Edgar Allan Poe und Auguste Dupin - 1. Insel der tödlichen Rätsel



Gerade einmal drei Familien wohnen noch auf einer abgelegenen Insel, die neben reichhaltigen Fischgründen nicht mehr viel zu bieten hat. Doch auch diese sind spurlos verschwunden, Gerüchte von einem grausamen Ungeheuer machen die Runde. Die Neugier des französischen Ermittlers Auguste Dupin ist geweckt, sodass er sich mit seinem treuen Begleiter Edgar Allen Poe auf die Reise begibt...

Mit „Edgar Allan Poe und Auguste Dupin“ ist eine neue Serie erschienen, die so ganz neu allerdings nicht ist. Bereits in der Reihe „Sherlock Holmes & Co“ wurden bereits einige Fälle von diesem Duo präsentiert, die neben dem klassischen Krimisetting noch mehr auf den Charakter des Edgar Allan Poe eingegangen sind und dabei Realität und Fiktion miteinander verbunden haben. Nun gibt es die Fälle der bekannten Figur und des Schriftstellers als eigenständige Serie, die jedoch in der ersten Episode „Insel der tödlichen Rätsel“ auf vorige Fälle anspielt – es schadet also nicht, sich ein wenig in der Materie auszukennen, aber auch ohne das ist alles gut verständlich aufbereitet. Eine wirkliche Einführung, die die Konstellation der beiden Charaktere erklärt, gibt es auch nicht, es geht direkt los mit der Überfahrt in einem kleinen Boot zu der Insel, in der die beiden Hauptcharaktere mehr Details vom Verschwinden der Inselbewohner erfahren. Das ist kurzweilig aufbereitet und trotz der Länge sehr unterhaltsam geraten, was aber nicht immer gleichbleibend gelingt. Im Laufe von einigen der immer eher lang geratenen Gespräche fällt die Spannung manchmal leider ab. Durch die aufgebaute Atmosphäre wird dies allerdings wieder ausgeglichen, die eben einen unheimlichen und gruseligen Anklang hat. Dies wird vor allem durch die Figur des (überraschend ängstlich wirkenden) Poe erzeugt, während Dupin ganz der analytische und leicht unterkühlte Detektiv ist – ein Kontrast, der manchmal sehr gut funktioniert, manchmal aber eben auch etwas von der Stimmung nimmt. Die Handlung überzeugt mit vielen gelungenen Elementen und stimmigen Einfällen, beispielsweise dem Rätsel, welches den beiden zu Anfang aufgegeben wird, oder der Begegnung in einem verlassenen Haus. Die Auflösung wirkt in einigen Momenten nicht ganz stimmig, stellt aber gleich die Weichen für den weiteren Verlauf der Serie.

Manfred Lehmann ist – wie auch schon bei „Sherlock Holmes & Co“ - als Auguste Dupin zu hören. Seine markante Stimme nimmt einen kühlen, oftmals gleichmütigen Klang an, der einen interessanten Charakter schafft und besonders die besondere Beziehung zu Poe gut wirken lässt. Dieser wird von Uve Teschner gesprochen, der hier eher die ängstliche und manchmal spöttische Seite betont denn die Schwermut des Charakters, was gut zu der Szenerie der Folge passt. Wolfgang Condrus setzt seinen einprägsamen Klang sehr gekonnt ein, um seinen Szenen eine große Präsenz zu verleihen. Weitere Sprecher sind Michael Pan, Peter Weis und Jürgen Holdorf.

Gelöst von der eher schlichten Umsetzung der ursprünglichen Reihe findet die Folge hier einen eigenständigen Klang. Die Atmosphäre wird durch viele passende und stimmige Musikstücke erzeugt, sodass immer wieder unheimliche Momente entstehen. Die Geräusche untermalen die Szenerie treffend, hätten an einigen Stellen aber ruhig noch etwas prägnanter sein dürfen.

Das Cover erinnert besonders wegen seiner schwarz-weiß-roten Farbgebung stark an eine ähnlich gelagerte Krimireihe, punktet aber auch mit der sehr detailreichen und stimmungsvollen Darstellung eines kleinen Ruderbootes auf der kühlen See. Die restliche Gestaltung ist sehr schlicht geraten, im Inneren des kleinen Booklets ist wieder viel Platz für Produktinformationen für andere Hörspiele.

Fazit: De Auftakt zu einer weiteren Krimireihe mit einigen spannenden und gelungenen Elementen, zumal das Duo aus Poe und Dupin auch hier sehr gut funktioniert. Beide Charaktere werden gut eingebunden, ebenso wie die dichte und unheimliche Atmosphäre gut zur Geltung kommt. Am Ende holpert die sorgsam aufgebaute Szenerie aber leider etwas, sodass nach dem Start noch ein wenig Luft nach oben bleibt.

VÖ: 17. August 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960661-64-1

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