Midnight Tales – 38. The Big Dark

Midnight Tales – 36. Eine Wette mit dem Schicksal

Midnight Tales – 35. High Noon Again

Midnight Tales – 34. Tod auf leisen Beinen

Midnight Tales – 33. Einsam an der Spitze

Midnight Tales – 32. Der nahende Winter

Midnight Tales – 31. Unheil zu verkaufen

Midnight Tales – 30. Ein Stück vom Himmel

Midnight Tales – 29. Schatten der Vorahnung

Midnight Tales – 28. Tote neue Welt 4/4

Midnight Tales – 27. Tote neue Welt 3/4

Midnight Tales - 26. Tote neue Welt 2/4

Midnight Tales – 25. Tote neue Welt 1/4

 

 

 

 

Midnight Tales – 20. Clara gegen Tod und Teufel

Midnight Tales – 19. Die Rolle ihres Lebens

Midnight Tales - 12. Stimmen in der Dunkelheit

Midnight Tales - 11. Wenn Masken fallen

Midnight Tales - 10. Wahn und Wahnsinn

Midnight Tales - 9. Jenseits 2.0

Midnight Tales - 8. Mehr Sein als Schein

Midnight Tales - 7. Morbide Rosen

Midnight Tales - 6. Die endlose Nacht

Midnight Tales - 5. Die Box

Midnight Tales - 4. Spurlos

Midnight Tales - 3. Futterneid

Midnight Tales - 2. Das Loch in den Dielen

Midnight Tales - 1. Eiskalt


Midnight Tales – 38. The Big Dark



Willa und John sind als Polizisten ein eingespieltes Team und konnten sich – im Gegensatz zu vielen anderen Menschen –gut an die neue Welt nach dem „Big Dark“ anpassen. Doch als sie einen verbrannten, zerschlagenen Leichnam finden und den Fall untersuchen, geraten auch die beiden erfahrenen Ermittler an ihre Grenzen…

Auch die 38. Episode der Mystery-Hörspielreihe „The Big Dark“ nutzt die Kürze der einzelnen Episoden gelungen aus, um eine sehr verdichtete Szenerie zu erschaffen und den Hörer schnell in eine neue Situation zu werfen. So bekommt man anfangs nur wenige Anhaltspunkte, was es mit dem geheimnisvollen „The Big Dark“ auf sich hat, welches immer wieder erwähnt wird und die Welt, wie wir sie kennen, deutlich verändert hat. Die dystopische Grundstimmung sorgt dabei für einen interessanten Grundklang der Episode, und während Willa und John bei ihren Ermittlungen in einem Mordfall immer weitere Hinweise sammeln und so langsam den Hintergründen auf die Spur kommen, kommt man eben auch langsam dem großen Ganzen mit dem mysteriösen Hintergrund auf die Spur. Diese Kombination aus klassischem Krimi und Mystery-Elementen ist gelungen, zumal auch die Charaktere gut zur Geltung kommen und der Handlung ihren eigenen Stempel aufdrücken. Die Einschübe, in denen Willa von der neuen Welt erzählt, sind rar gestreut, aber intensiv umgesetzt, und natürlich gibt es am Ende wieder einen überraschenden Dreh, der die bisherigen Ereignisse in ein anderes Licht stellt. Eine sehr solide Episode mit kreativem Ansatz.

Rieke Werner ist in der Hauptrolle der Willa zu hören und sorgt mit ihrem toughen und durchsetzungsstarken Auftreten für eine markante Ausstrahlung, bringt aber auch die Mystery-Aspekte der Episode gekonnt zur Geltung und legt einen geheimnisvollen Unterton in die Erzähltexte. Patrick Roche ist als John zu hören und steht ihr gekonnt zur Seite, klingt bodenständig und sympathisch, zeichnet aber auch den Spannungsbogen der Episode mit den besonders spannenden Szenen gekonnt nach. Als Sergeant Hawkins ist der wunderbare Tommi Piper zu hören, dessen unverkennbare Stimme auch hier für einen sehr gelungenen Einschlag sorgt. Weitere Sprecher sind Matthias Keller, Heiko Obermöller und Tim Knauer.

Die Umsetzung der Handlung ist solide und konsequent umgesetzt, wobei in den meisten Szenen passende, dräuende Melodien im Hintergrund zu hören sind und dabei die mysteriöse Grundstimmung der Episode aufgreifen. Auch die Geräuschkulisse ist stimmig umgesetzt, manchmal vielleicht etwas zu plakativ, aber insgesamt passend angelegt.

Wie immer ist auch zu dieser Episode ein eigenständiges Titelbild geschaffen worden, und wie immer ist dies in einer speziellen, abstrahierten Optik geschehen. Dabei ist nicht nur die mystische Erscheinung der Episode zu sehen, sondern auch der Schatten zweier Menschen, die durch eine Tür auf den Boden geworden werden.

Fazit: Die zunächst geheimnisvolle Grundstimmung klärt sich nur langsam auf und punktet mit einer nur langsamen Aufklärung, worum es sich bei „The Big Dark“ überhaupt handelt. Das erlaubt einige interessante Perspektivwechsel und wird mit einem Kriminalfall kombiniert, was mit seinen kreativen Ansätzen für eine gelungene Entwicklung sorgt.

VÖ: 19. März 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621358



Midnight Tales – 36. Eine Wette mit dem Schicksal



Cindy Applegate ist als Buchautorin zwar äußerst erfolgreich, über die immer gleichen Liebesromane macht sich allerding sowohl ihre Leserschaft als auch ihr engeres Umfeld mittlerweile lustig. Und so geht sie mit ihrer Schwester die Wette ein, innerhalb eines Wochenendes einen komplett anderen Roman zu schreiben. Doch der Leuchtturm, den sie sich anmietet, um in eine andere Stimmung zu kommen, birgt ein düsteres Geheimnis…

Unermüdlich produziert Christoph Piasecki von Contendo Media die Hörspielreihe „Midnight Tales“ für den digitalen Vertrieb, sodass nun bereits die 36. Episode entstanden ist – natürlich wieder in sich abgeschlossen, wobei die Idee von Julie Hoverson stammt. Diese lässt sich zunächst recht lange Zeit, um die Hauptfigur Cindy Applegate vorzustellen und die Szenerie vorzustellen, die Beweggründe für ihren Aufenthalt im Leuchtturm zu erklären – aber auch um eine bestimmte Eigenheit der Autorin darzustellen. Doch auch nach der Ankunft in dem alten geheimnisumwitterten Leuchtturm als zentralen Ort der Handlung dauert es noch etwas, bis die gruselige Komponente zur Geltung kommt, dann kommen aber immerhin die ersten Rätsel und Ungereimtheiten auf. Mir gefällt, dass der Hörer dabei lange Zeit keine Ahnung hat, wohin sich das alles entwickeln wird, was hinter den unheimlichen Ereignissen steckt. Dies offenbart sich erst am Ende der wie immer knackig erzählten Geschichte, die inklusive Intro und Outro 39 Minuten dauert – dann aber in einem gelungenen Plottwist mit einer gut erzählten Wendung. Und das, obwohl dann auch einige Szenen etwas zu sehr in die Läge gezogen werden und sich der Schrecken, den Cindy erlebt, nicht so recht nachvollziehen lässt. Die Idee hinter der Episode gefällt mir gut, auch die charakterliche Entwicklung und die immer weiter zunehmende Stimmung sorgen für einen kurzweiligen Ausdruck und eine weitere gelungene Episode der Reihe.

Anja Gräfenstein ist in dieser Episode in der Rolle der Cindy Applegate zu hören, die sie sehr solide spricht und die verschiedenen Szenen mit viel Energie umsetzt und so eine gelungene Hauptfigur für die Geschichte schafft. Als Troy ist Markus Pfeiffer zu hören, der zu dieser speziellen Rolle eine sehr passende Attitüde umsetzt und mit viel Leidenschaft bei der Sache ist. In einer kleineren Nebenrolle ist Roman Wolko als Tex zu hören, der eine humorvolle Komponente mit einbringt und eine lockere Sprechweise anbietet. Weitere Sprecher sind Victoria Sturm, Daniela Bette-Koch und Eberhard Haar.

Die Produktion der Episode ist wieder sehr solide umgesetzt und zeichnet den Handlungsbogen der Geschichte überzeugend nach. Dabei wird natürlich auf zahlreiche Geräusche gesetzt, die die Handlungen der Figuren untermalen, aber auch passende Musikstücke als Szenentrenner. In besonders unheimlichen Momenten sind aber auch während der Dialoge stimmungsvolle Klänge zu hören, die für einen passenden Ausdruck sorgen.

Das Titelbild, welches trotz der ausschließlich digitalen Veröffentlichung für die Episode entstanden ist, gefällt mir mit dem künstlerischen Ausdruck sehr gut. Der Leuchtturm erhebt sich aus einem Buch, die unheimlich weiße Gestalt und der mitternachtsblaue Hintergrund passen sehr gut dazu. Auch der Schriftzug passt wieder sehr gut dazu, und passt mit den Blitzen gut zur Stimmung der Reihe.

Fazit: „Eine Wette mit dem Schicksal“ ist eine weitere in sich abgeschlossene Geschichte, die zunächst recht ausführlich von der Szenerie und den Charakteren berichtet und erst später die ersten unheimlichen Momente aufkommen lässt. Dahinter stecken einige gelungene Ideen und eine flüssig erzählte Handlung, sodass eine hörenswerte Episode entstanden ist.

VÖ: 19. Februar 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-132-7



Midnight Tales – 34. Tod auf leisen Beinen



Lisa und Rene Sehrbrock genießen trotz der vielen Vorbereitungen die Einweihungsparty ihrer neuen Wohnung in vollen Zügen und fühlen sich trotz fehlendem Bett im Schlafzimmer schon pudelwohl. Doch die Nacht in zumindest für Lisa schlaflos, da sie unheimliche Geräusche hört. Und auch der nächste Morgen verläuft alles andere als positiv, als mitten im Badezimmer eine riesige schwarze Spinne auftaucht…

Für seine sehr regelmäßig erscheinende Hörspielreihe „Midnight Tales“ hat sich Christoph Piasecki von Contendo Media die Freiheit gelassen, sich sehr freie Hand zu lassen und so immer neue Szenerien anbieten zu können – lediglich ein Hang zum Dramatischen und Übernatürlichen ist allen Episoden gemein. In der 34. Episode „Tod auf leisen Beinen“ ist dabei auch lange nicht klar, wo dieser Aspekt in der Handlung untergebracht ist, wird doch zunächst noch eine recht gewöhnliche Szenerie mit dem Umzug der Sehrbrocks erzählt, auch danach wird das Thema der riesigen Spinne nur langsam eingebaut. Für Menschen mit Arachnophobie ist die Folge dabei definitiv nichts, da das kleine Krabbelwesen für reichlich Ungemacht sorgt. Immer wieder sind dabei schockierende Momente eingebunden oder für fiese kleine Wendungen gesorgt, auch ein wenig Fachwissen über die Tiere sind eingebunden. Dabei verliert der Mittelteil immer wieder den Spannungsbogen und kann nicht durchgängig für eine aufregende Stimmung sorgen, die Ereignisse wirken leider etwas zu gewöhnlich. Erst in den letzten paar Minuten zieht die Dramatik dabei noch einmal an. So konnte mich diese Episode leider nicht allzu sehr überzeugen, die Serie hat bereits bessere Geschichten hervorgebracht.

Lisa Cardinale ist in der Rolle der Hannah Sehrbrock zu hören und macht einen soliden Eindruck und sorgt für einen passenden Ausdruck in den verschiedenen Szenen, sodass die Steigerung der Spannung auch in ihrer Stimme zu hören ist. Ihr Mann Rene wird von David M. Schulze gesprochen, der ebenfalls gut in die Szenerie der Episode passt, in einigen Passagen jedoch noch ein wenig lockerer und spontaner wirken könnte. Markus Raab spricht die Rolle des Meinhard Lehrke, der sich gut in die Szenerie der Geschichte anpasst und eine überzeugende Sprechweise einbringt. Weitere Sprecher sind Dagmar Dreke, Julia Prochnow und Horst Kurth.

Der Verlauf der Handlung wird mit der akustischen Gestaltung solide nachgezeichnet, wobei wegen der eher langsamen Entwicklung der Handlung zunächst nur recht wenige Elemente eingebaut sind und nur einige Geräusche die Dialoge begleiten. Später kommen bei den ersten bedrohlichen Momenten leise, dräuende Klänge auf, die im weiteren Verlauf immer mehr an Lautstärke zunehmen.

Gleich vier dicke, schwarze Spinnen sind auf dem Cover zu sehen, wobei schon allein die groben Formen für die richtige Stimmung sorgen. Gemeinsam krabbeln sie über eine Bananenstaude und greifen dabei das Thema der Episode gelungen auf. Schön, dass auch hier wieder ein eigenständiges Titelbild erschaffen wurde, obwohl die Veröffentlichung wie bei den Vorgängerfolgen ausschließlich digital erfolgt.

Fazit: Durch das Titelbild ist das Spinnen-Thema der Handlung sofort klar, sodass auch die ausgelegten Hinweise recht offensichtlich sind. Dabei gibt es im Laufe der Handlung zwar durchaus einige Momente, die aufregend und spannend geraten sind, insgesamt kommt aber kein wirklicher Spannungsbogen auf.

VÖ: 15. Januar 2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-130-3


Midnight Tales – 33. Einsam an der Spitze



Als Tess ins Halbfinale einer Castingshow für Models einzieht, ist ihr ganzes Umfeld in Aufregung, besonders ihre Mutter will unbedingt dafür sorgen, dass ihre Tochter reich und berühmt wird. Doch auch räumlich und zeitlich weit entfernt bekommt Teza, eine Ureinwohnerin Südamerikas, wird wegen ihrer Schönheit in eine besondere Position gehoben und dafür auserwählt, mit den Göttern zu sprechen…

Zu Beginn des neuen Jahres 2021, dem zweiten Jahr des Bestehens von „Midnight Tales“, zeigt sich die Serie mal wieder von ihrer experimentierfreudigen Seite und präsentiert eben keine klassische Grusel- oder Horrorgeschichte mit stringentem Verlauf. Vielmehr ist die Geschichte zweigeteilt, enthält dabei jeweils eher Momentaufnahmen aus dem Leben zwei hübscher Mädchen, die zwar an Intensität zunehmen, aber eben keine fortlaufende Handlung im klassischen Sinn bilden. Tess wird dabei in unserer modernen Welt von ihrer Mutter zu einem Leben als bekanntes Model gedrängt und wird von ihrer zunehmend unter Druck gesetzt. Währenddessen ist Teza bei den Ureinwohnern Südamerikas als Repräsentantin einer Göttin ausgewählt und muss sich für diese Position in Perfektion üben und ebenfalls einiges Leid über sich ergehen lassen. Die Sprünge zwischen den beiden Handlungssträngen kommen unvermittelt und beinhalten dabei immer ähnliche Schritte in der Entwicklung, doch beide Mädchen gehen dabei völlig unterschiedlich mit der Situation um. Übernatürliche Elemente kommen dabei lediglich mit der Götterwelt in die Geschichte mit ein, ansonsten macht „Einsam an der Spitze“ einen sehr sozialkritischen Eindruck – und das hat mir sehr gut gefallen. Man kann sich sehr gut in die beiden Figuren hineinversetzen und ihren Weg mitgehen, die Emotionen der Figuren bekommen viel Aufmerksamkeit und wirken deswegen umso intensiver. Schön, dass hier mal wieder so sehr von den üblichen Schemata abweicht und eine ganz eigene Szenerie schafft, die dazu auch noch hörenswert umgesetzt wurden.

Luisa Wietzorek ist in dieser Episode in den beiden Hauptrollen der Tess und Teza zu hören und sorgt dabei für eine sehr ausdrucksstarke Wirkung der beiden jungen Frauen, deren Zusammenhang durch die gleiche Stimme natürlich sehr eng ist, dennoch verleiht sie beiden Figuren etwas Individuelles und Unverkennbares. Susanna Clasen spricht in beiden Teilen der Geschichte die Rolle der Mutter und trifft dabei den Kern der Figur, die Ambitionen und den Ehrgeiz sehr gut, wobei dies besonders in den monologischen Zwischensequenzen zur Geltung kommt. Auch die jeweils beste Freundin hat in Uta Dänekamp nur eine Sprecherin, die aber ebenfalls sehr gut in das Konzept passt und einen positiven Eindruck hinterlässt. Weitere Sprecher sind Matthias Keller und für Intro und Outro Peter Flechtner und Alex Bolte.

Akustisch wird die Wirkung der Episode sehr gekonnt umgesetzt und setzt mit zahlreichen passenden Elementen die Wirkung gekonnt um – und das immer stärker und intensiver. Musik mit Trommelgeräuschen, aber auch sphärisch-verstörende Klänge oder leise Hintergrundgeräusche werden gelungen zusammengefügt. Besonders gilt dies auch für die gesprochenen Zwischensequenzen der Mutter, die ihre Ambitionen gekonnt widerspiegeln.

Das Thema der Episode mit den beiden Frauen, die sich so ähnlich sind und doch so unterschiedlich ist, wird auf dem wie immer grobkörnigen Cover mit der individuellen Optik gekonnt dargestellt. Diagonal verläuft eine Trennlinie, auf jeder Seite ist eine der beiden Mädchen in typischer Pose zu sehen – und interessanteweise beide gesichtslos, was die Aussage der Handlung gekonnt unterstreicht. Ein sehr gelungenes Titelbild.

Fazit: „Einsam an der Spitze“ überrascht mit einer gänzlich ungewöhnlichen Geschichte, die zweigeteilt ist und zwei Mädchen in ähnlicher Position in zwei verschiedenen Zeiten zeigt. Schnelle Schnitte, ähnliche Verläufe, aber ganz unterschiedliche Ausgänge für die Schicksale sorgen für einen sehr markanten und gelungenen Eindruck, die sozialkritisch geprägte Aussage kommt dabei bestens zur Geltung – sehr hörenswert!

VÖ: 01.01.2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-129-7


Midnight Tales – 32. Der nahende Winter



Der nette ältere Herr vor dem Supermarkt wirkt zwar sehr hilfsbereit und sammelt gemeinsam mit Nadja ihre verstreuten Einkäufe auch, macht aber auch einen etwas merkwürdigen Eindruck. Dennoch bietet sie ihm an, ihn zu seinem Haus zu fahren, da der Bus noch einige Zeit auf sich warten lässt. Auf der Fahrt zu dem einsam gelegenen Haus kommen die beiden ins Gespräch, und Nadja kommen immer mehr Zweifel, ob ihr Angebot so klug war…

Dem zweiwöchigen Veröffentlichungsrhythmus sei Dank haben die „Midnight Tales“ von Contendo Media in beeindruckendem Tempo noch im Jahr des Ersterscheinens die Marke von über 30 Episoden geknackt. Und passend zur letzten Veröffentlichung im Dezember wurde mit „Der nahende Winter“ eine zur Jahreszeit passende Folge veröffentlicht. Tatsächlich spielt der immer heftiger werdende Schneefall eine wichtige Rolle in der Handlung, die sich allerdings vorrangig auf das Gespräch von Nadja und dem geheimnisvollen Rachat konzentriert. Dabei sind bereits einige merkwürdige Details eingebaut, die den Hörer miträtseln lassen, was hinter der seltsamen Begegnung steckt – und diese mehren sich immer deutlicher. Mir gefällt diese zunehmende Intensität der Handlung sehr gut, das feine Gespinst aus Anspielungen und Nadjas Reaktionen, wobei frankophile Hörer noch etwas schneller eine Idee haben könnten, in welche Richtung sich das alles entwickelt. Denn irgendwann bekommt man zumindest auch unweigerlich eine Ahnung über die Hintergründe, die sich in meinem Fall dann auch bestätigt hat. Doch statt die Episode auf diesem durchaus spannenden Höhepunkt enden zu lassen, geht es danach noch ebenso gelungen weiter, in einen philosophischen und gefühlsbetonten Abschluss, sodass eine insgesamt hörenswerte Episode entstanden ist.

Es sind in dieser Folge wirklich gerade einmal zwei Sprecher zu hören – wenn man vom Intro mit Peter Flechtner und den Credits von Alex Bolte einmal absieht. Sabine Arnhold ist dabei in der Rolle der Nadja zu hören und überzeugt mit ihrem kraftvollen Ausdruck und der feinen Zeichnung ihrer Emotionen, auch der Handlungsbogen der Episode wird durch sie und die immer stärker werdende Intensität gekonnt wiedergegeben. Ihr zur Seite steht Bodo Wolf als Rachat, mit eingängiger und freundlicher Stimme, der man aber auch immer einen Hauch des Geheimnisses anhört, das er verbirgt – eine sehr überzeugende Leistung.

Der eher ruhige Verlauf der Handlung wird durch eine passende Klangkulisse untermauert, wobei zunächst zahlreiche passende Geräusche eingebunden sind, die die Dialoge lebendiger wirken lassen – vorbeifahrende Autos, das Knistern eines Feuers, das Knarren eines Stuhls. Später kommen dann auch unheimliche Musikstücke mit dramatischem Unterton hinzu, die den Gruselfaktor der Geschichte deutlich zu steigern wissen.

Scherenschnittartig erhebt sich ein weißer Winterwald auf dem Titelbild in die Höhe, davor eine gemütlich aussehende Blockhütte mit warm beleuchteten Fenster, während der angedeutete Friedhof erst auf dem zweiten Blick zu erkennen ist – das Titelbild zu dieser Episode gefällt mir sehr gut und greift die geheimnisvolle Stimmung der Geschichte gekonnt auf.

Fazit: „Der nahende Winter“ präsentiert keine wendungsreiche, actiongeladene Handlung, sondern ein leises Gespräch mit zahlreichen unheimlichen Andeutungen, die immer mehr zunehmen. Die Auflösung lässt sich zwar irgendwann erahnen, was aber die Spannung nicht nimmt – zumal die letzte Szene noch einen emotionalen Höhepunkt bietet. Eine hörenswerte Episode, die mir gut gefallen hat.

VÖ: 18.12.2021
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-128-0


Midnight Tales – 31. Unheil zu verkaufen



Der Laden von Shar und Janina läuft nach einer erfolgreichen Eröffnungsphase nicht mehr, sodass sie kaum noch über die Runden kommen und sogar noch ihre Mitarbeiterin entlassen müssen. Gerade in dieser größten Not kommt ein geheimnisvoller Mann vorbei, der ihnen ein unwiderstehliches Angebot macht: Sie sollen kleine Kästchen verkaufen, die ihnen eine hohe Rendite versprechen, dürfen aber selbst den Inhalt nicht erfahren…

Die „Midnight Tales“ von Contendo Media bieten eine große Palette an verschiedenen Genres, wobei die 31. Episode eine Mystery-Geschichte anbietet und diese auf eine sehr interessante Grundidee aufbaut. Dabei wirkt der Beginn der Handlung noch sehr harmlos, die finanzielle Not von Shar und Janina wird dabei gelungen thematisiert, wobei man auch die beiden Figuren deutlich besser kennenlernt und schnell eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. Mit dem Auftauchen des mysteriösen Mr. Goedin und dem merkwürdigen Angebot zum Verkauf der seltsamen Kästchen geht die Handlung dann erst richtig los, was glücklicherweise schon nach einigen Minuten der Fall ist. Den Hörer ist ebenso wie den beiden Frauen unklar, was in den unscheinbaren Kästchen steckt, nur langsam kommen die beiden auf eine Spur, was besonders gut funktioniert, dass nur schrittweise neue Informationen einfließen. Ich mag, wie immer ein Rest des Rätsels bleibt, wie besonders die Rolle des Mr. Goedin geheimnisvoll bleibt und wie ein leicht philosophischer Hintergrund entsteht. Die eingebauten Einfälle sind faszinierend und mit einer flüssig erzählten Handlung angereichert, sodass auch diese Folge der Seire einen überzeugenden Eindruck hinterlässt – insbesondere da die Auflösung des Ganzen mal wieder trickreich geraten ist und einen pfiffigen Abschluss anbietet.

Rubina Nath spricht mit Shar eine der beiden Hauptrollen mit viel Energie und einer recht harten Aussprache, sie reagiert überzeugend auf die verschiedenen Situationen und steigert damit auch die Spannung der Episode. Katja Keßler spricht ihre Partnerin Janine deutlich sanfter und emotionaler, auch sie agiert sehr sicher und gestaltet ihre Rolle überzeugend und vielseitig aus. Martin Keßler ist in der Rolle des geheimnisvollen Mr. Goedin ebenfalls gelungen besetzt, er schafft eine mysteriöse, aber auch geschäftsmäßige Aura um seine Figur, die viel zusätzlichen Reiz mit einbringt. Weitere Sprecher sind Tatjana Auster, Uve Teschner und Kirstin Hesse.

Akustisch ist die Episode solide umgesetzt und mit einer passenden Kulisse versehen, wobei sich die Geräusche durch den eingegrenzten Handlungsraum auf das Klingeln einer Türglocke oder das Rattern der Registrierkasse beschränkt, was aber sehr passend wirkt. Auch die musikalische Begleitung ist überzeugend geraten, die Musikstücke steigern sich gemeinsam mit der Handlung von sanften Hintergrundmelodien zu dramatischen, unheilverkündenden Melodien.

Eine geheimnisvolle Schachtel ist auf dem Cover abgebildet, welches erneut in der speziellen Optik der Serie gehalten ist. Langsam scheint sie sich zu öffnen, und während goldenes Licht aus ihr herausströmt, sammelt sich an der Oberseite unheilvoll wirkender düsterer Nebel. Ein ebenso schlichtes wie gelungenes Titelbild - schön, dass trotz der digitalen Veröffentlichung weiterhin eigens Titelbilder erstellt werden.

Fazit: Nach einer kurzen Vorstellung der Charaktere und der Grundsituation nimmt die Handlung mit dem Auftauchen von Mr. Goedin schnell Fahrt auf und entwickelt sich von da an spannend weiter, da häppchenweise immer neue Informationen eingebaut werden. Das Geheimnis um die kleinen Kästchen wird dabei nicht vollständig aufgeklärt, was den mysteriösen Anklang der Handlung gelungen unterstreicht. Eine weitere knackig erzählte, reizvolle Episode der Serie.

VÖ: 4. Dezember 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-127-3


Midnight Tales – 30. Ein Stück vom Himmel



Paul und Henriette Lehmann sind von ihrem Leben als Rentner ziemlich gelangweilt, das tägliche Kreuzworträtsel ist das Aufregendste in ihrem Alltag – jedenfalls bis die gegenüberliegende Sparkasse überfallen wird. Einer der Räuber versucht sich, in dem Häuserblock der beiden vor der Polizei zu verstecken und ausgerechnet bei den beiden an die Tür klopft und verletzt und halb bewusstlos auf der Schwelle zusammenbricht…

In der 30. Episode der digital veröffentlichten Hörspielserie „Midnight Tales“ wurde nicht nur ein weiteres kleines Jubiläum erreicht, sondern auch wieder eine ganz neue und andere Szenerie erschaffen, die beweist, dass es nicht immer das ganz große Spektakel sein muss. Denn im Mittelpunkt stehen die beiden Rentner Paul und Henriette, die durch den Überfall und den Besuch des Einzeltäters in ihrer Wohnung vor einige interessante Entscheidungen treffen müssen. Durch die anfänglich dargestellte Langeweile und die immer deutlicher werdende Enttäuschung von der Aussicht auf den Rest ihres Lebens kann man dabei zwar nicht alle ihre Handlungen komplett nachvollziehen, dennoch wecken die beiden schnell die Sympathien der Hörer. Die Szenerie beschränkt sich ausschließlich auf die Wohnung der beiden und spielt sich fast in Echtzeit ab, sodass der Hörer die entscheidenden 35 Minuten ihres Lebens miterleben kann. Dabei ist es gar nicht mehr der Verlauf, der hier für Unterhaltung sorgt, sondern welche Entscheidungen die beiden treffen und wie sie in den verschiedenen Situationen agieren. Die Dramatik nimmt dabei durchaus zu, auch die Emotionalität zwischen den beiden wird sehr gekonnt dargestellt – und die Serie wäre natürlich nicht die gleiche, wenn es nicht am Ende eine fiese kleine Wendung gäbe. Eine ruhige, kleine Episode der Serie ohne die großen Spannungsmomente, aber mit einigen gelungenen Gedanken und einem flüssigen Verlauf.

Horst Naumann ist in der Rolle des Paul Lehmann sehr gut besetzt und bringt seine warme und angenehm gealterte Stimme in dieser Episode gut zur Geltung, sowohl die leichte Ruppigkeit des Rentners als auch die Aufregung nach dem Überfall. Seine Frau Henriette wird von Martina Naumann-Linn gesprochen, auch sie hinterlässt einen sehr überzeugenden Eindruck und betont besonders die Spannung der Figur in der ungewohnten Situation. Als Bankräuber Michael ist Julian Tennstedt zu hören, der trotz seiner Verletzung die Gefährlichkeit und den Willen des Mannes gekonnt verdeutlich. Neben den Sprechern von Intro und Outro – Peter Flechtner und Alex Bolte – ist sonst noch Markus Pfeiffer als Polizist zu hören.

Die ruhige Szenerie wird auch akustisch dementsprechend umgesetzt, in einer langen Passage ist beispielsweise lediglich das leise Ticken einer Uhr zu hören, sodass insgesamt ein sehr zurückhaltender Eindruck der akustischen Gestaltung entsteht. Doch es gibt auch Passagen, in denen das laute Poltern an der Tür oder gut ausgewählte Musikstücke für Abwechslung sorgen und dabei besonders essentielle Stellen betonen.

Für die digitale Veröffentlichung der Episode wurde wieder von Alexander von Wieding ein eigenständiges Covermotiv geschaffen, wieder im typisch grobkörnigen und stilisierten Look der bisherigen Galerie. Darauf fallen einige zerknitterte Geldscheine auf den Mann, dessen blutiges Auge unter einer schwarzen Sturmmaske herausschaut. Durch die schlichte Hintergrundgestaltung wird der Fokus direkt auf die wichtigen Elemente gelenkt.

Fazit: „Ein Stück vom Himmel“ ist mit seinen beiden charismatischen Hauptfiguren und den ungewohnten Entscheidungen, die die beiden treffen müssen, durchaus gelungen – zumal es auch ein paar emotionale Rückblenden auf das Leben der beiden gibt. Keine große Spannung, keine wendungsreiche Handlung, aber eine flüssige und nachdenkliche Erzählweise.

VÖ: 6. November 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-125-9


Midnight Tales – 29. Schatten der Vorahnung



Seit ihrem Umzug leidet die junge Studentin Jessica unter schrecklichen Albträumen, in denen ihre Freundinnen in der gemeinsamen Wohnung tot auffindet, voller Blut und mit Spiegelscherben in den Augen. In der Hoffnung auf Linderung sucht sie den Psychiater Dr. Silver auf, der ihr die Symbolik des Traums erklärt. Doch zunächst werden Jessicas Träume immer heftiger…

„Midnight Tales“, die noch recht junge Hörspielserie von Contendo Media, präsentiert in sich abgeschlossene Geschichten ohne Bezug zueinander, sodass immer wieder neue Figuren und Szenarien eingeführt werden. Aber auch in der Wahl des Genres und der Wirkung hat sich Produzent Christoph Piasecki viele Freiheiten gelassen, sodass die 29. Episode „Schatten der Vorahnung“ eine Reminiszenz an die alten Giallo-Filme der 70er Jahre aus Italien ist – und das bedeutet unter anderem, dass eine ziemlich blutige Szenerie aufgebaut wird. Ausgangspunkt sich die Gespräche zwischen Jessica und ihrem Psychiater, die sich zunächst um die blutigen Träume der jungen Frau drehen, aber natürlich auch immer mehr Zusammenhänge zu Jessicas Leben in der Frauen-WG erlauben. Immer enger werden die Zusammenhänge, immer grausamer die Träume, immer realer die Bedrohung, was sehr prägnant erzählt wurde. Dabei sind die genauen Hintergründe für den Hörer lange nicht bekannt, man hat aber Vorahnungen in verschiedene Richtungen, weiß irgendwann auch nicht mehr, wem man trauen kann und wem nicht. Das wird in knappen 40 Minuten sehr dicht erzählt, wobei sich die Spannung immer weiter aufbaut Die Auflösung des Ganzen wirkt dann etwas verworren und benötigt Aufmerksamkeit, erschließt sich dann aber zu einem düster-faszinierenden Gesamtbild.

In der Hauptrolle der Jessica ist Julia Casper zu hören, der ihre Figur facettenreich und vielseitig darstellt. Sowohl die aufkommende Angst und Panik wegen ihrer schrecklichen Träume als auch in der Interaktion mit ihren Freundinnen macht sie einen sehr überzeugenden Eindruck. Thomas Balou Martin bringt als Dr. Silver eine ruhige, sehr markante Art mit in die Handlung und überzeugt mit der sehr passenden und einfühlsamen Attitüde des Psychiaters. Die wundervolle Ilona Otto spricht Chris, eine Freundin von Jessica, wobei ihr selbstbewusstes Auftreten ebenso gut zur Geltung kommt wie der Schrecken, der in den Träumen von Jessica aufkommt. Weitere Sprecher sind Uta Dänekamp, Stefanie Schumann und Dirk Herdegen.

Die akustische Gestaltung ist recht vielseitig, auch die eher ruhigen Gespräche zwischen Jessica und Dr. Silver werden mit zunehmend unheimlich wirkenden Klängen unterlegt und bekommen so eine sehr intensive Stimmung. Auch die Traumsequenzen entfalten diese Wirkung, während die Szenen in der WG authentisch und passend mit Geräuschen unterlegt sind. Das passt alles gut zusammen und unterstützt die Geschichte in ihrer Wirkung.

Das Titelbild beeindruckt mit der stilisierten Darstellung eines Models in aufreizender Unterwäsche, die stranguliert und mit blutbespritztem Gesicht aus leeren, leuchtend weißen Augen zu starren scheint. Die düstere Farbgebung und die ungewöhnliche Darstellungsweise gefallen mit sehr gut, besonders die teils verwischten Konturen und die grobkörnige Zeichnung machen die interessante Optik aus.

Fazit: „Schatten der Vorahnung“ ist mit seinem psychologischen Anklang von Anfang an reizvoll aufgebaut, wobei sich die Spannung im Laufe der Zeit immer weiter zu steigern weiß. Es ist interessant, langsam die näheren Umstände zu erfahren und zu ahnen, wohin dies alles hinausläuft, wobei durchaus mehrere Ideen dazu aufkommen. Die blutigen Beschreibungen in den Traumsequenzen sorgen für einen intensiven Eindruck. Insgesamt eine sehr stimmige Episode der Serie.

VÖ: 30. Oktober 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-124-2


Midnight Tales – 28. Tote neue Welt 4/4



Kurz vor der deutsch-französischen Grenze müssen die Überlebenden der ehemaligen Forschergruppe anhalten und werden ihres Autos beraubt. Gemeinsam versuchen sie, sich in ihre Kölner Heimat durchzuschlagen, doch durch ihre angeschlagene Gesundheit wird das immer schwieriger. Auf ihrer Reise hören sie plötzlich schreckliche Schreie und finden auf einer Waldlichtung einen gefesselten Mann, dem ein unglaubliches Schicksal bevor steht…

Eine dystopische Szenerie, in der sich die Welt innerhalb von drei Jahren vollständig verändert hat und die wenigen überlebenden Menschen um ihre pure Existenz kämpfen, während sich eine vorher von der Außenwelt abgeschottete Gruppe von Menschen nach ihrer Isolation zurechtzufinden versucht – das sind die Grundzüge des Vierteilers „Tote neue Welt“ innerhalb der „Midnight Tales“ von Contendo Media. In den ersten drei Folgen hat sich diese Szenerie beständig weiterentwickelt, und auch die letzte Episode setzt noch einmal neue Akzente. Ein neuer wichtiger Charakter betritt die Bühne und bringt seine eigene Facetten in die Handlung ein, ein bisschen Humor und eine sympathische Wirkung umgeben den freundlichen Adem, seine offene Art scheint aber nicht so ganz in die düstere Szenerie zu passen. Nach einigen gemeinsamen Erlebnissen steuert die Episode dann aber auf den Höhepunkt der Szenerie auf, löst noch einige ungeklärte Fragen und versetzt die Charaktere noch einmal in eine andere Situation. Auch hier wird noch einmal deutlich gezeigt, was die Apokalypse mit den Menschen gemacht hat, wie sehr sich alles geändert hat, wie dunklere Aspekte der Seele zutage treten. Auch in der Serie werden dabei neue Akzente gesetzt, ein Fenster zu einer möglichen Fortsetzung aber auch offengelassen. Ein überzeugender Abschluss des Vierteilers, der noch einmal neue Schwerpunkte setzen kann.

Heiko Obermöller ist in der Rolle des Adem zu hören und macht gleich einen sympathischen Eindruck, kann aber auch den Schrecken der Geschichte überzeugend darbieten und bringt noch einmal eine andere Facette in die Szenerie ein. In der Rolle des Dr. Kamphausen ist Marko Bräutigam zu hören, dessen Stimme viel Ausdruck hat und der so eine Figur schafft, die sehr gut in das düstere Ambiente der Handlung passt. Auch Constantin von Westphalen macht als Oberst Schäfer einen sehr guten Eindruck, den er mit viel Energie ausstattet. Stephanie Kirchberger, Vera Bunk und Jürgen Holdorf sind ebenfalls zu hören.

Die Klangkulisse, die Produzent Christoph Piasecki mit seinem Team für die Episode aufgebaut hat, gefällt mir besonders durch die eingebauten orchestralen Klänge gut, beispielsweise wenn in einem ruhigen Moment ein leises Klavier im Hintergrund eingespielt wurde. Doch auch die anderen, dräuenden Melodien und die vielseitigen Geräusche sorgen für einen markanten Eindruck der Handlung und gestalten lebendige, bedrohliche Stimmungen.

Das Cover zu dieser Episode gefällt mir außerordentlich gut, die riesige Krähe mit rotglühenden Augen und Schnabel überspannt die Silhouette Kölns mit ihren Schwingen, was sehr bedrohlich und düster wirkt. Auch der Vogelschwarm und der dunkle Himmel über der Stadt mit den blauen und roten Elementen passt sehr gut zur Stimmung des Hörspiels. Von den vier Teilen der Geschichte ist dieses Cover wohl am besten geraten.

Fazit: Eine neue Hauptfigur, häufig wechselnde Szenerien und ein Ende, das ungewohnt harmonisch ist – der vierte Teil von „Tote neue Welt“ bringt noch einmal andere Aspekte mit ein und gefällt mir auch dank der eher ruhigen Erzählweise gut. Die recht kurze Laufzeit von etwa 34 Minuten (ohne die Credits am Ende) ist gut ausgefüllt, sodass keine langwierigen Szenen aufkommen.

VÖ: 23. Oktober 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621235


Midnight Tales – 27. Tote neue Welt 3/4



Zwar hat das ehemalige Forschungsteam Lanzarote verlassen und das Festland erreichen können, doch neben den bestialischen Vögeln lauern noch andere Gefahren auf Jacqueline und ihre Gefährten. Denn Diego und sein Bruder Eugenio nehmen sie in die Gewalt, nur Jacqueline ist auf sich allein gestellt – in der zerstörten Welt eigentlich ein sicherer Tod. Doch den anderen ergeht es nicht viel besser, und nicht jeder wird unbeschadet aus der Situation herauskommen…

Der Oktober 2020 steht bei Contendo Media ganz im Zeichen von „Tote neue Welt“, einem Vierteiler in der wöchentlich erscheinenden Serie „Midnight Tales“. Die vier zusammenhängenden Episoden bauen erstmals aufeinander auf, sodass die Handlung in der 27. Folge schon recht weit fortgeschritten ist. Nachdem in der vorigen Episode bereits die ersten schockierenden Ereignisse auf dem spanischen Festland thematisiert wurden, geht der Schrecken für die Gruppe der überlebenden Menschen nahtlos weiter, geht aber erstmals von anderen Menschen aus statt von den aggressiven Vögeln. Das sorgt direkt für mehr Druck, obwohl auch noch viel Raum für andere Bedrohungen bleibt. Wieder ist die Entwicklung eher langsam, sodass die einzelnen Elemente sehr gut zur Geltung kommen – Jacqueline bleibt beispielsweise die Zeit, in Audionachrichten an ihre Nichte die Ereignisse zu rekapitulieren. Gut gefällt mir, dass auch die zwischenmenschlichen Töne nicht zu kurz kommen und die Handlung doch noch einmal in eine andere Richtung führt und ein ungewöhnliches, mal wieder schockierendes Ende geboten wird, das definitiv Lust auf das kommende Finale der Geschichte macht.

Matthias Keller ist in der Rolle des Diego zu hören, sein harter und unnachgiebiger Klang passt gut zu dem skrupellosen Mann, er verleiht ihm eine düstere und bedrohliche Aura, die viel Würze in die Handlung mit einbringt. Stephanie Kirchberger lässt ihre ganze Erfahrung als Sprecherin einfließen, um der Rolle der Jacqueline noch weitere Facetten hinzuzufügen und die markante Stimmung der Episode lebendig wirken zu lassen. Sophie, die Nichte von Jacqueline, wird von Rieke Werner gesprochen, die mit viel Energie und kindlichem Trotz eine überzeugende Szene erschafft und dabei sehr authentisch klingt. Weitere Sprecher sind Vera Bunk, Yvonne Greitzke und Jacob Weigert.

Der dynamische Verlauf der Handlung wird durch die akustische Gestaltung gekonnt unterstützt, mal sind leise wabernde Hintergrundmelodien zu hören, dann wieder temporeiche Stücke, die die Dramatik unterstützen. Die Geräusche sind treffend eingebaut und hinterlassen einen vielseitigen Eindruck, wobei das Kreischen der Vögel wieder besonders viel Ausdruck vermittelt. Doch auch die anderen Sounds untermalen die Dialoge auf überzeugende Weise.

Die fünf Mitglieder der isolierten Forschungsgruppe sind hier erstmals gemeinsam auf dem Cover zu sehen – als schwarze Silhouetten, die von einer weiteren Person mit einer Pistole bedroht werden. Das stilisierte rote Fadenkreuz, das auf diese Szenerie gerichtet ist, passt gut zu dieser bedrohlichen Stimmung. Wieder wurde mit wenigen Mitteln ein stimmiges und ansehnliches Titelbild geschaffen – und das, obwohl die Folge wie ihre Vorgänger zu digital erscheint.

Fazit: Der Fokus wird hier noch mehr darauf gelenkt, was die apokalyptische Situation auf der Erde mit den Menschen macht – nicht nur mit den Hauptfiguren. Einige dramatische Entwicklungen, die wie immer bedrohliche Stimmung und eine langsame, ausdrucksstarke Erzählweise machen auch den dritten Teil hörenswert, zumal einige unerwartete Überraschungen eingebaut wurden.

VÖ: 16. Oktober 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621228


Midnight Tales - 26. Tote neue Welt 2/4



Nachdem Jacqueline Arendt nur knapp dem Angriff der aggressiven Vögel entkommen konnte, entscheidet sie, dass ihr Kopf verbunden werden muss, um ihre Augen zu schonen. Nur mit der Hilfe der anderen Mitglieder des Experiments kann sie sich danach auf Lanzarote bewegen, doch die Straßen sind wie leergefegt. Nur einen einsamen Mann treffen die fünf bei ihren Streifzügen: Alberto, der gemeinsam mit seiner Frau als einziger Überlebender einer schrecklichen Katastrophe auf der Insel verblieben ist…

Ganze vier Folgen der digital erhältlichen Hörspiel-Serie „Midnight Tales“ erzählen eine zusammenhängende Geschichte, der zweite Teil von „Tote neue Welt“ in der 26. Episode der Serie gibt dabei mehr von der Welt preis, in die sich die Erde innerhalb der drei Jahre des Experiments verwandelt hat. Auch wenn der Hörer hiervon bereits eine grobe Ahnung bekommen hat, werden hier gelungene Feinheiten eingebaut, die die ganze Szenerie aufheizen und mit vielen Details ausschmücken. Die Stimmung ist dabei fast durchgängig ruhig, aber sehr bedrohlich und bringt die dystopische Fantasie gut zur Geltung. Die Ereignisse entwickeln sich langsam, sodass viel Zeit für zwischenmenschliche Feinheiten bleibt. Das gilt nicht nur für die Gruppendynamik innerhalb der Forschergruppe, sondern auch für Alberto, der mit seinem persönlichen Schicksal überrascht und für einige sehr emotionale Momente sorgt. Erzählerisch clever ist auch der Trick mit der ihrem Augenlicht beraubte Jacqueline, denn dadurch müssen ihre Mitmenschen ihr einiges beschreiben, sodass auch der Hörer einen genauen Eindruck der Umgebung bekommen, ohne dass es aufgesetzt wirken würde oder ein externer Erzähler notwendig ist. Die Steigerung gegenüber der ersten Episode ist deutlich spürbar, da eben doch mehr passiert und die Stimmung dichter und bedrohlicher ist.

Vera Bunk ist wie bereits in der Vorgängerfolge als Rebecca Jepsen zu hören und bringt die kühle, abweisende Stimmung der Figur gut zur Geltung, wirkt durch ihre Genervtheit aber auch ein wenig eindimensional und kann nicht immer vollkommen authentisch klingen. Jacob Weigert ist als Tilo Prebe überzeugend und setzt seine dunkle Stimme vielseitig ein, sodass der Spannungsbogen der Episode unterstrichen wird. Bodo Wolf ist als Alberto als Gastsprecher dabei und setzt die Figur mit einer passenden Attitüde um und verstärkt so gekonnt die Wirkung der Geschichte. Weitere Sprecher sind Stephanie Kirchberger, Markus Raab und Bastian Sierich.

Die Produktion der Folge ist vielseitig geraten und präsentiert eine gekonnte Mischung aus einem orchestralen, bedrohlichen Soundtrack und zahlreichen Geräuschen. Neben dem nahezu omnipräsenten Krächzen der Raben, das für viele unheimliche Momente sorgt, sind noch viele weitere passende Sounds eingebaut, die die Szenerie lebendiger wirken lassen. Das ist abwechslungsreich und stimmungsvoll geraten, ohne zu dick aufzutragen.

Auch an diesem Cover ist die Steigerung des Designs der Serie zu erkennen, wobei die grobkörnige Optik für einen individuellen Eindruck sorgt. Zu sehen ist ein großes Segelschiff auf offenem Meer, wobei sowohl der Blick über als auch unter den Wasserspiegel sehenswert geraten ist. Die kühle Farbgebung erschafft eine gelungene Stimmung, ebenso wie die rauen, eckigen Formen, die genutzt wurden.

Fazit: Die gute halbe Stunde Laufzeit ist angefüllt von einigen intensiven Momenten und langsam erzählten, aber gelungenen Entwicklungen, die viel Platz für interessante Zwischentöne lassen, anstatt nur eine actionreiche Handlung zu erzählen. Immer wird auch erzählt, was die veränderte Welt mit den Menschen macht, sodass eine merkliche Steigerung zur ersten Episode zu bemerken ist.

VÖ: 9. Oktober 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621211


Midnight Tales – 25. Tote neue Welt 1/4



Eine Gruppe aus fünf Forschern, Ärzten und Vertretern der Medien begibt sich in eine Station auf Lanzarote, teilweise unter der Erde gelegen und völlig von der Außenwelt abgeschottet. So sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie in späteren Generationen Menschen bei der Besiedelung des Mars zusammenleben können. Kurz bevor sie sich in die Isolation begeben, verhalten sich die Vögel auf der Erde äußerst seltsam – und verändern das Leben der Menschheit nachhaltig…

Während bislang in den „Midnight Tales“, der mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Download-Hörspielserie von Contendo Media, in sich abgeschlossene Geschichten erzählt wurden, ist zur 25. Episode eine Neuerung eingeführt worden: Erstmals bauen vier Teile aufeinander auf und präsentieren eine zusammenhängende Handlung. Der Start konzentriert sich hier zunächst auf das soziale Experiment mit den fünf auf sich gestellten Personen, die Beziehungen untereinander werden dabei genau ausgeleuchtet – zum Start des Projekts mit einigen Interviews, bevor ein Zeitsprung zum Ende der fünfjährigen Abschottung bereits für eine deutliche Verschärfung der Szenerie sorgt. Und immer schon werden einige unheilvolle Anmerkungen zu dem seltsamen Verhalten der Vögel gemacht, was teils bedrohlich, teils aber auch äußerst brutal geraten ist. Da kommt vielen sicherlich ein bestimmter Film in den Sinn, woraus aber auch kein Hehl gemacht wird – sogar ein direkter Kommentar und eine kleine Filmkritik sind dabei eingebaut. Insgesamt hält sich dieser erste Teil aber noch etwas zurück, der Hörer bekommt kein umfassendes Bild, sondern eher einen Teaser geboten. Dass hier nur der Auftakt geboten wird, war von vornherein klar, doch nach nicht einmal einer halben Stunde reiner Spielzeit (ohne das lange Outro) hätte ich schon etwas mehr erwartet. Das Interesse an den kommenden Folgen des Vierteilers wurde dennoch geweckt.

Stephanie Kirchberger spricht die Rolle der Jacqueline Arendt sehr überzeugend und vielseitig, sie kann sowohl nüchterne wie emotionale Momente erzeugen und wirkt dabei immer sehr authentisch, was die Ärztin lebendig wirken lässt. Als Sebastian Bahrens, der das Projekt medial begleitet, ist Bastian Sierich zu hören, der einen sympathischen und offenen Eindruck hinterlässt, aber auch die Dramatik der Handlung unterstützt. Markus Raab spricht Jens Wiggeshof, einen weiteren Teilnehmer des Experiments, der eine markante Stimme hat und diese abwechslungsreich gestaltet, er passt sich dabei gekonnt den verschiedenen Szenerien an. Weitere Sprecher sind Vera Bunk, Jacob Weigert und Yvonne Gerling.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist umfangreich geraten, auch während der eigentlich eher ruhigen Eingangsszenen ist durchgängig dramatische und unheimliche Musik zu hören. Das sorgt zwar gleich für eine dichte Stimmung, wirkt aber auch etwas zu dick aufgetragen. Insgesamt wirkt das Ganze aber stimmig, besonders da auch die Geräuschkulisse sorgsam auf die Handlung angepasst wurde und einen futuristischen Eindruck hinterlässt.

Der leicht körnige Look des Covers, der auch schon bei einigen vorigen Episoden zum Einsatz gekommen ist, passt auch sehr gut zu diesem Titelbild. Die stilisierten Formen der Forschungsstation mit ihrem silbernen Schimmer heben sich von der öden Landschaft ab, wobei auch der Vogelschwarm und der türkisgrüne Himmel gut dazu abgestimmt wurden. Das ist einfach, aber sehr effektiv geraten passt gut zur Stimmung des Hörspiels.

Fazit: Die Idee des sozialen Experiments ist gelungen eingeführt, sorgt für sich allein aber eher für ein paar kleine Dramen als für einen Gruselfaktor. Dieser geht von dem Verhalten der Vögel aus, was hier aber nur in wenigen Szenen vorkommt. So bleiben Überraschungen oder Wendungen in der Handlung aus, der Druck auf die Charaktere ist noch nicht sonderlich ausgeprägt. Die gelungene Grundidee hat hier also noch nicht ihr vollständiges Potenzial ausgeschöpft.

VÖ: 2. Oktober 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621204


Midnight Tales – 20. Clara gegen Tod und Teufel



Clara ist nun nicht gerade in Würde gealtert, sondern hält sowohl ihre Familie als auch die Beschäftigten des Krankenhauses, in dem sie momentan liegt, mit ihren ordinären und unfreundlichen Kommentaren auf Trab. Doch dann bekommt sie noch weiteren Besuch, einen merkwürdigen Besucher, der sich als der Tod vorstellt – und dieser hat es ebenfalls nicht leicht mit der scharfzüngigen Seniorin…

Mit zwei neuen Episoden pro Monat gibt Contendo Media bei seinen „Midnight Tales“ ein beeindruckendes Tempo vor uns ist deswegen schon kurze Zeit nach dem Start bei der 20. Episode angekommen. Auch diese wird – wie bereits die vorigen Folgen – bislang nur digital veröffentlicht. „Clara gegen Tod und Teufel“ ist dabei wieder eine sehr experimentelle Episode, die nicht den gängigen Stereotypen an Grusel- oder Horrorhörspielen entspricht, sondern sich vorrangig auf Clara konzentriert, die aktuell im Krankenhaus liegt und keinen Satz beenden kann, ohne mindestens drei Schimpfwörter und zwei sexuelle Anspielungen zu machen. Das ist schon ziemlich deftig und ziemlich überspitzt, bringt aber auch einen sehr derben Humor mit in die Handlung, ebenso wie zahlreiche Anspielungen auf die moderne Popkultur. Dabei tauchen – gemeinsam oder getrennt voneinander – sowohl der Tod als auch der Teufel bei ihr auf, die ganz unterschiedlich angelegt sind und von der alten Frau ordentlich auf Trab gehalten werden, mit knallharten Verhandlungen, heftigen Schimpftiraden oder einer ziemlich herablassenden Art. Gruselig ist das natürlich nicht, dafür aber sehr komisch und irritierenderweise auch ein wenig philosophisch, besonders während der letzten Szenen des Hörspiels. Das ist sehr experimentell, ungewöhnlich und bestimmt nicht jedermanns Sache. Ich halte es aber wegen seiner Einzigartigkeit für eine ziemlich gelungene Idee.

Kaja Brügger ist in der Rolle der Clara eine wahre Naturgewalt, ihre raue Stimme lässt sie polternd, unfreundlich und ziemlich markant klingen, was mit ihrer scharfen Betonung sehr gelungen und präsent wirkt. Bert Stevens ist in der Rolle des Morty zu hören, den personifizierten Tod, der mit seinem zunächst gewollt gruseligen, später empörten oder genervten Auftreten für Lacher sorgt und gut in die Episode passt. Thomas Balou Martin bildet als Satan dazu einen gelungenen Kontrast, mit dunkler Stimme, markantem Lachen und ziemlich diabolischen Auftreten bringt er seine ganz eigene Note mit ein. Weitere Sprecher sind Louis F. Thiele, Anna Dramski und Eva Thärichen.

Bei diesem extrem starken Sprechercast in den Hauptrollen und sehr markanten Figuren ist es völlig in Ordnung, dass die akustische Gestaltung dabei etwas in den Hintergrund tritt – die Stimmen sorgen schon für genügend Aufmerksamkeit. Doch die eingebauten akustischen Elemente mit einigen Hintergrundgeräuschen und kurzen, aber prägnanten Melodien entfalten dennoch eine positive Wirkung und sind gut auf die Dialoge abgestimmt.

Perfekt zu der Handlung in Szene gesetzt ist das Titelbild. Die beiden genannten Figuren von Tod und Teufel sind in überspitzter, stilisierter Form zu sehen, die am Krankenbett von Clara steht, von der man aber nur den Haarschopf und eine ziemlich unflätige Geste zeigt. Besonders der Glitzeranzug des Teufels gefällt mir dabei sehr gut und bildet einen gelungenen Kontrast zu dem eisblauen Hintergrund.

Fazit: „Clara gegen Tod und Teufel“ ist so ungewöhnlich, wie der Titel klingt, stellt eine ziemlich ordinäre Frau in den Mittelpunkt und lässt sie gegen die beiden mystischen Gestalten in ungewöhnlichen Rededuellen antreten. Dass sich dabei die Handlung nur langsam entwickelt, fällt überhaupt nicht negativ auf, da das markante Setting und die sehr prägnanten Figuren für gute Unterhaltung sorgen. Ungewöhnlich, aber sehr gelungen.

VÖ: 26.06.2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-114-3


Midnight Tales – 19. Die Rolle ihres Lebens



Das Casting für eine prestigeträchtige Romanverfilmung ist in vollem Gange, wobei sich auch die beiden Konkurrentinnen Maggie Newport und Kimberly Jordan kennenlernen. Beide sind heiße Anwärterinnen auf die Hauptrolle, die den weiteren Verlauf ihrer Karrieren beeinflussen wird. Der Druck ist so groß, dass Maggie gemeinsam mit ihrem Agenten Randy zu ziemlich rabiaten Mitteln greift…

Für die 19. Episode der „Midnight Tales“ hat Erik Albrodt das Skript beigesteuert und erneut eine komplett eigenständige Szenerie geschaffen, die zunächst etwas stutzig macht. Denn von übernatürlichen, unheimlichen oder Horror-Szenarien ist erst einmal nichts zu bemerken, vielmehr geht es um den Dreh eines neuen Hollywood-Films, das Casting und den Druck auf die Darsteller, fiese Tricks und Intrigen hinter den Kulissen, später dann auch um die Dreharbeiten. Was zunächst noch Spannung verspricht, da man mal wieder in eine andere Szenerie eintauchen kann, und einige interessante Figuren eingebaut wurden, verliert nach einiger Zeit allerdings den Spannungsbogen und bringt nur ein paar wenige aufregende Szenen mit ein. Das bleibt dann leider auch für einige Zeit so, erst nach einer halben Stunde Laufzeit kommt eine dramatische Szene mit ein, die dann auch den Kern des Ganzen ausmacht – wohlgemerkt bei einer Laufzeit von 35 Minuten ohne Outro. Die Szenerie wechselt kurz danach, klärt aber auch nicht vollständig auf, was hinter dieser Kehrtwende steckt. Der Hörer kann sich so zwar eigene Gedanken um die Hintergründe machen, wird aber ohne wirklichen Hinweis zurückgelassen – was bei mir einen eher unbefriedigenden Eindruck hinterlassen hat.

Yvonne Greitzke spricht die Rolle der Maggie Newport mit einer sehr energischen Stimme und viel Überzeugungskraft, wobei sie die durchaus explosive Gefühlswelt des Charakters sehr gut zur Geltung bringt. Ihr Agent Randy bekommt seine Stimme von Santiago Ziesmer geliehen, der ihr einen sehr natürlichen und bodenständigen Klang verleiht und mit seinem kratzigen Klang und gekonnter Betonung dennoch unverkennbar wirkt. Auch Gabrielle Pietermann ist in der Rolle der Kimberly Jordan zu hören, die ebenfalls mit viel Energie bei der Sache ist und verleiht ihrer Rolle teilweise schon etwas Überhebliches, was sehr gut in die Szenerie passt. Weitere Sprecher sind Jürgen Thormann, Bodo Wolf und Steffen Groth.

Während der Dialoge ist fast durchgängig im Hintergrund für eine passende Untermalung gesorgt, indem passende Geräusche zu den Handlungen eingespielt werden. Es wird aber auch mit vielen Melodien gearbeitet, die die jeweilige Stimmung aufgreifen, oder beispielsweise dem Klang eines Fernsehers mit verzerrten Stimmen, sodass eine durchgängig stimmige Atmosphäre entstanden ist.

Auch wenn die Veröffentlichung der Episode rein digital erfolgt und kein physischer Datenträger erhältlich ist, wurde ein eigenes Titelbild entworfen. Dieses präsentiert eine homoerotische Frauenliebe, wobei die grobkörnige Optik der Serie und die stilisierten, klaren Formen wieder geschickt für einen Verfremdungseffekt genutzt werden. Die beiden Gesichter, recht viel Haut und lange Haare sind geschickt arrangiert, sodass nur sehr wenig von dem Hintergrund zu sehen ist.

Fazit: Die Idee hinter der Geschichte mag gut gelungen sein, in dem Bemühen, alles möglichst mysteriös wirken zu lassen, wurden dem Hörer aber einfach zu wenige Hinweise geboten. Hinzu kommt, dass es erst sehr spät richtig zur Sache geht und im sehr langen Vorlauf kein wirklicher Spannungsbogen geboten wird. Den Druck und die Härte Hollywoods darzustellen mag zwar interessant sein, reicht (fast) auf sich allein gestellt aber nicht für eine Episode „Midnight Tales“ aus.

VÖ: 19. Juni 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-113-6


Midnight Tales - 12. Stimmen in der Dunkelheit



Carol wacht in einem abgedunkelten Raum auf, ohne sich an die vorangegangenen Ereignisse erinnern zu können. Der freundliche Thaddeus, dessen Gesicht sie nicht erkennen kann, versucht ebenso ihr zu helfen wie die harsche Polizistin Madame Foulet, die einen Mörder überführen will. Doch etwas in Carol sperrt sich gegen die aufkommenden Erinnerungen...

Auch die zwölfte Episode der „Midnight Tales“, der noch recht neuen Gruselserie von Contendo Media, die ausschließlich digital erhältlich ist, bietet eine sehr reduzierte Szenerie – fast ausschließlich spielt sie in einem Raum, gerade einmal drei Sprecher bringen die Handlung der Folge voran, nur ein paar weitere Sätze wurden von einem vierten Sprecher vertont. Auch scheint die Folge fast in Echtzeit z u laufen, und das etwa 35 Minuten (wenn man von Intro und Credits absieht). Was in Filmen wahrscheinlich für tödliche Langeweile sorgen würde und von jedem Kritiker zerrissen werden würde, funktioniert als Hörspiel hervorragend. Die Szenerie ist von Anfang an mysteriös, da die Hintergründe von Carol äußerst nebulös sind und diese erst im Laufe der Zeit aufgedeckt werden. Die Erinnerungen an einen Mörder, das verlorene Gedächtnis, die verwirrten Gefühle, dazu aber auch die beiden nicht minder geheimnisvollen Nebencharaktere, die Carol zur Seite stehen und in ihrem Verhalten so unterschiedlich sind. Im Laufe der Zeit gibt es viele Anspielungen und Hinweise, mal mehr, mal minder versteckt, was das Geheimnis hinter der Folge sein könnte. Zu Beginn des letzten Drittels der Laufzeit kann man die Auflösung zwar erahnen, das macht aber gar nichts – im Gegenteil, diese neu hinzugewonnene Erkenntnis sorgt noch einmal für einen sehr interessanten Perspektivwechsel. Und immer noch gibt es dann einige Überraschungen, die das Geschehen unterhaltsam und aufregend wirken lassen. Genau das macht die Serie aus, ist in dieser Episode aber besonders gelungen und sorgt für einen sehr intensiven Eindruck – übrigens auch beim zweiten Durchlauf, bei dem man von Anfang an die gelungenen Hinweise und Fährten entdeckt werden können.

Wie schon die direkte Vorgängerfolge kommt auch diese Episode mit nur wenigen Sprechern aus. Als Carol steht Julia Kaufmann im Mittelpunkt. Sie setzt ihre Stimme sehr zielgerichtet ein und passt sie gelungen den einzelnen Situationen an, wodurch eine lebendige und glaubhafte Figur entsteht. Toll, wie sie viele gelungene Facetten einbaut und dennoch den verletzlichen Grundklang nicht zu sehr verändert. Liane Rudolph ist mit ihrem eher harschen und abweisenden Tonfall ein gelungener Kontrast, Madame Foulet bekommt durch sie eine sehr präsente Aura. Andre Beyers markante Stimme passt ebenfalls sehr gut zu der Rolle des Thaddeus, wobei er eine gelungene, leicht mysteriöse Stimmung um seine Figur aufbaut. Konrad Bösherz und wie immer Peter Flechtner für das Intro und Alex Bolte für die Credits sind ebenfalls zu hören.

Leise sind einzelne akustische Elemente eingebaut, wobei besonders die leise, melodische Musik im Hintergrund für eine düstere Stimmung sorgt. Aber auch die vielen Geräusche sorgen für eine gelungene Atmosphäre und viel Ausdruck der Handlung, was die mysteriösen Aspekte noch weiter verstärkt. Schön, dass sich die Umsetzung gemeinsam mit der Akustik steigert und gegen Ende eine sehr dichte und packende Atmosphäre entstanden ist.

Die Farben des Covers sind sehr ausdrucksstark, besonders die stilisierte Frau im Mittelpunkt mit ihrem leuchtend grünen Kleid, den orangenen Haaren und den roten Lippen hebt sich von dem gedeckten, dunkelblauen Hintergrund mit den unheimlichen Silhouetten ab. Ein schönes Titelbild, bei dem die skurrile Optik wunderbar zur Episode passt.

Fazit: „Stimmen in der Dunkelheit“ ist gerade wegen der so ruhigen und gedeckten Atmosphäre sehr spannend geraten, das große Geheimnis und die Aufklärung des Mordes bieten eine ganz besondere Stimmung. Sehr mysteriös und unheimlich fügen sich die einzelnen Elemente sehr gelungen zusammen und bieten eine sehr konzentrierte und auf den Punkt gebrachte Handlung. Sehr hörenswert!

VÖ: 1. Mai 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621044


Midnight Tales - 11. Wenn Masken fallen



Ein Schneesturm tobt durch North Dakota, sodass die Freunde des Ehepaars Limbkin den geplanten gemeinsamen Abend absagen. Just in diesem Moment bitten zwei Gäste um ein kurzes Telefonat, da sie mit dem Auto liegen geblieben sind. Kurzerhand werden die beiden zum Essen eingeladen, bis sich das Wetter beruhigt hat. Doch die Gemüter erhitzen sich umso schneller...

Schlag auf Schlag geht es weiter mit den "Midnight Tales" von Contendo Media, die in sehr kurzen Rhythmus veröffentlich werden. Im Gegensatz zu anderen Episoden der Reihe dauert es hier deutlich länger, bis übernatürliche Elemente eingebaut werden, die Szenerie ist von Anfang an sehr bodenständig. Das zufällige Aufeinandertreffen zweier Ehepaare wirkt zunächst noch friedlich und freundlich, doch getreu dem Titel der Episode "Wenn Masken fallen" tauchen schnell erste Reibereien auf - ein unbedacht wirkender Kommentar hier, eine spitze Bemerkung dort, bald die ersten Wortgefechte. Sehr treffend ist dabei geschildert, wie unterschiedliche Mentalitäten aufeinandertreffen und wie sich eine Dynamik aufbaut, in der jeder die eigenen Bedürfnisse über die der anderen stellt. Daraus entwickelt sich eine Art packendes Krimi-Psycho-Spiel mit einigen gelungenen Wendungen und Finessen, die man zuvor so nicht erwartet hätte. Zugegeben, die letztendliche Wendung ist recht konstruiert und wirkt etwas gestelzt, führt aber dennoch zu einem packenden und dramatischen Finale. Wieder einmal gibt es einige neue Aspekte und eine dichte Stimmung, was die gute halbe Stunde Laufzeit unterhaltsam gestaltet.

Gerade einmal vier Sprecher (abgesehen von Intro und Credits) sind in dieser Episode zu hören, umso wichtiger ist natürlich jeder einzelne von ihnen. Klaus Dieter Klebsch ist als Walter Limbkin zu hören und beweist, dass er auch diese eher bodenständige Rolle mit vielen gelungenen Facetten und seiner eindringlichen Stimme sehr gekonnt umsetzt. Seine Frau Sadie wird von Dana Friedrich gesprochen, deren ruhiger Klang sehr glaubwürdige Momente schafft, sodass eine gelungene Figur entstanden ist. Wolfgang Bahro spricht die Rolle des Reggie Marx mit viel Ausdruck und sehr passender Attitüde, wobei sich seine Intensität im Laufe der Episode gekonnt steigert. Die wunderbare Nana Spier und ihr leicht rauer Klang passen bestens zu Pamela Marx, auch sie trifft gekonnt die Stimmung der verschiedenen Momente und kann das Geheimnis um das Ehepaar sehr gelungen aufbauen.

Akustisch ist die Folge sehr solide umgesetzt, was besonders an den vielen stimmigen Geräuschen liegt. Der aufkommende Schneesturm pfeift um das Haus, leise Schritte tönen durch das einsame Gebäude, das Knistern des Feuers schafft eine gemütliche Atmosphäre - immer wieder ergänzt durch kleine Melodien, die einen düsteren Anstrich einbringen und so die Stimmung der Episode verdichten.

Die Folge wird zwar nur digital zum Download angeboten, dennoch wurde eigens ein Cover entworfen, das mir dieses Mal bestens gefallen hat. Ein edel gedeckter Tisch mit zwei Menschen - die Gesichter jedoch formlos und ohne Kontur. Auch durch die langgezogenen Formen und die düstere Farbgebung wird der exzentrische Ausdruck des Titelbilds verstärkt.

Fazit: "Wenn die Masken fallen" ist bodenständiger als die meisten seiner Vorgänger, schafft aber eine nicht minder packende Atmosphäre. Die Beobachtung der zufällig aufeinandertreffenden Figuren und der sich daraus entwickelnden Dynamik führt zu einem spannenden Finale, auch wenn dessen Einleitung recht konstruiert wirkt. Eine weitere hörenswerte Episode, auch wenn man aus dem Finale vielleicht noch mehr hätte herausholen können.

VÖ: 24. Februar 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621037


Midnight Tales - 10. Wahn und Wahnsinn



Als verurteilter mehrfacher Mörder wird Edmund Rafelsen jedoch nicht zum Tode verurteilt, sondern wegen seiner gespaltenen Persönlichkeit in einer Nervenheilanstalt untergebracht. Doch neben den Therapiestunden mit der undurchsichtigen Psychologin Dr. Larson verbringt er auch viel Zeit mit den anderen Insassen, die ebenfalls Menschen auf ihrem Gewissen haben...

Die "Midnight Tales" von Contendo Media haben auch kurz nach dem Start der Serie schon das erste Jubiläum zu feiern: "Wahn und Wahnsinn" ist bereits die zehnte Episode der Hörspielreihe und ist - wie die anderen Folgen auch - nur digital erhältlich, nicht auf einem physischen Datenträger. Und auch diese Folge ist mit deutlich unter 40 Minuten eher kurz geraten, bietet dafür aber auch eine sehr verdichtete Atmosphäre. Über weite Teile der Handlung verfolgt der Hörer das Geschehen um Edmund in der Nervenheilanstalt, in der er mit ebenso verrückten Mördern eingesperrt ist. Dass dabei das Spiel mit Wahnsinn, gespaltenen Persönlichkeiten und der Schuld der Figuren im Mittelpunkt steht, sorgt für eine ganz eigentümliche, aber auch gelungene Stimmung. Auch der Hörer weiß bald nicht mehr, wer seinen Wahnsinn nur spielt, um dem elektrischen Stuhl zu entkommen, und wer tatsächlich unter psychischen Problemen leidet - doch selbst dann weiß man nicht, wem man vertrauen kann. Da kein klassischer Held im eigentlichen Sinne in die Handlung eingebaut wurde, hat der Hörer eine gewisse Distanz zum Geschehen, was die ungewohnte Wirkungen natürlich noch weiter unterstützt. Was ebenfalls eine interessante Würze gibt ist, dass eine wirkliche Handlung kaum erkennbar ist, vielmehr werden einzelne Szenen zu Gehör gebracht, die die Charaktere und ihre persönliche Situation genauer vorstellen oder besondere Ereignisse beschreiben. Die Spannung ist dennoch gleich zu Beginn sehr hoch, was sich gegen Ende noch weiter steigert – und wie fast immer bei der Serie in einem überraschenden Dreh zum Finale, das die vorige Geschichte noch einmal in ein anderes Licht taucht und hier sehr gelungen und wirkungsvoll eingebaut wurde.

Kai Taschner ist in der Hauptrolle des Edmund Rafelsen zu hören, übernimmt aber auch gleich seine zweite Persönlichkeit Achilles. Es ist beeindruckend, wie klar er beide Figuren voneinander trennt und ihnen einen sehr unterschiedlichen Klang verleiht, mal hart und rau, mal hochnäsig und gebildet. Eine sehr gelungene Leistung, die sehr eindrucksvoll wirkt. Auch Dana Friedrich gefällt mir als Rose Conelly sehr gut, ihre punktierte und ausdrucksstarke Stimme verleiht ihren Szenen einen düsteren Glanz und wirkt immer sehr präsent. In der zwiespältigen Rolle der Dr. Sara Larson ist Anna Dramski zu hören, die den nüchternen Klang der Psychologin im Laufe der Zeit gekonnt verfeinert und ihr so unterschiedliche Facetten verleiht. Weitere Sprecher sind Santiago Ziesmer, Andreas Otto und Achim Buch.

Da auch diese Episode der Serie ohne einen Erzähler auskommt, wird als Szenentrenner insbesondere Musik verwendet, die melodisch ist und die düstere Stimmung der Handlung gekonnt aufgreift. Auch die eingebauten Geräusche sind gekonnt abgestimmt und lassen einzelne Teile des Wahnsinns der Insassen erlebbar werden, beispielsweise durch einen eingebauten Pfeifton oder surreal wirkende Melodien. Das passt alles gut zusammen und lässt die Handlung gekonnt zur Geltung kommen.

Die Optik der Cover der Serie hat mir ja nicht immer allzu gut gefallen, zu dieser Episode passt sie aber sehr gut. Die dunkle Silhouette im Lichtschein einer Tür scheint von einem roten Blitz getroffen zu werden, was zu dem grünlichen Hintergrund sehr gut passt. Die düstere Szenerie der Geschichte wird dabei gekonnt aufgegriffen und wirkt insgesamt stimmig.

Fazit: Mit „Wahn und Wahnsinn“ ist eine weitere interessante Episode der „Midnight Tales“ erschienen, die mit einem düsteren Szenario und einem sehr ungewöhnlichen Setting schnell für Spannung sorgt und diese im Laufe der Zeit weiter verdichten kann. Besonders der Plottwist am Ende ist dabei gelungen und setzt die vorigen Ereignisse in einen anderen Kontext. Hörenswert!

VÖ: 17. April 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621020


Midnight Tales - 9. Jenseits 2.0



Ihr Leben hat die Wissenschaftlerin Vivien Gruber der Erforschung eines möglichen Lebens nach dem Tod entwickelt und gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Marc ein Unternehmen gegründet, das Bewusstsein von Menschen in einer digitalen Umgebung weiterexistieren zu lassen. Ihrem letzten Willen entsprechend wird sie nach ihrem Tod selbst ist das Programm transferiert, muss sich dort aber erst einmal zurechtfinden...

Auch für die neunte Episode der "Midnight Tales" hat sich das Team um Christoph Piasecki von Contendo Media eine gänzlich neue Szenerie ausgedacht. Hier geht es um den wohl ewig währenden Wunsch der Menschen um das Leben nach dem Tod, was hier in einer digitalen Welt stattfinden soll. Dabei sind zwei Erzählebenen eingebaut, einerseits in der realen Welt mit dem Schwerpunkt auf dem Gespräch zwischen dem Witwer und Viviens Geschäftspartner, in der die Rahmenbedingungen in kompakter Weise erzählt werden, aber auch eine interessante persönliche Komponente wird bereits hier mit eingebaut. Der Großteil der Handlung dreht sich aber um Viviens zweite Existenz in der neuen digitalen Umgebung. Hier wird durchdacht und strukturiert vorgegangen, um die Folgen eines solchen Daseins darzustellen, was fast ausschließlich auf einem Selbstgespräch von Vivien basiert. Wie es ihr ergeht, ist spannend und ungewöhnlich ausgeführt, wobei der Hörer mit Vivien und ihren Fragen mitfühlt. Nach einem packend inszenierten Höhepunkt werden später die beiden Ebenen zusammengeführt und mit einigen sehr interessanten, fast schon philosophischen Fragen angereichert. Auch hier ergibt sich im Stil der Reihe ein packender Wendepunkt am Schluss, der viele Fragen offenlässt und der Fantasie des Hörers überlässt, was in dieser Episode noch einmal auf andere, aber sehr clevere Art geschieht.

Die Leistung von Victoria Sturm in der Titelrolle der Vivien Gruber ist sehr überzeugend, da sie die einzelnen Bestandteile des digitalen Charakters der Wissenschaftlerin in einer besonderen Art von Selbstgespräch sehr präzise erschafft, ebenso, wie sie vorher beschrieben werden. Aber auch in der übrigen Handlung spricht sie sehr gelungen und macht die ungewöhnliche Idee erlebbar. Martin Gruber ist besonders zu Anfang als Viviens Mann mit seiner besorgten, aber auch kritischen Art zu hören, was authentisch und treffend wirkt. Auch Matthias Keller hat mir als Marc Deblenkov gut gefallen, der versierte Geschäftspartner von Vivien bekommt von ihm einige gelungene Facetten verliehen, sodass seine Szene gut in Erinnerung bleibt. Weitere Sprecher sind Annette Glunkel, Benedikt Weber und Martin Sabel.

Für die ungewöhnliche Episode wurde auch ein ungewöhnlicher akustischer Rahmen geschaffen. Während die anfängliche Szenerie noch reduziert und ruhig umgesetzt wurde, ist die digitale Welt, in der Vivien sich später bewegt, oft sehr technisch und mit vielen computergenerierten Klängen umgesetzt, aber auch interessante Kontraste zu realistischen und natürlichen Klängen sind gut eingebaut. Auch Musik spielt dabei immer wieder eine wichtige Rolle und fügt eine rätselhafte Ebene hinzu.

Auch wenn die Reihe nur digital vertrieben wird, gibt es für jede Episode ein eigenständiges Cover. Und auch wenn die Optik für gewöhnlich etwas schlicht und einfach wirkt, passt genau dies hier sehr gut. Die computergenerierte Optik ist sehr gut auf den schattenwerfenden Körper von Vivien abgestimmt, die in ein helles Licht zu gehen scheint, das mit der pixeligen Gestaltung gleichsam an digitale Welten erinnert. Auch die kühle Farbenwelt passt sehr gut zur Handlung und ihrer Wirkung.

Fazit: Die Szenerie ist hier fast ein wenig bizarr, der ebenso technische wie philosophische Ansatz mit dem digitalen Leben nach dem Tod wirft einige sehr gelungene Fragen auf, was unterhaltsam und packend geraten ist. Durch die Kürze der Episode wird vieles angedeutet, was aber eher den Reiz steigert als verringert. Mal wieder ein ungewöhnliches Hörspiel, das mir sehr gefallen hat.

VÖ: 10. April 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621013


Midnight Tales - 8. Mehr Sein als Schein



Die beiden Punks Zippy und Pinhead wollen sich ein Zimmer in einem heruntergekommenen Hotel mieten. Doch der Nachtportier erkennt die junge Frau, die halb bewusstlos in ihrer Begleitung ist - es ist seine eigene Enkelin. Dabei treibt sich draußen ein skrupelloser Killer sein Unwesen, was die Ereignisse der Nacht noch unheilvoll beeinflusst...

Auch "Mehr Sein als Schein", die achte Episode der Contendo-Hörspielreihe "Midnight Tales", ist gemeinsam mit seinen Vorgängern gleichzeitig zum Start der Serie erschienen, und auch hier wird wieder eine ganz neue Szenerie geschaffen, die eine neue Facette des Genres Grusel beleuchtet. Waren in den vorigen Episoden trickreiche oder nachdenkliche Geschichten zu hören, geht es hier recht brachial zu. Das Thema wird nicht bei jedem auf Begeisterung stoßen, es geht um brutale Gewalt gegen Frauen, was sehr explizit beschrieben wird - zwar nicht bis zum Äußersten gehend, aber dennoch ein paar Grenzen überschreitend. Gibt es während der ersten Szene noch ein paar undurchsichtige Momente gibt, ist das zweite Drittel der Handlung sehr auf dieses Thema konzentriert. Am Schluss gibt es dann eine Wendung (wie immer bei der Serie), die man allerdings bereits einige Zeit vorher erahnen konnte, wenn man einige der vorigen Kommentare richtig zu deuten weiß. Gut gefällt mir zwar die Rolle der entführten Trina, die ganz anders reagiert als man es erwarten würde, einigen Momenten kann man auch eine gewisse Faszination nicht absprechen. Doch insgesamt wirkt die Handlung auf mich leider etwas platt.

Konrad Bösherz und Patrick Mölleken machen als Punkerduo Zippy und Pinhead einen sehr guten Eindruck, klingen bedrohlich, skrupellos und kühl, was die Atmosphäre der Handlung entscheidend prägt, beide sprechen sehr pointiert und betont. Werner Wilkening ist als Nachtportier des Hotels zu hören, seine tiefe und markante Stimme passt sehr gut zu der Figur, er reagiert sehr stimmig auf jede Situation und zeigt dabei viele Facetten. Luisa Wietzorek überzeugt in der Rolle Trina mit viel Ausdruck in der Stimme, sie bringt eine ungewöhnliche Atmosphäre mit ein und sorgt für überraschende Momente. Kirstin Hesse, Matthias Scherwenikas und Peter Flechtner sind jeweils nur kurz zu hören.

Akustisch ist die Episode insgesamt stimmig umgesetzt, die Szenen werden passend untermalt und mit vielen Geräuschen versehen. Doch beim Finale, aber auch zwischendurch, verlässt sich die Szenerie zu oft auf brachial wirkende Geräusche, ohne dass diese erklärt werden würden. Das lässt zwar einige unheimliche Momente entstehen, ist aber zu häufig zu lang geraten und wirkt dann eher unkoordiniert. Die Dynamik der Handlung wird aber gut nachgezeichnet.

Als Titelbild wurde der Flur des Hotels gewählt - schlicht, düster, heruntergekommen. Die kühle Beleuchtung der Neonröhren ergibt einen guten Kontrast zur ansonsten roten Farbgebung. Der Zeichenstil wirkt aber wie bei den Vorgängerepisoden recht billig und kann trotz gelungener Perspektive zumindest mich nicht überzeugen.

Fazit: "Mehr Sein als Schein" startet und endet recht reizvoll, die Handlung dazwischen ist aber recht platt geraten und ist mit dem Thema Gewalt gegen Frauen für meinen Geschmack zu explizit geraten. Leider ist hier eine eher schwache Episode der Reihe entstanden, die deutlich bessere Ideen geboten hat.

VÖ: 3. April 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621006


Midnight Tales - 7. Morbide Rosen



Dass Rose ihrem Rosengarten, der ihr größtes Hobby ist, mehr Aufmerksamkeit widmet als ihrem Mann Harold, veranlasst diesen zur Trennung. Nach einem heftigen Streit steigt er in den Wagen, fährt seine Gattin dabei aber versehentlich an - mit ungeahnten Folgen, die auch ihren Garten auf merkwürdige Weise verändern wird...

Nicht nur thematisch, sondern auch stilistisch unterscheiden sich die Episoden von "Midnight Tales", die gleich zum Start der Hörspielserie ein ordentliches Paket geschnürt haben. Auch die siebte Folge "Morbide Rosen" schlägt noch einmal eine andere Richtung ein, wobei schon gleich zum Start mit der oben beschriebenen Szene die Grundpfeiler gesetzt werden - und das durchaus überraschend und mit dem im Titel versprochenen morbiden Tonfall. Das Buch von Erik Albrodt spielt dabei mit verschiedenen Elementen, wobei die romantische Stimmung des Rosengartens als zentrales Thema gut auf die Handlung greift, was durch ein düsteres Geheimnis seiner Besitzerin gestört wird. Und auch die Rolle des Erzählers ist ungewöhnlich, er gibt einige sarkastische Kommentare von sich, ist prägend für die Stimmung der Folge und spricht den Hörer auch mal direkt an. Die Spannung ergibt sich dabei aus dem undurchsichtigen Charakter der Hauptfigur, steigender Wahnsinn sorgt für zusätzlichen Reiz und einen unterhaltsamen Verlauf. Das trifft vielleicht nicht den Massengeschmack, aber gerade durch die vielen Experimente ist die Serie so abwechslungsreich und gelungen. Und mich persönlich hat diese Folge durchaus gut unterhalten, auch wenn ihr etwas mehr Tempo durchaus gutgetan hätte – trotz der wie immer eher kurzen Laufzeit von 35 Minuten schleichen sich ein paar Längen ein.

Süffisant und herrlich ironisch gestaltet Peter Flechtner die Rolle des Erzählers, der die Stimmung der Episode damit entscheidend prägt. Seine Kommentare wirken zudem sehr kurzweilig, wobei er besonders die direkte Ansprache des Zuhörers gelungen gestaltet. Sabine Arnhold ist in der Rolle der Rose sehr überzeugend, sie wirkt ausdrucksstark und sehr lebendig, wobei sie auch den steigenden Wahnsinn der Figur sehr treffend vertont. Ihr Nachbar Ike Turner wird von Dirk Hardegen ebenfalls prägnant gesprochen, er verhält sich authentisch und trifft die unterschiedlichen Situationen sehr genau. Weitere Sprecher sind Andreas Otto, Eberhard Haar und Joscha Fischer-Antze.

Die akustische Gestaltung der Episode ist gut auf die Handlung abgestimmt und überzeugt mit einer passenden Mischung aus vielen Hintergrundgeräuschen und atmosphärischen Melodien. Beides bringt einen leicht romantischen Klang mit ein, Vogelgezwitscher und melodische Instrumente greifen dabei gut ineinander, aber auch die anderen Elemente sind passgenau eingefügt.

Das Cover zu dieser Episode konnte mich leider nicht überzeugen, zu schlicht und unsauber ausgeführt ist der Zeichenstil. Das Skelett, um das einige Dornenranken mit blutroten Blüten ranken, hätte vor dem düsteren Hintergrund mit dem kaum beleuchteten Haus durchaus gut wirken können. Auf diese Weise verpufft der Effekt des Unheimlichen aber leider.

Fazit: Erneut eine überraschende Folge, die ganz andere Aspekte des Genres Grusel beleuchtet. Schnell ist klar, worum es geht, doch die ungewöhnliche Idee und die kreative Umsetzung sorgen noch für einige Überraschungen. Der romantische, skurrile Anklang der Folge hat mir persönlich gut gefallen, ist aber auch recht speziell geraten.

VÖ: 3. April 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620993


Midnight Tales - 6. Die endlose Nacht



Die Fahrt durch einen Nationalpark sollte etwas länger dauern, als die Familie um Vater Bob und Mutter Mavis geplant hatte. Denn die Umgebung verfinstert sich plötzlich, nur die Scheinwerfer spenden noch etwas Licht. Doch es scheint etwas Unheimliches durch den Park zu streifen und es auf die Familie abgesehen zu haben...

Die "Midnight Tales" von Contendo Media sorgt auch in der sechsten Episode noch für Abwechslung, zum Start sind sehr unterschiedliche Szenerien entstanden, da in jeder Episode eine eigenständige Idee verfolgt wird. Fast ist diese Folge klassischer Grusel geworden, und zwar gut gemachter. Ich mag, wie sich die Handlung fast ausschließlich auf den Innenraum des Familienautos beschränkt und so eine sehr dichte, konzentrierte Stimmung entstanden ist. Von der typischen Szenerie eines Familienausflugs entwickeln sich bald ein paar erste unheimliche Momente, bis Eltern und Töchter immer tiefer in die undurchdringliche Dunkelheit geraten. Dabei sind einige sehr gelungene Elemente mit eingebaut, die mystisch wirken und ein paar religiöse Momente einfügen. Vieles bleibt dabei im Düsteren, wird eher angedeutet denn ausgeführt, was dennoch klar strukturiert wirkt und gut nachvollziehbar ist. Und wie immer bei der Serie gibt es am Ende eine unerwartete Wendung, die die bisherigen Ereignisse in ein anderes Licht tauchen und mir sehr gut gefallen hat. Schön, dass hier viele kreative Ideen eingebunden sind und zu einer sehr dichten Stimmung führen. Eine sehr starke Episode, die mit einer Nettolaufzeit ohne Intro und Outro von etwa einer halben Stunde sehr knackig erzählt ist.

Marc Schülert ist in der Rolle des Familienvaters Bob zu hören, mit seiner markanten Stimme passt er sehr gut in die Atmosphäre der Episode und gestaltet den Spannungsbogen gekonnt mit. Auch Petra Konradi ist als seine Frau Mavis sehr stark, sie geht gelungen auf die verschiedenen Situationen ein und bringt auch die Wandlung der Figur gut zur Geltung. Ilona Otto gibt mit Nancy anfangs den trotzigen Teenager mit ebenso viel Enthusiasmus wie die spätere Szenerie, beides ist sehr glaubhaft und ausdrucksstark geraten. Weitere Sprecher sind Ruby Lichtenberg, Tobias Brecklinghaus und Martin Sabel.

Akustisch ist die Episode abwechslungsreich umgesetzt. Anfangs gestaltet sich die Szenerie noch sehr realistisch, die Autofahrt mit dem störenden Radio wandelt sich bald zu einem düsteren Szenario, in dem unheimliche Geräusche, einige Schockmomente und dräuende Hintergrundmusik eine sehr dichte Stimmung ergeben. Das wirkt wie klassischer Grusel, funktioniert aber dennoch sehr gut und bringt die Handlung gut zur Geltung.

Auch wenn die Serie bislang nur digital veröffentlicht wird, gibt es selbstverständlich auch zu dieser Episode ein Cover - passend dazu in computergenerierter Optik. Dieses Mal passt dies jedoch gut zu dem blutroten Himmel, dem düsterem Wald und dem Auto der Familie. Der Schriftzug passt mit der weißen Farbe gut dazu und bildet einen gelungenen Kontrast dazu.

Fazit: "Die endlose Nacht" überzeugt mit einer sehr dichten Stimmung und einer greifbaren Szenerie, die sich immer weiter verdichtet und viele unheimliche Mystery-Elemente wirken lässt. Eine stimmige Produktion und besonders die ungewöhnliche Auflösung am Ende sorgen für eine sehr starke Episode der noch jungen Serie.

VÖ: 3. April 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620979


Midnight Tales - 5. Die Box



Eine neue Fernsehshow sorgt für Aufsehen: Der Gewinner einer Telefonabstimmung wird in eine Box gesperrt und wird dort mit Stromschlägen gefoltert, auch andere Erniedrigungen müssen sie über sich ergehen lassen. Die Wut auf die Macher steigt unter den Kandidaten immer weiter, doch die Verlockung von Geld und Ruhm lassen sie bleiben...

Die fünfte Episode der neuen Hörspielserie "Midnight Tales", die bei Contendo Media in digitaler Form erscheint, ist ebenfalls zum Start der Serie erschienen und geht mal wieder in eine ganz andere Richtung - sowohl was das Thema, als auch die Umsetzung und das Setting angeht. Die aktuellen Realityshows werden darin auf die Spitze getrieben, in dem die freiwilligen Teilnehmer durch die Macher der Show gefoltert und erniedrigt werden - gesteuert durch die Votings der Zuschauer, die das Leid der Kandidaten damit steuern können. Einen wirklichen Erzählstrang gibt es nicht, der Zuhörer verfolgt kleine Ausschnitte der Show, die sehr authentisch wirken und beispielsweise mit den vielen Votings und Verzögerungen durch Werbepausen den Stil anderer Produktionen nachahmen. Doch gleichzeitig wird auch immer wieder zu den Zuschauern der Sendung geschaltet - einer normalen Familie, Kneipenbesuchern, zwei befreundeten Studentinnen, dem Regieteam - die ihre Gedanken zu der Show mitteilen, aber auch die Wirkung der Sendung, den Suchtfaktor, die aufgebaute Spannung miterleben lassen. Darin sind manche Details eingebaut, die fast noch erschreckender als die Show selbst wirken. Die Schnitte sind schnell und hektisch, dennoch setzt sich schnell ein stimmiges Ganzes zusammen. Dem Hörer wird hier der Spiegel vorgehalten, man wird gezwungen zu hinterfragen, ob und wie weit man dieser Art von Show selbst erliegen könnte - und ist vielleicht selbst überrascht, welch interessante Wirkung das ungewöhnliche Ende des Hörspiels auf einen hat.

Als Moderator der Reality-Sendung ist Constantin von Westphalen zu hören und wirkt dabei sehr authentisch, der schmierige und kalte Ausdruck in seiner Stimme verstärkt nicht nur den gut erdachten Hintergrund der Show, sondern ist auch sehr eng an den Stil tatsächlicher Moderatoren angelegt. In der Rolle der Alison ist Rieke Werner zu hören, die die Kandidatin der Show mit viel Energie umsetzt und auch den langsamen Verfall der jungen Frau gekonnt umsetzt. Auch Steffen Groth hinterlässt als Bart einen sehr guten Eindruck, seine dunkle Stimme und die Wut darin wirken ebenso präsent wie glaubwürdig. Weitere Sprecher sind Sandra Schwittau, Konrad Bösherz und Gabrielle Pietermann.

Die akustische Gestaltung ist stark durch die hektischen Klänge der Sendung geprägt, die mit viel Wucht, lauten Sirenen und schnellen Trommeln erschreckend lebendig geraten sind. Doch auch die Geräuschkulisse ist prägnant - einerseits natürlich durch den Klang der Elektroschocks, aber auch durch einen passenden Hintergrund für die verschiedenen Zuschauer, sodass man diese Szenen gut voneinander unterscheiden kann.

Die computergenerierte Optik des Covers entspricht zwar nicht meinem persönlichen Geschmack und wirkt etwas billig, die weiße Box, aus der eine Blutlache sickert und von vier Silhouetten umgeben ist, passt aber sehr gut zu der Handlung und bekommt durch die verwendeten Rottöne einen aggressiven Ausdruck. Auch hier ist der verästelte Schriftzug der Serie wieder gut eingebunden.

Fazit: Sozialkritik und eine gelungene Betrachtung der Nutzung von modernen Medien werden in einem ebenso ungewöhnlichen wie interessanten Hörspiel zusammengefasst. Das Medium wird hier auf ganz andere Weise genutzt, der Unterhaltungswert ist aber sehr hoch - ebenso wie dem Hörer unweigerlich ein Spiegel vorgehalten wird. Nichts zum Einschlafen!

VÖ: 6. März 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620962


Midnight Tales - 4. Spurlos



Mitten am helllichten Tag verschwindet Daniel, der Sohn von Bradley und Jennifer, urplötzlich von der elterlichen Farm. Sogar ein Stück des Zaunes ist mit ihm verschwunden. Die Suche nach dem Jungen ist zunächst vergeblich, sodass sich die besorgten Eltern immer fieberhafter auf die Suche machen. Doch immer mehr Menschen sind bald nicht mehr aufzufinden...

"Spurlos" ist bereits der vierte Titel, der von der neuen Reihe "Midnight Tales" zum Start erschienen ist. Die Serie einem Genre zuzuordnen fällt indes schwer, da die Folgen höchst unterschiedliche Ansätze haben, wobei auch innerhalb einer Geschichte die Grenzen verwischen. Hier ließe sich als Oberthema noch am ehesten "Mystery" ausmachen, den von der alltäglichen Szene auf der Farm mit dem aufgeweckten Daniel und seinen liebevollen Eltern und seinem Verschwinden ausgehend, bekommen die Hörer ein paar spärliche Hinweise zu den Hintergründen präsentiert. Die fieberhafte Suche nach Daniel steht im Vordergrund, was vor der Kulisse des ländlichen Utah in den 50er Jahren stimmig geraten ist und viel Atmosphäre ausstrahlt. Die Szenerie wird bedrohlicher, geheimnisvoller, doch dann folgt ein sehr harter Break für die Handlung und eine zweite Erzählebene wird eingeführt und läutet das Finale ein. Hier wird wirklich alles auf den Kopf gestellt und für meinen Geschmack allzu lapidar erklärt. Ein paar Sätze, nur ein Bruchteil der Laufzeit, die zudem auch nicht auf sonderlich viele Feinheiten eingehen. Das hat zumindest bei mir nicht den wahrscheinlich erwünschten Aha-Effekt ergeben, sondern ist für mich zu platt geraten. Die Idee dahinter ist eigentlich eine gute, die Szenerie hätte man aber umfassender aufbauen können.

Matthias Keller spricht die Rolle des Bradley Ellerbee flüssig und authentisch, seine Stimme klingt markant und präsentiert die Gefühlslage des Ranchbesitzers sehr treffend, wobei die Sorge um seinen Sohn natürlich im Mittelpunkt steht. Auch Christina Puciata macht ihre Sache als seine Frau Jenniger ebenfalls sehr gut und passt sich den verschiedenen Situationen gekonnt an. Dass Justus Jonas Ellerkamp mal in einem Hörspiel mitsprechen würde, hatten seine Eltern wahrscheinlich gehofft. Hier ist er als Daniel zu hören und setzt den Jungen energiegeladen und fröhlich um, wobei er für sein junges Alter eine glaubhafte Leistung abliefert und nur bei wenigen Textpassagen etwas hölzern wirkt. Weitere Sprecher sind Roman Wolko, Dirk Hardegen und Bert Stevens.

Die akustische Umsetzung konzentriert sich vor allem auf eine stetige Geräuschkulisse im Hintergrund, den Dialogen wird nur selten die Gelegenheit gegeben, für sich allein zu wirken. Das wirkt auf die Dauer etwas anstrengend und ist stellenweise auch zu laut gedreht, beispielsweise im örtlichen Cafe. Das sorgt aber natürlich auch für einen recht lebendigen Eindruck, es ist nur etwas zu viel des Guten. Die Musik für die Szenentrennung ist düster und melancholisch, was die Atmosphäre der Handlung unterstreicht.

Bei dieser Episode gefällt mir das Titelbild nicht allzu gut, die sehr künstlich wirkende Optik passt nicht so gut wie bei anderen Folgen der Reihe. Die Farm von Bradley und Jennifer im Hintergrund, dazu die thematisierten Zäune und Daniels Schuh im Zentrum - die Auswahl des Motivs ist stimmig geraten. Und auch die scheinbar zerbrechende Glasscheibe, die auf dem Himmel angedeutet wird, ist gut umgesetzt und gibt einen kleinen Hinweis auf die Auflösung.

Fazit: Die Auflösung dieser Episode dominiert die Geschichte und drückt ihr auch rückblickend stark ihren Stempel auf. Und da die Idee dahinter zwar gut ist, aber für meinen Geschmack allzu simpel aufgebaut ist, konnte mich die Handlung trotz einiger stimmungsvoller Momente zuvor nicht so recht überzeugen. Schade, da hätte man mehr draus machen können.

VÖ: 6. März 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620955


Midnight Tales - 3. Futterneid



Im Jahr 2099 ist die Erde von Atomkriegen verseucht, sodass Anbauflächen für Nahrungsmittel knapp sind und Lebensmittel rar sind. Max muss dabei ebenso wie alle hart für seine Nahrungsrationen arbeiten, da er seine erkrankte Mutter mitversorgen muss. Als er ohne zusätzliche Rationen nach Hause kommt, verlangt seine Frau Eve, dass er sich bei seinem Chef Spade durchsetzt und die versprochene Zusatzration erhält...

Die ersten drei Episoden der neuen Hörspielreihe "Midnight Tales: Angst um Mitternacht" zeigen schon eine beachtliche Bandbreite an verschiedenen Themen und Stimmungen. Nach einem modernisierten Klassiker und einer überraschenden Mystery-Story wird in der dritten Folge "Futterneid" eine dystopische Zukunftsvision gezeigt. Von dem Gedanken der Knappheit an Nahrungsmitteln wurde am Beispiel der kleinen Familie und ihrer Umgebung eine sehr nahbare und packende Geschichte geschaffen, die zunächst den völlig veränderten Alltag, die neue Gesellschaftsstruktur mit ihren neuen Regeln zeigt. Max und Eve kämpfen täglich um ihr Überleben, können sich mal gerade so über Wasser halten, müssen dann wieder Hoffen und Bangen, haben aber auch mal unerwartetes Glück. Schnell habe ich mich in dieser neuen Welt zurechtgefunden, da fast ausschließlich Max und Eve in ihrem Leben begleitet werden. Auch die eingebauten Zeitsprünge, die durch kleine Erzähltexte von Max eingeleitet werden, sorgen nicht für Verwirrung, sondern für mehr Dynamik. Immer wieder werden neue Gedanken mit eingebracht, was ermöglicht, das Thema der rationierten Nahrung aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. So konzentriert sich die Folge auch eher auf einzelne Momentaufnahmen denn auf eine fortlaufende Handlung, was eine ungewöhnliche, aber gelungene Art von Spannung erzeugt. Das Ende ist dann recht dramatisch geraten und führt den Hörer auf falsche Fährten, die neuen Ereignisse führen zu einem anderen Schluss, als man es erwartet hätte.

In der Hauptrolle des Max ist Uve Teschner zu hören, der die Dramatik und die Düsternis der Szenerie gekonnt Ausdruck verleiht und gleichzeitig den Mut und den Lebenswillen des Mannes glaubhaft darbietet, was mir sehr gefallen hat. Viel Energie legt Katja Liebing als Eve in ihre Stimme, sowohl die energischen Forderungen an ihren Mann als auch die Freude über zusätzliches Essen oder die zärtlichen Bekundungen - das wirkt alles sehr stimmig und passt gut in die Szenerie. Michael Pans ausdrucksstarke Stimme ist als Dylan wunderbar platziert, er sorgt für eine gewisse Härte, gerade aber auch in leiseren Momenten für einen großen Gruselfaktor. Auch wenn er eher eine Nebenfigur ist, beeindruckt er so sehr, dass er das Hörspiel entscheidend prägt. Weitere Sprecher sind Liane Rudolph, Tobias Brecklinghaus und Bastian Sierich.

Die düstere Stimmung der Episode spiegelt sich auch in der akustischen Gestaltung wider, die Musik klingt bedrückend und melancholisch, wird aber auch mal durch ein unheilvolles Knarzen begleitet. Die Dialoge sind mal von weiteren Melodien, oft aber auch von passenden Hintergrundgeräuschen begleitet. Das wirkt alles sehr dicht und atmosphärisch, hier ist schon eine deutliche Steigerung der vorigen Episoden zu bemerken.

Auch zu diesem digitalen Hörspiel gibt es ein Cover, das mit seinem ungewöhnlichen Look ansehnlich geraten ist, der etwas künstliche Look passt gut zu dem futuristischen Thema. Die drei schattenhaften Menschen mit den leuchtenden Augen, die angedeutete Nahrung in den Händen des mittleren Mannes, die zerstörte Stadt mit dem grünlichen Schimmer im Hintergrund - das passt gut zusammen und trifft die Stimmung des Hörspiels sehr gut.

Fazit: "Futterneid" ist mit der dystopischen Stimmung ausdrucksstark geraten und entführt den Hörer in eine düstere Welt, deren Bedrohung nicht greifbar, aber immer sehr präsent geraten ist. Die dabei eingebauten Ideen haben mir sehr gut gefallen und werden kurzweilig dargeboten, zumal sämtliche Charaktere prägnant eingebaut wurden. Eine sehr starke Episode der noch jungen Serie, die wieder eine ganz neue Facette einbringt.

VÖ: 6. März 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620948


Midnight Tales - 2. Das Loch in den Dielen



James Wallace will gemeinsam mit seiner Frau seinen alten Freund besuchen, den leicht wunderlichen Professor Ezra Jennings. Doch bei ihrer Ankunft finden sie sein abgelegenes Landhaus verlassen vor. Nur einige geheimnisvolle Andeutungen hat der Professor hinterlassen. James will das Rätsel seines Verschwindens lösen, doch erst am nächsten Tag findet er einen entscheidenden Hinweis, der ihn in Erstaunen versetzt...

"Midnight Tales", die neue Hörspielreihe von Contendo Media, ist ausschließlich digital erhältlich, dafür gibt es dann auch gleich zahlreiche Folgen zum Start der Serie zu hören. "Das Loch in den Dielen" ist die Nummer zwei der Serie und basiert im Gegensatz zum direkten Vorgänger nicht auf der Vorlage eines anderen Autoren, sondern wurde exklusiv für die Serie geschrieben. Der Verlauf konzentriert sich in erster Linie auf die Gespräche von James Wallace und seiner Frau im Haus des Professors. Die Dialoge sind stimmig, zumal man immer mehr Facetten des Rätsels um sein Verschwinden geliefert bekommt. Anfangs wirkt die Szenerie noch eher ruhig, wird aber im Laufe der Zeit immer bedrohlicher und prägnanter. Dabei sind deutliche Anleihen an die Ideen von Jules Verne zu spüren, die hier aber eine sehr eigenständige Wirkung entfalten. Das Finale stellt dann alles bisher gehörte durch eine überraschende Wendung auf den Kopf, was einen völlig neuen Blick auf die bisherigen Ereignisse wirft und den Bogen zum düster umgesetzten Intro schlägt. Falls man gewillt ist, daraufhin noch einmal der Geschichte zu lauschen, um mit dem neuen Wissen alles noch einmal Revue passieren zu lassen, ist das nicht sehr zeitaufwendig, die Episode läuft gerade einmal 36 Minuten inklusive der Credits am Ende der Episode. Hörenswert ist die Folge wegen der knackig erzählten Handlung und vielen gelungenen Ideen dennoch.

In der Hauptrolle des James Wallace ist Sascha von Zimbelly zu hören, der neben vielen Dialogen auch das Intro und einige Erzähltexte übernimmt. Dabei spricht er bedacht, ausdrucksstark und sehr sicher, was einen lebendigen Eindruck der Figur vermittelt und den Spannungsbogen der Handlung gekonnt nachzeichnet. Seine Frau Anna bekommt ihre Stimme von Simone Röbern geliehen, die manchmal etwas stockend wirkt, die jeweilige Gefühlslage ihres Charakters glaubhaft vermitteln kann. Andreas Wilken ist kurz als Ezra Jennings zu hören, seine tiefe, raue Stimme passt wunderbar zu seiner Rolle, sein kurzer Auftritt ist so gelungen umgesetzt. Weitere Sprecher sind Santiago Ziesmer, Andre Beyer und Peter Flechtner.

Die akustische Umsetzung der Geschichte ist dezent gehalten, die Dialoge stehen durchweg im Vordergrund. Dennoch sind durchgängig akustische Begleiter vorhanden, mal als Klangkulisse, beispielsweise dem Zwitschern von Vögeln, mal mit Musik, die dank klassischer Instrumente stimmungsvoll geraten ist. Das passt alles gut zusammen und ist treffend aufeinander abgestimmt.

Obwohl die Serie aktuell ausschließlich digital erscheint, ist ein Coverbild entstanden. Der bereits von der ersten Folge bekannte Schriftzug wird natürlich auch hier verwendet, während das titelgebende Loch in den Dielen das eigentliche Motiv ist und schlicht, aber passend umgesetzt ist. Die recht künstliche Optik ist zwar nicht ganz mein Fall, aber das ist wohl eher Geschmackssache.

Fazit: Die Geschichte ist knackig erzählt und bietet eine gelungene Mischung aus einigen Mystery-Elementen und einer bedrohlich wirkenden Szenerie, die durch den äußerst gelungenen Twist am Ende eine sehr eigene und spannende Wirkung entfaltet. Die kurze Laufzeit ist dabei eher positiv zu werten, da die Geschichte so auf den Punkt gebracht wurde. Schön, dass gleich zu Beginn eine so starke Folge entstanden ist.

VÖ: 06. März 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620931


Midnight Tales - 1. Eiskalt



Nachdem der Clubbesitzer Simon Strong unter merkwürdigen Umständen verstorben ist und in seiner eiskalten Wohnung tot aufgefunden wird, scheint die junge Amber Sorensen als einzige Zeugin infrage zu kommen. Denn sie hat der ehemalige Rockstar als einzige Person an sich herangelassen. Doch das Verhör mit den beiden Detectives offenbart einige ungewöhnliche Details seines Lebens...

Mit "Midnight Tales" hat Contendo Media eine neue Hörspielreihe produziert, die aus voneinander unabhängigen Geschichten basiert, sodass sich der Hörer auf immer neue Szenarien und Charaktere einstellen kann. Die erste Episode mit dem Titel "Eiskalt" birgt eine echte Überraschung, hat das Team der Produktion sich doch einen Klassiker von H.P. Lovecraft vorgenommen und in die heutige Zeit präsentiert: "Kalte Luft". Das Szenario schimmert allerdings nur noch leicht durch die Neuinterpretation, sehr viele Details wurden hier verändert und angepasst, vor allem die Charaktere haben eine andere Wirkung, der Verlauf nimmt andere Züge an, auch einige Hintergründe wurden an die heutige Zeit angepasst. Das Grundgerüst für die Folge bildet das Verhör von Amber, die sich mit dem Verstorbenen trotz des großen Altersunterschiedes angefreundet hat. Durch zahlreiche Rückblenden auf ihre sich entwickelnde Beziehung zueinander wird der starre Verlauf deutlich aufgelockert, in diesen Dialogen lernt man dann auch Simon mit seinen speziellen Bedürfnissen kennen. Diese Wechsel bringen Dynamik mit ein und erlauben, die Geschichte aus mehreren Perspektiven zu betrachten. Dabei gibt es auch nur wenige wirkliche Entwicklungen, es ist vielmehr die Erkundung der Situation und das Rätsel um die Hintergründe. Zwar werden diese am Ende etwas zu schnell dargeboten, da wäre noch mehr Atmosphäre drin gewesen. Mir gefällt jedoch der frische Eindruck des Hörspiels, sodass trotz kleiner Stolpersteine eine knackig erzählte Geschichte entstanden ist.

Rieke Werner ist als Amber Sorensen zu hören und bringt die aufgekratzte und vorlaute Art des Mädchens mit viel Energie herüber, hat aber stellenweise Probleme, die aufgesetzt wirkenden Dialoge authentisch herüberzubringen. Insgesamt macht sie ihre Sache aber schon gut. Als Simon Strong ist Martin Kessler zu hören, der sehr ausdrucksstark spricht und die Anstrengung des Einsiedlers überzeugend, aber auch den sarkastischen, zurückhaltenden Witz der Figur bringt er sehr gut zur Geltung. Thomas Balou Martin ist als Detective Upton wunderbar grantig, abweisend und hörbar genervt von seiner jugendlichen Gesprächspartnerin, das Raue und Tiefe in seiner Stimme passt sehr gut dazu. Weitere Sprecher sind Eva Thärichen, Dietmar Wunder und Johannes Berenz.

Die akustische Gestaltung wirkt modern, wobei sowohl Musik als auch Hintergrundgeräusche passend eingebaut sind. Die Bewegung von Maschinen und der stetige Luftstrom in Simons Belüftung, das Poltern von Stühlen, aber auch kurze Melodien, die die Stimmungen aufgreifen. Bei den vielen Wechseln zwischen den beiden Erzählebenen ist ein technisches Geräusch zu hören, was das Verständnis erleichtert, aber auch schnell etwas nervend wirkt. Eine solide Umsetzung, die jedoch sehr plakativ wirkt und kaum Subtilität zulässt.

Das Cover zu dieser ersten Episode hat durch den computergenerierten Look eine kühle Wirkung - und das gleich im zweifachen Sinn. Denn auch die Eiszapfen, die von einer Gitarre herunter ragen, passen gepaart mit dem eisblauen Hintergrund gut zu der Handlung. Der hübsche Schriftzug mit den an Blitze erinnernden Verästelungen ist dazu eher dezent, aber durchaus ansehnlich geraten und passt mit der weißen Farbe gut zum Farbkonzept des Titelbilds.

Fazit: „Angst um Mitternacht“, wie der Untertitel der Episode heißt, bekommt man in dieser ersten Episode vielleicht nicht, dazu ist der Gruselfaktor nicht groß genug. Doch die Erzählweise auf den beiden Ebenen sorgt für Dynamik, der Transport in die heutige Zeit ist gelungen, zumal viele neue und veränderte Elemente auch für Überraschungen sorgen, wenn man die eigentliche Geschichte schon kennt. Ein sehr solider Start in die neue Serie!

VÖ: 06. März 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-092-4

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