Sinclair Underworld – 5. Magoi

Sinclair Underworld – 4. Abbey Wood

Sinclair Underworld – 3. 180 bpm

Sinclair: Underworld – 2. Rausch

Sinclair: Underworld – 1. Kyvos

Sinclair Dead Zone – 6. Nemesis

Sinclair Dead Zone - 5. Schuld

Sinclair Dead Zone - 4. Leviathan

Sinclair Dead Zone – 3. Zorn

Sinclair Dead Zone – 2. Strafe

Sinclair: Dead Zone – 1. Zeichen


Sinclair Underworld – 5. Magoi



Der Plan von John Sinclair, in die geheimnisvolle Abtei Abbeywood einzudringen, scheitert an dem aufgestellten Wachpersonal. Doch bei seiner Flucht stößt er nicht nur auf bedrohliche Forschungsräume und beobachtet, wie der Würfel, in dem er scheinbar zwei Wochen lang gefangen war, von Adam Spencer untersucht wird. Doch noch kurz bevor er vom Professor in seinem Versteck entdeckt wird, stürmen weitere Wachen in den Raum…

Während es bei der ursprünglichen „John Sinclair“-Reihe bei Lübbe Audio zwar immer mal wieder Mehrteiler gibt, die inhaltlich miteinander zusammenhängen, rücken die Episoden der Neuinterpretation „Sinclair“ deutlich enger zusammen. Das ist auch in der fünften Episode der zweiten Staffel „Underworld“ deutlich zu merken, die Handlung setzt mitten in einer Szene an und bietet dem Hörer direkt eine sehr packende Actionszene, bei der auch gleich einige neue Informationen um den machtvollen Würfel eingestreut wurden. Sicherlich gibt es nach einigen Momenten auch wieder einen Break, bei dem es ruhiger zugeht und einige Informationen noch einmal wiederholt werden, doch das Tempo ist hier insgesamt ziemlich schnell. Und auch die Stimmung ist durchgängig sehr dicht, denn auch wenn Action- oder Gruselelemente eher in den Hintergrund treten, werden neue Zusammenhänge geboten oder Entwicklungen vorangetrieben. Dabei gibt es wieder einige Momente, die sehr überraschend geraten sind und die Serie noch einmal in neue Richtungen lenken. Dabei habe ich auch wieder mit den Charakteren mitgefiebert – Helden wie Antagonisten – da diese markant und ausdrucksstark geraten sind. Eine spannende Episode mit neuen, gelungenen Einschlägen.

Dirk Petrick ist in der Rolle des Richard de Lucy zu hören und greift die düstere Stimmung der Serie gekonnt auf, bringt aber auch eine sehr individuelle Note mit ein und erzeugt so einen markanten Charakter, der in Erinnerung bleibt. Auch Anousha Farokhmanesh kann als Kimberly Scott überzeugen, sie lässt viele interessante Facetten und eine glaubhafte Sprechweise einfließen, die ihre Szenen lebendig wirken lassen. Als Dr. Kashani ist Volker Hanisch zu hören, der eine sehr düstere Stimmung in die Episode einbringt und für viel zusätzliche Dramatik sorgt. Weitere Sprecher sind Achim Schülke, Ronald Nitschke und Bianca Krahl.

Die akustische Umsetzung ist erneut gelungen, insbesondere da sich ruhige und aufregende, actiongeladene Momente gelungen abwechseln. So wird die Dynamik auch mit der Musik nachgezeichnet, die mal sehr präsent und bedrohlich wirkt, dann wieder in den Hintergrund tritt und den Fokus auf Dialoge und Geräusche legt. Das ist sehr gut aufeinander abgestimmt und bietet eine sehr dichte Atmosphäre.

Wir kennen das Titelbild bereits von den vorigen vier Episoden dieser Staffel der Sinclair-Neuinterpretation, Sadako Shao mit dem stilisierten Kirchenfenster auf weißem Hintergrund mit rotem Schriftzug. Natürlich ist der Wiedererkennungswert lobenswert, ein wenig eintönig wirkt die immer gleiche Gestaltung aber schon. Im Inneren gibt es allerdings einige weitere Fotos, die die Stimmung des Hörspiels gekonnt einfangen.

Fazit: Der Cliffhanger der letzten Episode wird hier sofort aufgegriffen und die Szene nahtlos fortgeführt, sodass der Hörer schnell wieder mittendrin ist. Doch auch danach geht es spannend weiter, wobei nicht nur auf Action gesetzt wird, sondern die Geschichte auch auf verschiedenen Ebenen gelungen fortgesetzt wird – ernsthaft, düster und bedrohlich. Und natürlich gibt es einen neuen Cliffhanger, der nicht minder packend ist.

VÖ: 26. November 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757956


Sinclair Underworld – 4. Abbey Wood



Der neueste Vorfall in Abbey Wood ruft nicht nur Scotland Yard auf den Plan, auch die Presse stürzt sich auf die Verwandlung von Benjamin Shelford in ein grausiges Tentakelmonster. Doch Sadako Shao hegt noch einen anderen Verdacht: Der Staatssekretär Paul Hammerstead scheint ein dubioses Spiel zu treiben und eigene Unzulänglichkeiten zu vertuschen. Doch nachgehen kann sie dem nicht, da London von immer mehr übernatürlichen Vorfällen heimgesucht wird…

„Abbey Wood“ ist nicht nur ein zentraler Schauplatz von „Sinclair Underworld“, der zweiten Staffel der Neuinterpretation des bekannten Geisterjägers. Es ist auch der Titel der vierten Episode, womit natürlich schon angedeutet wird, dass das Geheimnis der Abteiruine weiter ergründet werden wird – und der Hörer wird dabei nicht enttäuscht. Der Start setzt direkt am Vorgänger an und lässt die letzten Ereignisse noch einmal in interessanten Dialogen Revue passieren und baut dabei gleichzeitig neue Elemente ein. Mir gefällt, dass neben der mystischen Ebene auch äußerst reale Vorgänge eingebaut werden: Korruption, Vertuschung, Machtmissbrauch. Der Verlauf der Handlung ist zunächst etwas ruhiger, aber durchgängig sehr interessant, der Hörer kann noch tiefer in die komplexen Zusammenhänge eintauchen und bekommt zusätzliche Hintergrundinformationen, die alles ein wenig klarer erscheinen lassen. Später entwickelt sich die Handlung noch in eine andere Richtung, wird spannender, temporeicher und mit mehr Action versehen, ganz in dem Stil, wie man ihn bereits von der Serie gewohnt ist. Schnelle Szenenwechsel, verschiedene Handlungsstränge und eine packende Inszenierung – auch „Abbey Wood“ gefällt mir sehr gut.

Hartmut Becker ist in der Rolle des Paul Hammerstead zu hören und bringt mit seiner volltönenden Stimme einen sehr markanten Charakter mit ein, der nur so trieft vor unsympathischem Auftreten und arroganter Haltung – sehr glaubhaft und passend für diese Serie. Jesse Grimm überzeugt ebenfalls als Mark Brennan mit seinem sehr präsenten Auftreten und gradliniger Sprechweise, zumal er eine ganz andere Seite seines Könnens zeigen kann. Als Kashani ist Volker Hanisch zu hören, der sich dynamisch an die verschiedenen Szenen anpasst und die Düsternis der Figur gekonnt in seinen Klang einfließen lässt. Weitere Sprecher sind Achim Buch, Julia Fölster und Henry Schneider.

Dass der Ansatz dieser Serie sich von den bisher erschienen Umsetzungen unterscheidet, zeigt sich insbesondere auch in der akustischen Gestaltung. Alles klingt sehr nahbar, in den meisten Szenen realistisch und kühl, in den spannenderen Szenen dann bombastisch und düster. Dabei sind dräuende Musikstücke und markante Geräusche gelungen kombiniert, was für einen sehr präsenten Ausdruck sorgt.

Sadako Shao hat als zentrale Figur in dieser Staffel von „Sinclair“ auch einen Platz auf dem Titelbild verdient. Bis auf den Folgentitel und die Nummer unterscheidet es sich aber nicht von den restlichen Covern, sodass schnell Verwechslungsgefahr besteht – und ein wenig eintönig wirkt es natürlich auch. Im Booklet gibt es bei der Auswahl der düsteren Fotos mehr Abwechslung, was wieder stimmig und ansehnlich geraten ist.

Fazit: Die vierte Episode setzt direkt am Vorgänger an und lässt praktisch keine Zeit dazwischen vergehen, sodass ein unmittelbarer Einstieg in die Handlung entsteht. Zunächst etwas ruhiger erzählt und mit weiteren Details zu den Hintergründen versehen, entwickelt sich die Handlung später wieder prägnanter und spannender weiter – was erneut sehr überzeugend und hörenswert wirkt.

VÖ: 30.September 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757949


Sinclair Underworld – 3. 180 bpm



Während John Sinclair von Powell weitere Details über Benjamin Shelford erfährt, ist er wieder auf dem Weg zu der düsteren Abtei Abbey Wood. Er ist auf der Suche nach Hinweisen, warum ausgerechnet er gegen die Attacken der unheimlichen Wesen immun ist. Shao hingegen ist Tian auf der Spur, um weitere Drogendelikte zu verhindern. Doch nach den überwältigenden Erlebnissen mit Sinclair ist ihr diese Arbeit nicht mehr genug…

„Underworld“ heißt bereits der zweite Abschnitt der Neuinterpretation der „Sinclair“-Serie, in der Shao als Ermittlerin eine wesentliche Rolle einnimmt. Passenderweise heißt die dritte Episode „180 bpm“, denn die Handlung nimmt hier noch einmal richtig Fahrt auf. Zunächst ist sie zweigeteilt, es gibt einen Abschnitt um John Sinclair, der dem Geheimnis um Abbey Wood weiter auf den Grund geht, sowie einen weiteren um Shao, die im Drogendezernat ganz andere Ermittlungen anstellt – stellenweise übrigens ziemlich unappetitlich umgesetzt. Doch es gibt darin eingestreut beispielsweise auch Szenen um den wichtigen Zeugen Benjamin Shelford, die der Handlung weitere Dynamik verleihen – allerdings auch weitere Komplexität. Man sollte hier nicht unterschätzen, wie komplex die Handlung ist, wie viele Charaktere im Blick behalten werden wollen. Das ist sicherlich auch eine Stärke der Serie, da sie vielschichtigere Zusammenhänge ermöglicht, man muss aber die vollen 78 Minuten seine Aufmerksamkeit auf die Handlung lenken. Natürlich verflechten sich die Handlungsstränge später, das Umfeld von illegalen Raves sorgt dabei für eine sehr gelungene Note. Dabei wird eher die Serienhandlung weitererzählt als eine darin eingebettete eigene Geschichte zu erzählen, wobei aber einige interessante neue Aspekte eingebunden wurden und ein spannender Verlauf präsentiert wird.

Wolfgang Häntsch ist als Erzähler zu hören und schafft mit seiner tiefen Stimme viel zusätzliche Atmosphäre, zumal er sehr nuanciert spricht und die raue Stimmung der Serie gekonnt in seinen Texten mitklingen lässt. Benjamin Shelford wird von Timo Kinzel gesprochen, der nicht nur seine Dialoge sehr lebendig und glaubwürdig umgesetzt, sondern auch der Figur auch einen sehr präsenten Ausdruck verleiht. Sadako Shao wird von Stephanie Kellner wieder mit leicht brüchiger Stimme umgesetzt, der sie einen eindringlichen Klang verleiht und sowohl in ruhigen Erzähltexten, Dialogen wie auch in Actionszenen punkten kann. Weitere Sprecher sind Gerlinde Dillge, David Berton und Volker Hanisch.

Mit der Serie nach der Heftromanreihe ist diese Umsetzung auch akustisch nicht zu vergleichen, die Musik wirkt moderner, enthält viele elektronische Elemente und hat einen düsteren Anklang. Auch die Geräusche wirken sehr unmittelbar und sorgen für einen markanten Ausdruck, die raue Atmosphäre der Handlung wird dadurch gekonnt unterstützt. Sehr gelungen ist auch, wie unheimliche auch diese Folge streckenweise wieder wirkt.

Beim Titelbild muss man schon etwas genauer hinsehen, um einen Unterschied zu den anderen Episoden zu erkennen: Lediglich in der oberen rechten Ecke sind Folgennummer und Titel abgedruckt, ansonsten gibt es wieder das identische Bild von Shao, kombiniert mit einem hell erleuchteten Kirchenfenster auf ihrer Brust. Im Inneren des düster gestalteten Booklets gibt es allerdings noch einige neue Fotos – natürlich wie immer gemeinsam mit der Auflistung der Mitwirkenden.

Fazit: „180 bpm“ ist mit seiner dynamisch erzählten Handlung in mehrere Strängen sehr aufregend erzählt, zumal die düstere und raue Atmosphäre der Serie wieder sehr gut zur Geltung kommt. Allerdings wird die Komplexität noch weiter gesteigert, trotz einiger Teilauflösungen gibt es immer neue Rätsel. Gemeinsam mit der sehr gelungenen Produktion ist so eine weitere hörenswerte Episode der Serie entstanden.

VÖ: 30. Juli 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757932


Sinclair: Underworld – 2. Rausch



Mit knapper Not kann John Sinclair seiner Gefangenschaft und den lauernden Schatten entkommen. Natürlich geht der Ermittler von Scotland Yard den Dingen weiter auf den Grund und stößt auf einen seltsamen Todesfall, bei dem sich die Frau kurz vor dem Versterben in ein grausig entstelltes Monster verwandelt hat. Doch wie hängt die alte Abtei damit zusammen, in der Sinclair zwei Wochen nach seinem Verschwinden wieder ohne Gedächtnis erwacht ist…?

Rauer, realistischer und düsterer sollte die Neuinterpretation von John Sinclair werden, die von Sebastian Breidbach und Dennis Ehrhardt konzipiert wurde. Mittlerweile ist mit „Underworld“ die zweite Staffel gestartet, die nach dem zweiten Roman produziert und benannt wurde, „Rausch“ deutet als Titel auf die Drogenthematik an, die abseits der übernatürlichen Begebenheiten ebenfalls eine wichtige Rolle in der Handlung spielt. Der Start ist unmittelbar geraten, ohne lange Vorstellung wird mitten in verschiedenen Situationen angesetzt und dabei sowohl auf Ereignisse der ersten Episode eingegangen als auch neue Szenerien eingebaut. Durch die verschiedenen Erzählstränge, die erst einmal eher unabhängig voneinander laufen und allesamt mit vielen verschiedenen Ereignissen versehen sind, braucht der Hörer auch recht viel Aufmerksamkeit, um alles sinnvoll verarbeiten zu können. Doch entschädigt wird man nicht nur durch eine düstere Mischung aus Action, Horror und Mystery, sondern auch mit einer sehr markanten Atmosphäre. Es ist sehr gelungen, wie die bereits angefangenen Elemente weiter ausgeführt und vertieft wurden, aber auch neue Themen Einzug halten und so eine immer komplexere Handlung entsteht. Sehr gelungen auch, wie mit den Sinnen der Figuren gespielt wird und psychische Problematiken wie Wahnvorstellungen eingebaut sind, was der Episode eine einzigartige Ausstrahlung verleiht.

Robert Kotulla hat wieder die Rolle des Bill Conolly übernommen und setzt die Figur markant und treffend um, verstärkt dabei die Wirkung der Episode und bringt die verschiedenen Stimmungen des Reporters überzeugend zur Geltung. Auch Maria Koschny hat als Sheila Conolly einen sehr gelungenen Ansatz gefunden und gestaltet die Figur ernsthaft und ausdrucksstark. Ich mag, wie sie ihrer Stimme einen sehr individuellen Klang verleiht und so eine sehr präsente Figur erschafft. Henry Schneider punktet als Tian mit einer geheimnisvollen Attitüde und verleiht seinen Szenen so einen eindringlichen Ausdruck. Weitere Sprecher dieser Episode sind Jan-David Rönfeldt, Konstantin Graudus und Julia Fölster.

Akustisch ist auch diese Episode sehr feinsinnig umgesetzt und transportiert dabei die raue, unheimliche Atmosphäre der Geschichte, wobei auch die Dynamik der Ereignisse aufgegriffen wird. Dabei überzeugt der vielseitige Einsatz von Geräuschen, die lebendig und glaubhaft wirken, besonders aber die Musik, die düster, mal wuchtig, mal subtil ist, aber immer den richtigen Ton trifft. Eine gekonnte Mischung, die gekonnte Akzente setzt, indem sie beispielsweise auch mit dem gestörten Hörvermögen der Protagonisten spielt.

Wie bereits bei der ersten Staffel wurden auch hier keine individuellen Titelbilder geschaffen, lediglich Folgennummer und -titel wurden in der rechten oberen Ecke geändert. Ansonsten ist wieder die Frau mit dem halb gesenkten Kopf zu sehen, die mit zahlreichen weiteren grafischen Elementen verziert wurde. Hübsch und ansehnlich, aber eben wenig individuell. Das Innere ist in dieser Episode auch nicht so umfangreich und beschränkt sich auf einige atmosphärische Fotos, einer Auflistung der Mitwirkenden und ein wenig Produktwerbung.

Fazit: Die Szenerie aus der ersten Episode wird nicht nur weiter vertieft, sondern auch um einige neue Elemente erweitert. Das ist packend geraten und durch die verschiedenen Szenerien komplex erzählt, was dank der spannenden Entwicklungen und der intensiven Szenerie sehr eindringlich wirkt. Hörenswert – natürlich sofern man sich in der Serie bereits etwas auskennt.

VÖ: 28. Mai 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757925


Sinclair: Underworld – 1. Kyvos



Sadako Shao konnte zwar ihren Partner Zuko nicht retten, doch John Sinclair konnte lebend gerettet werden, zwei Wochen nach den Anschlägen. Doch sein Gedächtnis scheint ausgelöscht, eine Psychotherapie schreitet nur langsam voran. Auf Shao kommt allerdings noch eine Anhörung zusammen, die ihre Schuld an dem Tod von Zuko aufklären soll. Und sie kommt nicht ungeschoren davon…

„Sinclair Underworld“ heißt die zweite Staffel der Neuumsetzung der Geschichte um den bekannten Geisterjäger, die mit „Dead Zone“ gestartet ist und dabei die Figuren in einen völlig neuen Kontext gesetzt hat. Und auch wenn der Start mit der ersten Episode „Kyvos“ ein paar Rückblicke beinhaltet und die wichtigsten Ereignisse kurz zusammenfasst, geht es hier nicht ohne Vorkenntnisse aus den ersten sechs Episoden. Hat man diese aber gehört, findet man sich schnell wieder zurecht, spätestens wenn bei dem Verhör von Shao die Zusammenhänge wieder klar werden. Mir gefällt, wie die Szenerie weiter ausgeweitet wird und man auch wieder mehr von dem wieder aufgetauchten John Sinclair und seiner psychischen Verfassung erfährt. Das nimmt anfangs recht viel Raum ein, trotz einiger unheilvoller Andeutungen ist das Tempo wegen der (durchaus sinnvollen) Wiederholungen eher gering. Doch natürlich wird auch die Handlung der Serie wieder aufgegriffen, die von dem übermannsgroßen Würfel ausgeht, der weiteren Untersuchungen unterzogen wird. Das sorgt für einige sehr gelungene Entwicklungen und intensive Momente, die bedrohlich wirken. Wie bereits in der ersten Staffel wirkt die Handlung rauer, mittelbarer und mit weniger Humor versehen als die bekannte Reihe. Auch die Komplexität sollte nicht unterschätzt werden, „Sinclair Underworld“ ist nichts zum entspannten Nebenbei-Hören, sondern erfordert Aufmerksamkeit, überzeugt dann aber mit einer düsteren Szenerie und einigen spannenden Entwicklungen.

Torben Liebrecht hat in dieser Staffel als John Sinclair deutlich mehr zu tun als den kurzen Auftritt in Dead Wood, und dabei zeigt sich, dass er eine hervorragende Wahl für den Geisterjäger ist. Hart, unnachgiebig und abgeklärt, aber wegen des Gedächtnisverlusts auch unsicher und manchmal zögerlich – eine sehr überzeugende Mischung aus authentischen Figuren. Toini Ruhnke macht als Hannah Caroll ebenfalls einen sehr überzeugenden Eindruck und legt viel Energie in ihre Stimme, passt sich aber auch der düsteren Szenerie gelungen an. Die markante Stimme von Konstatin Graudus ist in der Rolle des Constable Godwin ebenfalls sehr gut besetzt, er baut viele Feinheiten und Facetten ein, die einen interessanten Charakter formen. Weitere Sprecher sind Jonas Minthe, Michael Prelle und Volker Hanisch.

Ich mag die raue, direkte Umsetzung der Handlung, in der zwar auch viel harte und markante Musik im Einsatz ist, bei dem viele Dialoge auch nur mit passenden Geräuschen unterlegt sind. Das macht einen unmittelbaren Eindruck und klingt dennoch sehr atmosphärisch. Und natürlich gibt es auch hier wieder einige atmosphärische Actionszenen, die laut und heftig umgesetzt wurden, ebenso wie unheimliche Szenen und mit mysteriösen Klängen unterlegte Erzähltexte.

Das Coverdesign ähnelt derjenigen der „Dead Zone“-Reihe, das Motiv vor dem weißen Untergrund mit den wabernden Schlieren hat sich aber geändert. Zu sehen ist dieses mal eine junge Frau, die wohl Sadako Shao ist, in einer melancholischen Pose mit gesenkten Blick, aber auch einem hell erleuchteten Kirchenfenster. Der gräulich-blaue Farbton passt gut dazu. Im Inneren bekommt man einen umfassenden Rückblick auf die bisherigen Ereignisse, wieder mit einigen düsteren Fotos stimmungsvoll gestaltet – und natürlich auch eine Auflistung der Mitwirkenden.

Fazit: Die düstere Szenerie der Neuinterpretation funktioniert auch hier wieder hervorragend und sorgt für einige markante Momente, auch die Zeichnung der Charaktere ist gelungen. Durch einige Zusammenfassungen der bisherigen Ereignisse und die Verfeinerung einiger entscheidender Momente kommt die Handlung hier aber auch noch nicht vollkommen in Gang, sondern sorgt eher dafür, dass die Figuren in Position gebracht werden.

VÖ: 26. März 2021
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757918


Sinclair Dead Zone – 6. Nemesis



Shao und Zuko werden in der Londoner Kanalisation von den unheimlichen Spinnenwesen angegriffen und haben mit ihrem Leben bereits abgeschlossen, werden dann aber von einem geheimnisvollen Fremden mit knapper Not gerettet. Den Kampf gegen die Wesen geben sie deswegen nicht auf – trotz der eindringlichen Warnung ihres Retters. Währenddessen stattet Pamela Scott Ernest Beaufort einen Besuch ab, der allerdings anders ausfällt als ihre vorigen Begegnungen…

Von Anfang an auf sechs Folgen angelegt ist die Hörspielserie „Sinclair Dead Zone“ aus der Feder von Dennis Ehrhardt in sich abgeschlossen und erzählt eine eigenständige Geschichte, losgelöst von der bekannten Geschichte um den Geisterjäger mit vielen veränderten und neuen Elementen. Im Zentrum steht ausgerechnet der Tod der titelgebenden Hauptfigur, der in dem sechsten Teil „Nemesis“ natürlich aufgeklärt wird, ebenso wie dies auch für die vielen restlichen Handlungsstränge gilt. Und dabei setzt die Handlung oft direkt mitten in einer Szenerie an, in Momenten höchster Not oder mit besonders grausigen Momenten. Das ist natürlich nicht ohne Kenntnis der vorigen Tele zu verstehen, wobei man einige wichtige Details auf dem Plan haben sollte – ansonsten findet man aber auch nach einiger Abwesenheit schnell in die Handlung. Diese ist direkt sehr druckvoll angelegt und wird von Anfang an sehr temporeich erzählt, auch die übernatürlichen Komponenten kommen hier schnell richtig zur Geltung und lassen sich nicht so lange Zeit wie sonst, um ihren Einfluss auf die Handlung auszuüben. Wieder sind viele besonders gelungene Ideen eingeflossen, insbesondere der Schauplatz des großen Showdowns – eine halb verfallene Abtei – ist hervorragend gewählt und gekonnt beschrieben. Toll, wie hier alles zusammengeführt und aufgeklärt wird, aber eben doch noch ein paar Mysterien offenbleiben und so die unheilvolle Atmosphäre der Serie unterstreichen. Ein sehr gelungener Abschluss der Serie, der mir sehr gut gefallen hat.

Die wunderbare Bianca Krahl hat als Pamela Scott wieder einen größeren Part und überzeugt mit dabei vollkommen – mit ihrer leicht rauen, sehr markanten Stimme, aber auch mit der eindringlichen Sprechweise und der gelungenen Betonung, was sowohl die Dialoge als auch ihre Erzähltexte betrifft. Auch Bert Franzke ist als Aldous Lockhart bestechend, seine Stimme nimmt einen düsteren und unheilvollen Klang an, der bestens in die düstere Szenerie der Episode passt und ihr einige gelungene Facetten hinzufügt. Gerrit Schmidt-Foß ist natürlich wieder als Zuko Gan zu hören, seine ebenso spontan wirkende wie ausdrucksstarke Sprechweise überzeugen mich einmal mehr. Weitere Sprecher sind Peter Kirchberger, Maria Koschny und Thomas Schmuckert.

Die markante akustische Umsetzung der Serie funktioniert natürlich auch in dieser letzten Episode des Sechsteilers hervorragend, bietet aber auch einige neue Ansätze. So wirkt die Musik an einigen Stellen noch temporeicher, was die Dramatik der sich zuspitzenden Szenen betont. Gepaart mit den insgesamt recht lauten Geräuschen (natürlich besonders in den Actionszenen) ergibt das eine intensive Atmosphäre, was die Handlung gekonnt unterstützt.

Keine Neuerungen gibt es auf dem Cover zu vermelden, bis auf den Folgentitel und die Nummer unterscheidet es sich nicht einmal in Details von ihren Vorgängern. Schade, denn so geht den Episoden Individualität verloren – und dass durchaus Potenzial für Abwandlungen vorhanden gewesen wären, beweisen die neuen Fotos im dicken Booklet, die die Stimmung der Episode gekonnt aufgreifen und neben den üblichen Angaben auch einige Zitate aus dem Drehbuch enthalten.

Fazit: „Nemesis“ ist ein hervorragender Abschluss für die Miniserie – nicht nur, weil die Handlung gekonnt zu einem Ende geführt wird, sondern auch, weil sich die Stimmung noch einmal verdichtet und von Anfang an eine sehr packende, düstere Szenerie geboten wird. Toll, wie sich auch noch neue Einfälle einbauen lassen, die der Atmosphäre noch einmal neue Facetten verleihen und das große Finale so sehr abwechslungsreich wirken lassen.

VÖ: 28. Februar 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785755761


Sinclair Dead Zone - 5. Schuld



Die Internet-Reportagen von Bill Conolly alias Wild Bill schlagen immer höhere Wellen, sodass er in einer Talkshow die mediale Aufmerksamkeit nutzt, um auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Doch sofort wird er ins Kreuzfeuer genommen und hinterlässt dabei keine gute Figur. Währenddessen stecken Shao und Zuko in einem ganz anderen Kampf: Nach einer wilden Verfolgungsjagd können sie einen verdächtigen jungen Mann stellen, der noch für Überraschungen sorgt…

Gleich zwei CDs befinden sich in der fünften Episode der sechsteiligen Miniserie „Sinclair Dead Zone“, in der die Figuren um den bekannten Geisterjäger in einen neuen Kontext gesetzt werden. Deutlich mehr zu erzählen als sonst, weil sich die Handlung dem End nähert? Nicht ganz, denn mit jeweils 39 Minuten sind die beiden Discs nicht gerade bis zum Ende ausgelastet. Das Hörspiel lohnt sich dennoch, da die Handlung an den verschiedenen Enden gelungen weitererzählt wird. Dabei sind die einzelnen Stränge noch im Wesentlichen voneinander getrennt, sodass die vielen schnellen Szenenwechsel recht hart wirken, was die Spannung und die Dynamik der Geschichte aber deutlich zu steigern weiß. Es ist aber deutlich zu spüren, dass das Tempo mehr an Fahrt aufnimmt und sich die Hinweise auf die Hintergründe immer weiter verdichten, aber auch immer noch viele Neuerungen eingeführt werden. Die einzelnen Elemente fügen sich wieder bestens zusammen, doch immer noch nimmt sich die Handlung genügend Zeit, um eine unheimliche Stimmung aufzubauen oder besondere Szenen zu betonen. Dabei wirkt die Episode sehr geerdet und authentisch, wobei der moderne Unterton mit vielen modern wirkenden Szenerien auch hier sehr gut gefällt. Gegen Ende der fast 80 Minuten steuert alles auf einen bemerkenswerten Höhepunkt hinzu, der das Interesse am Ausgang des Ganzen noch mehr weckt, als es die Handlung an sich sowieso schon geschafft hat – besonders, da dort auch wieder die übernatürlichen Aspekte wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Allerdings sollte man diese Folge keinesfalls allein hören, sondern nur im Kontext der restlichen Serie hören, dazu sind die Schwerpunkte der Episode nicht markant genug.

Eine Rückkehr der besonderen Art legt Daniela Hoffmann hin, die bereits in der ursprünglichen Serie mitgesprochen hat. Hier spricht sie die Rolle der ebenso schnippischen wie hartnäckigen Talkshowmasterin Susan Waite und lässt ihre klare Stimme angriffslustig und unterschwellig aggressiv wirken, was sehr gut zu der Rolle passt. Robert Kotulla ist als Bill Conolly ebenfalls wieder lobenswert und spricht die Rolle glaubhaft und authentisch, wobei er Verwunderung ebenso wie Selbstbewusstsein gleichermaßen darstellen kann. Als Vincent Costigan ist Johannes Steck zu hören, auch er passt sich sehr gut an die düstere Atmosphäre an und sorgt mit vielen markanten Momenten für einen gelungenen Auftritt. Weitere Sprecher sind Bert Franzke, Milton Welsh und Katharina von Keller.

Akustisch wurde von dem Team um Dennis Erhardt und Sebastian Breidbach eine sehr gelungene Leistng geboten, die die Handlung gekonnt unterstützt und ihr eine sehr düstere und bedrohliche Stimmung verleiht. An einigen eher ruhigen Momenten wirkt das zwar etwas zu dick aufgetragen, wenn die Musik allzu dramatisch wirkt, so wirkt das Hörspiel aber auch wie aus einem Guss und punktet mit der dichten Atmosphäre.

Keine Abwechslung ist auf dem Cover festzustellen, auch hier ist das bereits bekannte Motiv von John Sinclair mit der Londoner Skyline auf dem Rücken zu sehen, den er dem Betrachter zugewandt hat. Im Inneren gibt es einige neue Fotografien in dem grünlich eingefärbten Farbton nebst neuen Zitaten aus der Handlung, ebenso wie die Mitwirkenden wieder übersichtlich aufgelistet sind.

Fazit: Auch „Schuld“ reiht sich in die gelungene Neuumsetzung der Serie nahtlos ein und überzeugt sowohl mit einer spannenden Handlung und vielen spannenden Entwicklungen als auch mit einer dichten und sehr markant umgesetzten Stimmung. Neue Erkenntnisse gibt es viele, dennoch gibt es auch hier Momente, in denen sich die Episode eher auf die dichte Atmosphäre konzentriert – eine sehr gelungene Mischung, die mir sehr gefallen hat.

VÖ: 20. Dezember 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785755754


Sinclair Dead Zone - 4. Leviathan



Der Anschlag von Weihnachten ist schon einige Zeit her, die Nachwirkungen sind aber immer noch spürbar. Bill Conolly deckt gemeinsam mit den Influencern Danger und Maénace Zusammenhänge zu einem geheimnisvollen Virus auf und setzt die Polizei damit weiter unter Druck. Besonders Sadako Shao gerät in die Kritik und muss sich auf ihrer neuen Position behaupten...

Während es in der normalen John Sinclair-Reihe nur so vor übernatürlichen Figuren und Ereignissen wimmelt, hält sich „Sinclair Dead Zone“ gerade damit deutlich mehr zurück und bringt nur in besonders betonten Szenen solche Elemente mit ein. In der vierten Folge scheint dies zunächst anders zu sein, in dem sehr gekonnt inszenierten Intro mit einer ruhigen Erzählweise und mit vielen unterlegten Geräuschen und Stimmfetzen geht es so schon sehr schnell zur Sache. Die eigentliche Handlung ist aber wieder eher auf irdische Vorgänge konzentriert, wobei sich die Handlungsstränge deutlicher als zuvor auf die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Elementen konzentrieren. Hier gibt es einiges zu entdecken, zumal dies alles in einer flüssigen und spannenden Handlung umgesetzt wurde. Dabei passieren viele spannende Ereignisse, sodass der Verlauf der Folge sehr kurzweilig ist. So wird die Laufzeit von 100 Minuten auf zwei CDs lebendig gestaltet. Dabei gefällt mir besonders gut, dass sich zwei Hauptstränge herausbilden und dynamische Wechsel möglich sind: Einerseits sind es die Ermittlungen von Suko und Shao, andererseits die Reportagen von Bill Conolly ein wichtiges Thema, hier kommt nicht nur viel Witz herüber, sondern auch das moderne Setting der Geschichte auf der Höhe der technischen Entwicklung. Der spannende Cliffhanger bereitet auf die kommende Episode vor, kommt aber recht plötzlich, da noch viele Fragen offen bleiben.

Aldous Lockhardt wird von Bert Franzke gesprochen, der mit seiner arroganten Art gleich die Antipathien der Zuhörer weckt, was durch seine ausdrucksstarke und spontan wirkende Sprechweise sehr gut zur Geltung kommt. Die beiden Influencer Danger und Menace werden von Jarow und Kurono gesprochen, die passenderweise auch im echten Leben auf Youtube unterwegs sind und die richtige Attitüde mitbringen. Ihr Sprechtempo ist dann auch sehr passend und angenehm, an ihrer Spontanität können sie noch etwas schrauben und beispielsweise peinlich berührtes Herumdrucksen authentischer darbieten. Als Sheila Conolly ist Maria Koschny zu hören, die immer etwas genervt und angespannt klingt, was bestens zu der Figur passt und sie sehr glaubhaft wirken lässt. Weitere Sprecher sind Peter Matic, Robert Knorr und Jesse Grimm.

Das gelungene Sounddesign der Serie funktioniert auch hier wieder sehr gut und unterstreicht die düstere Wirkung der Handlung. Viele Dialoge oder Erzähltexte stehen für sich allein oder werden durch passende und lebendige Geräuschkulissen untermalt. Doch wenn Musik im Einsatz ist, ist diese sehr treffend umgesetzt und sorgt für eine dynamische Wirkung der Handlung. Das passt alles gut zusammen und wirkt sehr hart und atmosphärisch.

Auch hier ist das Cover das gleiche wie in den vorigen Episoden. Das ist ein wenig eintönig, auch wenn das Bild an sich sehr ansprechend geraten ist und mit seinen dunklen Farben vor dem weißen Hintergrund atmosphärisch wirkt. Das dicke Booklet enthält neben den üblichen Produktionsangaben noch die bereits bekannten Fotos und Zitate aus dem Hörspiel.

Fazit: „Leviathan“ wirkt fokussierter als seine Vorgänger und lässt das Konstrukt der Serie besser zum Vorschein kommen, was in spannenden Entwicklungen umgesetzt wurde. Auch die gute Charaktergestaltung gefällt mir sehr gut, die dynamische Stimmung der Folge sorgt zudem für zusätzliche Spannung. Eine starke Episode, die mir gut gefallen hat.

VÖ: 1. November 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785755747


Sinclair Dead Zone – 3. Zorn



John Sinclairs Tod hat eine große Lücke bei seinen Ermittlungen hinterlassen. Sadako Shao, die bislang in Drogen- und Gangkriminalität ermittelt und sich dabei bei ihren Vorgesetzten nicht sonderlich beliebt gemacht hat, wird deswegen strafversetzt und als neue Partnerin von Suko bestimmt. Nicht nur, weil die beiden sich erst aneinander gewöhnen müssen, ermittelt Sadako schon bald im Alleingang...

„Sinclair Dead Zone“ ist weder Fortsetzung noch Prequel der bekannten Serie um den Geisterjäger, der seit Jahrzehnten vor allem als Heftroman und Hörspiel große Erfolge feiert. Vielmehr ist es eine Alternativversion, in der die bekannten Charaktere völlig neu angeordnet wurden und teilweise nur ihren Namen gemeinsam haben. Die dritte Episode „Zorn“ widmet sich einem weiteren dieser Charaktere und zeichnet von Shao ein sehr düsteres Bild, inmitten von Gangkriminalität aufgewachsen und in ihrer Arbeit oft enttäuschend und eigensinnig. Ein Großteil der Handlung wird aus ihrer Sicht erzählt, sodass der Charakter wehr nahe an den Zuhörer rückt. Interessant aufbereitet und mit vielen Facetten versehen, ist sie ein gelungener Mittelpunkt der Handlung, die anfangs allerdings recht schwer ist Fahrt kommt. Es werden noch einmal andere Ansatzpunkte gewählt, die recht ausführlich ausgebreitet werden. Zwar läuft auch hier alles auf die seltsamen Vorgänge um das Verschwinden von Sinclair hinaus, die neuen Aspekte und das Kennenlernen von Suko und Sadako wirken aber etwas in die Länge gezogen. Das ändert sich auf der zweiten CD dieses Hörspiels, wenn deutlich mehr übernatürliche Elemente eingebunden werden und die zu einem sehr düsteren und packenden Finale samt heftigen Beschreibungen und Cliffhanger führen. Mehr Tempo hätte die Folge vertragen, ansonsten ist ein stimmiges und unterhaltsames Hörspiel entstanden.

Die Rolle der Sadako Shao wird von Stephanie Keller sehr gekonnt und präsent umgesetzt, sie zeichnet ein sehr feines Bild ihres Charakters, passt Tempo und Stimmfarbe gekonnt an die jeweilige Situation an und überzeugt auch in den Erzähltexten eine passende Stimmung, die sie gern mit einer Portion Ironie würzt. Johannes Steck wird von Vincent Costigan gesprochen, der mit seiner markanten Stimme positiv auffällt und seine Rolle lebendig gestaltet und dabei gekonnt an die Stimmung seiner Szenen anpasst. Auch Lotta Doll gefällt mir als Glenda Perkins sehr gut, sie spricht geerdet und bodenständig, bringt aber auch den recht aufgedrehten Charakter gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Dirk Petrick, Bianca Krahl und Maria Koschny.

Der Sound des Hörspiels gefällt mir auch in dieser Episode sehr gut, der düstere Klang passt sehr gut zu der Handlung und setzt gekonnte Akzente. Dabei wirkt die akustische Gestaltung deutlich moderner als die eigentliche Serie, deutlich dreckiger und nahbarer. Da die Lautstärke von Musik und Geräuschen sehr dynamisch eingesetzt ist, wird der Spannungsbogen der Handlung gut nachgezeichnet.

Bis auf die Episodennummer und den Folgentitel ist das Cover absolut identisch mit den Vorgängerfolgen: John Sinclair mit dem Rücken zum Betrachter, halb seitlich eingedreht, auf seinem Rücken die düstere Silhouette Londons - der ungewöhnliche Zeichenstil und die düstere Ausstrahlung passen wunderbar zu dem Hörspiel, durch die fehlende Individualität wirkt die Covergestaltung aber auch etwas beliebig.

Fazit: Der dritte Teil der neuen Sinclair-Reihe nutzt die längere Laufzeit leider nicht optimal aus, sondern ist gerade zu Beginn recht langsam erzählt. Der neue Kontext für die bekannten Figuren wird hier gekonnt fortgeführt und an vielen Stellen unterhaltsam weitererzählt. Es fehlt aber doch noch eine Prise mehr Pfeffer, um mich wirklich überzeugen zu können, so wirkt die Handlung zu sehr in die Länge gezogen.

VÖ: 31. Juli 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785755730


Sinclair Dead Zone – 2. Strafe



Die heftige Explosion zur Weihnachtszeit in London hat zahlreiche Opfer gefordert und ist ein gefundenes Fressen für die Presse. Auch Bill Conolly, der zuletzt als Reporter nicht gerade überzeugt hat, nimmt sich des Themas an, muss aber auf einen Vlog als Medium umsteigen. Währenddessen bringt die Obduktion einiger Opfer erstaunliches zutage...

Mit „Sinclair Dead Zone“ wurde ein weiterer Ableger des bekannten Geisterjägers gestartet, der jedoch an einem ganz anderen Punkt ansetzt und die Figuren in einen ganz anderen Kontext setzt. Die zweite Episode „Strafe“ setzt direkt an die Handlung der ersten Folge an, ohne Vorkenntnisse dieser wird man hier viele wichtige Details nicht verstehen könnte. Das Tempo ist dadurch aber auch gleich zu Beginn recht hoch, der Druck auf die Charaktere ebenso. Die Folgen der heftigen Explosion ist in seinen Nachwirkungen zentrales Thema und spielt in fast jeder Szene auf die eine oder andere Weise eine Rolle. Dabei werden noch mehr unterschiedliche Figuren betrachtet, neue ebenso wie aus der ersten Episode bekannte. Die Komplexität wird so noch einmal deutlich gesteigert, die schnellen Wechsel zwischen den Szenerien fordern vom Hörer dann auch dementsprechend mehr Aufmerksamkeit, um alle Elemente richtig einordnen zu können - von der lockeren Atmosphäre der eigentlichen Serie ist nichts mehr vorhanden. Düster und bedrückend kommt die Atmosphäre auch mit überraschend wenigen übernatürlichen Elementen aus, der härtere und modernere Ansatz wird noch schärfer umrissen. Die Handlung entwickelt sich durch die vielen Szenenwechsel eher langsam, einige Szenen wirken zunächst auch eher belanglos und bekommen erst später Bedeutung verliehen, doch gerade dadurch besteht auch ein Teil des Reizes. Vieles muss erarbeitet und vom Hörer zusammengesetzt werden, die geheimnisvolle Komponente weiß zu überzeugen.

Superintendent James Powell wird von Peter Kaempfe gesprochen, dessen Stimme hier mal leise und fast zaghaft wirkt, mal aber auch ganz andere Facetten von sich zeigt. Seine Betonung ist dabei immer sehr glaubhaft und lebendig. Sven Plate ist in der Rolle des Wladimir zu hören, der wie immer sehr professionell agiert und mit seiner auffälligen Stimme auch hier gekonnt Akzente setzt, indem er eine eher locker und spontan wirkende Figur schafft. Bill Conolly bekommt seine Stimme von Robert Kotulla, der seinen Szenen viel Substanz verleiht und mit einer sehr energiegeladenen und ernsten Art agiert, zwischendurch aber auch einen trockenen Witz durchscheinen lässt. Weitere Sprecher sind Patrick Bach, Bert Franzke und Julian Greis.

Die Härte der Geschichte wird auch durch die akustische Gestaltung unterstrichen, die sehr realistisch und kühl wirkt. Harte Schnitte zwischen den Szenen, viele Geräusche der modernen Welt, glaubhafte Stimmfilter (beispielsweise bei in der Handlung integrierten Videoaufnahmen), laute und heftige Sounds und dezente, aber düstere Musik - das macht einen frischen und unverbrauchten Eindruck und hat mir sehr gefallen.

Das Cover zu der Episode ist nahezu identisch zur ersten und den noch kommenden Folgen der Serie, zu sehen ist John Sinclair vor rein weißem Hintergrund mit der collagenhaft eingebauten Londoner Skyline zu sehen. Der andere Ansatz zur eigentlichen Serie gefällt mir gut, die fehlende Individualität sorgt aber für einen recht beliebigen Eindruck. Das Innere des kleinen Booklets ist ansprechend aufbereitet und enthält viele stimmungsvolle Fotos zu einigen Zitaten aus dem Hörspiel.

Fazit: Die komplexe Szenerie des ersten Teils wird hier noch weiter ausgebaut und mit vielen neuen Elementen ergänzt, was dem Hörer einiges an Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangt. Doch die harte und moderne Atmosphäre ist sehr reizvoll und markant umgesetzt, die schnellen Schnitte und die düsteren Themen sorgen für reizvolle Unterhaltung. Die Wirkung ist eher wie in einem Thriller oder Krimi als wie in einem Mystery-Hörspiel, was mir sehr gefallen hat.

VÖ: 28. Juni 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785755723

Sinclair: Dead Zone – 1. Zeichen



John Sinclair ist Inspector bei Scotland Yard und soll gemeinsam mit seinem Partner Zuko im Murder Investigation Team rätselhafte Mordfälle lösen. Er ist allerdings davon überzeugt, dass es dabei auch mit übernatürlichen Dingen zugeht. Wie nahe diese Bedrohung schon bald für ihn ist, ahnt er aber noch nicht im geringsten...

Seit dem Jahr 2000 hat John Sinclair wegen der gleichnamigen Hörspielserie bei Lübbe Audio einen neuen Aufschwung erlebt – und damit sicherlich auch zum großen Hörspielboom dieser Zeit beigetragen. Immer noch läuft die Serie äußerst erfolgreich (sowohl zum Hören als auch die Heftromanserie). Doch der Geisterjäger hat nun zusätzlich noch einen Neuanstrich bekommen, der bereits an der eigentlichen Serie als Regisseur und Produzent mitwirkende Dennis Ehrhardt hat einen Roman verfasst, der ernster, düsterer und erwachsener wirkt. „Dead Zone“ heißt dieser und wird nun auch als sechsteilige Minihörspielserie umgesetzt. Den Anfang macht „Zeichen“, der so einige Parameter der Serie neu setzt. Viele Namen wurden übernommen, die Rollen in dem Gesamtgefüge haben sich aber immer leicht verschoben oder wurden ganz geändert. Es gibt hier keine magischen Waffen, mit denen sich scheinbar unbezwingbaren Gegner dann doch plötzlich besiegen lassen, alles wirkt weniger pathetisch und geerdeter. Auch wirkt die hier aufgebaute Szenerie oft eher wie ein düsterer Thriller, die übernatürlichen Elemente sind zwar vorhanden, stehen aber nicht immer im Mittelpunkt und machen Platz für sehr real wirkende Bedrohungen. Mir gefällt sehr, dass der Tod und Leid hier deutlicher zum Tragen kommen, den Opfern mit ihrem Schicksal viel Raum gegeben wird, diese Szenen wirken eindringlicher, ohne überdramatisiert zu wirken. Die Erzählweise ist dabei sehr gradlinig und rau geraten, die Sprache ist direkt und authentisch, das Tempo nicht zu übereilt, sodass man die einzelnen Elemente gut aufnehmen kann. Sogar die Actionszenen sind sehr anders umgesetzt, meist aus der Ich-Perspektive in abgehackten Wortfetzen, wodurch sie noch eindringlicher wirken. Beide Serien miteinander zu vergleichen wäre allerdings unfair, beide haben ihre Stärken und ihre Daseinsberechtigung, sind in ihrem Rahmen sehr gelungen. Ich schätze diesen ersten Teil von „Dead Zone“ sehr, er macht neugierig auf mehr, sorgt für einige Überraschungen gerade bei gestandenen Sinclair-Fans und wirkt insgesamt moderner und zeitgemäßer. Und: Er ist ziemlich spannend geraten!

Torben Liebrecht ist in dieser Serie als John Sinclair zu hören, er findet einen ganz eigenen Weg, die Figur zu interpretieren und klingt sehr ernst und gefasst, aber auch sehr rau und düster. Celine Fontanges hat mir als Rachel Briscoe ebenfalls sehr gut gefallen, sie prägt ihre Szenen mit ihrem starken Ausdruck und reizt damit einige Facetten aus ihrem Charakter heraus. Peter Kaempfe geht als James Powell ebenfalls neue Wege, klingt sehr gradlinig und direkt, nicht immer sympathisch und gerade deswegen so authentisch und interessant. Weitere Sprecher sind Erik Schäffler, Julian Greis und Patrick Bach.

Die akustische Umsetzung ist sehr aufwendig geraten und wirkt tatsächlich sehr modern und nahbar. Dabei wurde die Musik eher zurückgefahren, sondern auf eine harte und authentische Geräuschkulisse zurückgegriffen. So wird der Hörer tatsächlich mitten in ein Großstadt-Flair hineinversetzt, was manchmal etwas hektisch wirkt und auch einige Male eine Spur zu laut gedreht ist, in sich aber sehr stimmig ist.

Auch beim Cover hat man sich für eine ganz andere Gestaltung entschieden, statt einem dunklen Schwarz ist hier ein reines Weiß die Grundfarbe – ergänzt durch John Sinclair in Rückansicht, wobei seine Kleidung durch ein collagenhaft eingefügtes Großstadtmotiv ergänzt wurde. Die Farbgebung ist hier sehr düster, was einen gelungenen Kontrast zu den roten Lettern des Schriftzuges bildet. Das Booklet ist sehr dick geraten und enthält viele stimmungsvolle Fotos, aber neben den üblichen Produktionsinfos auch einige atmosphärische Textschnipsel.

Fazit: Der „neue“ Sinclair hat gänzlich andere Grundsätze, die in dieser ersten Episode aber nur angedeutet werden. Die Bedrohungen wirken trotz aller Mystik realer und greifbarer, die Stimmung ist rauer und härter. Die Charaktere kommen hier aber noch nicht allzu gut zur Geltung und bleiben ein wenig blass, die erzeugte Spannung und die Stimmung mit viel Großstadt-Ambiente weiß aber zu überzeugen.

VÖ: 29. April 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785755716

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