Moriarty – 2. Die Wiege des Verbrechens

Moriarty – 1. Das Rätsel der Marie Celeste



Moriarty – 2. Die Wiege des Verbrechens



Die Agentin des Zirkels der Sieben Theodora Sachs wird von Dracula nach England geschickt, um einen neuen potenziellen Gegner auszukundschaften – oder eines neuen Verbündeten: James Moriarty. Sein plötzliches Auftauchen und das aufkommende Genie erregen schnell Aufmerksamkeit. Doch trotz ihrer übersinnlichen Kräfte gelingt es ihr nicht, seine Intention herauszufinden. Doch auch Mycroft Holmes möchte mehr über ihn herausfinden, sodass er Geoffrey Staffort ebenfalls auf dessen Spur setzt…

James Moriarty ist mittlerweile nicht nur Fans von Sherlock Holmes ein Begriff, sein genialer Gegenspieler ist durch die vielen Umsetzungen von klassischen wie neuen Stoffen selbst zu einiger Popularität gelangt. Maritim treibt dies noch etwas weiter und hat eine neue Hörspielserie zu dem Charakter geschaffen. Die zweite Episode macht noch einmal deutlich klarer, dass auch sie ein Bestandteil des neuen Serienuniversums ist, ist sie doch noch deutlicher mit den zahlreichen Schwesterserien verbunden. So spielen die ersten Szenen damit, dass in der ersten Episode nicht ganz klar ist, ob die Hauptfigur nun zur guten oder zur bösen Seite steht – oder ihr ganz eigenes Spiel spielt. Beide Seiten setzen einen Agenten auf James Moriarty an, der wiederum eine überraschend melancholische Note in die Introszenen bringt. Doch statt sich auf den Kampf der beiden Seiten zu konzentrieren, macht die Handlung eine ungewöhnliche Wendung und erzählt von der Vergangenheit Moriartys, was einen kleinen Einblick darauf erlaubt, wie er zu der schillernden und undurchsichtigen Person geworden ist. Dabei wird zunächst mehr auf ein Familiendrama gesetzt denn auf einen spannenden Krimi oder geheimnisvolle Mystery-Elemente – dafür ist später noch genügend Zeit, was dann auch gekonnt ausgekostet wird. Es ist diese ungewöhnliche Kombination und der engere Bezug zu den anderen Serien, die die Episode so unterhaltsam machen. Und die neue Richtung gefällt mir richtig gut, die Steigerung zur ruhigeren ersten Episode ist deutlich zu spüren.

Gabrielle Pietermann tritt wieder in der Rolle der Theodora Sachs auf, die der skrupellosen Agentin wieder einige neue Facetten verleiht und nicht nur kalt und berechnend, sondern auch empathisch, verzweifelt oder aufgebracht klingen kann, was immer sehr treffend wirkt. Tobias Kluckert übernimmt die Rolle des Milton Moriarty und bringt damit noch einmal eine ganz eigene Note in die Handlung mit ein – beeindruckend wie polternd und grobschlächtig er klingen kann. Auch Till Hagen sorgt als Daniel Moriarty für einige markante Momente, seine volltönende Stimme passt sehr gut in das düstere Ambiente der Serie. Weitere Sprecher sind Anke Reitzenstein, Sarah Alles und Wolfgang Bahro.

Im Gegensatz zu der ersten Episode schlägt dieses Hörspiel ebenfalls noch einmal eine andere Richtung ein, ist mit wesentlich mehr akustischen Elementen versehen und sorgt damit für eine dichtere Stimmung. So sind auch viele Dialoge mit dräuender Musik unterlegt, die mystisch und eingängig wirken, aber auch die Geräuschkulisse ist vielfältiger und sorgt für einige lebendige Momente. Schön, dass die gelungene Atmosphäre der anderen Serien nun auch hier Anwendung findet.

Die Fähre, die James Moriarty am Anfang der Handlung an seinen neuen Wirkungsort bringt und ein wichtiger Schauplatz ist, ist auch auf dem Titelbild zu sehen. Die düstere Wolkendecke, der schwarze Rauch aus dem Schornstein, und die dunklen Wellen sorgen für einen bedrückenden Eindruck, der sehr gut zu der Stimmung des Hörspiels passt. Im Inneren bekommt man einen Blick auf die beiden kommenden Episoden der Serie.

Fazit: Von dem etwas gemächlichen Eindruck der ersten Episode ist nicht mehr viel zu spüren, der Blick in die Vergangenheit von James Moriarty und die Kombination mit den Agenten des Zirkels der Sieben und der englischen Krone ist sehr reizvoll geraten und wird mit einigen gelungenen Schlenkern erzählt. Sehr hörenswert.

VÖ: 27. November 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823559


Moriarty – 1. Das Rätsel der Marie Celeste



Bei einer Beerdigung in Südengland treffen Sherlock Holmes und Dr. John Watson auf James Moriarty, der bereits in einen Fall um ein gestohlenes Buch verwickelt war. Das scheinbar harmlose Geplänkel hält jedoch einige Informationen ein, die Sherlock Holmes zur Lösung des Falles nutzen will. Doch Moriarty spielt sein ganz eigenes Spiel mit dem Detektiv und verfolgt einen Plan, von dem der Meisterdetektiv nicht einmal etwas ahnt…

Maritim erweitert seinen Serienzyklus um eine neue Serie, die gleich zwei Besonderheiten aufweist. Einerseits gehört sie in den Zyklus um den „Zirkel der Sieben“, eine Organisation von bösartigen Schurken, die gegen die gesellschaftliche Ordnung kämpfen. Andererseits wird dabei eine bekannte Figur aus den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle als Hauptfigur adaptiert, nämlich der brillante Professor Moriarty, der als Gegenspieler von Sherlock Holmes eingeführt wurde. Allerdings wird man diese Episode kaum verstehen, wenn man nicht auch die 55. Episode der „Sherlock Holmes & Co“ mit dem Titel „Perlen des Todes“ gehört hat, da die Geschichte eng an dieser Handlung anknüpft. Die Konstellation der Figuren und die bisherigen Ereignisse lassen sich beim Zuhören auch kaum rekonstruieren. Mit den entsprechenden Vorkenntnissen gefällt es mir aber sehr, wie sich die Handlung recht komplex weiterentwickelt und eine ganz neue Richtung einschlägt. Auch die Perspektivwechsel tragen zum Gelingen der Handlung bei, da der Hörer so noch tiefer in die komplexe Situation eintauchen kann und die verschiedenen Figuren besser versteht. Dazu gehört natürlich auch James Moriarty selbst, dessen Hinterlistigkeit und kalte Berechnung mit der bedrohlich-freundlichen Art für einen sehr markanten Eindruck sorgen. Im Gegensatz zu den anderen Serien des Zyklus gibt es hier einen sehr bodenständigen Krimi ohne übernatürliche Elemente, was eine neue Facette beisteuert. Allerdings entwickelt sich die Handlung recht langsam weiter und enthält einige Dialoge, die gefühlt zu lang geraten sind und zu wenige neue Informationen bieten. Der Reiz geht deswegen eher von der titelgebenden Hauptfigur aus, die aber schon neugierig auf die kommenden Episoden macht.

Für die Hauptrolle des James Moriarty konnte Andreas Fröhlich gewonnen werden, dessen im Grunde freundliche Stimme hier einen hinterhältigen und kalkulierenden Klang annimmt, was genau diese Diversität des Charakters unterstreicht und so einen sehr gelungenen Mittelpunkt der Folge bildet. Stefan Krause ist als Brady Leonard zu hören, der wie immer sehr betont und individuell spricht und so sehr gut in die Szenerie der Episode passt. Auch Joachim Tennstedt hat mir sehr gut gefallen, er nutzt seine große Erfahrung als Hörspielsprecher, um eine lebendige und sehr treffende Sprechweise zu erschaffen. Weitere Sprecher sind Romanus Fuhrmann, Marc Schülert und Detlef Tams.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist über weite Teile sehr schlicht geraten, da der Fokus eben auf längeren Dialogen liegt, die den Großteil der Handlung bilden. Während manche mit einer passenden Geräuschkulisse unterlegt sind (wobei das Wellenrauschen in einer Szene etwas zu laut wirkt), sind manche auch nahezu unbegleitet, was dann für meinen Geschmack zu nüchtern wirkt. Die Melodien, die zwischen den einzelnen Szenen eingespielt werden, können aber mit einer lebendigen Stimmung überzeugen.

Der Schriftzug mit dem Serientitel wirkt kantig und metallisch, während die anderen Schriftzüge auf dem Titelbild dieser Episode eher geschwungen und rund wirken, was dennoch recht stimmig wirkt. Als Motiv wurde ein gefaltetes, großes Dokument gewählt, das von einem geheimnisvollen, weißen Schimmer umgeben zu sein scheint. Nicht gerade sonderlich auffällig, sodass sich das Label anscheinend eher auf den prominenten Namen und die Wechselwirkung mit den anderen Hörspielserien als ersten Kaufanreiz verlassen hat.

Fazit: Auch wenn der Verlauf an einigen Stellen etwas zu langsam geraten ist, können die markanten Figuren und später auch einige aufregende Ereignisse für Spannung sorgen. Die Episode ist geprägt von recht langen Dialogen und undurchsichtigen Plänen, von Ereignissen aus der Vergangenheit und trickreichen Wendungen, was den Krimi spannend abschließt. Auch wenn hier vielleicht noch nicht das gesamte Potenzial der Hauptfigur ausgeschöpft wurde, macht „Das Rätsel der Marie Celeste“ Lust auf mehr.

VÖ: 2. Oktober 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823542

Datenschutzerklärung