Frankenstein und der Zirkel der Sieben – 2. Verflucht seid ihr alle

Frankenstein und der Zirkel der Sieben – 1. Am Abgrund der Nacht


Frankenstein und der Zirkel der Sieben – 2. Verflucht seid ihr alle



Durch die Experimente an der ehemaligen Bediensteten seines Vaters, Alessia, hat sich Viktor Frankenstein eine schreckliche und wütende Gegnerin geschaffen. Um sie zu eliminieren, ist er untergetaucht und lässt dabei die anderen Mitglieder des Zirkels der Sieben im Stich. Und so schickt der Zirkel seine Agenten aus, um Frankenstein entweder zurückzuholen oder ihn zu vernichten. Doch in Viktor regen sich auch Gewissensbisse, wie er mit seinem Geschöpf umgegangen ist…

Die Geschichten um den „Zirkel der Sieben“, ein Zusammenschluss diverser Superschurken mit sehr individuellen Fähigkeiten, wird mittlerweile in mehreren Serien vorangetrieben. So auch in der Serie um die bekannte Figur des „Frankenstein“, die in seiner zweiten Episode noch enger in Zusammenhang mit der restlichen Serie steht – samt dem Auftritt einiger alter Bekannter, die den Stein der Serie ins Rollen gebracht haben. Im Mittelpunkt stehen aber zunächst wieder die Vorgänge in den Schweizer Alpen, dem Familiensitz der Familie Frankenstein und um Viktors misslungene Experimente. Die wichtigsten Ereignisse aus dem ersten Teil werden zu Beginn noch einmal kurz zusammengefasst, sodass man leichter in die Handlung findet, die sich danach schnell weiter aufbaut. Dabei sind viele bedrohliche Szenen aneinandergereiht und punkten mit der Stimmung, die noch einmal düsterer und makabrer ist als zuvor. Der Rachefeldzug von Alessia bringt ordentlich Feuer in die Geschichte, zumal sie teilweise in unerwarteten Momenten zuschlägt. Später ist noch ein interessantes Wettrennen quer durch Europa zu hören, bei dem der Zirkel der Sieben wieder mehr im Zentrum steht. Doch auch auf der persönlichen Ebene entwickelt sich die Geschichte weiter, die Beziehungen der Figuren unterliegen einem stetigen Wandel und bringen so noch mehr Leben in die Episode. Gepaart mit der dichten Atmosphäre und dem sehr prägnanten Szenario ist so eine Episode entstanden, die mir sogar noch besser gefallen hat als der Auftakt zu der Serie – übrigens auch losgelöst von den restlichen Reihen um den Zirkel der Sieben.

Magdalena Höffner sorgt in der Rolle der Alessia für einen sehr prägnanten Ausdruck ihrer Figur, sie spricht voller wilder Wut und mit bedrohlich-hartem Ausdruck, was immer wieder für intensive Momente sorgt. Sarah Alles hinterlässt als Melina Gottweil ebenfalls einen positiven Eindruck, ihre sanfte Stimme bildet einen gelungenen Kontrast zu der düsteren Atmosphäre der Handlung, zumal sie ihrer Figur durchaus einige interessante Facetten verleiht. Sprecherurgestein Udo Schenk überzeugt als Scoville Laberge ebenfalls vollkommen, seine markante Stimme passt wunderbar zu der Figur und ihrer Wirkung. Weitere Sprecher sind Jörg Pintsch, Holger Löwenberg und Wolfgang Bahro.

Die Musik in dem Hörspiel ist wieder sehr eindrucksvoll geraten und begleitet insbesondere den ersten Teil fast durchgängig mit düsteren Klängen – vielleicht schon eine Spur zu viel, da sich die Szenerie so irgendwann nicht mehr steigern kann und ein erster Höhepunkt etwas verpufft. Doch die düstere Atmosphäre, die dadurch entsteht, ist gemeinsam mit der vielfältigen Geräuschkulisse sehr lebendig geraten und sorgt für einen sehr positiven Gesamteindruck.

Einen ersten Eindruck von Viktors Gegenspielerin Alessia bekommt der Hörer auf dem Cover geboten, auf dem sie mit undurchsichtigem Gesichtsausdruck ein Messer in die Höhe hält. Die ungewöhnliche Perspektive – die junge Frau dreht dem Betrachter ihr Gesicht über ihre Schulter zu – sorgt gepaart mit dem diffusen Licht und der grau-bläulichen Gestaltung für eine sehr düstere Stimmung. Wie so oft bei Maritim sind die Sprecher bereits auf der Rückseite der Hülle aufgedruckt.

Fazit: „Frankenstein und der Zirkel der Sieben“ punktet in der zweiten Episode mit einer engeren Verbindung zum dem im Titel genannten Superschurkensyndikat, gleichzeitig aber auch mit dem Schicksal der Familie Frankenstein und der wunderbar bedrohlichen Alessia als Gegenspielerin für Viktor. Die Stimmung ist sehr dicht und greifbar, sodass eine sehr hörenswerte Episode der noch jungen Serie geraten ist.

VÖ: 4. Dezember 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823511


Frankenstein und der Zirkel der Sieben – 1. Am Abgrund der Nacht



Bei seinen Forschungen hat Victor Frankenstein einen Weg gefunden, künstliches Fleisch für die Roboter von seinem Kumpanen Robur zu erschaffen, um sie echten Menschen zum Verwechseln ähnlich zu machen. Doch kurz darauf wird er von seinem Vater auf den Sitz der Familie gerufen, wo ihm ein erstaunliches Geheimnis aus der Vergangenheit der Frankensteins offenbart wird, das sein Leben komplett ändern wird…

Wer die anderen Hörspielserien kennt und aufmerksam gehört hat, in denen „der Zirkel der Sieben“ sein Unwesen treibt, ist dort bereits auf Victor Frankenstein gestoßen. Die bekannte Figur aus der Feder von Mary Shelley wurde beispielsweise in den Geschichten um „Phileas Fogg“ adaptiert, hat nun aber auch eine eigenständige Serie bekommen. Gleich in der ersten Szene wird der Bogen zu anderen bekannten Charakteren geschlagen, danach nimmt „Am Abgrund der Nacht“ eine Wendung, die sehr auf die Hintergründe des bekannten Doktors eingeht. Sein Familienleben steht häufig im Hintergrund und gibt Hinweise, wie er zu dem kaltblütigen und berechnenden Arzt geworden ist, wie er hier dargestellt wird. Doch das ist nur der Hintergrund für eine spannende Geschichte, die mit einigen Wendungen und Überraschungen für viel Spannung sorgt und die zwiespältige Hauptfigur vor neue Herausforderungen stellt. Sicherlich werden dabei einige Pfade beschritten, die der Hörer vorausahnen kann, dem interessanten Verlauf tut das jedoch keinen Abbruch. Gut gefällt mir auch, dass der Hörer die Stimmung der damaligen Zeit aufgreifen kann und beispielsweise an einem überfüllten Bahnhof das hektische Leben spüren kann. „Frankenstein und der Zirkel der Sieben“ legt hier einen sehr gelungenen Start hin und erzählt nicht nur eine eigenständige Variante des Charakters, sondern schlägt auch gleich einen Bogen zum restlichen Serienuniversum, welches hier um eine hörenswerte Facette bereichert wird.

Mit Dietmar Wunder wurde ein sehr erfahrener Sprecher für die Rolle des Victor Frankenstein ausgewählt, der dann auch sehr authentisch wirkt und dennoch mit seiner markanten Aussprache eine ausdrucksstarke Figur schafft, deren düstere Seite bestens hervorgearbeitet wird. Sein Vater Baron Carol Frankenstein wird von Jürgen Thormann gesprochen, dessen Stimme einen schneidenden, abwertenden Klang annimmt und der so facettenreich spricht, dass der herrische Adelige eine sehr präsente Aura bekommt. Auch Maria Koschnys Stimme passt wunderbar in das dunkle Ambiente der Serie, sodass sie in ihren kurzen Momenten einen sehr positiven Eindruck hinterlassen kann. Weitere Sprecher sind Liane Rudolph, Magdalena Höfner und Werner Wilkening.

Akustisch wird die Betonung auf die unheimlichen und spannenden Momente gelegt, die mit dramatischer Musik unterlegt sind. So entsteht eine düstere und markante Stimmung, die ebenso klassisch wirkt als auch viele moderne Elemente enthält – auch in den Erzähltexten, die dadurch viel Schwung erhalten. Gut gefällt mir auch der vielseitige Einsatz der Geräusche, was viel Leben in die Szenen mit einbringt.

Das Cover zu dieser Episode gefällt mir außerordentlich gut, auch wenn das Motiv eines herrschaftlichen Schlosses in einer gewittrigen Nacht natürlich nicht allzu originell ist. Doch die kühle, bläulich weiße Farbgebung und die interessante Perspektive lassen gemeinsam mit dem Wissen um die Wirkung von Blitzen in dem Originalroman lassen ein sehr passendes Titelbild entstehen. Wie bei vielen anderen Produktionen des Labels sind im Inneren keine Extras zu finden, ebenso wie die Sprecher bereits auf der Rückseite aufgelistet sind.

Fazit: Egal, ob man die anderen Serien um den „Zirkel der Sieben“ bereits kennt oder mit der Serie um „Frankenstein“ Neuland betritt: „Am Abgrund der Nacht“ ist eine spannende und lebendig erzählte erste Episode, die mit einer sehr dichten Stimmung überzeugt. Die Charaktere werden genau beleuchtet, aber auch die Handlung wird flüssig und temporeich erzählt – sehr hörenswert!

VÖ: 9. Oktober 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823504

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