Der Todeskünstler – 1. Bis zum Hals



Das Leben von Smoky Barret läuft gerade in ruhigere Bahnen. Mit ihrer Adoptivtochter Bonnie will sie sich gerade von einigen Dingen ihrer ermordeten Familie verabschieden, als sie zu einem neuen Einsatz gerufen wird. Denn ein Teenager, der gerade scheinbar seine ganze Familie getötet hat, will ausdrücklich nur mit ihr sprechen. Smoky macht sich auf zu dem Tatort, der sogar ihr eigenes Vorstellungsvermögen übersteigt...

Nachdem der erste Roman von Cody Mcfayden bereits als vierteiliges Hörspiels bei Lübbe Audio als Hörspielvertonung erschienen ist, geht es nun auch mit dem Nachfolgeroman „Der Todeskünstler“ im gleichen Stil weiter. Wieder sind alle vier Teile auf einen Schwung erschienen, sodass man nicht auf eine Fortsetzung warten muss. Durch die ausführliche Umsetzung kann die Handlung auch wieder auf deutlich mehr Feinheiten eingehen und eine Dynamik erzeugen, die sowohl der Buchvorlage gerecht wird, als auch dem Medium Hörspiel gut angepasst wurde. So erfährt der Hörer erst einmal vom Privatleben der toughen Ermittlerin, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben steht, gerade als sie unversehens in einen neuen Fall gerät. Dieser erste Teil „Bis zum Hals“ widmet sich recht ausführlich der Tötung der kleinen Familie, der Begutachtung des Tatortes, den vielen kleinen Hinweisen und daraus resultierenden Rückschlüssen. Die Szenerie ist überraschend ruhig, deswegen aber nicht minder intensiv. Das liegt einerseits an der Wucht der Tat, den grausamen Details, aber auch den Druck auf Sarah und den eingebauten Psychospielen. Man braucht einerseits einen starken Magen, andererseits aber auch viel Aufmerksamkeit, um die vielen Feinheiten zu erfassen - insbesondere da die vielen Puzzlestücke des grausamen Mordes noch keinen rechten Sinn ergeben. Dass dabei auch eine sehr reale Szenerie gezeichnet wird und die Charaktere sehr stimmig umgesetzt wurden, zeichnet die Umsetzung weiter aus. Der Start des neuen Thrillers ist sehr treffen geraten, fesselt mit seiner intensiven Stimmung und macht neugierig auf den weiteren Verlauf.

Katy Karrenbauer ist wie bereits in „Die Blutlinie“ in der Rolle der Smoky Barret zu hören, ihre raue Stimme passt sehr gut zu der außergewöhnlichen Frau. Doch auch ihre glaubhafte, spontan wirkende Sprechweise sorgt dafür, dass die Figur sehr gut zur Geltung kommt. Die junge Sarah wird von Elise Eikermann gesprochen, die mit überspannter, sehr ausdrucksstarker Sprechweise ihre kurze Szene nachhaltig zur Geltung bringt und dabei einen sehr treffenden Eindruck hinterlässt. Auch Kerstin Draeger hat mir als Callie Thorne sehr gut gefallen, seine ruhige und klare Stimme passt sehr gut in die düstere Szenerie der Handlung und sorgt für gelungene Momente. Weitere Sprecher sind Douglas Welbat, Isabella Grothe und Michael Bideller.

Die akustische Umsetzung der Episode ist reichhaltig geraten. Besonders die Musik ist mit vielen unterschiedlichen Stilistiken umgesetzt, sodass gut auf die Stimmungen der Handlung eingegangen wird. Manchmal ist das aber schon fast zu viel des Guten. Denn dadurch werden auch einige durchaus intime Momente zerstört. Die Geräusche fügen sich sehr stimmig in die Handlung ein und schaffen glaubhafte Atmosphären.

Auch das Cover orientiert sich an der Gestaltung der ersten Staffel, weder ist das Foto von Katy Karrenbauer mit den Narben und dem Dienstausweis ihrer Rolle zu sehen. Daneben ist ein ebenso blutiges und prägnantes wie austauschbares Motiv zu sehen, dieses Mal ein blutiges Beil. Die restliche Aufmachung ist auch hier wieder sehr schlicht gehalten.

Fazit: „Der Todeskünstler“ startet in dieser Folge recht ruhig mit einem Blick auf das Privatleben von Smoky Barrett, stellt aber schon bald wieder einen brutalen Fall um einen Psychokiller in den Mittelpunkt. Das ist der sehr intensiv geraten und wird schon hier mit vielen Details ausgeschmückt, die neugierig auf die weitere Handlung machen. Die stimmige Umsetzung und die engagierten Sprecher tragen ebenso zum Erfolg der Produktion bei.

VÖ: 31. Mai 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757505

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