Irene Adler – 10. Falsches Spiel

Irene Adler – 9. Tunguska

Irene Adler – 8. Sog des Verbrechens

Irene Adler – 7. Tödliche Riffe

Irene Adler – 6. Licht und Schatten

Irene Adler – 5. Schlag auf Schlag

Irene Adler – 4. Sankt Petersburg Express

Irene Adler – 3. Blutige Kanäle

Irene Adler – 2. Gefahr im Prater

Irene Adler – 1. Tod im Oberhaus


Irene Adler – 10. Falsches Spiel



Vom hochrangigen kanadischen Militärs Michael Findley wird Irene Adler über ihren neuen Fall unterrichtet: Aus dem Haus des Gouverneurs wird eine wertvolle Tiara gestohlen, die eigens zur Hochzeit der Tochter des Hauses mit einem angesehenen Adeligen angefertigt wurde. Um diplomatische Verwicklungen zu vermeiden, soll undercover und ohne die Einschaltung der offiziellen Behörden ermittelt werden. Doch ganz spurenlos gehen Irenes Recherchen natürlich nicht vonstatten…

Das erste kleine Jubiläum – die zehnte eigenständige Hörspielepisode – feiert „Irene Adler“ mit „Falsches Spiel“, wobei zunächst auf den „Zirkel der Sieben“ eingegangen wird und Theodora Sachs als Erzfeindin der Hauptfigur einen weiteren markanten Auftritt hat. Das geschieht zunächst losgelöst von der Handlung dieser Episode, wobei der Hörer dies natürlich im Hinterkopf behält und auf den Zusammenhang mit Irenes Ermittlungen gespannt ist. Diese wirken zunächst sehr klassisch und wie durch eine Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle inspiriert: Eine Erpressung in Adelskreisen von internationaler Tragweite, dazu viele Ungereimtheiten um den scheinbar unmöglichen Diebstahl und eine genaue Inspektion des Tatorts. Die Ermittlungen danach sind sehr interessant aufgebaut und stellen den Hörer ebenso wie die Ermittler vor immer neue Fragestellungen, sodass ein kurzweiliger Eindruck entsteht. Doch später kommt dann doch noch der Schwenk weg vom reinen Krimihörspiel hin zu mehr Abenteuer und Action und eben die Rahmenhandlung der Serie. Da auch hier noch viele Überraschungen auftauchen und eine dynamische Wirkung erzeugt wird, kann auch dieser Abschnitt der Episode sehr überzeugend, sodass mir „Falsches Spiel“ wieder mal gut gefallen hat.

Joachim Tennstedt ist in der Rolle des Albert IV. Earl of Grey zu hören, den er mit seiner markanten Stimme sehr überzeugend ausführt und viele gelungene Facetten einbaut, sodass eine lebendige und präsente Figur entstanden ist. Tobias Kluckert spricht die Rolle des Michael FIndley sehr souverän und gradlinig, wobei er die nüchterne und doch freundliche Art des Militärs sehr gut trifft. In der Rolle des Mercredi ist Helmut Gauß zu hören, der sich sehr gut an die vorherrschende Szenerie anpasst und ihr eine eingängige Ausstrahlung verleiht. Weitere Sprecher sind Sebastian Fitzner, Torsten Münchow und Matti Klemm.

Die Dynamik der Handlung wird durch die akustische Umsetzung gelungen unterstützt. Viele Dialoge kommen ohne Melodien im Hintergrund und nur wenigen zusätzlichen Geräuschen aus, sodass der Fokus vollkommen auf den Sprechern liegt. Es gibt allerdings auch passende Musikstücke während der Szenenwechsel oder später in dramatischeren Momenten, ebenso wie die Geräuschkulisse treffend umgesetzt ist.

Das Diadem, welches den Ausgangspunkt dieses Abenteuers darstellt, ist auf dem Titelbild dargestellt, wobei die Lichtreflexionen auf dem strahlenden Diamantbesatz besonders gut gelungen sind. Wie immer ist die Farbgebung durch ein dunkles Grün dominiert, wie immer ist auch die restliche Gestaltung zwar eher schlicht, aber mit allen wichtigen Produktionsinformationen versehen.

Fazit: „Falsches Spiel“ ist nicht nur überzeugend produziert, sondern auch spannend und dynamisch erzählt. Was zunächst noch wie ein klassischer Krimi wirkt, bekommt nach einiger Zeit eine gelungene Wendung hin zu einem weiteren finsteren Plan des Zirkels der Sieben. Die Figuren sind dabei vielleicht nicht ganz so markant wie sonst, hörenswert ist das Ganze dennoch geraten.

VÖ: 23. Juli 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823641


Irene Adler – 9. Tunguska



Nachdem Theodora Sachs bei dem Grafen Dracula in Ungnade gefallen ist, ist sie umso gewillter, ihre Fähigkeiten zu beweisen. Und so nimmt die den Auftrag von Robur sofort an, um eine Mission in Sibirien zu erfüllen und ein seltenes Metall zu besorgen, das mit einem bislang unentdeckten Meteoriten dort einschlagen wird. Auch Irene Adler wird von Mycroft Holmes in die unwirtliche Gegend geschickt, ahnt jedoch nicht, dass der Zirkel der Sieben ihnen einen Schritt voraus ist…

Auch wenn „Irene Adler“, eine Serie aus dem Universum des „Zirkel der Sieben“, einen roten Faden besitzt, der sich durch die verschiedenen Episoden zieht, hat jede Folge einen eigenen Schwerpunkt mit einer individuellen Thematik. Und so kann man auch die neunte Episode „Tunguska“ eigenständig hören, die Einleitung um Theodora Sachs und Dracula spielt aber kurz auf die vorigen Ereignisse an. Der Einstieg gefällt mir gerade deswegen gut und bringt gleich eine aufregende Stimmung mit sich, die düstere Verbrechensorganisation wird dabei noch weiter beleuchtet. Doch auch der kurz thematisierte Aufbruch von Irene Adler und ihre Ankunft in Sibirien sind schnell und kurzweilig erzählt, sodass auch anfangs kein Leerlauf entsteht. Die Handlung entwickelt sich auch danach zügig, aber nicht überhastet weiter und bietet einige Wendungen und Überraschungen. Die Idee mit dem Meteoriten bringt eine mystische Aura und eine bedrohliche Szenerie mit, die eingebauten Kämpfe bringen Dynamik und aufregende Momente mit ein. Das ist alles gut zusammengestellt und setzt den positiven Eindruck der Serie fort, zumal auch das Finale wieder aufregend erzählt wurde und Lust auf die kommenden Entwicklungen der Figuren macht.

Die sehr gute Leistung von Yvonne Greitzke als Irene Adler möchte ich hier noch einmal hervorheben, da sie erneut eine sehr lebendige, ausdrucksstarke Sprechweise anbietet und den scharfzüngigen Witz der Agentin sehr gekonnt aufgreift. Matti Klemm ist in der Rolle des Mister Killjoy zu hören und punktet mit facettenreichen Auftritten und eingängiger Betonung, sodass eine markante Figur entsteht, die in ihren Szenen hervorsticht. Kim Kasper spricht die Rolle des Iordanow, auch er passt sich gut an die verschiedenen Szenerien an und gestaltet diese lebendig. Weitere Sprecher sind Tammo Kaulbarsch, Werner Wilkening und Janis Zaurins.

Akustisch wird die jeweilige Szenerie gekonnt unterstrichen, sodass die ruhigen Gespräche ebenso überzeugend umgesetzt werden wie aufregende Actionszenen oder dramatische, entscheidende Momente, aber auch der Witz der Figuren wird unterstrichen. Dabei sind viele Geräusche im Einsatz, aber auch zahlreiche Melodien sorgen für eine passende Stimmung – mal locker und heiter, mal aufregend und opulent, was die Dynamik der Episode nachzeichnet.

Ein riesiger Krater ist auf dem Cover in der typisch grünlichen Einfärbung der Serie auf dem Titelbild abgebildet, spielt dabei aber auch mit Rot- und Brauntönen und einem (mittlerweile fast ebenso typischen) unruhigen Himmel, was ein ansehnliches Covermotiv ergibt. Auf der Rückseite kann man bereits einen Blick auf die teilnehmenden Sprecher erhaschen, während im Inneren keine zusätzlichen Informationen vorhanden sind.

Fazit: „Tunguska“ bietet mit der sibirischen Szenerie eine eigenständige Stimmung, die Handlung ist kurzweilig und spannend. Verziert wird wie immer mit treffendem Humor und markanten Figuren, die wieder gut zur Geltung kommen. Schön auch, dass der Fokus natürlich auf den Abenteuern von Irene Adler liegt, ihre Gegenspieler aber ebenso ihren festen Platz in der Handlung haben und für einige gelungene Szenen sorgen.

VÖ: 23. April 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823634


Irene Adler – 8. Sog des Verbrechens



Nachdem Frankenstein sich einen riesigen Magneten beschafft hat, um Schiffe von ihrem Kurs abzubringen und damit reiche Beute zu machen, hat er auch Irene Adler und Phileas Fogg in eine Falle gelockt. Die Sonderermittlerin der Krone steht nun vor der schwierigen Entscheidung, entweder sich und Fogg zu retten oder eine riesige Katastrophe heraufzubeschwören, bei der zahlreiche Menschen ums Leben kommen würden. Doch dann kommt ihr ein Geistesblitz…

Nachdem die vorige Episode von „Irene Adler“ mitten in einem fiesen Cliffhanger endete, wird der Hörer hier schnell wieder in die Szenerie um die gefangene Sonderermittlerin und ihren neuen Verbündeten Phileas Fogg hineingeworfen – und das ohne vorige Erklärungen, sodass man die Ereignisse noch gut auf dem Schirm haben sollte, um die diabolische Falle verstehen zu können, aber auch um die Situation der anderen Agenten zu verstehen. Dieser direkte Anschluss sorgt aber auch von Anfang an für eine sehr dramatische und packende Szenerie, sodass der Druck auf die Charaktere direkt sehr hoch ist. Die ersten Szenen sind direkt sehr heftig und sorgen mit Verlusten auf Seiten der Guten für Aufsehen, aber auch danach wird die Geschichte mit vielen dynamischen Szenen und packenden Momenten fortgesetzt. Und wieder gibt es viel Flair um den Zirkel der Sieben, die mit neuen teuflischen Plänen für Aufsehen sorgen, ebenso wird die Verbindung zur Schwesterserie um Phileas Fogg vertieft. Mir gefällt, wie die Agentenszenerie weiter ausgebaut wird und actionreiche, aber auch überraschende Momente voller Abenteuer bietet. Durch die verschiedenen Szenarien mit immer neuen Voraussetzungen ist eine sehr lebendige Handlung entstanden, die von Anfang bis Ende sehr druckvoll erzählt wurde. Die Serie steigert sich hier noch einmal in Sachen Ausdruck und Dramatik, sodass eine sehr einprägsame Episode gelungen ist.

Yvonne Greitzke zeigt als Irene Adler noch einmal eine andere Seite von sich, klingt dann hart, unnachgiebig und voller Wut, bringt aber auch die humorvoll-bissige Agentin gekonnt herüber und sorgt mit ihrem ganz eigenen Charme für viele gelungene Momente – sehr überzeugend. Auch Gabrielle Pietermann ist als Theodora Sachs sehr gut besetzt und sorgt mit markantem Auftreten besonders in dramatischen Momenten für eine intensive Szenerie, was den Hörer völlig in die Handlung hereinzieht. Peter Kirchberger hat als Dr. Jacob Mahler ebenfalls einen gelungenen Auftritt und passt sich der dramatischen Szenerie gekonnt an. Weitere Sprecher sind Marc Schülert, Kevin Kasper und Romanus Fuhrmann.

Bei der dramatischen Szenerie der Episode wurde auch die akustische Umsetzung dementsprechend angepasst und präsentiert viele dramatische Melodien, die die jeweilige Szenerie unterstreichen du zu noch mehr Wirkung verhelfen. Doch auch die Geräuschkulisse ist überzeugend – nicht nur wegen vieler Geräusche, die Kämpfe oder Handlungen der Figuren illustrieren, sondern beispielsweise auch mit dem Brummen von Generatoren im Hintergrund.

Ein riesiges Dampfer-Schiff, welches dem Betrachter nicht unbekannt vorkommen dürfte, ist auf dem Titelbild zu sehen. In die grünliche Atmosphäre getaucht, die auch die vorigen Titelbilder geprägt hat, ergibt das mit der weiten See und dem wolkenverhangenen Himmel ein sehr ansehnliches Titelbild. Im Inneren geht es eher schlicht zu, weitere Informationen sind nicht zu finden, und wie immer ist auch auf der Rückseite bereits die Sprecherübersicht zu sehen.

Fazit: „Sog des Verbrechens“ startet mit einer packenden und dramatischen Szenerie und lässt im Laufe der 74 Minuten Laufzeit dabei kaum nach – selbst kürzere ruhigere Momente werden bald mit neuen Ereignissen und dramatischen Wendungen zu packenden Szenen. Das Zusammenspiel der Charaktere und der kurzweiluge und packende Verlauf sorgen für eine sehr hörenswerte Episode, die ich für die bisher beste der Serie halte.

VÖ: 12. Februar 2021
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823481


Irene Adler – 7. Tödliche Riffe



Irene Adler bekommt erneut Besuch von Mycroft Holmes, der in einer dringlichen Angelegenheit ihre Unterstützung benötigt. Denn Chester Brixen, ein Seemann auf einem kürzlich nach Reykjavik in ein Unglück verwickelten Dampfschiff, berichtet von einem starken Strom, der sogar das Ruder beschädigt hat. Die Opernsängerin soll die merkwürdigen Umstände untersuchen und trifft dabei auf einige alte Bekannte – und nicht jeder davon ist ihr in guter Erinnerung geblieben…

In der siebten Episode hat sich die Abenteuer-Mystery-Serie „Irene Adler“ von Maritim schon ihren eigenen Ausdruck entwickelt und spielt nun mit den gesetzten Parametern, sorgt dabei aber auch für einige neue Elemente. So ist in der siebten Folgen „Tödliche Riffe“ deutlicher als sonst ein roter Faden durch die Serie zu erkennen – nicht nur, weil einige Charaktere erneut auftauchen und die Bezüge zu den übrigen Serien um den „Zirkel der Sieben“ noch stärker in den Fokus gerückt werden, sondern auch weil eigenständige Geheimnisse aus den vorigen Folgen übernommen und vertieft werden. Das gefällt mir gut, weil die Episode dennoch ein eigenständiges Abenteuer erzählt. Nach einer spannenden Intoszene um das Schiffsunglück ist der Auftrag von Mycroft Holmes an die titelgebende Agentin wohl eine Spur zu lang geraten – die Informationsdichte ist nicht so hoch, der Dialog nicht so ausdrucksstark, dass der Dialog durchgängig unterhalten kann. Das wird später glücklicherweise besser gelöst, denn die Reise auf die Inseln in der Nordsee ist wendungsreich gelungen und beinhaltet viele markante Szenen, zumal einige weitere Hinweise auf die Hintergründe des Schiffsunglücks eingebaut sind und weitere Charaktere vorgestellt werden. Dabei geht es mal abenteuerlich, mal unheimlich und mal witzig zu, wobei besonders die spitze Zunge der Protagonistin und der eigentümliche Charme ihres Begleiters Mister Wu gelungen sind. Der Verlauf ist spannend und verdichtet sich immer weiter, zumal die Handlung zu einem Finale führt, die der Serie äußerst gut zu Gesicht steht.

Michael Pan hat als Mister Wu mal wieder einen größeren Auftritt und nutzt den eigentümlichen Charme der Figur gekonnt aus, seine unverkennbare Stimme passt wunderbar dazu und sorgt für viel Aufmerksamkeit. Tom Solo ist als Chester Brixen ebenfalls eine gute Wahl, der die Introszene lebendig und aufregend und seinen Bericht geheimnisvoll und spannend wirken lässt. Sebastian Winkler spricht die Rolle des Huntley Irving und passt sich dabei gekonnt der Szenerie der Serie an, er kanalisiert die Energie in seiner Stimme auf überzeugende Weise. Weitere Sprecher sind Dirc Simpson, Hans-Eckart Eckhardt und Ingo Abel.

Akustisch ist die Episode wieder stimmig und lebendig umgesetzt, wobei besonders die verschiedenen Szenenhintergründe für die richtige Atmosphäre sorgen. Sei es eine Zugfahrt, die Szenen auf dem oder am Meer oder die Lebendigkeit eines Gasthofes, alles ist passend untermalt. Doch auch die Musik ist treffend eingebaut uns sorgt für mehr Dynamik, was besonders in den Szenenübergängen zusätzlichen Flair mit sich bringt.

Da anfängliche Seeunglück, das die Introszene ausfüllt, ist auch auf dem Titelbild der Episode zu sehen, wieder in der grünlichen Einfärbung der vorigen Covers. Die aufgewühlte See und das sich zur Seite neigende Segelschiff sorgen dabei für einen sehr dynamischen Eindruck. Die recht lange Sprecherliste ist wie immer auf der Rückseite der Hülle abgedruckt, während das Innere des Booklets keine zusätzlichen Informationen preisgibt.

Fazit: Die Verbindung zu den anderen Hörspielserien um den „Zirkel der Sieben“ wird hier noch weiter ausgebaut, aber auch die Rahmenhandlung bekommt hier mehr Hintergrund verliehen. Gepaart mit der abenteuerlichen Reise mit vielen spannenden Momenten und überraschenden Wendungen ist aus „Tödliche Riffe“ ein unterhaltsames Hörspiel geworden, welches alleine ebenso gut funktioniert wie im Kontext des Serienuniversums.

VÖ: 27. November 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823474


Irene Adler – 6. Licht und Schatten



Der Erfinder Louis de Prince wird auf der Zugfahrt nah Paris, wo er auf der Weltausstellung einen neuartigen Filmprojektor vorstellen will, von einem Unbekannten in Ohnmacht versetzt und entführt. Mycroft Holmes will seine Agentin Irene Adler auf den Fall ansetzen und ihr Passepartout zur Seite stellen, den Diener von Phileas Fogg. Doch bereits das erste Zusammentreffen der beiden verläuft unglücklich, da Irene in einer äußerst kompromittierenden Situation angetroffen wird…

Maritim hat sich ein ganzes Serienuniversum geschaffen und spart nicht daran, mit Querverweisen, Erwähnungen und Gastauftritten kräftig die Werbetrommel für die anderen Serien zu rühren. Auch in der sechsten Episode von „Irene Adler“ tauchen neben dem ebenfalls den Geschichten Sir Arthur Conan Doyles stammenden Mycroft Holmes noch allerlei andere Figuren aus verschiedenen Serien auf – aus „Phileas Fogg“, „Auguste Dupin und Edgar Allan Poe“ und „Dracula“. Erstaunlich, dass die Folge auch ganz ohne Kenntnisse dieser Figuren funktionieren würde, die Kombination bringt aber noch weiteren Reiz mit in die Handlung ein. Zu Beginn der Serie wir zunächst in einer kurzen Introszene das Verschwinden von Louis de Prince thematisiert, danach geht es erst einmal recht lange darum, wie Irene Adler nach Frankreich kommt und zahlreiche andere Figuren in Stellung gebracht werden. Das ist zwar unterhaltsam geraten und vermittelt viel Flair, die Ermittlungen gehen dabei aber zunächst etwas zu langsam voran. Erst später wird das Tempo gesteigert und die Handlung konzentriert sich mehr auf den eigentlichen Fall, der sich als deutlich komplexer gestaltet, als man zunähst angenommen hätte. Die Wendungen, die bis dahinführen, sind kurzweilig dargeboten und werden im Verlauf der Handlung immer dramatischer, einige bedrohliche Situationen für die Charaktere und kleine Szenen um den Entführten inklusive. Dass eine Art 3D-Kino Stein des Anstoßes ist, mag im zeitlichen Kontext der Zeit zwar etwas verwunderlich sein, insgesamt ist die Szenerie aber sehr dicht und stimmig geraten.

Marius Clarén scheint die Rolle des Passepartout ja bereits in der Reihe um „Phileas Fogg“ auf den Leib geschrieben worden zu sein, auch hier bringt er den ungewöhnlichen Charme des vorlauten und engagierten Dieners sehr gut zur Geltung und lockert die Stimmung immer wieder gekonnt auf (gerne auch mit schrägem Gesang), verstärkt aber ebenso die spannenden Momente. Uwe Büschken gefällt mir in der Rolle des Arthur Holmwood ebenfalls sehr gut, er passt sehr gut in die Atmosphäre der Serie und verleiht ihm eine markante Ausstrahlung. Natürlich ist Manfred Lehmann wieder als Mycroft Holmes zu hören, besonders sein trockener Humor gefällt mir gut, sodass er trotz recht kurzen Auftritts einen überzeugenden Eindruck hinterlässt. Weitere Sprecher sind Alexander Kruse Mettin, Jörg Pintsch und Torsten Münchow.

Bei der akustischen Gestaltung wird wieder auf die aufwendige Geräusch- und Musikkulisse gesetzt, die auch die anderen Teile der Serie atmosphärisch gestaltet hat. So gibt es zahlreiche dynamische Melodien, die mit klassischen Instrumenten eingespielt wurden und sehr gut zu der vorherrschenden Stimmung passt. Viele Dialoge sind aber auch mit einem passenden Hintergrund unterlegt, sodass die Glocken von Notre Dame, Stimmgemurmel in einem belebten Café und viele weitere passende Orte vermittelt werden.

Ein Attentat auf ein historisches Gebäude ist auf dem Titelbild zu sehen, wobei die Explosion auf dem linken Gebäudeteil aus der ansonsten sehr düsteren Szenerie heraussticht. Ein gelungenes Titelbild, das zudem gut in die bisherige Covergalerie passt. Wie immer ist das Innere eher schlicht gehalten und enthält neben einer Auflistung der Mitwirkenden und etwas Werbung auch eine Übersicht über die bisherigen Episoden der Serie auf dem Raum hinter der CD.

Fazit: Eine Zusammenkunft der unterschiedlichsten Figuren aus den verschiedenen Serien um den „Zirkel der Sieben“ sorgt für einen interessanten Einstieg, auch wenn die Handlung dadurch anfangs ins Stocken gerät und erst später ein markanter Spannungsbogen aufgebaut werden kann. Die charmanten Figuren, dynamische Wendungen und eine gelungene Produktion runden die unterhaltsame Episode ab.

VÖ: 31. Oktober 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823467


Irene Adler – 5. Schlag auf Schlag



Johnny Briggs, ein Bühnenarbeiter in Covent Garden, soll eine Störung im Stromkreis beheben und begegnet dabei einer geheimnisvollen Dame, die er nicht überleben sollte. Auch wenn alles für Außenstehende wie ein Unfall aussieht, glaubt Irene Adler nicht daran und beginnt mit ihren Ermittlungen – nicht ahnend, dass sie bald mitten in einem Konflikt der beiden Erfinder George Westinghouse und Thomas Edison landen würde…

Nach einigen Außeneinsätzen von Irene Adler, auf die sie von Mycroft Holmes geschickt wurde, ermittelt sie im fünften Fall der gleichnamigen Serie im heimischen London, und zwar genau dort, wo sie auch ansonsten viel Zeit verbringt: Im Umfeld eines Theaters. Doch noch ein weiteres starkes Motiv wurde der Geschichte beigefügt, da das Opfer mit einem Stromschlag getötet wurde in die zu diesen Zeiten noch neu genutzte elektrische Energie während der gesamten Handlung eine wichtige Rolle spielt. Das ist clever gewählt und bringt nicht nur die Stimmung zu Beginn der Industrialisierung gekonnt herüber, sondern bringt dem Hörer auch einige geschichtliche Fakten näher – beispielsweise den damals noch nicht entschiedenen Konflikt zwischen der Nutzung von Gleich- und Wechselstrom. Nach einer geheimnisvollen Introszene um den Tod des Bühnenarbeiters geht es zunächst mit recht klassisch wirkenden Ermittlungsszenen weiter, die bekannten Figuren werden dabei noch ausführlicher beleuchtet und ihre Rolle in der Serie immer klarer. Später wird dann aber auch der Gegenspieler der Geschichte näher vorgestellt, was eine übernatürliche Komponente einbringt und durchaus an moderne Superschurken erinnert – ein ungewöhnliches, aber gelungenes Element, das der Serie einen interessanten Aspekt hinzufügt. Auch wenn die Handlung insgesamt etwas mehr Tempo vertragen hätte, kann „Schlag auf Schlag“ mit seinem interessanten Setting überzeugen.

Michael Pans unverkennbare Stimme nimmt hier einen noch quäkenderen Ausdruck als Mister Wu an, wobei er auch den asiatischen Akzent des Sonderermittlers mit charmanter Wirkung einsetzt und so die Lacher auf seiner Seite hat. Magdalena Höfners Auftritt ist ebenfalls wieder sehr gelungen, ihre vielseitige Stimme nimmt ganz unterschiedliche Färbungen ein und sorgt so immer wieder für einen neuen Ausdruck ihrer Figur. Sebastian Fitzner ist in einer Nebenrolle als Danny Doyle zu hören, er spricht den Obermaschinisten mit gelungenem Ausdruck und glaubhaftem Auftreten, sodass seine Szenen überzeugend wirken. Weitere Sprecher sind Tammo Kaulbarsch, Andrea Aust und Dorothea Loft.

Das Strom-Thema wird auch in der akustischen Gestaltung der Folge gelungen angewendet, so ist in manchen Dialogen ein leises Surren im Hintergrund zu hören und schlägt im passenden Moment um. Auch ansonsten wirkt alles stimmig, die ruhige und klassische Musik im Hintergrund sorgt für eine melancholische und geheimnisvolle Grundstimmung, die anderen Geräusche sorgen für einen lebendigen Ausdruck der Dialoge.

Die geheimnisvolle Fremde mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten ist auf dem Titelbild der Episode sehr gelungen dargestellt, die Collage Strommasten, elektrischen Blitzen und den übermäßig vergrößerten Händen und Gesicht der Dame wirken in der grünlichen Szenerie besonders effektvoll. Gemeinsam mit den vielen feinen Ornamenten ergibt sich so ein ansehnliches Cover, welches bestens zur Stimmung der Episode passt.

Fazit: Etwas langsam erzählt ist „Schlag auf Schlag“ zwar schon, die 67 Minuten Laufzeit hätten noch etwas mehr zusammengestaucht werden können. Doch die Kombination von Theateratmosphäre, klassischen Krimielementen und einem übernatürlichen Gegenspieler bringen viele hörenswerte Aspekte mit ein, die der Serie neue Facetten hinzufügen.

VÖ: 28. August 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823450


Irene Adler – 4. Sankt Petersburg Express



Mycroft Holmes hat für Irene Adler einen umjubelten Auftritt in einem renommierten Opernhaus in Sankt Petersburg verschafft – nicht ohne Hintergedanken. Sein Besuch in ihrer Garderobe bringt Klarheit: Die Geheimermittlerin der englischen Krone soll das Verschwinden wertvoller Goldbarren aufklären, die mit dem Zug nach London transportiert werden sollten. Doch dieser ist spurlos verschwunden, obwohl nur wenige Menschen wissen, welch kostbare Fracht transportiert wurde…

„Irene Adler“ kommt in der nach ihr benannten Krimiserie von Maritim im Umfeld des „Zirkel der Sieben“ in der Weltgeschichte viel herum – nach einem Ausflug nach Italien wurde für die vierte Episode das winterliche Russland als Schauplatz ausgewählt. Beziehungen zwischen dem russischen Zaren und der englischen Krone sowie ein damit verbundener Goldtransport sind der Aufhänger für die Episode, der Schauplatz ist über weite Teile auf den namengebenden „Sankt Petersburg Express“ beschränkt. Das führt zu einigen recht langen Dialogen, bereits die Introszene mit der Hauptfigur und Mycroft Holmes als ihr Auftraggeber ist zwar unterhaltsam, aber auch etwas zu ausführlich geraten. Auch, dass die opernsingende Detektivin einen Großteil der am Fall beteiligten Menschen in ziemlich kompakter Weise kennenlernt, wirkt ein wenig konstruiert. Im weiteren Verlauf kommen dann kürzere und spannendere, aber auch witzige Szenen auf, die das Geschehen deutlich unterhaltsamer gestalten, sodass nach etwa einer Viertelstunde mehr Tempo aufkommt. Viele kleine Details und Nebenarme sind in die Handlung eingebaut, die deswegen recht komplex geraten ist und Aufmerksamkeit vom Hörer fordert, dafür aber auch ein paar interessante Aspekte einbaut. Nicht immer wirkt die verwendete Sprache vollkommen authentisch, auch ansonsten haben sich ein paar Ungereimtheiten eingeschlichen, hörenswert ist „Sankt Petersburg Express“ dennoch.

Yvonne Greitzkes Auftritt als Irene Adler gefällt mir auch hier wieder sehr gut, sie spricht spitzzüngig und aufgeweckt, passt sich aber auch gekonnt den verschiedenen Stimmungen der Handlung an, sodass sie verschiedene Facetten der Figur einbaut. Als Musa Khan ist Gordon Piedesack zu hören, dessen Stimme sehr gut in das Ambiente der Episode passt und standfest wie immer klingt, sodass ein weiterer vielschichtiger Charakter entsteht. Wilhelm Gödecke wird von Torsten Michaelis gesprochen, der ebenfalls viel Energie mit einbringt und in seinen Szenen viel Eindruck hinterlässt. Weitere Sprecher sind Marcel Colle, Tetje Mierendorf und Eckart Dux.

Akustisch wird wieder eine dichte und geheimnisvolle Stimmung geschaffen, die mit vielen orchestralen Melodien und sehr gut auf die Dialoge abgestimmte Geräusche erzeugt wird. Mir gefällt die Dynamik, die dadurch erzeugt wird, sodass die verschiedenen Szenerien lebendig wirken. Allerdings hätte durchaus mehr russisches Flair eingebaut werden können, auf den Schauplatz wird nicht sonderlich eingegangen.

Auch dieses Titelbild ist in den typischen grünen Farben der anderen Titelbilder gehalten, das Motiv an sich zeigt den titelgebenden Sankt Petersburg Express in einer winterlichen Landschaft. Sehr gut gefällt mir, wie die viktorianische Dampflokomotive viel Stimmung der Zeit verbreitet. Die restliche Gestaltung ist – wie immer bei dem Label – schlicht gehalten, wobei die Sprecher der Episode erneut auf der Rückseite der Hülle zu finden sind.

Fazit: Die Reduktion auf nur wenige Schauplätze sorgt für einige Szenen, die etwas zu lang geraten sind, die Spannung ist durch das interessante Setting und ein wenig Hintergrundwissen über das russische Zarenreich zu Zeiten der angehenden Industrialisierung dennoch gegeben. Interessante Figuren und ein paar gelungene Wendungen sorgen für zusätzliche Stimmung, die stärkste Episode der Serie ist hier aber nicht entstanden.

VÖ: 15. Februar 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823290


Irene Adler – 3. Blutige Kanäle



Don Francese vermisst seinen Sohn Stephano - dieses Mal geht er jedoch nicht von einer weiteren Affäre mit einer verheirateten Frau aus, sondern davon, dass Stephano bei der Suche nach einem geheimnisvollen Schatz der Dogen verschwunden ist. Und so beauftragt er die ehemalige Opernsängerin Irene Adler, seinen Sohn ausfindig zu machen. Diese ahnt schon bald, dass mehr hinter dem Fall steckt – und ihr Auftraggeber nicht die ganze Wahrheit sagt…

Von Anfang an war die neue Krimi- und Mystery-Serie „Irene Adler“ als Teil eines Serienuniversums geplant, sodass es wenig überrascht, dass auch die dritte Episode noch mit einem Charakter aufwartet, der aus einer anderen Serie bekannt ist: Mycroft Holmes gibt sich hier die Ehre und koordiniert den neuen Fall für die mutige Detektivin, die Ermittlungen übernimmt Irene Adler dann aber größtenteils auf eigene Faust. Zunächst bekommt der Hörer nach einem witzigen Einstand die Rahmenbedingungen des Falles kennen, erfährt gemeinsam mit Irene Adler von Don Francese über das Verschwinden seines Sohnes, kann sich einen ersten Eindruck von den Charakteren machen. Die Szenen danach sind recht stark voneinander abgetrennt, Irene wird in verschiedenen Situationen und Gesprächen begleitet, die allesamt ein neues Puzzlestück zum Gesamtbild hinzufügen. Während manche davon sehr gruselig und bedrohlich wirken oder mit einer guten Portion Action für Aufregung sorgen, gibt es auch einige längere Gespräche, bei denen die Spannung aber an einigen Stellen abreißt und ein wenig Leerlauf entstehen lassen. Im Laufe der Zeit verhärten sich die Zweifel an der Redlichkeit ihrer Auftraggeber immer mehr, was dann in einer cleveren, gut erzählten Szene aufgelöst wird. Die eingebauten Überraschungen und Zusammenhänge wirken durchdacht und stimmig, sodass eine hörenswerte Episode der Reihe entstanden ist.

Hans-Jürgen Dittberner ist in der Rolle des Don Francese zu hören und kann den herrischen, abweisend wirkenden Mann sehr präzise sprechen und dabei eine glaubhafte Aura um den Mann schaffen, wobei seine Zwielichtigkeit sehr gut zur Geltung kommt. Als Tommaso Moro überzeugt Stefan Krause in kurzen, aber sehr prägnant umgesetzten Szenen, die der Folge einige intensive Momente verleihen und die unheimliche Stimmung unterstreichen. Udo Schenks Stimme ist mit ihrem dunklen, volltönenden Klang ebenfalls eine Bereicherung für die Episode und verleiht seiner Figur eine prägnante Ausstrahlung. Weitere Sprecher sind Daniel Zillmann, Martin Sabel und Mia Diekow.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist dynamisch angelegt und passt sich somit den verschiedenen Szenen gekonnt an. Da gibt es mal opulente Orchestermusik, die im Hintergrund oder Szenenübergängen für viel Druck sorgt, dann sind in den Dialogen viele Geräusche hinzugefügt, die sie lebendig wirken lassen. Es gibt aber auch Momente der Stille oder leise Klaviermelodien, was immer sehr stimmig abgemischt wirkt.

Die Kanäle von Venedig sind als Kulisse für das düstere Titelbild gewählt worden, wobei die Brücken und Gebäude im Hintergrund sowie das Wasser noch heller beleuchtet sind als der Gondoliere im Zentrum, der mit einer langen Kutte verdeckt scheint. Gemeinsam mit den typischen Farben der Serie ergibt das ein sehr ansehnliches Bild, während die restliche Gestaltung wieder sehr schlicht, aber übersichtlich geraten ist.

Fazit: Irene Adler präsentiert sich einmal mehr als ebenso bissige wie durchsetzungsstarke Ermittlerin, die auch in den düsteren Gassen von Venedig eine gute Figur macht. Die Stadt an sich kommt mit seiner Vergangenheit gut zur Geltung, während der Ermittlungen kommt aber etwas wenig Flair der Stadt mit ihren Kanälen und Gondeln herüber. Der gut durchdachte Fall ist dennoch hörenswert und überzeugt mit einigen spannenden Szenen.

VÖ: 19. November 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823283


Irene Adler – 2. Gefahr im Prater



Um den Nachstellungen des rachsüchtigen Mr. Conroy zu entgehen, wird Irene Adler von Mycroft Holmes nach Wien geschickt und soll sich dort mit einem Informanten treffen. Doch gerade, als sie an seinem Wohnort eintrifft, ist dieser aus dem Fenster gefallen - oder gesprungen? Irene Adler begibt sich wieder in höchste Gefahr, um den Fall aufzuklären...

Nachdem in der ersten Episode der neuen Hörspielserie um die detektivische Schauspielerin Irene Adler noch die Fortsetzung einer anderen Geschichte zu hören war, ist „Gefahr im Prater“ die erste eigenständige Folge der Serie. Die Parameter, die bereits gesteckt wurden, werden zu Anfang noch einmal kurz in einem Gespräch mit Mycroft Holmes zusammengefasst, wobei auch die Verbindungen zu anderen Serien des Universums aufgegriffen werden. Doch schon bald wird die eigentliche Handlung der Episode begonnen, bei der Irenes Abenteuer in Wien aufgegriffen wird. Der Hörer wird (wie die Ermittlerin auch) mit nur wenigen Informationen ausgestattet, sodass es immer wieder kleine Überraschungen gibt. Der Fluss an neuen Hinweisen und Zusammenhängen ist stetig, wobei auch die Bedrohungen für die Hauptfigur immer weiter anwächst - mal mit leisen Andeutungen, mal mit stimmungsvollen Ermittlungen, mal mit spannend erzählten Actionszenen. Das funktioniert sehr gut und erhöht den Druck der Geschichte. Die noch in der ersten Folge vorhandenen langen Dialoge wurden hier oft auf den wesentlichen Kern reduziert, was den Verlauf spürbar flüssiger und aufregender wirken lässt. Sehr gut eingebunden ist dabei auch Wien als Ermittlungsort für Irene Adler, einige markante Schauplätze und die Stimmung in der Stadt kommen gut zur Geltung und sorgen gemeinsam mit der kurzweiligen Handlung für eine lebendige Stimmung. Irene Adler und ein neuer Begleiter, der sie bei den Ermittlungen unterstützt, passen sehr gut zusammen, was den guten Eindruck der Folge abrundet. Gegen Ende erhöht sich die Spannung und die Dramatik noch einmal deutlich, die ausgelegten Handlungsfäden werden gekonnt zusammengeführt und schließen diese unterhaltsame Folge gekonnt ab.

Franz Kratochville wird von Peter Lontzek gesprochen, der mit seiner spontanen Art und glaubhaftem Ausdruck sehr überzeugend wirkt und mit seiner Stimme die Dynamik der Szenen nachzeichnet und in den spannenden Momenten den Druck auf die Folge erhöht. Victoria Sturm spricht Marianne Stoffer und bringt die Trauer über ihren Verlust sehr authentisch zur Geltung, aber auch den zurückhaltenden Charakter der jungen Frau gekonnt herüber. Michael Pan ist wieder als Mister Wu zu hören, sein witziger Akzent und die charmante Sprechweise macht den Geheimagenten zu einer sehr gelungenen Nebenfigur. Weitere Sprecher sind Marius Claren, Eckart Dux und Engelbert von Nordhausen.

Akustisch wird auch in dieser Folge eine gelungene Atmosphäre geboten, die klassisch um die einzelnen Szenen legt und eine stimmige Mischung aus viel Musik und passenden Geräuschen bietet. Dabei hätten die Stimmen manchmal etwas besser zusammengefügt werden können - wenn die Protagonisten bei einem angeregten Gespräch immer dann Pause machen, wenn ein Ballonverkäufer seine Ware anpreist, wirkt das etwas aufgesetzt.

Hoch über den bekannten Kirmesplatz ragt das Riesenrad den Wiener Praters in die Höhe, was auf dem Cover aus einer interessanten Perspektive gezeigt wird. Die dunkle Farbgebung mit den Braun- und Beigetönen wirkt auch hier wieder stimmig und wird durch die grünen Elemente gut ergänzt, wobei die restliche Gestaltung wieder ansehnlich, aber ohne zusätzliche Informationen gestaltet ist.

Fazit: Die zweite Episode von Irene Adler ist deutlich flüssiger erzählt als die erste und überzeugt mit dem spannenden Verlauf, die dem Hörer stetig neue Informationen liefert. Langsam setzt sich zusammen, wie die einzelnen Elemente zusammenhängen, was sich immer weiter zuspitzt und den Druck auf die Sonderermittlerin erhöht. Das Finale ist sehr prägnant geraten und überzeugt mit ihrem dynamischen Verlauf.

VÖ: 16. August 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823276


Irene Adler – 1. Tod im Oberhaus



Nur mit knapper Not konnte der Mörder des Londoner Tenors aus der überfüllten Oper entkommen. Irene Adler, die ebenfalls anwesend war, wird als Sonderermittlerin der Krone darauf angesetzt, den Flüchtigen zu schnappen und muss noch tiefer in das Leben von Mörder und Opfer eintauchen, die verfolgte Spur bleibt aber nicht ohne gefährliche Folgen...

Auch wenn die Schauspielerin Irene Adler nur einen einzigen Auftritt in den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle hat, ist sie zu einer der populärsten Figuren aus dem Umfeld von Sherlock Holmes geworden - was wohl auch dem aktuellen Hype um den Meisterdetektiv geschuldet ist. So hat es die gerissene Schauspielerin nun auch zu einer eigenständigen Serie gebracht, die in der 45. Episode von Sherlock Holmes und Co eingeläutet wurde. Die dortige Handlung wird hier kurz zusammengefasst und dann nahtlos fortgesetzt, sodass die eigentliche Handlung schnell vorangetrieben wird. Der Bezug zu Holmes und Watson, aber auch zu Oscar Wilde und Mycroft Holmes, einer weiteten Serie aus dem Hause Maritim, ist hier sehr eng, die Figuren haben allesamt einen großen Einfluss auf den Verlauf der Handlung. Doch auch bei den Erzählparts wechseln sich Irene und Watson samt einiger gelungener Wortgefechte ab. Dabei geht von der Hauptfigur durchaus viel Reiz aus, ihre Fähigkeiten der Täuschung, die selbstbewusste Art und ihre scharfe Zunge sorgen für einen gelungenen Eindruck, der aber auch noch Potenzial zur Weiterentwicklung bietet. Der Verlauf der Handlung ist insgesamt recht langsam geraten und kommt nicht so recht in Schwung. Dafür sind die Dialoge eine Spur zu lang geraten und halten sich etwas zu lang mit Nebensächlichkeiten auf, der Laufzeit hätte eine Kürzung um zehn Minuten gutgetan. Die Stimmung ist mal locker und heiter, dann spannend oder geheimnisvoll, was abwechslungsreich wirkt und eine dynamische Stimmung präsentiert, zumal sich die Spannung am Ende noch einmal in die Höhe schraubt und einige Überraschungen bietet.

Yvonne Greitzke ist für die Hauptfigur der Irene Adler ausgewählt worden und hat hörbaren Spaß daran, in die facettenreiche Figur zu schlüpfen. Durch sie wirkt die Rolle sehr präsent, zumal sie eine gute Unterscheidung ihrer verschiedenen Identitäten durch eine verstellte Stimme anbietet. Dr. John Watson wird auch hier von Florian Halm gesprochen und punktet mit der gelungenen Kombination aus Geradlinigkeit und einer Spur gutmütigen Spotts, was hier besonders gut zur Geltung kommt. Sebastian Conroy wird von Timo Kinzel gesprochen, seine lebendige und spontan wirkende Sprechweise passt gut in die Szenerie der Folge, zumal er einige ausdrucksstarke Momente bietet. Weitere Sprecher sind Andrea Aust, Florentine Draeger und Rüdiger Schulski.

Die akustische Umsetzung der Serie ist vielfältig geraten und bietet zahlreiche Melodien an, die sich während der Szenenwechsel, aber auch während einiger Dialoge im Hintergrund stimmungsvoll präsentieren und durch einige gut platzierte Geräusche ergänzt wird. Das Zusammenspiel der einzelnen Elemente ist indes nicht immer ganz gelungen, besonders die Unterhaltung der beiden Erzähler John Watson und Irene Adler klingt eher künstlich als lebendig.

Der Style des Covers erinnert nicht zufällig an das Coverdesign von „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“, entstammen beide doch dem gleichen Universum und teilen sich einen ähnlichen Untertitel. Die düstere Farbgebung passt auch hier wunderbar, mit dem dunklen Grün als einziges farbiges Element setzt es sich dann aber deutlich genug von der Schwesterserie ab. Das Motiv dieser Folge, dem Londoner Oberhaus, ist mit dem angedeuteten Totenkopf sehr ansehnlich geraten.

Fazit: Der Start in die neue Serie um Irene Adler präsentiert vorerst noch viele bekannte Figuren, die die Ausstrahlung der Folge gekonnt verstärken, den Fokus aber auch etwas von der Hauptfigur ablenkt. Die Geschichte ist gut erdacht und spannend, aber auch eine Spur zu langsam erzählt. Die Szenerie um die Sonderermittler der Krone wird geheimnisvoll und mit viel Witz fortgesetzt, wobei Irene Adler als Hauptfigur mit ihren vielen Rollen gut in Szene gesetzt ist.

VÖ: 28. Juni 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823269

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