Die Göttinger Sieben - 1. Alte Damen in Not



Alte Damen, die unerwartet ins Koma fallen und kurz zuvor all ihr Geld von der Bank abgehoben haben – ganz Göttingen redet über die merkwürdigen Vorfälle. Maike, die ihren ersten Tag an der neuen Schule hat, weiß allerdings etwas mehr, da ihr Vater die Ermittlungen der Polizei leitet. Kröte, Jonas und Würmchen, die bereits einen Fall gelöst haben, sind sofort Feuer und Flamme und wollen mehr von Maike wissen...

Sven Schreivogel hat eine weitere Juniordetektivreihe auf den Markt gebracht, die mal nicht in fern Gefilde führt, sondern ganz bodenständig in einer deutschen Stadt angesiedelt ist: Göttingen. Und auch die sonstige Konstellation der bekannten Jugendbanden mit drei bis vier Menschen und maximal einem Hund wird erweitert auf sechs Jugendliche plus treues Haustier. Die Vorstellung der Kinder ist jedoch recht unglücklich geschehen, indem sie sich jeweils selbst vorstellen und einige Eigenschaften aufzählen. Das dürfte sich so kaum in das Langzeitgedächtnis des Hörers einprägen, sodass die Figuren etwas blass bleiben, und wirkt zudem ziemlich hölzern. Das zieht sich leider auch durch die restlichen Dialoge, die sehr steif wirken – gerade die Jugendlichen würden kaum so sprechen. Mir fiel es deswegen leider schwer, richtig in die Handlung einzutauchen, die dann aber noch zusätzliche Stolpersteine einbaut. Beispielsweise ist das Tempo recht niedrig. In der Buchvorlage mag das funktionieren, ein Hörspiel folgt aber nun mal anderen Gesetzmäßigkeiten und hätte mehr Dynamik gebraucht. Die Hintergründe des Falles sind dabei gar nicht schlecht und hätten für einen interessanten Fall sorgen können, doch durch die Umsetzung kann hier nicht mithalten, sodass mich die erste Episode von „Die Göttinger Sieben“ leider nicht überzeugen konnte.

Bei den Sprechern wurde größtenteils auf unbekannte Namen gesetzt. Leider sind dabei die jüngeren Sprecher noch nicht so weit, um ihre Rollen wirklich überzeugend umsetzen zu können. Tim Asch ist beispielsweise als Paul „Würmchen“ zu hören und spricht seine Texte recht abgehackt, sodass kein glaubhafter Sprechfluss zustande kommt. Auch Lisa Marianne Thiel macht nicht den spontansten Eindruck in der Rolle der Maike, auch sie wirkt etwas stockend und findet nur langsam in ihre Rolle hinein. Jan Reinartz ist als Erzähler zu hören und bleibt dabei recht neutral, er fällt kaum auf und bringt so auch keine zusätzliche Stimmung mit ein. Auch Jens Wendland, Martin Sabel und Jens Wendland sind zu hören.

Der Titelsong der Serie ist witzig und bleibt schnell im Ohr, ist aber vielleicht eine Spur zu lang geraten. Während der Szenenwechsel wird auch immer wieder Musik eingespielt, die kurzen Melodien wirken meist recht fröhlich. Ansonsten wirken die Sprecher in der spartanischen Kulisse recht verloren, Musik ist während der Dialoge nicht zu hören, aber auch Geräusche sind nur sehr selten im Einsatz. Ein weiterer Punkt, warum ich nicht so recht in die Geschichte hinein gefunden habe.

Ei kräftiges Rot ist die Grundfarbe des Cover und sticht damit direkt heraus. Der Comicstil ist schlicht geraten und stellt nicht nur die Hauptfiguren der Serie dar, sondern erlaubt auch einen Blick auf die sehenswerte Göttinger Altstadt. Der hübsche Schriftzug mit dem Fingerabdruck statt dem zweiten „g“ ist eine gute Idee, die auf das Detektiv-Thema anspielt.

Fazit: Der Fall mag einige interessante Aspekte mit sich bringen und mit den seltsamen Vorfällen zunächst die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ebenso wie das realistische Setting der Serie. Doch leider sind die Dialoge ziemlich grobschlächtig geraten und wirken hölzern und werden auch recht stockend vorgetragen. Leider können auch das Tempo und die Dynamik nicht mit einer unterhaltsamen Hörspielproduktion mithalten.

VÖ: 25. Januar 2019
Label: HörKids
Bestellnummer: 978-3-943353-70-9

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