrund 1/2



Unerwartet erbt Marieke Kielmann ein kleines Haus an der Küste, nachdem der erfolgreiche Hamburger Industrielle Siegfried Waldorf dort gestorben ist. Das hübsche Feriendomizil fasziniert sie sofort, sodass sie direkt einige Tage dort bleiben möchte. Eines macht sie jedoch stutzig: Kurz vor seinem Tod berichtet Siegfried von einem Mord, dass in dem Haus geschehen ist. Als dann ein Einbruch in dem Haus den scheinbaren Frieden stört, will Marieke unbedingt mehr herausfinden…

Mit der „Insel-Krimi“-Serie hat Contendo Media bereits einige Episoden veröffentlicht – scheinbar mit Erfolg, denn mit „Küsten-Krimi“ gibt es nun eine sehr ähnlich angelegte Serie. Wieder gibt es in sich abgeschlossene Geschichten, wieder gilt es Morde aufzuklären, wieder gibt es norddeutschen Charme und das entsprechende Flair, die Handlung wurde aber eben von den Inseln auf das Festland verlegt. Zum Start gibt es in „Das Haus am Abgrund“ gleich einen Zweiteiler, wobei in der ersten Episode erst einmal ausführlich vorgestellt wird, wie Hauptfigur Marieke Kielmann an die Ostsee-Steilküste kommt und die ersten Spuren zu einem längst vergangenen Verbrechen gelegt werden, über das es nur sehr wenige Informationen gibt. Gemeinsam mit einem Jugendfreund, Dominik Vogt, der schon länger in dem verschlafenen Örtchen wohnt, macht sie sich an die Recherchen und findet immer mehr über den Todesfall heraus – klassischer Krimi-Stoff also, der interessant aufbereitet wurde. Durch den anfänglichen Einbruch in das Haus und eine gefährliche Situation für Marieke kommt etwas Schärfe hinzu, die deutlich gealterten Zeugen bringen zudem eine wohlige Atmosphäre mit ein. Die eher ruhige Erzählweise kommt glücklicherweise ohne wirkliche Längen aus, da für einen stetigen Informationsfluss gesorgt ist. Einige Vermutungen kann man hier schon anstellen, wer in den Mord verwickelt ist, es bleiben aber noch viele Geheimnisse offen, sodass die Lust auf den zweiten Teil geweckt wurde.

Christin Marquitan ist in der Hauptrolle der Marieke Kielmann zu hören, wobei sie mal wieder eine authentisch und spontan wirkende Figur erschaffen hat. Sie lässt die Freundlichkeit und die Neugier der unerwarteten Erbin gut zur Geltung kommen, bringt aber auch andere passende Facetten mit ein. Elga Schütz ist als Gerlinde Claasen zu hören und bringt mit ihrer angenehm kratzigen Stimme viel Ausdruck ein, der sehr gut in die geschaffene Atmosphäre passt. Horst Naumann ist zu Beginn zwar nur kurz zu hören, der sterbende Siegfried Waldorf bleibt durch ihn aber nachdrücklich in Erinnerung. Weitere Sprecher sind Claus Vester, Dirk Hardegen und Sylvie Nogler.

Ähnlich wie in den „Insel-Krimis“ dominiert auch hier norddeutsch angehauchte Musik, beispielsweise durch den Einsatz eines Akkordeons. Das passt natürlich gut in die Umgebung und verbreitet eine passende Atmosphäre, was aber auch durch viele Geräusche unterstützt wird. Diese lassen die Dialoge lebendiger wirken und sorgen für einige intensive Momente, die die Atmosphäre des Hörspiels unterstützen.

Ein typisches Haus aus der norddeutschen Küste wurde als Motiv für das Titelbild ausgewählt, von einer dichten Hecke umgeben und von einem dunklen bewölkten Himmel umspannt. Das Design mit den stilisierten Wellen wirkt etwas mystisch, wobei auch hier wieder ein kleiner Leuchtturm mit der Folgenzahl und dem dezenten Schriftzug der Serie verbunden wurde.

Fazit: Der Start der „Küsten-Krimis“ baut hier langsam die Handlung des ersten Zweiteilers auf und bietet neben dem gekonnten Intro und ein paar spannenden Szenen gut aufgebaute Recherchen, die mit den älteren Bewohnern der Küste viel Charme ausstrahlen. Sympathische Charaktere und eine interessante Hintergrundstory sorgen für einen guten Start in die neue Serie.

VÖ: 14. August 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-048-1

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